Transformers auf DVD
R: Michael Bay
D: Shia LaBeouf, Megan Fox, John Turturro
Offizielle Website | IMDB Eintrag
Bilder © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Ich war bereit, diesen Film schlecht zu finden. Die Erwähnung der TV-Serienvorlage erweckt in mir keine nostalgischen Gefühle, weil sie erst lief als ich schon kurz vor dem Abitur stand und ich nicht mehr ganz so scharf aufs Kinderprogramm war. Michael Bay ist auch nicht gerade der Garant für intelligentes Kino und obwohl mir Shia LaBeouf in Estevez’ Bobby ganz hervorragend gefallen hatte, zweifelte ich daran, ob er einen ganzen Film tragen könnte. Jon Voight hat auch schon zuviel Müll im Resume stehen um mich anzulocken und wenn es irgend etwas gibt, das mich noch weniger interessiert als Autos per se, dann sind das Autos, die sich in außerirdische Roboter verwandeln.

Andererseits ist John Turturro ja meist sehr sehenswert, Steven Spielberg als Executive Producer wirft trotz allem immer noch genug in die Waagschale um mich neugierig zu machen und es muss ja nicht immer Kultur pur sein. Also Hirn aus, Popcorn und Bier an und ab dafür!

Zum Inhalt: Der junge Sam Witwicki spart auf sein erstes Auto und vertickt zu diesem Zweck auf E-Bay alles aus seinem Haushalt, was nicht angenagelt ist. Im Angebot ist auch eine Brille seines Urgroßvaters, eines Forschers welcher Anno Tobak im ewigen Eis eine aufregende Entdeckung der außerirdischen Art machte.
Die Brille scheint ein spannendes Geheimnis in sich zu tragen, denn plötzlich tauchen Roboter aus dem All auf, die sich bis auf die letzte Schraube darum kloppen wer das Gestell zuerst kriegt. Mittendrin sitzt Sam, dessen neues, altes Auto nicht unbedingt das ist, was es zu sein scheint…

Kurz gesagt: Ich habe es nicht bereut und stellenweise herzhaft und schallend gelacht ob der witzigen Sprüche, mich gern einwickeln lassen vom Charme LaBoeufs und mich bestens unterhalten gefühlt. OK, das Product Placement war alles andere als subtil (General Motors brauchen ganz offensichtlich jede Hilfe die sie kriegen können um ihre Karren an den Mann zu bringen) und das Ende war amerikanischer Käse der grenzdebilen Sorte. Aber die CGI-Effekte waren so gut wie lange nicht, die Musikauswahl rockt und der Film funktioniert prima.

Die DVD hat ein verhältnismässig gutes, wenngleich leicht körniges Bild, das gelegentlich bei den CGI-Szenen an die Grenzen der Kompression stößt. Die Michael Bay-typische planmässig intensiv verfälschte Farbgebung entführt den Zuschauer zwar in die eigene Welt der Transformers aber sorgt auch für gelegentliches Rauschen. Der Sound (DD 5.1) ist sehr dynamisch und überrascht räumlich besonders in den Verwandlungsszenen der Transformer. Der Subwoofer hat gut zu tun, die Nachbarn werden eine Weile böse gucken. Der Regiekommentar von Michael Bay ist wie meist bei ihm ziemlich unterhaltsam und man kriegt mit, wieviel Spaß alle Beteiligten bei diesem Projekt hatten.

So, und damit Ihr nicht denkt “Himmel hilf, jetzt hat’s sie aber erwischt!” bekommt Ihr hier und jetzt die Gelegenheit, Euch selbst vom Spaßfaktor dieser Scheibe zu überzeugen.

Wer bis zum 3. Advent das abgefahrenste “Mein erstes Auto”-Erlebnis in den Kommentaren schildert, gewinnt eine nigelnagelneue Transformers-DVD. Der Rechtsweg ist völlig ausgeschlossen, ist klar, ne?

Gentlemen, start your engines!