Es ist etwas ruhiger hier geworden in letzter Zeit. Ich komme nicht so richtig zur Ruhe; es stapelt sich die unbeantwortete Geburtstagspost, der Gipfel des Bügelwäschebergs scheint wolkenverhangen und ich komme höchstens bis zum Basislager und auch sonst guckt mich aus allen Ecken die Arbeit vorwurfsvoll an.
Ich habe einen neuen Job angenommen; der eine oder andere wird es via den einen oder anderen Tweet erfahren haben. Man hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen mochte: seit Anfang des Monats bin ich Marketingleiterin eines Hamburger Startups das angetreten ist, die Welt zu verändern oder wenigstens eine doch recht konservative Branche mit modernster Technologie ziemlich auf den Kopf zu stellen. Mehr mag ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen; aber ich freue mich riesig über diese Gelegenheit. Ich arbeite gern mit Startups und hatte in den letzten Jahren einige als Kunden. Die Ärmel-hochkrempeln-und-anpacken Atmosphäre beflügelt mich mehr als jedes das-haben-wir-schon-immer-so-gemacht. In einem kleinen Team dicke Bretter zu bohren, etwas zu wagen, groß zu denken und zu planen, Improvisationstalent mit Fleiß und Hartnäckigkeit zu kombinieren, das mag ich. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ heisst es ja bei Hesse, mit dessen Werk ich heute weitaus weniger anfangen kann als damals mit vierzehn oder fünfzehn. Aber deswegen stimmt es ja dennoch.
Einige von Euch haben mich gefragt, wie ich denn von der Selbstständigkeit bzw. dem Freiberuflerdasein zurück ins Angestelltenverhltnis wechseln könne und ob das nicht ein Schritt zurück sei? Das kann ich nicht finden. Zum einen ist man nie wirklich „frei und selbstständig“, denn der Arbeitgeber ist in diesem Fall der Kunde und der kann nicht weniger anstrengend sein. Ja, man kann im Home Office im Schlafanzug sitzen und bei der Arbeit Death Metal auf Anschlag hören wenn man will, aber das ist eher nicht so mein Fall.
Sich die eigene Zeit nun nicht mehr so ganz frei einteilen zu können ist ungewohnt, aber dafür hat man jetzt auch mal wieder etwas regelmäßiger ein freies Wochenende. Ich würde sagen, im grossen und ganzen halten sich die Vor- und Nachteile von Freiberuflerdasein und Angestellenleben sehr die Waage und mit dem Social Web haben wir heute ohnehin keine klaren Trennlinien mehr zwischen Berufs- und Privatleben, Arbeitszeit und Freizeit. Es wird nicht ganz zu Unrecht erwartet, daß man als angestellt arbeitender Mensch in einer Führungsposition in heissen Phasen auch am Wochenende und nach Feierabend mal seine Mails checkt oder ranklotzt um einen Meilenstein zu erreichen. Und es erwartet umgekehrt auch kaum noch ein ernstzunehmender Arbeitgeber, daß man nach Stechuhr kommt und geht – Gleitzeit, alternative Arbeitszeitmodelle oder mal einen Tag im Homeoffice einzulegen sind ja nun wirklich nichts exotisches mehr.
Ich habe mir meine Jobs immer danach ausgesucht, ob ich Freude daran haben werden, ob ich dabei etwas wertvolles Neues lernen kann oder ob ich etwas damit bewegen kann. Ob frei oder fest ist diesbezüglich irrelevant und mit dieser Einstellung bin ich auch fast immer sehr gut gefahren.
Ich werde ohnehin definitiv auch weiterhin nebenher frei als Ilustratorin tätig sein, soweit es meine Zeit erlaubt. Wenn ich eines gemerkt habe in den letzten vier Jahren, dann daß ich aufs Zeichnen nicht mehr verzichten mag und mir die Zeit dafür nehmen, die Räume dafür schaffen muss. Ich bin niemand, die wochenlang unter Palmen am Strand liegen kann und will; ich erhole mich am besten mit einem Stift in der Hand oder natürlich auf dem Golfplatz. Damit tanke ich Kraft und Energie für die neue Woche, neue Aufgaben.
Was heisst das fürs Blog? Keine Ahnung. Vermutlich wieder mehr Golfcontent und mehr Zeichnungen. Ich hoffe es wenigstens. Wir werden sehen.

Good luck.
Ich werde das mit Interesse beobachten. Aus Gründen :)
Danke. I’ll keep you posted. :)
Glückwunsch zur Entscheidung. Wie gut sie ist, weiß man eh erst hinterher. Deshalb: machen, viel Freude dran haben, viel Nerven verlieren und -bitte- die eigene Freizeit schätzen und nutzen.
Werde wohl wieder verstärkt auf #allebekloppt achten.
Dankeschön, ja, die Freizeit wieder (mehr) nutzen, das darf ich bei meinem Hang zu „all in“ nicht vergessen.
Ui, das hatte ich gar nicht mitbekommen! Glückwunsch, viel Erfolg und Freude! :)
Danke! Und Glückwunsch zurück! ;-)
Hey Kiki, erstmal noch einen HERZLICH GLÜCKWUNSCH zu Deinem Geburtstag nachträglich. Habe ich doch oben auf dem Berg (ich war in den Dolomiten) einfach nicht in meinen Kalender geschaut. Wenigstens taugt meine Ausrede was, heh?!
Und zu Deiner neuen Festanstellung alles Gute. Eine konservative Branche? Bist Du etwa in meine Branche gewechselt?
Danke, ja, Ausrede ist akzeptiert und nein, noch konservativere Branche als Deine. :)
Glückwunsch dazu, und viel Erfolg. Dann hoffe ich mal, dass das alles klappt, neue Herausforderungen sind ja oft interessant. Und auf mehr Golfcontent freue ich mich ja immer. :-)
Ich denke ja auch schon länger drüber nach, mal wieder was zu ändern an meinem Leben, es wäre mal Zeit.
Ich kann es nur empfehlen!
Danke :)
Viel Spaß im neuen Job. (Marketing leiten, könnt’ ich nicht)
Dankeschön! Und Marketing zu leiten ist gar nicht so schwer. Man muss nur daran denken, das Wort auf der zweiten Silbe zu betonen, das ist die halbe Miete. ;)