Ein Pirat springt ab: Twitter ist für mich gestorben
„Warum soll ich als Empfänger auf einmal eine Filterleistung vollbringen, die ich mir eigentlich vom Absender wünsche? Ist es zu viel verlangt, dass sich alle, egal, in welcher Kommunikationsform, vorher folgende drei Fragen stellen: Muss es gesagt werden? Muss es jetzt gesagt werden? Muss es jetzt von mir gesagt werden? Und: Welcher Mehrwert entsteht denn durch diese permanente Nabelschau auf Twitter konkret und für wen?“
Das sind natürlich Fragen, die man auch angesichts Lauers eigener Tweets durchaus stellen kann, wie die Popcornpiraten süffisant feststellen. Aber während ich die Popcornpiraten durch die Bank weg verachte – eine Seite, die nur dazu im Netz steht, hämisch über die Probleme anderer zu lachen – hege ich Bewunderung für Lauer. Zugegeben, ich halte ihn auch für den einzigen mir bekannten Piraten, den ich gern im Bundestag sehen würde. Ich wurde zum Lauer-Sympathisanten (Fan wäre dann doch zuviel gesagt), als er den unsäglich aufgeblasenen Kurt Beck anlässlich der Schlecker-Frauen/Nürbergring Fragestunde in irgend einer Talkshow so fantastisch auf die Palme brachte, daß der kurz vorm Platzen stand. Es war mir ein Fest, diesen Widerling Beck so vorgeführt zu sehen, ich gebe es zu. Es war ein Popcornmoment erster Güteklasse, womit ich mich als kein Gramm besser als die Popcornpiraten oute. Oder vielleicht ein Gramm – es war unerwartet, ich hatte nicht danach gesucht, ich war beim Zappen hängengeblieben, ich kannte Christopher Lauer nicht, nie gehört, und Becks eitle Selbstgefälligkeit kotzte mich an. Talkshows sind ohnehin immer Fremdscham pur, weshalb ich auch keine gucke, ich ertrage das alles nicht. Und dieser Knilch mit Bart und Kassenbrille hob die Augenbraue und grunzte skeptisch-ironisch, während sein Gegenüber sich mühsam im Zaum halten musste, ihn nicht am Kragen über den Tisch zu ziehen und zu Brei zu schlagen.
Egal, wo war ich? Ja, Lauer. Gut gemacht. Fehler erkannt, zugegeben, weiter, der Nächste, hier gibt es nichts zu sehen, jetzt bitte wieder Inhalte. So geht Medienumgang professionell. In Anlehnung an das Cluetrain-Manifesto frage ich daher leise: Versteckt Ihr noch mehr davon? Können sie rauskommen und mit uns spielen?




















Ich möchte eine neutrale Bewertung abgeben. Neutral heisst in diesem Fall: Die Ware ist völlig okay und wie beschrieben, der Versand ging flott von der Hand, allerdings hat der Verkäufer die Auktionsgebühren in die Versandkosten mit einfliessen lassen. Auch das könte man als OK ansehen, weil ich ja nicht bieten muß wenn mir das stinkt, aber mein Budget für den Artikel wurde insgesamt nicht überschritten, insofern könnte es mir ja egal sein, ob ich nun die paar Euro mehr für den Artikel selbst oder aber für die Versandkosten bezahle. 



































