Der Müll, die Stadt und das Wetter
Als ich gestern früh den Müll runterbrachte, traute ich meinen Augen kaum: Alle Container waren verschwunden. Verwundert stapfte ich mit der Tüte in der Hand zurück die Straße hinauf, als ich unseren Hausmeister traf. Der erklärte, daß die Stadtreinigung unsere Straße nicht mehr durchfahren wolle, weil diese zu vereist sei, das sei ihnen zu gefährlich. Wenn er die Straße freilegen würde, also die Buckelpiste voller Eisplatten zerschlagen und entfernen, oder anders gesagt: ihren ureigenen Job machen würde, dann kämen sie wieder. Sie hätten auch schon vergangene Woche keine Mülltonnen geleert und wollten ihm für diese Woche wieder einen Korb geben, also hat dieser einzelne Mann im gestandenen Alter von über 50 Jahren insgesamt sechs große, volle, überquellende Müllcontainer olympiareif jeweils gut 100 Meter über verschneite und vereiste Wege, vorsichtig vorbei an all den parkenden Autos an die obere und untere Einmündung der Straße bis zur Hauptstraße gewuchtet, in der Hoffnung daß die Müllabfuhr sich ihrer erbarmen würde.
Das Problem hat nicht nur unsere Straße, wie man auf der offiziellen Seite der Stadtreinigung Hamburg nachlesen kann. Als Anwohner, der täglich Heizöltankwagen und Umzugslaster problemlos und höchstens etwas umsichtiger als sonst durch die Straße rumpeln sieht, kommt man sich da schon etwas verschaukelt vor. Sie sollen ja schließlich hier nicht einparken. Aber in der nächsten Trinkgeldsaison steht mein Favorit jetzt schon fest.


