Den alten Zettel mit den Vorsätzen für 2011 gefunden, aus der letzten Zahl eine 2 gemacht und den Punkt „Pragmatischer werden" abgehakt.
@peterbreuer
Peter Breuer

 

Anfang des Jahres schrieb ich: „Ich mache keine Pläne mehr. Die fliegen eh aus dem Fenster, sobald das echte Leben dazwischenkommt.“ Locker vorgenommen hatte ich mir, mehr zu bloggen, wieder mehr zu zeichnen, kreativer zu arbeiten und auch wieder mehr Golf zu spielen. Was ist daraus geworden?

Meine Business-Seite war bald fertiggestellt und ist sehr schön geworden, finde ich. Allerdings habe ich nicht so viel Zeit gefunden, zu fotografieren und zu zeichnen, wie ich gedacht hatte (aber trotzdem mehr als in den letzten Jahren) und so wird sie relativ selten aktualisiert. Immerhin hat sie einen Haufen Komplimente geerntet und mir auch ein paar neue Aufträge als Designerin vermittelt. Im neuen Jahr möchte die Seite überarbeiten und weiter aktualisieren.

Ich habe nicht sehr viel gebloggt, aber ich war auch auf Twitter nicht mehr so aktiv wie in den Jahren zuvor. Letzteres kann ich natürlich nicht belegen, da ich ja täglich wieder bei Null anfange zu twittern. Aber da ich in diesem Jahr bei facebook einstieg (yes, hell froze over) und auch auf Google + präsent war, und trotzdem nicht mehr sondern eher weniger online war als in den Jahren zuvor, wird das wohl seine Richtigkeit haben. Für 2012 möchte ich meine (privaten) social media Aktivitäten noch weiter zurückschrauben und die Zeit noch mehr fürs Zeichnen nutzen. Und ja, vielleicht mache ich dann auch mal an meinem Animationsfilm weiter, obwohl ich mir das explizit nicht vornehme. Es wird passieren – oder nicht.

Meine Musik aufnehmen und veröffentlichen wollte ich auch. Dazu ist es nicht gekommen, weil ich nur sehr wenig Musik gemacht habe, wenngleich ich mich so viel mit Musik beschäftigt habe wie selten zuvor. Oder genauer gesagt: Mit dem Musikbusiness. Ich habe im Sommer mit zwei guten Partnern eine Direct-to-Fan Marketingagentur gegründet, die sich ums Thema Musikbusiness dreht. Meine eigene Musik steht da zwangsläufig weit hintenan, aber immerhin habe ich mich wieder häufiger ans Klavier gesetzt als in den Jahren zuvor, wo sich alles um meine Gitarre drehte.

Mehr Golf gespielt habe ich aber tatsächlich, wenngleich ich aus zeitlichen Gründen noch lange nicht wieder bei den rund 100 Runden bin, die ich noch vor wenigen Jahren noch zusammenbekam. Hach ja, das süße Konzernleben damals … selbstständig sein heißt hingegen bekanntlich selbst und ständig etwas tun, und entgegen der landläufigen Meinung schließt man auch mitnichten die meisten und dicksten Geschäfte auf dem Golfplatz ab. (Ich sowieso nicht, dafür spiele ich viel zu gern Golf und könnte nie einen Chef oder Kunden gewinnen lassen, nur um einen Job bzw. Auftrag zu behalten). Aber ein paar vorgabewirksame Runden waren drin (jeweils mit +0,1 bestraft) und den Kopf mal zwischendurch freizupusten war sehr hilfreich, schätze ich. Auch etwas, was ich lernen mußte: abzuschalten.

Mein re:publica Vortrag fiel ins Wasser. Zu der Zeit, als ich ihn hätte vorbereiten müssen hatte ich leider keine freie Minute. Und 2012 werde ich natürlich sehr gern wieder nach Berlin auf die re:publica fahren, aber es gibt erfahrungsgemäß zu viele andere Dinge, die ich in der Woche machen möchte als selbst mein Thema vorzutragen. Mein ohnehin nur gering vorhandenes Sendungsbewußtsein ist noch weiter zurückgegangen und ich habe auch keine Lust mehr, gegen Windmühlenflügel zu kämpfen.

Wenn ich also auf 2011 zurückblicke so sehe ich, daß die verschlungenen Pfade der letzten fünf Jahre sich zu einer recht breiten Straße zusammengefunden haben, die zu dem geheimnisvollen Ort namens „Kreativität“ führen. Und daß ich, wenn ich die letzten fünfundzwanzig Jahre Revue passieren lasse, de facto im Kreis gegangen bin. Aber dieses Panama ist sehr schön und sehr verwildert und es gehört mir, ich muss es nur wieder in Besitz nehmen, mit all den gewonnenen Erfahrungen, die ich seither gemacht habe. Darauf freue ich mich in 2012.

Dieser Artikel hat 5 Kommentare

  1. Das klingt mit einem Wort doch “hoffnungsvoll”, wie ich finde. Das find ich gut:)!

    Und Kreativität ist ein toller Ort. Ich bin selten selbst da aber bewundere immer andere, die dort öfter mal hinkommen.

  2. Schon, ja, aber da ich da seit Jahren nichts nennenswertes Eigenes geschrieben habe (vllt sollte ich ein Jodeldiplom machen, da hätt ich was Eigenes… aber ich schweife ab), sondern nur covere, ist das doch eher der Wiederkäuer Stadtteil vom schönen Örtchen Kreativität.

    • Coverversionen sind manchmal die besseren Versionen. Selten, aber es kommt vor. Ich hätte da zum Beispiel – und ich weiß, das grenzt an Blasphemie, aber bitte nicht teeren und federn – diesen Vergleich anzubieten: Original vs. Coverversion. Mir gefällt das Cover besser (auch wenn ich natürlich die Autorin bei weitembevorzuge und die Cover-Interpretin ansonsten völlig belanglos finde).

      • Ich kann darauf jetzt nicht antworten, ich muss dringend einen Onlineshop für Teer und Federn finden.

        Aber Case Of You will ich schon sooo lang covern. Wozu hab ich den Dulcimer?!