Blick zurück auf 2015

0

Weihnachten liegt erfolgreich hinter uns, das neue Jahr steht schon in den Startlöchern und da ist es hohe Zeit für einen Jahresrückblick.

2011 schrob ich: „Aber dieses Panama ist sehr schön und sehr verwildert und es gehört mir, ich muss es nur wieder in Besitz nehmen, mit all den gewonnenen Erfahrungen, die ich seither gemacht habe.“

2015 gehört mir Panama wieder und ich bin dabei, es weiter auszubauen.

Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen, ein wenig. Da geht noch was. Ich bewege mich nach wie vor zu wenig und arbeite zu viel am Schreibtisch. Laufen und Rad fahren öden mich an, Muckitempel ist auch nix für mich, da kann ich  geradezu fühlen, wie mein IQ sinkt; die tägliche Stunde spazierengehen, das bisschen Longboarden und das heimische Treppensteigen im Altbau reichen bei Weitem nicht für die gewohnte Wunschfigur, die ich verlor, als ich nicht mehr Golf spielen konnte. Mal schauen, ich werde bald mal zu einer Probestunde Wing Tsun gehen, davon ist ein Freund sehr begeistert, vielleicht ist das ja auch etwas für mich.

Haare länger oder kürzer? Mal so, mal so. Aktuell wieder etwas kürzer, aber meist sieht meine Frisur aus wie die des #dailybear: komplett verwuschelt und nicht wirklich vorzeigbar. Der #dailybear nimmt sich allerdings einige künstlerische Freiheiten heraus, so daß seine Frisur selten Anstoß erregt.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Letzteres, und im übertragenen Sinne mal so – mal so. Was die Sehkraft betrifft, so ist das Starren aufs iPhone jedenfalls weitgehend sinnlos geworden – ich erkenne da nur selten etwas, wenn ich nicht gerade die „Reader“-Funktion im Safaribrowser nutzen kann (und ich wünsche allen Seitenbetreibern die Pest, die diese grossartige Funktion nicht anbieten oder gar technische unterbinden, weil sie nämlich nicht nur die Schriftgrösse lesbar macht sondern auch gleich die Werbung auf einer Seite ausblendet). I’m looking at you, Ihr selbsternannten UX-Designer. (UX-Design … ein selten dämlicher Pleionasmus!) Jedenfalls bräuchte ich ein grösseres Display, etwa das eines 6 Plus oder eines Galaxy Dingsbums, aber obwohl meine Augen nach mehr screen real estate schreien, stellt der Rest von mir fest: Ich will eigentlich überhaupt kein Smartphone mehr haben. Aber noch geht es nicht ganz ohne.

Mehr bewegt oder weniger? Mehr. Meinem Langzeitplan „zurück zur Illustration“ bin ich einige grosse Schritte näher gekommen. Oder vielleicht sollte ich das konkretisieren: „Zurück zu nur-noch-Illustration (und Comic)“, statt, wie aktuell, Grafikdesign, Web/Screendesign und Illustration. Ich mag Grafik- und Webdesign (sonst würde ich es nicht machen), aber am allerliebsten illustriere ich, und ich möchte, daß sich möglichst bald 90% meines Auftragsvolumens aus diesem Bereich rekrutiert.
Ich habe im Frühling die Avatoons ins Leben gerufen und die sind gut angekommen, muss ich sagen. Für 2016 werde ich daher noch ein wenig mein Angebot entsprechend erweitern, um passende Headerbilder für Facebook, Twitter, Blog etc., lasst Euch überraschen und tragt Euch am besten für meinen Newsletter ein!
Und natürlich gibt es jetzt den #dailybear, geboren aus einer Laune heraus und fester Programmteil eines jeden Tages. Der #dailybear ist eine Spielwiese, wo ich je nach verfügbarer Zeit und Tagesform verschiedene Techniken ausprobiere, es gibt natürlich Zusammenhänge, aber generell soll jeder für sich stehen können.

Der hirnrissigste Plan? Mich von einem me-too-StartUp spontan fest anstellen zu lassen, statt erst einmal ein paar Monate als freie Mitarbeiterin dort die Lage (und v.A. die Macher …) zu sondieren. Die Aufgabe klang spannend, der Laden solide und die Chemie schien zu passen und ich hatte ausserdem meine spontanen fünf Minuten … Aber wie das so ist bei StartUps – morgens ist noch alles super, dann kommst du aus der Mittagspause und bist deinen Job los (aus Gründen leicht komprimierte Fassung). Naja, Schwamm drüber. Ich habe einige nette Leute kennengelernt, manche davon in mehr als einer Hinsicht, (nein, nicht in dieser, Ihr Ferkel!) und konnte grössere Schäden zwar noch abwenden, aber finanziell und moralisch war das ein, pardon, beschissener Herbst mit „einer massiven Verschwendung wertvoller Bürokratie“, wie Col. Potter das genannt hätte (Hello KSK, I’m looking at you). Meine Voodopüppchensammlung musste dementsprechend auch etwas enger zusammenrücken.

Die gefährlichste Unternehmung? Tanzen lernen auf dem Longboard. Nix Schlimmes passiert, keine Sorge. Leider auch nix Vorzeigbares bislang. Aber man ist ja keine 10 mehr. *hust*. Wer sich jetzt fragt, wie man denn auf einem Longboard tanzen kann, dem empfehle ich einen Blick auf diesen YouTube Kanal. Besonders dieses Video finde ich  sehr schön zum Einstieg.

Die teuerste Anschaffung? Softwareupdates und etwas Zeichenmaterial, nichts grösseres sonst. Ich bin glücklicherweise inzwischen relativ wunschlos glücklich und will viel mehr Sachen los werden als neu anzuschaffen. Mein alter Röhrenfernseher ist im Sommer spontan und unspektakulär verstorben, eines Abends schaltete er sich einfach aus und liess sich nicht überzeugen, noch einmal anzugehen. Er diente ohnehin nur als DVD-Abspielmonitor und das ist nun etwas doof, weil sich mein codefree Player nicht an den Mac anschliessen lässt und das DVD-Laufwerk des Mac wiederum nur eine Sorte Regionalcode frisst, aber meine Filmsammlung aus sehr vielen DVD mit allen RC besteht. Andererseits sehe ich nicht ein, 500 € oder mehr für etwas auszugeben, das ich doch eher selten nutze. Ein, zwei Monate habe ich Netflix getestet, aber ich bin kein flatrate- bzw. binge watching Fan, das Angebot dort traf auch nicht meinen Geschmack. Ich glaube, dieser Lebensabschnitt „Film bis zum Umfallen“ liegt einfach hinter mir. Und diese passive Berieselung frisst sowieso nur wertvolle Zeit, die ich besser aufs kreieren verwenden sollte, insofern spare ich lieber auf ein Wacom Cintiq HD.

Das leckerste Essen? Das Weihnachtsessen im Familienkreis war schon seeeehr schmackofatz, aber ich esse eigentlich fast (s.u.) immer gut und lecker.

Das beeindruckenste Buch? Bov Bjergs „Auerhaus“ fand ich schon ziemlich gut. Und Au Pays des Ombres, eine Graphic Novel, die schon etwas älter ist, aber die ich erst dieses Jahr fand.

Der ergreifendste Film? Da fällt mir keiner ein, aber ich habe auch kaum Filme gesehen in diesem Jahr.

Die beste CD? Ich habe tatsächlich dieses Jahr drei oder vier CDs geschenkt bekommen, aber so wirklich sensationell war da bislang noch nichts von. Ich höre ja ohnehin nur gezielt Musik, nie nebenher as Berieselung, da ich mich dabei nicht gut auf meine Arbeit konzentrieren kann. Dann lege ich entweder eine Platte auf, oder suche nach einem Titel auf YouTube und das war’s. Natürlich klicke ich auch mal auf Empfehlungen von Freunden aus der Timeline, aber das sind oft Spotify-Links. Ich bin nicht bei Spotify, da ich einfach keine Flatrate-Nutzerin bin, dann kann ich aber diese Listen oder Tipps auch nicht anhören.
Für die Videos suche ich immer passende Musik mit einer CC-Lizenz (was übrigens nervigerweise oft länger dauert, als das Video zu schneiden), die finde ich meist auf Soundcloud.
Manchmal entdecke ich einen tollen Track oder Künstler über ein Video, z.B. bin ich über dieses Video auf Rabih Abou-Khalil gestossen, dessen Musik ich dann eine Weile sehr gern gehört habe.

Das schönste Konzert? Trixie Whitley war wieder super, ich freue mich auf ihr neues Album im Februar. Und der Alumnichor des Christianeums, der am Abend nach den Anschlägen in Paris Mozarts Requiem sang, der war schon sehr, sehr gut. Als das Lux aeterna verklungen war, öffneten die Helfer die Türen von St. Trinitatis (Altona) und die Kirchenglocken läuteten (in vorheriger Absprache mit der Pastorin natürlich). Wir blieben alle sitzen und lauschten und das war ein sehr, sehr bewegender Moment.

Die meiste Zeit verbracht mit…? Zeichnen. Und das ist ein echtes Geschenk, das ich mir gemacht und verdient habe. Der Weg zurück nach meinem Panama ist super. Im nächsten Jahr will ich das Verhältnis von Design- zu Illustrationsaufträgen noch mehr in Richtung Illustration verschieben.

Die schönste Zeit verbracht mit…? Freunden und meiner Familie. Meine Grossmutter ist im Februar im 103. Lebensjahr ruhig für immer eingeschlafen und das hat unseren Clan noch etwas mehr zusammenrücken lassen.
Und es hat mich noch mehr zur Eile angetrieben, jetzt keine weitere Zeit mehr mit Idioten oder sinnlosem Kram zu verplempern, sondern die Ärmel hochzukrempeln und etwas zu schaffen. Zum Bespiel zu zeichnen.

Vorherrschendes Gefühl 2015? Orr!

2015 zum ersten Mal getan? In einer Kleiderkammer ausgeholfen. (Und festgestellt, daß ich das nicht kann. Also,  emotional. Diese Flüchtlingsnummer macht mich fertig, das ist zu nah dran an meiner Substanz. Ich kann dem nur mit Bären zeichnen begegnen. Flucht in den Kitsch, in die heile Welt oder schlicht feige, wie auch immer man das nennen will. Ich hab‘ weder Geld für noch Lust auf Psychoanalyse, also zeichne ich mich gesund und wer deshalb die Nase über mich rümpft, der soll sich gepflegt gehackt legen.)

Ausserdem zum ersten Mal gemacht: Einen YouTube Clip veröffentlicht. Und dann gleich noch ein paar hinterher, am besten, Ihr abonniert meinen Kanal um keins zu verpassen. Das war gar nicht so schwer und es wird davon definitiv eine Menge mehr geben in 2016. Überhaupt wird es von mir sehr viel mehr geben in 2016 – ich werde ausser diesen kurzen, Generation ADHS-kompatiblen Clips noch längere Making-Ofs mit „Regiekommentar“ und Tipps und Tricks anbieten und mich generell noch mehr in Richtung Illustration positionieren und etwas deutlicher und nachdrücklicher vermarkten. Letzteres fällt mir wahrlich nicht leicht, aber wenn ich’s nicht tue, tut’s keiner and a girl’s gotta eat, right? In Planung sind u.a., eine Patreon-Kampagne (im Februar) und den #dailybear in gedruckter Buch- und Kalenderform herauszubringen, das wohl eher gegen Ende des Jahres. Aber es wird auch digitale Angebote geben, das erste eBook ist schon in Produktion.

2015 nach langer Zeit wieder getan? Meine Musik aufgenommen. Beziehungsweise: Meine Musik geschrieben, mit Gitarrensounds experimentiert und dann aufgenommen. Im Moment fehlen mir noch Zeit und Kenntnisse, um das so hinzukriegen, daß ich auch die Soundtracks meiner Videos selber produzieren kann, dann muss ich nicht mehr so viel Zeit in die Suche nach CC-Musik investieren, das würde ich sehr gern tun. Aber irgendwo muss man dann ja auch zeitlich Prioritäten setzen. Mal schauen, wie sich das entwickelt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Diesen Festanstellungszirkus im Sommer, den Stress mit dem Finanzamt und diesen widerlichen und völlig überteuerten Burger aus der angesagten Hipsterburgerbude neulich, der mir das bescherte, was wir in der Mittelstufe wohl noch Flitzkacke genannt hätten (Burger sind ohnehin Mist, was ess‘ ich auch so’n Dreck, geschieht mir ganz recht).

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Es hat leider immer noch nicht geklappt.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Zeit. Und – jedenfalls den Reaktionen Wildfremder nach zu urteilen – Bären zu zeichnen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Zeit.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Deine Bären sind ein Lichtblick für mich, jeden Tag.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? „Komm‘ vorbei.“

2015 war in einem Wort…? Drahtseiltanz.

Der e13-Newsletter
Etwa vier- bis sechsmal im Jahr Neues von mir und meiner Arbeit. Außerdem interessante Links und Themen aus Illustration, Design und Kunst. Kein Spam, jemals. Versprochen.