Zwischen dem 14. Januar 2013 und dem 17. Januar 2013 aufgelesen:

  • Tag 2 in Hanoi
    „Hach cool – die Taxifahrer Hanoi´s sind nämlich die schlimmsten Halunken unter der Sonne und europäische Fahrgäste allenfalls willkommene Melkkühe. Ich stelle mich also in den Regen und warte mit meinem nun vorhandenen Koffer (Hurra!) an der Strasse, als Thao mit einem kleinen Moped um die Ecke gedüst kommt. … ok!?  Moped!?“

Der Stilpirat ist in Vietnam und macht Fotos.

  • BER — STR
    „Vielleicht, wenn wir über Schrippen und Semmeln und Wecken reden, reden wir demnächst über Bäcker und uniforme Teiglinge, die aus Fabriken kommen und in der Bestellform des Großlieferanten Brötchen heißen. Parmaschinken heißt so, weil er aus Parma kommt. Die selbe Regel gilt für Champagner und die Nürnberger Bratwurst. Das werden regionale Eigenheiten, Bezeichnungen und Herstellungsarten zum Markenschutz. Zum Qualitätsmerkmal.“

Patschbella mit einem sehr schönen Artikel über Sprache, regionale Eigenheiten, Leben und Leben lassen.

  • Sekt
    „”Sei doch nicht so spießig.”, zische ich mir zu, aber das hilft gar nichts. “Man trinkt doch nicht einfach so Champagner!”, zischt es nämlich zurück, und dann sehe ich sie in meinen Augenwinkeln auf dem Sofa sitzen: Die weißen Haare akkurat frisiert und mit sehr viel Haarsprax fixiert. Ein hellblaues Twinset mit goldfarbenen, runden Knöpfchen daran. In den Händen Strickzeug oder einen Stickrahmen oder auch nur einfach die Zeitung, sitzt meine Großmutter auf dem rosengeblümten Sofa der M. und des M., und schaut mich stirnrunzelnd an. Man trinkt nämlich nicht einfach so Champagner.“

Madame Modeste über anlassloses Feiern des Lebens.

Andreas Deja hat ein Video ausgegraben. <3

  • Update aus meinem Leben – Schnee-Edition
    „Es sollte ein wenig Kultur geben, historische Trümmer, die man anstarren und “Na, das ist ja ein Ding, dass die so alt sind” sagen kann, vielleicht ein, zwei Museen, einen Strand, gute Bars und gutes Essen. Und Internet, damit man auf Instagram angeben kann. Marokko fiel mir ein, aber was soll ich da vier Wochen lang alleine?“

Don Dahlmann hat die Nase voll.

  • Das Montagsinterview: “Stolz bin ich auf die Bilder, die ich nicht gemacht habe” – taz.de
    „Ich war Professor an der Hochschule für Gestaltung. Und die Studenten haben mich immer gefragt, ob ich Nazi war. Ich habe dann immer geantwortet: Klar war ich Nazi. Und die konnten das nicht verstehen. Die fanden mich ja eigentlich ganz okay. Es ist unfassbar, was damals passiert ist. Das ist für die jüngeren Generationen weit, weit weg. Deswegen habe ich es dann aufgeschrieben.“

Sowas gibt’s auch.

  • Traffic Snack – Fonts In Use
    „For type designers and font engineers, it certainly is frustrating to see their cutting-edge work ignored. On the other hand — is it really the graphic designer who is to blame? Can foundries expect users to read through a manual first? Is there a demand for such smart fonts, or are they simply too intricate, and the added value not appreciated? I am eager to hear your opinions.“

Da hat sich ein Schriftgestalter viele Gedanken gemacht. Und der Designer (oder der Kunde), der diese Schrift nutzt, hat offensichtlich null davon mitgekriegt.

  • My review of the Golden Globes
    „Case in point: In Kevin Costner’s acceptance speech he wanted to say how this ceremony helped “illuminate” movies that the public hasn’t seen and instead he said “eliminate.”“

Kleiner, feiner, fieser Rückblick auf die Golden Globes. Gnihihi!

  • Nike makes it official, signs Rory McIlroy to head-to-toe deal
    „TaylorMade and Titleist have done remarkably well with their No. 1 driver and No. 1 ball in golf, respectively, campaigns. The latter, in fact, has thrived despite repeated defections by big-name players from its tour staff, including Woods, David Duval, Phil Mickelson and McIlroy, maintaining no player is bigger than the brand.“

Ich stehe da mehr so auf Seiten Titleists: Die Firma ist die Numer eins, weil ihre Produkte verdammt gut sind. Die Sportstars sind nur Werbeträger. Nike lebt hingegen ausschliesslich von seinen Stars; die Produkte sind okay aber nie herausragend (im Vergleich zum Wettbewerb). Bei Nike ist Image alles, und sie haben es sich teuer erkauft.

  • Minderheiten-Quartett | Das politisch semikorrekte Kartenspiel
    „Das Basis-Spiel umfasst 24 Minderheiten aus den Gruppen: Religionen, Ethnien, Sexualität, Radikale, Behinderte und Demographie. Sie können in 6 Kategorien gegeneinander ausgespielt werden: Bildungsniveau, Wohlstand, Bevölkerungsanteil, Homogenität, Gesellschaftliche Akzeptanz und Schamgefühl. Aktions-, Gesellschafts- und Booster-Karten bringen die Minderheiten dabei noch zusätzlich ins Schwitzen!“

Finde ich das jetzt gut? Eher nicht. Aber das Thema political correctness geht mir schwer auf die Nerven.

Das Video ist Tiny Robots; ein Timelapse-making-of einer Arbeit des spanischen Illustrators Dei G.

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Da hat sich ein Schriftgestalter viele Gedanken gemacht. Und der Designer (oder der Kunde), der diese Schrift nutzt, hat offensichtlich null davon mitgekriegt.

    Hmm, das habe ich mich aber auch schon öfter gefragt, wie ich denn als Designdilettant an die alternativen Buchstabenformen überhaupt drankomme. Geht das überhaupt ohne Software für mehrere 100 €?

    (nicht, dass das im beschriebenen Fall das Problem gewesen wäre, der Designer hat sicher Adobe Alles CS27)

    • In der Regel geht das über Tastenkombinationen. Gute Schriftgestalter geben eine entsprechende Dokumentation im LiesMich mit raus.