Archive for Dezember 2009


Hello world! (Again.)

Dezember 30th, 2009 — 5:04pm

Neustart. Man könnte auch sagen: “e13.de, Blogneustart, Klappe die Vierte!”

Unmittelbar nachdem ich vor drei Wochen die Tür zu meinem Blog mit hörbarem Krachen ins Schloß fallen ließ, fühlte ich eine Mischung aus Erleichterung und Trauer. Erleichterung, weil mir dieses Blog zur lästigen Pflicht geworden war, zum sprichwörtlichen Affen auf meinem Rücken. Ich wollte nicht mehr bloggen, ich wollte zumindest in diesem Bereich Ferien mit open End. Ich hatte viereinhalb Jahre lang mit zunehmendem Erfolg über Filme, Golf, Captain Jack und tausend weitere Themen geschrieben. Ich habe mich immer bemüht, dabei so unsichtbar zu bleiben, wie es eben geht im Netz, wo das Ende deiner Privatsphäre immer nur einen Klick entfernt ist. Die Trennung zwischen meinem privaten und meinem beruflichen Ich fiel mir immer schwerer.

Inzwischen wissen die meisten meiner Leser, daß ich beruflich “was mit Online-Marketing und Social Media” und “was mit Entertainment” mache, früher mal “was mit Werbung” und “was mit Design” gemacht habe und privat seit über 30 Jahren ziemlich golf- und filmverrückt bin. Sie wissen, daß ich Gitarre (ganz ordentlich), Klavier (geht auch noch), Bass (das wird schon noch!) und ein kleines bisschen Saxophon (äh…ja.) spiele und ein Mac und kein PC “bin”, gerne und gut koche und esse und die Kunst der Espressozubereitung zur Kunstform erhoben habe, dem FC St. Pauli die Daumen drücke aber deshalb noch lange nicht den HSV hasse, und mir trotz meiner Abneigung gegen Fahrradfahrer und Jogger im vergangenen Jahr ein Fahrrad gekauft habe und neuerdings gelegentlich (langsam) um den Stadtpark laufe. Lauter Dinge, die weder besonders ungewöhnlich noch besonders spannend sind. Ich hab’ mir nicht einmal den Adelstitel eines Bloggers verdient, eine Abmahnung. Letzteres liegt vielleicht auch daran, daß ich Achtung vor fremder Menschen Eigentum habe und daher nicht ungefragt hier Texte, Bilder, Musik oder Filmclips einbinde ohne die Rechteinhaber vorher um Erlaubnis gebeten und ihr placet erhalten zu haben.

Aber es schlichen sich auch zunehmend politische Themen ein, was im Superwahljahr 2009 vielleicht auch gar nicht ausbleiben konnte. Und auch wenn ich mich gemeinhin ungern mit Politik und noch viel ungerner (gibt’s das Wort?) mit Politikern auseinandersetze  – an manchen Themen kam selbst ich nicht mehr vorbei. Und mir wurde klar, daß ich politischer bin als ich dachte und vor mir selbst zugeben wollte und ich manche Themen einfach nicht länger ausklammern konnte, wenn diese Blog “meins” sein sollte. Diese Themen paßten aber nicht so recht  zum Konzept von here we are now, entertain us!.

Traurig war ich hingegen, weil ich doch über all die Jahre eine Menge Spaß mit diesem Monster namens Blog hatte. Meine Leserschaft wachsen zu sehen, von einigen handverlesenen Besuchern zu unfassbaren hundert! Menschen bis hin zu zuletzt durchschnittlich 700 Gästen, die sich täglich auf e13.de tummelten – das war eine fantastische Reise. Kaum hatte ich die Tür zugeknallt und den Schlüssel nicht weggeworfen sondern sicherheitshalber nur in die Tasche gesteckt, erlebte ich viele tolle Szenen, die ich gern gebloggt hätte und für die Twitter nicht das richtige Medium gewesen wäre. Und natürlich habe ich in den letzten drei Wochen eine Vielzahl toller und für mich größtenteils neuer Blogs gefunden und gelesen, die mir meine eigenen Unzulänglichkeiten , z.B. in Sachen Schreibkunst so richtig drastisch vor Augen führten. “Ich werde niemals so fantastisch schreiben wie x”, das ist mir besonders in den letzten Wochen wieder sehr bewußt geworden. Auch bewundere ich die Menschen mit einem Themenblog auf das sie sich eisern konzentrieren, und  dann bei Bedarf ein Zweitblog für ein weiteres Thema eröffnen. Das würde ich manchmal auch gern so handhaben, allein, mir fehlt die Zeit dafür. Aber ich möchte mich davon nicht lähmen lassen, sondern auf gewisse Weise anspornen: Ich habe mir z.B. nicht umsonst zu Weihnachten einen Duden schenken lassen, um in meinem ewigen Kampf gegen die beiden Monster “neue deutsche Rechtschreibung” und “deutsche Zeichensetzungsregeln” endlich mal ein paar Punkte zu machen. Meine Güte, das ist doch schließlich keine Raketenphysik! Am Ende muß ich mir das noch von Captain Jack zeigen lassen, der ja nun bald schon in die 5. Klasse geht!

Aber ich werde ich selbst bleiben und e13.de ist mein Blog. Dasselbe wie vorher, nur anders.

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10

Dezember 18th, 2009 — 12:00am

Zehn Dinge, die ich immer im Küchen- oder Kühlschrank habe:

1. Milch. Für den Porridge, für den Kaffee, zu Keksen oder Schokolade, für den gelegentlichen abendlichen Pudding, oder einfach so zwischendurch ein Glas: Ich liebe und brauche Milch. Am liebsten natürlich Bio und Vollmilch, keine “längerfrische”, keine “fettarme”, keine H-Milch oder andere geklonte Plörre aus der Hölle, kein anderes Bier.

2. Frische Butter, optimalerweise Süßrahm, aber auch Sauerrahm geht. Margarine geht hingegen gar nicht, pfuibäh.

3. Senf in vielerlei Sorten. Höllisch scharfen Dijonsenf oder Düsseldorfer Senf, süßen bayrischen Senf, grobkörnigen Pommerysenf, mittelscharfen englischen Senf. Nur so auf Brot, um Soßen zu verfeinern, für die Vinaigrette zum Salat, für Marinaden: Senf ist wunderbar vielseitig und paßt in jede Küche, von mediterran bis asiatisch.

4. Verschiedene Pastasorten, für die Tage, an denen ich mal keine Zeit oder Lust habe zum selbermachen. Capellini oder Rigatoni sind eigentlich immer vorrätig.

5. Haferflocken. Für den morgendlichen Porridge (mit Milch und Haferflocken kommt man seeehr, sehr weit am Tag!), die leckeren selbstgemachten Haferplätzchen (die muß man nicht zwingend bei Prince Charles kaufen), oder kurz in der Pfanne geröstet zu Himbeeren über eine Kugel Vanilleeis gestreut.

6. Kaffee. Frische Bohnen, die selbst gemahlen werden und dann mit meiner ersten Spielkonsole, der Raniclio Miss Silvia, weiterverarbeitet. Oder alternativ (da das Gerät leider gerade reparaturbedürftig und außer Dienst ist) die Fertigvariante von Nespresso. Etwas gröber gemahlen für die French Press geht natürlich auch, wenn man prinzipiell gegen Fertiglösungen ist.

7. verschiedene Salze. Jodsalz, fürs Nudel- bzw. Kartoffelwasser oder zum gurgeln, wenn ich mal Halsweh habe. Grobes Meersalz, mit dem z.B die Gans innen und außen eingerieben wird, bevor sie im Backofen verschwindet (natürlich nicht ausschließlich mit Salz…). Fleur de Sel, zu frischem Brot, frischer Butter oder leckerem Ö; für Salate und Pellkartoffeln, zu frischem Fisch und vielem mehr. Einen wunderschönen Artikel über ein mallorcinisches Fleur de Sel, bzw. Flor de Sal (wie es in Spanien genannt wird) findet Ihr bei Mme. Creezy im Blog.

8. verschiedene Öle. Sonnenblumenöl (um schnell etwas anzubraten, was Butter wegen großer Hitze nicht schafft oder wo Olivenöl nicht wirklich passen würde), Olivenöl (aktuell ein sehr feines und leckeres, von lieben Freunden aus Griechenland mitgebracht), Trüffelöl (ein paar Tropfen ins Kartoffelpü ab und an bringen Abwechslung), steirisches Kürbiskernöl (nomnomnom), Sesamöl (für gelegentlichen Wokeinsatz und einige asiaitsche Gerichte).

9. Erdnussbutter (creamy) für Captain Jacks Besuche, und wenn mal eine Satay-Soße gebastelt werden muß für frittierte Shrimps.

10. Gut eineinhalb Dutzend Single Malts unterschiedlicher Intensität, von smoooooth bis zur Geschmacksrichtung “nasser Hund frißt Seetang am Novemberstrand von Islay”.

Und Ihr so?

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Statistikspielchen

Dezember 16th, 2009 — 12:00am

Ich habe den Versuch mit Googles Analytics vorzeitig abgebrochen. Zum einen geht mir Google gegen den Strich und ich habe die Nase voll von diesem Datenkraken und seiner Sammelwut. Zum anderen gab es keine interessante Information die mir Statcounter nicht auch geben würde. Ich habe im Schnitt täglich zwischen 600 und 800 Besucher auf der Seite, was ich erstaunlich viel dafür finde, daß ich in diesem Jahr nur sehr wenig gebloggt habe. Die meisten bleiben etwa 1-2 Minuten. Ca. 40% sind regelmäßig wiederkehrende Besucher. Twitter hat sich an die Spitze der Referrer entwickelt, noch vor Google. Die meisten Besucher habe ich Mittwochs und Donnerstags, am Wochenende ist es etwas ruhiger, da kommen nur so um die 100-200 Besucher am Tag.

Und jetzt, wo ich das alles weiß, was fange ich damit an?

Genau: Nichts. Den Statcounter lasse ich noch drin, weil ich es ganz unterhaltsam finde zu sehen über welchen Suchanfragen die Leute kommen. Außerdem hilft er mir bei broken links.

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“iPhone User leiden unter dem Stockholm-Syndrom”

Dezember 15th, 2009 — 12:00am

Zu diesem abenteuerlichen Schluß kommt eine Studie einer dänischen Consulting Firma, wie Heise berichtet. Vom Stockholm-Syndrom wird gesprochen, wenn sich Geiseln mit ihren Entführern solidarisieren und damit eine erstaunliche Wahrnehmungsverzerrung an den Tag legen. Also ein Verhalten, das man eher den Blackberrynutzern oder Google-Android-Benutzern zurechnen würde – vor allem letztere begeben sich ja höchst freiwillig in die Arme des Kraken, der sie virtuell nackt auszieht und unters Mikroskop legt, um dann anschließend die gefunden Daten wirtschaftlich zu verwerten.

Ich habe ein iPhone und seine Mängel sind mir wohl bekannt und hier im Blog auch schon öfter deutlich angeprangert worden. Aber es ist wie bei allen Dingen eine Frage der Prioritäten und des Abwägens – womit kann ich leben, was bin ich gewillt zu tolerieren weil der Benefit schwerer wiegt als die Summe der Nachteile? Ich hatte beruflich einen Blackberry und habe ihn gehasst. OK, ich habe auch den damit verbundenen Job gehasst (“alle bekloppt hier”), aber das Gerät selbst war zu sehr das komplette Gegenteil von meinem privaten iPhone. Die Knöpfe waren zu winzig, die Funktionsbelegung zu undurchschaubar, die Menüführung völlig abstrus und natürlich der streichholzschachtelgroße Bildschirm viel zu sehr Mäusekino um ernst genommen zu werden. Gerade deshalb liebe ich Apple, weil mir deren Geräte erlauben produktiv zu sein, statt mich mit den Geräten selbst auseinandersetzen zu müssen. Ich habe keine Lust und auch nicht nötig, der Welt ständig meine MacGyver-Fähigkeiten zu beweisen. Als digital native und seit den frühen 80ern online (z.B. über einen TRS-80 m100 mittels Akustikkoppler, als das Klickibunti-Web 0.9 noch über ein Jahrzehnt entfernt lag), kann ich auch diesen ganzen Mist zusammenschrauben, konfigurieren und programmieren, selbst wenn ich inzwischen wahrscheinlich nicht zuletzt dank der Benutzerfreundlichkeit der Apple Produkte etwas aus der übung bin. Nur: ich will das nicht, dafür ist mir schlicht meine Zeit zu schade. Das iPhone tut was ich will, fertig. Außerdem gefällt mir das Design – genau wie allen anderen Smartphoneanbietern, die mehr oder weniger schamlos bei Apple abgekupfert haben, ohne dabei nennenswerte Verbesserungen mitgebracht zu haben. Natürlich hat diese Form von Usability und Benutzerfreundlichkeit ihren Preis, und der heißt u.a. proprietäre Software/Betreiber (Apple) oder Datenschutz adé (Android). Wer das nicht wahrhaben will, belügt sich tatsächlich selbst. Aber das Angebot an den von Apple abgesegneten Apps übersteigt schon jetzt bei weitem meine persönliche Nachfrage. Und die Bewegungsprofile, die die Provider anlegen und vermutlich widerrechtlich sammeln machen mir da sehr viel mehr Sorgen. Und wer unbedingt will, kann sich das iPhone ja jailbreaken (aber dann anschließend bitte nicht rumjammern, wenn er sich irgendwelche Trojaner oder Viren eingefangen hat).
In Geiselhaft, als Apple-Nutzer? Nicht mehr oder weniger als jeder Autofahrer, der sich halt für ein bestimmtes Modell entschieden hat und nun eben damit leider nicht die tollen Felgen des Konkurrenten nutzen kann. Oder ein Gamer, der bestimmte Spiele eben nur auf seiner Lieblingskonsole spielen kann.

Get a life, nerds.

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Qualitätsjournalismus, my arse! (Teil 2)

Dezember 15th, 2009 — 12:00am

Trotz aller Twitterei und Bloggerei bedarf es einer Instanz, die prüfen und nachprüfen muss, die den Schein mit der Realität, die Plattitüde mit den Fakten, die Inszenierung mit der Wirklichkeit, das Schrille mit dem Relevanten abgleicht. Diese Kontrollinstanz aber kann nur funktionieren, wenn sie unabhängig ist.

Quelle: Matthias Iken, “abendblatt.de gibt es seit heute im Abonnement“, HA, 14.12.2009

Stimmt. Eine dieser Kontrollinstanzen heißt z.B.  Bildblog.de und arbeitet kostenlos, aber nicht umsonst.

Es geht um das langfristige überleben der Medien, es geht um die vierte Gewalt. Es geht um die Demokratie, wie wir sie kennen. Medien sind gerade im Lokalen, vor Ort, wichtiger denn je.

Quelle: Matthias Iken, “abendblatt.de gibt es seit heute im Abonnement“, HA, 14.12.2009

Als vierte Gewalt haben sich die Medien in diesem Lande inzwischen selbst demontiert, entweder vom Verlag  kaputtgespart zwecks Gewinnoptimierung oder selbst lächerlich gemacht durch Recherchefaulheit und copy&paste von PR-Blabla aus Unternehmen bzw. dem automatisierten Einfließen von Agenturmeldung ins Content Management System. Ein Heer von Bürgerjournalisten ist an Eure Stelle getreten. Nicht immer besser, aber selten schlechter. Und insbesondere im Lokalen haben sie  immer öfter die Nase vorn, dank eines kostenlosen Angebots.

Das Netz braucht Euch nicht, aber Ihr braucht das Netz. Ihr liegt nicht im Sterben weil die Leute im Netz kein Geld für Qualität ausgeben wollen. Ihr siecht dahin, weil Euer Angebot für die allermeisten Menschen keinen Wert darstellt, weil Ihr fortgesetzt Euer angepeiltes Publikum beleidigt und weil Ihr einfach nicht versteht, daß sich Menschen im Netz informieren und unterhalten wollen, aber eben nicht so gerne mit Leuten die sie nur anbrüllen und ihnen Verkaufsgespräche aufdrängen. Mit nichtssagenden Klickstrecken vergrätzt Ihr nicht nur das zahlende Publikum, sondern auch die Anzeigenkunden, die sich bei Durchsicht der Abrechnung kaum weniger verschaukelt vorkommen dürften als die Leser.

Ist es zu viel verlangt, in Zeiten, wo aufgeschäumter Kaffee im Pappbecher drei Euro kostet oder das Telefonvoting für sinnbefreite Casting-Shows mindestens 50 Cent, für das Produkt Qualitätsjournalismus knapp 30 Cent am Tag zu bezahlen?

Quelle: Matthias Iken, “abendblatt.de gibt es seit heute im Abonnement“, HA, 14.12.2009

Gegenfrage: Wenn man Euer Angebot an dem Qualitätsjournalismus der privaten und kostenlos zugänglichen Konkurrenz im Netz mißt, wer, glaubt Ihr, wird die Nase vorne behalten und aus welchen Gründen? Ich gebe Euch einen Hinweis: Fangt schon mal an an mit dem Qualitätsjournalismus, dann können wir drüber reden. Ihr wollt die Haut des Bären verkaufen, bevor Ihr ihn erlegt habt.

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