Wie’s mir geht?
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Dasselbe, nur anders.
Ich steige St. Pauli aus der U-Bahn und ziehe mir rasch eine Ergänzungskarte zu meiner CC-Karte, bevor ich die mal wieder still stehende Rolltreppe ins dichte Schneegestöber hinaufschnaufe: hoffentlich ist mein Anschlußbus noch nicht weg, der fährt nur alle Viertelstunde. Die will ich nicht wartend einschneien. Aber ich habe Glück, er kommt gerade und ich steige ein und grüße die Fahrerin. “Moin!”
“Fahrausweis!” herrscht sie mich an. Ihr Blick ist die pure Verachtung. Ich begebe mich im Geiste in ihren Sitz und schaue mich prüfend an. Eine nasse, verschneite Gestalt mit viel zu langem, verstrubbeltem Haar, in einen tropfenden und nicht mehr ganz neuen Parka mit kaputtem Reissverschluss gehüllt, die St. Pauli einsteigt und einen grauen Rucksack trägt: Vermutlich würde ich mich auch nach der Fahrkarte fragen.
Ich lächele sie an, stelle den Rucksack auf den Sitz und nestele mein Portemonnaie aus der Jackentasche. Sie schnaubt ungeduldig, klar, sie hat einen Fahrplan zu befolgen, aber es ist Sonntag früh neun Uhr und der Bus ist so leer wie die dick verschneiten Straßen. Ich zeige ihr meine CC-Karte und die gerade für die zusätzlichen Zonen gekaufte Ergänzungskarte. Sie starrt auf das Foto und dann auf mich.
“Das ist ein Scherz, oder?”
Ich sehe mir das Foto an. Darauf bin ich fünf Jahre jünger und trage kurz geschnittenes, weißblond gefärbtes Haar. Momentan sehe ich eher aus wie ein dunkelbrauner Bobtail: Nur die Nase schaut noch raus. Ich muß lachen:
“Doch doch, das bin ich, wirklich!”
Sie schnaubt, schütelt den Kopf grunzt etwas und fährt an. Ich setze mich, betrachte mir das Foto und stelle fest, daß die Karte darunter noch die vom letzten Jahr ist, gültig bis 12/09. Die neue liegt zuhause irgendwo in einem Stapel Papiere, die ich auch mal sortieren könnte. Das mache ich dann nächste Woche, gleich nach dem Friseurtermin.
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