Archive for Februar 2010


Noch mehr musikalische Hilfe für Haiti

Februar 28th, 2010 — 4:31pm

Der lauwarme Aufguss der Ansammlung heutiger “Stars” von We Are The World neulich hatte wirklich nur ein Gutes: Es war für einen guten Zweck. Ansonsten sollte man wirklich den Mantel des Schweigens darüber bereiten. Aber es geht auch besser: Das irische Urgestein Shawn McGowan hat seine Freunde, darunter Nick Cave, Chrissi Hyndes und Johnny Depp ins Studio gebeten für eine Alternative zu dem peinlichen Gejodel der Amis:

[youtube pXAogfDIusU]

Hier käuflich zu erwerben.

Geht doch! Meinetwegen können die gleich im Studio bleiben und noch einen Song für Chile hintendranhängen.

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Alle bekloppt am Millerntor

Februar 27th, 2010 — 6:01pm

Ich bin seit vielen Jahren Fan und seit sechs oder sieben Jahren Mitglied des FC St. Pauli, “dem einzig wahren” oder “dem anderen” Fussballverein in Hamburg – je nach dem, wie man das sehen will. Ich bin nicht sehr oft da, weil ich an den Wochenenden offengestanden lieber auf dem Golfplatz bin statt in der Kurve oder der Gegengeraden, aber zum Freundschaftsspiel gegen Celtic Glasgow im Mai, anläßlich der 100-Jahr-Feier des Vereine, das möchte ich schon gern. Ich bin also kein Schönwetter-Fan, denn bei schönem Wetter bin ich natürlich erst recht zum Golfspielen. Und  mir ist es auch recht schnurz, in welcher Liga die Jungs gerade kicken, denn der Fußball interessiert mich auch nur sekundär. Ich mag einfach den Verein, den Stadtteil, die Leute und die Atmosphäre, fertig.

Als Mitglied und/oder als Dauerkartenbesitzer hat man seit dieser Woche Mittwoch ein Vorkaufsrecht auf die Celtic-Tickets, die sicher nicht in allzugroßen Mengen in den freien Verkauf gehen werden. Als ich am Dienstag in meiner Twitter-Timeline also die üblichen Verdächtigen wie @ring2, @Jeky, @sparschaeler, @textundblog oder @Curi0us tweeten sah, die sich für “ab 10h in der Schlange” verabredeten, dachte ich, es gehe um die Schlange für die Celtic-Tickets und zwitscherte fröhlich, ich sei dabei. Nach einer Weile jedoch stellte sich heraus, daß es um die Dauerkarte und um den Sonnabend ging. Und zwar um die Dauerkarte für die Südkurve, deren Ausgabe von den Ultra-Fans des Vereins quasi in Selbstverwaltung reglementiert wird. Die Kurzfassung: Es gibt mehr Interessenten als Dauerkarten, daher kriegen nur Dauerkarteninhaber jedes Jahr garantiert eine neue. Mitglieder oder Normalsterbliche kommen erst danach an den Topf (also nie im Leben). Aber wer bereit ist, ein absurdes Prozedere auf sich zu nehmen um eine Dauerkarte für einen Stehplatz in der Südkurve zu ergattern, der hat eine kleine Chance auf das begehrte Stück. Das ist also nichts für mich, denn obwohl ich schon ein echter Fan bin würde ich ja nur jedes zweite Wochenende einem Menschen,für den der Verein wirklich alles bedeutet den Platz wegnehmen, und das hätte ja wohl nichts mit Fairness zu tun.

Zu dem absurden Prozedere gehört, sich im Winter in die Schlange zu stellen und hoffentlich eine Wunschzettel gegen eine Quittung zu tauschen, die man dann im Sommer gegen die eigentliche Dauerkarte für die Südkurve tauschen kann. Als ich heute früh dann gegen halb neun in St. Pauli aus de U-Bahn stieg und auf den Anschlußbus wartete, sah ich schon eine ziemlich lange Schlange von ca. 1.000 Fans um den Block des Telekomgebäudes herumstehen. Ich dachte kurz an meine Twitterfreunde, die erst in eineinhalb Stunden hier aufschlagen wollten und kratzte mich am Kopf. Ob das reichen würde? Ich fuhr nach Blankenese zum frühstücken und schaute immer mal wieder auf den Stand der Dinge bei Twitter. Wie es aussah, hatte man schon Spaß:

Angrillen am Millerntor

Foto: ©TextundBlog

Angrillen im Bollerwagen? WTF? Only in St. Pauli…

Aber am Ende hat es dann doch nicht gereicht; es waren nicht genügend Tickets für alle da. Bitter, vor allem nach über fünf Stunden vergeblichen Wartens und Anstehens. Ein echtes Debakel, keine Frage. Aber ich wette, es hat sich dennoch auf eine Art gelohnt. Und wir sehen uns spätestens im Mai am Millerntor, okay?

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Facebook…

Februar 25th, 2010 — 1:02pm

Hihi!

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Golfkrieg ohne eingebetteten Journalismus

Februar 19th, 2010 — 9:40am

Tiger Woods wird heute eine Erklärung zur Lage der Nation zu seinem Major Fuckup abgeben. Dazu hält er eine Pressekonferenz im Clubhaus der TPC Sawgrass ab, die keine ist: Wie sein Agent Mark Steinberg von IMG verlauten ließ, dürfen einige ausgewählte Freunde und Kollegen live dabei sein. Fragen werden nicht zugelassen. Die Presse ist nicht zugelassen, nur Vertreter der Agenturen AP, reuters  und Bloomberg (was bedeutet, daß wir anschließend denselben, unredigierten und garantiert nichtssagenden Text auf allen Kanälen zu lesen bekommen werden). So faszinierend und unglaublich seine Errungenschaften und Taten auf dem Platz sein mögen – Tiger hat vor einem Mikro noch nie etwas wirklich Interessantes oder Berichtenswertes gesagt; er ist ein aalglatter Medienprofi, totaler Kontrolletti und strahlt jenseits des Golfplatzes etwa so viel Charisma wie eine Playmobilfigur aus.

Eingeladen war auch Vartan Kupelian in seiner Funktion als Vorsitzender der Golf Writers Association of America, also des 950 Mitglieder starkenVerbands der US-Golfjournalisten. Er hat nicht nur abgesagt, sondern der Verband hat eine Erklärung abgegeben, daß die Pressekonferenz für die Presse zugänglich sein sollte und daß Journalisten Fragen stellen dürfen sollten, in anderen Worten: ihrer Arbeit nachgehen dürfen sollten.

“The position, simply put, is all or none. This is a major story of international scope. To limit the ability of journalists to attend, listen, see and question Woods goes against the grain of everything we believe.
The GWAA also believes strongly that its presence, without the ability to ask question, gives credibility to an event that isn’t worthy of it.”

(Wieso haben eigentlich ausgerechnet US-Golfberichterstatter die cojones um journalistische Prinzipien zu vertreten, und unsere Politjournallie legt sich umgehend auf den Rücken wenn’s ums Rückgrat zeigen geht? Aber ich schweife ab…)

Tiger bläst nicht nur von der Golfpresse, die ihn mehrheitlich seine gesamte Karriere lang und auch während seines Skandals mit Samthandschuhen angefasst hat, ein schärferer Wind ins Gesicht. Auch seine Kollegen sind recht angefressen ob des Timings der Verlautbarung. Ernie Els nannte Tigers Entscheidung, die Erklärung am heutigen Freitag statt am Montag abzugeben “egoistisch”. Heute beginnt Am Donnerstag begann das WGC Matchplay Turnier, gesponsored von Accenture, einem der Sponsoren, die Tiger jüngst wie eine heiße Kartoffel fallenließen. Wer glaubt, daß Tigers Timing Zufall ist, glaubt auch an die elf Asse, die der geliebte Führer Nordkoreas, Kim-Jong Il, auf einer Runde erzielt haben will. Aber die Zeiten, da Tiger für Spieler und Presse unantastbar war, dürften vorbei sein. Die Aura des Unbesiegbaren ist dahin. Ob er unter diesen Umständen tatsächlich noch eine echte Chance hat, zum größten Golfer aller Zeiten zu werden und Jack Nicklaus’ Rekord von 18 gewonnen Majorturnieren brechen kann? (Zum Vergleich: Tiger hat jetzt 14 Majors gewonnen; Roger Federer 16 GrandSlam Turniere.) Golf wird nicht auf den Kilometern zwischen dem 1. Abschlag und dem 18. Grün entschieden sonden auf den Zentimetern zwischen den Ohren.

Eigentlich wird es ab jetzt erstmals wirklich spannend, Tiger bei der Arbeit zuzuschauen.

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Der Müll, die Stadt und das Wetter

Februar 16th, 2010 — 5:18pm

Als ich gestern früh den Müll runterbrachte, traute ich meinen Augen kaum: Alle Container waren verschwunden. Verwundert stapfte ich mit der Tüte in der Hand zurück die Straße hinauf, als ich unseren Hausmeister traf. Der erklärte, daß die Stadtreinigung unsere Straße nicht mehr durchfahren wolle, weil diese zu vereist sei, das sei ihnen zu gefährlich. Wenn er die Straße freilegen würde, also die Buckelpiste voller Eisplatten zerschlagen und entfernen, oder anders gesagt: ihren ureigenen Job machen würde, dann kämen sie wieder. Sie hätten auch schon vergangene Woche keine Mülltonnen geleert und wollten ihm für diese Woche wieder einen Korb geben, also hat dieser einzelne Mann im gestandenen Alter von über 50 Jahren insgesamt sechs große, volle, überquellende Müllcontainer olympiareif jeweils gut 100 Meter über verschneite und vereiste Wege, vorsichtig vorbei an all den parkenden Autos an die obere und untere Einmündung der Straße bis zur Hauptstraße gewuchtet, in der Hoffnung daß die Müllabfuhr sich ihrer erbarmen würde.

Das Problem hat nicht nur unsere Straße, wie man auf der offiziellen Seite der Stadtreinigung Hamburg nachlesen kann. Als Anwohner, der täglich Heizöltankwagen und Umzugslaster problemlos und höchstens etwas umsichtiger als sonst durch die Straße rumpeln sieht, kommt man sich da schon etwas verschaukelt vor. Sie sollen ja schließlich hier nicht einparken. Aber in der nächsten Trinkgeldsaison steht mein Favorit jetzt schon fest.

3 comments » | Bidde?

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