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- Sherlock – Oder: Wieso wir Twitter alles zu verdanken haben
„Bei Sherlock bin ich – wie bei so vielem seit ich Vollzeit berufstätig bin – Late Adopter. Ich konnte die britische TV-Serie Sherlock und die amerikanischen Spielfilme Sherlock Holmes nicht auseinander halten, wusste nichts über das jeweilige Setup der beiden Produktionen.“
Das ging mir exakt genauso. Und so habe ich letztens im US iTunes Store für vergleichsweise kleines Geld (ca. 12 US $) die beiden ersten Staffeln des Hypes gekauft und gesehen. Und das war harte Arbeit, denn zum einen finde ich den Hauptdarsteller total abstoßend, den Nebendarsteller einschlaffördernder als die schönsten Bahnstrecken Europas und die Handlungsstränge so an den Haaren herbeigezogen wie die „die Mondlandung war ein fake!!1“-Theorie. Ich gestehe freimütig, zwischenzeitlich mehr als einmal vorgespult zu haben, um mich überhaupt noch motivieren zu können auch die nächste Folge zu sehen. Einzig der Darsteller des Moriarty war sein Geld mehr als wert, leider hatte er zu wenig screentime. Und Kamera und Schnitt waren wirklich durchgehend gut, besonders in der Folge „A Scandal in Belgravia“ hat mir der wiederholte Match Cut sehr gefallen.
- Seven Impossible Things Before Breakfast
„When you compare this sketch to the final art [both pictured below], it is evident that I create a basic composition for a scene, but when I get in there with all the color, characters, and details, I try to take a more improvisational approach. For example, I somehow decided that a large pink stegosaurus would work better as a visual anchor than a jolly green giant. The sketch and the final art evoke the same level of frenzy and excitement, but I leave plenty of room for me to derail and go off course. Working this way keeps me engaged — and surprised.“
Ich stehe ja auf Making-Ofs und Behind The Scenes und den Weg von der ersten Skizze zum fertigen Bild.
- Frag immer den, der unten liegt.
„Wenn Du auf zwei Leute triffst, die sich gerade raufen (ich benutze dieses Wort absichtlich, denn es gibt einen klaren Unterschied zwischen Raufen und Prügeln), dann frage den, der gerade unten ist.
Bestätigt nämlich der untere Dir lachend, dass alles ok ist, dann ist es Raufen, Du kannst aufatmen und weiter gehen.“
Christian schreibt (imho ein wenig hintenrum durch die Brust ins Auge) zum Thema Schwächeren beispringen und somit auch zur aktuellen Diskussion, welche Wörter man noch benutzen darf.
- Empfindlich uff die Wörter
„In dem Land, in dem ich aufwuchs, war es üblich, Sprachregelungen zu treffen, um gewisse kulturelle oder politische Reibungsflächen zu verbergen.
Es hieß nicht mehr “die Russen”, durfte es nicht heißen. Es hieß “Sowjetmenschen” oder – noch euphemistischer – “die Freunde”.
Es hieß nicht “Heimat-Vertriebene”, nicht “Flüchtlinge”, sondern “Umsiedler” (die sind halt in einer ordentlichen, friedlichen Aktion umgezogen).“
Ein anderer Blick auf das Thema, den ich sehr gut verstehen kann.
- Nesthäkchen und der Südseekönig
„So wie mir klar war, dass man die Angehörigen unterschiedlicher Schulformen nicht mehr anhand ihrer Mützen erkennt oder dass wir am 1. Mai nicht mehr die sowjetische Fahne auspacken, war mir immer auch klar, dass bestimme Ausdrücke (und Ansichten) in der Gegenwart einfach keinen Platz mehr haben. Trotzdem hat es mir nicht geschadet, diese Ausdrücke zu kennen. Was meiner Meinung nach auch Vorraussetzung ist, um etwas bewusst nicht zu sagen. Unterm Strich lässt mich die Südseekönig-Diskussion weniger an der PCness heutiger Eltern, sondern an der Intelligenz heutiger Kinder zweifeln.“
Und noch ein anderer Blick auf die Kinderbuchschänderei. Ich zweifele allerdings nicht an der Intelligenz heutiger Kinder, sondern der mancher Eltern.
- Ein Samstagabend
„Bei McDonalds Chicken McNuggets mit Senf- und Barbecuesauce bestellt. Überlegt, das Essen rauszunehmen und vor dem Akkordeonspieler zu essen. An die Kälte gedacht und daran, dass ich nicht wüsste, wie ich die offenen Saucen balancieren soll. Gewundert, dass es mir nicht mehr schmeckt. Früher hab ich das doch immer gegessen. Früher war alles anders. Getwittert. Missverstanden worden. Darüber geärgert. Beeilt mit dem Essen. Wieder rausgegangen. Gefreut, dass er noch da ist. Zum Zuhören hingestellt.“
Hach, Little Jamie. <3
Das Video ist eine gut und sehr aufwendig gemachte Stop-Motion-Animation von und für Moleskine Bücher. I like.

Wenn ich da etwas “Meta-zeugs” anmerken darf: Mir ging es zum einen gar nicht darum “schwächeren beizuspringen”, sondern wirklich oroginär darum, nicht den zu fragen, der agiert, sondern den, der äh, wie heisst jetzt das Verb? … äh be-arbeitet wird. Egal ob physisch oder per Sprache.
Und zum anderen: Ja, das ist hintenrum geschrieben. Absichtlich.
Ich bekam gesagt, dass der Text sehr überraschend bei der aktuellen Sprachdebatte ankommt – und diese Überraschung war Absicht. Selten genug, dass ich Texte kalkuliert schreibe, aber der war es.
Ich verstehe das, und ich finde es ja auch gut wie Du das geschrieben hast. Bislang findet sich nur halt kaum jemand der tatsächlich Betroffenen bzw. „Bearbeiteten“, der oder die seine bzw. ihre Sicht der Dinge dazu schildert. Andererseits drehen in diversen Blogs aber die (Berufs-)Stellvertreterbetroffenen frei, was mich abstößt (wie schon bei Dir erwähnt).