Zwischen dem 9. September 2012 und dem 10. September 2012 aufgelesen:

  • Goodbye to Britain’s Golden Summer
    „But if sport is often a blend of courage, skill and teamwork then the Paralympics are sport all right – only more so. The name Paralympics hardly does the event justice: they are not to the Olympics what a paralegal is to a lawyer. In some ways, they are a more extreme version: they are the ultra-Olympics.“

Ich hätte gern mehr von den Paralympics gesehen, leider habe ich nur Häppchen mitgekriegt. Aber die hatten es in sich. Der Rückblick im Guardian ist sehr schön geschrieben und der zitierte Satz bringt es für mich auf den Punkt: die Paralympics sind eigentlich die Ultra-Olympics, die Über-Olympiade. Ich bezweifele übrigens, daß Berlin das so schön hingekriegt hätte wie London. Nicht daß wir hier blöder oder unfreundlicher wären, ganz und gar nicht. Aber wir sind es hierzulande schlicht zu wenig gewöhnt, mit Behinderten im Alltag zusammenzukommen. London ist in dieser Hinsicht vorbildlich, wenn natürlich auch nicht perfekt.

Ich glaube wirklich, es läuft nur über den Kommerz. Die Paralympics 2012 haben bewiesen, daß sich ein Massenpublikum für diese Spiele begeistern lässt. Also ist der Weg frei für Sponsoren, sich auch einmal außerhalb diesen unsäglichen „Aktion Sorgenkind Mensch“ Dunstkreises zu bewegen. Das hoffe ich jedenfalls.

  • Update
    „Den Rest des Donnerstags saß ich auf dem Sofa und dachte: fertig. Zu mehr war mein Hirn nicht mehr in der Lage. Ich habe eine Maschine Wäsche angestellt und gedacht: fertig. Ich habe die Wäsche aufgehängt und gedacht: jetzt hast Du frei. Dann habe ich zwei Stunden tief und fest geschlafen. Und zum hundertsten Mal in diesen sechs Wochen gedacht: verblüffend, wie sehr man von geistiger Arbeit körperlich erschöpft sein kann.“

Isabel Bogdan hat fertig. Und schreibt wunderschön darüber.

  • The story BCG offered me $16,000 not to tell – The Tech
    „Analytical skills were overrated, for the simple reason that clients usually didn’t know why they had hired us. They sent us vague requests for proposal, we returned vague case proposals, and by the time we were hired, no one was the wiser as to why exactly we were there.“

Ein ehemaliger MIT Student berichtet über seine Zeit bei der Boston Consulting Group. Aufschlussreich.

Dieser Artikel hat 1 Kommentar

  1. Ich war vor Jahren (Jahrzehnten) auf einer Sportveranstaltung mit Behinderten in Berlin. Das muss im Rahmen der Istaf gewesen sein. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht mehr wie die Veranstaltung hieß. Wir hatten in Berlin eine internationale Großveranstaltung (ausverkauft) zum Thema Leichtathletik, danach dann eine Folgeveranstaltung mit den Menschen mit Behinderungen.

    Sie sagten irgendwann im Radio durch, es seien erschreckend wenig Besucher im Olympia Stadion. Also bin ich am Wochenende darauf mit meinem damaligen Freund hingegangen. Ich habe sportliche Leistungen erlebt, die ich heute noch nicht fassen kann. Ultra-Olympics trifft es sehr sehr gut. Wenn man Menschen mit Prothesen Zeiten laufen sieht über da man als Mensch ohne nicht einmal nachdenken braucht, wird man kleinlaut und demütig. Es ärgert mich, dass zumindest im deutschen Fernsehen die Paralympics heute immer noch nicht den gleichen Stellenwert haben wie die olympischen Spiele. Großbritannien hat da viel gerissen mit den hiesigen Spielen, sie gehen aber eben auch mit Menschen mit Handicaps anders, offener um, als wir es hier tun.