Eines der traditionsreicheren Events auf der European Golf Tour, die Andalucia Masters im prestigeträchtigen Valderrama, entfällt dieses Jahr. So steht es auf der Website der European Tour zu lesen. Der Bezahlsender Sky zitiert European Tour Director O’ Grady mit folgenden Worten:
“We’ve used all our relationships down there, the Spanish golf federation, presidents of that body, presidents of central government but this is a political arena we’re now in and the individual concerned now probably doesn’t understand what he’s got.
“Everyone was rallying around to rescue the tournament. There’s a lot of people who see the value of the event for the region, the tourism, the industry that comes there.
“We have a tight, hard, legal contract which is just being ignored. Naturally enough we’ll see if we can sort it out ourselves without using lawyers too much but, if we wanted to, we can.”
Als Golferin und Fan der European Tour und besonders dieses Events zum Saisonende betrübt mich das natürlich sehr. So eine Entscheidung so kurz vor dem geplanten Event bekannt zu geben ist auch nicht gerade die feine, spanische Art. Und vom Problem des Vertragsbruchs wollen wir gar nicht erst anfangen.
Aber wir wollen doch auch mal die Kirche im Dorf lassen. Spanien steht das Wasser finanziell nicht bis zum Hals sondern bisUnterkante Oberlippe. Wie wunderschön die Region ist, das wissen die Touristen, die sich den Urlaub dort überhaupt noch leisten können. Dafür muss nicht weiter geworben werden, besten Dank. Von den in den High End Urlaubsghettos ausgegebenen Euros sieht der Durchschnittsandaluse auch nicht so richtig viel. Andalusien ist die zweitärmste Region Spaniens und dabei eine der bevölkerungsreichsten des Landes. Die sozialistische Regierung der Region boykottiert den Sparkurs der Regierung in Madrid unter Verweis auf die unbillige Härte. Wenn man dort also festgestellt hat, daß es aktuell wirklich in ihrem Interesse ist eine Sportveranstaltung abzusagen, die nicht völlig zu Unrecht als dekadent und elitär verschrieen ist und in erster Linie dem Zeitvertreib der High Society dient, dann wird das wohl so sein. Hier dürfte man ruhig mal etwas Augenmaß beweisen und den geordneten Rückzug anordnen, statt mit der juristischen Keule zu wedeln und das Tischtuch zu zerschneiden und sich auf den „sollen sie doch Kuchen essen“ Standpunkt zurückzuziehen.
Andalusien braucht die European Tour nicht, aber die Tour braucht Andalusien. Es gibt klimabedingt nicht mehr so viele Gegenden und Plätze in Europa, wo man in der Saison ein solches Event durchführen kann. Und ob die europäischen Fans es goutieren, wenn noch mehr Turniere nach Asien und Nahost ausgelagert werden, wage ich mal zu bezweifeln.
Irgendwann wird sich auch Spanien wieder erholen und die Andalucia Masters werden wieder stattfinden. Und falls nicht, ist das auch kein Beinbruch.

Mensch, weißt Du noch:
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Da war er aber noch jung und knackig, der gute Miguel.