Zwischen dem 31. Dezember 2013 und dem 1. Januar 2013 aufgelesen:

  • ‘The Hobbit’: Why Does Tolkien’s World Lack Women Characters? | TIME.com
    „They all set off into enemy territory, and about two-thirds in we finally meet someone without a Y chromosome, an elf princess played by Cate Blanchett who can read Gandalf’s mind. Although she’s on screen for only about five minutes, I was so grateful that it didn’t even bother me that her main character trait is that she’s intuitive. I have since found out that she doesn’t even appear in the book of The Hobbit but was added to the movie because, in the words of one screenwriter, “You start to feel the weight of 13 hairy dwarves.”“
  • Ja, im Tolkien-Universum kommen relativ wenige Frauen vor. Und es nützt auch nicht viel, die zwei, drei Alibifrauen aufzuzählen, die stärker und mächtiger sind als die männlichen Wesen um sie herum. Tolkien hatte mit Frauen ganz offensichtlich nicht viel am Hut und Peter Jackson wohl nicht viel mehr. Nun könnte man bei PJ sagen „naja, er hält sich halt eng an die literarische Vorlage“, aber das tut er auch diesmal nicht. Aus einem hundertzwanzig-Seiten-Kinderbuch drei abendfüllende Actionfilme von je zweieinhalb Stunden zu schnitzen klingt jedenfalls mehr danach, als halte er sich an das Flehen des Time/Warner Konzerns, ihnen ein neues multi-Milliarden-Dollar Franchise hinzustellen — das nach dem Ende der Potter-Saga wohl dringend benötigt wird.
    Ich habe allerdings in Tolkiens Œuvre die weibliche Note genauso wenig vermisst wie im Entenhausen Carl Barks’. Nur kann man die Tatsache ja grundsätzlich mal festhalten, und die Kommentare unter dem Artikel zeugen schon von einer gewissen Notwendigkeit dazu.

  • Dinner for one, zum ersten Mal
    Warum trinkt der alles?
    Was ist ein Diener?
    Ist der alle Besuchs?
    Stolpert der wieder!

Percantas Sohn ist drei Jahre alt und hat zum ersten Mal Dinner for One gesehen. So toll wie diesmal fand ich den Sketch bislang noch nie.

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Vielleicht oute ich mich jetzt als hoffnungsloser Macho, aber ich habe mit dem Fehlen von Frauenfiguren in einzelnen Werken genausowenig ein Problem wie mit ihrem Vorkommen. Ich finde nicht, dass es die Aufgabe eines Autors ist, Frauenfiguren zu erfinden, sondern gute Geschichten zu erzählen.

    Wenn es einer kompletten Industrie regelmäßig misslingt, Frauen in ihren Werken vorkommen zu lassen, die nicht nur Objekt oder Bewunderer männlichen Handelns sind, dann halte ich das auch für einen starken Hinweis auf ein strukturelles Problem (vgl. Bechdel-Test). Und in diesem Sinne kann man das Fehlen von Frauenfiguren im HdR natürlich auch mit Recht als Symptom der gesellschaftlichen Unterdrückung/Geringschätzung von Frauen zur Zeit seiner Entstehung sehen. Aber ich weiß nicht so recht, ob dieser Beweis wirklich noch geführt werden muss, oder was es über den HdR aussagt.

    • Ich bin da ganz bei Dir, die Geschichte muss stimmen. Und ich habe wie gesagt auch keine Frauenfiguren in Tolkiens Welt vermisst, die Saga funktioniert auch so. Nur finde ich es bemerkenswert, wie heftig die Reaktionen unter dem Artikel ausfallen. Selbst wenn man viele davon als Tolkien-Puristen ansieht, die um jedes Komma kämpfen: der Hass oder meinetwegen die Verachtung darüber, daß diese Frage überhaupt gestellt wurde, ist schon enorm. Und ab dem Moment finde ich die Frage dann halt doch interessant, ob PJ nicht vielleicht doch auch in dieser Hinsicht von der Vorlage hätte abwenden können (und ja, natürlich auch, warum nur grünes Licht für Filme gegeben wird, die Frauen de facto ignorieren).