Wer hat das Buch nicht gelesen? Generationen von Schulkindern durften sich im Englischunterrricht mit F. Scott Fitzgeralds Roman über den geheimnisvollen Lebemann, seine große Liebe, rauschende Parties auf Long Island sowie Eifersucht, Mord und Totschlag auseinandersetzen. Meist durfte – oder musste – man dann zum Ende des Semesters noch den Film mit Robert Redford sehen, der auf seine Weise sicherlich nicht schlecht ist, aber den Bildern des Kopfkinos, das Fitzgerald bei mir in Gang gesetzt hatte, nicht das Wasser reichen konnte.

Baz Luhrman hatja schon mit Romeo + Julia bewiesen, daß Opulenz und klassisches Drama sich perfekt ergänzen. DiCaprio finde ich inzwischen dank Inception nicht mehr ganz so fürchterlich wie in den meisten seiner Filme nach Titanic und Tobeyyyyy! *kreisch* ist nach wie vor schnuffigst. Wenn man sich den Trailer zu Luhrmans Version des Großen Gatsby so ansehe, dann freue ich mich unbändig auf den 10. Januar – den vorläufigen Starttermin hierzulande. Endlich einmal wieder ein Film, für den sich der Kinobesuch sicherlich lohnen wird. Und das Buch kann man bis dahin auch noch locker lesen.

Dieser Artikel hat 6 Kommentare

  1. Ich muss ja zugeben: Ich kenne das Buch nicht. Aber Trailer+Besetzung machen definitiv Lust auf mehr.
    Allerdings entnervt mich der Trailersoundtrack gerade tierisch.

    • Tatsächlich? Ich finde den Soundtrack großartig. Den ersten Titel kenne ich nicht, aber er begleitet perfekt diese flirrende, fiebrige Hitze der ausschweifenden Parties, den Überfluss, die Dekadenz, und ist eine tolle Brücke in unsere Zeit. Wir wissen, was die Feiernden bei Gatsby noch nicht wissen, daß die Grosse Depression ihnen den Boden unter den Füssen wegziehen wird und ihre Gin- und Champagnerträume zerplatzen lassen wird wie eine Seifenblase. Wir wissen, wie es ausgehen wird, daß auf die gleissenden Lichter der Absturz in die Finsternis folgt; der Kontrast so harsch wie der zwischen Gatsbys gelben Rolls Royce und den grauen Landschaften im Tal der Asche, durch den er fährt.

      Die hypnotisierende, pulsierernde Tanzmusik treibt uns auf den Abgrund zu und dann, plötzlich, wechselt der Soundtrack und wir hören die melancholischen Takte des U2 Songs „Love is Blindness“ — nur daß Jack Whites Stimme den Song von einem klebrig-süßen Liebeslied zu einer wütenden, um sich schlagenden Anklage erhebt. Und wie hier der Schnitt zwischen den unglaublich opulenten Bildern taktgenau abgestimmt ist, das ist einfach perfekt. Der Ritt über den traumhaft grünen Rasen, die berühmte Szene mit den seidenen Hemden, die Gatsby umherwirbelt, trunken vor Liebe zu Daisy, der heisse Sex unter den toten Augen des Reklameschilds eines längst vergangenen Optikers, der ganze Wahnsinn einer unerfüllten Liebe und das tödliche Drama, das sich daraus entwickelt, es könnte kaum besser untermalt sein als mit dieser Version dieses eigentlich eher mediokren Songs.

      Ich habe diesen Trailer jetzt bestimmt ein Dutzend Male gesehen und er trifft mich mitten ins Mark.

  2. Ja hat was. Diese Epoche scheint wieder in zu sein. Ob da Boardwalk Empire nachgeholfen hat?

  3. Ich glaube dass ist Jay-Z im ersten Lied. Sehr geil. Aber das Foto würde ich besser rausnehmen, das ist doch sicher copyrighted, oder?

    • Jay-Z? Okay, mal youtuben. Danke!
      Keine Sorge, ich bin für den Presseserver akkreditiert, das Bild geht okay und ist ja auch entsprechend gekennzeichnet. ;-)