Zuletzt gebookmarked

  • Veröffentlicht am 25th August 2011,
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  • A front row seat to Steve Jobs’ career, by Robert Scoble.
    „Apple was part of my life at every turn. When I was 13-14 I earned my allowance by helping my mom stuff Apple II motherboards. I was paid $1 per board, if I remember right, and it took me a long time to do one properly. I learned later from Wozniak that Apple had run out of manufacturing capabilities, since Apple IIs were selling so well, and had hired Hildy Licht, who hired housewives around the valley to help build them.“
    Der bislang schönste Nachruf auf den Mann der – allen schnippischen Bemerkungen zum Trotz – mit seiner Mischung aus Qualitätsansprüchen, visionärem Denken und eiskaltem Machtanspruch de facto Apple zu dem gemacht hat, was es heute ist.
  • komische Leute
    Gnihihi!
  • The Terminator made millions, the man who inspired it got peanuts
    Von wem hat James Cameron die Storyline zu Terminator geklaut?
  • Samuel L Ipsum | Alternative Lorem Ipsum Generator
    MotherF_shutyourmouth_ !
  • Meikes Reisebüro (7): London – Süddeutsche Zeitung Magazin
    „Seitdem schaue ich BBC und sehe mit fassungsloser, kalter Wut zu, wie die kleinen Arschlöcher prügelnd, plündernd und brandschatzend durch die Straßen ziehen, wie Bewohner panisch aus lodernden Häusern springen, wie sogar die Feuerwehr angegriffen wird, die zum Löschen anrückt. Das ist kein Protest der Zukurzgekommenen gegen die Ungerechtigkeiten des Klassensystems, das ist reines Vergnügen an der Anarchie: Im Machtrausch zünden sie ihren eigenen Kiez an, treten die Fensterscheiben von Geschäften ein, in denen sie bisher eingekauft haben.“

Genies bei der Arbeit

  • Veröffentlicht am 19th August 2011,
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Genies bei der Arbeit

Diese Woche war es soweit: Nach über 25 mit Apple Produkten verbrachten Jahren (yes, I am a fangirl, die Android fanbois und Apple-Hater dürfen gerne woanders lesen) hatte ich die erste Begegnung mit dem Apple Kundenservice. Und das kam so: Ich hatte ein Macbook Air der ersten Generation (early 2008) geschenkt bekommen, dessen Bildschirm lose in den Angeln der zerbrochenen Scharniere hing und nur noch blauviolett vor sich hin strahlte. Es war der Vorbesitzerin, der weltbesten Lieblingscousine, wohl ein paar hundert Male heruntergefallen, vielleicht hat sie damit auch nach einem ihrer drölf Umzüge Nägel in die Wand gekloppt, einen Reifen gewechselt oder es als Unterlage für einen kippeligen Tisch benutzt, man weiß es nicht. (mehr …)

Wer mit dem Feuer spielt …

  • Veröffentlicht am 19th August 2011,
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Aktuell empören sich weite Teile der Twitterati und Klein Bloggersheims über die Gefängnisurteile für die englischen Jugendlichen, die über Facebook zu weiteren Krawallen aufgerufen haben. Allgemeiner Tenor: Unfair, viel zu hart, es ist ja gar nichts passiert, war doch nur ein harmloser Spaß, das ist doch kein Rechtsstat mehr etc. Gerne wird auch mal angeführt, die Plünderei der Nadelstreifengangster sei unfassbar schwerwiegender.

Ja, die eigentlichen Brandstifter und Gangster und Plünderer sitzen in Nadelstreifen auf Regierungsbänken und den Teppichetagen von Banken, Medien und anderen Konzernen. Ja, die Welt brennt weltweit, weil ihre Jugend ausgenutzt und chancenlos weggeworfen wurde von Generationen seelenloser und habgieriger, moralisch verkommener Machtinhaber und Wirtschaftsbosse. Ja, es müssen grundlegende Veränderungen her, und zwar schnell und weltweit. Ja, das wird so schnell nicht passieren. Nicht, wenn sich niemand jenseits von Molotowcocktails werfen politisch engagiert oder einfach nur bei sich und in seinem Viertel anfängt.

Diese Begründungen sollen dann entschuldigen und verharmlosen, daß man mit anderer Menschen Leben spielt und ihre Existenzen in Schutt und Asche legt? Menschen, die im übrigen meist Nachbarn sind und oft demselben Prekariat angehören wie die Brandstifter und Plünderer? „Der hat angefangen!“ „Der ist aber noch schlimmer!“ Sind das Eure Argumente? Euer eiskaltes „Wo gehobelt wird, da fallen halt Späne“ macht Euch zu Spiegelbildern und würdigen Nachfolgern derer, die Ihr zu bekämpfen glaubt.

Gewalt ist keine Lösung und durch nichts zu entschuldigen. Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Es wird gern der Interviewausschnitt zitiert, wo einer dieser kleinen Mistkerle selbstbewußt tönt, die Aktion sei deshalb schon sinnvoll weil die Presse sich ansonsten ja gar nicht mit ihm über seine eigentlichen Probleme unterhalten würde. Klar, Gehör findet man immer nur duch Raub, Mord, Brandschatzung und Plünderung. <sarcasm>Darum hat die Welt ja auch noch nie etwas von Mahatma Ghandi oder Martin Luther King gehört. </sarcasm>

Man empört sich darüber, daß Regierungsschef Cameron den Richtern bedeutet habe, keine Gnade walten zu lassen bei ihren Urteilen. Er habe das Prinzip der Gewaltenteilung verletzt. Abgesehen mal davon, daß die Richter dieses Winks wohl kaum bedurft haben dürften – die Empörung finde ich ehrlich zum totlachen: Jetzt heult Ihr rum, weil die Gegenseite angeblich nicht nach den Regeln spielt? Den Regeln, die Ihr freudig und mutwillig ignoriert und überschreitet? Den Regeln einer Gesellschaft, zu deren Zerstörung Ihr aufruft?

Vier Jahre Haft für einen erfolglosen Gewaltaufruf auf Facebook, für die Anstiftung zu Straftaten. Damit liegen die Urteile noch unter dem bei uns möglichen Maximum von fünf Jahren für dieselbe Straftat. Vier Jahre Knast für nichts?

Tough shit. Wer mit dem Feuer spielt, kommt darin um.

Neue Golfschuhe gefällig?

  • Veröffentlicht am 18th August 2011,
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Frau kann  ja nie genug Schuhe haben, in meinem Falle bersten die Schränke vor Skaterpuschen für die Longboardingausflüge, Chuck’s und natürlich Golfschuhen. Die Treter dieser kleinen, jungen, sympathischen kanadischen Firma Kikkor Golf sehen aus wie das Beste aus zwei Welten:

Kikkor Golf Tenny White Classic

Kikkor Golf Tenny White Classic: Brilliant and stylish – I love them!

Auch die meisten anderen Modelle könnte ich mir glatt so wie sie sind in den Schrank stellen bzw. damit auf den Platz eilen. Das Team sieht übrigens so aus, als hätte es verdammt viel Langeweile in der Nebensaison … und Talent und Spaß:

ARVE Error: no video ID set

Das erinnert mich übrigens an ein ähnliches Video einer anderen coolen Schuhfirma:

ARVE Error: no video ID set

Man kann übrigens auch als internationaler Kunde bestellen via PayPal. ;-)

P.S.: Nein, das ist keine bezahlte Anzeigenveröffentlichung. Ich finde die Schuhe einfach klasse. Kikkor weiß nichts von meiner Existenz.

Schnee in Neuseeland

  • Veröffentlicht am 17th August 2011,
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In Wellington, Neuseeland hat es seit vielen Jahrzehnten das erste Mal geschneit. Jemand hat ein zauberhaftes Video von Menschen geschnitten, die sich an diesem Phänomen erfreuen:

Snow on Cuba Mall in central Wellington (HD) from Ro Tierney on Vimeo.

Times Square, ca. 1963

  • Veröffentlicht am 16th August 2011,
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Als ich irgendwann die Familienschatztruhen an Dias und Fotos durchstöberte, fand ich dieses Bild, das meine Mutter aus einem Taxi heraus geknipst hat. Es stammt, wie man unschwer erkennen kann, aus New York City und zeigt das berühmte Camel Billboard, das ein Vierteljahrhundert am ebenso berühmten (und ca. 1970 abgerissenen) Claridge Hotel in der 44. Straße hing und echte Rauchringe produzierte.

Das Bild muss nach 1962 aufgenommen worden sein, als Hector’s Cafeteria eröffnete (einer Geburtsstätte der Beat Generation) und vor 1966, als das Billboard abmontiert wurde. Etwas mehr über die Geschichte dieser Werbefläche findet sich hier; die Idee mit dem rauchenden Plakat wurde aus der Not geboren – bei der Installation 1941  herrschte kriegsbedingtes Verdunkelungsgebot – und der Raucher darauf war mal Soldat, mal Matrose und mal Flieger. Eine ursprüngliche Headline lautete „I’d walk a mile for a Camel“.

Arrowshirts waren zu jener Zeit die Hemden für den Gentleman von Welt und wer gesehen hat, wie Don Draper in der Pilotfolge von Mad Men im Büro ein blütenweißes Hemd von einem Stapel in seiner Schreibtischschublade nahm und anzog, der weiß nun auch um welche Marke es sich sehr wahrscheinlich handelte.

Meine Links des Tages

  • Veröffentlicht am 14th August 2011,
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Ein Schluck klares, kaltes Wasser nach all dem Bier, der Mate und dem Schampus

  • Veröffentlicht am 10th August 2011,
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Wie konnte ich ihn vergessen? In den 80ern habe ich seine Sachen rauf und runter gehört; die meisten seiner Alben von Freunden überspielt auf Cassetten, die bald ausgeleiert waren, sah ihn live und später im „Rockpalast“. Worker’s Playtime war dann meine erste, alternative Politrockfolkpunk-Doppel-LP, Heavy Vinyl, für damals stolze 35 DM. Nur daß Billy Bragg kein Rocker ist. Auch kein Folksänger. Punk vielleicht, aber eigentlich auch kein Punk. Oder doch gerade? Ich habe ihn irgendwann aus den Augen verloren, und anders als die anderen Hymnen seiner Zeit und seines Landes, z.B. von The Clash und The Jam, hatte ich „Waiting For The Great Leap Forward“, „New England“ oder „Rotting On Demand“  nicht mehr im Ohr und im Kopf. Der kalte Krieg war vorbei, Thatchers eiskaltes England wurde zu Cool Britannia und ein Held meiner Jugend verschwand irgendwo tief im Schrank neben den Doc Marten’s und den selbst gemalten Flugblättern gegen Brokdorf, Gorleben und den NATO-Doppelbeschluss.

Billy Bragg ist heute ein Klassiker, aber alles andere als von gestern. Seine Texte und Musik sind frischer denn je, er hat sie vielfach bei seinen Liveauftritten den aktuellen Verhältnissen angepasst. Er ist schwer aktiv im Netz, twittert, hat eine gut gefüllte Website und erst letzten Monat seinen neuen Song zum Murdoch Abhörskandal. „Don’t Buy The Sun“, als free download angeboten. Ich kann kaum glauben, daß über ein Vierteljahrhundert vergangen sind, seit ich seine Sachen zum ersten Mal hörte. Auf YouTube finden sich viele gute Aufnahmen, arbeitet Euch mal durch, es lohnt sich.

London is drowning, and I live by the river

  • Veröffentlicht am 9th August 2011,
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Noone expected this. The so-called leaders who have taken three solid days to return from their foreign holidays to a country in flames did not anticipate this. The people running Britain had absolutely no clue how desperate things had become. They thought that after thirty years of soaring inequality, in the middle of a recession, they could take away the last little things that gave people hope, the benefits, the jobs, the possibility of higher education, the support structures, and nothing would happen. They were wrong. And now my city is burning, and it will continue to burn until we stop the blanket condemnations and blind conjecture and try to understand just what has brought viral civil unrest to Britain. Let me give you a hint: it ain’t Twitter.

Quelle | via überall

Die Elefanten im Wohnzimmer

  • Veröffentlicht am 9th August 2011,
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Felix Schwenzel  fasst sehr schön zusammen, worüber wir uns dringendst Gedanken machen sollten:

da steht ein pferd aufm flur ein elefant im raum über den wir mal reden und nachdenken müssen.

eigentlich sind es drei elefanten:

  • kann es sein, dass journalisten bei facebook und google die einzigen sind, die nachvollziehbare und verbindliche antworten bekommen und alle anderen sich in kafkaesquen situationen wiederfinden?
  • wie vertragen sich bürgerrechte und die AGBs grosser unternehmen? wie lässt sich rechtssicherheit für kommunikationsstrukturen wie google+, twitter oder facebook sicherstellen?
  • wieviel regulierung verträgt das internet, wieviel regulierung ist überhaupt möglich ohne die ebenfalls nötigen freiräume und marktkräfte zu zerstören?

Die totale Transparenz des Nutzer, den Verzicht auf seine Anonymität und der Zwang zur Klarnamenverwendung bei der Anmeldung in sozialen Netzwerken wie Google und Facebook wird von diesen Unternehmen und sehr wahrscheinlich auch in weiten Teilen von ihren Kunden, den werbetreibenden Unternehmen, als Einbahnstraße und Sackgasse ohne Wendemöglichkeit verstanden und gewünscht. Wer sich in diese Netze begibt, sollte sich im Klaren darüber sein, daß er seine noch verbliebenen Bürgerrechte am Eingang abgegeben hat und sehr wahrscheinlich auch niemals wiederbekommt.

Auf Unterstützung seitens der Politiker aller Couleur darf man nicht hoffen. Zum einen haben sie längst bewiesen, daß sie selbst gern die von diesen Konzernen über ihre Schäfchen gesammelten Daten sammeln würden. Ihr lautes Geschrei nach immer neuen Datenbanken, gefüllt mit Informationen über andersdenkende, verdächtige Subjekte spricht eine beredte Sprache. Zum anderen gilt es, sich als technologiefreundlicher Wirtschaftsstandort zu profilieren und im geborgten Abglanz der strahlendsten Unternehmen unserer Zeit zu sonnen.

Wer das Geld hat, hat die Macht. Und die Mächtigen haben selbst kein Interesse an der Offenlegung ihrer Machenschaften, das wird immer wieder deutlich wenn man sich die Diskussion um Abgeordnetenwatch.de anschaut. Wie impertinent vom Bürger, Transparenz von seinen gewählten Vertretern zu fordern! Nein, von Regierenden, die kein Problem damit haben Bank- und Reisedaten der Bürger ihres souveränen Landes unaufgefordert den Machthabern und Geheimdiensten „befreundeter“ Nationen auf dem Silbertablett zu überreichen (Stichwort: SWIFT Abkommen), darf man keine Hilfe im Kampf gegen andere Datenkraken erhoffen. Eine Krähe hackt der anderen schliesslich kein Auge aus.

Umgekehrt wird auch gern unbürokratisch ausgeholfen, wenn Not am Mann ist – Blackberry beispielsweise hat gerade angekündigt, den englischen Behörden gern Zugriff auf die angeblich verschlüsselten Nachrichten seiner User zu gewähren, die verdächtig sind, an den aktuellen Londoner Unruhen beteiligt zu sein. (Merke: Verschlüsselung kann man sich eigentlich auch sparen, wenn der Vermieter, die Polizei, der Geheimdienst und jeder, der lieb fragt einen Zweitschlüssel kriegt.)

Journalisten bekommen nur deshalb einen halbwegs erleichterten Zugang zu diesen Konzernen, weil sie noch eine Hauch von Relevanz haben. Je unglaubwürdiger und damit irrelevanter sie jedoch in der Wahrnehmung der Bevölkerung werden (Stichwort: Scheckbuchjournalismus, Murdoch Skandal) und je gemütlicher ihre Verleger sich mit den Konzernen ins Bett legen, desto weiter schließt sich dieses letzte Tor zur Freiheit. Wir sind heute dank der technischen Möglichkeiten des Internets irgendwie alle ein bisschen „von der Presse“. Aber wenn letzten Endes die „kostenlosen“ Plattformen die Inhalte bestimmen und steuern, sei es über ihre AGB oder über die Manipulation der Suchergebnisse, was nützt uns das dann?

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  • Veröffentlicht am 8th August 2011,
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„Die Kreditkrise hat gezeigt, wie diese Freiheit gekidnappt wird. Die Banken sind ein Spielfeld für Abenteurer, die reich werden, auch wenn sie Milliarden verfeuern. Die Rolle aller anderen ist, ihre Rechnung zu zahlen.“ – Charles Moore

Quelle:  „Der rechte Abschied von der Politik“, Tagesanzeiger

Who’s your caddie?

  • Veröffentlicht am 8th August 2011,
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Das vergangene Wochenende auf der PGA Tour hielt seit langer Zeit einmal echte Spannung bereit: Tiger Woods kehrte zweieinhalb Monate nach seiner (eigenen Aussagen nach) „unbedeutenden“ Verletzung zurück ins Geschäft und die Golfwelt hielt den Atem an: würde er es schaffen, beim Bridgestone Invitational auf dem Firestone Course in Akron, Ohio zum achten Mal zu dominieren und zu gewinnen? Es gab einige Anzeichen die dagegen sprachen: im vergangenen Jahr spielte er sehr schlecht und wurde Vorletzter. Sein Putter war schon länger nicht mehr der „go to“-Schläger, der ihn aus allen Schwierigkeiten (auf dem Platz) befreien konnte. Einer seiner letzten verbliebenen Sponsoren, Luxusuhrenfabrikant Tag Heuer, entschied sich recht öffentlich dafür, den auslaufenden Vertrag mit Tiger nicht zu verlängern – just zum Comeback des Jahres. Die internationalen Spieler dominieren nach Belieben und die jungen Wilden Anfang/Mitte zwanzig haben keinen sonderlichen Respekt mehr vor einem 35jährigen Tiger mit morschen Knochen. Und dann war da noch sein Freund und Caddie Steve Williams, den er vor ein paar Wochen nach 12 Jahren treuer Dienste gefeuert hatte weil der in seiner (aufgrund Tigers verletzungsbedingter Abwesenheit) erzwungenen Freizeit einem anderen Spieler und Freund aushalf: etwas, was Tiger wohl als Majestätsbeleidigung ansah. Kurz: die Bühne war bereit für Drama, Liebe, Leidenschaft.

Nach dem ersten Spieltag am Donnerstag sah alles nach einem gelungenen Start für Tiger aus: 2 unter Par für die Runde, das war ordentlich, wenn auch nicht berauschend, aber hey, er war natürlich etwas rostig nach der Verletzungspause. Da war noch alles drin. OK, Adam Scott hatte eine sensationelle 62 gespielt und führte mit 8 unter Par. Und äh, ja, dessen Taschenträger war Steve Williams, der keinen großen Hehl daraus machte daß es ihm ein innerer Vorbeimarsch war seinen neuen Brötchengeber in Führung zu sehen.

Am Freitag wurde deutlicher, daß bei Tiger aktuell so gar nichts rund läuft. Sein Putter ließ ihn im Stich, mit dem Driver streute er noch schlimmer als früher und für unbedarfte Zuschauer sah er in jeder Hinsicht wie die letzte Lachnummer aus. Nicht nur, daß seine Körperhaltung Frustration und Hoffnungslosigkeit vermittelte; ein schöner Kontrast zu dem rollenden, schaukelnden „ich hab’ die dicksten Eier“ Gang des 22jährigen Rory McIlroy und dem majestätischen Schreiten des verdammt sexy aussehenden und spielenden Australiers Adam Scott. Mit den neuen, soften Nike Plastikhufeisen an den Füßen kann man wohl nicht königlich gehen. Nein, obendrauf schwitzte er bei den schwülheißen Temperaturen wie ein Schwein und trug dummerweise helle Hosen … die waren um den Hintern herum bald so naß, dass er sich als nächsten Sponsor vielleicht um einen Hersteller von Erwachsenenwindeln bemühen sollte. Nikes patentiertes „Dri-Fit“ Gewebe hielt ihn offensichtlich nicht sonderlich dry und sehr fit sah er so auch nicht aus. Daß er schon mit 35 seine Midlife Crisis so einläutet wie die meisten anderen Männer und seine Geheimratsecken und eine beginnende kahle Stelle am Hinterkopf durch fusselige Schambehaarung am Kinn auszugleichen sucht half auch nicht wirklich, den Gesamteindruck eines müden, fertigen, zahnlosen Tigers zu entkräften.

Sonnabend ist der traditionelle moving day auf der Tour; die großen Bewegungen auf dem Leaderboard lassen ahnen, wer am Sonntag Abend die Trophäe stemmen wird oder zumindest dafür in Frage kommt. Tiger bewegte sich mit mediokrem Spiel mehr so in Richtung „hat teilgenommen“ statt nach vorn. Niemand, außer seinen allerhartnäckigsten Fans traute ihm nun noch eine Top Ten Platzierung oder gar einen Sieg zu. Kopf an Kopf hinter dem immer noch mit einem Schlag in Führung liegenden Adam Scott lagen dessen Landsmann Jason Day, der seit Monaten immer um den Sieg mitspielt, Ryo Ishikawa (19 Jahre alt und in seiner Heimat Japan das, was Tiger bis vor wenigen Jahren weltweit einmal war: ein Golfgott und Superstar) und die US-amerikanische Antwort auf Rory McIlroy, Rickie Fowler. Dicht dahinter lauerte die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste, Luke Donald. Lee Westwood kämpft aktuell noch zu sehr mit der mentalen Seite des Spiels um ernsthaft um den Sieg mitzuspielen, aber ganz abschreiben sollte man ihn auch noch nicht.

Am Sonntag dann wurde es ganz bitter für den Tiger: Zwar trug er sein traditionelles rotes Hemd (und dankenswerter Weise eine schwarze Hose dazu), aber spielte nur noch lustloses Gegrütze. Fast jeder Abschlag lag irgendwo im Gemüse und selbst wenn er dann mal einen Befreiungsschlag in Richtung Grün hinbekam, schob er die Putts vorbei – es war ein Trauerspiel. Gegen Ende raffte er sich dann doch noch einmal auf und schaffte ein paar Birdies, aber er schloß die Woche mit +1 ab und einem Platz irgendwo in der Mitte des Feldes, auf einem geteilten 37. Rang. Adam Scott und der junge Ryo Ishikawa gingen Kopf an Kopf auf die letzte Runde, bis Scott schließlich davonzog und mit einem Vorsprung von vier Schlägen auf die zweitplatzierten Rickie Fowler und Luke Donald mit einem Gesamtscore von 263 Schlägen (-17) die Trophäe gewann.

Nach der Runde hielt CBS Scotts Caddie ein Mikro unter die Nase und der gab sein erstes Interview überhaupt. Unter Tiger durfte er nicht reden, jetzt sprudelte es nur so aus ihm heraus: dies sei die beste Woche seiner Karriere gewesen und er läge natürlich gerne in Führung, ob beim Autorennen oder als Caddie. Nicht wenige Beobachter, Journalisten und Spieler empfanden das Interview und die Aussagen als unangemessen und als Nachtreten gegenüber Tiger. Die beste Woche seiner Karriere? Er hatte mit Tiger immerhin 12 Majors gewonnen! Er liegt gern in Führung? Hat nicht Adam Scott die Schläger geschwungen, die Williams ihm gereicht hat?

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Trotzdem kann ich Williams verstehen und man hat auch als Zuschauer deutlich die Fans gehört, die ihn persönlich angefeuert haben und ihm zur Seite standen. Woods hat sich nicht sehr gut ihm gegenüber verhalten und die Art und Weise der Trennung muss verdammt weh getan haben. Klar, daß es Williams’ Ego da gut tut wenn sein neuer Mann siegt während der alte Chef in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Und natürlich macht ein Caddie mehr als nur die Schläger zu putzen oder das Bag zu tragen und die Fahne zu bedienen. Insbesondere Williams, der den Platz in Ohio so gut kennt wie kaum ein anderer, war für Scott definitiv „der fünfzehnte Schläger im Bag“ und hat seinen neuen Boss vor einigen Fehlern bewahrt und ihm mit zum Sieg verholfen. Ganz abgesehen davon, daß die Aussagen der Spieler (egal in welcher Sportart) unmittelbar nach Spielende immer sehr spontan und roh sind, was ja auch so gesucht und gewünscht wird. Hätte man Williams eine Stunde später interviewt, er hätte wohl kaum dieselben Worte gewählt. Und schließlich hat man ihn gefragt – er hat sich nicht das Mikro geschnappt, man hat es ihm unter die Nase gehalten. Ich für meinen Teil finde das erfrischend, aber es ist natürlich ganz und gar nicht comme il faut.

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Nächste Woche findet das letzte Major Turnier des Jahres statt, die PGA Championship. Titelverteidiger ist Martin Kaymer, der seither seiner Form hinterherläuft und wohl nicht wirklich vorne mitspielen wird. Von Tiger kann man wohl auch nichts mehr erwarten in dieser Saison. Ob Adam Scott an seine fantastischen Leistungen von dieser Woche anknüpfen kann? McIlroy sein zweites Major schafft? Donald sein erstes? Oder Fowler endlich den Durchbruch erlebt? Keine Ahnung, aber eins ist klar: das internationale Profigolf ist so spannend wie seit zehn Jahren nicht mehr, und wirklich und wahrhaftig international:

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Mama ist auf Safari

  • Veröffentlicht am 4th August 2011,
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Das Telefon klingelt, Mama ist dran. „Kannst du mir helfen?“ Es klingt leicht gehetzt, irgendwie abgekämpft. „Was gibt’s denn?“ frage ich. „Also, ich bin hier im Internet …“ „Das klingt, als habe man Dich nachts an der A7 auf irgend einem Parkplatz ausgesetzt.“ „Nunja, so ähnlich ist es auch.“ (mehr …)