Archive for Januar 2010


“Flash! Aaaaahhhaaaa!”*)

Januar 31st, 2010 — 10:21am

Steve Jobs hat also neulich das iPad vorgestellt und bei seiner Präsentation eine Website auf dem Ding  aufgerufen, die Flash enthielt. Was passierte, man mag sagen: erwartungsgemäß? Das kleine, blaue Quadrat mit dem weißen Fragezeichen darauf erschien, welches immer dann erscheint, wenn eine Seite Flash-Inhalte enthält, diese aber nicht dargestellt werden können. So wie Flash auf dem iPhone und iPod Touch nicht läuft, so wenig wird es auf dem iPad laufen.

Jetzt jammert ein Adobe-Mitarbeiter namens Adrian Ludwig im offiziellen Firmenblog, daß Apple mit seiner DRM-Technologie seinen Usern beim Surfen des Webs Restriktionen auferlegen würde und den quasi-Standard für Animation im Web, nämlich Adobes Flash doch tatsächlich einfach nicht implementiert hätten! Somit müßten die iPad-User auf 75% der im Web verfügbaren Videos und 70% der Browsergames verzichten. Unter den Seiten, die man nicht mit dem iPad aufrufen können wird seien solche Publikumslieblinge wie Hulu, Disney, Farmville oder ESPN. Flash sei doch, wie Adobes PDF-Format auch, Teil des “Open Screen Project”!

Und dann folgen ca. 500 Kommentare von Usern zu dieser widerwärtigen Heuchelei, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrigen lassen. Darunter schallende Ohrfeigen wie:

Could you please explain how the Open Screen Project is not as proprietary and limiting as Apple’s iPad decision? It seems that it is focused on making Flash, a proprietary product, a true standard? Even if it works on all devices it is still owned and controlled by Adobe.

I though the internet was based on standards.

HTML
CSS
JPEG
HTTP
RSS

etc..

I must have missed it when Adobe submitted flash as a Standard.
Oh. Wait.

Technology evolves and in some ways I think Flash is like the RIAA in its attempts to maintain its grip on its existing business models. Flash had its day, it was good, but time and technology marches on. Lead, Innovate, or get out of the way.

This is the same Adobe that produces Digital Editions, which doesn’t allow me to read the same eBook on two different computers, let alone two different types of devices?

The DRM on books comes from the publishers and not the technology providers. It’s the reason that porting eBooks across computers pales next to the difficulty of finding an online store that’ll sell most of them to me, since I’m not in the US.

Und so weiter, und so fort.

Adobes Flash ist auf dem Mac schlicht eine Qual, das ist die traurige Wahrheit. Zu den beliebtesten Browser-Plugins gehören Flash-Blocker, weil diese Software den Rechner gnadenlos verlangsamt und den Löwenanteil des Arbeitsspeichers in Beschlag nimmt. Ich habe auf meinen Macs Flash standardmäßig deaktiviert und kann nicht feststellen, daß mir irgend etwas im Netz tatsächlich entgeht. Außer beispielsweise nervige Werbung, die unaufgefordert Videos und Musik abspielt. OK, ich kann keine Browsergames wie Farmville etc. spielen, aber das würde ich sowieso nicht tun.

Adobe hat seinen Siegeszug ursprünglich von der Macintosh Plattform aus angetreten. Ende der 80er, Anfang der 90er wurden Macs hauptsächlich in Werbeagenturen, Verlagen und Designstudios eingesetzt und waren der Standard bei Grafikern. Ja, ein Mac war immer etwas teurer, aber er lief stabil. Das war zu Zeiten von Windows 3.1 und seinen Vorgängerversionen, die, um es vorsichtig zu sagen, nicht auf Performance und Stabilität ausgelegt waren. Zeit ist Geld. Ein Grafiker am Mac arbeitete an seiner Aufgabe und nicht daran, die Aufgabe technisch irgendwie lösen zu können, weil sein Rechner dauernd abschmierte – Stunden, die man keinem Kunden in Rechnung stellen kann. Insofern war der Mac immer im wahrsten Sinne des Wortes preiswert. Photoshop beispielsweise gab es die ersten 4 oder 5 Jahre gar nicht für Windows.  Adobe wäre ohne den Mac nicht da, wo sie sind. Leider scheinen sie das vergessen zu haben oder es ist ihnen inzwischen egal, jedenfalls haben sie sich nie ernsthaft um die Entwicklung einer auf dem Mac reibungslos funktionierendes Flashversion bemüht. Und nun sagt Steve Jobs natürlich zu Recht: Geht sterben.

I don’t blame Apple at all. Not one bit.

Don’t play the victim card. Apple refuses to include Flash for two simple reasons both of which are fixed with a single answer:

1. Flash Crashes – Flash is one of the top reasons computers crash regardless of platform. It’s no surprise that every browser has been re-designed to isolate problem-causing plug-ins as independent
2. Flash is Proprietary, closed, and by a single company. It is dangerous giving so much power over content on the Internet to one company. Apple has its own, not entirely selfless reasons, for avoiding technology they cannot directly control.

Both these problems that keep Flash out of Apple’s devices would be solved by making the Flash format an OPEN STANDARD that everyone can improve upon. That manufacturers and developers can truly integrate into their own products rather then dropping a shoddy pre-fab version into. Moreover it returns the Web to the standards-based vision originally intended. Not the proprietary web with content delivered via proprietary, inefficient, and frankly unreliable method that Flash represents.

Hope is on the horizon as HTML5 promises to replicate much of what Flash already does for video in a way that is based on open-standards that anyone can interface with and improve. YouTube opening a beta for their Flash 5 site already shows the massive potential and an incredible performance boost for anyone using that version of the site. You can opt-in/out to the beta here: http://www.youtube.com/html5

Adobe, I’m afraid this is a pissing contest you simply cannot win without changing your strategy to align with the ideals the web was built upon: openness.

Ach ja: Weder der Autor noch sonst ein offizieller Adobe Mitarbeiter hat sich bislang (Sonntag früh, 10:15 MEZ) zu den inzwischen doch sehr zahlreichen und deutlichen Kommentaren und den überwiegend sehr sachlich angesprochenen Kritikpunkten geäußert. OK, es ist Wochenende, aber gutes Krisenmanagement in einem Konzern sieht doch anders aus. Andererseits: Was sollen sie schon groß sagen, außer “Ihr habt Recht, unser Produkt stinkt”? Update: Niklas weist in den Kommentaren auf einen Folgeeintrag hin, der mir entgangen war.

*) Die Überschrift erinnert an einen zu Recht vergessenen B-Film aus dem Jahre 1980, bei dem nur Queens Titelsong den Zahn der Zeit sehr gut überstanden hat.

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Ein Januarmorgen in Blankenese

Januar 30th, 2010 — 4:15pm

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Liebes Apple-Team,

Januar 28th, 2010 — 9:47am

das ist ja alles ganz supi-dupi mit FileVault und der Verschlüsselung meiner Daten. Und auch TimeMachine ist eine tolle Idee, ich muß mich nicht mehr aktiv um Backups kümmern, das läuft alles ganz automatisch im Hintergrund, klasse.

Ja, wenn’s denn läuft.

Meist läuft’s nämlich eher nicht. Und, hier kommt der Brüller: TimeMachine und FileVault können sich nicht leiden. Ich muß mich erst als Benutzer abmelden, damit TimeMachine auch mit FileVault funktioniert. Wenn ich das tue, kann ich anschließend übrigens getrost eine Woche in den Urlaub fahren, so lange dauert es nämlich gefühlt, bis FileVault mein Backup auch nur VORBEREITET hat, geschweige denn bis TimeMachine dann meine geschützten Daten gesichert hat. Meinen Rechner kann ich in der Zeit natürlich nicht benutzen, ist klar.

Im Ernst: So lange wie sichere Verschlüsselungsmethoden nicht benutzerfreundlicher und sehr viel schneller laufen, so lange werden Leute darauf verzichten und sich denken “passiert eh’ nix, das Leben ist zu kurz um auf so’n Scheiß zu warten”. Ich würde mich daher sehr freuen wenn Ihr da mal ansetzen würdet, statt der Welt mit stolzgeschwellter Brust einen aufgepumpten iPod Touch auf dem als Tablett zu präsentieren. Oder, wie meine Eltern früher zu sagen pflegten: “Erst die Schularbeiten machen, dann spielen gehen.”

Danke und Grüße,

Eure Kiki

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Zwei Drei Vier

Januar 27th, 2010 — 11:52am

Zwei Drei Vier Wie ich eine Familie wurde

“Zwei Drei Vier – Wie ich eine Familie wurde” ist das Buch von Maximilian Buddenbohm, a.k.a. Merlix. Wer regelmäßig die Herzdamengeschichten liest, wird mit dem Löwenanteil des Buchs bereits vertraut sein, aber die sorgfältige Zusammenstellung der Geschichten um den Autoren, seine Herzdame und die aus unerfindlichen Gründen durchnummerierten Söhne Römisch I und II ist mehr als gelungen und das Ganze ist auch hier wie so oft mehr als die Summe seiner Kapitel.

Wer ein Buch nach dem Umschlag beurteilt, sollte die Zähne zusammenbeißen und einfach nicht hinsehen. Was die gestaltende Agentur geritten hat, diese krude Mischung aus Strichmännchen, zerknülltem Papier und Schrifttypen zusammenzuwürfeln, die nur Leute lieben können, die wahrscheinlich auch ein inniges Verhältnis zu Comic Sans haben, wird auf ewig ihr Geheimnis bleiben. Dem  im Buch versteckten Verlagsflyer entnehme ich, daß der Verlag wohl nicht ganz unschuldig an der Misere ist; zumindest sehen die darin beworbenen Titel rein optisch ähnlich gruselig aus. Aber selbst wenn man über Geschmack natürlich vortrefflich streiten kann, so darf doch die Frage gestellt werden, was der Hund? Hase? Wassolldassein? auf dem Umschlag soll. Es kann natürlich sein, daß der Autor einen Hund? Hasen? Wassolldassein? hat und nur im Buch, Blog oder auch sonst vergessen hat zu erwähnen. Sonst wären sie ja auch zu fünft im Hause Buddenbohm. Aber irgend etwas sagt mir, der Illustrator fand einfach, da gehöre noch ein Hund? Hase? Wassolldassein? mit in die Familie. Wahrscheinlich werden Sohn I und II dieses Wesen demnächst unter Verweis auf die Illustration energisch einfordern.

Der Autor beginnt seine Erzählungen damit, wie er zunächst die Herzdame kennenlernt und wenige Seiten später dann schon ihre Famile, und das vor Ort, in Nordostwestfalen. Die Beschreibungen der nordostwestfälischen Charaktereigenheiten zaubern mir jedesmal ein gequältes Lächeln aufs Gesicht, da mein ehemaliger Herzbube und vor allem seine Familie ursprünglich auch aus der Gegend stammen – was übrigens nicht unwesentlich dazu beigetragen haben dürfte, daß er heute mein Ex-Herzbube ist. Insbesondere das Kapitel “Im Krankheitsfall” fühlte sich seltsam vertraut an.

Ich habe keine eigenen Kinder, aber immerhin zwei Jungs im Alter von 5 bzw. 9 Jahren, denen ich als eine Art Patentante vorstehe. (I put the “Patent” in Patentante) Insofern hatte und habe ich ausreichend Gelegenheit, selbst die unwahrscheinlichsten der geschilderten Begebenheiten selbst zu beobachten. Jagdszenen, Milchschaum, Outdoorjacken… alles so oder ähnlich erlebt. Wer keinen Kontakt zu Kindern hat, wird sich nach der Lektüre wahrscheinlich welchen wünschen. Wer keine Kinder hat und auch keine wünscht, der wird sich von der Lektüre sehr wahrscheinlich trotzdem bestens unterhalten fühlen und weiß anschließend auch super über Tanzkurse Bescheid. Es ist also für jeden etwas dabei.

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Tweet des Tages

Januar 25th, 2010 — 9:12am

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