Social Gedöns

Die Lieblingstweets im Mai, Teil 1

  • Veröffentlicht am 15th Mai 2013,
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Tochter (12) fordert mich auf, eine Spinne per Staubsauber zu entsorgen. Wir führen Grundsatzdiskussionen über Auftragsmord.
@Mama_arbeitet
Mama arbeitet


Protipp: Wenn man kleinen Kindern erzählt dass Toffifee aus karamellisierten Kuhaugen besteht muss man nicht teilen.
@__ole__
Ole Bix


So. Nun wollen wir der schwangeren Frau einen Sitz anbieten, liebe Mitreisende. Und nein, das bin nicht ich. Ich hatte nur Bratkartoffeln.
@alles_b
alles b.


Telefone muss man im Flugzeug auch nur ausschalten, damit jemand die Bordexemplare der Zeitungen liest.
@BendlerBlogger
Sascha Stoltenow


Am Dammtor Bahnhof wurde ich gerade von einem jungen Mann in Trainingsanzug angesprochen, der mit mir über Hip Hop reden wollte. Is klar.
@Nico
Nico Lumma


So. @ bringt mir Kartoffelsalat. Ich hab dieses Internet jetzt wohl durchgespielt.
@anneschuessler
anneschuessler


Ich werde sie hüten wie meinen Augapfel, der hier ja ir-gend-wo liegen müsste.
@Schisslaweng
Schisslaweng


“Ich kann nicht in die Küche kommen, Mama. Ich hab eine Plutose.” “Oh. Symptome?” “Nee, Plutose. Sumtome hatte ich gestern.” “Ou.”
@alles_b
alles b.


“Euer Nachbar kandiert ja dieses Jahr für die FDP.” – “Ja, dabei war der immer so nett und hat immer so freundlich gegrüßt.”
@HausOhneFenster
Haus Ohne Fenster


Ich war in so Fahrgeschäften und möchte nie wieder etwas essen.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


“Woran bemerkt man, dass man eine Plutose hat?” “Man muss ganz doll und ist zu faul aufs Klo zu gehen.” “Ou.”
@alles_b
alles b.


Schaue eine halbe Stunde Piratenparteitags-Stream. Selten so viel Verständnis für die Wiedereinführung der absoluten Monarchie gehabt.
@wortfeld
Alexander Svensson


kann kolibris im flug die schnürsenkel zusammenbinden..
@remark
remark


Heute zur Abwechslung mal alle Mails mit”Das beschäftigt Sie jetzt aber schon sehr, oder?”beantworten.
@RinderKinder
Katja Kellenbruch


Pornofilme gucke ich am liebsten in der englischen Orgienalfassung.
@Nacktmagazin
Ray Moulade


Neue Gitarrengriffe gelernt. Fällt jetzt nicht mehr so oft runter.
@henningrucks
Henning Rucks


Verleser des Tages: Klagenfurz.
@ThomasMalkowski
Thomas Malkowski


Verleser des Tages: “The plan to kill orgasms.” Orangutans, Jamie, ORANGUTANS!
@littlejamie
Ina Marinescu


Ich hab auch eine Plutose.
@alles_b
alles b.


Gott, ist das ALLES AUFREGEND. und ich bin alleine. Ich brauch nen Schnaps.
@svensonsan
Sven Dietrich


Ah, cool, hab ein Bier in kollabieren gefunden, das nehm ich.
@Larenzow
Madame de Larenzow

Anne hat auch schon wieder welche.

Die Lieblingstweets im April, Teil II

  • Veröffentlicht am 2nd Mai 2013,
  • veröffentlicht von

Teil I findet sich hier, die Lieblinge der Lieblinge wie immer bei Liebling Anne.


Ich glaub ich mag die iPhone 4s-Vibration lieber als die vom 5er.
@plastikstuhl
plastikstuhl


Suchanfrage: “Orgasmus Mofa” im Blog. Muss jetzt an meine kleine “Ciao” denken, die konnte viel, aber nicht das.
@journelle
Journelle


Weil Mädchen lieber Bastelarbeiten machen und Jungs im Schlamm spielen, wechseln erstere später Windeln und letztere werden Ingenieur.
@JGoschler
Juliana Goschler


Freu mich schon auf den Wake Up Call im Hotel morgen früh. Champagner steht schon kalt, er kommt sicher noch kurz rauf.
@Larenzow
Madame de Larenzow


In Bangladesch wurde ein 8 jähriges Mädchen beim rauchen erwischt. Sie wurde fristlos gekündigt.
@Fabiozzo
Fabiozzo


Truth in typos: Digital Influenza.
@moeffju
Matthias Bauer


Barfuß auf dem schönen, weichen Hotelteppich. Wenn man genau hinsieht, sieht man die Pilze und kann dann ja drumherum gehen.
@Larenzow
Madame de Larenzow


Mir ist fad, man bringe mir den Praktikanten!
@_miel
Euer Gnaden


Der Geldautomat klingt kurz vor der Geldausgabe aber verdächtig nach Tintenstrahldrucker. War das schon immer so? #makesmestutzig
@Godehard
Godehard


Diese Maske ist so straffend, ich kann nicht mal mehr an der Zigarette ziehen.
@beangie
Angie


Ich war schon vintage, als old-school noch retro hieß. Komme aber klar ansonsten.
@mbukowski
Michael Bukowski


Meine erste Band zerbrach 1991 nach 27 Minuten, weil wir uns wegen des Bandnamens die Fresse poliert haben. Mehr Punk geht nicht.
@silvereisen
Silvereisen™


Keks auspacken, fallen lassen und bei dem Versuch ihn aufzuheben, mit dem Bürostuhl drüberrollen.Bin eher so der geschickte Typ.


“Du siehst aus wie geleckt.”"Ich, also…ähm,woher..”"Na sehr adrett mit der Bluse.”"Dann sag das auch so!”Ich hasse meine Kollegin.
@jazcblu
tidelipom

Die Twitterlieblinge im April, Teil 1

  • Veröffentlicht am 17th April 2013,
  • veröffentlicht von

Damit das hier nicht wieder am Ende des Monats so in Hektik ausartet, kommt hier mal wieder die Halbzeitzusammenfassung:


Ich bin in Hannover und habe 22 Minuten Aufenthalt. Was sollte ich hier dringend mal unternehmen?
@mainwasser
Grübelmonster


“Die streiten sich.”"Die sind gestresst, die haben kleine Kinder.”"Woher willst du das denn wissen?”"Er hat ‘Zum Kuckuck!’ gesagt.”
@bov
bov bjerg


An “Heute bei real: Hähnchenschenkel mit Rückenstück. Tiefgefroren im 2,5 kg Beutel nur 1,99″ ist wirklich alles eklig.
@taphi
taphi


Hollister-Betriebsrat klingt auch irgendwie nach Euphemismus für Nudistengewerkschaft.
@Wondergirl
Wondergirl


„Zur Zeit sind alle Mitarbeiter im Gespräch.“ Miteinander oder was?
@yellowled
Matthias Mees


“Ein Schmalzbrot, bitte.” “Mit Frischkäse oder mit Schmalz?” Make an educated guess, dear.
@littlejamie
Ina Marinescu


Auf zur Kur nach 400: Bad Request.
@grindcrank
Magnus Niemann


Ich bin überhaupt nicht richtig eingearbeitet worden auf Twitter, also beschwert Euch jetzt nicht.
@Larenzow
Madame de Larenzow


Ich hätte in den Achtzigern mehr Merz Spezial Dragees essen sollen.
@formschub
fuchsbrom


“An meinem Firmenjubiläum lassen wir die Fotzen fliegen.” – Dank meiner Autokorrektur feiere ich nun morgen alleine.
@sanitario_
Freudigarscherregt™


Natürlich ist es ein Wein aus Toplage. Die Tankstelle liegt an einer gut frequentierten Kreuzung.
@peterbreuer
Peter Breuer


Muß bei euch jedes Würstchen in der Pfanne mit der Biegung aneinander liegen oder bratet ihr eher wild? #OrdnunginderPfanne
@nedfuller
nedfuller


Fröhlich zirpend sitzt das männliche Buddenbohm in der Aprilsonne auf dem Balkon und lüftet sein Gefieder.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Für den Fall, daß ich mal arbeitslos sein werde, hoffe ich immer, daß ‘in einem Musical mitspielen’ keine zumutbare Tätigkeit ist.
@HausOhneFenster
Haus Ohne Fenster


Raus aus dem Euro! Zurück zur Sesterze!
@formschub
fuchsbrom

Und Anne hat auch schon wieder welche.

Die Lieblingstweets im März

  • Veröffentlicht am 1st April 2013,
  • veröffentlicht von


Meine Balsamico Kartoffelchips ruinieren den Geschmack des Rosés. Was kann ein Mensch an einem Tag ertragen!
@MioPage
♕ мισ ρage


(Verleser: Katholische Klitsche.)
@bov
bov bjerg


Mutig ist eh nur, wer als Kind beim Schlafen den Fuß aus der Decke gucken lies.
@t5a
t5a


Bevor die BVG den Obdachlosen in die Kälte schickt schnell mal eine Tageskarte spendieren. Läuft.
@schnabello
schnabello


Männer in Kleidern stehen auf einem Balkon in Rom und alle rasten aus! Ist schon CSD?
@heliumkiffer
Alexander Hauser


“Hmmm, lecker, und wie macht man das?”"Butter aufs Brot und dann flächig das Mett auftragen.”
@schlenzalot
schlenzalot


Was einige hier als “Runtastic-Läufe” absolvieren,da hätte ich schon Muskelkater, wenn ich die Strecke im Auto fahre.
@rotes_Licht
King of the Kiez


Googlesucher: “babynahrung augustiner” — in Oberbayern vielleicht, sonst ist das eher nicht erlaubt.
@dentaku
Thomas Renger


“Hast Du letzte Nacht im Schlafzimmer den Staubsauger angemacht?” – “Wenn Du so laut schnarchst, kann ich ja auch staubsaugen.”
@_ungenau_
EinbisschenOsterhase


Sie: Gott hab Deinen Geburtstag vergessen tut mir so leid alles bisschen viel grad sei nicht sauer! Er: Alles Gute war gestern, nä?
@Larenzow
Madame de Larenzow


Wir sind hier kurz vor Dettingen und fahren jetzt aber vor Litzelstetten runter nach Dingelsdorf. Ich wäre dann bereit, entführt zu werden.
@anneschuessler
anneschuessler

Und die Lieblinge der Anderen gibt’s wie immer bei Anne.

„Ein Pirat springt ab.“

  • Veröffentlicht am 20th Februar 2013,
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Ein Pirat springt ab: Twitter ist für mich gestorben

„Warum soll ich als Empfänger auf einmal eine Filterleistung vollbringen, die ich mir eigentlich vom Absender wünsche? Ist es zu viel verlangt, dass sich alle, egal, in welcher Kommunikationsform, vorher folgende drei Fragen stellen: Muss es gesagt werden? Muss es jetzt gesagt werden? Muss es jetzt von mir gesagt werden? Und: Welcher Mehrwert entsteht denn durch diese permanente Nabelschau auf Twitter konkret und für wen?“

Das sind natürlich Fragen, die man auch angesichts Lauers eigener Tweets durchaus stellen kann, wie die Popcornpiraten süffisant feststellen. Aber während ich die Popcornpiraten durch die Bank weg verachte – eine Seite, die nur dazu im Netz steht, hämisch über die Probleme anderer zu lachen – hege ich Bewunderung für Lauer. Zugegeben, ich halte ihn auch für den einzigen mir bekannten Piraten, den ich gern im Bundestag sehen würde. Ich wurde zum Lauer-Sympathisanten (Fan wäre dann doch zuviel gesagt), als er den unsäglich aufgeblasenen Kurt Beck anlässlich der Schlecker-Frauen/Nürbergring Fragestunde in irgend einer Talkshow so fantastisch auf die Palme brachte, daß der kurz vorm Platzen stand. Es war mir ein Fest, diesen Widerling Beck so vorgeführt zu sehen, ich gebe es zu. Es war ein Popcornmoment erster Güteklasse, womit ich mich als kein Gramm besser als die Popcornpiraten oute. Oder vielleicht ein Gramm – es war unerwartet, ich hatte nicht danach gesucht, ich war beim Zappen hängengeblieben, ich kannte Christopher Lauer nicht, nie gehört, und Becks eitle Selbstgefälligkeit kotzte mich an. Talkshows sind ohnehin immer Fremdscham pur, weshalb ich auch keine gucke, ich ertrage das alles nicht. Und dieser Knilch mit Bart und Kassenbrille hob die Augenbraue und grunzte skeptisch-ironisch, während sein Gegenüber sich mühsam im Zaum halten musste, ihn nicht am Kragen über den Tisch zu ziehen und zu Brei zu schlagen.

Egal, wo war ich? Ja, Lauer. Gut gemacht. Fehler erkannt, zugegeben, weiter, der Nächste, hier gibt es nichts zu sehen, jetzt bitte wieder Inhalte. So geht Medienumgang professionell. In Anlehnung an das Cluetrain-Manifesto frage ich daher leise: Versteckt Ihr noch mehr davon? Können sie rauskommen und mit uns spielen?

Die Lieblingstweets im Januar (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 31st Januar 2013,
  • veröffentlicht von
Die Lieblingstweets im Januar (Teil 2)

Der Januar war sehr ergiebig; Teil 1 findet Ihr hier und die Lieblingtweets der anderen wie immer gesammelt bei Anne.

 


Immer das Gleiche: Beim Schriftarten-Auswählen kommt früher oder später der Ohrwurm. “C’est bon, c’est bon, Geramond, Geramond.”
@isabo_
Isabel Bogdan


Lese “Der englische Patient”. Hätte ich das Buch geschrieben, hätte sie ihn auf Seite 20 mit einem Kissen erstickt.
@Wondergirl
Wondergirl


Hach, I <3 GetPocket! Erinnert mich an: Omas erste Kreuzfahrt. “Hach, was alles in den Schrank reinpasst!” sagt sie und zeigt aufs Bullauge.
@littlejamie
Ina Marinescu


wenn man Back to the Future rückwärts schaut, sieht man einen, der in die Verg .. Zukun .. und dort dann sich .. also zurück und dann wieder
@theswiss
marcel


“aber dann macht mir die geburt schon sorgen“”ach, hauptsache es is gesund und hat vier beine..“”…du hättst wirklich gern n’hund, oder?”
@remark
remark


Menschen,die versuchen,sonntags beim Pizzaservice durchzukommen, können genau so gut versuchen,sich bei der Queen zum Abendessen einzuladen.
@MissKopflos
Miss Kopflos


Nur ein Mal möchte ich in der Elefantenrunde jemanden sagen hören: “Wir können uns alles vorstellen, solange wir unsere Bezüge behalten.”
@Die_Mutti
Die_Mutti


„Ich stecke in der Bredouille!“„Oh wie schön, Frankreich!“
@NicCutter
Cutterstrophen


Bewerber kann keine Zeugnisse senden, weil der Scanner gerade kaputt ist. Dafür Schulabschluss “Mittlere Reise”. Das glauben wir gern.
@Binnewies_
Binnewies_


Zwei Männer tragen eine Glasplatte über die Straße. In meinem Kopf wird alles schwarzweiß. Lustige Jazzmusik setzt ein.
@personaldebatte
personaldebatte


Wenn die Stadt Hamburg Humor hat, wird das erste Konzert in der Elbphilharmonie Schuberts 8. Symphonie sein. (Die Unvollendete)
@hdsjulian
Julian Finn


Die FDP soll ja zu 90 Prozent nur aus V-Leuten bestehen…
@function
Stefan Graunke


Was es manchmal für eine Kraft kostet, sich auf Twitter zurückzuhalten. Irre.Diese Lust, in bierernsten Diskussionen Sahnetorten zu werfen.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Wo ist mein Lakritz? Ah, noch an der Tanke. Muss ich wohl meinen 2jährigen schicken, um die Zeit ist ja nicht mehr viel Verkehr.
@Larenzow
Madame de Larenzow


Ich mache ja immer Kerzen an, wenn es Fieber-Zäpfchen gibt. Die Romantik darf nicht auf der Strecke bleiben.
@ein_maedchen
Ein Mädchen


Dieser wunderbare Moment nach einem langen Tag, wenn du mit einem Glas Rotwein entspannt auf der Couch sitzt, kurz bevor du es umwirfst.
@der_handwerk
der_handwerk


Steinbrück, Gabriel und Steinmeier sind lupenreine Sozialdemokraten. Ich bin übrigens aktiver Zehnkämpfer, Opernsänger und Hollywoodstar.
@function
Stefan Graunke

 

Und natürlich die Best Of der #aufschrei Debatte:


Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Niemanden anpacken, der das nicht will. Und die anpacken, die jemanden anpacken, der das nicht will.
@_wortrauschen
wortrauschen


Meine Güte, dieses Mimimi-Gejammere von “Mich hat aber mal eine Frau angetatscht”-Männern ist wirklich nicht auszuhalten.Schwerst peinlich.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Jeder Mann, der so tut, als wüsste er nicht, um was es im Prinzip geht, stellt sich dumm oder ist dumm.


Wer sexismus mit sex verwechselt kann, verwechselt auch faschismus mit fasching
@DudeMinds
Schiffsmädchenjunge


Geht das jetzt die ganze Woche so, dass uns abends im Fernsehen weiße Männer erklären, dass es kein Sexismus-Problem gibt?
@Farthen
Pandapony

Hört auf damit!

  • Veröffentlicht am 25th Januar 2013,
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Update: Ich habe die Kommentare nach einigen widerlichen Beiträgen geschlossen. Und ein rundes Dutzend widerlicher anonymer bzw. fake-Absender emails gelöscht.

„You shoot off a guy’s head with his pants down, believe me, Texas ain’t the place you want to get caught.“ – Louise Sawyer

Aktuell geht ein Aufschrei durch Twitter und Blogs. Wir haben die Nase voll von Sexismus. Wer sich die Tweets mit dem Hashtag #Aufschrei durchliest, bekommt eine ungefähre Ahnung davon, wie es um unsere Gesellschaft hier und heute im 21. Jahrhundert bestellt ist. Little Jamie hat das hier mal sehr schön zusammengefasst. Frauen und Mädchen gelten nach wie vor nichts. Sie werden täglich angegriffen, wenn sie Glück haben nur verbal – von Kollegen, Vorgesetzten, Bekannten, Nachbarn, Familienangehörigen, Wildfremden. Auf der Straße, am Telefon, im Büro, zuhause, im Internet. Ich habe ein Forum, in dem ich jahrelang sehr gerne aktiv war, hauptsächlich deswegen verlassen weil die sexistischen Beiträge dort in der Frequenz drastisch zunahmen. Die Betreiber hielten sich wie immer desinteressiert raus und die Moderatoren hatten keine Machtbefugnisse bzw. kein Interesse. Schöne Grüße, einige meiner Leser wissen, welches Forum gemeint ist, und natürlich werden sie ungläubig lachend abwinken, meinen, daß ich mich anstelle, vermutlich meine Tage hätte, daß ja alles halb so wild sei, alles nur Spaß. Well, fuck you too.

Mädchen wird beigebracht, daß Jungs eben so sind und man besser den Kopf senkt, sich wegduckt, dem Stress aus dem Weg geht, drüber lacht, es abperlen lässt, sich keine aufreizenden Klamotten anzieht, keine kurzen Röcke, keine tiefen Ausschnitte, denn die suggerieren den Männern, dass Frauen es doch wollen, daß sie alle Schlampen sind, daß sie selber Schuld haben „wenn etwas passiert“. Dabei ist es da schon längst passiert: Frauen werden misstrauisch, manche ängstlich, manche machen sich unsichtbar. Manche tragen einen Ehering, obwohl sie gar nicht verheiratet sind, damit sie weniger belästigt werden. Wenn sie sich wehren, müssen sie sich mit Glück nur Beleidigungen anhören, mit etwas weniger Glück Drohungen und mit richtig Pech endet es tragisch, in einer Vergewaltigung oder gar tödlich. Frauen, die laut und deutlich „nein!“ sagen, müssen sich fragen lassen ob sie frigide sind, ob sie lesbisch sind, ob sie verheiratet sind oder gerade ihre Tage haben – das eigene Ego des Angreifers ist so riesig aufgeblasen, daß kein Platz ist für den Gedanken, er selbst sei vielleicht einfach nur ein jämmerliches Stück Scheiße und wenig attraktiv für 99,2% aller Frauen, die er auf diese Weise anmacht.

Vor Gericht landen die wenigsten Fälle, da Frau sich nicht traut, nichts beweisen kann, das Trauma nicht noch einmal durchleben will, das alles nur ganz schnell vergessen will, sie ja vielleicht doch ein zu aufreizendes Kleid, einen zu kecken Gang gehabt hat, zu spät abends im falschen Viertel unterwegs war, alleine U-Bahn gefahren ist. Was sollen die Nachbarn oder Familie sagen? Lieber schweigen. War es ein Täter mit Migrationshintergrund, gar ein Schwarzer oder Moslem, darf Frau sich schon gar nicht wundern, die sind ja alle so erzogen, wie die Tiere, die können gar nicht anders, das gehört zu deren Kultur, weissmanja.

„Ein Mann schaut auf den Busen einer Frau neben ihm. […] Dazu ist er da. Muss ich Frauen ihre Anatomie erklären?“ – Timo Rieg, Spiegelkritik.de

Wenn sie sich irgendwann psychisch so stark fühlen, oder nach der – in aller Regel geheim gehaltenen – Therapie soweit sind, daß sie sich zitternd trauen, Anzeige zu erstellen oder die Öffentlichkeit zu informieren, dann müssen sie sich fragen lassen, warum sie nicht eher etwas gesagt hätten. Kann ja dann wohl kaum so schlimm gewesen sein, oder?

Jungs lernen, daß sie mit so ziemlich jeder Verhaltensweise ungestraft davonkommen. Manchen ist es tatsächlich unangenehm, so unter Generalverdacht zu stehen. Andere sind froh, wenn es mal gerade nicht sie selbst trifft, z.B. weil sie schwul sind. Oder haben Angst, für schwul gehalten zu werden, wenn sie den Mund aufmachen und sich für die blöden Weiber einsetzen. Lieber drüber lustig machen, den Charme spielen lassen. Nicht wenige jammern beim Thema dann herum, Männer hätten’s auch nicht leicht und es gäbe genügend Frauen, die Männern auch nur auf den Hintern starren würden, das sei ja wohl dasselbe. Mir kommen die Tränen, Ihr Arschlöcher.

Huch, was ist denn mit mir los, ich rege mich doch sonst nicht so künstlich auf, bin doch sonst so ein vernünftiges Mädchen, mache doch sonst nicht so ein Theater? Warum stelle ich mich denn heute so an?
Nun, nennen wir es eine Neujahrsresolution. 2013 wird das Jahr, in dem ich keinen Bock mehr habe, die sexistische Verhaltensweise meiner Mitmenschen großzügig und um des lieben Friedens Willen zu ignorieren. 2013 ist das Jahr, in dem ich eskaliere.

Seid gewarnt: Hört auf damit!

 

Die Lieblingstweets im Januar (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 16th Januar 2013,
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Die Lieblingstweets im Januar (Teil 1)


You know you’re too into golf if… you see the hashtag #newsyearseve and wonder about the connection between the New Year and Seve.
@JasonSobelGC
Jason Sobel


Heute vor 2013 Jahren, kurz vor Bethlehem:”Was hast du eigentlich für’n Geschenk? “Gold.” “‘G-G-G…’?” “Ja, wieso? Was habt ihr?” “Äh…”
@karstenloh
Karsten


Sitze an meinem Laptop, schreibe die Hausarbeit und klatsche wie eine zurückgebliebene Robbe, um zu entscheiden wo ich Wörter trennen muss.
@KatiKuersch
Kati Kürsch


Matjessalatbäuerchen. Schmeckt nach Seeluft. Ja, es ist keine schöne Vorstellung, aber ihr müsst das auch nicht lesen.
@svensonsan
Sven Dietrich


Und dann der Trottel im Büro, der am Drucker Papierstau verursacht und seine Pornobildchen liegenlässt. *facepalm*
@anjam_DD
anjam_DD


“Wir brauchen eine appetitliche Abbildung für die Verpackung!” “Wie wäre es mit einem kackenden Croissant!” “GENIAL!” http://t.co/lNytqwN2
@Kostadamus
Kosta.


Twitter um 17.30, da kann man ALLES machen. Selbst um 4 Uhr früh lesen mehr Leute mit. Gestern hab ich Nacktfotos gepostet, keiner gesehn!
@mykke_
myko


Jedes mal wenn ich auf Ebay “Jetzt Sparen!” lese, schließe ich den Browser Tab.
@scholt
Tobias


Alles fing damit an, dass mein Papa mir WLAN und nen Schnaps anbot.
@kullerfieps
hopskuller


“Sie haben sicher noch keine Zeit gefunden…” “Stimmt, ich hab sie überall gesucht, hinterm Popeln, unterm Twittern, nix.”
@Larenzow
Susanne Larenzow


ich werd noch über den nachbarn in seiner fahrradsicherheitsleuchtweste lachen, wenn das auto schon längst über mich rüber gerollt ist..
@remark
remark


Morgen hat eine Freundin von mir ihren 39. Geburtstag, sagt mein Kalender, während ich mich frage, wer das sein soll. #true_story
@germanpsycho
germanpsycho


Tag 11 im neuen Job. Noch kann ich mich zusammenreissen und mache während der Arbeit keine Lokgeräusche.
@muserine
muserine


“Ich kenn da jemanden, der macht auch Windows-Administration.” hört sich an wie “Ich kenn da Leute, die hauen jemandem für 50€ aufs Maul.”
@grindcrank
Magnus Niemann

Und die @giardino Extraausgabe: Da der gute Mann leider protected twittert, kann man die Tweets nicht so einbinden, daß die Links klickbar sind. Aber ich habe den Mordor-Tweet mal mit dem Foto verlinkt … klick macht pruuust! :D

Giardino_5Jan

 

Giardino_7Jan

 

Giardino_14Jan

Giardino_16Jan

Wir Opferkinder

  • Veröffentlicht am 15th Januar 2013,
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Angeregt durch Maximilians Buchempfehlung hier, überlegte ich letztens, warum ich – bei allem Verständnis für ihre Belange und den historischen Kontext – so ein Problem mit der 68er Generation habe. Die meisten meiner Lehrer waren aus dieser Generation der zwischen 1940 und 1950 geborenen. Und im Gegensatz zu denen, die uns in den Naturwissenschaften oder in Sport unterrichteten, waren die Köpfe der „Schwafelfächer“ Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Geschichte, Deutsch, Kunst, Politik oder Philosophie sehr darauf aus, uns politisch zu bilden. Und politisch hiess: uns das Thema Nationalsozialismus nahe zu bringen.

In den (damals üblichen) dreizehn Jahren bis zum Abitur habe ich nichts über die Römer, die Ägypter, die Griechen, die Germanen gelernt. Auch nichts über das Mittelalter, die spanischen Eroberer Lateinamerikas, Christoph Columbus oder die Entdeckung Australiens und Ozeaniens. Ich erfuhr nichts über Scott und Amundsen, nichts über Dschingis Khan, nichts über Marco Polo. Dafür standen Bismarck, die Weimarer Republik, die Machtergreifung, die Kriegsjahre 39-45 auf den Lehrplänen der Klassen 6-10. Der Marshall-Plan irgendwann im Vorsemester. Ein Häppchen Kubakrise in der Oberstufe, die hektisch dazwischengeschobene Französische Revolution im 3. Semester –wahrscheinlich, weil man im Abitur sein Thema aus mindestens zwei verschiedenen Epochen wählen können musste. (Ich wählte dann folgerichtig für meine schriftliche Prüfung in Geschichte die Französische Revolution, mehr aus Protest denn aus echtem Interesse.) (weiterlesen …)

Meine Lieblingstweets im Dezember, Teil 2

  • Veröffentlicht am 31st Dezember 2012,
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Meine Lieblingstweets im Dezember, Teil 2

Teil 1


Es war viel Arbeit, aber nun sind die Diazepampralinen für die Familie fertiggefüllt. Besinnlichkeit will nunmal gut vorbereitet sein.
@alles_b
alles b.


Sohn I eben zu Sohn II: “Du weißt, dass dich der Weihnachtsmann seit Wochen beobachtet? Und dass es ziemlich schlecht aussieht?”
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Do not häng to long in the internet rum, wenn the badewanne is running voll mit water. I go mal wischen.
@DonDahlmann
DonDahlmann


“WENN ES NICHT HART IST, IST ES NICHT DAS PROJEKT!”"Das ist die Projektwoche ‘Tiere in Wald und Wiese’ der 5b.”"Oh.”
@Goganzeli
Für Sie immer noch


Der darf nicht twittern, der ist als Kind in den Aphorismus-Topf gefallen.
@function
Stefan Graunke


Wenn man statt Talibanführer Tabellenführer liest…
@Curi0us
Curi0us






“Lass dem Jungen doch seine Luftpolsterfolie. Der hat doch sonst nichts zu knallen.”Papa möchte wohl auch einen eigenen Twitteraccount.
@BrotloseKunst
Major Naise


googelt “Mammut im Reisrand”.
@alles_b
alles b.


Ich liebe den Geruch von WordPressplugingefummel am Morgen.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Kinder möchten, dass ich ihnen den Abholbon von der Reinigung vorlese. Morgen machen wir uns dann ans Verfallsdatum der Wurst.
@Larenzow
Susanne Larenzow


Will nicht sagen, dass meine Bewegungen in den Feiertagen langsamer geworden wären, aber an diesem Tweet schreib ich seit gest
@Larenzow
Susanne Larenzow

 

Kommt gut rüber!

Rückblicke und Ausblicke 2012

  • Veröffentlicht am 28th Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Rückblicke und Ausblicke 2012

Letztes Jahr um diese Zeit schrieb ich

Aber dieses Panama ist sehr schön und sehr verwildert und es gehört mir, ich muss es nur wieder in Besitz nehmen, mit all den gewonnenen Erfahrungen, die ich seither gemacht habe. Darauf freue ich mich in 2012.

Und ich bin immer noch dabei, mir Panama zurückzuerobern. Musikalisch war dieses Jahr eine verlorene Zeit; ich habe kaum mal ein Instrument in die Hand genommen. Gebloggt habe ich wieder etwas mehr, glaube ich. Irgendwann im Sommer habe ich damit aufgehört, täglich meine Tweets zu löschen. Gleichzeitig twittere ich weniger als früher; ich werde das in 2013 noch weiter zurückdrehen, genau wie meine Facebook-Aktivitäten (die im Januar bis auf Hinweise zu Blogeinträgen komplett eingefroren werden). Das Blog wird noch mehr zum Dreh- und Angelpunkt meiner Webaktivitäten. Ein neues Theme ist in Arbeit und ich werde diese Seite mit meiner anderen verbinden und umwandeln und auch ein Shop steht am Horizont, für … aber lasst Euch überraschen. (weiterlesen …)

Meine Social Web Aktivitäten 2012/2013

  • Veröffentlicht am 18th Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Meine Social Web Aktivitäten 2012/2013

2012 ist das Jahr, in dem ich mich wieder mehr dem Blog gewidmet und das Social Networking etwas heruntergefahren bzw. komprimiert habe. Und in 2013 werde ich meine Präsenz auf anderen Seiten noch drastischer und noch weiter reduzieren. (weiterlesen …)

Meine Lieblingstweets im November, Teil 2

  • Veröffentlicht am 3rd Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Meine Lieblingstweets im November, Teil 2

Teil 1 findet man hier.

 


Gedanke 1. Das olle Blumenwasser da in der Vase, das kann aber auch mal weg. Gedanke 2, leicht verspätet: Oh, das waren die Urzeitkrebse.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm

(weiterlesen …)

Meine Lieblingstweets im November, Teil 1

  • Veröffentlicht am 15th November 2012,
  • veröffentlicht von

Huch, schon wieder ist der halbe Monat um und es haben sich so viele tolle Tweets angesammelt!

 


Verrückt. Wenn man nur 5x im Jahr ins Kino geht, lohnt sich bereits der Kauf eines eigenes Kinos.
@beltenwummler
Beltenwummler

 


“Ich kann nicht lesen, wenn du Pata Pata singst, Mama.” “Pata Pata is da Nehm of a däääänz wie duh daun Dschohannisbörg.” “Orrrr Mama!”
@alles_b
alles b.

 


“Mama, ich bin heute mal nicht ich!“ – “Ich auch nicht, Kind. Ich auch nicht.“
@erdbeeretta
Annéko

 


Was mich an Babys abschreckt sind hauptsächlich die kurzen Wartungsintervalle sowie die fehlende Individualisierbarkeit von Klingeltönen.
@07elfe
Elle-Feu

 


Eine Krankenschwester verdient in 4 Jahren so viel, wie Markus Lanz in 3 Std. #WettenDass – Falls Ihr Euch fragt, ob hier was schief läuft.
@Regendelfin
Marie von den Benken

 


Iris Berben, 62. Die Angabe der Photoshop-Version fehlt natürlich wieder. http://t.co/NLm1SZnG
@GebbiGibson
Gebbi Gibson

 


Leute die f*cken schreiben, sprechen auch Lord Voldemort nicht aus.
@dandyliving
mit ohne alles

 


wie soll ich mich beim yoga denn entspannen, wenn die matte der tante neben mir nicht parallel zu meiner liegt?

 


Oha, nach den Nahrungsvorräten, die die 100kg-Dame vor mir gekauft hat, wird es einen sehr strengen Mittwoch geben.
@ornithologin
Terra Peutin

 


Nach Hause kommen und Post von Brüderle finden, in der er für meine Arbeit dankt. Gerne, Rainer, gerne. Kann ich noch was tun? Schnittchen?
@ramses101
Rasmus Henicz

 


Kleiner Tipp: Wenn man das Datenvolumen seines Mobilfunkvertrags aufgebraucht hat, hilft auch kein wiederholtes Drücken der Volume+ Taste.
@function
Stefan Graunke

 


Noch lachen wir über die, die ein Galaxy Note haben. Bis es schneit und sie anfangen damit zu rodeln.
@Phonebitch
Phonebitch

 


talerne, talerne, sonne, mond und.. [gehässiges kinderkeckern] steeerne.. [heulkrampf; luzillchen, 4 jahre.]
@luzilla
luzilla

 


 


Eine wichtige Durchsage für die Textgötter bei REWE: Frische wird nicht nur bei euch großgeschrieben, sondern ganz generell.

 


Der einzige eine wer konnte je erreichen mich war der Sohn von einem Predigermann. #Informationstweet
@alles_b
alles b.

 


20 Jahre Bahncard. Die ersten Benutzer erreichen in diesen Momenten ihren Zielbahnhof.
@silvestah
silvestah

 


Der Junior verlangt nach einem iPad Mini. Gesagt hat er das nicht, aber eine Mutter spürt so etwas. #mama2012
@Mellcolm
Melanie Voß

 


Abends zweite Staffel Sherlock gesehen, nachts weitergeträumt. DAS sind Bonus-Features!
@kaltmamsell
kaltmamsell

 


Ich wohne übrigens etwa 5 Kilometer jenseits der Karnevalsgrenze. So ähnlich fühlen sich die Anlieger von Mordor.
@rock_galore
Bruce π

 


Langsamsten Postboten Berlins beobachtet. Durch Sekundenschlaf Kollision mit Tastabnhnhjzu hups.
@alles_b
alles b.

 


Hätten wir doch bloß noch unsere Amalgan-Füllungen. Wir hätten immer Wlan-Empfang.
@taphi
Tane

 


Facebook, was wollen bloß alle bei diesem Facebook? Ist doch dasselbe wie StudiVZ, nur in blau. #fb
@trottelbot
Trottelbot

 


Ich bin doch nicht auf’s Land gezogen, damit draußen Leute Spaß haben. Wo sind wir denn hier?!

 


Kind.eins: “Schwäbisch geht fast wie Deutsch, bloß dass die Wörter mehr schweben.”
@dentaku
Thomas Renger

 


Wach, Zähne geputzt, Haare gekämmt. Fast hätte ich auch noch die zweite Socke angezogen, aber da kam auf einmal das Internet. #fb
@anneschuessler
anneschuessler

 


Bei jedem Einloggen bei Xing nur noch “Alle, und zwar kreuzweise” denken.
@HappySchnitzel
Sue Reindke

Die Lieblingstweets im Oktober, zweite Halbzeit

  • Veröffentlicht am 31st Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Die Fortsetzung von Teil 1:


“Wie kommt es, dass du immer noch keinen Job gefunden hast?”"Sekunde, die Kinder pürieren gerade Birnen auf dem Teppich, ich rufe zurück.”
@meterhochzwei
quadratmeter

 


Überall iPhones und Teile dieser Familie schreiben immer noch Sachen mit einem Stift auf. Wie die Tiere. Unfassbar.
@rock_galore
Bruce π

 


Seit ich diesen seidenen Morgenmantel besitze, wirkt es nicht mehr unpassend, wenn ich bereits morgens ein Glas Whisky in der Hand halte.
@GebbiGibson
Gebbi Gibson

 


Irgendjemand hat über meinen Amazon-Affiliatelink einen ganzen Haufen Andrea-Berg-CDs bestellt. Ich fühle mich schmutzig.
@larsreineke
Lars Reineke

 


“Erhitzen ohne zu spritzen”. Ich glaube die Rama-Marketing-Abteilung ist sexuell nicht ganz ausgelastet.
@4everDeluxe
Deluxe

 


The Voice kann ich erst ernst nehmen, wenn die Coaches Katzen auf dem Schoß haben und böse schauen, wenn sie sich umdrehen.
@FrauSnob
Schwarze Witwe

 


“Du bist ein Zauderer, Harry.”
@Graupause
Moss E. Cobblestone

 


Ich find’s super, dass sich die Meinung innerhalb eines Satzes ändern kann, ist doch scheiße.
@NicCutter
Cutterstrophen

 


“Unsere Handtücher am Pool waren weg, als wir von der Stadtrundfahrt zurückkamen.”,werte ich als positive Hotelbewertung.
@MBCazane
M. B. Cazane

 


Twitterphänomen: Die, die nur retweeten und nicht faven, sind immer welche mit kaum Followern. Haben die den falschen Kurs besucht oder wie?
@FrauRettich
die Rettich

 


5 Grad und Regen. Yay, der Sommer ist zurück!
@freelancerhh
Loretta ٩(͡๏̯͡๏)۶

 


Ich müsste doch jetzt eigentlich jeden Moment berühmt werden.
@frau_meike
Meike Lobo

 


Ich komme in ein Alter, in dem ich mitten im Satz vergesse, was ich eigentlich sagen wollte ist, dass das Alter auch Vorteile hat.
@schlenzalot
schlenzalot

 


serotoninspeicher mittels 300g-tafel milka geflutet. alles wird gut.
@luzilla
luzilla

 


Der Fürst der Finsternis möchte kuscheln, die Fledermaus schläft noch. #Halloween
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm

 


Der in die Spüle tropfende Wasserhahn, hört sich an wie ein schlagendes Herz. Ich geh da jetzt nicht rein!

 

Woanders wird auch geliebt:

Anne

Patschbella

Sven (with a twist)

Anke

Das Nuf

 

Radikal sinnlos

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Menschen, die radikale Positionen vertreten, sind mir suspekt. Zum einen glaube ich nicht, daß es zu irgend einem Thema nur schwarz oder weiss gibt, auch wenn sich diese beiden mit Nichtfarben bezeichneten Positionen meist ideal weil müheloser darstellen lassen. Das ist in Zeiten, in denen man von endlosen 15 Minuten Ruhm bzw. Aufmerksamkeit für die eigenen Ergüsse nur noch träumen kann, sehr wichtig: Sag’s plakativ, erklär’s mir als ob ich drei Jahre alt sei und verpacke es in einen Satz, der nicht mehr als 140 Zeichen umfasst. Für Grauschattierungen und Zwischentöne bleibt keine Zeit; zuviel Nachdenken ist nicht gefragt.  (weiterlesen …)

Meine Twitterlieblinge im Oktober, 1. Halbzeit

  • Veröffentlicht am 15th Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Damit das nicht so ein Gedrängel wird wie im September, hier den ersten Schwung Lieblingstweets des Monats. Enjoy!


“Kennen Sie ein gutes, übersichtliches und leicht zugängliches Projektmanagement-Tool?”"Pinnwände.”
@_miel
Euer Gnaden


Wenn man Mails,die mit “Dringend” markiert waren, nach 7 Tagen mit “Issas noch aktuell” beantwortet,hört man die Empfänger hyperventilieren.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


und die monster unter dem bett so: ufftata! ufftata!


Oh nein, mein Klout-Score ist gefallen! Mein Leben ist wertlos!
@moeffju
Matthias Bauer


Auf Sat1 erinnern gerade die Wildecker Herzbuben an die Ermordung von Hanns-Martin Schleyer. Fragezeichen erschlagen mich.
@AndreasEtzold
Andreas Etzold


Federweißer. Ich kürze das Verfahren ab, indem ich mir die Flasche über den Schädel ziehe


Wenn man sich an die iPhone5-Kopfhörer gewöhnt hat, fragt man sich schon für welche Körperöffnung die alten ursprünglich gedacht waren.
@thetruemilhouse
Jörg Fischer


Ich bin 31. Ich will vor der Disco nicht warten, sondern einen gepolsterten Stuhl, was schönes zu essen und MACHT DIE SCHEISS MUSIK LEISER!!
@JohnniDanger
Johnni Danger

 

Und, zum gestrigen Spektakel, der Dialog des Tages:

 


I just saw a man jump and land from space. On my phone. In a park. #thefutureisnow
@Behrens
Jake Behrens


@ He landed on your phone?? I hope you got AppleCare.
@optshiftk
Kyle S.

 

Twitterlieblinge des Monats September

  • Veröffentlicht am 1st Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Es war ein ergiebiger Monat. Memo to self: Künftig am 15. einen Halbzeitbericht veröffentlichen.


“Tolle Überraschungen in jedem siebten Mädchen-Ei” klingt ja eher nach Biologieunterricht als nach einer guten Marketingkampagne.
@HappySchnitzel
Sue Reindke


Trinke unsichtbaren Kaffee aus kleinen Tassen. Dazu ein erdachtes Sandwich. Sonst weint das Kind.
@dasnuf
Patricia Cammarata


Ich will ja nicht sagen, dass du langsam bist, aber wenn ich dir zuschau, hör ich immer das Modem-Einwahlgeräusch von früher im Hintergrund.
@diepebbs
mirili


Holländisch kann ja jeder, wenn er betrunken ist.
@der_handwerk
der_handwerk


Bis dann jemand den Lipbalm mit dem Sekundenkleber verwechselt.
@moeffju
Matthias Bauer


“Die Kekse schmecken, als hätten sie schon eine Weile herumgelegen.” – “So schmeckt vieles in England.”
@Frau_Elise
Frau Elise


Befreundetes Elternpaar hat erzählt, sie wollten den Kindergeburtstag ihres Sohnes ganz entspannt angehen lassen. Wir lachen seit Stunden.
@Buddenbohm
Max. Buddenbohm


Nach der 40. Frage nach dem “Warum???” habe ich meinen Neffen vom Rumtopf naschen lassen.Er schläft jetzt ganz friedlich.
@DerWachsame
Der Wachsame


“Guten Tag. Haben Sie dieses Modell noch in Größe 39?” “Ick weeß nich wat drinnesteht.” “Wollen wir gemeinsam versuchen, es zu lesen?”
@alles_b
alles b.


Stehe unentschlossen am Schnapsregal im Rewe. Hinter mir wird eine dicke Frau langsam sauer. Bin wohl zwischen Muttertier und Junges geraten
@hf_sports
Heinrich


There is no _final.psd.
@moeffju
Matthias Bauer


Meinem Neffen (9) erklärt, dass ich schwul bin. Findet er cool und will mich mit seinem Sportlehrer verkuppeln. Läuft.
@DerWachsame
Der Wachsame


Warmer Sonnabend mit blanchierten Excel-Zellen in Kruste aus karamelisierten Powerpoint-Folien.
@ChristophKappes
Christoph Kappes


Der Tochter mühsam erklärt, was Kondome sind. Darauf die Frage: Und wozu gibt es die mit Bananengeschmack? Das wirft mich Lichtjahre zurück.
@gallenbitter
gallenbitter


Nüchtern, nüchtern, nüchtern, nüchtern, nüchtern, nüchtern, nüchtern, bumsvoll.Ich, wenn ich trinke.
@rock_galore
Bruce π


Die Frau hat eben Marmite probiert. Kchrchrchrchr
@function
Stefan Graunke


Orr – “Sprühstuhl” ist aber auch ein ganz ganz böses Wort..! (vom @)
@FrauRettich
die Rettich


Mein Leben? Ich kann keine Musik hören, da die Kinder sonst wach werden. Kann keine Kopfhörer aufsetzen, da ich sonst die Kinder nicht höre.
@der_handwerk
der_handwerk


Gebe den paffenden Kids an der Ampel ein gutes Beispiel und warte auf Grün.
@intershopbraut
intershopbraut


Fahren mit dem Taxi zum Flughafen. Wenn der Typ noch schneller fährt, überholen wir noch die Dame mit dem Rollator.
@prunio
prunio


“Happy suicide prevention day!!!” Manchmal, Internet, steh ich kurz davor die Scheidung einzureichen.
@PatschBella
Isabella Donnerhall


Darf mir die Lehrerin eigentlich mein Smartphone wegnehmen, wenn ich während des Elternabends twittere?
@MissesDynamite
Bierkönigin Mandy


Oh Gott, es gibt eine neue #Tagesschau-Melodie. Verstörend. Brauner Bär abgeschafft, Schmidt nicht mehr Kanzler, und nun das.
@Larenzow
Susanne Thielecke


“Und, was machst Du so heute Abend?”"Um 19:00 Uhr schaue ich mir die Apple Keynote an.”"Oh, ist der mit Tom Cruise?”Meine Kollegen. <3
@Die_Mutti
Die_Mutti


Funktion Account wechseln entdeckt. Überlege jetzt, wieviele ich werden will.


Dem Mann auf dem Frauenparkplatz gesagt, dass ich Leute großartig finde, die zu ihrer Transsexualität stehen. Gesichtsausdruck: Unbezahlbar.
@limonenbiss
limonenbiss


Selbstverständlich möchte ich dieses Video auf Facebook teilen, YouPorn!
@hoch21
Roman Held


„Beschreiben Sie sich in drei Worten.“„Kann ich nicht.“
@__ole__
Olebix


“Bei WLAN-Ausfall fallen automatisch LAN-Kabel von der Decke. Bitte ziehen Sie eines zu sich heran und helfen Sie dann anderen Bedürftigen.”
@kungler
Matthias Schrade


„Sächsisch, die einzige Sprache der Welt, die für Gorgonzola und Gurkensalat dasselbe Wort verwendet.“ Ich kan nicht mehr. :D


It seems to be true, particularly in middle America, that those most militant about using up fossil fuels, don’t actually believe in fossils
@rickygervais
Ricky Gervais


Das Hotel hat gefühlte 300 Zimmer und 3 Gäste. Werde die ganze Nacht mit meinem Dreirad die rotbeteppichten Gänge entlang fahren.
@GebbiGibson
Gebbi Gibson


„Guten Tag, wir sammeln für’s städtische Kinderheim.“„Kleinen Moment. KEVIN, KOMMST DU MAL BITTE.“
@flaschendreher
Kulturbanause


LAST CHRISTMASI GAVE YOU MY HEARTBUT THE VERY NEXT DAYYOU GAVE IT AWAY(Gern geschehen.)
@Muermel
Muermel


Und dann steht man im Hotel bereits nass unter der Dusche und das Stück eingepackte Hotelseife ist Schokolade.
@bangpowwww
ada blitzkrieg


Wir Apple User twittern nur deswegen soviel über das Update, damit manche Android Nutzer mal sehen wie das ist, wenn man welche bekommt. :-)
@FLHH
frank


“Warum hat das Bundeshaus eine Kuppe obendrauf?” “Na, hast du schon mal einen Zirkus mit Flachdach gesehen?”
@_eminenz
Pinkius Piecus


Früher haben wir schon gelacht, wenn jemand Bad Religion deutsch ausgesprochen hat.


mein englisch ist noch nicht wach… statt alicia keys spielt #siri ‘ein kleiner esel’… #iphone5 #fb
@011i
oliver kreimer


Ob der Nachbar Metal liebt, sehen wir, wenn das Licht angeht.
@gallenbitter
gallenbitter


I can’t even imagine the self-control required to work at a bubble wrap factory.
@SoVeryEpic
Sarcastic tweets.

Domino

  • Veröffentlicht am 11th September 2012,
  • veröffentlicht von

Manchmal braucht es gar nicht viel, damit du plötzlich einiges änderst, womit du bis gestern noch total zufrieden warst. Eine kleine Bewegung reicht. Du rutschst mit dem dicken Daumen ab auf dem Touchscreen und öffnest ungewollt das Profil eines Followers, statt auf seinen tweet zu antworten. Und während du ‚ts!‘ mit der Zunge schnalzt und das Fenster wieder zumachen willst, fällt dein Blick auf den Satz „XY is not following you.“

Es dauert eine ganze Weile, bis dieser Satz sich über die Netzhaut in die richtigen Gehirnwindungen fräst und dein erster Gedanke ist lustigerweise die Ergänzung ‚anymore‘. „It should read ‚XY is not following you anymore.‘“ Denn XY ist dir klaglos jahrelang gefolgt. Ihr seid Euch gegenseitig klaglos gegenseitig jahrelang gefolgt, habt Euch gelegentlich retweetet und habt Euch bestens unterhalten. Dachtest du jedenfalls.

Fortan gehst du Punkt für Punkt die Kübler-Ross’sche Liste der Trauerbewältigung durch:

Leugnen – „Twitter spinnt mal wieder. Weiß ja jeder, die schrauben sicher wieder an der API rum und jetzt hat’s halt deinen Lieblingsclient erwischt. #seufz“ Diese Phase hält genau so lange an, bis dir die Twitterwebsite, der Mac client und der client auf dem iPhone dasselbe sagen: ‚XY is not following you‘. Ganz harte Fälle reden sich nun noch ein, XY sei bestimmt nur mit dem Daumen abgerutscht, haha, it happens to the best of us, alles nur ein Missverständnis. Aber irgendwann landen auch sie in der nächsten Phase:

Wut – „WHAT THE FUCK!? WAS GLAUBT ER/SIE WER ER/SIE IST? DER/DIE KANN MICH DOCH NICHT EINFACH SO ENTFOLGEN NACH ALL DEN JAHREN! ICH ENTFOLGE SOFORT ZURÜCK, DANN WIRD ER/SIE SCHON SEHEN, WAS ER/SIE DAVON HAT!!eins11!“ Diese Phase dauert, je nach Grad des Erwachsenseins, ebenfalls nicht sehr lange. (Es ist Twitter, um Himmels Willen. Get a life.)

Schuldgefühle – „Vielleicht habe ich in letzter Zeit wirklich etwas zu viel/etwas zu selten (nichtzutreffendes bitte streichen) getwittert“. Du überlegst, welcher deiner Tweets wohl den Ausschlag bei XY gab, auf ‚entfolgen‘ zu klicken; eine Überlegung, die nicht eben erleichtert wird durch die Tatsache, daß du nicht weisst, wann genau er/sie dich entfolgt hat. Vielleicht ist es ja schon Monate her? Es gibt Tools, die dir das sagen könnten, aber du hast sie natürlich nicht installiert, weil du diese Information ja komplett albern und irrelevant und höchstens für Firmenaccounts interessant findest. Fandest.
Diese Phase dauert etwas länger als die ersten beiden, da sie den Betrachter zwingt, sich selbstkritisch mit den eigenen Verhaltensmustern zu beschäftigen und die eine oder andere nicht von der Hand zu weisende unangenehme Wahrheit ans Licht fördert und geht manchmal fliessend über in die nächste Phase:

Feilschen und betteln – „Ich twittere künftig weniger/mehr/anders/besser (zutreffendes bitte unterstreichen), wenn du mir wieder folgst, ja?“ Diese Phase kenne ich nur aus Erzählungen; mein Selbstwertgefühl ist intakt und ich twittere wie ich bin. Ich werde mich definitiv nicht für jemand anderen ändern; schon gar nicht für jemanden, den ich nur online ‚kenne‘. „Wer nicht will, der hat schon und bye-bye, war schön mit dir“ ist meine Einstellung dazu. Daher kann ich auch nicht viel zur nächsten Phase sagen, der

Depression und Angst – „Das ist das Ende“, „Niemand Neues wird mir je mehr folgen wollen“, „Mein Klout-Score wird in den Keller rauschen“ (das natürlich nur dann, wenn der abgesprungene Follower einen eigenen, höheren Klout-Score als man selbst hat). Es soll tatsächlich Menschen geben, die das denken. Aber am Ende steht auch bei ihnen irgendwann die

Akzeptanz – „Sie ist weg“, „Et is wie et is“, je nun. War schön mit uns, aber nun ist es halt vorbei.

Das Spannende ist, nach Erreichen der Akzeptanzphase kommt die unmittelbare Aufwachphase, jedenfalls kam sie bei mir. Hier manifestieren sich die Erkenntnisse aus der Schuldgefühle-Phase, aber in positiver Hinsicht: „Stimmt, eigentlich sind unsere Interessen in den letzten Jahren ganz schön auseinandergegangen; er/sie/ich twittert/bloggt bzw. twittere/blogge nach wie vor dasselbe bzw. neuerdings über Sachen, die mich/ihn/sie eigentlich (wahrscheinlich) gar nicht interessieren (unzutreffendes bitte streichen). Und darum interessiert bzw. interessiere er/sie/ich sich/mich auch nicht länger für seine/ihre/meine Veröffentlichungen. Ist ja nicht schlimm, wer hat schon jahrelang 1:1 dieselben Interessen?“ Und plötzlich gehst du deinen Feedreader durch und kickst alle Blogs, deren Beiträge dich eigentlich seit Monaten nur noch nerven, obwohl du die Leute dahinter immer noch gut leiden magst. Und du entfolgst Leute, die irgendwie auch nichts mehr twittern, was dich selbst interessiert.

Parallel dazu gehst du erstmals seit langer Zeit aktiv auf die Suche nach neuen Leuten, denen du folgen möchtest. Scheißegal, ob sie dir zurück folgen, darum geht’s gar nicht. Du saugst gierig die neuen Tweets von ungewohnten Avataren auf. Du surfst die Blogrollen deiner Lieblingsblogs ab und dann deren Blogrollen. Ganz schön viele tote Links. Und du öffnest morgens wieder gespannt statt genervt den Feedreader. Erstmals seit Jahren, wie dir scheint. Die Botschaft ‚39 ungelesene Einträge‘ erfüllt dich mit Vorfreude statt dem Gedanken ‚oh Gott, das muss ich jetzt auch noch abarbeiten, ach, was soll’s, einfach alle als gelesen markieren und ich hab’ meine Ruhe‘.

Plötzlich hast du wieder mehr Spaß an diesem social Gedöns. Du willst wieder mehr relevante Sachen bloggen, also, für dich relevante Sachen. Dein Leben hat sich nämlich in den letzten Jahren ganz schön verändert, und das spiegelt dein Blog eigentlich gar nicht wider. Du formulierst im Geiste einige Einträge und fängst an zu schreiben. Du kopierst die Texte aus den angefangenen Blogeinträgen in ein Notizbuch, weil das dann doch irgendwie nicht so recht passen will im Blog. Aus ein paar Notizen werden viele Seiten. Zu lange Texte für ein Blog. Aber nicht zu lang für ein Buch. Du strukturierst Kapitel, denkst über Illustrationen nach, scribbelst Layouts, liest Freunden erste Kapitel vor. Erntest nützliches Feedback und machst weiter. Legst alles erst einmal wieder in die Schublade, weil du plötzlich einen neuen Job anfängst. Und so weiter, und so fort – beständiger Wandel, die einzige Konstante im Leben.

Und das alles nur, weil dein dicker Daumen das falsche Fenster geöffnet hat und enthüllte, daß dir XY nicht mehr folgt. Ein Dominostein nach dem anderen fiel um.

Cool. Und danke, XY.

Für dumm verkauft

  • Veröffentlicht am 4th September 2012,
  • veröffentlicht von

Ich kriege das ja alles nur unmittelbar durch Blogeinträge etc.mit, was da wieder für eine Sau durchs Sommerloch getrieben wird. Ich habe, wie ich schon bei Johnny schrieb, vier Anläufe (via Mediathek) unternommen, mir die ZDF Info Sendung mit ihm und Spitzer anzusehen. Ich hab’s nicht geschafft, mir das Elend zu Ende anzuschauen. Und die Jauch(e)-Sendung habe ich auch nur via Twitter mitgekriegt.

Mir wird übel bei so einer Mischung aus Inkompetenz (zunächst einmal der Moderatorin, die es nicht schafft, diesen blökenden Unsympathen kalt zu stellen, was aber natürlich auch ihr Sendekonzept ad adsurdum führen würde) und aggressiver Selbstdarstellung der Teilnehmer; in diesem Falle Spitzer, der unhöflich jeden anderen Teilnehmer unterbrochen hat bzw. über ihre Einwände hinweggerollt ist. Von seinen Thesen habe ich nichts mitbekommen, weil ich mich nicht anschreien lasse und daher den Stream weggeklickt habe. „Wer schreit, hat keine Argumente, wer schreit, hat unrecht“ haben meine Eltern mir als Kind beigebracht. Das mag nicht in jedem Fall zutreffen, aber hier bin ich mir sehr, sehr sicher, daß dem so ist. Und sollte der Mann tatsächlich valide Argumente haben, dann ist er dennoch dumm (im Sinne von ungeschickt), weil er sich selbst durch sein schlechtes Benehmen disqualifiziert hat, sie mir nahezubringen.

Vielleicht ist der Mensch von Natur aus unzufrieden mit dem, was er hat und neidisch oder wenigstens neugierig auf das, was andere haben. Und wie in der Fabel vom Fuchs und den sauren Trauben macht er das nieder, was er gerne hätte aber nicht haben kann, oder was er einfach nicht versteht. Weniger, um andere davon zu überzeugen, als um sich selbst davon zu überzeugen, daß er das Ding ja gar nicht braucht. Und natürlich braucht er es in den meisten Fällen nicht; wir brauchen bekanntlich überhaupt nur sehr wenig zum Leben. Aber hätten es halt gerne.

Mir geht es inzwischen wie vielen anderen, oft jüngeren FreundInnen, KollegInnen, Followern etc. aus diesem Internet: ich habe keine große Lust mehr, mich anzustrengen den aus-Prinzip-Offline-lebenden zu erklären was sie verpassen, welche Chancen sie sich verbauen, was eigentlich so großartig ist an all dem. Ich bin langsam müde, ein Feuer der Begeisterung entfachen zu wollen wo alle in Asbestklamotten mit verschränkten Armen neben ihren Feuerlöschern stehen. Es ist keine Frage des Alters, der Bildung oder der Herkunft. Es ist eine Frage der Neugierde auf das Leben, wie offen der geistige Horizont ist und die Bereitschaft, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Ja, man kann sich im Internet furchtbar weh tun, man kann beraubt, verleumdet, verarscht werden. Newsflash: all das passiert auch täglich in der Offlinewelt, wie man in Zeitungen lesen und im TV sehen kann. Man kann sich im Internet ausschliesslich in sog. walled gardens wie einstmals AOL und CompuServe und heute Facebook aufhalten und trotzdem ein tolles Leben haben, genau wie man einen fantastischen Cluburlaub in einem all-inclusive-Hotel mit Kinderbetreuung, all-you-can-eat Buffet und Animation haben kann. Vielen Menschen reicht das und sie erleben jedenfalls schon mal deutlich mehr als diejenigen, die gar nicht erst vom Sofa aufstehen. Aber sie verpassen so viel. Es gibt so viel mehr!

Andererseits: wir verpassen alle etwas, jeden Tag. Es gibt einfach zuviel. Wir können niemals alles machen, alles lesen, alles sehen, alles lernen. Selbst die aktivsten, belesensten und am weitesten gereisten unter uns werden, im Ganzen betrachtet, am Ende ihres Lebens nicht sehr viel mehr als an der Oberfläche dessen gekratzt haben, was möglich gewesen wäre. Ich möchte gern segeln lernen, und programmieren, mit dem Motorrad durch Indien fahren und eine eigene Schriftart entwerfen, ich will richtig gut kochen können und herausfinden, wie man World of Warcraft spielt, ich will noch mehr Fremdsprachen lernen und mein Buch endlich veröffentlichen und besser Golf spielen und eine neue Band gründen und noch viel mehr. Ich will mir keine künstlichen Grenzen aufbauen und mir keine bauen lassen. Schon gar nicht von Leuten, die mich anschreien und für dumm verkaufen wollen.

 

 

Zum selben Thema: Wenn die Kinder das Internet nicht hätten

Mein #609060 Rant

  • Veröffentlicht am 4th September 2012,
  • veröffentlicht von

Ich sag’ dann auch noch mal was zum Thema #609060, denn es wurde ja schon alles gesagt, nur von mir noch nicht.

Einige haben im Zusammenhang mit diesem Mem ein Problem mit dem Begriff „normal“. Äh, ja, das sind normale Leute, die da mitmachen, jedenfalls mal rein von der Optik her. Wer jemals den Fuß vor die Tür gesetzt hat und sich in eine U-Bahn oder Fußgängerzone oder sonst in die Öffentlichkeit begeben hat, der müsste das eigentlich festgestellt haben: Menschen sehen nun mal so aus. Es gibt kleine, große, dürre, fette und die irgendwo dazwischen. Es sind nicht die „irgendwo dazwischen“, die normal sind. Es sind alle. Ihr auch. Ich habe viele von Euch bei den letzten re:publicas gesehen. Ihr seid kein Stück dicker oder dünner oder anders. Ihr seid nix besonderes. Oh, natürlich seid Ihr alle etwas besonderes, schon klar. You’re so fucking special. Aber if everyone’s special, nobody is. Denkt mal drüber nach. Get over it. Ihr seid normal. Ja, einige sind deutlich kleiner als ich, deutlich größer, unfassbar viel dünner oder auch unglaublich viel dicker als ich. Haben Schuhgröße 48, einen Riesenbusen oder keinen erkennbaren, eine gigantische Hakennase oder ein grünes und ein braunes Auge. Kombinationen sind möglich. Aber alle zusammen bildet Ihr, bilden wir die Norm.

Einige wollen also statt von normalen lieber von „echten“ Menschen sprechen. Das wiederum finde ich komplett krank. Denn wer sind denn die anderen, die unechten? Etwa die Models? Sind die weniger Mensch als Ihr, nur weil sie meist dünner sind? Sind die unecht? Das hat für mich einen ganz, ganz fiesen, menschenverachtenden Beigeschmack, sorry. Ist ja eine Sache, wenn Ihr denkt, alle Leute in Konfektionsgröße 42 seien verhältnismässig schlank aus Eurer Perspektive. Klar, schlank ist immer relativ. Aber sind sie deswegen nicht echt? Da sind wir dann gefährlich nahe am Sinn und Zweck der Propagandaposter aus Kriegszeiten, wo dem Feind jede Menschlichkeit abgesprochen wurde, damit man sich nicht so den Kopf macht, wenn man ihn tötet. Da waren Japaner plötzlich Ratten oder Affen und Russen plötzlich geifernde Bestien. Nicht echt? Das heisst, man darf sich drüber lustig machen, drauf rumtrampeln, zur Seite wischen.

Ach, und die abgeschnittenen Köpfe auf den Fotos sind jetzt auch nicht ok und ein Zeichen von Diskriminierung? Was für ein, ’tschuldigung, gequirlter Scheiß. Es will halt nicht jeder sein Gesicht im Internet sehen, egal in welchem Zusammenhang. Es ist kein Zufall, daß die meisten Avatare kein Foto des Nutzers zeigen sondern eine Comicfigur, ein Logo, oder das Gesicht höchstens angeschnitten, mit Sonnenbrille verfremdet oder durch eine Mütze unkenntlich genug gemacht. Das ist sicherlich nicht der Fall, weil sich jeder so hässlich findet oder weil diskriminiert werden soll — wo ist denn da bitte die Logik, ich diskriminiere mich selbst und reduziere mich selbst auf meinen Körper, den ich so hässlich finde, daß ich ihn online präsentiere? Es kann auch tausend andere Gründe dafür geben. Sie müssen nicht unbedingt rational sein, und für manchen Selbstdarsteller mag es sicher unbegreiflich erscheinen, aber: nicht jede(r) will das eigene Gesicht in der Zeitung, im TV oder im Web sehen.

Oh, und es ist alles eine riesige rassistische Diskriminierungskampagne, weil nur weisse, dünne, hübsche Frauen unter 50 mitmachen? Yeah, well, dann nehmt Eure Kameras, Ihr dicken, hässlichen Männer über 50, die Ihr „people of color“ seid. (Das ist übrigens mit Abstand der allerdämlichste Neusprech-Ausdruck. Als ob wir nicht alle eine Hautfarbe hätten, oder sind Weiße etwa durchsichtig?) Es ist ein Mem, Jede(r) darf mitmachen, keiner muss. Wenn Ihr Euch bei dieser Kiste unterrepräsentiert fühlt, dann deshalb, weil Ihr es wollt. Niemand hindert Euch daran, mitzumachen.

Ihr seid normal. Get over it. Was Ihr noch seid: #allebekloppt.

Nachtrag: Nachdem einige Kommentatoren offenbar nicht so ganz wissen, worum es hier geht, verlinke ich hier noch mal auf Journelle, die Initiatorin der Aktion. Hier der Ursprungsbeitrag und hier ein Nachklapp mit einer umfangreichen Linksammlung zum Thema. Eine Twittersuche mit dem Hashtag #609060 findet eine Vielzahl von Bildern von normalen Menschen in Oberbekleidung.

Meine Lieblingstweets im August

  • Veröffentlicht am 31st August 2012,
  • veröffentlicht von


Awww, ich glaube mein MacBook hatte sein erstes Powernap.


I put the “mars” in Amarschvorbei.
@eigenart
e!genart


1/8 ml Weißwein fürs Soßenrezept ist aber auch irgendwie Quatsch. Da reicht es ja, den Korken neben die Pfanne zu legen.
@haekelschwein
Herr haekelschwein


Wenn ich noch einen einzigen bescheuerten Witz über die Autokorrektur lesen muss, haue ich hier alles Furz und klein.
@Regendelfin
Marie von den Benken


Lieblicher Wein ist ausverkauft. Jetzt sitz’ ich auf dem Trockenen.
@wortgourmande
Donna Wetter


One will, one will rock you! #closingceremony
@Queen_UK
Elizabeth Windsor


and on another note I’m very impressed that Boris Johnson carrying a large flag past a giant flame didn’t end half as badly as I’d expected
@Phil_J_Perry
Phil Perry


“Wie macht der Typ das nur, dass man ihn jedes Mal sofort wieder vergisst?”"Wen?”"Was?”
@der_handwerk
der_handwerk


Hauptberuflich bin ich ja Aszendent der Geschäftsleitung.
@HausOhneFenster
Haus Ohne Fenster


Die fünf großen B’s: Balkon, Bikini, Badewanne.
@beangie
Angie


“Krötenwanderung 18 – 23 Uhr”.Bestimmt sitzen die Kröten abends mit Ihrer Armbanduhr am Straßenrand und sagen “Orrr… noch 10 Minuten”.
@Bashsalon
Johannes Bargeld


o2 hat mir ein Foto eines Blumenstrauss als Entschuldigung geschickt. Denke über Fotos von Geldscheinen für die nächste Rechnung nach.
@fholzhauer
Florian Holzhauer


Die erste Regel des Inception-Clubs lautet: Die erste Regel des Inception-Clubs lautet: Die erste Regel des Inception-Clubs lautet: Die erst
@nutellagangbang
nutellagangbang


Und immer die Frage:Grammatikschwäche oder einfach aus Süddeutschland?
@nutellagangbang
nutellagangbang



Werde Softie genannt, nur weil ich das Blumenwasser vor dem Gießen in die Sonne stelle, damit die Blumen nicht so nen Schock kriegen. Pfft!
@notquitelikeB
Not quite



Rotweinschorle.Ich mach meinen Tresenjob ja stets gewissenhaft, aber DAS kostete Überwindung.
@nutellagangbang
nutellagangbang


Und wenn ich Deutsch-Spanisch schreibe, meine ich Hessisch-Schwäbisch bei dem Versuch spanisch zu twittern.
@Curi0us
Curi0us


Gerade gelernt: Anatidaephobie – die Angst, von einer Ente beobachtet zu werden. Habe sofort einen Gary Larson-Cartoon vor Augen.
@litchi7
Anke


mal den einkaufswagen mit kindersitz nehmen & an der kasse verwundert „huch? wo ist denn mein kind? ach,egal!“ rufen, bezahlen & gehen.


Nashörner sind im Grunde nichts als übergewichtige Einhörner.
@DerWachsame
Der Wachsame


Ich habe Angst, dass eine Ente über meinen Laptop lugt, wenn ich am wenigsten damit rechne.
@Vergraemer
Taubenvergrämer


Das Schöne an so einer Ehe: ist einem die Decke runtergefallen, kann man sie dem anderen wegreissen und der kann gar nix dagegen tun.
@Frau_Elise
Daniela Warndorf


Wenn Leute mich fragen, was ich derzeit so lese, schmunzle ich mit Gedanken an euch und sage:”Kurzgeschichten.”
@wortmusik
Herr Vorragend

 

Meine Lieblingstweets im Juli (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 2nd August 2012,
  • veröffentlicht von

Teil 1 hatte ich ja neulich schon gepostet; hier kommt der Rest meiner Favoriten des vergangenen Monats:

Machen Nudeln selbst. Gar nicht so schwer. Bisschen wie Spalthaut vorbereiten.

 

Pocket / ReadItLater ist ja sowas wie der Videorecorder des Webs; mit dem hat man auch immer nur Sachen aufgenommen aber nie angesehen.
@dentaku
Thomas Renger

 

Mein Schweinehund kann schon "Sitz" und "Platz".
@diekathrin
superkatinka

 

Freundin von mir weilt am Schubystrand. Ich gehe davon aus, dass der nächstgelegene Ort Dubidu heißt. Muss ja.
@4thWall_Kat
Kathrin ♬♪♫ ☮

 

Is "CEO of Yahoo!" a fancy way of saying "unemployed" or something?
@idiot
Visual Idiot

 

9:44 Uhr, alle bekloppt.
@taphi
Tane

 

So, dann werde ich mir mal die Decke über den Kopf ziehen und warten, bis alle Projekte gegen die Wand gefahren sind.
@Vergraemer
Taubenvergrämer

 

Eine Fruchtfliege aus der Küche kam eben an und fragte, ob ich ihr und ihren Kumpels mal beim Wegtragen der überreifen Ananas helfen könne.
@formschub
fuchsbrom

 

Das schönste an Hamburg: es ist nicht Berlin.
@hubertsrevier
Dingenskirchen

 

Wer bei homosexuellen Paaren fragt, wer da die Frau ist, fragt auch beim Chinesen, welches Stäbchen die Gabel ist.
@jazcblu
tidelipom

 

Heute komme ich zu spät, weil mein Bus wegfuhr, während ich aufm iPhone versunken den Fahrplan googelte.
@Propinja
Lucky Hundertmark

 

Ich mag es ja ein bisschen, wenn die Frau wütend auf mich ist, nicht mehr mit mir redet und dann das Gurkenglas aufmachen möchte.
@miesmuffel
Herr zu Mies

 

"differenzierte Diskussion" - > "die anderen sind Spinner, aber das können wir so direkt nicht sagen." #politiksprech
@sebaso
Sebastian

 

„Die Nespresso-Kapsel lässt sich echt schwer runterschlucken.“„Vielleicht ist das ja ein Zäpfchen und keine Kapsel?“„…Das wirds sein!“
@mey_cat
Catiche vanNille

 

Als ich damals ein Studium der Theaterwissenschaft begann, hätte ich nie gedacht, dass ich mal als Social Media Sachbearbeiter anschaffe.
@tristessedeluxe
Tillmann Allmer

 

Also mein Fahrradfahren ist deutlich näher an der Top-Athleten der Welt, als zum Beispiel mein Stabhochspringen.
@function
Stefan Graunke

 

Die Highlights der Anderen:

Journelle

Don Dahlmann

Jawl

Anke Gröner

Kaltmamsell

 

 

Meine Lieblingstweets im Juli (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 14th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Damit das hier am Monatsende nicht wieder in Streß ausartet, gibt es heute schon mal die schönsten Tweets der ersten Monatshälfte:

Sozusagen zur Ergänzung des vorherigen Beitrags geht es los mit dieser Perle:

Mail mit Betreff "Wie sie in nur zwei Minuten ihre Produktivität steigern können" gelöscht. Hat nur eine Sekunde gedauert.
@rock_galore
Higgs Boson-Galore

 

Ich hab’s ja auch nie verstanden (und ja, ich saß natürlich in der letzten Reihe des Physiksaals):

Higgs-Boson auf Twitter ist wie Physikunterrricht 9. Klasse, 6. Stunde, letzte Reihe.

 

Großstadtrevier hin oder her, aber niemand kommt an gegen Sven Rambo:

Jan Fedder dreht gerade auf dem Großneumarkt. Und er steht zwischen mir und dem BURGUNDERBRATENBRÖTCHEN.
@svensonsan
Sven Dietrich

 

Wenn es doch so einfach ginge … #seufz:

Gerade den Wetterbericht gelesen, da gibt's nen Button "Premium Wetter kaufen". Legen wir zusammen?
@UteWeber
Ute Weber

 

Awwww:

“Sei einfach du selbst!”“Ok!.. Was muss ich machen?”
@miesmuffel
Herr zu Mies

 

Das komische ist:das geht mir genauso. Sind wir bekloppt?

komme mir jedes mal sehr umweltbewusst vor, wenn ich eine adresse in einen schon geöffneten tab tippe, statt einen neuen aufzumachen.

 

Ouch. Ich empfehle für sowas ja #irgendwasmitWhisky:

Herz: "menno...."Verstand: " ich habs doch gleich gesagt"VodkaMartini: "Jetzt haltet beide mal kurz die Klappe und kommt mal her!"

 

Die Parallelen sind unverkennbar. (Vielleicht liegt hierin der Schlüssel zum Premiumwetter?)

Stimmt: Früher hieß es "Das wird die Götter erzürnen", heute sagen wir "Das wird die Märkte verunsichern".
@Navoou
Habibi

 

FFFFFUMPPPPP!

Beim Niesen die Nase zuhalten und dadurch die Kopfhörer-Stöpsel rausfliegen lassen. Zirkusreif!
@GebbiGibson
Gebbi Gibson

 

Wie die Karnick… nee, Moment:

Vertipper des Tages: Hasenstadt Hamburg
@eigenart
e!genart

 

Wer kennt das nicht?

Kennt Ihr das? Wenn man einen typischen Twitterspruch, über den man eben unfassbar gelacht hat, Muggels erzählt. Dieses betretene Schweigen?
@Schlachtzeile
Schlachtzeile

 

Ich möchte jetzt wirklich bitte dringend dieses Premiumwetter!

Achtung! In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Thermometer wieder um 10 Grad zurückgestellt. #Servicetweet
@maatc
maatc

 

Erst Physik, dann Mathe – hoffentlich nicht auch noch Bio!

wenn der weg das ziel ist, ist dann nicht auch das ziel weg?#matheauffrischen
@Godehard
Godehard

 

Das geht mir ja eher bei Barbra so, muss ich zugeben („Lohohohove … ageless and evergreeeeen …“ – die schönste Version davon gibt’s hier, leider nur mit Proxy, aber lohnt sich):

Mit Whitney Houston auf den Ohren fällt es mir immer besonders schwer, nicht bühnenpräsent die Straße zu überqueren.
@HilliKnixibix
Hilli Knixibix

 

Aber es ist ja Wochenende und wir sind alle offline und ausgeruht:

30 Days Drawing Challenge

  • Veröffentlicht am 9th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Über verschlungene Pfade (Pinterest, Facebook, tumblr, blogs) bin ich auf diese nette Herausforderung gestoßen, die das Sommerloch vielleicht ein wenig spannender macht:

30 day drawing challenge!

1. Yourself or your persona.
2. Someone you like (celebrity, significant other, or crush)
3. One, some, or all of your friends.
4. An animal you think is really cute.
5. Your favourite outfit.
6. Something you’ve never drawn before.
7. Your family or a family member.
8. Something with your favourite colour.
9. Your favourite cartoon/anime character.
10. Something you couldn’t live without.
11. Your favourite food.
12. An inanimate object.
13. A group picture.
14. Your favourite book character.
15. Someone from your favourite board or video game.
16. Something that represents your favourite song.
17. Your favourite holiday.
18. A couple (any two people).
19. Something you’re afraid of.
20. A comic.
21. Something you don’t like.
22. Your favourite season.
23. Something that makes you happy.
24. Something that represents your favourite culture/country/language.
25. Someone or something from mythology.
26. Your favourite sweet food/candy/etc.
27. Your favourite scene from a movie.
28. A room.
29. Your favourite weather.
30. Something you’d like to share with your followers or friends.

Ich zeichne zwar jeden Tag (d’oh!), aber habe aktuell gerade ein kleines Motivationstief … da kommt so eine strenge Themenvorgabe gerade recht.
Mal schauen, Tag 1 ist ja eigentlich schon fertig (siehe oben rechts), da mache ich dann morgen gleich mal mit Tag 2 weiter. Macht jemand mit?

Meine Lieblingstweets – EM 2012 Special

  • Veröffentlicht am 5th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Mit etwas Verspätung kommt hier die „Best of EM 2012“-Edition meiner Lieblingstweets.

Gerade auf eBay DEN Euro 2012 Fussball gekauft. Tja, da werden sie beim Eröffnungsspiel dann lange Gesichter ziehen, so ohne Ball.
@gallenbitter
gallenbitter

 

Ich habe nichts gegen die Freude am Fußball. Aber wenn ich ein tolles Buch gelesen habe, fahre ich doch auch nicht nachts hupend umher.
@Sebgoet
Moik vom Oik

 

The real tragedy of football is that they would score far more goals if both teams put their differences aside and worked together.
@RobKH
Rob Hale

 

Polen gegen Russland und an der Bande steht "Drink responsibly"

 

Der Giovanni Trappatoni ist erst 73. Der wird in der nächsten Saison mit Hertha BSC noch mal richtig angreifen.
@peterbreuer
Peter Breuer

 

Da: Pfosten! Oh, Latte!(Warum niemand mit mir zum Baumarkt will.)
@henningrucks
Henning Rucks

 

Habe @ entfolgt. Der twittert ja nur über Fussball.
@prunio
prunio

 

Mein Haus wird angehupt. Es muss extrem geil aussehen.

 

Es tut mir leid, dass es immer noch 1:0 steht. Ich muss derzeit einfach nicht aufs Klo.
@Einstueckkaese
Ein Stück Käse

 

Es ist mir unbegreiflich, warum die Engländer so saubere, weiße Trikots haben. Ich hätte meins schon beim Anziehen schmutzig gemacht.
@numberfivealive
Mona-Liesbeth

 

Twitter - Making dull football bearable since 2006. #EM
@RC_KH
Christoph Anheuser

 

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber mich erinnert die Frau neben Katrin Müller-Hohenstein total an Oliver Kahn.
@hubertsrevier
Dingenskirchen

 

"Rechts ist keiner". Ein Satz, den man gerne öfter über die Deutschen hören würde.
@Propinja
Lucky Hundertmark

 

Mein Haus wird immer noch angehupt. SOLL ICH ES WEGFAHREN ODER WAS?!

 

Und die allerschönsten Tweets der EM kommen aus gänzlich unvermuteter Ecke:

 

Heute abend hätt ich gern Fussball geguckt. Stattdessen werde ich meiner knapp 100jährigen Oma den Rechner konfigurieren. Nix kann die!
@germanpsycho
germanpsycho

 

Und das alles nur, weil sie ja unbedingt von Win auf Mac umsteigen wollte.
@germanpsycho
germanpsycho

 

(ich hab schon ne saucoole Oma)
@germanpsycho
germanpsycho

 

Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

  • Veröffentlicht am 15th Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

Der Entwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht liegt jetzt vor und es ist so schlimm wie bzw. schlimmer als befürchtet. Das Zitatrecht wird de facto außer Kraft gesetzt, man wird nicht einmal mehr Überschriften der Artikel verlinken und zitieren dürfen, wer kommerziell agiert bestimmen die Verlage und der Blogger, Twitter- oder Facebooknutzer hat im Zweifel die Beweispflicht, daß er es nicht tut. Dem grassierenden Abmahnwahnsinn wird eine weitere Tür aufgestoßen und entsprechend spezialisierte Kanzleien müssen glauben, Weihnachten sei in diesem Jahr vorverlegt worden.

Die erste, vielleicht instinktive Reaktion vieler Blogger und „always online“ Social Media Nutzer, also denjenigen, die von Politik und Medien gerne als „Netzgemeinde“ subsumiert werden, ist eine Mischung aus Gehässigkeit und Schadenfreude: Ja gut, dann verlinken wir halt alle nicht mehr auf diese Presseangebote, zitieren nicht mehr, beten, daß Google und Bing ihre Seiten aus dem Index werfen und beobachten genüsslich, wie die Verleger spätestens zu Weihnachten heulend auf Knien angerutscht kommen und alles wieder rückgängig machen wollen, weil ihnen Traffic und Einnahmen weggebrochen sind und sie ihre Läden de facto zumachen können. Auch die Meinung von Ralf Schwartz geht in diese Richtung:

Der deutschen Blogosphäre kann nichts Besseres passieren als das neue Leistungsschutzrecht. Hut ab vor den Verlagen und der Politik, die uns endlich zwingen, wenn wir es schon nicht freiwillig tun, innovativ, relevant, distinktiv und einzigartig zu werden.

Ich gestehe, dies ist auch meine erste Reaktion gewesen: Leistungsschutzrecht? Cool, wir schützen das Netz vor den „Leistungen“ der Verleger und ignorieren ihre Ergüsse. Das denke ich ja jedes Mal, wenn wieder mal automatisiert irgendwelche Falschmeldungen von dpa & Co. in drölftausend redaktioneller Content Management Systeme einlaufen und dann strahlend die Blödheit und Inkompetenz der Redakteure demonstrieren, die sich nicht entblöden im Zusammenhang mit ihren Erzeugnissen immer noch von Qualitätsjournalismus zu faseln. Aber das ist zu kurz gedacht.

Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln.

Die staksigen und hilflosen Gehversuche der etablierten Medien im Social Web lassen uns entweder mitleidig grinsen oder hämisch lachen. Erst Mittwoch Abend gab es wieder Grund zum fremdschämen, als im ZDF Oliver Kahn unter großem Tanderadei seinen ersten Tweet abließ:

„Wie platt ist das denn?“ entfuhr es unwillkürlich der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die damit wohl nicht nur meinen ersten Gedanken dazu laut aussprach. Aber das gefühlte gleichzeitige vor-die Stirn-patschen tausender Twitternutzer vor dem Fernseher konnte nicht übertönen, daß wir unsere Hausaufgaben nach wie vor nicht gemacht haben. Wir müssen die Offliner zu uns ins Boot holen, dürfen sie nicht auf dem Trockenen zurücklassen. Und das klappt besser, wenn man sich nicht über sie lustig macht sondern ihnen hilft und die Hand reicht. Sascha Lobo sprach es auf der re:publica an: Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Und daß man mit Honig mehr Fliegen fängt als mit Essig, das sollte eigentlich auch bekannt sein.

Bei wem habt Ihr in der Schule mehr gelernt: bei dem Lehrer, der Euch ob Eures Unwissens ausgelacht und vor der Klasse bloßgestellt hat? Oder bei dem, der Euch gezeigt hat, wie spannend der zu vermittelnde Stoff sein kann, was man für tolle Tricks mit dieser mathematischen Formel oder diesem Chemieexperiment machen kann und wie Ihr das Gelernte gewinnbringend auf Euer Leben übertragen könnt?

Eine „wir gegen die“-Haltung ist menschlich verständlich, aber dumm und kontraproduktiv. Das Problem ist, daß wir keine Lobby haben: weil wir in unserer Arroganz davon ausgehen, daß jeder denkende Mensch mit einem IQ oberhalb der Raumtemperatur unsere Sichtweise teilen muss. Wer das nicht tut, den lassen wir eben achselzuckend im Staube zurück. Dabei übersehen wir, daß wir es sind die zurückgedrängt werden, denn die „dunkle Seite der Macht“ hat eine ganz reale Macht: Geld und Einfluss, in Form von medialer Reichweite und mehr oder weniger eindeutig gekauften Politikern.

Print is temporary, digital is forever.

Politiker wiederum haben genau zwei Interessen: erstens, ihre Schäfchen in der ersten Legislaturperiode ins Trockene zu bringen und zweitens, eine zweite Legislaturperiode zu erreichen (und die Schäfchenherde zu vergrößern). Dabei ist ihnen das Netz mitsamt seinem Bürgerjournalismus naturgemäß ein Dorn im Auge, denn anders als die Zeitung von gestern, in die der Fisch von heute eingewickelt wird, vergisst das Netz nicht. Print is temporary, digital is forever.

Das deckt sich weitgehend mit den Interessen der Verleger, die Inhalte verkaufen wollen und kein Interesse an kostenloser Konkurrenz haben, auch wenn diese auf den ersten Blick nur eine Nischenreichweite hat: ein Blog mit wenigen hundert Besuchern am Tag spielt hierzulande schon in der Regionalliga und an der Grenze zur zweiten Bundesliga, um es mal sportlich zu formulieren. Aber es ist theoretisch weltweit jederzeit sichtbar und das Archiv kann jederzeit durchsucht werden.

Ich weiß nicht, ob z.B. Burda ein wirklich großes Interesse daran hat, wenn z.B. ein gern belächeltes Strickblog kostenlos Häkelanleitungen und Schnittmusterbögen erstellt und verbloggt, eventuell gar mit Videotutorials garniert, die kostenfrei auf YouTube gehostet werden und vielleicht sogar über Googles AdSense ein paar Einnahmen in die Haushaltskasse spülen. Jeder Leser dieses Strickblogs ist im Zweifel ein Käufer weniger für das eigene Nischenprodukt, das unter teuren Herstellungs- und Vertriebskosten einmal im Monat erscheint, während die Strickbloggerin mehrmals täglich oder wöchentlich neuen Content bloggt und in ihren Kommentaren das Leben tobt.

Das Leistungsschutzrecht wird inhaltlich auf den ersten Blick wenig Einfluss auf diese Blogs haben, da sie in aller Regel nicht viel aus den kommerziellen gedruckten Pendants übernehmen oder zitieren werden. Meist ist es ja eher umgekehrt – da wird dann ungefragt einfach der Content übernommen und bestenfalls mit „Quelle: Internet“ gekennzeichnet. Wenn es auffällt, gibt es ein Minishitstürmchen der Nischenblogs und ihrer Fans, eine lauwarme Entschuldigung und ein Angebot für ein Gratisabo des Verlags, das war’s dann.

Welcher Blogger hat schon das Geld, die Nerven und die Ahnung, sich juristisch gegen solche Wegelagerei zur Wehr zu setzen? Spendenaktionen ergeben dann ein paar hundert, vielleicht zweitausend Euro und dafür steigt auch kein Anwalt aus dem Bett, der sein Geld wert ist. Umgekehrt wird natürlich mit aller Härte die Abmahnkeule geschwungen, sollte der Nischenblogger so unvorsichtig gewesen sein, ein Foto von der Verlagsseite verwendet zu haben. Da hat man dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die lästige Konkurrenz ist man los, denn die ist dann in der Privatinsolvenz oder zumindest so verängstigt, daß sie nie wieder was ins Internet schreiben wird und man hat ein wenig Taschengeld eingenommen. OK, hauptsächlich der Anwalt hat kassiert, aber man hatte ja auch selbst Spaß.

Das Leistungsschutzrecht wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit

Aber der zweite Blick entlarvt: Künftig reicht es schon, wenn der Blogger auf ein Verlagsangebot verlinkt und dazu die Überschrift des Artikels zitiert. Diese Wortkombinationen werden dann geschützt sein und natürlich kostenpflichtig. Dies wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit. Man dürfte nur noch konsumieren bzw. lesen, aber sich nicht mehr öffentlich dazu äußern oder gar kommentieren, was man gelesen hat. Die Schere im Kopf und die Angst vor dem finanziellen Ruin des normalen Internetnutzers würde der Debatte im Netz zu egal welchem Thema den garaus machen. Niemand wird sich mehr trauen, etwas ins Netz zu schreiben.

Wenn wir aber von den Strick- und anderen Nischenblogs mal absehen und uns den großen politischen, gesellschafts- und medienkritischen Blogs wie dem von professionellen Journalisten wie Stefan Niggemeier, Thomas Knüwer oder den Machern des  Bildblogs zudrehen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Die sind gut verdrahtet, nicht so leicht mundtot zu machen und ein steter Stachel im Fleisch von Politikern und Verlegern. Als Journalisten geniessen sie zudem Schutz in presserechtlichen Fragen. Abmahnungen schockieren oder überraschen hier keinen mehr. Damit wird gerechnet und mit Spenden für die gebotene Zurwehrsetzung darf gerechnet werden.

Es wird die BILD kaum Leser kosten, wenn im Bildblog mal wieder – Überraschung! – krasse Fehlberichterstattung, fragwürdige Recherchemethoden („Witwenschütteln“) und fortlaufende Verstöße gegen den Pressekodex mitsamt der dazugehörigen Rüge des Presserats dokumentiert werden. Aber es nervt. Was wird aus dem Bildblog, wenn es künftig de facto keine solche Berichterstattung mehr möglich sein wird, weil keine Zeitungssausschnitte mehr abgebildet, keine Zitate mehr gebracht werden dürfen, keine Links mehr erlaubt sein werden? Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Google hat keinerlei journalistischen Anspruch sondern ist ein börsennotiertes US-Unternehmen. Google verdient kein Geld mit Google News, dem beanstandeten Angebot, bzw. höchstens indirekt, wie mit allen kostenlosen Google Angeboten. Es wird dort keine Werbung neben den Snippets, den Textauszügen aus den Verlagsveröffentlichungen angezeigt. Wenn die paar deutschen Presseerzeugnisse jetzt rumstänkern, dann werden sie halt achtkantig aus dem Google Index fliegen. Google tut das nicht weh, im Gegenteil. Das geforderte Leistungsschutzgeld zu bezahlen rechnet sich nicht für sie. Wenn aber niemand mehr die Verlagsangebote findet, weil sie weder in Blogs, noch social media Angeboten noch Suchmaschinen verlinkt sind, dann werden sie eingestampft, klar. Sie rechnen sich ebenfalls nicht mehr, bzw. noch weniger als jetzt schon.

Die Nutzer wiederum werden auf ausländische Angebote ausweichen und sich noch häufiger als bisher ihre Nachrichten vom Guardian, dem Economist oder der Neuen Zürcher Zeitung holen statt von der Süddeutschen, der Welt oder dem Handelsblatt. Aber kann das im deutschen Interesse sein, nur noch den Blick von außen zu haben? Ich lese gern z.B. auf BusinessInsider und Le Monde über Merkel und die deutsche Fiskalpolitik und habe viele ausländische Blogs im Feedreader. Aber zum einen bin ich privilegiert weil ich verhältnismässig gut Englisch und Französisch spreche und zum anderen, weil ich überhaupt von solchen Angeboten weiß. Da wären wir dann wieder beim Thema ‚Medienkompetenz vermitteln‘.

Wir brauchen eine starke Presse, die unsere Regierenden beobachtet und ihren Job als vierte Macht im Staate ernst nimmt, oder wenigstens ernster als im Moment. Aber wir brauchen auch eine alternative Medienlandschaft, die u.a. ein wachsames Auge auf die kommerzielle Presselandschaft hat. Sozusagen jemanden, der auf die Aufpasser aufpasst. Das Leistungsschutzrecht schadet beiden Seiten und eliminiert endgültig das „sozial“ aus „soziale Marktwirtschaft“. Es ist der Anfang vom Ende einer funktionierenden Demokratie.

Links zum Thema:

 

Meine Lieblingstweets im Mai

  • Veröffentlicht am 29th Mai 2012,
  • veröffentlicht von

Da ich die nächsten zwei Tage offline sein werde und der Monat fast rum ist, kommen hier schon mal etwas verfrüht meine Lieblingstweets desWonnemonats:

Wieso gibt es in Beziehungen keine Treuepunkte? Wenn man treuer als der Partner war, macht ein Messerset doch erst Sinn.
@GebbiGibson
Gebbi Gibson

 

Rory McIlroy says he was more nervous first meeting Tiger Woods than Barack Obama. Well, yeah. Obama only has one major victory.
@JasonSobelGC
Jason Sobel

 

Habe meinen Vater davor bewahrt, einen beigen Blouson zu kaufen. Schreibe nun Anti-Aging-Berater auf meine Visitenkarte.
@haekelschwein
Herr haekelschwein

 

Wassermelone macht satt. Wassermelone macht satt. Wassermelone macht satt. Wassermelone macht satt. Wassermelone macht satt. Wasserwatsefuck
@Reesella
Reesella

 

Yahoo got their CEO from eBay? And he wasn't quite what he said he was in his description?No irony there. Nope. None.
@isaiah
isaiah

 

Angesichts meines heutigen Ohrwurms frage ich mich, ob die Dire Straits tatsächlich "He is insulting the Swing" gesungen haben.
@schaarsen
Jörn Schaar

 

Von einer Wetter-App für 8€ erwarte ich Features wie: "Nachbarn mit dem Blitz treffen!" oder "Mir die Sonne aus dem Arsch scheinen lassen!"
@GebbiGibson
Gebbi Gibson

 

Uninformiert, uniformiert. Geht ganz schnell.

 

Robben bleibt ja gerne mitten im Lauf stehen, weil das Trikot kneift. #cl
@PickiHH
Tina Pickhardt

 

In Venedig habe ich immer das Gefühl, wenn man um die richtige Ecke biegt, ist man plötzlich hinter den Kulissen.
@moeffju
Matthias Bauer

 

I state my last name Borchert. Receptionist writes down Borghia. Must be my sinister looks.
@lyssaslounge
Katharina Borchert

 

"How many Germans does it take to screw in a lightbulb? – NEIN!"
@eigenart
eigenart

 

In der Buchhandlung: »Sagen Sie, bei den Regionalkrimis, welcher taugt denn da was?« -- »Ahaha, hahahahahaaaa!«
@Lakritze
Lakritze

 

Seufzend unterbrachen die Figuren ihr Gespräch und hasteten auf ihre vorherigen Positionen, als er das Buch wieder aufschlug.
@Ka_Punkt
Ka_Punkt

 

 

Das Leben ist kein Kindergarten

  • Veröffentlicht am 14th Mai 2012,
  • veröffentlicht von

Gerade las ich diesen interessanten Artikel über Kindergartenkinder und durchgeknallte Eltern und versuche, mich an meine eigene Kindergartenzeit zurückzuerinnern. Die Welt ist doch deutlich anders heute.

Ich habe nur noch verschwommene Bilder aus meiner Kindergartenzeit. Kunststück: die liegt über vierzig Jahre zurück und ich war auch nur sporadisch dort und auch nur im Jahr vor meiner Einschulung, so etwa zwei Vormittage in der Woche. Meine Mutter fand wohl, ich müßte als Einzelkind auch mal langsam mit anderen Kindern in Kontakt kommen, damit die Schule nicht so ein Kulturschock sein würde. Ich habe es damals nicht verstanden und auch heute noch tue ich mich damit eher schwer. Jetzt hatte ich den Kulturschock halt ein Jahr früher. Ich war gerne allein. Ich habe nie andere Kinder vermisst. Ich habe gemalt, gelesen, mit meinen Spielsachen gespielt und mich ruhig für mich beschäftigt. Langeweile hatte ich nie. Aber da der Mensch ja ein Rudeltier sein soll und es „nicht normal sein kann“, wenn ein Kind so gar kein Interesse an anderen Rudelmitgliedern hat, ist es heute wohl noch ungewöhnlich, wenn es keinen Kindergarten oder keine KiTa besucht. Wobei das sicherlich auch daran liegen mag, daß das klassische Familienmodell meiner Eltern, das in den 60ern und mindestens bis Mitte der 70er Jahre noch vorherrschte – Papa arbeitete, Mama war hauptberuflich Mama und schmiß Kind(er) und Haushalt – heutzutage in unseren Breitengraden fast so exotisch anmutet wie eine Kindheit mit Kindermädchen, Privatlehrer, Butler und Chauffeur.

Ich hatte keine Lust auf den Kindergarten. Das fing schon damit an, daß ich mir morgens beim Frühstück darüber Gedanken machen sollte, was ich denn auf mein Pausenbrot haben wolle, das dann drei Stunden später aus dem roten Kindergartentäschchen geholt werden und zeitgleich mit den anderen Kindern gegessen werden sollte. Ich fand das Kindergartentäschchen toll und praktisch, aber für Stifte und Papier und den Piccoloteddy und die Mundharmonika. Ich hatte weder Platz für noch Bedarf an einem Äpfelchen oder in Butterbrotpapier gewickelten Salamischnittchen mit Radieschen. Ich hatte gerade gefrühstückt und würde doch Mittags wieder zuhause sein! Aber das Ritual war wichtig, fand man im Kindergarten. Gemeinsam singen, gemeinsam essen, vorher und nachher gemeinsam Händewaschen und dann gemeinsam etwas spielen oder Sport machen. Ich fand das doof, plöd, unlogisch. Ich wollte gerne die Bücher angucken oder lesen, die in der Kiste lagen, egal wie das Wetter draußen war –  warum sollte ich jetzt mit den anderen etwas singen? Wieso wollten die, daß ich rauskomme und Ball spiele? Die sind doch genug, wozu brauchen die mich unbedingt? Ich bleibe hier einfach sitzen und male noch etwas, okay? Nein, das sei nicht okay, wurde mir beschieden. Die anderen Kinder würden doch so gerne mit mir spielen und seien jetzt ganz, ganz traurig, sagte mir die Kindergärtnerin. Ich weiß nicht mehr, was ich geantwortet habe, wahrscheinlich gar nichts. Das Wort „Bullshit!“ kannte ich noch nicht, außerdem war ich ein höfliches Kind und ohnehin – was soll man auf so einen Käse schon groß antworten? Ich ging also raus, trat einmal gegen den Ball, drehte mich um und ging wieder hinein, fertig malen. Seufz.

Der Einschulungstest, der gemacht wurde um festzustellen ob ein Kind schon schulreif wäre oder gar verfrüht eingeschult werden könnte bestand aus der klassischen den-Arm-über-den-Kopf-legen-und-das-Ohr-berühren Aufgabe, dem korrekten Zeichnen und Benennen von Quadraten, Kreisen und Dreiecken und außerdem sollte man die Farben des berühmten Pelikan Tuschkastens (noch aus Metall) richtig zuordnen können. Das war nicht wirklich schwierig, immerhin verbrauchte ich rund einen von diesen Tuschkästen pro Monat, zusammen mit einem Zehnerpack von diesen Zeichenblöcken, die oben und unten perforiert waren, nur lächerliche zehn Blatt enthielten und auf dem Cover mit viel Glück Winnetou und Old Shatterhand, mit Pech ein Paar Goldhamster abbildeten.

Der Schulpsychologe (oder was das war) zeigte auf den ockerfarbenen Napf und fragte mich, was für eine Farbe das denn sei. „Ocker“ antwortete ich. Er runzelte die Stirn. „das hat die Mami mit dir aber fein geübt! Aber wie würdest du denn die Farbe nennen?“ Ich wurde ungeduldig. „Ocker, steht doch drunter.“ Ich zeigte auf die entsprechende Beschriftung unter dem Napf. Er murmelte empört etwas von „dressiertes Äffchen“ in seinen Bart und beschied mir und meinen Eltern knurrend, für eine frühzeitige Einschulung geeignet zu sein.

Im Familienfotoalbum des Jahres 1972 fand ich letztens ein s/w-Gruppenfoto mit etwa zwei Dutzend Kindergartenkindern, einer Kindergartentante und dem Schild „zur Erinnerung an meine Kindergartenzeit“. Ich bin nicht mit drauf, ich hatte gerade die Windpocken, als das Bild gemacht wurde. Warum es in unserem Album klebt, ich weiß es nicht.

Re:publica 2012 von A-Z

  • Veröffentlicht am 8th Mai 2012,
  • veröffentlicht von
Re:publica 2012 von A-Z

A wie Act!on

Das Motto zog sich gut durch die Veranstaltung: Kriegt Eure Ärsche hoch! Bloggt, was das Zeug hält! Nehmt Eure Stühle mit, seid in Bewegung! Bewegt etwas! Verändert etwas! Denkt quer! Hornbach hat das prima gesponsort mit der Offline Twitterwall und dem eigenen Motto „Es gibt immer was zu tun“ verknüpft. Ein Beispiel für einen gelungenen Markenauftritt auf einer Veranstaltung voller Leute, die zwar gern ihre Blogs monetarisieren aber ansonsten von Werbung im Netz doch lieber nichts wissen möchten.

Die Beobachtung habe ich auch gemacht, wie in meinem Instagram-Stream erkennbar …

B wie Barrierefreiheit

Ich zähle zu den noch-nicht-Behinderten, wie der fabelhafte Raul Krauthausen das so schön formuliert hat. Und insofern sind mir sicherlich viele Punkte noch nicht aufgefallen, an denen es hakte. Aber insgesamt kam mir diese re:publica sehr viel barrierefreier vor, als die vorangegangenen, was nicht nur am sicherlich für Rollstuhlfahrer_innen weitaus zugänglicheren Veranstaltungsort lag. Ähnliche Beobachtungen hat auch Christiane Link gemacht.

Wo haben die Veranstalter der #rp12 das legasthenische Meerschweinchen her, das offenbar für den Livestream mitschreibt?

Die Sprecher der Panels auf Stage 1 (und einige andere?) wurden live mitgetippt und auf Bildschirmen übertragen, was naturgemäß mit einigen Tippfehlern und teils auch Verständnisfehlern verbunden war, aber das bleibt wahrscheinlich nicht aus, wenn der Sprecher nuschelt, lispelt, zu schnell spricht oder Begriffe benutzt, die dem Mitschreibenden nicht geläufig sind. Und „echte“ Dolmetscherinnen gab es auch vor Ort, aber natürlich zu wenige. Das wäre vielleicht auch mal etwas fürs Crowdsourcing …

C wie Catering

Die neulich von mir vermissten vegetarischen Gerichte gab es im re:staurant, also Entwarnung. Das lag zwar in der hintersten Ecke des Saals und ist mir bei dem super Wetter und dem schönen, sonnigen Innenhof mit seinen Grillständen nicht weiter aufgefallen, hatte aber diverse Pastagerichte und Salate und angeblich sogar Spargel.
Ansonsten war das Catering super, man mußte nirgends lange anstehen, die Leute hinterm Tresen waren unfassbar freundlich und bezahlbar war es auch. Toll!

Hallo #rp12. Ich wäre dann jetzt bereit für Freigetränke.
@Einstueckkaese
Ein Stück Käse

(Die Kostenloskultur macht auch vor dem Kohlestoffleben nicht halt: Aber @Einstueckkaese bekam seinen Willen.)

D wie Dukummsthiernetrein!

Das Brandschutzteam hat seine Arbeit sehr ernst genommen und gelegentlich die Schotten dicht gemacht, wenn ein Panel zu voll wurde. Das war gelegentlich lästig, aber wat mutt dat mutt und Pünktlichkeit kann man ja auch planen. ;-)

E wie Ersatzbefriedigung

GEMA hat ihre Teilnahme am Panel zum Urheberrecht (11:15, Stage 2) leider abgesagt. Da haben wir als Ersatz @ eingeladen. #rp12 #fb
@spreeblick
Johnny Haeusler

 

F wie Foursquare