Juli 12th, 2010 — 4:03pm
Ein Hilferuf aus Düsseldorf, via Berlin: Die Bloggerin Melody (Carola Heinze) vom Moving Target Blog, ist komplett abgebrannt. Nicht im übertragenen Sinne, sondern wörtlich: ein Feuer hat ihre Dachgeschosswohnung in Schutt und Asche und sie und ihre Familie obdachlos und nur mit der Kleidung die sie auf der Haut hatten, aber immerhin lebendig zurückgelassen. Ich kann und will mir das Grauen nicht live und in Farbe vorstellen und ich brauche Melody auch nicht persönlich zu kennen um zu wissen: Hilfe tut not. Obdach ist wohl vorerst gefunden worden, aber natürlich fehlt es an allem anderen.
Ich hatte ja letztens hier über meine Flattr-Einnahmen berichtet. Sie sind nicht sonderlich hoch, genau genommen sind es Peanuts. Eigentlich wollte ich aus den genannten Gründen den Button auch schon wieder rausnehmen. Aber ich werde ab sofort und bis es nicht länger notwendig ist, meine sämtlichen Flattr-Einnahmen an Melody und ihre Familie spenden. Jeder Klick auf welchen flattr-Button in welchem Beitrag auch immer auf e13.de läßt die Kasse für diesen Zweck klingeln. Ich werde die Klicks und Einnahmen so transparent gestalten wie flattr das zulässt und die eingegangenen Beträge auf die nächsthöhere runde Summe aufrunden. Kleinvieh macht bekantlich auch Mist, und wer weiß, vielleicht schließen sich ja noch ein paar A-List flattrer an.
Natürlich kann man auch selbst aktiv werden ohne meinen Kram hier zu flattrn und hier direkt via PayPal spenden oder ganz handfest vor Ort unter die Arme greifen. Wäre schön, wenn social media keine abgelutschte leere Worthülse bliebe.

Update: Inzwischen gibt es außerdem eine dezidierte Spendenseite: www.abgebrannt-wir-helfen.de Bitte helft!
Comment » | Ohne Worte, im Netz
März 31st, 2010 — 9:03pm
[youtube kkviQ41u0eQ]
(Für die Longboarder hier. Und alle, die die Nase voll von 5° und Regen haben. Der Sommer wird groß!)
6 comments » | Ohne Worte
Januar 15th, 2010 — 11:29am
Das warme Gefühl nach einem heiteren Telefonat mit einem geliebten Menschen, das man für immer festhalten will. Und die Angst vor dem Telefonat mit einem anderen geliebten Menschen, wo man schon während des Wählvorgangs weiß, es einfach todsicher WEISS, daß wieder einmal niemand abheben wird und was sehr wahrscheinlich wieder einmal der Grund dafür ist. Das zittrige Stimmchen, für das man sich verachtet, mit dem man erneut auf den Anrufbeantworter spricht und um den Rückruf bittet, der nicht kommen wird. Der Kloß im Hals und die schweißkalten Fingerspitzen. Das Horrorszenario im Kopfkino, die Unfähigkeit sich auf die Arbeit zu konzentrieren, obwohl der heiße, faulige Atem der Deadline im Nacken spürbar ist. Die Wut, die einem die Kehle zurschnürt. Die Tränen der Angst, Hilflosigkeit, Schmerz, Hoffnungslosigkeit und Trauer, die über die Wangen rinnen und die man erst bemerkt, als sie auf die Tastatur tropfen. Eine auf das B und eine auf die Leertaste.
Nase putzen, einen Kaffee holen, Konzentration jetzt. Arbeiten, recherchieren, notieren, tippen, umformulieren.
Alle Sinne auf das Telefon gerichtet.
Nase putzen, weitermachen.
Weitermachen.
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August 5th, 2009 — 12:00am
Mit dieser Einleitung beginnt der seit genau heute fünfjährige kleine Bruder von Captain Jack des öfteren seine Sätze. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der meist erwachsenen Umstehenden ist ihm damit meistens sicher, denn den Erklärungen dieses Dreikäsehochs zu lauschen ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Es sei denn, es ist Schlafengehenzeit – seine Kreativität läßt deutlich nach und er hält sich an die bewährten Klassiker, jedoch sein Wille nach ungeteilter Aufmerksamkeit bleibt ungebrochen (“Weißt du was, das ist nämlich so: ich habe noch Durst und muß noch ein Glas Wasser trinken!”).
Wißt Ihr was, das ist nämlich so: Ich habe vor ein paar Wochen ein tolles neues Blog entdeckt, also, es ist nicht wirklich neu, nur für mich eben, und möchte hiermit eine dringende Leseempfehlung aussprechen für Fräulein Serotonic von der absoluten Serokratie, und ganz besonders ihren gestrigen Eintrag, der mich mal wieder darauf aufmerksam gemacht hat wie toll diese ganze Bloggerei doch ist und wie besonders das sein kann, und warum ich keine Tageszeitung abonniert aber inzwischen über zweihundert Blogs im Feedreader habe.
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Juni 13th, 2009 — 12:00am
Liebe lila-metallic-Ford-Fiasko-Fahrerin Anfang 50, die mich heute früh an der kombinierten Auffahrt Stellingen/Abfahrt Volksdorf auf der A7 in südliche Richtung in den Wahnsinn zu treiben versucht hat: Ich hab’ ja gar nix dagegen, daß Du Schafsfelle über Deine Sitze und Dein Lenkrad ziehst, auch für Tiere bremst, Katzen über alles liebst, Dich vegan ernährst und im Heidepark Soltau warst und es so toll fandest, daß Du es einfach der Welt per Aufkleber auf Deinem Auto mitteilen mußt. Auch den Spruch “Katzen würden Whisky saufen” habe ich bestimmt dreißig Jahre nicht mehr gehört, danke für die Erinnerung an dieses originelle Wortspiel.
Aber wenn Du auf die Autobahn auffahren möchtest, hilft es den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern ungeheuer, wenn Du a) blinkst und ankündigst, ob Du tatsächlich in Stellingen auffahren willst oder vielleicht in Volksdorf gleich wieder abfahren und falls ersteres dann b) den Beschleunigungsstreifen auch als solchen nutzst UND NICHT MIT 40 SACHEN OHNE ZU BLINKEN SPONTAN RüBER AUF DIE RECHTE SPUR WECHSELST UND DANN IMMER NOCH NICHT HOCHZIEHST SONDERN VOR MIR HERSCHLEICHST UND MICH VOLL AUSBREMST, DU LUFTPUMPE!
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