Bidde?

Wissenschaftlicher Taschenrechner zu verschenken!

Aktuell kriege ich einige Tweets mit, in denen Eltern davon berichten, ihre Kinder sollten für die Oberstufe einen Taschenrechner anschaffen.

Die Schule der Motte möchte, dass die Schüler für die Oberstufe einen Taschenrechner anschaffen. Kostenpunkt 90 Euro Keine Pointe

— sundrenchedwindswept (@FrauRosenberg) November 19, 2013

 

Diese wissenschaftlichen Taschenrechner sind irre teuer und man braucht sie vermutlich im späteren Leben nie wieder, wenn man nicht gerade ein entsprechendes Fach studieren will. Ich habe meinen Sharp  EL-512 damals zum Geburtstag bekommen und er hat mich sicher durch die Matheprüfung im Abitur gebracht, kommt also sozusagen mit Garantie für wenigstens 10 Punkte. ;-) (mehr…)

Fischbrötchen? Na immer!

Fischbrötchen? Na immer!

Wenn der Abend davor am Morgen danach droht, noch mal kurz hochzukommen, hilft ja in der Regel nichts besser als ein Fischbrötchen – mit viel Zwiebeln natürlich. Jedenfalls bei uns im Norden ist das so. Und so twitterte ich vor einiger Zeit, der konkrete Anlass ist mir leider entfallen, dass die Situation nach einem Fischbrötchen verlange.  (mehr…)

Spass mit Paketboten, heute: DHL-Man

Türklingel: LINGELINGELING!

Ich: *zurTürsprint*

DHL-Man: Ich hab’ ein grosses Paket für Sie ist unten, helfen Sie mir mal?

Ich: „Ich erwarte eigentlich nichts …?“

Egal, die Neugierde siegt. Unten dann treffe ich auf eine Kiste, in der – der Größe, dem Gewicht und Geruch nach zu urteilen – vermutlich ein Elefantenpärchen geduldig auf seine Befreiung wartet.

DHL-Man (leicht schadenfroh): „Oh, ist gar nicht für Sie, sehe ich gerade. Na, egal, Sie helfen mir sicher trotzdem? Und nehmen das für Herrn Dingenskirchen an? Ich werf’ ihm ’ne Karte in den Kasten.“

Ich (leicht schadenfroh): „Der ist gerade ausgezogen, tut mir leid.“

DHL-Man: „Ja aber was mach’ ich denn jetzt damit?“

Ich: „Mit zurück nehmen, Nachsendeauftrag checken, ggf. zurück an Absender, was weiss ich?“

DHL-Man: „Haben Sie keine Nachsendeadresse für mich?“

Ich: „Ist das Ihr erster Tag im neuen Job?“ *Türklapp*

Echtjetztmal.

Siegerehrung Freitagstexter

freitagstexterpokal

Es ist soweit, die Jury hat getagt ich hab’ gut geschlafen und sich mir, teils laut lachend, alle 33 Einreichungen durchgelesen und so schreiten wir nun zur feierlichen Siegerkür für den Freitagstexter.

Den Sonderpreis für hemmungslose Schleimerei („Papoy!“) bekommt – ausser Konkurrenz – Kommentator Steffen:

„Gru (hier noch mit Haupthaar und absonderlichem Bartwuchs) hoffte inständig, dass keines der verbauten Minions einen Lachanfall erleiden würde. Insgeheim plante er bereits einen Raketenantrieb.“

Auf Platz drei landet gleich der erste Kommentar von bewitchedmind:

„Tag 6. Alles läuft nach Plan. Die Bewohner des Planeten haben keinen Verdacht geschöpft.“

Platz zwei teilen sich Filmzirkus mit dem Kopfkino-Knaller

„Ein schlimmer Verdacht drängte sich auf als Udo Pöker jede einzelne Etappe gewann. Rätselhaft blieb, wie es ihm gelang, bei jeder Spontanuntersuchung eine cleane Urinprobe zu produzieren.“

und Liisa mit dem in die Hüften schiessenden

„Sie sehen den Recycle-Pionier Carl-Otto Rums und sein Recycling-Projekt für karibische Steel Drums. Leider war er seiner Zeit weit voraus und ging kurz darauf pleite.“.

Und damit kommen wir zur Pokalübergabe, und der geht diese Woche an den Kollegen vom Skizzenblog, für diese verblüffend wahre Feststellung:

„eins war klar: niemand würde merken, dass er die hecke nicht geschnitten hatte.“

Herzlichen Glückwunsch dem Sieger und vielen Dank für die zahlreichen Beiträge!

Der Freitagstexter

freitagstexter

Nachdem mich Jörn netterweise darauf aufmerksam machte, daß ich den Pokal letzte Woche gewonnen hätte, bin ich nun einmal wieder mit der ruhmvollen Aufgabe betraut, die nächste Runde zu schmeissen bzw. den Wettbewerb für diese Woche auszurichten. Ich erwarte also in den nächsten Tagen Eure Vorschläge für eine passende Bildunterschrift zu diesem Werk hier unten, Ihr habt Zeit bis Dienstag, 23.59 Uhr. Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am Mittwoch durch eine fachkundige Jury mich gezogen und darf dann nächste Woche übernehmen. Also haut rein:

Amfibiefiets / Amphibious bicycle
(Quelle: flickr.com | The Commons | Keine Urheberrechtsbeschränkungen bekannt)

Schlecht gelaunter Paketbote ist schlecht gelaunt.

Schlecht gelaunter Paketbote ist schlecht gelaunt.

 

Der freundliche Paketbote klingelt.

„Nimmst du an für Nachbarn, ja?“

„Nein, heute nicht, ich verreise morgen.“

„Kannst du ihm doch geben wenn du kommst wieder!“

„NEI-HEN!“

*Beide seufzend ab*

Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

Superhelden trinken nicht alleine

Der eine hat es schon gesehen, die andere hat sogar schon etwas bestellt – ich biete jetzt einige, ausgewählte Motive auch auf Shirts & Gedöns via Spreadshirt an, das heisst: schneller Versand, sicherer Einkauf, bewährte Qualität. Der Shop ist hier auf e13 über ein Plugin eingebunden, aber Ihr könnt natürlich auch direkt die Spreadshirt-URL bookmarken: http://e13stuff.spreadshirt.de. Drucke, Poster, Grußkarten etc. gibt es nach wie vor via Society6 (USA) oder Artflakes (Deutschland).

Die ersten Motive entstammen der Superhelden Serie und es gibt diesen superschnuffigen Hund, über den ich ich hier mehr erzählt habe.

Und da am Freitag, den 21. Juni „Tag des T-Shirts“ ist, könnt Ihr dann alle versandkostenfrei dort bestellen. Ist das toll? Ich zähle auf Euch!

Tipps, wie sich Berater nicht zum Affen machen

Ab und zu stolpere ich über Artikel im Netz, bei denen ich nicht so genau weiß ob ich lachen oder weinen soll. Einer davon ist dieser hier, bei dem ich, je häufiger ich ihn lese, aus dem Lachen nicht mehr herauskomme.

Das fängt schon an beim Artikelbild, wo auf einem Stock Photo eine moderne Karrierefrau, die vor der Weltkarte steht und Fenster putzt Vier Gewinnt spielt sinnlos auf Kreise tippt offenbar traurig ihrer Karriere nachwinkt. Woran  erkenne ich, daß es sich um eine moderne Karrierefrau handeln muss? Sie ist dunkelhaarig (Blondinen sind bekanntlich blöd oder wenigstens zickig, rothaarige Frauen sind sexbesessene Schlampen und nur Brünette wirken kompetent), trägt eine hellblaue Bluse (die einzige Farbe neben weiss, die die Karriere in Bank oder Büro nicht nachhaltig ruiniert) und daß sie modern ist, beweist ihr offenes Haar: noch in den 80ern hätte das natürlich zum züchtigen Knoten frisiert sein müssen, alles andere wäre schlampig gewesen. Aber moderne Frauen dürfen ihr Haar auch mal offen tragen, klar. Wo war ich?

Weiter geht’s mit der Einführung. Peer Bieber ist der Gastautor und Gründer einer Recruitingwebsite und legt gleich mal knackig los: „Frauen sind die besseren Netzwerker, bekommen aber trotzdem dreimal weniger Jobangebote als Männer über Online-Netzwerke.“ schreibt er, leider ohne das irgendwie näher mit Zahlen, Daten, Fakten zu belegen („eine Umfrage der Talentfrogs.de vom Dezember 2012“), aber ich glaub’s ihm gerne, zumindest den zweiten Teil. Denn wenn der erste Teil stimmen würde, bräuchte es meiner Meinung nach seinen Artikel nicht, aber das ist ein anderes Thema. Auch mit seiner nächsten Prämisse, daß die Eigenpräsentation in Businessnetzwerken wie Xing oder LinkedIn „ein absolutes Muss“ für Menschen sei, „die sich geschäftlich weiterentwickeln wollen“ habe ich so meine Probleme. Vorsichtig formuliert halte ich das für sehr branchenabhängig. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, daß ich in meiner Zeit bei Xing hauptsächlich von Vertrieblern, Selbstdarstellern und windigen Typen angesprochen wurde, die mir etwas verkaufen wollten oder in erster Linie ihre Kontaktsammlung aufblähen, weil viel offenbar viel hilft oder wenigstens dem flüchtigen Betrachter und Leuten wie Herrn Bieber imponiert. Ich bin daher schon lange nicht mehr bei Xing, allerdings bei LinkedIn, welches übrigens auch ein völlig anderes Publikum anspricht als Xing.

Im angelsächsischen und besonders angloamerikanischen Raum ist es übrigens verpönt, bei einer Bewerbung explizit sein Geburtsdatum, Geschlecht, oder Foto anzugeben bzw. zu zeigen. Personaler sollen ausschliesslich aufgrund der beruflich relevanten Fakten entscheiden und ihre Vorurteile gegenüber Menschen einer bestimmten Altersgruppe oder einer bestimmten Ethnie aussen vor lassen können. Mit dem Gedanken der Blindbwerbung wird inzwischen auch in Europa immer häufiger gespielt; wenngleich das natürlich im Zeitalter des Internets und der immer wichtiger werdenden Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken immer schwieriger wird.

Kommen wir zu Biebers erstem Kritikpunkt, dem nicht vorhandenen Foto. Es stimmt, daß ein Bild auf Xing (und in jeder Art von sozialem Netzwerk) die Chancen dramatisch erhöht, angesprochen zu werden. Wer sich entschlossen hat, auf Businessplattformen wie Xing oder LinkedIn aktiv zu sein, fährt besser mit einem Bild im Profil, jedenfalls wenn er oder sie aktiv netzwerken möchte und nicht nur Karteileiche spielen. Im dazugehörigen Tipp schreibt Bieber: „Nehmen Sie ein freundliches Bild für Ihr Business-Profil. Stellen Sie auf keinen Fall ein Urlaubsbild ein. Sie wollen sich an dieser Stelle professionell präsentieren.“ Auch hier gibt es keinen Widerspruch von mir, wenngleich ich nicht ganz so dogmatisch wäre in Sachen Urlaubsbilder; die meisten Menschen sind im Urlaub entspannter und wirken freundlicher, haben vielleicht sogar etwas Farbe im Gesicht und ein netteres Lächeln. OK, Skihelm, Sonnenbrille, Badeanzug sollten natürlich möglichst nicht mit drauf sein, es sei denn man ist Skilehrerin, Animateur im Club oder Rettungsschwimmer, aber das versteht sich ja von selbst. Aber warum gilt dieser Tipp angeblich nur für Frauen? Wenn ich so im Geiste meine Xing-Kontakte von früher durchgehe (oder meine aktuellen LinkedIn Kontakte), so gab und gibt es mindestens so viele Männer wie Frauen mit unprofessionellem Profilbild. Biebers eigenes Bild (unten im Artikel) wäre übrigens noch vor gar nicht all zu langer Zeit als völlig unprofessionell angesehen worden: Ein Mann ohne richtigen Haarschnitt, unrasiert, ohne Krawatte … nun, ich wäre vorsichtig mit Wertungen, die sind immer abhängig vom Zeitgeist und vom Auge der Betrachterin.

Als nächstes schreibt Bieber, „Frauen neigen dazu ihre sozialen Kompetenzen, wie Kommunikationsstärke, Organisationstalent, etc., aufzulisten, anstatt ihre Fähigkeiten in bestimmten Software-Programmen zu nennen. Bei der Suche nach einer neuen Mitarbeitern konzentrieren sich Personaler zuerst auf die harten Fakten und danach erst auf die sozialen Stärken.“
Mal abgesehen davon, daß es nicht bei jeder Position um Software-Programme geht, bzw. die Nennung von Kenntnissen in beispielsweise MS Office Programmen in den meisten Bürojobs ähnlich vorausgesetzt wird wie die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können und eine extra Betonung dieser Kenntnisse eher ein Stirnrunzeln hervorruft: Sehen Personaler wirklich zuerst auf die harten Fakten? Ich weiss es nicht. Einige ja, andere nicht, ich glaube inzwischen nach rund zwanzig Berufsjahren, daß das sehr individuell ist wie die Lebensläufe der meisten Personaler. Das sind übrigens gar nicht so selten auch klassische Quereinsteiger aus anderen Berufen. Ich bin keine Personalerin, habe allerdings in meinem Berufsleben auch schon Leute eingestellt und wäre sehr vorsichtig mit solchen Verallgemeinerungen. Das hängt von der jeweiligen Branche und Position ab und von der jeweiligen Personalerin, würde ich sagen. Und sog. weiche Faktoren wie kommunikative Stärken oder Organisationstalent sind durchaus harte Währung im Innendienst oder Vertrieb.

Bieber führt als nächstes an: „Die Darstellung der Interessen driftet meist in klischeehaft weibliche Freizeit-Interessen ab, wie Tanzen und Yoga. Damit zeichnen Frauen ein wenig professionelles Bild von sich selbst.“ und rät dazu: „An Rad fahren und Lesen ist nichts auszusetzen. Aber eine Kombination aus Yoga und Reiten wird schnell belächelt. Politik und Reisen machen an dieser Stelle einen seriöseren Eindruck.“ Das Klischee scheint hier eher von Bieber zu stammen; ich kenne kaum eine Frau, die in beruflichen Netzwerken ausführlich ihre Hobbies aufzählt. Aber selbst wenn – auch hier gilt wieder: auf den Einzelfall kommt es an. Wer sich für eine Position im mittleren Management bewirbt, wird sicherlich mehr oder weniger deutlich gefragt werden, wie denn der Freizeitausgleich aussieht und wie denn der viele Stress kompensiert wird. Yoga ist da nicht die schlechteste Antwort; jedenfalls wäre mir als Arbeitgeberin ein sich zum Yoga oder Golf bekennender Manager lieber als einer mit Hang zum Drachenfliegen oder Motocrossfahren – da rechne ich jedenfalls eher mit einem unfallbedingten Ausfall des Mitarbeiters. Wer reitet, gilt – ob zu Recht oder Unrecht – als dominant, und da sind wir dann wieder mitten in der schönsten Sexismus-Debatte: Der Mann muss dominant sein, eine echte Führungspersönlichkeit, die Zügel in der Hand halten, ein ganzer Kerl dank Chappi, klar. Die Frau hat dann gerne die Peitsche in der Hand und sitzt oben, haha, nicht wahr, das muss man mögen.

Daß Mann wie Frau bei allen Angaben in diesen Netzwerken ehrlich bleiben soll ist sein nächster Punkt und natürlich richtig. Wer jetzt also verwirrt sein Yoga weglässt und Politik und Reisen als Hobby angibt, sollte zu Politik und Reisen auch etwas sagen können oder besser gar keine privaten Angaben machen, klar.

„Wenige Kontakte erwecken bei einem Personaler den Eindruck, dass das Profil ungepflegt ist und sich eine Kontaktaufnahme nicht lohnt.“ ist ein weiterer Kritikpunkt Biebers. Nun, es kann auch bedeuten, daß hier jemand Qualität vor Quantität stellt, oder darum weiß, daß bei den allermeisten Menschen maximal 150-180 Kontakte dem Kreis entsprechen, der sinnvoll zu handhaben ist. Oder es ist schlicht jemand, der oder die gerade neu in dem Netzwerk ist oder aus einer Branche der Generation stammt, in der dieses Online-Netzwerk kaum eine Rolle spielt und es nur als ergänzende Massnahme, quasi als Visitenkarte nutzt. Auch das gibt es, und gar nicht mal so selten. Wer hauptberuflich DJ ist oder Parties organaisiert, wird mit einem Kontaktnetzwerk von unter hundert Personen zunächst einmal für hochgezogene Augenbrauen sorgen. Wer Sachbearbeiter bei einer Versicherung ist, wird den Betrachter mit einer vierstelligen Kontaktanzahl verwundern. Und, ich sag’s mal so: Die meisten Männer – besonders auf Xing – sammeln meiner Erfahrung nach Kontakte um sie zu sammeln. Das sind schlicht „Jäger der fehlenden Kontaktzahl bis zur magischen Summe“. Ich habe da Anfragen bekommen von Typen, mit denen ich original noch nie ein Wort gewechselt habe, aber auf derselben Veranstaltung war. Wir hatten null berufliche Berührungspunkte und der Standardspruch war irgend ein Gefasel von „Synergien schaffen“. Äh, nein, so funktioniert MEIN Netzwerk nicht. Da habe ich lieber fünfzig echte Kontakte, die noch dazu echte Entscheider sind. Alt, aber wahr: es kommt nicht auf die Größe und Umfang an, sondern darauf, was man damit anstellt. Also, seinem Netzwerk, ist klar, nicht?

„Stellen Sie einen konsistenten Lebenslauf in Ihr Profil ein. Dazu zählt eine klare Nennung der Ausbildung mit entsprechenden Abschluss und gegebenenfalls Zusatzqualifikationen. Listen Sie Ihre Arbeitgeber und Schwerpunkte in Ihrem Tätigkeitsfeld auf. Damit geben Sie ein schlüssiges Bild von Ihrem Werdegang. Je nachdem wonach der jeweilige Personaler sucht, kann bereits ein einschlägiger Firmenname ausschlaggebend sein, ob Sie kontaktiert werden.“ So lautet sein letzter Punkt. Auch hier sage ich mal klar: Jein. Die Betonung meiner Fähigkeiten und das Setzen von Schwerpunkten richtet sich nach dem jeweiligen potentiellen Arbeitgeber. Ich schicke nicht an jede Firma dieselbe Standardbewerbung sondern personalisiere diese, nach vorangegangener Recherche. Und was Herr Bieber auch gern vergisst: ein soziales Businessnetzwerk wie Xing oder LinkedIn ist nicht gleichzusetzen mit einer Bewerbung. Ich möchte nicht unbedingt, daß jeder Hans und Franz meine persönlichen Daten einsehen kann und so dem möglichen Identitätsdiebstahl Tür und Tor geöffnet wird. Von wann bis wann genau ich bei welcher Firma war gehört in die konkrete persönliche Bewerbung, das geht schlicht keinen flüchtigen Betrachter etwas an. Das hat nichts mit einer Angst vor Lücken im Lebenslauf zu tun – die meiner Ansicht nach ohnehin meist völlig unnötig ist. Das ist schlicht eine Frage der Privatsphäre und Sicherheit im Internet.

Bislang ist mir also nicht so wirklich klar, warum sich der Gastbeitrag von Herrn Bieber explizit an Frauen richtet. Sein Fazit „Frauen verbündet Euch!“ zeugt von erfrischender Ahnungslosigkeit. Frauen sind meiner Erfahrung nach sehr gut miteinander in Netzwerken verbunden. Sie haben nur nicht immer das Bedürfnis, das für jedermann öffentlich und transparent zu machen. Und sie sind seltener mit Männernetzwerken verknüpft. Das hat jedoch eine Vielzahl anderer Ursachen. Eine davon könnte sein, daß sie keinen Bedarf an vermeintlich guten Ratschlägen von Männern haben, deren Nutzen mit ihrer eigenen Wirklichkeit nicht viel zu tun hat.

[social-bio]

 

 

 

Suchanfragen im Blog

“film mit mutter und 2 kinder versteckspiel klatschende hände wahre begebenheit horror 2013″

Da kann ich leider so gar nicht weiterhelfen; Horrorfilme umfahre ich weiträumig. Vielleicht fällt ja einem meiner Leser oder einer meiner Leserinnen etwas dazu ein?

“frage we man frau orgasm kregen”

Tja, das ist so eine „kommt darauf an“-Frage, würde ich sagen. Ohne ultimative Antwort, sorry.

“junge findet bei seiner mutter und tante nur beachtung wann er damen korsett und kleid trägt”

Okeeeeh … ja, gut, äh. Whatever floats your boat, nicht wahr? Aber was genau erwartest Du nun, ausgerechnet bei mir im Blog dazu zu finden?

“liebesfilme auf inseln”

Hm. So spontan fallen mir da nur „Die Blaue Lagune“ und „Sechs Tage, Sieben Nächte“ ein. Kann man beide getrost knicken. Die restlichen mir bekannten Inselfilme sind mehr so aus der Ecke Drama, Horror, Thriller.

“radlergetränk am arbeitsplatz”

Das heisst hier oben im Norden Alsterwasser und nicht Radler. Ob man das generell oder an Deinem Arbeitsplatz trinken darf, weiß ich nicht. Schau in Deinen Vertrag oder lasse gesunden Menschenverstand walten. Es wird in vielen Branchen kaum ein Arbeitgeber etwas dagegen haben, wenn Du zum Mittagessen ein kleines Alsterwasser trinkst – vorausgesetzt, Du bist nicht Staplerfahrer Klaus oder in einem ähnlichen Job beschäftigt. Aber im Zweifel frage die Direktion oder verschiebe das auf den Feierabend.

“sind wassermänner narzissten”

Ja.

“taff daniel craig lebte auf der straße”

Davon war mir bislang nichts bekannt, aber falls es so gewesen sein sollte, hat der Gute es ja überstanden, nicht wahr?

“stiefmutter schaut schon früh morgens in der küche porno”

Das ist etwas mehr Information als ich brauche.

“www.geile möpse kaufen”

Nun, die Möpse in unserer Familie waren alle vier  mehr verschnarcht und verfressen als geil, einer war ausserdem sehr verspielt, ein richtiger Clown. Aber sie sind alle schon seit vielen Jahren im Mopshimmel.

“wikipedia geile nackte fotzen.de”

Ich bin natürlich nicht die Wikipedia, aber könnte mir vorstellen, daß man mit dieser Suchanfrage dort auch nicht wirklich weiter kommt. Vielleicht mal die Leerzeichen (und die Wikipedia) rauslassen und die Browserzeile statt des Suchfensters nutzen? Hier gibt es dazu leider nichts, sorry. Und nun geh und wasch Dir die Maus mit Seife aus.

Geschützt: „Ein Pirat springt ab.“

  • Veröffentlicht am 20th Februar 2013,
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Geschützt: Nachtrag zu „Hört auf damit“

  • Veröffentlicht am 29th Januar 2013,
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Geschützt: Nachtrag zu „Hört auf damit“

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Das Wort zum Montag

„Keep Calm And Carry On? No thanks, I’d rather Raise Hell And Change The World!“

Analoge Verbundenheit

Analoge Verbundenheit

„Früher, als der Sex noch schmutzig und die Luft noch sauber war.“

Früher war alles besser? Natürlich nicht. Aber vieles. Wenn ich im Geiste die Wohnungen und das Haus so durchgehe, in denen ich aufgewachsen bin, die Gebrauchsgegenstände, mit denen meine Eltern hantierten, dann brauche ich nicht lange nachzudenken: Das waren oft „Dinge für die Ewigkeit“. (mehr…)

Kinder als Lärmbelästigung

Kinder als Lärmbelästigung

Aktuell hat sich eine Gruppe Anwohner des Hamburger Stadtteils St. Georg dazu entschlossen, gegen die Lärm- und Staubbelästigung durch spielende Kinder in der benachbarten KiTa vor Gericht zu ziehen. Die KiTa gehört zur Kirche, und da auf dem fraglichen Hof seit rund 150 Jahren Kinder spielen, darf man wohl getrost davon ausgehen daß die fraglichen Anwohner erst später dazugestoßen sind – unabhängig davon, ob sie nun seit 50 Jahren im immer hipper werdenden und akut von den hässlichen Auswüchsen der Gentrifizierung betroffenen Bahnhofsviertels wohnen und nicht so genau wissen, ob und wie sie sich die deshalb stark gestiegene Miete im nächsten Jahr noch leisten können, oder aber zu denjenigen gehören, die St. Georg gerade erst entdeckt haben und gestern eingezogen sind, weil es eben so schön dort ist. (mehr…)

Suchmaschinenbetreiber sind quasi Ladendiebe

So sieht es jedenfalls offenbar der Bundesverband der Zeitungsverleger BDZV, geht man nach einem erhellenden Twitterdialog:

 

Es ist doch wohl eher so, daß der Ladenbesitzer einflussreiche Verteiler darum anbettelt, daß  sie mit von ihm anbiedernd zur Verfügung gestellten Gratispröbchen ihre Kunden in seinen Laden locken – und dann ebenjene Verteiler dafür zur Kasse bitten will, daß sie seiner Bitte nachgekommen sind – wobei die Gratispröbchen vom Ladenbesitzer plötzlich als Diebesgut klassifiziert werden.

Geht einfach sterben.

Die Professionalität des Tom Hanks

Aktuell finden sich auf stern.de oder auch SpOn Berichte, wonach Tom Hanks nach seinem Auftritt bei „Wetten, dass… ?“ im ZDF am letzten Samstag Abend kräftig über Markus Lanz  ablästert.

„Eigentlich gilt Hanks, der mit Berry nach Deutschland gekommen ist, um ihren gemeinsamen Film “Cloud Atlas” zu promoten, als einer der umgänglichsten Stars Hollywoods. Am Tag nach seinem Abenteuer in der deutschen Unterhaltungsprovinz konnte er allerdings nicht mehr an sich halten: Wenn in den USA einer eine Fernsehshow über vier Stunden laufen ließe, so Hanks’ schonungslose Bilanz, würde der Verantwortliche am nächsten Tag gefeuert.“

Fassen wir mal zusammen: Die Sendung „Wetten, dass… ?“ gibt es seit ca. 30 Jahren. Seit jeher finden da skurrile Dinge statt und spätestens seit Übernahme der Moderation von Formaterfinder Frank Elstner seitens Thomas Gottschalks hat das Ding Überlänge und bringt viele Zuschauer zum Fremdschämen. Allerdings fühlen sich auch verdammt viele Leute davon unterhalten, und ob sie nun echte Fans der Sendung sind oder wie bei einem Autounfall einfach nicht wegsehen können, sie schalten regelmäßig ein. Keine andere Unterhaltungssendung im europäischen Fernsehen weist eine traditionell so hohe Zuschauerquote auf wie „Wetten, dass… ?“. (mehr…)

Auf der Flucht

Ich bin Kind eines Flüchtlingskinds. Meine Großmutter wurde in Essen ausgebombt und begab sich mit ihren drei kleinen Kindern (6, 5 und 4 Jahre) auf die Flucht; mein Großvater war gefallen. Zunächst ging es nach Bayern, später in die Lüneburger Heide. Sie hatten das Glück und das Pech, eine Familie von vielen zu sein, die im eigenen Land, der Not gehorchend, von jetzt auf sofort bei Fremden Unterkunft finden mussten und sich mit dem Versorgungsamt herumschlagen durften.

Vier Köpfe von rund 12 Millionen; später kamen noch einmal rund 12 Million „Displaced Persons“ aus KZ und Zwangsarbeitslagern dazu. Daß meine Omi, die schon hungernd den ersten Weltkrieg überlebt hat und heute im 100. Lebensjahr steht, nach wie vor topfit im Kopf und in der Zeit damals nicht wahnsinnig geworden ist, das finde ich bemerkenswert. An Tagen, an denen ich glaube gestresst zu sein, denke ich kurz an die junge, hübsche Frau Mitte zwanzig, die frisch verwitwet war, drei kleine Kinder an den Händen hielt und keinerlei Aussicht auf eine nennenswerte Zukunft hatte und lache herzlich.  (mehr…)

Radikal sinnlos

Menschen, die radikale Positionen vertreten, sind mir suspekt. Zum einen glaube ich nicht, daß es zu irgend einem Thema nur schwarz oder weiss gibt, auch wenn sich diese beiden mit Nichtfarben bezeichneten Positionen meist ideal weil müheloser darstellen lassen. Das ist in Zeiten, in denen man von endlosen 15 Minuten Ruhm bzw. Aufmerksamkeit für die eigenen Ergüsse nur noch träumen kann, sehr wichtig: Sag’s plakativ, erklär’s mir als ob ich drei Jahre alt sei und verpacke es in einen Satz, der nicht mehr als 140 Zeichen umfasst. Für Grauschattierungen und Zwischentöne bleibt keine Zeit; zuviel Nachdenken ist nicht gefragt.  (mehr…)

Apple nimmt mir die Zugriffsrechte auf meine iWork Dateien

Das klingt jetzt vielleicht etwas reisserisch, aber ich weiß nicht, wie ich das sonst formulieren soll.

Die Ausgangslage: Ich erstellte Mitte August eine Datei im iWork Programm „Numbers“ (das ist so etwas Ähnliches wie Excel, nur bunter und etwas benutzerfreundlicher und für Leute wie mich, die privat alle Jubeljahre mal eine Tabellenkalkulation brauchen). Heute wollte ich sie bearbeiten und erhielt die verwundernde Meldung, daß mir dafür die notwendigen Zugriffsrechte fehlen würden:

(mehr…)

Handyticket – was rechnen die da eigentlich?

Ich bin gelegentlich mit Bus und Bahn unterwegs. Eine Monatskarte lohnt sich nicht; ich fahre zu selten dafür, aber weil man im passenden Moment ja doch nie Kleingeld hat, meine Nerven fürs Schwarzfahren zu dünn sind und ich geekig veranlagt bin, kaufe ich meine Fahrscheine über das Handyticket. Die iPhone App ist soweit okay (auch wenn ich mir eine Verzahnung bzw. all-in-one Lösung über die wirklich brillante HVV App wünschen würde), nur gelegentlich erlebt man spannende Momente, wenn man gar keinen oder nur Edge-Empfang hat oder natürlich, wenn der Akku im roten Bereich ist. Aber alles in allem bin ich recht zufrieden mit dieser Lösung.  (mehr…)

Leistungsschutzgeld, die Dritte

  • Veröffentlicht am 28th August 2012,
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  • mit 1 Kommentar

Wie Jan Moenikes hier festhält, steht der inzwischen dritte Entwurf eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger wohl morgen auf der Tagesordnung im Bundestag.

Nachdem die erste Version zu gierig war und auf große Empörung allerorten stieß, die zweite Fassung ausschliesslich die Suchmaschinen zur Kasse dafür bitten wollte, daß sie den Verlagen rund 4 Mrd Klicks auf die Seiten schaufeln und man ahnt, daß Google das wahrscheinlich nicht mitmachen und die kleinen, größenwahnsinnigen Scheißerchen Verlage schlicht aus dem Index kicken würden, steht da nun in Variante Nummer 3:

§87g

(4) Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten. Im Übrigen gelten die Vorschriften des Teils 1 Abschnitt 6 entsprechend.

(mehr…)

Unerreichbar, unerreicht.

In meinen in einem US-Konzern verbrachten Jahren bekam ich an ganz schlimmen Tagen etwa 400 Mails ins Postfach gespült (an normalen Tagen „nur“ rund 50-100). Etwa 50 dieser 400 waren Newsletter, interne Rundschreiben und automatisierte Abwesenheitsnotizen. Weitere 320 waren unnötige „ich hab’s gelesen und sag’ mal was dazu, damit jeder sieht: ich hab’s gelesen und mal was dazu gesagt“-FYI-CYA-Mails, in denen in aller Regel nichts gesagt wurde, das aber sehr ausführlich und mit den wichtigsten Head Honchos im cc (CYA bedeutet: Cover Your Ass).  (mehr…)

Captcha if you can

Ich habe heute eine gute halbe Stunde damit verbracht, ein Captcha korrekt einzugeben. Vergeblich.

 

 

 

 

Ich habe Dutzende Male das Bild neu geladen, auch die Audiofassungen probiert, es war alle Mühe umsonst. Dabei gibt es eine Vielzahl von diesen Lösungen, Plugins und anders, um Spammern das Leben schwer zu machen. Aber manche Leute wollen offensichtlich nicht, daß man mit ihnen Kontakt aufnimmt, bei ihnen kommentiert oder ihre Sachen kauft. Anders kann ich mir die Existenz dieser Antispam-Maßnahme nicht erklären.

Mad Men – you’re doing it WRONG, Lufthansa!

Mad Men – you’re doing it WRONG, Lufthansa!
„Wenn mich heute noch einer dieser Businesskasper fragt, ob die Woman’s Card den Eintritt zum Mile High Club beinhaltet, ziehe ich ihm eins mit der Septemberausgabe der VOGUE über.“

Wie ich auf so ein Thema komme? Die Lufthansa, ausgerechnet MEINE Lufthansa, hat eine satte Bruchlandung mit ihrer Werbekampagne für den Mile High Club die Women’s Card hingelegt. Genauer gesagt ihre Werbeagentur, deren Kreativabteilung Don Draper und sein Team geradezu wie eine Bastion des Feminismus aussehen lässt, wie ein Kommentator auf facebook ganz richtig schrieb.

Ob ein Kinoabend, ein Gutschein unserer Shoppingpartner oder Gewinnspiele mit faszinierenden Preisen, diese Überraschungen lassen jedes Frauenherz höherschlagen.

Aber lest selbst: Special Woman sucht vielfliegenden Kreditgeber. Oder: Wie die Lufthansa die Welt sieht.

Abzocke 2.0

Abzocke 2.0

Mamas Internetgedöns ist fällig. Ich kümmere mich darum.

„Guten Tag, [$ DSL-ANBIETER], mein Name ist [$NAME_HOTLINEMITARBEITERIN], wie kann ich Ihnen helfen?“

„Guten Tag. Unser Kombivertrag DSL+Telefonflatrate nähert sich der magischen Zweijahresgrenze und wir würden gern in einen günstigeren Tarif wechseln.“  (mehr…)

Out of Bounds

Out of Bounds

Anfrage eines Werbebeauftragten zum Thema Golf:

Sehr geehrter Herr T,

ich schreibe Ihnen im Namen des Online-Shops [Shopname]. Unsere Agentur arbeitet zurzeit daran, die Produkte des Shops bekannter zu machen und wir würden im Rahmen dieser Aktion gerne mit Ihnen kooperieren. Wir verfolgen Ihren Blog schon längere Zeit und glauben, dass Sie die passende Zielgruppe erreichen. Ihr Blog ist in der Golfszene vielen Leuten ein Begriff. Da Sie allgemein zum Thema Golf schreiben, dachten wir uns, es sei für Sie bestimmt auch interessant aktuelle Golfartikel zu testen.  (mehr…)

Gesucht – gefunden?

  • Veröffentlicht am 13th April 2012,
  • veröffentlicht von
  • mit 1 Kommentar

Ab und zu fällt mir ein, daß ich ja ein Statistiktool hier implemetiert habe. Das zeigt u.a. an, wonach die Leute gesucht haben, als sie hier aufgeschlagen sind. Manchmal sind das schon recht merkwürdige Begriffskombinationen:

Ich habe für e13.de bislang weder eine Abmahnung kassiert (*auf Holz klopfend*) noch besitze ich eine DVD eines Konzerts dieser legendären Tournee von Pink Floyd; ich wußte gar nicht, daß es die gibt? Ich habe nur das Vinyl-Doppelalbum. Verlinkt habe ich den Song in einem drei Jahre alten Beitrag über meine ersten Gehversuche beim Joggen (haha). Das wird dem Suchenden jedoch  wahrscheinlich wenig geholfen haben, schätze ich. Sorry, hoffe, es geht glimpflich ab.  (mehr…)

Ein Koran in jedem Haushalt?

Ein Koran in jedem Haushalt?

Die Satirewebsite Welt Online berichtet so glaubwürdig wie sie kann, daß „Islamisten“ 25 Mio Korane unters deutsche Volk bringen wollen, um es zu missionieren.

Wer nicht an Allah und seinen Propheten glaubt, landet nach dem Tod direkt in der Hölle, so die Kernbotschaft der salafitischen Prediger.

Okay, einige Ungläubigeinformierte könnten jetzt argumentieren, daß Konkurrenz das Geschäft belebe: schließlich haben hierzulande die rivalisierenden Gangs „Katholiken“ und „Protestanten“ das Thema Missionierung der Ungläubigen fest in ihren Händen und zumindest die Mitglieder der Katholen-Gang haben Fegefeuer, ewige Verdammnis und solche rituellen Showeinlagen für alle nicht-Mitglieder schon seit Jahrhunderten fest im Programm.  (mehr…)

Geht sterben

Geht sterben

Ich finde halt nicht, dass die Gesellschaft den Künstlern ein Geschäftsmodell schuldig ist. Alle anderen müssen schließlich auch sehen, wo sie bleiben. Wenn der Putzroboter bald die Reinigungskraft ersetzt, wird sie auch nicht auf imaginäre Rechte referieren können, damit ein Anwalt ihre Bezahlung durchsetzt.

So schreiben @mspr0, @peterbreuer*) und andere in einem oft geteilten Beitrag zum Urheberrecht.

Und ja, in gewisser Weise haben sie Recht: Es gibt keine Garantien und kein Recht darauf von seiner Arbeit leben zu können, bzw. daß andere einen dafür bezahlen das zu tun, was einem Freude macht oder was man gut kann. Was nicht gebraucht wird, wirklich lebenswichtig, dringend gebraucht, wie z.B. eine Herz-Lungen-Maschine, das ist frei für den Abschuss, ist überflüssig und man darf sich nicht beschweren, wenn es dann halt einfach vom Markt verschwindet. Wobei … man kann das doch eigentlich noch etwas weiter spinnen: wir sind fast 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Herz-Lungen-Maschinen braucht es von weitem betrachtet eigentlich auch nicht. Leute sterben halt, ja muss ja, Schwund ist immer, so ist das Leben eben, Platz für Neues zu schaffen ist wichtig. Was soll man uns groß künstlich beatmen, am Ende landen wir ja doch alle in der Kiste. Für falsche Sentimentalitäten ist kein Platz in dieser Welt. Geht sterben. Gehen wir sterben. Denn das tun wir ja, unser erster Tag auf Erden ist letztlich auch nur der erste vom Rest unseres Lebens.  (mehr…)

Used look, my arse

Vielleicht geht’s ja nur mir so, aber ich habe das Gefühl, meine Jeans haben früher länger durchgehalten als heutzutage. Als Kind, Anfang/Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts (Vorsicht, Oma erzählt vom Krieg), trug ich diese Wrangler Jeans, die so dermassen dick im Stoff und eng im Schnitt waren (unten Bootcut), daß man sich darin kaum bewegen konnte. Nach jeder Wäsche mußte man sich die Falten in den Kniekehlen wieder neu hart erarbeiten. Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich jemals eine Jeans so kaputtgekriegt hätte, daß sie durchgewetzt oder gar durchlöchert gewesen wäre – außer einmal, als wir an den Bahngleisen in den Brombeeren waren und plötzlich schnell flüchten mußten, weil der Rottweiler Pitbull Dackel des Bahnwärters uns fressen wollte.  (mehr…)

My 0.02 cents zur Diskussion ums Urheberrecht

Ich lese gerade diesen Artikel und die Kommentare zum Thema Urheberrechtsdebatte. Und ich muß mich entscheiden zwischen heulen, kotzen oder Amok laufen.

Seitdem es ein Urheber- und Nutzungsrecht gibt, müssen Kreativarbeiter – ich vermeide hier mal bewußt das Wort Künstler, die Kunst um ihrer Selbst Willen schaffen wollen, denn ich meine auch Gebrauchsgrafiker und Illustratoren, Auftragsfotografen und -komponisten (z.B. für eine Filmmusik), Texter, Journalisten etc. – nicht mehr hungern. Jedenfalls haben sie erstmals eine faire Chance, von ihrer eigenen Hände Arbeit auch leben zu können.  (mehr…)

Mit fremden Federn schmücken

Dieser Artikel hier machte heute die Runde. Die Abmahnwelle erfasst jetzt auch Künstler, die auf ihren, in aller Regel traffictechnisch nicht gerade in den Top Ten der IVW angesiedelten, Homepages ihren Pressespiegel veröffentlichen. Ich habe einen solchen Künstler im Freundeskreis, der durchaus in Gefahr wäre und habe ihm den Link heute weitergeleitet, mit der Empfehlung, die entsprechende Rubrik von seiner Seite zu entfernen.

Er rief mich an, fassungslos. „Was ist denn das für ein Stuß? Da lädt doch niemand mehr einen Journalisten zu einer Vernissage ein!“ meinte er. Ich stimmte ihm zu, aber wies ihn darauf hin, daß er im Zweifel ordentlich blechen müßte. Schliesslich habe nicht er, sondern der entsprechende Journalist den Text geschrieben und die Veröffentlichungsrechte lägen nun einmal beim jeweiligen Verlag bzw. der jeweiligen Zeitung.  (mehr…)

Ein Instagram Zucker

Ein Instagram Zucker

Früher™ (als mein 3G noch state of the art war) habe ich begeistert Hipstamatic benutzt; mir scheint, von jener App spricht überhaupt niemand mehr. Sie haben wohl zu spät verstanden, daß es nicht reicht, belanglose Fotos im retro-Stil zu knipsen, sondern daß der eigentliche Kicker an z.B. einem Polaroidfoto der war, zusammen gespannt zu beobachten wie sich die Farben aus dem weißen Nichts schälen und dann kichernd mit dem dicken Papier zu wedeln, in der Hoffnung auf Beschleunigung des Entwicklungsvorgangs. Die Community zählt, wie das neudeutsch heißt. Bei Hipstamatic hat die Entwicklungszeit bis zum fertigen Film immer ähnlich lang gedauert wir beim Polaroidfoto früher (oder so lange wie bei jedem anderen Foto, wo wir gerade dabei sind) und genauso oft hat das Ergebnis eher enttäuscht. Dennoch fand ich die guten Bilder oft besser gelungen verfremdet (natürlicher verfremdet? Kann man das sagen?) als beim inzwischen bekannteren und beliebteren (und, seien wir ehrlich, stabiler laufenden) Instagram. Ich kann diese ganzen bunten Belanglosbilder im Retro-Used-Look aber genauso wenig mehr sehen wie die dazugehörigen Hipsterklamotten. Lustige Filter sind sooo 2009! Warum habe ich mich da jetzt trotzdem angemeldet? Weil ich’s jetzt kann: Ich habe gestern zähneknirschend mein iPhone 3G wieder zurück auf iOS 4.2.1 aktualisiert, nachdem viele Apps einfach nicht mehr gehen oder schon fast iOS5 voraussetzen (Path, zu meinem Leidwesen). Und nun kann ich auch mal Instagram testen. Das Ergebnis ist Omis silberne Zuckerdose, die hier vor mir auf der Fensterbank steht und würdevoll, stoisch und hübsch genug ist, um eine solche künstliche Hässlichmachung durch lustige Filterspielereien zu ertragen. Das Leben ist schliesslich kein Zuckerschlecken.

Ein paar Überlegungen pro Katzenbloggerei

Was ich nicht verstehe: Viele Menschen sprechen abfällig über private Blogs und Katzencontent, nach dem Motto: „wer will das alles wissen und wozu, wie der seinen Tag verbracht hat oder was die heute gesehen, gekauft, gekocht hat?“
Gleichzeitig ist die Sparte Biografien im Buchladen eine der beliebtesten – die Menschen kaufen und lesen offensichtlich gerne, was andere, prominentere Exemplare ihrer Spezies so gemacht und gedacht haben zu ihrer Zeit. Und der Beruf des Biographen ist doch auch recht angesehen. Er ist ja auch mit viel Recherche, Dokumentation, jounalistischer Kleinarbeit und einem gewissen erzählerischen Talent verbunden. Auch ich lese gern Biografien, aber ich habe oft ein unbehagliches Gefühl dabei, denn letzten Endes beruhen viele der geschilderten Episoden und Eindrücke auf Hörensagen oder sogar der eigenen Interpretation des Autoren. Inwiefern die Geschichte eines Menschen wirklich akkurat erzählt wird, bleibt naturgemäß offen. Vielleicht ist das auch gar nicht anders möglich.

Mit dem Internet haben wir nun erstmals Gelegenheit, die Gedankengänge der Menschen quasi ungeschminkt oder wenigstens aus erster Hand zu erfahren, wenn wir – und sie selbst natürlich – es denn wollen. Natürlich schreibt nicht jeder Promi ein Blog und ist nicht jeder Katzenblogger ein Promi, dessen Biografie zwanzig Jahre nach seinem Tod in der Spiegel-Bestsellerliste landen wird. Aber er ist ja deswegen als Mensch nicht per se weniger interessant, oder? Jedenfalls habe ich schon unglaublich interessante private Blogs gelesen von unglaublich spannenden Menschen, die aber aller Voraussicht nach niemals irgendwo in irgendwelchen Historienbüchern erscheinen werden.

Wenn wir eines Tages sterben, hinterlassen wir eine ganz schön fetten Fundus an Daten. Auch unsere Blogs werden darunter sein. Natürlich haben die meisten von uns die Schere im Kopf, wenn sie etwas von sich im Netz veröffentlichen. Wir formen alle jeden Tag mit unseren Worten und Taten, der Art wie wir schreiben, wie wir uns kleiden und mit wem wir uns unterhalten, ein Bild von uns. Ein Bild, das wir selbst von uns haben oder wenigstens von uns formen und veröffentlichen wollen. Insofern brauchen die Historiker keine Angst zu haben: Wir machen es ihnen einerseits einfacher, aber andererseits bleibt ihnen noch genug zu tun, das Bild unseres jeweiligen Ichs aus den vielen hinterlassenen Puzzleteilchen zusammenzusetzen und auch die Nebelkerzen zu filtern, die wir geworfen haben.

Chantalismus, haha

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/littlewisehen/status/157122345142730752"]

Gestern machte dieses tumblog die Runde und erheiterte die Digerati. Auch mich, ich gebe es zu: ich lache ebenfalls über „Vornamensbehinderte“ (Kevin, Chantal, Schackeline), bzw. über ihre Eltern, die oft schmerz- und meist bildungsbefreit ihre Anregungen für die Namensgebung des kleinen Prinzen und der kleinen Fee aus den R&B-  und Hiphop-Charts oder dem Kino nehmen, oder sich an beknackten ungewöhnlichen Promikindernamen („Apple“, „Peaches“, „Suri“) orientieren. Da kommen dann so interessante Kombinationen wie „Leeroy-Jerome“ auf (der Junge wird hoffentlich mal ein guter Tänzer) oder „Jason Damien“ (die Eltern haben entweder keine Ahnung, wen sie sich da ins Haus geholt haben könnten, oder lassen alles Weitere auf sich zukommen).

Aber mal im Ernst: Sind Kevin und Schantall so viel schlimmer dran als die drölf Lauras, Leonies, Maxe und Carl-Christopher pro Klasse in den Grundschulen der Elbvororte? Waren denn unsere Großeltern oder Eltern so viel besser dran mit Namen aus den damaligen Sagen und Entertainmentblockbustern, z.B. von Wagner: Krimhild, Walburga, Hildburg, Walburga bzw. Traugott, Isegrimm, Waldemar, Fürchtegott, Gotthilf? Was halten wir von Clothilde, Käthe, Willibald und Heinz-Dieter? Und was ist mit unserer Generation? So mancher Kennedyfan hat seinen Sohn John (englisch ausgesprochen, nicht norddeutsch), manche sogar gleich John-John genannt. Ich hatte vier oder fünf Katrins in jeder Klasse, mal mit K, mal mit C, mal mit, ohne h in der Mitte und an Carolines herrschte auch keine Unterversorgung. Thomasse, Thorstens und Jans kenne ich wie Sand am Meer. Ist das so viel vorteilhafter? Namen sind fast immer modisch, manchmal modern und selten zeitlos.  Da muss man durch.

Und wenn nur noch Kevins und Chantals in den Klassen sitzen, dann ist der Witz irgendwie auch weg. Letztlich werden diejenigen Kinder gemobbt, die geborene Opfer sind – wenn ihr Name nichts zum lästern hergibt, dann die Haarfarbe, die Brille, das Kleid, die falsche Turnschuhmarke, der falsche Dialekt … es ist völlig egal. Vorurteile, Kleingeist, Engstirnigkeit: Das sind die eigentlichen Probleme unserer Spezies. Wenn Shanaia-Lourdes sportlich ist, selbstbewußt, schlagfertig und vielleicht noch hilfsbereit und gutaussehend, dann wird sie keine Probleme im Leben haben – außer vielleicht mit grauhaarigen Waldemars in der Finanzbehörde. Oh.

 

Blogfund der Woche: Technical Assistance Madness

Blogs von gefrusteten Dienstleistern, die die dollsten Anekdoten ihrer Erlebnisse mit Kunden erzählen gibt es ja wie Sand am Meer, Stichwort: clientsfromhell.net bzw. die deutsche Variante ausderhoelle.de (dort zweigeteilt in Kunden und Kollegen aus der Hölle). Viele solcher Blogs sind leider inzwischen eingeschlafen oder aus anderen Gründen offline, aber über verschlungene Pfade bin ich heute auf http://techniker-stories.blogspot.com/ gelandet und mußte schon mehrfach laut lachen. Kostprobe? Z.B. Die Messi-Hexe.

Mach’ das weg! – Neues aus der Schweinebucht

Mach’ das weg! – Neues aus der Schweinebucht

Mein Schwager ist Recht! – © Kiki Thaerigen

„Mein Schwager ist Recht!“

Sehr gelegentlich verkaufe ich ja auch mal etwas bei einer bekannten Internetauktionsplattform. Dieses Mal bot ich eine noch versiegelte DVD Staffel-Box einer TV-Serie feil, die mich leider so gar nicht interessierte und die ich mal geschenkt bekommen hatte. Meine Rahmenbedingungen: Startpreis 1 Euro (no risk no fun), Versand nur versichert und trackbar per DHL („hab’ ich nicht gekriegt“ fällt somit aus), keine Selbstabholung (igitt, fremde Leute vor der Tür?!), nur Überweisung, kein PayPal o.ä. (auf’m Konto is’ auf’m Konto), zahlbar binnen 10 Tagen nach Auktionsende (ich will den Krempel vom Hof haben). Die Bühne war bereitet, das Publikum kam und schaute (23 Beobachter!?), es kam eine Nachfrage nach vorhandenen Untertiteln die ich gern und zügig beantwortete und ergänzend in den Auktionstext einfliessen liess. Es begann die Bieterschlacht und der Gewinner reckte triumphierend die Arme in die Höhe ob des gemachten Schnäppchens: (mehr…)

Hilferuf – „Holy Fruit Salad!“

Ich kenne die Fotografin Mme Creezy persönlich von diversen re:publica Begegnungen und lese ihr Blog Holy Fruit Salad! sehr gerne, es ist auch auf meiner Blogroll verlinkt. Jetzt braucht sie unsere Hilfe, ihre Kräfte sind am Ende. Und dankenswerterweise hat sie es geschafft, diesen Hilferuf abzusenden bevor sie komplett unterzugehen drohte. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit und oft das Schwierigste.

Sie ist ein Urgestein der Bloggerszene und hat unzähligen Menschen (fast) bis zur Selbstaufgabe geholfen. Jetzt sind wir dran: Spendet, was Ihr könnt für sie und ihre Katzen – Rat, Tat, aufmunternde Worte, Geld via den von einem Freund eingerichteten Spendenknopf. Let’s put back the Social in Social Web!

Genies bei der Arbeit

Genies bei der Arbeit

Diese Woche war es soweit: Nach über 25 mit Apple Produkten verbrachten Jahren (yes, I am a fangirl, die Android fanbois und Apple-Hater dürfen gerne woanders lesen) hatte ich die erste Begegnung mit dem Apple Kundenservice. Und das kam so: Ich hatte ein Macbook Air der ersten Generation (early 2008) geschenkt bekommen, dessen Bildschirm lose in den Angeln der zerbrochenen Scharniere hing und nur noch blauviolett vor sich hin strahlte. Es war der Vorbesitzerin, der weltbesten Lieblingscousine, wohl ein paar hundert Male heruntergefallen, vielleicht hat sie damit auch nach einem ihrer drölf Umzüge Nägel in die Wand gekloppt, einen Reifen gewechselt oder es als Unterlage für einen kippeligen Tisch benutzt, man weiß es nicht. (mehr…)

Mama ist auf Safari

Das Telefon klingelt, Mama ist dran. „Kannst du mir helfen?“ Es klingt leicht gehetzt, irgendwie abgekämpft. „Was gibt’s denn?“ frage ich. „Also, ich bin hier im Internet …“ „Das klingt, als habe man Dich nachts an der A7 auf irgend einem Parkplatz ausgesetzt.“ „Nunja, so ähnlich ist es auch.“ (mehr…)

Meine Lieblingstweets im Juli

Meine Lieblingstweets im Juli

Wer gelegentlich die Geschichten auf clientsfromhell.net oder kunden.ausderhoelle.de liest, der weiß: Designer sind Zauberer. Die Aufnahmehürden in diese Gilde sind jedoch hoch: [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/WortWunder/status/86682731983015937"] Dafür ist die Zahlungsmoral der Kunden meist eher niedrig, aber das gilt für alle Branchen. (mehr…)

Ein neutrales Problem?

Ich bin ja eher selten auf eBay aktiv, insofern ist das hier für die Profis vielleicht ein alter Hut, aber gerade ärgere ich mich zum zweiten Mal: erst über den Verkäufer, dann über E-Bay. Wobei ärgern das falsche Wort ist, eher wundere ich mich: Ich möchte eine neutrale Bewertung abgeben. Neutral heisst in diesem Fall: Die Ware ist völlig okay und wie beschrieben, der Versand ging flott von der Hand, allerdings hat der Verkäufer die Auktionsgebühren in die Versandkosten mit einfliessen lassen. Auch das könte man als OK ansehen, weil ich ja nicht bieten muß wenn mir das stinkt, aber mein Budget für den Artikel wurde insgesamt nicht überschritten, insofern könnte es mir ja egal sein, ob ich nun die paar Euro mehr für den Artikel selbst oder aber für die Versandkosten bezahle. (mehr…)

Spätrömische Dekandenz, tatkräftig umgesetzt

Nochmal langsam: Eine uneinsichtige akademische Hochstaplerin lässt sich wenige Tage, nachdem eine der ältesten und angesehensten Universitäten Europas ihr ihren Doktortitel entzogen hat, in einen Ausschuss des Europäischen Parlaments wählen, der Entscheidungen über Forschungsfragen trifft.

Nur, falls es jemand immer noch nicht verstanden hat: Deutschland wird im Forschungsausschuss des Europaparlaments durch eine überführte wissenschaftliche Betrügerin repräsentiert.

Das Ende der Lügen

Ich bin nicht mehr wirklich überrascht über die Chuzpah, mit der Die Frau und ihre Steigbügelhalter hier agieren. Es kommt ja nicht unvorbereitet zu einer Zeit, in der z.B. mediale Volksverhetzung prämiert wird (gesponsort durch die Stiftung einer Familie, die ihr Geld in der Rüstungsindustrie zu NS-Zeiten nachweislich zu einem nicht geringen Teil durch die Ausbeutung von Zwangsarbeitern angesammelt hat). In einer Zeit, in der Banken, Wirtschaftsprüfer und -kanzleien ihren Lobbyismus nicht mehr heimlich im Hinterzimmer pflegen müssen, sondern von unseren Volsvertretern schon hochoffiziell mit der Ausgestaltung der Gesetzesvorlagen beauftragt werden. In einer Zeit, in der regelmässig Polizisten auf Demonstrationen friedlicher Bürger als Agents Provocateurs agieren und auf eine Eskalation der Gewalt setzen, die sie selbst hervorgerufen haben. In einer Zeit, in der ständig neue Terrorgesetze gefordert werden, der Bürger immer gläserner wird aber gleichzeitig oft durch Abmahnungen in seiner wirtschaftlichen Existenz bedroht, wenn er selbst Transparenz von seinen gewählten Vertretern fordert. In einer Zeit, da das Prinzip der Gewaltenteilung offensichtlich ein Fremdwort für manchen Landesinnenminister ist. In einer Zeit, da unsere Politiker ein ums andere Mal die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts vorsätzlich grob missachten und Deutschland von einer Verfassungskrise in die nächste stürzen.

Andererseits passiert das alles ja ganz transparent. Es überrascht mich daher nur, daß der Schrei „Ah! Ça ira – à la lanterne!“ noch nicht lauter erklingt.

Portnoys Beschwerden … sort of

We set down a blanket and it was showdown time. Now understand that I had a hard time in junior high taking showers after gym. That’s just embedded in Jewish DNA. My people tend not to “streak”. We’re not, by nature, a “let it all hang out and frolic” culture. But the DJ who was with me stripped down in seconds. He obviously wasn’t Jewish, which was visually apparent the minute he lowered his pants.

Ken Levine erzählt von seinem Tag am Black’s Beach, einem südkalifornischen Nudistenstrand.

Oh, oh, oh … noez! Die Golf Boys sind im Haus!

Morgen beginnen die U.S. Open, eine todernste Angelegenheit. Aber für heute darf gelacht werden. Hunter Mahan, Rickie Fowler, Bubba Watson und Ben Crane sind vier Top U.S. Golfer, die sich zusammengeschlossen und zu Charityzwecken eine Boy Band ins Leben gerufen haben. Alle vier können weder singen noch tanzen noch sind sie, mit Ausnahme von Fowler vielleicht, sonderlich fotogen, aber sie haben eine Menge Humor, sind sichnicht zu schade dafür, sich zum Affen zu machen und blöde Sprüche zu kassieren, falls sie diese Woche beim zweiten Major Turnier der Saison, den U.S. Open, (unwahrscheinlicherweise) den Cut nicht überleben und vorzeitig die Heimreise antreten müßten. Sie sind sozusagen das Pendant zu Justin Timberlake: Er ist ein Supertänzer und passabler Musiker, der sich auch recht wacker auf dem Golfplatz schlägt. Die Jungs hier sind Top Golfer, die … äh … aber seht selbst:

Es ist ein wenig wie ein Auffahrunfall auf der Autobahn – man kann nicht hin- und nicht wegsehen. Hunters weiches, weißes Bäuchlein schwabbelt unter seinem Pelz, Bubbas Latzhose verdeckt dankenswerter Weise das Schlimmste, zeigt aber dennoch mehr, als man sehen will. Rickie Fowler in Lederhosen? Schlag’ still mein klopfend Herz! Und Ben Crane… nun, er trägt den Helm wohl nicht umsonst. Ich freu’ mich aufdie U.S. Open. Und bin gespannt, ob den Europäern eine Replik auf die Nummer einfällt – am besten allerdings auf dem Rasen.

Cool Hand Luke

  • Veröffentlicht am 6th Juni 2011,
  • veröffentlicht von
  • mit 1 Kommentar

Luke Donald hat den Ruf des europäischen Weicheis, des Mr. Nice Guy, des Typs der einfach kein „Closer“ ist und den Sack zumachen kann wenn es ums Ganze geht, erfolgreich abgelegt. Der blonde Brite mit den untadeligen Manieren, der Kunstgeschichte studiert hat, Weine sammelt und immer so aussieht, als würde er Blumen essen und dessen Pups nach Rosen duftet – er ist nunmehr Weltranglistenerster, führt im FedEx Cup, im Race to Dubai und in der Order of Merit Liste. Sein Killerinstinkt, mit dem er auch im Matchplay und besonders im Rydercup jeden Gegner vor Schreck lähmt, schützt ihn jedoch nicht vor U.S-amerikanischen Prohibitionsriten:

[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Luke_Donald/status/77528353195819009"]

Mit Mitte dreissig nach einem Ausweis gefragt zu werden, wenn man ein Glas Wein bestellt? Only in America!

Das Beste an Fußball-WMs …

… ist doch die Nike-Werbung. Sind wir mal ehrlich: Fußball-WMs sind für Vereinsfans in der Regel nur so mittelspannend. OK, Nationalmannschaftsfussball ist natürlich besser als gar kein Fussball während der Sauregurkenzeit bis zum Start der neuen Bundesligasaison. Aber so lange der Kader nicht zu 95% aus den Spielern der alltags favorisierten Lieblingsmannschaft besteht, geht man das doch eher gelangweilt an. Anders als die Leute, die sich ansonsten null für Fussball interessieren (und das scheinen die meisten zu sein): Das Land versinkt schon in der Vorrunde im Autocorsofähnchenwahn, der darüber hinwegtäuschen soll, daß die Vorrunden in der Regel nicht sonderlich spannend sind und unsere Gurkentruppe da meist entweder peinliches Gehampel gegen vorab als Fallobst deklarierte Gegner abliefert, oder aber einen Nichtangriffspakt mit Österreich schließt, oder man macht müdes Ballschubsen gegen internationale Schwergewichte wie äh, England. England gilt als internationales fußballerisches Schwergewicht, weil sie vor fast einem halben Jahrhundert durch ein fälschlicherweise gegebenes Tor mal den hässlichsten Pokal nach dem Stanley Cup gewonnen haben. Seitdem nix mehr, nada, zilch, zip, zero, nullinger. (Und lauwarmes Bier.)

Das alles gilt so natürlich nur für die Herren der Schöpfung. Die deutschen Damen spielen seit jeher  kontinuierlich ungleich erfolgreicher als ihre männlichen Pendants, was einmal im Jahr oder alle zwei oder alle vier Jahre für einen zwölfsekündigen Beitrag in den Tagesthemen  reicht. Wie oft, das weiß kein Mensch, denn Frauen-Fußball interessiert kein Schwein, sei es ein chauvinistisches oder nicht. Es erinnert ein wenig an die Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf. Sie war verläßlicher, erfolgreicher und rundherum besser als er (hübscher sowieso) und spielte auch das schönere Tennis. Er dominiert damals wie heute mit seinem Primatengeschnaufe die Medien. Same old, same old.

Nun aber findet in diesem Sommer mal wieder eine Fussball-WM in unserem schönen Land statt. Ach, wußten Sie noch nicht? Klar: ist eine Frauenfussball-WM. Also medial etwa so spannend wie die thüringischen Kreismeisterschaften im Rhönradturnen. Frauenfussball klingt ein bisschen wie Paralympics. Muss es ja auch irgendwie geben, aber da macht man doch bitte kein Gedöns drum! Wir haben supertolle und extrem erfolgreiche Frauen am Start, die auch mehrteilig gar nicht mal so hässlich sein sollen, aber einige davon sollen *kreisch!* lesbisch sein, und andere voll intrigiert, wie Loddar das nennen würde, also mit deutschem Pass aber ursprünglich halt von auswärts. Jedenfalls muss man das Thema und das Team der deutschen Öffentlichkeit behutsam aber nachdrücklich näherbringen. Nicht daß da am Ende mehr Leute auf dem Rasen als im Stadion stehen, nicht wahr?

Wie gut, daß es Nike gibt. Die sorgen ja vor jeder WM für die schönsten Spots, auch wenn die im Nachhinein dann wenig bis gar nichts mit den Ereignissen bei der WM zu tun haben. Ich erinnere nur an diesen WM-2010-Clip mit Rooney (schied komplett ohne Tor sang- und klanglos im Achtelfinale gegen Deutschland aus), Ribéry (flog nach peinlichen Vorstellungen früh mit den streikenden Kumpels nach Frankreich zurück), Ronaldinho (kam gar nicht erst mit nach Südafrika) oder Ronaldo (vergeigte im Achtelfinale gegen Spanien):

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Meine Favoriten sind hingegen immer noch diese beiden Clips, die nicht nur musikalisch, sondern auch spielerisch zu überzeugen wissen:

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und

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Aber genug gespielt, zurück zur Frauen-WM. Um die ordentlich zu verkaufen hat man sich sicherheitshalber einen Mann dazu geholt. Auch so einen gut intrigierten, wenngleich auch in Madrid, aber wir wollen nicht kleinlich sein.

ARVE Error: no video ID set

und ansonsten gilt natürlich besonders bei den Damen: Sex(y) sells:

ARVE Error: no video ID set

Wer wissen möchte, wo diese ominöse WM eigentlich genau stattfindet, oder wann die Spiele sind, der bemühe sich hier herüber: Klick! Die Frauenfussballnationalmannschaft hat auf facebook immerhin schon fast 16.000 fans auf ihrer Sommermärchen reloaded Seite, da geht sicher noch was.

Wer ganz nah ran will, macht mit beim Jeriko und fotografiert mit Glück die Action direkt vom Spielfeldrand.

Und wer sich im Vorfeld etwas bilden möchte, der vergleicht ein wenig die Erfolgsbilanzen:

Die deutsche Fussballnationalmannschaft hat in den 80 Jahren seit Bestehen des Wettbewerbs 3 WM-Titel geholt und ist viermal Vizeweltmeister geworden. Außerdem zählen drei EM-Titel zu ihren Erfolgen.

Die deutsche Frauennationalmannschaft hat in den 25 Jahren, seit denen Frauen-Länderspiele ausgetragen werden, zwei WM-Titel in Folge geholt und ist außerdem sieben Mal Europameister geworden – seit 1989 praktisch durchgehend, von einem kleinen Ausrutscher 1993 mal abgesehen.

Always Ultra

Wir freuen uns über alle St.PaulianerInnen, die unseren Stil leben wollen, egal ob ihr aus der Nordkurve, von Sitzplätzen oder aus der Gegengerade kommt. Und wenn irgendwann 3.000 Ultras Arm in Arm mit dem Rücken zum Spielfeld hüpfen, sich und vor allem diesen großartigen Verein mit heißem Herzen feiern, und die Mannschaft sich bei entsprechendem Einsatz auch in schlechten Zeiten auf die Unterstützung der Kurve verlassen kann, dann werden wir uns an diese Monate zurückerinnern, als der Grundstein für dieses Kapitel der braun-weißen Fangeschichte gelegt wurde. Lebt St.Pauli! Lebt ultrà!

Aus: Ab in den Süden

 


Man muss sich nur zu helfen wissen

Wer gern (mit Blitz) fotografiert, hat vielleicht schon einmal von diesen Gels gehört, mit denen man die Farbkorrektur beeinflussen kann. Ich selbst kannte sie nur vom Hörensagen bzw. aus den Berichten in diversen Fotografenblogs und habe selbst noch nicht damit gearbeitet. Gel ist wohl etwas irreführend, gemeint sind transparente, bunte Folien, die über den Blitz geklebt werden und so die Farbgebung ändern. Ein Risiko dabei ist, daß die Folien anschmelzen (so ein Blitz wird ganz schön heiss) und man die Sauerei anschliessend nicht wieder abkriegt. Und bei Preisen zwischen 150-400 Euro für ein gutes Blitzgerät überlegt man sich das wohl lieber zweimal. Aber wer gern handwerklich arbeitet und nicht alles mit Photoshop machen möchte oder kann, oder auch einfach nur neugierig ist und gern experimentiert, der wird um die Arbeit mit Farbfiltern nicht herumkommen.

In den USA hat das nun ein Fotograf auf die Spitze getrieben: Er war in Colorado zu einer Wanderung eingeladen und nahm natürlich nur das Nötigste seiner Ausrüstung mit. In einer Eishöhle stieß er auf tolle Motive, aber – oh Schreck! – der Weißabgleich zeigte, daß alle Liebesmüh’ wohl nicht zum gewünschten Erfolg führen würde. Seine Filter hatte er natürlich nicht dabei, und schließlich kam ein Begleiter auf die Idee, es mit Fruchtgummis zu versuchen, die sie als Proviant eingesteckt hatten. Und so legte er verschiedenfarbige Gummis über seinen Blitz und drückte ab.

Das Experiment hat sich gelohnt, würde ich sagen!

Feigheit vor dem Feind

Gleich vorab: Ich mag den Guttenberg nicht. Ich habe grundsätzlich nichts für Leute übrig, die „von Adel sind“, denn um Forrest Gumps Mama mal zu paraphrasieren: adlig ist, wer Adliges tut. Ich warte noch auf den ersten passenden Kandidaten – von allen Adeligen, die ich in meinem Leben bislang kennenlernen durfte, hat sich keiner durch übermäßig viel Intelligenz ausgezeichnet. Sie waren zwar meist auch nicht dümmer als der Rest der Welt, aber durchgehend bornierter, und da kann ich ja mal gar nicht drauf, wie man so schön sagt. Ich halte seine Frau für völlig unerträglich, komplett lernresistent und geradezu böswillig und heimtückisch, was ihre abartige „Tatort Internet Kampagne“ angeht, und daß den beiden die BLÖDzeitung täglich in den Allerwertesten kriecht, ist zwar naheliegend, aber gibt der Sache endgültig den Anstrich: „wi-der-lich“. Kommt noch dazu, daß er die Bundeswehr de facto in eine Freiwilligenarmee umwandelt und mit chancenlosen Hauptschulabbrechern bevölkern will (ob diese Art Armee auch den Schießbefehl verweigern wird, wenn dereinst der Pöbel die Wahlbetrüger an die Laternen knüpfen will, oder ob wir nicht doch besser, wie die Ägypter, mit einer Wehrpflichtigenarmee fahren?), und mein Ekel kennt kaum noch Grenzen, wenn ich seinen Namen höre.

Andererseits kann er ja auch nix dafür, daß er ein Titelträger ist, man wird nun einmal so geboren, das hat er sich ja nicht ausgesucht. Solche Titel kleben halt auf der Geburtsurkunde, ob man will oder nicht, und wer von uns diesen Vorsprung ins Leben der Reichen und Schönen nicht ausnützen würde, der werfe den ersten Stein. Der Titel, der allerdings nicht auf der Geburtsurkunde prangt, den man sich dann doch erst erarbeiten muss, das ist der Doktortitel. Für den begibt man sich entweder ein paar Jahre seines Lebens ins stille Kämmerlein und schuftet, oder man kauft ihn sich im Ausland und hofft, nicht aufzufliegen. So oder so, man kriegt ihn nicht geschenkt. Er gehört erst nach der Verleihung durch die Universität zum Namen.

Einige Leute scheinen nichts besonderes dabei zu finden, wenn man sich diesen Titel „erschummelt“ hat, wie sie es nennen. „Haben wir nicht alle mal abgeschrieben?“ versuchen sie „die Kirche im Dorf zu lassen“.

Nein, haben wir nicht. Und es geht nicht um einen Satz Mathehausaufgaben aus der dritten Klasse, die man morgens im Bus noch schnell abschreibt im Tausch gegen einen Schokoriegel, auch wenn das Prinzip natürlich dasselbe ist. Ein Doktortitel kann einen Unterschied von mehreren -zigtausend Euro Gehaltszahlungen im Jahr ausmachen, kann den Unterschied zwischen „hab’ den Job gekriegt“ und „leider war ein anderer Bewerber qualifizierter“ sein, kann bei manchen Naivlingen wie mir sagen „okay, er ist von Adel, aber wenigstens hat er seinen Doktor gemacht, er kann also nicht völlig blöd sein.“

Ich weiß nicht, ob Karl Theodor zu Guttenberg seinen Doktortitel zu Unrecht trägt oder nicht. Es wird gerade ein Wiki mit angeblich plagiierten Teilen seiner Dissertation gefüllt, es gibt einige journalistische Recherchen und die die Beweislast scheint insgesamt eher erdrückend. Andererseits gilt natürlich auch hier „viel Feind, viel Ehr’“ und die Motivation einiger der Beitragenden und Journalisten dürfte auch nicht ganz frei von persönlichen Animositäten sein. Die Wikipedia gilt zu Recht in wissenschaftlichen Kreisen nicht als veritable Quelle, da dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet sind. Mit der Schwarmintelligenz ist es auch nicht immer weit her, gerade die Wikipedia ist ein leuchtendes Beispiel dafür, daß es eben auch Schwärme von Idioten gibt, die sich gern und ausführlich äußern und das dann für relevantes Wissen ausgeben.

So oder so: es wäre in des Verteidigungsministers bestem Interesse, das Thema nicht weiträumig zu umfahren, wie er es gerade tut. Seine Reise nach Afghanistan war sicherlich länger geplant und es wäre töricht, sie als Flucht zu beschreiben, auch wenn ihm eine kleine Verschnaufpause sicherlich zupaß kam. Aber nun ist er wieder im Lande und könnte, um nicht zu sagen: müßte vor die Presse treten und sich den Fragen stellen, die die letzten verbliebenen nicht gekauften Journalisten in unserem Lande an ihn richten möchten.

Statt dessen brüskiert er die Journallie, indem er sich nur „einigen, ausgewählten Medienvertretern“ zur Verfügung stellt. Es bedarf sicherlich nicht viel Fantasie sich vorzustellen, welche Sorte Hofberichterstatter dort eifrig das notieren werden, was er ihnen in die Notizblöcke diktiert. Und hier endet auch jedwege Spekulation um Betrug oder Missverständnis – dieses Verhalten nenne ich schlicht Feigheit vor dem Feind.

Ach ja: Heute sind in Afghanistan zwei unserer Soldaten ums Leben gekommen. Ich hätte dazu ein paar Worte ihres Chefs erwartet, und seien sie noch so warm und windig wie die seichten Fürze, die auch sonst jeder Politiker weltweit dazu absondert. Aber das stand nicht auf der Agenda bei der Bundespressekonferenz. Statt dessen: Ein geplanter Besuch der Karnevalsprinzen im Kanzleramt.

On the Road again! (Der Werkstattsketch, Teil 2)

Ich hab’ mich dann am Mittwoch doch noch getraut, die Werkstatt anzurufen.

*Telefonklingeln*

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Sie erinnern sich vielleicht, Sie haben da ein Auto in Ihrer Werkstatt …“
Werkstattmitarbeiter: „Jau. Klar! Wollte Sie auch gerade anrufen. Also, ich hab’ da mal den TüV-Gutachter drunter durchgejagt …“
Ich: „Bidde?“
Werkstattmitarbeiter: „Nur die Ruhe, ich hab’ ihn nur mal gefragt, was er denn dran gemacht haben will.“
Ich: „Und was hat er gesagt?“
Werkstattmitarbeiter: „Nix.“
Ich: „???“
Werkstattmitarbeiter: „Der hatte nix zu beanstanden, der Wagen kriegt Stempel und Segen.“
Ich: „Wie schön! Aber warum fährt er nicht?“
Werkstattmitarbeiter: „Ja, also, das wird an der Relaisbox liegen, die ist total durchgeschmort. Da bestelle ich jetzt ein Ersatzteil und dann baue ich das ein und dann krall’ ich mir den Mann vom TüV noch mal und der macht da seinen Stempel drunter und gut ist.“
Ich: „Okay. Und wann, glauben Sie, kann ich den Wagen abholen?“
Werkstattmitarbeiter: „Morgen oder spätestens Freitag, je nach dem ob die das Teil heute noch liefern können. Wir rufen Sie an.“
Ich: „Dankeschön!“

*Klick.*

Donnerstag, 10. Februar.

*Telefonklingeln*

Ich: „Hier bin ich, wer ist da?“
Werkstattmitarbeiter: „Moin. Ihr Auto ist fertig, können Sie abholen kommen.“

Und so geschah es. :-)

Der Werkstattsketch (open end)

Samstag, 22. Januar. Mein Auto, das seit einer Weile unbenutzt vor der Tür steht, hat ein Ticket bekommen, handsigniert von einem eifrigen Büttel, der sehr wahrscheinlich von einem Schrebergartennazi und Parkmanager instruiert wurde an einem stockdunklen Sonnabend um 21:45 im strömenden Regen offenbar nichts besseres zu tun hat, als die Umgebung seines protzigen neuen Reviers nach Übeltätern abzusuchen. Der Büttel hat in besagtem Dauerregen meinen vorschriftsmäßig, niemanden behindernden und völlig unauffällig als einer in einer Reihe von unzähligen am Straßenrand geparkten Kleinwagen mit der Taschenlampe abgesucht und ist fündig geworden: Der TüV ist abgelaufen.

(Okay. Mea Culpa. Hätte ich eher drauf achten müssen. Asche auf mein Haupt.)

Montag, 24. Januar. Ich suche und finde eine Werkstatt, die mir in diversen Foren im Web als schnell, sauber, ordentlich, fair, freundlich  und kompetent empfohlen wird. Auf der Firmenwebsite steht, daß sie innerhalb der Stadtgrenzen auch Wagen abholen. Super, meiner springt nicht mehr an, im ADAC bin ich nicht. Meine bisherige Werkstatt ist teuer, inkompetent, unfreundlich und will fürs Abschleppen 170 Euro.

*Telefonklingeln*

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Mein Auto springt nicht mehr an, muss durch den TüV und hier weg, es hat ein Ticket gekriegt. Können Sie das abholen?
Werkstattmitarbeiter: „Ohauerha, das wird eng heute, reicht das auch noch bis Mittwoch? Habe gerade keinen Mitarbeiter frei, die sind alle krank, ich bin hier alleine und kann nicht weg.“
Ich: „Nun, wie gesagt, der Wagen hat ein Ticket, aber bis Mittwoch sollte wohl reichen.“
Werkstattmitarbeiter: „Ich kann Mittwoch Abend nach Feierabend vorbeikommen und den Schlüssel und die Papiere abholen, und dann im Laufe des Donnerstags den Wagen abholen, dann müssen Sie sich keinen Urlaub nehmen und zuhause warten.“
Ich: „Okay, danke.“ (bis Mittwoch??)

*Klick*

Mittwoch, 26. Januar. Der Mitarbeiter kommt abends nach Feierabend, besieht sich den Wagen und nimmt Papiere und Schlüssel entgegen.
Werkstattmitarbeiter: „Ja, äh, also vor Freitag werde ich das nicht schaffen, den abzuholen, spätestens am Wochenende dann aber.“
Ich: „Gnarf. Na gut, wenn’s nicht anders geht … aber optimal ist das nicht. Ich hab’ echt keine Lust, da noch ein Ticket drauf zu kriegen, oder am Ende ist die Polizei schneller mit ihrem Abschlepper als Sie!“
Werkstattmitarbeiter: „Spätestens am Wochenende. Ich hab’ halt niemanden im Moment dafür frei.“
Ich: „OK. Es ist, wie es ist. Aber nicht drauflosreparieren, ich will erst einen KV, was er hat und was das kosten wird.“
Werkstattmitarbeiter: „Ja natürlich!“

Sonntag, 30. Januar. Der Wagen steht nach wie vor vor der Tür.

Montag, 31. Januar. Der Wagen hat ein frisches Ticket. Ich rufe die Werkstatt an.

*Telefonklingeln*

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Mein Wagen steht immer noch vor der Tür, jetzt mit einem neuen Ticket. Wollten Sie nicht spätestens am Wochenende abholen?“
Werkstattmitarbeiter: „Ja, der Kollege hat’s nicht geschafft, aber ist jetzt unterwegs, der Wagen ist gleich weg.“
Ich: „Aha. Und Sie denken dran: nicht drauflosreparieren, erst mal gucken, was er hat und mir einen KV geben, okay?“
Werkstattmitarbeiter: „Ja klar!“
Ich: „Rufen Sie bitte kurz durch, wenn der Wagen bei Ihnen auf dem Hof steht, damit ich weiß, daß Sie ihn tatsächlich abgeholt haben und nicht die Bullen?“
Werkstattmitarbeiter: „Natürlich, gern. Ihre Nummer ist *rezitiert korrekt meine Telefonnummer*, richtig?“
Ich: „Genau. Danke!“

*Klick*

Dienstag, 1. Februar. Der Wagen ist weg. Hurra! Oder doch nicht?

*Telefonklingeln*

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Ich hoffe mal, Sie haben gestern den Wagen abgeholt? Habe nichts mehr von Ihnen gehört und dachte, ich frage mal nach … “
Werkstattmitarbeiter: „Ja, das waren wir. Ich hatte noch versucht, Sie zu erreichen, aber vergebens, und heute in dem Trubel …“
(Ich habe ein Handy mit Mailbox. Wenn jemand mich erreichen will und ich nehme nicht ab, geht die Mailbox ran. Wenn jemand nichts draufspricht, bekomme ich eine Nachricht über 1 Anruf in Abwesenheit. Wenn ich zufällig gerade telefonieren sollte, bekomme ich ein Signal, daß mich jemand auf der anderen Leitung anruft. Will sagen: eine dümmere Ausrede als „hab’ Sie telefonisch nicht erreicht“ gibt es nicht.)
Ich: „Aha. Schön. Also dann harre ich mal Ihres Kostenvoranschlags.“
Werkstattmitarbeiter: „Wir melden uns.“

*Klick*

Freitag, 4. Februar.

*Telefonklingeln*

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Ich wollte zart an den Kostenvoranschlag erinnern, hatten Sie schon Gelegenheit zu checken, was der Wagen hat?“
Werkstattmitarbeiter: „Noch nicht, aber ich seh’s mir nachher mal an. Spätestens Montag.“
Ich: „Mhmm.“
Werkstattmitarbeiter: „Schönes Wochenende!“

*Klick*

Montag, 7. Februar.

Werkstattmitarbeiter: „Werkstatt ‘Schnell und kompetent’, was kann ich für Sie tun?“
Ich: „Moin. Und, was hat der Wagen?“
Werkstattmitarbeiter: „Ja, also, ich hatte noch keine… aber mein Kollege hat auf Fahrzeugteile gewartet, und da habe ich ihm gesagt, er kann ja in der Zwischenzeit mal einen Blick in Ihr Auto werfen, nicht wahr?“
Ich (mühsam beherrscht): „Gute Idee. Und was hat er entdeckt?“
Werkstattmitarbeiter: „Nix. Also so auf Anhieb. Aber zu mehr hatte er dann noch keine Zeit. Das machen wir heute. Mittwoch ist ja der TüV im Haus, bis dahin…“
Ich unterbreche ihn: „Sie haben schon noch im Hinterkopf, daß ich bitte erst einen KV will, bevor Sie mein Auto für ungeahnte Wer-wird-Millionär-Summen durch den TüV bringen, oder?“
Werkstattmitarbeiter: „Ja, sicher. Natürlich! Aber wir hoffen natürlich, daß es dann also noch alles am Mittwoch klappt. So irre viel kann der ja nicht haben.“
Ich: „Ihr Wort in Gottes Ohr, guter Mann.“

*Klick*

Dienstag, 8. Februar. Funkstille.

Heute ist Mittwoch, der 9. Februar. Ich traue mich nicht, da anzurufen. Ob ich einen KV bekomme? Ob der Wagen noch 2011 durch den TüV kommt? Ob ich eher vom Verkehrsamt als von der Werkstatt höre?

Stay tuned.

Antwort auf eine rhetorische Frage

Keine Konversationen im Papierkorb vorhanden. Warum sollten Sie etwas löschen, wenn Sie über so viel Speicher verfügen?

Das fragt mich Google Mail, wenn ich meine Mails endgültig löschen will. Man kann nämlich dort seinen virtuellen Papierkorb im Postfach nicht einfach so leeren und Mails nicht einfach so löschen. Ich rufe meine Google Mails ausschliesslich über IMAP ab, bin also eigentlich nie auf der Google Webseite. Ich lasse mir ja auch im analogen Leben meine Briefe direkt nach Hause liefern und hole sie mir nicht auf dem Postamt ab, logisch.

Neulich fiel mir auf, daß bei über die Google Mailadresse empfangenen Mails, nicht „löschen“ sondern „archivieren“ auf dem Button steht, mit dem man sonst seine Mails löscht. Mir ist schon klar, daß ich selbst das Produkt bin, wenn ich für ein Produkt nicht bezahlen muss – „nur der Tod ist umsonst, und der kostet das Leben“, wie meine Omi zu sagen pflegt. Und deshalb nutze ich Google Mail auch nur als Wegwerfaccount. Soll heißen, das ist eine Adresse die jeder haben darf und die ich z.B. auf Facebook oder Xing etc publiziere und für die nervigen „XYZ hat Sie als Kontakt hinzugefügt“ Bestätigungsmails nutze, weil die wirklich interessanten oder wichtigen Mails von Freunden, Kunden etc. über andere Adressen reinkommen. Google erpresst einen ja auch quasi eine Gmail-Adresse anzulegen, um z.B. Feedburner nutzen zu können (den ich schon ewig und drei Tage im Einsatz hatte, bevor Google den Laden geschluckt hat), oder auch meinen RSS Reader NetNewsWire (bei dem ich einen Premiumaccount hatte, bevor sie das Handtuch warfen und sich für Google auf den Rücken gelegt und die Beine breit gemacht haben).

Insofern habe ich diesem „archivieren“ Button nie Beachtung geschenkt. Heute früh habe ich mir das mal auf der Google Mail Seite angesehen und die drölf Zillionen Spammails endgültig gelöscht. Und ja, ich weiß auch daß die hundertpro bei Google nach wie vor irgendwo archiviert sind, falls irgend eine Regierung mal anklopfen und danach fragen sollte. Als alles „weg“ war, las ich die obige Frage.

Aus Googles Sicht handelt es sich um eine rhetorische Frage, denn sie sind offenkundig nicht an meiner Antwort interessiert – es gibt kein Feedbackformular o.Ä. Für mich klingt sie jedoch wie die Verhöhnung, die sie ist. Mögliche Antworten wären

  • weil ich auch zuhause kein Messie bin und regelmäßig meinen Müll runtertrage, auch wenn in den Zimmern, im Keller und auf dem Balkon noch Platz genug ist
  • weil ich alt genug und mündig bin um zu entscheiden, was weg kann und was ich noch aufbewahren will (oder in Loriots Worten: „Mein Sohn ist sechzehn. Er sitzt und spricht.“)
  • wißt Ihr was? Das hat Euch nicht zu interessieren!

Wenn Google meinen Müll behalten und sammeln will, dann zeigen sie mir damit nur eines: daß sie genau der Drecksladen sind, für den ich sie sowieso halte.

Canon oder Nikon?

Wenn man sich heute mit interessierten Menschen über Fotografie und Kameraequipment unterhält, fällt früher oder später meist die Frage „Canon oder Nikon?“. Wobei meinen Beobachtungen nach die Nikon-Anhänger einen Canon-Nutzer als Hobbyfotografen belächeln und umgekehrt die Nikonista von den Canoniers als affige Möchtegern-Pros gesehen werden. Der Krieg „Geha gegen Pelikano“ ist offenbar noch lange nicht vorbei, er wird nur unter anderem Namen geführt. Hingegen sind sich eigentlich alle einig, daß eine Leica viel zu teuer aber soooo geil und natürlich äußerst erstrebenswert ist und man den verdammten Barbourjackenträgern die Hälse mit den Trageriemen ihrer Billinghams umdrehen sollte, in denen diese unfähigen Angeber ihre M8 spazierentragen.

Jetzt ist allerdings vorerst geklärt, wer den längsten das tollste Equipment hat: Nikon! Aber seht selbst:

Canon Camera Lens Mugs at the Photojojo Store!

Der Thermozoombecher. Nichts für Espressotrinker, oder kommt das Teil dann mit Bildstabilisator? Die Dinger gibt es bei Photojojo für ein Schweinegeld, oder in der Elektrobucht für’n Appel und ’n Ei  aus Hong Kong (und garantiert aus derselben Produktionshalle).

Aber da ich selbst von Kindesbeinen an im Canon-Lager wohne, warte ich geduldig auf den Konter. Und ein Latte Macchiato macht sich in einem weissen Becher auch viel schicker.

DHL: Dauert Halt Länger

Drei Begebenheiten aus den letzten Tagen:

1. Ich bestelle etwas im Internet. Der Onlineshop schickt die Ware mit DHL und sendet mir die Trackingnummer. Ich warte und warte und warte ud gucke irgendwann, wo eigentlich meine Sendung bleibt. Die mir gebotene Information sieht so aus:

Aha, am Montag früh um kurz nach halb neun wurde meine Sendung also an einem unbekanten Ort in das Zustallfahrzeug geladen, um mir „voraussichtlich heute“ (also am 29.11.) zugestellt zu werden. Aber offenbar ist das gute Stück inzwischen irgendwo vom Laster gefallen, denn heute ist bereits Donnerstag, der 2.12. und ich habe weder die Sendung noch Benachrichtigungskarte im Briefkasten.

2. Diese ominösen Karten haben allerdings auch eher die Verbindlichkeit von Glückskekshoroskopen. Ich erinnere mich nur zu gut daran, wie ich vor Jahren mit einer solchen Benachrichtigung am nächsten Werktag („nicht vor 11 Uhr!“) in die angegebene Filiale stolzierte, nur um dort zu hören: „Die Sendung haben wir hier nicht. Nein, keine Ahnung, wo die liegt. Keine Ahnung, wer der Fahrer ist, das Gekrakel kann ich auch nicht lesen. Der nächste, bitte!“. Die Kirsche auf der Torte war, daß ich keine Ahnung hatte, wen ich nun um einen Nachforschungsauftrag bitten sollte, den man als designierter Empfänger ja bekanntlich nicht veranlassen kann, denn ich hatte nichts bestellt und erwartete auch nichts. Irgend ein netter Mensch hatte mir ein Geschenk machen wollen und denkt nun vermutlich seither, ich sei eine undankbare Kuh.

Aber um den aktuellen Bezug nicht zu verlieren: Ich wollte ein schweres zu versendendes Paket gern von DHL abholen lassen. Hervorragend, wenn man ohne Auto ist und sich bis zur nächsten Filiale keinen Bruch schleppen will. Also orderte ich das online, berappte brav die 3 zusätzlichen Euronen für diese Dienstleistung und wartete den ganzen Dienstag zwischen 08 und 20 Uhr auf den DHL Menschen, der natürlich nicht kam. Am nächsten Tag, also gestern, rief ich dann mal die Lauwarm-Line an und fragte, was denn der Hinderungsgrund gewesen sei. Erste Antwort: „Äh, hier steht etwas von einem Übertragungsfehler?“ – Ich so: „Hä? Ich habe hier eine eins-a-Auftragsbestätigung, ohne jeden Übertragungsfehler.“ – Sie so: „Moment, ich frage nochmal nach.“ Eine Minute später dann: „Sie waren nicht zuhause!“

Was soll man dazu noch sagen? Ich war nicht einmal unter der Dusche, aus Sorge, den DHL-Menschen zu verpassen. Aber offenbar hassen die mich wirklich inbrünstig in dem Laden, denn da gibt es ja noch folgende Begebenheit:

3. Eine Sendung aus Bielefeld (verdächtig genug, oder?) wurde beim Versand beschädigt und versteckt sich seit acht Tagen irgendwo in den Weiten des Hamburger Paketzentrums.

Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen.

Das Kleingedruckte

Ich versteigere diese/n/s gebrauchte/n/s … als Privatperson, nehme ihn/sie/es nicht zurück und gebe auch keinerlei Garantie oder Gewährleistung. Bitte stellen Sie Ihre Fragen VOR der Gebotsabgabe.

Versand:

  • Ich versende die Ware sicher verpackt und ausschliesslich als versichertes Paket bzw. Päckchen mit Sendungsverfolgung via DHL oder Hermes innerhalb Deutschlands.
  • Ich werde immer wieder mal gefragt, ob ich nicht die Ware als unversicherten Brief oder Warensendung schicken kann, um Porto zu sparen. Das möchte ich nicht, weil ich im Zweifel nachweisen können möchte oder muss, daß ich die Sendung abgeschickt habe und Sie sie erhalten haben, bzw. falls sie verlorengegangen sein sollte, ich DHL oder Hermes in die (Versicherungs-)Pflicht nehmen kann. Das geht aber nicht bei Waren- oder normalen Briefsendungen.
  • Die Versandkosten setzen sich aus den reinen Portokosten und den Kosten für Verpackungsmaterial zusammen. Bitte teilen Sie mir unbedingt mit, wenn Sie irgendwo kostenlose Luftpolsterfolie, stabile Kartons in der benötigten Größe und reissfestes Paketklebeband gefunden haben sollten. Da wo ich wohne, kostet dieser Kram leider relativ viel Geld. Meine Zeit und das Spritgeld sowie eventuelle Knöllchen fürs Parken im absoluten Halteverbot vor der Post stelle ich Ihnen hingegen nicht in Rechnung, ich bin ja nicht gierig. Aber ich würde Versandkosten in Höhe von 7,50 bei einem reinen Portopreis von 6,90 auch nicht als Wucher bezeichnen.
  • Wenn Sie meine Versandkosten also nicht in Ordnung finden sollten, dann bieten Sie einfach nicht mit. Am Ende erspart uns das beiden viel Ärger.
  • Ich versende binnen zwei Werktagen nach vollständigem Eingang des Geldes auf meinem Bankkonto. Und da ich nur mit versichertem Versand und Sendungsverfolgung arbeite, erhalten Sie von mir auch zeitnah nach Eingang des Geldes eine Trackingnummer für DHL oder Hermes, mittels derer Sie online genau verfolgen können, wo Ihre Sendung gerade ist. Klasse, oder?

Bieter aus dem Ausland:

  • Bitte mailen Sie mir VOR der Gebotsabgabe, wenn Sie im Ausland wohnen und mitbieten möchten. Ich versende nicht in jedes Land (z.B. NICHT nach Nigeria) und werde dann  die Versandkosten für Sie in Erfahrung bringen.
  • Ich behalte mir vor, Gebote von Käufern aus dem Ausland, die sich nicht VOR Gebotsabgabe mit mir in Verbindung gesetzt haben, kommentarlos zu streichen.

Zahlungsbedingungen:

  • Ich akzeptiere ausschliesslich Überweisungen auf mein Konto.
  • Ja, ausschliesslich.
  • Keine Barzahlung bei Übergabe
  • Keine Schecks
  • Keine Einschreiben mit Bargeld (das ist ohnehin von Seiten der Post aus verboten)
  • Kein Tausch gegen einen TüV-fälligen ‘96er VW Golf o.Ä.
  • Ausschliesslich Überweisungen.
  • Kein PayPal, BidPay etc. Nochmal zum Mitschreiben: Ich. Akzeptiere. Kein. PayPal. Wenn Sie mit PayPal zahlen möchten, dann suchen Sie sich bitte einen anderen Anbieter bzw. Verkäufer. Sie müssen nicht bei mir kaufen. Ich verkaufe nur sehr selten etwas, das es woanders nicht zu kaufen gibt, und selbst dann akzeptiere ich kein PayPal. Tun Sie sich und mir einen Gefallen und bieten Sie nicht mit, wenn Sie das Geld nicht zeitnah und auf einmal überweisen können oder wollen.

Mit der Abgabe Ihres Gebotes erklären Sie sich mit diesen Voraussetzungen einverstanden.

Abwehrkette

  • Veröffentlicht am 24th November 2010,
  • veröffentlicht von
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Ich flitze hastig über den Markt, um für das Mittagessen einzukaufen. Es ist kalt, erste Schneeflocken toben durch den schneidenden Wind. Da kommt mir eine Mutter entgegen, mit zwei Kindern links und zwei Kindern rechts, alle vier im Kindergartenalter und sich jeweils an den Händen haltend, im Sauseschritt. Ich will ausweichen, bin aber nicht schnell genug. Eines der Kinder rempelt mich hart an, mir wird die Obsttüte aus der Hand gerissen, die Clemetinen kullern übers Pflaster. Ich schüttele den Kopf und will mich gerade bücken, da pfeift mich die Mutter an: „Können Sie nicht aufpassen?“

Ich bin fassungslos. „Bidde wie? Sie gehen zu fünft nebeneinander über einen engen Markt, rempeln mich um jetzt bin ich schuld?“

Sie faucht: „Kinderhasser, was?“

Ich drehe mich wortlos um und sammele mein Obst auf. Ich hasse keine Kinder, wer hier liest oder mich kennt, der weiß das. Ich verachte nur diese verdammten, selbstgerechten Weiber am anderen Ende des kleinen Händchens. Die hauptberuflichen „Ich! Ich! Ich!“ Mütter, die nur Flurschäden und verbrannte Erde hinterlassen und sich dabei selbst regelmässig professionell und theatralisch als Opfer in Szene setzen. Am liebsten würden sie vermutlich noch einen Kuhfänger an den Kinderwagen schrauben, damit es sich auch lohnt, wenn sie ihn dir in die Hacken rammen weil du nicht schnell genug den Bürgersteig für sie und ihren teuren Nachwuchs freigemacht hast. Diese Frauen finde ich so dermaßen zum Kotzen, daß ich mich nur sehr schwer zurückhalten kann, dem Musterexemplar hier nicht einen nahegelegenen Kürbis über den Schädel zu ziehen. Aber ich beherrsche mich heldenhaft, beisse mir auf die Zunge und sage nichts. Ihre Kinder gucken mich mit großen Augen an.

Die brauchen ja schliesslich auch Vorbilder.

Cowboys & Aliens Trailer

Bidde was?

Yup.

Cowboys & Aliens. Auf so eine wilde Mischung kann ja nur ein Comicautor kommen, und natürlich: Scott Mitchell Rosenberg hat die Welt Mitte des letztens Jahrzehnts mit der Geschichte des einsamen Fremden beglückt, der in der Wüste Arizonas gegen den fiesen Boss des Städtchens Absolution und seine Gang kämpft und wo sich alle Beteiligten zusammenraufen müssen um gegen die plötzlich angreifenden Aliens zu kämpfen. Der Fremde „hat da was am Arm“ und wird dadurch schnell unverzichtbar.

Ich mag Comics und Graphic Novels und ich mag Cowboys. Was ich bekanntlich nicht mag, sind Aliens und Sci-Fi. Aber nach diesem Trailer zu urteilen, wird das Ding eine extrem lustige Angelegenheit werden. Daniel Craig und Harrison Ford? Oder, wie es ein YouTube Kommentator ausdrückte: INDIANA JONES AND JAMES FUCKING BOND?!? Gekauft! Für die Herren der Schöpfung ist dann noch Thirteen bzw. Olivia Wilde mit an Bord. Sieht nach einem rundum-Sorglos-Paket für die ganze Familie aus. :)

Alternativprogramm

Captain Jack geht seit dem Sommer aufs Gymnasium. Dieses ist nur wenige Minuten von meinem Haus entfernt und so lag es nahe ihm anzubieten, die blöden Doppel-Freistunden Dienstags vor der nachmittäglichen Philosophie AG bei mir zu verbringen. Ich könnte ihn bekochen und er könnte schon mal mit den Hausaufgaben anfangen.

Er war auch sehr dafür, seine Mutter sowieso, da er ansonsten Gefahr läuft, in der schuleigenen Cafeteria mal wieder der großen Pizzaverführung anheim zu fallen. Und so kam es heute zu folgendem Dialog:

„Ich habe gar keine Hausaufgaben auf, ehrlich nicht!“

Ich hob eine Augenbraue. „Das ist aber ungewöhnlich, wie kam denn das?“

Er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht, weil wir heute etwas länger gemacht haben. Oder sie hat es vergessen. Jedenfalls haben wir nichts auf!“

„Okay, prima. Ich koche uns jetzt was. Was hältst Du von Nudeln in Lachs-Sahnesauce?“ (Das war im Frühjahr noch sein absolutes Lieblingsessen.)

„Prima, das habe ich schon ganz lange nicht mehr gegessen!“

„Gut. Dann fange ich mal an zu kochen, und du kannst ja so lange mit der Playstation spielen, wenn du magst.“

„Echt?! Ja, äh, danke! Aber ich kann Dir auch ein paar lateinische Texte übersetzen, wenn Du magst!“

„…“

Er kramt rasch sein Lateinbuch aus dem tonnenschweren Rucksack und beginnt mir vorzulesen, während ich anfange, die Zwiebeln zu schneiden und glasig zu dünsten.

Daß das doch nie ohne Tränen abgeht, verdammt!

Theorie und Praxis: Wie man via T-Mobile den SIMlock des iPhone 3G los wird.

Theorie und Praxis: Wie man via T-Mobile den SIMlock des iPhone 3G los wird.

Theorie:

1. Nach Ablauf der Zweijahresfrist die rosa Hotline anrufen und den Entsperrvorgang beantragen
2. maximal 72 Stunden warten und dann
3. ganz einfach via iTunes und einen Synchvorgang die SIMkarte des neuen Anbieters registrieren, fertig.

Praxis:

1. Ich habe den Vertrag fristgerecht und per Einschreiben/Rückschein gekündigt (meine Mama hat schliesslich keinen Dummbatz großgezogen) und in meinem Kündigungsschreiben nach den Modalitäten der Aufhebung des SIMlocks gefragt. Im Schema-F-Antwortschreiben wird mir der Erhalt der Kündigung bestätigt, aber kein Wort zum Thema SIMlockentsperrvorgang verloren. Bei Licht betrachtet hatte ich auch nichts anderes erwartet, aber Versuch macht kluch.

2. Ich rufe einen Tag vor Ablauf der Vertragslaufzeit die für Vertragskunden kostenfreie Hotline an und weise darauf hin, daß der Vertrag morgen ausläuft und ich anschliessend gern mein iPhone mit einem anderen Anbieter nutzen möchte. Hierfür möge man doch bitte alles in die Wege leiten und die SIMlockentsperrung beauftragen. Die Mitarbeiterin bedauert, aber das ginge erst nach Ende der Vertragslaufzeit am nächsten Tag. Ich möge doch bitte dann noch einmal anrufen. Auf meinen Einwand, daß ich am nächsten Tag ja die kostenfreie Kunden-Hotline nicht mehr nutzen dürfe, meint sie, ich könne auch in den den nächst gelegenen T-Shop gehen und das dort beantragen.

3. Am nächsten Morgen fahre ich in die Stadt zu dem T-Shop, der damals meine Garantiefälle bearbeitet hatte. Der Laden ist inzwischen kein T-Shop mehr sondern nur noch normaler Telekom Vertragspartner und hat wohl auch den Besitzer gewechselt. Jedenfalls verweist mich ein mürrischer Mitarbeiter an einen T-Shop in unmittelbarer Nähe. Dort werde man mir sicher weiterhelfen können.

4. Ich gehe in den echten T-Shop in unmittelbarer Nähe und frage das Kind hinterm Tresen (das sich garantiert frühestens unmittelbar nach meinem Vertragsabschluss vor zweieinhalb Jahren das erste Mal rasiert hat), ob es sich auch um einen echten und reinen T-Shop handele und er mir zum Thema „SIMlocksperre des iPhone aufheben” weiterhelfen könne. Ich habe noch nicht ganz zu Ende gefragt, da schüttelt es schon heftig den Kopf. Ich solle die Hotline anrufen, das ginge nur über die Hotline. Ich unterdrücke einen Schreianfall und frage nach einer kostenfreien Hotline. Die gibt es nur für Kunden. Nein, ich könne nicht von seinem Telefon aus anrufen.

5. Ich erinnere mich daran, daß es mindestens noch einen weiteren T-Shop in der Stadt gibt und stürme wutentbrannt in dessen Richtung. Der Laden ist ebenso leer wie die beiden davor, dieses Mal steht eine junge Frau hinter dem Tresen. Sie ist extrem freundlich und hilfsbereit und mein Blutdruck senkt sich langsam wieder in den vierstelligen Bereich. Sie checkt die IMEI Nummer des Geräts und ruft eine Hotline an. Nach gefühlten zwanzig Minuten geht dort auch jemand dran und sie trägt mein Anliegen vor. Ich bin gerade dabei mich zu entspannen, als sie die Augenbrauen zusammenzieht und „Hm!“ sagt. Nachdem sie aufgelegt hat, fragt sie mich, ob das Gerät vielleicht schon einmal getauscht worden sein. Ich erzähle ihr von den beiden Tauschvorgängen vor ca. eineinhalb Jahren. Ob ich die Auftragsbelege noch hätte? Die IMEI des jetzigen Geräts werde vom System als zu neu für eine Aufhebung der SIMlocksperre klassifiziert. Ohne die Belege könne man nichts machen.

6. Ich bin mir ziemlich sicher, daß ich die Belege nicht mehr habe, aber weiß ganz definitiv, daß ich sie jedenfalls hier und heute nicht dabei habe, daß ich am nächsten Tag mit meinem prähistorischen Sony Ericsson Handy in den Urlaub fahren werde und mich der Sache frühestens in drei Wochen wieder widmen kann. Sie fragt ihre Kollegin um Rat, die inzwischen zu uns gestoßen ist. Die probiert es mit dem internen Computersystem namens Handycheck. Und natürlich sind meine Austauschaktionen dort drin vermerkt. Die Kollegin druckt die relevanten Kopien aus und der Papierkram wird an eine Hotline gefaxt. Binnen 72 Stunden sollte alles erledigt sein und ich könne das Gerät via iTunes Synch dann neu nutzen. Ich bin erleichtert, alles wird gut.

7. Meinen Urlaub muss ich bedauerlicherweise nach fünf Tagen abbrechen, die Pflicht ruft. Während ich seufzend den Rechner wieder hochfahre den ich eigentlich die kommenden Wochen nicht anfassen wollte, fällt mein Blick auf mein iPhone, das traurig und tot auf dem Schreibtisch liegt und Briefbeschwerer spielt. Ich schliesse es spasseshalber mal an und starte iTunes, kann ja sein, daß da schon etwas geht. iTunes schüttelt den Kopf; das Gerät ist noch nicht entsperrt worden. Ich rufe die teure rosa Hotline an. Nach ca. 20 Minuten Bandansagen und Fahrstuhlmusik habe ich endlich einen Menschen an der Strippe. Der fragt intern nach, während ich weiter für 0,19 cent/ Minute vom einer Computerstimme höre, daß mein Gespräch gehalten wird. Schliesslich kommt der Berater wieder an die Strippe. „Da kriege ich heute niemanden mehr ran, und ich habe auch gleich Feierabend.“ (Es ist kurz vor 16 Uhr.) „Aber ich leg’s mir auf Wiedervorlage und kümmere mich gleich morgen früh als erstes darum, versprochen. Ich rufe Sie an.“

Ist klar. Und die Zahnfee kommt sicher auch später noch vorbei.

8. Am nächsten Morgen ruft natürlich niemand zurück, auch den Rest des Tages schweigt mein Telefon. Am frühen Nachmittag rufe ich zähneknirschend die Hotline an, warte wieder für teures Geld und bekomme einen anderen Mitarbeiter dran. „Puh, die Wartezeit für diese Entsperrvorgänge liegt momentan bei drei Wochen. Ich frage mal, wie weit vorne Sie in der Schlange stehen.“ Ich warte. Nach weiteren 1,90 EUR kommt er wieder zurück. „Also am Donnerstag sollte das jetzt klappen. So lange müssten Sie sich bitte noch gedulden.“

9. Heute ist Donnerstag. Neun Tage nach Vertragsende. Ich habe bislang ca. fünf Stunden meiner Freizeit in teuren Hotlines bzw. T-Stores verbracht. Das Telefon, das ich vollumfänglich bezahlt habe und das zweifelsfrei mir gehört, ist für mich weiterhin so nutzlos wie ein Ziegelstein.

10. Donnerstag Nachmittag. Ein Mitarbeiter der Telekom-Kundenberatung ruft mich an. Ich hätte unlängst meinen Vertrag gekündigt, das sei ja sehr schade und sie würden mich gern wieder im Kreise ihrer Kunden begrüßen. Ob ich für ein neues iPhone 4 zu interessanten Konditionen zu begeistern wäre?

Ich bin mir nicht sicher. Können die Konditionen wirklich noch interessanter werden?

Hausfrauenblues

Die Sonne bringt es an den Tag: Es ist Zeit fürs Putzen. Das Badezimmer ist am dransten. Die Hausfrau zieht also mit ihrer chemischen Keule in die Höhle und schrubbt die Wände, den Fußboden, das Waschbecken. Die Toilette ebenfalls; zwar nicht mit der Zahnbürste aber doch rundherum so keimfrei geputzt, als solle sie die „best in show“-Kokarde beim „Unser Dorf soll schöner werden“-Wettbewerb gewinnen. Die gläserne Duschkabine, stets eine besondere Herausforderung in Sachen „streifenfrei und glänzend sauber“, wird mit diesem sauteuren Zeugs eingeseift, das die sauteure Antikalk-Beschichtung nicht angreift und anschließend mit dem Abzieher, der zu diesem Zweck extra eine sauteure neue Gummilippe spendiert bekommen hat, in den streifenfreien Quasi-Neuzustand versetzt. Die Armaturen werden mit von Essigessenz durchtränkten Wattelagen umwickelt, welche die bei unserer Wasserhärte unvermeidlichen Kalkablagerungen weichkochen sollen. Die Spiegel werden so auf Hochglanz poliert, daß man direkt eine Sonnenbrille aufsetzen muss, wenn man reinschaut. Als nach einer guten Dreiviertelstunde schließlich alles heftiger strahlt als ein Körbchen polnischer Pfifferlinge, lege ich die neue Badematte vor die Dusche, wickele ein brandneues Seifenstück aus, hänge ein frisch gewaschenes Handtuch hin, ziehe mich aus und begebe mich zur Belohnung für die ganze Schufterei unter die Dusche.

Was folgt, ist mit WAAAAAAHHHHH! nur sehr unzureichend beschrieben. Die Verbindung zwischen Duschkopf und Schlauch hat sich offenbar irgendwie gelöst und der Schlauch tanzt wie ein wildgewordener Derwisch durch die Dusche. Mein Griff nach dem Einhandmischer ist schnell, aber nicht schnell genug: Alles ist klatschnass: Die Spiegel, die Wände, das Fenster, die Waschmaschine, meine Klamotten, der Wäschekorb, das frische Handtuch, der Duschvorleger, es tropft sogar von der Decke – unfassbar.

Morgen ist die Küche dran. Mal sehen, was da so abgeht.

Eine Hose ist eine Hose ist eine Hose

Ein Blogbeitrag aus der Reihe: Dinge, die niemand wissen, die ich aber bloggen will: Dies ist eine meiner beiden Lieblingsjeans. Der Schnitt ist klasse, der Stoff ist gemütlich, sie passt wie angegossen ohne dabei einzuengen, hat keinen fiesen Elasthananteil sondern nur Baumwolle, die Waschung ist schön, sie hat keine Löcher (und schon gar keine, die schon im Geschäft drin waren), sie ist rundherum bequem und hat hinten schön tief angesetzte Taschen und nur etwas zu kleine Taschen vorne; aber hey, nichts und niemand ist perfekt im Leben. Kurz: sie ist wunderbar.

Trotzdem komme ich mir jedes Mal wenn ich da hineinsteige vor wie ein ungeschicktes Kleinkind, das sich zum ersten Mal alleine anzieht; ganz besonders, wenn die Jeans frisch gewaschen ist. Heute nun wurde mir plötzlich klar, warum das so ist: Es ist eine Mädchenjeans, trotz „boyfriend style“. Vielleicht ist es dem einen oder der anderen schon einmal aufgefallen: Jungs und Mädchen machen Jackett, Hemd bzw. Bluse oder einen Gürtel fast immer andersherum zu als das jeweils andere Geschlecht. Meist überlappt bei den Herren die linke Seite eines Jacketts die rechte, auch bei Hemden sind die Knöpfe rechts, die Damen wiederum knöpfen die rechte Seite ihrer Blusen oder Jacken über der linken zu und fädeln auch ihre Gürtel gemeinhin auf der rechten Seite zuerst ein, so daß die Schnalle rechts sitzt (das habe ich übrigens instinktiv noch nie so gemacht, keine Ahnung, warum nicht).

Nur bei den Hosen gibt es in der Regel keinen solchen Unterschied. Vielleicht, weil hier praktische Gründe überwiegen? Schliesslich sind die meisten Menschen Rechtshänder und es ist wohl einfacher für Rechtshänder einen Reißverschluss zu bedienen, der nicht von rechts verdeckt wird, noch dazu mit schwerer Baumwolle, wie in diesem Fall. Egal:  ich bin nur froh, daß diese Hose keine Knöpfe sondern einen Reißverschluß hat!

Das Schaf und die Maus: Eure Meinung, bitte!

Um meinem mitunter schmerzenden und meist eiskalten Maushändchen etwas Ruhe zu gönnen und das gefürchtete Karpal-Tunnel-Syndrom zu umgehen, das mich gefährdet seit ich hauptsächlich am iMac und nicht mehr mit dem Notebook und damit meinem heiss geliebten Trackpad arbeite, stöberte ich dieser Tage auf Amazon und suchte nach einer entsprechenden Handgelenksunterlage. Ich wurde zwar fündig, aber 8-10 Euro für so ein hässliches Gelkissen fand ich dann doch etwas sehr heftig.

Da mein Handballen aber wirklich schon im Begriff ist, hässliche Schwielen zu bilden und vor allem ziemlich weh tut, griff ich mir ein im Bücherregal vor sich hin dösendes Schaf, das ich vor Jahren einmal in einem Schnickschnack-Laden auf Sylt gefunden hatte und das mich jedes Mal verlässlich zum Lachen bringt, weil es so herrlich doof aussieht. Es hat nicht nur rosa Schleifen auf den Samtschuhen sondern auch einen mit Körnern oder Kügelchen oder so etwas in der Art dick gefüllten Bauch und darauf ruht nun mein armes, geschundenes Handgelenk, während die Finger angenehm entlastet die Maus führen.

Ich muss allerdings zugeben, daß ich ein klitzekleines bisschen ein schlechtes Gewissen habe… Aber was meint Ihr? Geht gar nicht? Das Schaf rockt, so bräsig wie es ist? Sollte ich lieber ein Häkelschwein für solche Zwecke bestellen? Oder doch auf so ein doofes Gelpad sparen?

Freitagstextersiegerpokalvergabe

Vorab zum Bild: Ich habe wirklich keine Ahnung, woher das stammt und wüßte selbst gern, was da passiert sein könnte. Das Bild lag in den Untiefen meiner Festplatte vergraben, irgendwann mal irgendwo in den Weiten des Internetzes gefunden und abgespeichert für einen potentiellen späteren Einsatz. Nun, das Hamstern hat sich gelohnt, würde ich sagen.

Die Anzahl der Einsendungen war phänomenabelst, den Geistesblitzen merkte man gelegentliche Zündunterbrecher an, aber die Auswahl des Siegers fiel mir dennoch nicht leicht. Schon sehr schmunzeln mußte ich über TinCups Beobachtung:

„Jeff war überglücklich: die Bullen hatten ihm die bei einer Routinekontrolle beschlagnahmte Nähmaschine wieder ausgehändigt. Das Hanfgarn war allerdings weg. Stolz hielt er sein Baby in die Kamera, nicht ahnend, daß der UPS Geistertruck des Todes sich hinter ihm aus den Fluten erhob und wütend Kurs auf ihn nahm.“

Tatsächlich, wenn man genügend getrun genauer hinsieht, erhebt sich der Truck rachsüchtig aus den Fluten und fährt wütend die Böschung hinauf.

Das erste Mal wirklich laut gelacht habe ich bei Broca-Areals Vorschlag:

„Zufriedener Ebay-Kunde: Thomas W. (29) nach dem ersten Test seiner neuen Strahlenkanone“

Aber den Vogel abgeschossen hat meiner Meinug nach Dermachtdieworte mit:

„Nun dürfte der Unfallhergang einfacher zu klären sein: Nach zweitägiger Suche konnte endich die Black Box geborgen werden.“

Allen vielen Dank fürs Mitmachen und herzlichen Glückwunsch dem Sieger, der die nächste Runde bei sich im Blog ausrichten darf.

Der Freitagstexter

Der Freitagstexter

In der letzte Woche fand das Spiel um die beste Bildunterschrift beim Abspannsitzenbleiber statt. Da ich unerwartet aber natürlich hochverdient gewonnen habe, darf ich die dieswöchige Runde bei mir im Blog präsentieren. Die Regel ist supereinfach: Ihr schreibt Euren treffendsten Text hier in die Kommentare (Mehrfachvorschläge möglich und erwünscht), “Einsendeschluss” ist Mittwoch um 12h00, die Jury (ich) zieht sich anschließend zur Beratung zurück und verkündet abends ihr Urteil hier im Blog und per Tweet, und der Sieger bzw. die Siegerin darf dann nächsten Freitag bei sich im Blog ran. (Mitmachen kann man natürlich auch ohne Blog.) Eine nicht ganz vollständige Liste der historischen Freitagstextersieger findet sich hier.

Auf die Plätze… seid Ihr fertig? LOS!

Clearly you’ve never been to Singapore!

  • Veröffentlicht am 22nd März 2010,
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Soso, ein vierter Teil von Fluch der Karibik ist also tatsächlich in Mache. Das wird Captain Jack sehr freuen. Aber ich muß zugeben, diese Einladung zum Vorspiel Vorsprechen hat mich doch etwas nachdenklich zurückgelassen:

In a request to casting directors circulated around Los Angeles last week, the film-makers say they are seeking “beautiful female fit models. Must be 5ft 7in-5ft 8in, size 4 or 6, no bigger or smaller. Age 18-25. Must have a lean dancer body. Must have real breasts. Do not submit if you have implants.”

Übersetzt: Wir suchen Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, die maximal 1,73 m groß sind und das bei Konfektionsgröße 34, maximal 36. Keine Plastktitten Implantate, nur echte Brüste. Die Barbiemöpse bewegen sich nämlich beim Rennen nicht natürlich genug für die geifernde Meute hinter der Kamera:

The film-makers warn that there will be a “show and tell” day with costume designers where potential actresses will be expected to run — a venerable Hollywood test to detect false breasts, which move less freely than the real thing during action sequences.

Wobei sich natürlich die Frage stellt, wieviel da schon schwappen kann bei Gr. 34 und dem schmalen Körper einer Tänzerin. Und wie man bei einer Körpergröße von 1,73 eine Konfektionsgröße von 34 haben kann ist mir übrigens auch schleierhaft.

(via The Times)

Simon’s Cat: Snow Business 1 & 2 – die ganze Geschichte!

  • Veröffentlicht am 4th März 2010,
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Der Schnee ist weitgehend wieder weg, aber hier ist noch Simon’s Nachklapp zur Wetterlage der letzten Monate. Der erste Teil war ja schon lustig, aber hier ist jetzt der komplette Film:

ARVE Error: no video ID set

AGB wie wir sie gerne öfter sehen würden

Falls das jemand nicht lesen kann: Da steht unter dem Punkt Allgemeine Geschäftsbedingungen “Für Sie als Verbraucher gilt grundsätzlich das Bürgerliche Gesetzbuch”. Ehrlich, mir kamen da fast die Tränen der Rührung, insbesondere, nachdem ich letztens mal wieder iTunes, Microsoft Office und irgendwas von Adobe aktualisiert hatte. Oder wie Sven es mal so schön auf den Punkt gebracht hat:

Die Unglaublichen

Die kleine Nebenstraße in der ich wohne ist, wie fast alle kleinen Nebenstraßen in Hamburg, komplett vereist. Sie gleicht momentan einer Kitzbühler Buckelpiste, auch weil sie leicht abschüssig verläuft und eine sanfte Kurve beschreibt. Das Ein- und Ausparken gestaltet sich für die Autofahrer also zum Risikosport (unser Gehweg ist allerdings vorbildlich geräumt bzw. gestreut, da gibt es nichts zu meckern).

Von Zeit zu Zeit höre ich daher seit Wochen vom Schreibtisch aus das Geräusch durchdrehender Autoreifen, gefolgt von dem Gebrüll oder Gefluche kurz darauf durchdrehender Autofahrer. Gestern hielt diese Geräuschkulisse länger an als üblich und ich unterbrach ohne großes Bedauern meine Arbeit und begab mich auf den Balkon, um mir ein Bild zum Ton des Dramas zu machen. Unten stand der Transporter eines Klempners halb in der Parklücke, halb auf der Straße und kam offensichtlich trotz  angestrengten wiederholten und lauten Gasgebens nicht vom Fleck. Nach einer Weile gelangte der Fahrer zu der Einsicht, daß die bisherige Taktik in absehbarer Zeit nicht zum gewünschten Ziel führen würde und beorderte seinen in einen dünnen Klempneroverall gewandeten und daher ziemlich bibbernden Lehrling aus dem Wagen und ans Heck zum Anschieben. Der Meister gab Gas, der Lehrling schob, aber der ersehnte Effekt trat nicht ein. Inzwischen hatte sich hinter dem die Straße blockierenden Wagen eine kurze Schlange aus wartenden Autos gebildet, deren Fahrer geduldig die Motoren abgestellt hatten und der kommenden Ereignisse harrten.

Ich hatte inzwischen ziemlich kalte Füße, schloß die Balkontür, machte mir einen heißen Latte Macchiato und hüllte mich dann erst einmal in meinen Parka und dicke Stiefel, bevor ich wieder hinaustrat um die Fortsetzung des Dramas zu verfolgen. Unten hatte sich unser Hausmeister zum inzwischen dampfenden Lehrling gesellt, und gemeinsam versuchte man, den Wagen aus der Parklücke zu schieben während der Meister weiter Gas gab.

Nichts passierte.

Der Geduldsfaden des ersten Wartenden riß ab und ein Mann schälte sich aus seinem Audi, eierte vorsichtig die vereiste Straße hinab und half nun ebenfalls, mit anzuschieben. Aber der Wagen wollte nicht. Zwei weitere Wartende kamen, ebenfalls wie auf rohen Eiern balancierend, die Straße hinunter, schimpften laut und schoben mit an, aber der Wagen rührte sich nicht.

Mein Kaffee war alle, mir wurde trotz Parka kalt und ich beugte mich daher über die Balkonbrüstung und rief hinunter, sie mögen es doch einmal mit einem Paar Fußmatten vor den Antriebsrädern versuchen. Sechs Augenpaare starrten zu mir hoch. Der Lehrling zerrte die Fußmatten aus dem Transporter und nach kurzer Zeit war die Kiste frei und rumpelte die Straße hinunter. Einer der Wartenden schüttelte verlegen grinsend den Kopf. Ich machte mir noch einen Kaffee und begab mich seufzend wieder an die Arbeit.

Männer sind manchmal schon komisch seltsam unglaublich.

Verstehen Sie Spass?

Zur Packstation gehen, dabei auf dem eisglatten, nicht gestreuten Bürgersteig so hinfallen, daß das Knie laut aufschluchzt. Angekommen, aber die Plastikkarte “kann nicht gelesen werden”. Nach manueller Eingabe von ID-Nummer und PIN endloses Warten, dann “diese Packstation steht momentan nicht zur Verfügung.” Anruf bei der DHL-Hotline, man will sich darum kümmern und mich zurückrufen. Auf dem Nachhauseweg gerade noch  den DHL-Wagen wegfahren sehen. Laut fluchend die Benachrichtigungskarte für eine andere, ebenfalls sehnsüchtig erwartete Sendung aus dem Briefkasten fischen, die Treppen hinaufhumpeln und den Anrufbeantworter abhören: “Die Packstation sollte jetzt wieder funktionieren, vielen Dank.”

Durch den Nacktscanner: Ein Bestellvorgang in einem deutschen Onlineshop

Ich suche schon längere Zeit einen Diascanner, um, quasi als Teil meiner persönlichen Argenda 2010, dutzende Kartons im Schrank modernder Familiengeschichte nach und nach ins 21. Jahrhundert zu befördern und auf dem Mac zu bearbeiten. Ich stieß bei meinen Recherchen auf die Seite eines bekannten Elektronikversands, der ein solches Gerät im Angebot hatte. Um es zu bestellen, sollte ich ein Kundenkonto anlegen. Es ist bei dem Laden nicht möglich etwas zu bestellen, ohne sich virtuell zu entblättern. Das hätte eigentlich normalerweise schon das Ende des Bestellvorgangs bedeutet, aber wahrscheinlich war ich noch nicht wieder ganz im Alltagsmodus und mein “smells like bullshit”-Detektor schlug nicht an.

Die Daten, die auf dieser Seite mit Sternchen als zwingend auszufüllen gekennzeichnet sind waren

  • Vorname/Name
  • Geburtsdatum
  • Straße, PLZ, Wohnort
  • eMail
  • eMail (wiederholen)
  • Passwort

Außerdem mußte man ankreuzen, daß man mit den AGB und den Datenschutzbestimmungen einverstanden sei. Optional war eigentlich nur das Feld für die Newsletterbestellung, aber immerhin war es nicht vorangekreuzt (opt-in).

Okay, Name und Adresse und eMail – das brauchen sie wirklich zur Erfüllung des Auftrags, das sehe ich ein. Aber warum kann ich nicht bestellen ohne ein Konto anzulegen? Und was um Himmels Willen wollen sie in diesem Stadium mit meinem Geburtsdatum?

Denn weiter ging es auf der nächsten Seite mit den Zahlungsmöglichkeiten. Bankeinzug war möglich (und, da als erstes angegeben, wahrscheinlich präferiert), und da stand dann auch explizit, daß das Geburtsdatum dafür benötig werde. OK, aber was, wenn ich nicht per Bankeinzug bezahlen will? Warum mußte ich dann doch schon eine Seite vorher mein Geburtsdatum angeben? Weitere angebotene Zahlungsmöglichkeiten waren Vorkasse, Sofortüberweisung, Nachname, Kreditkarte und Finanzierungsservice. Ich wählte Kreditkarte, weil ich damit im Netz relativ sicher bezahle.

Zu diesem Zeitpunkt erwartet man üblicherweise den Eingang einer Bestätigungsmail, daß man sich auf ihrer Seite angemeldet hat und in der man gebeten wird, auf den Bestätigungslink zu klicken oder aber Bescheid zu geben, daß sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Es kam zwar eine Mail (die in meinem Spamordner landete), aber dort wurden nur im Klartext meine persönlichen Daten (immerhin ohne das Passwort) noch einmal aufgezählt. Außer dem Deppendisclaimer am Ende (“Der Inhalt dieser E-Mail ist vertraulich und oder rechtlich geschützt” etc. blafasel auf deutsch und englisch) stand sonst nicht weiter darin.

Auf der nächsten Seite wurde ich belehrt, daß ich aufgrund “hausinterner Anweisungen” nur per Vorkasse, Bankeinzug oder Nachname bezahlen könne. Da mein Schufa-Eintrag weiß wie frisch gefallener Schnee ist und ich nicht unbedingt im Ghetto wohne schloß ich die Antwort “Scoring-Opfer” für mich aus. Ich vermute eher, daß sie Erstbesteller nur gegen Vorkasse beliefern wollen oder Plastikgeld als Zahlungsmittel inzwischen abgeschafft, aber das noch nicht dem Webmaster erzählt hatten, auf daß er diese Zahlungsmöglichkeit entferne. Eine kurze Recherche der FAQ-Seite bestätigte das; dort war die Kreditkarte als Zahlungsmittel nicht aufgezählt. Allerdings war mir der Laden inzwischen dermaßen unsympathisch und kam so unprofesionell rüber, daß ich von einer Bestellung Abstand nahm. Ich wollte mein frisch angelegtes Konto löschen und stieß auf die nächste Hürde auf dem Weg zu einer glücklichen Kunden-Händlerbeziehung: Das ging nicht. Ich konnte wohl meine Adresse ändern, aber nicht das ganze Konto löschen. Also schrieb ich eine entsprechend Nachricht mit Bitte um Löschung meiner Daten und Bestätigung der Löschung an eine (Wegwerf-)mailadresse. Und natürlich konnte ich auch nicht einfach eine Mail schreiben, ich mußte ein Kontaktformular ausfüllen. Die Pflichtfelder in diesem Formular waren

  • Vorname/Name
  • Adresse, PLZ, Wohnort (alternativ Kundennummer)
  • eMail
  • Telefon

Das Telefonfeld durfte tatsächlich nicht leer bleiben, aber dank “Frank geht ran” hatte ich eine passende Nummer zur Hand. Ich bekam auch unmittelbar eine Bestätigungsmail mit Vorgangsnummer. Mal sehen, was noch so kommt bis sie mich endlich gehen lassen. Ach ja: Als ich bei dem Versuch mein Konto selbst zu löschen in die Einstellungen ging, war der Newsletterbezug (HTML) jetzt plötzlich doch angekreuzt.

Der Shop hat vorne auf seiner Startseite eine Reihe bunter Logos und Medallien prangen, was für ein super-duper-Onlineshop das doch ist, und ich habe über Angebot und Service des Ladens bislang nichts schlechtes gehört. Mir ist auch klar, daß es Betrüger im Web gibt und man sich als Kaufmann hingehend absichern muß. Genauso, wie ich mich als Kunde ja auch absichere und auf Impressum, verschlüsselte Datenübermittlung und eben Kreditkartenzahlung achte. Garantieen gibt’s nirgends und ein Restrisiko bleibt immer, auf beiden Seiten. Aber es gibt inzwischen so viele positive Beispiele für den streßfreien und vor allem kundenorientierten Onlineeinkauf, daß ich ehrlich gesagt keine Lust habe, nach Entschuldigungen für solch einen Laden zu suchen. Ich kaufe ja auch nicht in der Innenstadt in einem Geschäft, wo ich noch vor der Anprobe eines Kleidungsstücks Name, Adresse, Geburtsdatum angeben soll und am besten noch mein Portemonnaie öffnen und zeigen, ob ich auch genügend Geld dabei habe.

Meinen Diascanner kaufe ich jedenfalls woanders.

Was sonst?

  • Veröffentlicht am 31st Oktober 2009,
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Nachdem die Brühgruppe meiner schönen Rancilio Espressomaschine vor ein paar Monaten aus unerfindlichen Gründen das Handtuch geworfen hat und eine Reparatur über den Vertragshändler preislich gesehen einem Neukauf gleichkäme, habe ich mich vorerst für die Notlösung “Nespresso” entschieden. Miss Silvia wird demnächst von einem italienischen Kenner der Materie wieder flottgemacht, keine Sorge, aber ich kann ja nicht so lange ohne Kaffee sein.Von den ganzen aufs-Knöpfchen-drücken-fertig-Maschinen hat mich das Ergebnis bei den Schweizern noch am ehesten überzeugt, auch wenn es natürlich nicht an das Ergebnis meiner bella macchina heranreicht. Immerhin, so ist die Vorfreude umso größer.

Nespresso hat nicht nur den Clooney Schorsch als Werbeträger, sie verkaufen ihre Kaffeekapseln auch nur über ihre eigene Website oder aber ihre eigenen “Flagship Stores”. Die Maschinen hingegen kriegt man überall hinterhergeworfen, sie unterscheiden sich nur im Design und in der Frage “mit oder ohne Milchaufbereitungseinheit”. Technisch gesehen ist immer dasselbe drin, egal ob Krups, DeLonghi oder was auch sonst vorne für ein Logo dranklebt. Die gebrauchten Alu-Kapseln werden in der Schweiz immerhin anstandslos beim Händler wieder zurückgenommen, wie ich diese Woche vor Ort erfahren durfte. In Deutschland soll man sie einfach in den gelben Sack werfen und dem grünen Punkt anvertrauen. Damit dürfte das Produkt in Sachen Umweltfreundlichkeit wohl eher auf den hinteren Plätzen landen.

Wenn man nun – so wie ich – keine Lust hat, seinen Kaffee übers Internet zu bestellen, dann hat man in Hamburg nur die Möglichkeit, sich in die inzwischen dank der Privatisierung mit Abstand unsympathischste Einkaufsstraße der Stadt, den Neuen Wall, zu begeben und dort in den Nespressotempel zu gehen. Dort konnte man unter Umständen heute den folgenden Dialog belauschen:

Verkäufer: Guten Tag, was darf’s sein?
Kundin: Guten Tag. Ich hätte gern fünf mal die Sorte Ristretto und fünfmal die Sorte Volluto.
V: Gerne. Haben Sie eine Kundenkarte?
K: Nein, danke. Ich möchte nur den Kaffee.
V: Aber Sie wissen schon, daß Sie mit einer Kundenkarte bei uns… (es folgt eine Aufzählung angeblicher Vorteile, mit denen ich Euch nicht langweilen will), oder?
K: Ja.
V: Warum möchten Sie denn dann keine Kundenkarte?
K: Ich möchte Kaffee kaufen.
V: Verstehe. Aber unser Service…
K: Warum komme ich in dieses Geschäft? Weil ich vor dem Einkauf nicht erst stundenlang Formulare ausfüllen will, weil ich finde, daß es nirgendwo gespeichert sein muß, wann ich wieviel Kaffee welcher Sorte gekauft habe und weil ich gern sofort meinen Kaffee haben möchte und nicht auf die Post warten will. Ich komme nicht hierher, um mich mit für mich nutzlosen Informationen zumüllen zu lassen.
V: Aber je mehr wir über Ihre Kaffeevorlieben wissen, desto besser können wir Sie beraten und bedienen! Dazu bedarf es einer entsprechenden Datenbank, das müssen Sie doch einsehen?
K: Ach, Ihr Gedächtnis reicht dazu nicht aus?
V: Nunja, wir haben ja sehr viele Kunden, und ich bin ja auch nicht immer hier…
K: Sind Sie gelernter Verkäufer oder ist das nur ein Aushilfsjob für Sie?
V:Äh… (blickt sich unruhig um)
K: Das dachte ich mir. Sehen Sie da drüben den Laden, schräg gegenüber? (zeigt aus dem Fenster) Ladage & Oelke? Die haben auch sehr viele Kunden. Seit vielen, vielen Jahrzehnten. Und deren Angebot ist deutlich umfangreicher als das Ihre, mit Ihren weniger als 20 Kaffeesorten. Wenn ich den Laden betrete, dann erinnert sich mindestens einer der Verkäufer dort an mich und begrüßt mich mit Namen. Auch wenn ich höchstens ein- oder zweimal im Jahr dort einkaufe. Dort weiß man um meine Farbvorlieben und meine Konfektionsgröße und was ich zuletzt dort gekauft habe. Ich habe keine Ahnung, wie sie das anstellen, denn ich mußte dort nie irgend welche Formulare ausfüllen, Paßwörter aufsagen oder Kundenkarten vorzeigen. Was glauben Sie, wie das funktioniert?
V: Äh…
K: Selbst wenn Sie mich und meine Kaffeevorlieben auch nach dem vierten Kauf binnen sechs Monaten hier immer noch nicht kennen sollten, müßten Sie als Verkäufer eigentlich genügend Menschenkenntnis haben um zu erkennen, wenn jemand Lust hat auf Kundenkartenblabla und wann jemand einfach nur seinen Kaffee haben will.
V: 100 Kapseln, das macht dann (nennt exorbitant hohen Preis).
K: Danke. Schönen Tag noch. (zahlt und ab).
V (zum nächsten Kunden gewandt): Guten Tag, was darf’s sein?

Ich glaube, ich gehe da erst wieder hin wenn der Clooney Schorsch persönlich hinterm Tresen steht.

Schönes Wochenende!

  • Veröffentlicht am 25th September 2009,
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Mit folgenden Suchanfragen landeten ein paar meiner Besucher diese Woche auf meinem Blog:

“witz über garten”
Da fällt mir spontan auch keiner ein, sorry.

“obdachlosen rezepte”
Ich habe noch keinen Obdachlosen gekocht, gegrillt oder gebraten, aber ich bin ja immer offen für kulinarisches Neuland. Rezeptideen bitte in die Kommentare.

“v-moda reparieren”
Das ist ein Telefon, richtig? Sorry, ich weiß nur, wie man iPhones mehrfach auf Garantie tauscht.

“auto fahre lsd”
Davon kann ich nur abraten, falls es noch nicht zu spät ist.

“woher raumausstattung burger king”
Ja, das wegweisende Design der Inneneinrichtung dieser Bulettengriller ist mir auch schon aufgefallen. Ich liege nachts wach und frage mich, wo sie nur diese genialen Plastikbarhocker gefunden haben.

“piratenpartei kernargument”
Das habe ich auch noch nicht gefunden, tut mir leid.

“und meinen hof fegen und ich”
Und ich so: Hä?

All your Music belong to us!

  • Veröffentlicht am 26th August 2009,
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Ich habe in den letzten Monaten u.a. Bücher, Zeitschriften, CDs und DVDs aussortiert, die ich nicht mehr benötige. Es hatte sich über die Jahre so einiges angesammelt, was mir folgende Optionen offen ließ: 1. den ganzen Krempel in die Elektrobucht oder bei Amazon einstellen oder 2. ab ins Altpapier bzw. zum Recyclinghof damit. Ein Flohmarkt, sozusagen die “oldschool-Lösung”, kommt aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Option 2 habe ich, nicht ohne Bedauern, zumindest für die Zeitschriftenstapel wahrgenommen. Wer einen oder mehrere Jahrgänge WIRED Magazine, American Cinematographer, Communication Arts, Graphis, Surfer Magazine etc. kaufen will, wird dafür erfahrungsgemäß meist höchstens 20 Euro ausgeben wollen und wenn 18 davon Portokosten sind, schleppe ich den Kram lieber 150 Meter die Straße rauf zum Altpapiercontainer als zur Post, wo ich dann noch meine Zeit mit Schlangestehen verplempern darf. Einige Bücher (“Das große Photoshop 2.5.1 Handbuch”) gingen ebenfalls diesen Weg, auch wenn ich ein Unbehagen, Bücher einfach so wegzuwerfen, nicht unterdrücken kann. Bei ähnlichen Aufräumationen früher habe ich die Bücher der Stadtteilbibliothek angeboten. Inzwischen gibt es in Hamburg dank absurder Sparmaßnahmen davon nicht mehr sehr viele, und schon damals stöhnten die unterbezahlten und überarbeiteten Mitarbeiter, das sei alles ganz nett, aber ich würde ihnen nur noch mehr Arbeit bereiten. Ein ähnlicher Versuch in einer Oxfam-Filiale stieß auf entschlossene Ablehnung der Mitarbeiter dort. Es gibt wohl nicht sehr viele Interessenten für antike Reiseführer oder Marketingfachbücher. Die meiner Ansicht nach noch “wertvolleren” Bücher wanderten zu Amazon, was mir summa summarum insgesamt rund 30 Euro eingebracht hat.

Wie sieht’s aus bei CDs? Gebrauchte Tonträger anzubieten ist ein Unterfangen, das eiserner Nerven bedarf. Entweder freundet man sich mit dem Gedanken an, einem Plattendealer auf Knieen rutschend den Soundtrack des eigenen Lebens anzubieten. Die Bezahlung besteht in hochgezogenen Augenbrauen des Typen hinterm Tresen, der einem gar nicht mal so subtil mitteilt, daß er dir geradezu einen Gefallen tut den Rotz für einen Euro das Stück anzunehmen (um ihn dann für 7-15 Euro das Stück weiterzuverkaufen). Bosch hat diese Spezies Mensch mal sehr schön beschrieben.
Oder man riskiert es, die Scheiben bei einer Internetauktionsplattform anzubieten und sich eine Abmahnung einzufangen. Die Musikindustrie nagt bekanntlich am Hungertuch und kann es daher nicht widerspruchslos hinnehmen, daß man mit ihren Produkten Kasse macht. Offenbar gehört mir nicht die ganze CD wenn ich eine kaufe, nur der Datenträger. Ich könnte natürlich vor dem Verkauf die Musik vom Datenträger kratzen, aber irgend etwas sagt mir, daß sich der Verkauf dann aus anderen Gründen schwierig gestalten könnte.

Richtig kompliziert wird es allerdings beim Verkauf von DVDs. Ich sammle Filme auf DVD, und zwar jeweils in der Fassung, die zum Zeitpunkt des Kaufs die weltweit bestmögliche ist. Soll heißen: Wenn ein Film in Australien mit einer besseren Tonspur, interessantem Bonusmaterial jenseits des EPK und einer ansprechenderen Verpackung erscheint, dann kaufe ich mir eben den, und nicht die gleich teure oder teurere deutsche abgespeckte Version. Die australische DVD hat dann den Regionalcode 4, was bedeutet, daß man sie hierzulande nur über einen codefree DVD Player abspielen kann. Das wäre für viele Interessenten kein Kaufhindernis (die meisten Filmaficionados haben einen codefree Player), aber es handelt sich auch oft um Filme, die hierzulande entweder gar nicht erschienen sind (und vermutlich auch nie hier veröffentlicht werden), nur in einer geschnittenen Fassung, oder aber deshalb in einer abgespeckten Version, weil der deutsche Vertrieb kein Geld für bz.B. den Audiokommentar ausgeben wollte. Den hören sich ja erfahrungsgemäß ohnehin nur die Nerds an.

Stelle ich eine solche Scheibe z.B. bei E-Bay ein, dann riskiere ich eine Abmahnung und schlimmeres, weil ich ein Produkt anbiete, für dessen Vertrieb ich in unserem Land keine Rechte besitze. Daß ich die DVD im Ausland legal gekauft habe, ggf. auch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer dafür berappt, es sich um ein Einzelstück und privaten Verkauf handelt und ich höchstwahrscheinlich den ursprünglichen Preis ohnehin niemals erzielen werde, das interessiert nicht.

Hinzu kommt, daß jeder Film auf DVD der keine FSK-Freigabe besitzt, hierzulande automatisch als “Keine Jugendfreigabe” (früher: FSK 18) eingestuft wird. Die in der Regel vorhandenen ausländischen Altersfreigaben haben keine Relevanz in unserem Land. (Was manchmal auch ganz gut so ist, wenn man die unterschiedlichen kulturellen Gewichtungen zum Thema Filmzensur so vergleicht…) Ich müßte im Zweifelsfall also beweisen können, daß mein Käufer 18 Jahre oder älter ist und sich mir gegenüber (z.B. über das umständliche Postident-Verfahren) vor dem Kauf entsprechend ausgewiesen hat. Somit kann ich nicht einmal eine Liste der Filme mit Preisangaben hier auf mein Blog stellen und “first come, first served!” rufen.

Es sind Catch-22s wie diese, die den Kampf der Piratenpartei gegen das Urheberrecht und seine Auswüchse teilweise sinnvoll erscheinen lassen. Daß dort andererseits das Kind gleich mit dem Bade ausgeschüttet werden soll ist natürlich nicht akzeptabel. Aber ich bin gespannt auf tragfähige Konzepte einer Urheber- und Nutzungsrechtsreform, bei der die Künstler nicht betteln geschickt werden und gleichzeitig der Verbraucher nicht länger der Dumme ist.

Begegnung auf dem Bürgersteig

  • Veröffentlicht am 5th August 2009,
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Der Radweg ist zugeparkt, auf der Straße stehen die Autos im Ampelstau, also weiche ich mit meinem Fahrrad ca. 150m vor der Ampel auf den menschenleeren Bürgersteig aus. An einer Stelle ist er zugestellt mit Werbetafeln und Caféstühlen und -tischen eines Eiscafés. Hier steige ich ab und schiebe das Rad, es ist einfach zu eng. Mir kommen ein älteres Ehepaar und dahinter ein Vater mit seiner kleinen Tochter an der Hand entgegen. Ich bleibe stehen, um ihnen Platz zu machen. Das ältere Ehepaar nickt mir freundlich zu und bedankt sich, ich lächele zurück. Der Vater des Mädchens schnauft wütend und fragt “Wie kann man hier Fahrrad fahren? Unglaublich!”. Er fragt nicht mich, und sieht mich nicht an, dazu ist er zu feige. Er wendet sich nicht einmal an seine kleine Tochter. Er spricht wirklich “ins Blaue hinein”. Ich antworte ihm trotzdem: “Ich stehe hier, neben meinem Fahrrad, um Sie vorbeizulassen. Gern geschehen.” Er sagt nichts, aber ich sehe, er schäumt vor Wut. Das Mädchen piepst “Danke” in meine Richtung bevor sie rüde weitergezogen wird. Ich wickele mich in Gedanken in mein Superheldencape und vaporisiere den Idioten. ZAP! Verpufft.
Der restliche Heimweg verläuft ohne weitere Vorkommnisse.

Braunschweig will ungeflasht bleiben

  • Veröffentlicht am 26th Juli 2009,
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Es gibt malerische Kleinstädte in den USA, da darf man auf offener Straße kein Eis essen, weil man ja kleckern und das Pflaster und somit das Gesamtbild besudeln könnte. In Singapur ist angeblich Kaugummi kauen verboten und wer einen solchen ausspuckt, darf mit empfindlicher Geldstrafe rechnen (ich glaub’ die Todesstrafe droht noch nicht dafür, aber ich will’s nicht beschwören).

In Braunschweig will das Ordnungsamt nun ein Picknick auf dem Schloßplatz verbieten, zu dem jemand über StudiVZ aufgerufen hat:

  • Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.
  • Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.

Aha. Unter “öffentlicher Raum” verstehe ich als steuerzahlender Bürger, daß ich diesen selbstverständlich jederzeit und zu jedem Zweck nutzen kann, wie es mir beliebt – solange ich nichts zerstöre und niemanden schädige oder gefährde. Ob ich auf dem Rathausmarkt einen Apfel essen möchte oder in Planten und Blomen mit Freunden um die Wette Purzelbäume schlagen will, das sollte das Ordnungsamt nichts angehen, oder? Die Braunschweiger Definition des öffentlichen Raums und seiner planmäßigen Nutzung läßt erinnert mich stark an Worte wie “Ausgangsverbot” und “Sperrstunde” denken und weckst üble Assoziationen an Diktaturen in Bananenrepubliken sowie an V for Vendetta (und das sind bei dem Mistfilm wahrlich üble Assoziationen…). Aber das sieht das Ordnungsamt Braunschweig ganz anders – die Begründung für das Verbot klingt jedenfalls abenteuerlich in meinen Ohren:

Öffentliches Eigentum ist durch das Picknick gefährdet. Auf meine Frage, was denn gefährdet sei, antwortete mir Herr Heidelberg vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, dass das Sandsteinpflaster vorm Schloss teuer sei. Die Frage, inwiefern dieses Pflaster, über das tagtäglich Tausende von Frauen in High-Heels stolzieren, durch samtene Decke von Picknickern gefährdet sei, wurde mir leider nicht beantwortet.

Das Picknick könnte ähnlich wie eine Flashmob-Party auf Sylt ausarten und statt der erwarteten max. 100 Picknicker kommen mehr als 5 000 Personen, die kein friedliches nachmittägliches Flashmob-Picknick veranstalten, sondern eine wüste Orgie wie im Film “Das Parfüm”.

Auch die Anmeldung einer Demonstration ähnlich wie bei der Love Parade wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am 8.8. keine Aussicht auf Erfolg haben, weil eine Demonstration mit Picknick (schriftliches Zitat Paschen) “eine nicht genehmigungsfähige Sondernutzung” darstellt.

Wahrscheinlich hat man sich hier durch das vom Organisatoren unachtsam benutzte Wörtchen <em>Flashmob</em> zu dieser Verbotsorgie hinreißen lassen. Ein Flashmob ist eine einmalige Momentaufnahme, völlig spontan und meist nach wenigen Minuten vorbei. Ein Beispiel für einen gelungenen Flashmob ist z.B. dieser hier:

ARVE Error: no video ID set

Dieses Braunschweiger Schloßplatz-Picknick ist ungefähr so spontan wie Ebbe und Flut, es sollte dieses Jahr zum dritten Mal am selben Ort stattfinden. Insofern bleibt es das Geheimnis des Organisatoren, was daran “Flashmob” sein soll, aber hey, wir wollen nicht kleinlich sein. Auch wenn man angedenk der rund 5.000 Chaoten, die letztens auf Sylt bei einer spontanen Party einen Haufen Müll und Ärger hinterlassen hatten, die Sorgen der Behörden für berechtigt ansehen kann.

„Das machen wir hier so“

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2009,
  • veröffentlicht von

Vor nicht ganz 3 Monaten kaufte ich bei einem Computerfachhändler, der sich auf die Marke mit dem Apfel plus Zubehör spezialisiert hat ein Paar Kopfhörer für mein iPhone. Ich entschied mich für die V-Moda Duo Vibe in-ears, mit Mikrophon und einer Fernbedienung. Nun, knapp 3 Monate nach dem Kauf, funktionierte nur noch ein Lautsprecher und die Anrufannahmetaste der Fernbedienung tat ihren Dienst nicht mehr. Ich brachte das Teil also mitsamt der Rechnung zu besagtem Computerfachhändler, zwecks Reklamation.

Am Kundentresen im Eingangsbereich hatte ich noch nicht ganz das Wörtchen Reklamation gesagt, da wurde ich schon die Treppe hinauf geschickt, “hinten links ist unser Techniktresen, da melden Sie sich mal, die helfen Ihnen.”
Hinter besagtem Techniktresen stand niemand, eine Klingel gab es auch nicht, aber zwei Mitarbeiter schwatzten fröhlich miteinander. Schließlich traf einer meiner Pfeile ins Schwarze Blicke die eines der beiden Trantüten Mitarbeiter und er fragte leutselig, was es denn gäbe. Ich zeigte ihm die Kopfhörer und beschrieb das Problem.

“Ich habe vor rund drei Monaten für rund 100 Euro ein paar Kopfhörer hier bei Ihnen gekauft, die jetzt nicht mehr funktionieren. Sie können mir dieses Paar hier reparieren, mir ein neues Paar im Austausch geben oder mir mein Geld, meinetwegen auch anteilig zurückerstatten. Was werden Sie tun?”

Er wies auf Tastatur und Bildschirm am linken Tresenrand und sagte “das müssen Sie da eingeben, Ihren Namen, Ihr Anliegen und Ihre Kontaktdaten, und wenn Sie dran sind, erscheint Ihr Name hier oben” – er wies auf einen Monitor über dem Tresen -”und einer unserer Techniker wird sich der Sache annehmen, sobald Sie an der Reihe sind.” Ich starrte ihn an. Ich war der einzige Kunde im Raum.

Bidde? Ich habe Ihnen soeben das Problem geschildert. Ob Sie das jetzt in den Computer eingeben oder dem Techniker lieber per Ausdruckstanz vortanzen möchten interessiert mich nicht. Ich werde nicht Ihre Arbeit erledigen.”

“Äh… aber das machen wir hier so!”

“Mit jedem, der dumm genug ist das mit sich machen zu lassen, ja. Ich zähle nicht dazu.”

Ein Techniker stieß dazu.

“Was’n los?”

“Die Dame will Ihr Problem nicht über die Eingabemaske schildern!”

Ich ignorierte den Clown und schilderte dem Techniker das Problem. Er sah sich die Kopfhörer an und grunzte. “Jo, kenn ich. Die Dinger haben einen Konstruktionsfehler, das Kabel bricht nach kürzester Zeit, deswegen sind sie vom Markt genommen. Hamwer nicht mehr und kommen auch nicht mehr rein. Das muss noch so ein Restexemplar gewesen sein, eigentlich sind die schon im Januar aus dem Verkauf genommen worden.”

“Welches ist denn das Nachfolgemodell, bzw. was können Sie mir denn im Austausch anbieten?”

Er zuckte die Achseln. “Das machen die Kollegen im Verkauf, ich repariere hier nur. Aber das Teil zu reparieren lohnt nicht. Das schicken wir normalerweise ein.”

“Das Teil hat schlanke 100 Flocken gekostet!”

“Jo. Pech. Aber wenn wir’s einschicken, kriegen Sie nur das gleiche Modell noch einmal, als Ersatz. Soll heißen, wenn die noch welche auf Lager haben, offiziell ist das Modell ja aus dem Programm genommen. Und dann hätten Sie an dem Ersatzmodell wahrscheinlich auch nur kurz Freude.”

Der Clown sprang ein. “Aber wir haben tolle neue Kopfhörer reingekriegt, hab’ ich unten, wenn Sie mal schauen möchten…”

“Ich darf mir davon dann ein Paar als Ersatz aussuchen?”

“Ja klar! Das heißt…Äh, nein, also… nicht so… das müßten Sie schon bezahlen!”

“Verstehe. Ich bekomme dieses Paar nicht repariert. Ich bekomme keines im Austausch, oder nur eines bei dem jetzt schon fest steht, daß es bald ebenfalls kaputt sein wird. Der Hersteller wirbt mit einem Jahr Garantie. Sie als Händler haben zwei Jahre Gewährleistungsfrist; in den ersten 6 Monaten davon liegt die Beweislast bei Ihnen. Das Problem mit der Fehlerhaftigkeit der Kopfhörer war Ihnen schon bekannt als ich das Paar bei Ihnen gekauft habe, das hat Ihr Kollege ja soeben selbst gesagt. Ich hätte jetzt also gern einen konkreten, akzeptablen Gegenvorschlag Ihrerseits, wie Sie das Problem lösen möchten. Alternativ nehme ich auch mein Geld zurück.”

“Das geht nicht, Sie haben die Kopfhörer ja benutzt.”

“Nicht so lange und ausdauernd, wie ich das gern viele Jahre lang getan und bei einem Preis von rund 100 Euro auch erwartet hätte. Aber wie gesagt, auch gern anteilig.”

“Nein, das geht nicht, also… keinesfalls.”

“Und was geht?”

“Wir können die Kopfhörer einschicken und vom Hersteller ein brandneues Ersatzpaar besorgen. Das dauert ca. 3 Wochen.”

“Mit dem ich dann in drei Monaten und drei Wochen wieder hier stehe?”

“Äh…”

Nächste Woche sind (angeblich) meine Austauschkopfhörer vom Hersteller da. Ich melde mich dann Mitte September noch einmal zum Thema.

 

Update: Ach …

Faster, Pussycat! Kill! Kill!

  • Veröffentlicht am 13th Juni 2009,
  • veröffentlicht von

Liebe lila-metallic-Ford-Fiasko-Fahrerin Anfang 50, die mich heute früh an der kombinierten Auffahrt Stellingen/Abfahrt Volksdorf auf der A7 in südliche Richtung in den Wahnsinn zu treiben versucht hat: Ich hab’ ja gar nix dagegen, daß Du Schafsfelle über Deine Sitze und Dein Lenkrad ziehst, auch für Tiere bremst, Katzen über alles liebst, Dich vegan ernährst und im Heidepark Soltau warst und es so toll fandest, daß Du es einfach der Welt per Aufkleber auf Deinem Auto mitteilen mußt. Auch den Spruch “Katzen würden Whisky saufen” habe ich bestimmt dreißig Jahre nicht mehr gehört, danke für die Erinnerung an dieses originelle Wortspiel.

Aber wenn Du auf die Autobahn auffahren möchtest, hilft es den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern ungeheuer, wenn Du a) blinkst und ankündigst, ob Du tatsächlich in Stellingen auffahren willst oder vielleicht in Volksdorf gleich wieder abfahren und falls ersteres dann b) den Beschleunigungsstreifen auch als solchen nutzst UND NICHT MIT 40 SACHEN OHNE ZU BLINKEN SPONTAN RüBER AUF DIE RECHTE SPUR WECHSELST UND DANN IMMER NOCH NICHT HOCHZIEHST SONDERN VOR MIR HERSCHLEICHST UND MICH VOLL AUSBREMST, DU LUFTPUMPE!

Anzeigenschluss

  • Veröffentlicht am 2nd Juni 2009,
  • veröffentlicht von

Der Parkmanager fängt mich mal wieder auf dem Weg zum Gemüsehöker ab.

“Haben Sie mit den Pylonen die halbe Straße abgesperrt?” faucht er mich an.

Und selbst wenn es so wäre, was geht’s dich an, du Spacken? “Nein.”
Ich will weitergehen, aber er stellt sich mir in den Weg und belehrt mich:

“Sie müssen eine Genehmigung von der Stadt einholen, wenn Sie hier Parkplätze wegen Umzugs blockieren wollen! Und offizielle Schilder aufstellen! Das kostet!”

“Ich weiß.”

“Und die Pylonen haben Sie sicher auch geklaut, oder? Die kann man nämlich nirgends legal käuflich erwerben, kann man die nicht.”

Doch, kann man. “Ich habe hier nichts abgesperrt und das sind nicht meine Pylonen.” Hach, wie gut sich ein so’n Ding als Eselsmütze auf seinem Dummkopf machen würde!

Er nickt eifrig. “Sag’ ich ja! Die müssen Sie wieder zurückbringen zu der Baustelle, bei der Sie die geklaut haben! Sonst ist Schluß, dann gibt es eine Anzeige!”

Ich krieg’ Puls. “Sagen Sie mal, sind Sie schwer von Begriff, schwerhörig oder einfach nur untervögelt? Ich habe hier nichts abgesperrt, ich ziehe auch nicht um, ich habe diese Dinger weder gekauft noch geklaut noch aufgestellt, klar?” Mein mörderischer Laserblick zerteilt sein erbsengroßes Hirn wie ein heißes Messer ein Stück Butter.

Er guckt verdutzt. “Ja, äh, dann… also… aber so geht das nicht, geht das doch nicht…” murmelt er und geht endlich.

Da sind wir uns mal einig. Boah, ey.

Die blöden Fragen zum Wochenanfang

  • Veröffentlicht am 14th April 2009,
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Bei Beastybasti gefunden und mitgenommen: ein Stöckchen mit den blödesten Fragen zum Wochenanfang. Und da ich gerade anlässlich des plötzlichen Ablebens meines erst vor zwei Wochen von Apple frisch auf Garantie ausgetauschten iPhones extrem blöd drauf bin, beantworte ich das jetzt mal, um den Blutdruck wieder auf 200 runterzudampfen.

Wie alt wirst du in 3 Monaten sein? Drei Monate älter. Vielleicht auch 30 Jahre älter, wenn das neue neue iPhone dann noch nicht da sein oder schon wieder nicht funktionieren wird.

Denkst Du, Du wirst bis dahin verheiratet sein? Das sollte mich doch sehr wundern. Falls der Mann meiner Träume zwischenzeitlich vorbeikommt und mich fragt, vielleicht. Aber ein dauerhafter Friede in Nahost ist sehr viel wahrscheinlicher.

Was ist zurzeit dein Klingelton? Ha-ha. Selten so gelacht.

In wie vielen Städten hast du bisher gelebt? In keiner erwähnenswerten außer Hamburg.

Bevorzugst Du in Schuhen herumzulaufen, auf Socken oder barfuß? Am Strand barfuß, in der Wohnung auf Socken und überall sonst in Schuhen. (Himmel, was für eine blöde Frage!)

Was ist Deine Lieblingseiscreme? Hab’ ich das nicht schon mal irgendwo erwähnt? Himbeer. Aber Schokolade kommt direkt danach.

Hast Du eine bestimmte Art und Weise, wie Du im Bett schläfst? tief und fest.

Bist Du eine laute Person? Wenn es die Sachlage erfordert… aber eigentlich bin ich eher ruhig und friedlich.

Wie alt bist Du? So alt, daß ich die Frage vergessen habe.

Kannst Du Poker? Latürnich. Auch in Maumau bin ich unschlagbar. Aber dafür kann ich kein Skat spielen.

Schon mal jemanden geküsst, deren oder dessen Name mit D anfängt? Ja.

Würdest Du Deine Nase piercen lassen? „Eher würde ich meine Zahnbürste mit einem Demokraten teilen!“

Bist Du neugierig? Wer stellt denn hier die blöden Fragen? (Nein, bin ich nicht.)

Würdest Du ohne Deine Eltern zurecht kommen? Da nur noch ein Elternteil lebt, darf ich das mit jein beantworten.

Letzter Film, den Du gesehen hast? Im Kino Gran Torino, auf DVD Dogtown and Z-Boys.

Ist es in der Regel einfach für andere, Dich zum Lachen zu bringen? Eher umgekehrt.

Was hast Du zuletzt in Deinen Mund geschoben? Meine Zahnbürste.

Wer hat zuletzt für Dich gekocht? Der Koch der Clubgastronomie meines Golfclubs.

Wer hat Dich zuletzt angerufen? Eine Freundin, glaube ich. Das verdammte Telefon ist tot (nur falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte).

Liest Du den Sportteil der Zeitung? Wozu? Steht eh’ fast nie etwas über Golf drin und wenn, dann meist was falsches oder peinlich geschriebenes.

Hast Du eine gute Beziehung zu Deinem Bruder/Schwester? Als recht harmoniesüchtiger Mensch hätte ich das vermutlich, wenn ich kein Einzelkind wäre.

Was für Bilder hängen in Deinem Zimmer? ein handsigniertes und nummeriertes Giclée eines Bildes von Curtis Wilson Cost, auf dem Iao Needle abgebildet ist. Das habe ich mir auf Maui bei ihm gekauft und mitgebracht und hänge wirklich sehr daran. Die restlichen Wände sind voll mit Büchern, DVDs und Gitarren, jedenfalls im Wohnzimmer.

Letzes Buch, das Du gelesen hast? Ein Stadtführer von Leipzig, anlässlich meines vorösterlichen Kurztrips dorthin.

Wie siehst Du aus: Wie Mama oder Papa? Wie ich.

Wenn Du für den Rest Deines Lebens nur noch ein einziges Getränk zu Dir nehmen dürftest, welches wäre das? Wasser. Ich liebe Wasser.

Was liegt rechts neben Dir? Mein Skateboardtool, mit dem ich gerade die Achsmuttern meines Longboards nachgezogen habe.

Schon mal irgendwo ins Wasser gefallen? Heute noch nicht. Aber der Tag ist ja noch jung.

I (can’t) Phone

Seit fünf Tagen kann ich mit meinem iPhone SMS verschicken, Mails senden und empfangen, im Internet surfen, meinen Feedreader leerlesen, twittern, die Börsenkurse abfragen und vieles mehr. Was ich nicht mehr kann, ist telefonieren.

Lustigerweise fiel mir das erst am zweiten Tag der Stille auf. Ich telefoniere nicht sehr viel, es ist nicht meine bevorzugte Form der Kommunikation. Aber irgendwann fragte ich mich schon, warum plötzlich niemand mehr etwas von mir will und wieso drei Anrufversuche zu drei verschiedenen Leuten mit “Anruf fehlgeschlagen” endeten. Nachdem die üblichen Versuche wie Neustart, Hard Reset, Netzwerkeinstellungen zurücksetzen nichts gebracht hatten, rief ich–  von einem anderen Gerät – bei der rosa Hotline an. Dort beruhigte man mich dahin gehend, daß das Netz gestört sei, man um die Problematik wisse und mit Hochdruck daran arbeite und man hoffe, daß alles im Laufe des Montags behoben sei.

Am Dienstag war immer noch Funkstille. Die Mitarbeiterin der Hotline (die ich mehr so als “Lauwarmline” bezeichnen würde) sagte, die Netzwerkprobleme seien inzwischen behoben und ich sollte doch einfach noch mal alles neu starten.

Nix.

Ob ich dann mal in einen T-Punkt gehen könne, einen Fachmann vor Ort aufsuchen?

Das tat ich heute. Der Fachmann vor Ort war bei Frühstück und latent genervt von einem Kunden in seinem ansonsten leeren Laden, aber ließ sich herab, mir mit überlegenem Lächeln einen Hardware-Reset vorzuführen.

„So, jetzt müßte es gehen“ sagte er, in Gedanken sichtlich schon wieder bei seinem Franzbrötchen.

„Müßte, tut’s aber nicht.“

“Was?? Zeigen Sie mal her… also… was steht denn da oben? ’Special’’?“

Er zeigte auf den Bereich des Screens, auf dem normalerweise „T-Mobile“’ steht.

Ich zuckte mit den Achseln. „Noch nie gesehen.“

Jetzt wurde er misstrauisch. „Haben Sie das Gerät bei uns gekauft oder ist das so ein US-Teil, von E-Bay, jailbreaked? Sie wissen, daß wir uns um solche Grauimporte nicht kümmern dürfen und können, da sind Sie auf sich gestellt und haben keine Garantie!“

Er schob mir entrüstet das Gerät zu. Ich überlegte: müßte es nicht ’Jailbroken’ heißen? Laut erwiderte ich:

„Ich habe das Gerät bei Ihnen gekauft. Garantie ist auch noch drauf. Keine Ahnung, was das Teil für ein Problem hat, aber da ist nichts installiert, was nicht aus dem AppStore ist oder schon drauf war, als es kam. Also schlage ich vor, Sie füllen einfach das Formular aus, schicken das Ding ein und besorgen mir ein neues Gerät. Wie gesagt, die Garantie läuft noch.“\

Er schluckte, ging zum Rechner, prüfte meine Kundendaten und druckte wütend das entsprechende Formular aus. „Unterschreiben Sie hier. Am Montag können Sie es abholen. Dauert keine Woche.“ Es klang sehr wütend, wie er das sagte.

„Äh, Sie schreiben hier was von 8 MB. Ich habe aber das 16 MB Gerät.“ Er drehte das Ding um, lief rot an und wiederholte die Prozedur am Computer.

„Bitte sehr. 16 MB.“

„Darf ich dann noch um meine SIM Karte bitten?“ Ich glaube, er stand kurz vorm Schlaganfall, rot genug lief er jedenfalls an.

„Bitte.“

„Danke. Zauberhaften Tag noch für Sie!“

Ich freue mich schon auf Montag.

Parkmanagement

Ein Blockwart Nachbar sprach mich vorhin an, ob ich mein Auto mal etwas weniger asozial parken könne.

Ich so: „???“

Er so: „Na schauen Sie doch mal, wie Sie da stehen! Da passt doch weder vor noch hinter Ihnen jemand in die Lücken. Können Sie nicht zum Vordermann aufschließen?“

Ich schaue auf meinen Smart, der brav am Bordstein steht und vor und hinter sich genügend Platz für einen weiteren Smart oder sogar einen Polo lässt.

Ich so: „Da ist doch genügend Platz, wenn auch nicht für einen Kombi.“

Er so: „Wie soll man denn da reinkommen? Mit einem Schuhanzieher?“

Ich: „Äh, ich habe mein Auto am Sonnntag Abend perfekt in die passende Lücke manövriert. Wenn sich die benachbarten Autos inzwischen bewegt haben, ist das ja nun nicht meine Schuld.“ ‘Genauso wenig wie wenn du so ein Riesenauto fährst und nicht einparken kannst’, füge ich im Geiste hinzu.

Er: „Dann müssen Sie das kontrollieren und eben umparken! Das nennt man Parkmanagement!“

Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen: „Bidde? Soll ich jetzt jeden Tag alle paar Minuten checken ob mein Vorder- oder Hintermann ausgeparkt hat,  um dann erneut aufzuschliessen – oder wie dachten Sie? Vielleicht noch per Webcam?“

Er wird lauter: „Sie können hier nicht dauerparken! Dann mieten Sie sich eben eine Garage, wenn Sie so selten fahren! Oder fahren Sie Bahn!“

Ich so: „Die bräuchte aber sicher mehr Platz.“

Er so: „???“

Ich hab’ den Parkmanager dann mal stehen gelassen. Aber ich fürchte, das wird ‘ne Soap Opera werden. Stay tuned.

Pry, boy, pooch?

Ich hatte vor einigen Jahren einmal einen sehr kompetenten und liebenswürdigen indischen Arbeitskollegen, mit dem die unfallfreie Verständigung nur per mail oder Instant Messenger möglich war. Wehe, ich musste etwas telefonisch oder persönlich mit ihm besprechen, dann war ich echt gekniffen. Am Telefon konnte ich mich noch auf eine schlechte Verbindung rausreden und um Klärung per mail bitten, aber im direkten Dialog liess ihm mein verzweifelter Gesichtsausdruck ob des völligen Unverständnisses wahrscheinlich nur sehr wenig Spielraum für Interpretationen.

Die folgende Story, die wahrscheinlich schon jeder Fernost-Reisende selbst so oder ähnlich erlebt hat, macht immer wieder in diversen Variationen die Runde, aber ich schmeiss’ mich jedes Mal wieder neu weg wenn ich sie lese. Besonders, wenn ich sie laut vorlese, was ich Euch für den vollen Genuss auch empfehle.

The July 1981 newsletter of the Tasek Utara Golf Club in Johor Baru, Malaysia, contained the following linguistically intriguing dialog between a hotel guest and the room service at a certain Bangkok hotel. (Quoted from Far Eastern Economic Review September 4, 1981.)

Room Service: Morny, rune sore-bees.

Hotel Guest: Oh sorry, I thought I dialled room service.

RS: Rye, rune sore-bees. Morny. Jewish to odor sunteen?

HG: I’d like some bacon and eggs.

RS: Ow July then?

HG: What?

RS: Aches. Ow July then? Pry, boy, pooch … .?

HG: Oh, the eggs! How do I like them? Sorry. Scrambled please.

RS: Ow July thee baycome? Crease?

HG: Crisp will be fine.

RS: Okay. An Santos?

HG: What?

RS: Santos, July Santos?

HG: Ugh … I don’t know … I don’t think so.

RS: No? Judo one toes?

HG: Look, I really feel bad about this, but I just don’’t know what judo-one-toes means. I’m sorry.

RS: Toes! Toes! Why Jew Don Juan, toes? Ow bow eenglish mopping we bother?

HG: English muffin! I’ve got it! Toast! You were saying toast! Fine. An English muffin will be fine.

RS: We bother?

HG: No. Just put the bother on the side.

RS: Wad?

HG: I’m sorry. I meant butter. Butter on the side.

RS: Copy?

HG: I feel terrible about this but …

RS: Copy. Copy, tea, mill.

HG: Coffee! Yes, coffee please. And that’s all.

RS: One Minnie. Ass rune torino-fie, strangle aches, crease baycome, tossy eenglish mopping we bother honey sigh, and copy. Rye?

HG: Whatever you say.

RS: Okay. Tenjewberrymud.

HG: You’re welcome.

Notruf

Ein offensichtlich angeheiterter Typ im dunkelblauen Blazer, geringeltem T-Shirt darunter und einer Dose Holsten in der Hand stinkt im morgendlichen Berufsverkehr leise aber bestimmt die U1 voll. Während ich noch denke ‘hoffentlich zündet jetzt niemand ein Streichholz an‘, quäken die ach so lustigen Kinderstimmen Next Stop Jungfernstieg, please change here for Town Hall etc. blablabla und einige Glückliche machen sich bereit, dem olfaktorischen Inferno zu entkommen. Unter den Aussteigenden sind garantiert auch ein paar, die noch gar nicht aussteigen müssten, aber lieber zu Fuss gehen, oder einen Waggon weiter wieder einsteigen. Unser Spezi hingegen lehnt sich nonchalant mit dem Daumen auf den Notrufknopf. Über den Lautsprecher ertönt die erstaunte Stimme des Fahrers.

„Hallo? Sie haben den Notruf bedient?“

„Jo, können Sie mal bitte diese Lautsprecherdurchsagen leiser stellen? Da platzt einem ja der Schädel! Und wenn Sie schon dabei sind, hören Sie mit den Scheiss Kinderansagen auf! Das nervt, echt jetzt!“

Gesagt ist gesagt, darauf einen Schluck aus der Goldplombe. Der Fahrer glaubt, genau wie der Rest der Insassen, nicht was er gerade gehört hat, bleibt aber höflich:

„Ja, äh, danke für die Anregung, das kann ich von hier aus leider nicht steuern, aber ich gebe das mal so weiter, man wird sich darum kümmern.“

Der Zug hält, die Türen öffnen sich und der geräuschempfindliche Kinderhasser steigt aus. Wir im Zug Zurückgebliebenen schauen uns fassungslos an, grinsend und kopschüttelnd. Nach einer Weile knistert der Lautsprecher und der Fahrer meldet sich zurück.

„Äh, ja also, mal an den Fahrgast, der sich über die Lautstärke der Durchsagen beschwert hat….?“ Wir lauschen alle gebannt. Die neu eingestiegenen Fahrgäste schauen verwirrt auf den Lautsprecher. „….also, das habe ich der Leitstelle gemeldet, die bringen das in Ordnung.“ Erwartungsvolles Schweigen allerseits. Wir starren alle auf den Lautsprecher. „Ja, also, danke für den Hinweis und noch eine gute Weiterfahrt.“

Wir grinsen uns an, denken wohl alle dasselbe. Was ist mit den Scheiss Kinderstimmen?

In der Bahn

Der Typ mit den blitzblanken schwarzen Budapestern, der Jack Wolfskin Funktionsjacke und der NY Yankees Baseballmütze vertieft sich in das Büchlein den Thriller Alles über die Sony Weltempfänger. Ich wette, er kennt nicht einen Yankee-Spieler.

Der Penner schlurft rein und fragt „’schuldigung, haste mal zehn oder zwanzig cent?“ Während ich mich über die neue Bescheidenheit wundere und überlege, ob ich mir ein paar Karmapunkte erkaufen soll, drückt ihm jemand einen Euro in die Hand. Der Penner fragt ihn, ob er auch das Zwei-Euro-Stück haben könne, das er im Portemonnaie des Spenders erspäht hat. Ich beschließe, auf Karmapunkte zu verzichten.

Neben mir lehnt ein Typ mit fetten DJ-Kopfhörern auf den Ohren, aus denen irgend ein Technobrei lärmt, den ich bis durch meine in-ear-speaker höre. Eine Mittfünfzigerin dreht sich empört um und bedeutet mir, gefälligst leiser zu stellen. Ich ziehe vor ihren Augen den Klinkenstecker aus meinem iPod, aber lasse die Stöpsel in den Ohren. Der Lärm hält an. Sie ist völlig verwirrt. Ich deute auf die Micky-Maus-Ohren meines Nachbarn. Ihr Blick ist Gold wert.

Ab und OK

  • Veröffentlicht am 24th November 2007,
  • veröffentlicht von

Ich finde es ja immer sehr erheiternd, wenn Leute das Wort abnicken benutzen um auszudrücken, dass irgend jemand zu irgend etwas seine Zustimmung gegeben hat. Ich glaube, kaum jemand kennt den Ursprung dieses Begriffs. Mit dem sog. Nicker, einem langen und schweren Messer, gibt der Jäger einem waidwunden Stück (Reh)Wild den Gnadenstoß ins Genick, oberhalb des gemeinhin für das Nicken zuständigen oberen Halswirbels, um es von seinen Leiden zu erlösen.

Andererseits: Abgenickt ist abgehakt, nächstes Thema.

Our House

Du weißt du hast die richtige Ärztin, wenn du dich zwecks der Abhöraktion auspellen sollst, dabei dein “Everybody Lies” T-Shirt zum Vorschein kommt, sie dir das eiskalte Stethoskop auf den bibbernden Rücken presst während du rasselnd ein- und ausatmest, und sie abschliessend mit todernstem Blick sagt: „Nun, es ist kein Lupus.“

Krank und cranky

Feststellungen des Tages:

  • Fieber nervt. Außerdem nervt es, alle paar Stunden eine neue Waschmaschine mit durchgeschwitzter Bettwäsche und Pyjamas laufen zu lassen. Vor allem, wenn man nur sechs Sätze Bettwäsche zum Wechseln hat. (Memo to self: Ab in diesen schönen Wäscheladen im Kaufmannshof, sobald\’s dir besser geht.)
  • Was so richtig nervt ist auch, im Bett liegen zu müssen während draußen allerfeinstes Golfwetter ist. Nur noch zu toppen durch bei allerfeinstem Golfwetter krank im Bett zu liegen, während man Urlaub hat. Gna.
  • Es gibt definitiv keine Nasenfreundlichen Papiertaschentücher. Jedes ist kaum besser als Schmirgelpapier. Besonders fies sind diese Kleenex Balsam, die in der Mitte glatter und seidenweicher als ein Babypopo sind und einem dann – pow! – die Nase wegätzen mit ihrem reibeisenartigen Rand. Welcher Sadist hat diese Dinger bitte entworfen? Meine Nase fühlt sich an, als wäre ich mit Mike Tyson über drei Runden gegangen.
  • Nasensprays sind eine Erfindung des Teufels. Oder der Teufel hat in meins ein bisschen Salzsäure gemischt.
  • Heiß duschen bei 39° Fieber ist geil. Der Kopf weiß, daß man – hätte man kein Fieber – eigentlich vom Schmerzfaktor her unter der Decke wäre, kurz vor Verbrennungen dritten Grades stünde und den Einhandmischer im Leben noch nicht so weit nach links bewegt hat. Aber es fühlt sich de facto nur an wie ein lauer Sommerregen auf der Haut.
  • Aufzuwachen, weil einem alles weh tut und vor lauter Erschöpfung nicht wieder  einschlafen können ist auch mal eine originelle Erfahrung.
  • Aus reiner Langeweile mit meinem unsichtbaren Spielkameraden auf den Ausgang des Fiebermessens wetten. “Einen Zehner, daß es jetzt mehr als 39 sind.” – “Topp!” – “Du hast gemogelt!” – “Wie denn, bitte?” – “Du hast das Thermometer in Eiswasser gehalten und vertauscht.” – “Du phantasierst.” – “Stimmt.” – “38,8. Einen Zehner, bitte.” – “Fuck you!” – “Gesundheit!”

Star Wars vs. Star Trek – die Entscheidung

Der eine meint, Star Wars sei das Ei des Columbus. Die andere schwört auf Star Trek. Ich kann weder dem einen, noch dem anderen sonderlich viel abgewinnen und bin daher völlig neutral. Bei Star Wars zählen selbstverständlich nur die Teile der Original-Trilogie, den restlichen Quatsch kann man sich ja nicht ernsthaft antun. Und bei Star Trek zählen selbstverständlich nur die Staffeln der Original Serie. TNG, Voyager, DS9 sowie die Kinofilme braucht kein Mensch. ( ;-) an Erik.)

1. Han Solo oder Captain Kirk?
Hahahahaha, das ist jetzt keine ernst gemeinte Frage, oder? Es kann nur einen geben, und der trägt den Alleinstellungsanspruch ja schon im Namen. Ein Mann, der wie Captain Kirk freiwillig in so einem dünnschissbraunen ockerfarbenen, goldbesetzten Lycrahemd durchs Bild laeuft, sollte umgehend und auf nimmer-wiedersehen weggebeamt werden. Star Wars macht hier ganz klar das Rennen. 1:0.

2. Obi-Wan oder Mr. Spock?
Das ist schon schwieriger zu beantworten, das sind zwei fast ebenbürtige Gegner. Beide schaffen es, gleichzeitig unterkühlt und dennoch irgendwie warmherzig rüberzukommen. Lustig auch, dass ein Wesen vom brodelnden Planeten Vulkan so bar jeglicher Emotionen sein kann. Und Spock haben wir das unnachahmliche faszinierend zu verdanken, das sich bei vielen Gelegenheiten anwenden laesst, z.B. auch gern bei Cocktailparties, wo man von irgendwelchen Langweilern zugetextet wird. Aber überzeugender ist dann doch Obi-Wan, ausserdem kann er mit einem Laserschwert umgehen. 2:0. Was uns zum nächsten Vergleich fuehrt:

3. Laserschwerter oder Phaser?
Wie viele YouTube homevideos gibt es, bei denen die kiddies sich mit Papas altem Trockenrasierapparat bedrohen? Wieviele Star Wars Kids gibt es? ’nuff said. It doesn’t get any cooler than light sabers, guys! Lichtsäbel regeln, aber sowas von! 3:0.

4. Tribbles oder Wookies?
Diese nervigen kleinen Viecher, die aussehen als hätte sie jemand aus einem dieser Münzapparate auf dem Dom vor dem metallenen Greifarm befreit, sind zwar zahlenmässig überlegen, aber rein optisch voellig nebensächlich, wenn Chewbacca in die Kamera sieht. Wandelnder Bettvorleger hin oder her, der Typ macht deutlich mehr her. (Und ich stehe auch mehr auf ein männliches Grunzen als auf dieses tuckige Gekicher) 4:0.

5. Teleportation oder Die Macht?
Schwierig. Als Kind hätte ich es extrem hilfreich gefunden, mich in ungünstigen Momenten schlicht wegzubeamen. Aber je erwachsener man wird, desto deutlicher wird: wegrennen hilft nicht. Man muss den Dingen ins Gesicht sehen und ihnen mit Macht gegenübertreten. Teleportation wird eigentlich erst jetzt wieder interessant, um Langstreckenflügen aus dem Weg zu gehen, besonders solchen in die USA. Unentschieden. 4:0.

6. Prinzessin Leia oder Lt. Uhura?
Der Punkt geht klar an Uhura. Der erste schwarze Mensch im Weltall. Punktabzug gibt’s für den Kuss mit Cpt. Kirk (wie unrealistisch ist das denn bitte? Welche Frau würde nicht “restraining order!” schreien, wenn der Typ sich ihr näherte?), aber Leia hat sich ohnehin schon wegen der Zimtschneckenfrisur disqualifiziert. 4:1.

7. Die Soundeffekte
OK, vielleicht haben mehr Leute den Star Trek Pfiff als Klingelton als Darth Vaders Asthma. Aber letzteres ist deutlich fieser und wirkt länger nach. 5:1.

8. Enterprise oder Millenium Falcon?
Die Enterprise hat den Weg gewiesen, uns gezeigt wie ein Raumschiff auszusehen hat. Selbst die NASA hat sich bei ihrem Flottendesign optisch an ihr orientiert und Han Solos Mühle ist schlicht der letzte Schrotthaufen, sorry. Ein Punkt für Star Trek. 5:2.

9. Die Geschichte
Star Wars hat eine. Was die Star Trek Truppe eigentlich macht, hab’ ich nie verstanden und es hat mich auch nie interessiert. Ich glaube, die sind einfach ziellos rumgegondelt. 6:2 für Star Wars.

10. Die Sprueche
Beam me up Scotty oder May the Force be with you? Wir lassen Google entscheiden: 284.000 zu 794.000 Suchergebnisse – ein klares Votum für Star Wars und damit gewinnen Obi-Wan & co. deutlich mit 7:2 Punkten.

Hätten wir das auch geklärt. Demnächst: Welche Filmtrilogie: The Godfather oder The Lord of the Rings? Stay tuned!

Timber!

Mit Kopfweh aufzuwachen, weil man am Abend vorher ein Glas zu spät mit dem Alkohol aufgehört und zu wenig Wasser getrunken hat, ist fies, aber nichts, was zwei Aspirin auf Toast und eine kalte Dusche nicht in den Griff bekämen.

Mit Kopfweh aufzuwachen, weil man falsch gelegen hat und nun ausserdem den Kopf nicht drehen kann, ist fieser, weil nicht so einfach zu behandeln. Den Masseur für die nötige Nackenmassage hat man ja nicht immer gerade so griffbereit neben sich liegen.

Mit Kopfweh aufzuwachen, weil sich das Wetter wie ein Eisenring um die Birne spannt und langsam aber sicher zudrückt, so dass man glaubt man befände sich in einer Müllpresse auf der Inhaftierungsebene des Todesplaneten, ist richtig fies und legt sich leider meist erst, wenn das Gewitter endlich losbricht.

Aber mit Kopfweh aufzuwachen, weil man nachts im Schlaf aus unerfindlichen Gründen den Arm senkrecht hochgehalten hat, der daraufhin quasi abgestorben ist und folgerichtig wie ein Baumstamm auf die Nase gekracht  – das ist nicht nur fies, sondern einfach lächerlich in seiner ganzen Absurdität. Rather humiliating, my dear.

Werbeunterbrechung

  • Veröffentlicht am 11th Mai 2007,
  • veröffentlicht von
  • mit 1 Kommentar

Als ich klein war, gab’s im deutschen Werbefernsehen zwischen Ilja Richters Disco’73 („Licht aus – WOMM! Spot an – YEAH!“) und Onkel Otto nicht nur Tabakwerbung mit Loriot-Figuren („Drei Dinge braucht der Mann: Feuer – Pfeife – Stanwell!“) oder Tillys Tips zur Nagelpflege mit Geschirrspülmittel Palmolive, sondern auch den Hustinettenbären: Das war ein Zeichentrickbär, der nach der eingängigen Melodie von “Horch, was kommt von draussen rein” den aufmunternden Text Nehmt den Husten nicht so schwer/ jetzt kommt der Hustinettenbär! brummte. Da ich dank der schlechten Luft im Grossraum Frankfurt und meines kettenrauchenden Vaters (r.i.p.) dauerhustete wie ein Zauberbergbewohner, warf ich schon bald schachtelweise diese Bonbons ein.

Wie das so ist in Hessen (und andernorts südlich der Zivilisation Elbe): Dort gibt es eine fünfte Jahreszeit, genannt Fasching, Fasenacht oder auch Karneval (bei den Jecken im Westen). Jedes hessische Grundschulkind wurde also ermuntert, an wenigstens einem dieser Tage verkleidet in die Schule zu kommen. Geburtstagsfeiern wurden sowieso nur in maskiertem Zustand angesteuert – ein Zustand, der sich seither wenig geändert hat, auch wenn die Masken andere sind.

Kindergeburtstag in den Siebzigern hiess: die Jungs gehen als Pirat, Cowboy, Indianer oder Polizist. (Ich habe lange gebraucht um mich davon überzeugen zu lassen, dass die Village People ein doppeltes Spiel trieben…) Fuer Mädchen gab’s die Optionen Prinzessin, Squaw oder Funkenmariechen. Ich war noch nie ein typisches Mädchen und meine Mutter wollte mich nicht als Pirat gehen lassen, also schlug ich vor, als Hustinettenbär zu punkten. Mama überlegte kurz. Das Geburtstagskind kam aus einem eher spiessigen konservativen Hause. Dann nickte sie grinsend.

In den Tagen bis zu meinem grossen Auftritt übte ich, den Text fehlerfrei zu brummen. Mama schneiderte aus einem Bettlaken ein Kostüm. An den Füssen wuerde ich meine langhaarigen weissen Fellstiefel tragen, die sonst immer nur im Skiurlaub zum Einsatz kamen. (Wie ich im letzten Winter sah, sind die Dinger wohl wieder schwer angesagt.)

Aber woher eine Bärenmaske nehmen? Wir pusteten einen Luftballon auf und bestrichen ihn mit Ponal. Darum wickelten wir bunten Bast. Als Ohren, Nase und Schnauze (???) verwendeten wir mit Bast umwickelte leere Joghurtbecher. Dann wurde der Luftballon entfernt und – presto! – fertig war die Bärenmaske. Sie kratzte fürchterlich, und sehen konnte ich auch nicht sehr viel, aber es sah sehr, sehr unheimlich aus, fand ich.

Nur nicht sehr nach Hustinettenbär. Aber Mama drückte mir einen Kuss auf die Wange und eine Schachtel meiner Bonbons in die Hand, versicherte mir, dass ich super und sehr bärig aussah und klingelte für mich, da ich kaum etwas sehen konnte. Die Mutter des Geburtstagskindes öffnete die Tuer und quiekte überrascht. Ich sang fehlerfrei meinen Hustinettenbärsong. Ich war der Star der Veranstaltung. Irgendjemand machte ein Foto.

Mein Patensohn wird demnächst Sieben. Soll ich?

Vorsicht, Touristenattraktion!

  • Veröffentlicht am 19th April 2007,
  • veröffentlicht von

Direkt neben den Deichtorhallen befindet sich die Touristenattraktion (?) High Flyer. Wer 15 Euro zuviel hat, kann bei Windstille in einem Fesselballon Hamburg aus rund 150 Meter Hoehe bestaunen.

Jeden Tag auf dem Weg zum bzw. vom Buero sehe ich den Ballon da muessig herumstehen, ohne dass auch nur ein schwindelfreier Tourist um den Container mit der Kasse und den Souvenirs von dieser atemberaubenden Attraktion schleicht. Vielleicht liegt es auch daran, dass bislang jeden Tag “aufgrund des starken Windes leider keine Fahrten moeglich sind”, wie es am Eingang heisst. In stiller Verzweiflung wird auch darauf hingewiesen, dass der Souvenirshop geoeffnet ist.

Der Ballon steht also in einer ziemlich toten Gegend auf einem rundherum zwei Meter hoch eingezaeunten Stueck Rasen und ist an sich schon ein ziemlich absurder Anblick, aber gekroent wird die Chose durch folgendes Schild, das mehrfach am Zaun rund um den High Flyer angebracht ist:

Was fuer ein Hund soll das sein, der nur nachts beisst? Die Rasse kann ich auf dem Bild nicht so recht erkennen, zunaechst dachte ich es handele sich um ein etwas ungluecklich getroffenes Maultier. Hat jemand eine Idee?’

Ohne Worte

  • Veröffentlicht am 6th November 2006,
  • veröffentlicht von

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die fünf Feuerwehrmänner, die Aufnahme, die Narkoseärztin, die Chirurgin und alle beteiligten Schwestern des Kinderkrankenhauses Hamburg-Altona, die geholfen haben, einem etwas zu neugierigen Zweijährigen den Badewannenabflussring von seinem vorwitzigen kleinen Zeigefinger zu operieren.

E-Bay Artikelbeschreibungen und was sie bedeuten

E-Bay Artikelbeschreibungen und was sie bedeuten

‘Ungetestet
Defekt

Keine Ahnung, ob es funktioniert
Das Teil ist totaler Schrott

Nur einmal getragen, passte nicht
Ich kann das Teil wirklich nicht mehr sehen

Konvolut Kinderkleidung
Altkleidertuete vom Strassenrand

Kinderpaket Groesse 152
Habe die Altkleidertuete erst mal sortiert

Ist mir zu gross
Musste endlich mal Omas alte Sachen aussortieren

Ist mir zu klein
Mit den Jahren waechst man aus allem raus

Rar
Gibt es nicht im Tante-Emma-Laden

Sammlerstueck
Bin Messie, sammle alles

Siehe Bild
1. Entweder seht Ihr die Macken gleich oder Ihr habt eben Pech gehabt
2. Hab heute meinen faulen Tag, aber bietet mal trotzdem

Bodenfund
1. Fuer kleines Geld auf dem letzten Flohmarkt mitgenommen
2. Verlangt nicht von mir, dass ich das Ding sauber mache

Antik
Gab\’s vorletztes Jahr bei Karstadt

Kenne mich damit nicht aus
Kenne mich nur allzu gut damit aus

Gebraucht
Kann man gerade noch so anbieten

Ebay-Gebuehren uebernehme ich
Ist aber in die Verpackungskosten reingerechnet

Kaeufer traegt Porto
Mindestens!

Ladenpreis war 100 Euro
Hab\’s aber vom Grabbeltisch fuer 50

Ist mir beim Verpacken runtergefallen
Ging mir doch zu billig weg

Hab es schon vor zwei Wochen verschickt
Muesste damit allmaehlich doch mal zur Post gehen

Nach Ebay-Vorschrift gereinigt
War auch dringend noetig

Hier ab 1 Euro
Mein Kumpel wird\’s schon hochpushen

Nur 3 Tage
Mal sehen, wie fit die Ebay-Kontrolle am Wochenende ist

Sofortkauf
Jeden Tag steht ein Dummer auf

Liebhaberstueck
Nicht zu fassen, was man so an Werbegeschenken ins Haus bekommt

Bitte nur ernst gemeinte Gebote
Ich weiss ja, dass das Scheiss ist. Aber lasst doch den Newbies eine Chance, was zu lernen

Viel Spass beim Bieten!
Aber zack-zack, wenn ich bitten darf

Nagelneu und OVP
Vom Laster gefallen

Garantiert original
Die Leute in Hongkong werden immer geschickter

Nicht im Handel erhaeltlich
Im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und der Mecklenburgischen Seenplatte

Erotik FSK 16
0190er-Werbespot waere schaerfer

Spassbieter zwecklos
Arbeite mit Russisch-Inkasso zusammen

Lieferzeit: 14 Tage
Hoffentlich stehe ich dann rechtzeitig bei ALDI in der Schlange, ehe der Laden oeffnet

Hardwarekiste fuer Bastler
Wozu diese ueberhoehten Gebuehren beim Recyclinghof bezahlen?

Superkiste Handyzubehoer, NEU!, Konkursware, mind. 25 Teile!
2 Dutzend Handytaschen von 1993

1 x getragen
War mein Lieblingsteil, habe es nicht mehr vom Koerper gekriegt, bis es dann doch endlich gewaschen werden musste

War mit dem Teil immer sehr zufrieden, hat mir stets gute Dienste geleistet
Bis es kaputt ging

Das Spiel ist echt spitze!
Wenn man gerade vom C64 umgestiegen ist

Die Digicam hatte in allen Tests sehr gut abgeschnitten
Als 1 Megapixel noch Spitzenklasse war

Kenner wissen, was dieses Geraet kann
Hab keinen Bock, die technischen Daten zu suchen

Angaben nach bestem Wissen und Gewissen
Ich weiss, wie gewissenlos ich bin

Zu Dekozwecken geeignet
An dem Ding funktioniert zwar nichts, aber hinstellen kann man\’s noch

Eher als Liebhaberstueck geeignet
Funktioniert nicht, ist gammelig, aber es soll Leute geben, die auf den merkwuerdigsten Kram stehen

Siemens S45 OVP
OVP eines Siemens S45

Wegen schlechter Erfahrungen mit Spassbietern…
Wenn hier einer pusht, dann bin ICH das!

War urspruenglich als Geschenk gedacht
Wollte mir dann aber doch die Freundschaft nicht verderben

Nostalgisch
Muehsam auf alt getrimmt

Restaurierungsbeduerftig
Austausch saemtlicher Teile erforderlich

Kleiner Defekt
Zehn Fachleute haben vergeblich versucht, das Teil zu reparieren

1A
Das war die Grundschulklasse, in die ich eingeschult wurde

Original-CD
-R

Mit Seriennummer
Mann, hat das gedauert, bis ich die im Netz gefunden habe

Ganz kleiner Fleck, geht beim Waschen sicher raus
Mit Salzsaeure

Super suesses Top / zuckersuess / romantisch
Falls noch irgendjemand rosa Bluemchen auf lila Stoff sehen kann, meine kleine Schwester hat da noch was in Kindergroesse 146, das geht doch glatt als XS durch

Top modern
Hoffentlich glaubt mir das irgend so ein Landei