Ich bin gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs. Eine Monatskarte lohnt sich nicht; ich fahre zu selten dafür, aber weil man im passenden Moment ja doch nie Kleingeld hat, meine Nerven fürs Schwarzfahren zu dünn sind und ich geekig veranlagt bin, kaufe ich meine Fahrscheine über das Handyticket. Die iPhone App ist soweit okay (auch wenn ich mir eine Verzahnung bzw. all-in-one Lösung über die wirklich brillante HVV App wünschen würde), nur gelegentlich erlebt man spannende Momente, wenn man gar keinen oder nur Edge-Empfang hat oder natürlich, wenn der Akku im roten Bereich ist. Aber alles in allem bin ich recht zufrieden mit dieser Lösung. 

Womit ich nicht zufrieden bin, ist die Art der Abrechnung der dvb logpay, die das für den HVV (und wahrscheinlich auch die anderen ÖPNV-Anbieter im Handyticket-Verbund) übernimmt. Zunächst einmal nervt mich, daß ich auf dem Konto die Abbuchung entdecke, aber die dazugehörige Rechnung erst Tage später per Mail eintrudelt. Aber viel schlimmer ist, dass der Abbuchungsbetrag und der Rechnungsbetrag nicht übereinstimmen. Das sieht dann wie folgt aus:

Auf der Rechnung angegebener Buchungszeitraum: 1.7.-31.7.

Rechnungsbetrag: EUR 18,85, Rechnungsdatum ist der 2.8., die Mail mit der Rechnung kam am 4.8..

Abgebucht wurden am  2.8. EUR 20,25.

Hä? Genau. Und richtig spannend wird es, wenn ich mir die einzelnen Posten auf der Rechnung ansehe. Wir erinnern uns, der angegebene Abrechnungszeitraum ist z.B. der 1.7.-31.7., so steht es da. Jeder Ticketkauf ist mit Datum und weiteren Angaben genau sauber untereinander aufgelistet und das stimmt auch mit den Angaben in der App überein, soweit, so schön. Nur: Gelistet sind z.B. auch die Ticketkäufe zwischen dem 31.7. und 2.8., also nach dem Rechnungszeitraum angefallene Käufe. Diese werden zwar mit abgebucht, sind aber im fettgedruckten Gesamtbetrag nicht mit einbezogen, trotz Auflistung. Das merkt man jedoch erst dann, wenn man sich die Mühe macht, die einzelnen Posten selbst zu addieren. Normalerweise würde man den Bruch doch irgendwie kennzeichnen, oder?  Zur Verdeutlichung:

 

Die Beträge oberhalb der (von mir gezogenen) roten Linie ergeben den unten fett gedruckten Rechnungsbetrag von EUR 18,85. Die EUR 1,40 darunter sind nicht Bestandteil der Rechnung, werden aber mit abgebucht. Das finde ich sehr irreführend, wer bitte addiert die einzelnen Posten um zu wissen, was da abgebucht wird bzw. wurde? Man guckt doch nur auf den fettgedruckten Gesamtbetrag, und nur falls der deutlich von dem abweicht, was man erwartet hätte, geht man jeden einzelnen Posten durch, oder? Mindestens jedoch würde ich einen Zwischenbon erwarten.

Ich bin jetzt keine Buchhaltungsqueen, und grundsätzlich habe ich auch kein Problem mit der erfolgten Abbuchung, denn die Leistung ist ja angefallen und soll natürlich bezahlt werden. Aber ich habe diese Art der Abrechnung noch bei keinem anderen Unternehmen erlebt. Ist das normal oder stelle ich mich an?

Dieser Artikel hat 4 Kommentare

  1. Nein, Du stellst Dich kein bisschen an. Mein Steuerberater würde mir was husten, wenn ich das absetzen wollen würde. – Und was passiert mit diesen 1,40 Euro aus dem August dann eigentlich bei der nächsten Rechnung? Stehen die wieder mit drauf? Werden die dann vom Rechnungsbetrag abgezogen?

  2. Hmmm, ich bekomme von denen gar keine Rechnungen. Da muss ich mal nachforschen (ist aber auch egal, weil ich nur zu meinem Privatvergnügen mit dem ÖPNV rumfahre, was meinen Steuerberater überhaupt nicht interessiert).