Zwischen dem 23. Januar 2013 und dem 24. Januar 2013 aufgelesen:

  • Vaticinium ex eventu
    „Schließlich gibt es auf dem Land für junge Leute nur 4 Vari­anten durch die Adoleszenz zu kom­men. Sport (Leich­tath­letik, Fußball), Tra­di­tion ( Tra­cht­en­verein, Schützen­verein, Feuer­wehr, Blas­musik), Rebel­lion (Schachclub, die Grü­nen, Kunst) und die Kirche (Min­is­tran­ten, Chor). Das ist aus Nerd-Perspektive natür­lich ein Alb­traum, keine Frage. Aber wir sind nicht die Mehrheit. Und wenn wir vertei­di­gen, dass unsere dig­i­talen Kon­takte echt sind, dann müssen wir anderen Teilen der Gesellschaft auch ihre Kontakt-Varianten zugeste­hen. (Außer­dem gehen ohne alle aufgezählen Insti­tu­tio­nen das bay­erische Brauerei­we­sen den Bach runter und das kann nie­mand wollen.)“

Patschbella schreibt schlüssig, warum man es sich mit Katholenbashing zu einfach macht. Gleichzeitig frage ich mich natürlich, wie es jemals besser werden kann, wenn wir sagen „ist ja nicht alles schlecht“ sondern die Handlungen dieser in meinen Augen kriminellen Institution tolerieren oder gar gutheissen, nur weil sonst ein paar alte Mütterchen auf dem Dorf kein Sozialleben mehr haben (was ich auch nicht glaube). (Nachtrag: Das Nuf denkt da ähnlich.)

  • Illustrierte Presse
    Illustrierte Magazine der Klassischen Moderne stellen eine gehaltvolle und ästhetisch erstrangige Quelle zur Alltags-, Kultur-, Kommunikations-, Design- und Fotografiegeschichte der Zwischenkriegszeit dar. Erstmals virtuell zusammengeführt und für die Forschung, aber auch für kulturhistorisch interessierte Leser aufbereitet, finden Sie hier mit den kompletten Beständen von “Querschnitt”, “UHU”, “Kriminal-Magazin”, dem “Jüdischen Magazin”, dem “Auto-Magazin” – und demnächst fünf weiteren Titeln – zunächst zehn der wichtigsten deutschsprachigen Magazine jener Ära mit rund 650 Ausgaben, 75.000 Druckseiten und über 50.000 Abbildungen vertreten.

Augenfutter.

  • How Twitter’s new embeds will make social media’s copyright issues even weirder
    „For example, say I link to a Flickr photo that is copyrighted “All Rights Reserved,” meaning I can’t reproduce it without permission. (How do I know it’s copyrighted? Because Flickr, unlike most social networks, actually makes this information clear whenever you view a photo). Remember, even though I’ve only linked to it, not uploaded it, Twitter automatically includes the full photo in the Twitter card. But now anyone can embed my Tweet, along with the copyrighted photo, anywhere they like. And according to the fuzzy precedent based on Twitter’s own TOS, it might just be legal.“

Twitter geht den gleichen Web wie Googles Bildersuche und Microsofts Suchmaschine Bing, die ungefragt und ohne Hinweis auf den Urheber Vorschauen von Bildern in Tweets einbaut (im Falle Google und Bing auch schon mal gerne in der hochauflösenden Version, auf daß niemand mehr lästigerweise die Originalseite des Urhebers besuchen muss). Das mag in den USA legal sein (unumstritten ist es dort auch nicht), aber hierzulande fängt man sich für sowas auch schon mal eine Abmahnung ein. Wir brauchen dringend ein modernisiertes, den Lebensgegebenheiten des 21. Jahrhunderts angepasstes Urheberrecht. (Und nein, Creative Commons ist keine Alternative – wer sagt mir denn, daß die CC Lizenz unterm Bild ihre Richtigkeit hat und nicht von einem Dritten einfach druntergeklatscht wurde, der gar kein Recht dazu hat? Diese Sicherheit gibt es nicht im Netz.

 

Das Video Hammer & Hand ist von The Academy.