Social Gedöns

Die Lieblingstweets im Oktober, Teil 1

  • Veröffentlicht am 13th Oktober 2014,
  • veröffentlicht von

(mehr …)

Die Lieblingstweets im September, Teil II

  • Veröffentlicht am 30th September 2014,
  • veröffentlicht von

#Kikimatic

  • Veröffentlicht am 28th September 2014,
  • veröffentlicht von

In der vergangenen Woche referierte ich im Rahmen eines mehrmonatigen Fortbildungskurses zum Online Marketing Manager erneut drei Tage lang über Guerilla Marketing und die dazugehörigen social media Massnahmen auf Facebook & Co.. Der Kurs war super motiviert bei der Sache, hatte viel Spaß und auch schon einige Vorkenntnisse, es waren sehr intensive und unterhaltsame drei Tage.

Ein Teilnehmer war besonders erfahren auf dem Gebiet des Affiliate Marketing und ein grosser Freund von automatisierten Mechanismen im Internet. Er berichtete über entsprechende Werkzeuge, mit denen man sich unnütze Arbeit ersparen kann, und wer wäre nicht daran interessiert, sich unnötige Arbeit zu ersparen? Eben.

Ich kenne natürlich die Tools von Hootsuite, Tweetdeck, Buffer, SEO- und NextGen-Facebook-Plugins für WordPress und IFTTT und habe sie bei Kundenprojekten auch schon erfolgreich eingesetzt. Ich habe auch meinen Tim Ferriss gelesen und bewundere seine Kreativität in der Selbstvermarktung und vor allem seiner Definition von Arbeit, auch wenn sie etwas sehr simpel ist … Trotzdem mag ich solche Werkzeuge grösstenteils nicht besonders, denn ich finde automatisierten Content meist relativ lieblos präsentiert.

Ich glaube, man merkt als NutzerIn oder LeserIn, ob ein Artikel ausschliesslich nach SEO-Gesichtspunkten geschrieben wurde, also wie es Buzzfeed, Heftig & Co. machen: „Kurze Sätze! 10-Punkte-Listen! Schlagzeilenüberschriften, in H1, die neugierig machen (auf Listenpunkt 7)! Hashtagging, auch bei Bildern! Zwischenüberschriften in H3! Am Ende nach der Lesermeinung fragen und zu Kommentaren auffordern!“. Man merkt als Follower, ob die Tweets schon vorgeschrieben und dann automatisiert abgeschossen wurden oder sich da jemand aktuell Gedanken gemacht hat, was und wie getwittert wird. (Zum Beispiel an den Null Kommentaren unter solchen Artikeln. Aber ich will nicht gehässig sein.)

Ich bin sehr davon überzeugt, daß es Firmen und Branchen gibt, für die das funktioniert, zumindest solche, denen es nicht schadet. Aber ich glaube auch, daß diese Firmen vom „Faktor Mensch“ deutlich profitieren würden. Soziale Netzwerke bestehen meinem Verständnis nach aus Menschen, die sich miteinander unterhalten. Nicht aus Maschinen, die mehr oder weniger gut programmiert miteinander kommunizieren um den Menschen Zeit zu sparen.

In den 80ern las ich in dem Buch „Das Blaue Wunder“ von Uli Becker den Spruch (aus der Erinnerung zitiert): „Mein automatischer Anrufer kann sich mit deinem automatischen Anrufbeantworter schon prima unterhalten. Bisschen schematisch vielleicht noch, aber das wird schon.“ Daran muss ich immer denken, wenn ich bei IFTTT die Rezepte für ein automatisiertes Leben durchforste. IFTTT steht für „If This Then That“ und ist ein Tool, um Makros zu erstellen, z.B.: „Wenn ich ein Bild auf Instagram veröffentliche – der If This Trigger, also Auslöser – dann poste das bei Twitter, Facebook und Google Plus und kopiere das Bild in meine Dropbox (die Then That Action, also Massnahme).“ Wenn jemand meinen Tweet faved, schicke mir eine Mail/sende einen Dankestweet etc. Ich finde das insgesamt mehr so anti-social.

Andererseits: Man kommt ja zu nix, ne. Also werde ich jetzt das grosse Antisocial-Experiment wagen und im Oktober einen Monat lang vollautomatisch meine Social Media Kanäle bedienen. Ich werde Blogeinträge vorproduzieren und planen und vollautomatisch auf den üblichen Kanälen anteasern und ausschliesslich Themen twittern, facebooken etc., die Buffer mir vollautomatisch rausgesucht hat, nachdem sie meine bisherigen Tweets analyisiert haben. Ich will wissen, wie die Reaktionen meiner Follower, Fans und Freunde sind, ob es welche gibt oder ob es tatsächlich kaum jemanden stört, ob ich mehr, weniger oder einfach andere Kommentare bekomme, ob ich Follower/Facebookfreunde/Feedabonnenten gewinne oder verliere, und letzten Endes, ob ich tatsächlich mehr Zeit gewinne. Und am Ende gibt es natürlich einen Abschlussbericht, ob’s gut ging oder schief, und natürlich auch darüber, was ich mit dieser gewonnenen Zeit angefangen habe.

Der Status Quo:

Twitter: 955 Follower
Facebookprofil: 226 Freunde, 46 AbonnentInnen
Facebookseite („Hamburg unter sich“): 1.315 Fans
Instagram: 211 Follower
Pinterest: 408 Follower
Google+: 2.327 Follower

Und der #Hashtag für dieses Experiment ist #Kikimatic. Alle automatischen Einträge werden damit verschlagwortet.

Kiki hört das neue U2 Album “Songs Of Innocence”

  • Veröffentlicht am 16th September 2014,
  • veröffentlicht von

Ich war dabei in den 80ern, als U2 ihren Aufstieg begannen, ein Aufstieg, den sie sich mit tollen Alben, mitreissenden Hymnen und grossartigen Liveshows ernsthaft verdient haben, ganz zu schweigen vom faszinierenden Gitarrespiel von The Edge. Obwohl ich kein Fan war und bin, gibt es eine Menge U2 Lieder, die ich wirklich super fand und finde. Ihr bestes Album ist in meinen Ohren Achtung Baby und auch, wenn das inzwischen über 20 Jahre alt ist, hat es nichts an Dynamik, Spannung und Qualität verloren. Das kann man wirklich nicht von jedem Album aus den späten 80ern/frühen 90ern sagen. Die Alben der letzten Jahre habe ich nicht mehr so verfolgt bzw. nichts daraus im Plattenschrank, wie ich meine Audiothek störrisch auch weiterhin nenne. Sagen wir einfach, ich habe kein Problem mit U2.

Da ich den Apple Gottesdienst den Stream der Apple Keynote mit der Vorstellung der neuen iPhones und der Armbanduhr neulich nicht gesehen habe, bzw. nur ein Testbild, erfuhr ich erst später von dem Geschenk an die Nutzer, das viele als trojanisches Pferd ansehen. Ich kann die Aufregung über dieses Geschenk nicht so recht nachvollziehen, die Band hat einen guten deal mit Apple gemacht und eine alternative Vertriebsstrategie gefunden. Prince, Radiohead und andere haben es vorgemacht und die Musikbranche ist halt nicht mehr das, was sie mal war. Da U2s Tourneen weltweit meist binnen weniger Stunden ausverkauft sind, und das seit Jahrzehnten, war wohl auch für sie nicht abzusehen, was für ein Electrical Storm sich da über ihnen und Apple entladen würde.

Ich habe bei meinen Apple Geräten die Funktionen zum automatischen Download von iCloud Dateien und Updates deaktiviert, aber da zumindest in meiner Filterblase nur über die „Zwangsbeglückung“ gesprochen und geflucht wurde und nirgends über die Musik selbst, lud ich mir das Album kostenlos herunter und beschloss, es mir mal wertneutral anzuhören. Hier meine Kritik in Tweets, in chronologischer Reihenfolge:

Beim Download ist ein Booklet mit den Texten dabei, die ich mehrheitlich als recht flach und nichtssagend empfand, wobei sie sich da meiner Meinung nach aber treu geblieben sind: Textlich fand ich ihre Stücke noch nie überzeugend. Normalerweise höre ich ja gerade Alben gerne mehrfach, da mir beim ersten Hören selten jede Nuance auffällt, aber bei diesem hier fehlt mir echt die Motivation, die Band hat mich dieses Mal überhaupt nicht überzeugt. Falls es Euch anders geht oder ging und Ihr Tracks auf dem neuen Album gefunden habt, die unbedingt eine zweite Chance verdient haben, würde ich mich über entsprechende Kommentare freuen. An reinem Apple- oder U2-Bashing jedoch habe ich kein Interesse.

(Im Anschluss habe ich dann noch einmal Achtung Baby aufgelegt und The Fly mit voller Lautstärke abgespielt. Tolles Album, geiler Song.)

Lieblingstweets im September (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 14th September 2014,
  • veröffentlicht von

Die Lieblingstweets der anderen Lieblingsweeties gibt’s sicher bald wie immer bei Anne.

Die Lieblingstweets im August, Teil 2

  • Veröffentlicht am 31st August 2014,
  • veröffentlicht von

Teil 1 findet sich hier und alle anderen Lieblingstweets der Lieblingstweeties wie immer bei Anne.

Trittbrettfahrer bei der #IceBucketChallenge

  • Veröffentlicht am 26th August 2014,
  • veröffentlicht von

Was mich schockiert: Die offen zur Schau gestellte blanke Missgunst, die viele Leute zum Ausdruck bringen, wenn es um die Ice Bucket Challenge geht. Da ist eine Krankheit ohne Lobby, die Pharmaindustrie sieht keinen Anlass zur hektischen Forschung, da kein nennenswerter Markt. Die meisten Leute kennen niemanden mit dieser Krankheit, ALS sagt erst mal fast niemandem etwas („Ist das nicht das mit den Zappelphilipps?“), Lou Gehrig’s Disease sagt hierzulande noch weniger Leuten etwas.

Nun kommt durch einen Betroffenen der Stein ins Rollen und das Ding mit dem Eiswassereimer wird viral, ganz ohne Werbegelder und PRoleten. Privatpersonen und Promis beteiligen sich, mal lustig, mal ernsthaft, mal weil sie Betroffene kennen, mal stilvoll, mal peinlich, mal unerwartet, mal rührend. (Meine persönlichen Favoriten unter den Teilnehmervideos sind John Mayer, Dame Judi Dench, Charlie Sheen und die Wahlberg Familie.)
Dann stellt sich heraus, die Stiftung nimmt erstmals nicht nur Beträge ein, mit denen man zur Abwechslung mal echte Arbeitsergebnisse erreichen kann, sondern die Leute da draussen verstehen endlich auch, worum es geht. Wer es nicht weiss, guck sich vielleicht das zunächst albern startende und dann hart zu Ende anzusehende Video dieses jungen Betroffenen an.

Wir first movers and shakers hier alle wissen: die 15 Minuten Ruhm im Social Web dauern mehr so 15 Sekunden. Und dennoch ist selbst das für einige unter uns zu lang: Kann man nicht mal was spenden, ohne groß die Klappe drüber aufzureissen oder sich lächerlich zu machen? Antwort: Nein. Das heisst: Ja, klar, aber bringt halt nix, wie man die letzten Jahrzehnte bei der ALS Stiftung gesehen hat. (Herm hat das übrigens schön beschrieben hier.) Kann man nicht lieber was für die Flüchtlinge/für Kinderhospize/für Depressionskranke, für [hier beliebige Charityinstitution einsetzen] spenden, die brauchen es doch genauso dringend oder viel dringender!!1

Klar könnt Ihr das. Aber ohne den #IceBucketChallenge Hashtag und ohne den Eimer Eiswasser überm Kopf bitte. Den haben sich die ALS-Betroffenen wohl redlich verdient und erarbeitet. Hört auf mit dem Trittbrettfahren. Denkt Euch bitte was neues aus, etwas eigenes. Was kreatives. Oder spendet im Stillen, ohne rumzuhupen, daß Ihr im Stillen gespendet habt, weil sonst isses nich still, merkter selbst, ne?

Lieblingstweets im August, Teil 1

  • Veröffentlicht am 14th August 2014,
  • veröffentlicht von

Oh, der August ist schon wieder halb um und hier kommt mein Schwung frischer Lieblingstweets, von Euch für Euch:

Die Lieblingstweets im Juli

  • Veröffentlicht am 31st Juli 2014,
  • veröffentlicht von

Der Juli ging wirklich ratzfatz um, oder? Hier meine (bzw. Eure) Highlights, vorab einen vom @svensonsan, der zwar mit Kondom protected twittert, aber freundlicherweise sein placet zu einem Screenshot gab:

Tweet von @svensonsan

Die anderen werden wie immer von Anne Schüssler korrel kuro zusammengetragen.

Neue Folge von „Hamburg unter sich“

  • Veröffentlicht am 4th Juli 2014,
  • veröffentlicht von
Neue Folge von „Hamburg unter sich“

Ach ja, fast hätte ich es vergessen, das auch hier anzuteasern: Es gibt eine neue Folge von Hamburg unter sich, dem Comic mit der schönsten Stadt der Welt: Harley Days.

Ausserdem hat die Seite jetzt auch ihre eigene Facebookseite (die Ihr liken dürft) und ist sogar mit einer Google Plus Seite (die Ihr einkreisen dürft) vertreten. Es gibt also – neben dem Blog hier und dem Newsletter, den Ihr abonnieren könnt, und meinem Twitter-Account jetzt weitere Kanäle, über die Ihr auf dem Laufenden bleiben könnt.

Die Lieblingstweets im Juni (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 29th Juni 2014,
  • veröffentlicht von

Demnächst dann die WM-Tweets Extraausgabe und die Lieblinge der anderen findet Ihr sicher wieder bei Anne.

Und einen noch als Nachtrag:

Svensonsan Tweet

Lieblingstweets im Juni (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 16th Juni 2014,
  • veröffentlicht von

(mehr …)

25 Crowdfundingkampagnen, bei denen man für 60€ oder weniger dabei sein kann

  • Veröffentlicht am 6th Juni 2014,
  • veröffentlicht von

Der eine oder die andere hier wird ja vielleicht schon etwas davon gehört haben: Crowdfunding ist gerade ein beliebtes Thema. Was ist Crowdfunding? Dabei bildet die Menge (engl. the crowd) das Investorenteam, um ein innovatives Produkt an den Produktionsstart zu bringen, also vorzufinanzieren (engl: to fund) und das in einem definierten Zeitrahmen, meist etwa 30 Tagen. Da es viele tolle Menschen auf diesem Planeten gibt, die auf vielen tollen Crowdfundingplattformen um die Finanzierung vieler toller Projektideen buhlen, die Summe pro Person aber überschaubar bleiben soll, gibt es häufig bei klugen Projektinitiatorinnen und -initiatoren gestaffelte Beteiligungsoptionen. Nicht selten ist man schon mit 1 $ oder € dabei. Die entsprechenden Belohnungen bzw. der entsprechende Gegenwert ist dann natürlich entsprechend ebenfalls gestaffelt. Wer nur 1 $ investiert, bekommt dann auch nur ein herzliches Dankeschön und eine namentliche Nennung auf der Projektwebsite, wohingegen diejenigen, die begsietert 1.000 $ in die Hand genommen haben, am Ende das Produkt mit persönlicher Widmung, ein Meet & Greet mit dem Team und andere Goodies bekommen – sozusagen die grosse Hafenrundfahrt.
(mehr …)

Digitaler Hausputz

  • Veröffentlicht am 2nd Juni 2014,
  • veröffentlicht von

Vorab: Dieser Beitrag steht zur Zeit auch noch an meiner Facebookwand. Da ich dort regelmässig alle paar Tage „die Tafel putze“, kopiere ich den Text hierher ins Blog um ggf. später noch einmal darauf verlinken zu können.

So, ich bin jetzt mal die Freundesliste durchgegangen und habe mich von ca. 50 Freunden hier getrennt. (mehr …)

Lieblingstweets im Mai (II)

  • Veröffentlicht am 30th Mai 2014,
  • veröffentlicht von


(mehr …)

Lieblingstweets im Mai (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 16th Mai 2014,
  • veröffentlicht von


(mehr …)

Dinge beim Namen nennen

  • Veröffentlicht am 6th Mai 2014,
  • veröffentlicht von
Dinge beim Namen nennen

Ich bin auch dieses Jahr – arbeitsbedingt, nicht aus Prinzip – wieder nicht auf der re:publica und obwohl ich es einerseits bedaure und gerne viele Menschen meiner digitalen Sphäre (wieder)getroffen hätte, glaube ich, der Blick für das Event wird schärfer, je weiter man davon entfernt ist. Die Stunde zwischen halb sechs und halb sieben heute Abend hatte ich mir geblockt für den Livestream von Sascha Lobos jährlichem Starterrant und kurz vor Beginn twitterte ich:

Nun weiß ich natürlich nicht, ob Sascha tatsächlich filmreif einsam in der Herrentoilette vor dem Spiegel stand, das Gesicht mit Wasser benetzte und eine Handvoll Aspirin einwarf um den ungewaschenen Massen wie jedes Jahr (vergeblich) die Leviten zu lesen. Kann sein, er verträgt kein Aspirin und nimmt lieber Dextro-Energen. Oder einen Schluck Fanta-Korn, wer weiß. Aber er kam raus und trat uns in den Arsch, wie jedes Jahr. Unterhaltsam, wie jedes Jahr. Vergebens, wie …

Nun, das haben wir in der Hand. (mehr …)

Best of Twitter im April

  • Veröffentlicht am 30th April 2014,
  • veröffentlicht von

Lieblingstweets Oktober/November

  • Veröffentlicht am 19th November 2013,
  • veröffentlicht von

Irgendwie ist mir im letzten Monat die zweite Hälfte der Lieblingstweets vom Schirm gerutscht und die erste Hälfte des Novembers auch. ts Also jetzt, komplett spontan und zwischendurch, nur für Euch von Euch:

 

 

(mehr …)

Die Lieblingstweets im September (Teil 1/2)

  • Veröffentlicht am 13th September 2013,
  • veröffentlicht von

 

 

(mehr …)

Die Twitterlieblinge im Juli (2/2)

  • Veröffentlicht am 31st Juli 2013,
  • veröffentlicht von

Teil 1 findet sich hier und der Rest sicher bald wieder wie immer vollumfänglich bei Anne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lieblingstweets im Juli, Teil 1

  • Veröffentlicht am 15th Juli 2013,
  • veröffentlicht von

Die Twitterlieblinge im Juni (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 1st Juli 2013,
  • veröffentlicht von

Teil 1 ist hier und der Rest bestimmt bald wie immer bei Anne (nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub).

Nichts bringt mich so zuverlässig zum Niesen, wie frisch aufgetragene Wimperntusche. Was würde Chuck Norris tun?

— syndikatze (@syndikatze) June 18, 2013

 

Versehentlich der Nachbarin einen wunderschönen Morgen gewünscht. Entweder bin ich noch nicht ganz wach oder es geht zu Ende mit mir. — Monströös (@Wirreszeug) June 18, 2013

 

Ich google ja nur mit Altavista. — Tina Pickhardt (@PickiHH) June 18, 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

  • Veröffentlicht am 19th Juni 2013,
  • veröffentlicht von
Schamlose Eigenwerbung für Shirts & Gedöns

Superhelden trinken nicht alleine

Der eine hat es schon gesehen, die andere hat sogar schon etwas bestellt – ich biete jetzt einige, ausgewählte Motive auch auf Shirts & Gedöns via Spreadshirt an, das heisst: schneller Versand, sicherer Einkauf, bewährte Qualität. Der Shop ist hier auf e13 über ein Plugin eingebunden, aber Ihr könnt natürlich auch direkt die Spreadshirt-URL bookmarken: http://e13stuff.spreadshirt.de. Drucke, Poster, Grußkarten etc. gibt es nach wie vor via Society6 (USA) oder Artflakes (Deutschland).

Die ersten Motive entstammen der Superhelden Serie und es gibt diesen superschnuffigen Hund, über den ich ich hier mehr erzählt habe.

Und da am Freitag, den 21. Juni „Tag des T-Shirts“ ist, könnt Ihr dann alle versandkostenfrei dort bestellen. Ist das toll? Ich zähle auf Euch!

Die Lieblingstweets im Juni (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2013,
  • veröffentlicht von

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Wenn ich nachts aufwache und twittere:)

 

 

 

Mein Besuch auf der TED X Hamburg 2013

  • Veröffentlicht am 5th Juni 2013,
  • veröffentlicht von

Gestern fand die TED X Hamburg 2013 in der Laeiszhalle statt, das Thema war „City 2.0“ – wie wollen wir leben, wie sehen unsere Städte der Zukunft aus und was sollten wir tun bzw. was geschieht, damit wir dort ankommen?

TED steht für Technology – Entertainment – Design und diese Konferenz gibt es seit den 80ern in New York. Das X dahinter für die Open Source Variante und die local events weltweit („the x marks the spot“ wie das im Krimi heissen würde).

Ich hatte sehr spät erst von dem Event vor meiner Haustür erfahren; netterweise bekam ich über den akkreditierten Blogger Maximilian noch eine Karte. Angeblich gab es sogar Plakate in der Stadt; der Moderator sprach jedenfalls später davon, daß ein Museum bereits angefragt habe, ob es das Plakat in die Sammlung aufnehmen dürfe. Ich hatte kein Plakat gesehen und auch sonst scheint mir die Kommunikation dieser Konferenz sehr sparsam verlaufen zu sein. Das Feedback der Leute vor Ort bestätigte meinen Eindruck und ein befreundeter Blogger meinte, es sei schon seltsam – in anderen Städten käme man für Geld und gute Worte nicht auf TED Events und bei uns konnte man sogar Tickets kaufen. Diese wurde sicherlich nicht alle verkauft (obzwar der kleine Saal der Musikhalle gut gefüllt war), was bei 119€/Stück auch nicht verwunderlich ist. Doch dazu später mehr.
Maximilian stand schon vor der Tür, zusammen mit dem Eimerchen und bald stiess auch Isabel zu uns, die sich trotz der gemeinsamen Autorenlesung mit Maximilian am Vorabend zu nachtschlafender Stunde aus dem Bett gequält hatte und tapfer in die Hamburger SommerSonne blinzelte.

Robert Neuwirth: „D.I.Y. City“

Der erste Sprecher war der New Yorker Autor und Aktivist Robert Neuwirth, und sein Thema war „D.I.Y. City“, also die do-it-yourself Stadt. Da ging es weniger ums Bäume umstricken und Graffitos als um die weltweite (Zurück)Eroberung der Städte durch die Menschen, und zwar die Menschen ganz unten. Menschen, die sich selbst ihre Häuser und Städte bauen, z.B. in Afrika und Asien (aber nicht nur!) und ihre Märkte selbst finden und bedienen, z.B. mit piratierten Handys und Markenkleidung.
Piraten zapfen Stromleitungen an und versorgen so ihre Slums z.B. mit der Möglichkeit, Wasser zu pumpen – das bedeutet, weniger potentiell tödliche Epidemien und Krankheiten durch Keime und Fäkalien. „Wenn Sie einen Besitz in Form von Bargeld, Immobilie, Auto oder anderen Dingen in Höhe von 2.138 US $ bzw. 1.652 € oder mehr sind, herzlichen Glückwunsch: Sie gehören zu den reichsten 50% der Menschen auf diesem Planeten.“ Puh.

Neuwirth fuhr fort und plauderte aus dem Nähkästchen, warum (Marken)piraterie eine gute Sache sei, z.B. bei Handys – es werden mit gefälschten Nokia Handys Menschen miteinander verbunden, die sich andernfalls kein solches Kommunikationsmittel leisten könnten. Gleichzeitig verbessern die Piraten (aus China) die Originale, so wurden beispielsweise „Nokia“ Handys verkauft, die zwei oder drei SIM-Karten aufnehmen können, weil in Afrika alle paar Kilometer ein anderes Netz existiert und man so nicht länger drei Handys mit sich herumschleppen musste. Nokia sah dies und hat reagiert: inzwischen bieten sie selbst solche Handys and (und haben den Preis auf wettbewerbsfähige 19 Dollar pro Teil reduziert).

Er erzählte auch, daß beispielsweise ein Manager eines großen, internationalen Sportswearunternehmens sagte, die Piraten seien grundsätzlich sehr wichtig für die Branche, und zwar als Marktforscher – was nicht piratiert wird, kann schon als Flop angesehen werden. (Aus meinen Erfahrungen in Film- und Musikindustrie kann ich die ähnliche Denkweise bestätigen – ein Film, der nicht vor Start in einer Tauschbörse in großen Stückzahlen heruntergeladen wurde, wird vermutlich ein Flop. Studios setzen auf diese Art von MaFo inzwischen mehr als auf klassische Screenings.)

Mehr dazu in Neuwirths Blog Squattercity und seinen Büchern „Shadow Cities: A Billion Squatters, A New Urban World“ und „Stealth of Nations: The Global Rise of the Informal Economy“. Er twittert unter @RobertNeuwirth. Das Video seines Vortrags werde ich hier einbinden, sobald es verfügbar ist.

Ein Redner fiel krankheitsbedingt aus, dafür wurde nun ein Talk aus der Konserve gezeigt; Kent Larson sprach auf der TED X Boston 2012 über Responsive Cities und das war definitiv sehenswert. Das Video findet sich hier.

Raul Krauthausen: „The Accessible City – How to Increase the Usability of Our Cities for EVERYONE“

Der nächste Redner war Raul Krauthausen, den ich schon im letzten Jahr auf der re:publica kennenlernen durfte und der erst vor kurzer Zeit u.a. für sein Projekt Wheelmap.org mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde (Anm. d. Red.: endlich mal einer, der es auch verdient hat). Raul stellte nicht nur die „Bundesligatabelle der barrierefreien Städte“ sondern auch Projekte vor, bei denen u.a. Schüler sich in den Rollstuhl setzen um ihre Stadt aus einer anderen Perspektive im wahrsten Sinne zu erfahren und wies darauf hin, daß Architekten und Architekturstudenten von heute entsprechend in Sachen Barrierefreiheit geschult werden müssen, wenn ihre Werke nicht noch in Jahrhunderten so behindernd sein wollen wie die schöne Laeiszhalle, in der wir uns gerade befanden (von Haller/Meerwein zwischen 1904 und 1908 im neobarocken Stil erbaut).

Was mich jedoch am meisten erschütterte: Sein zu Wheelmap gehörendes Projekt Tausendundeine Rampe hat bislang zu nur 50 gespendeten Rampen geführt und das nächste bescheidene Ziel sind 1000 gespendete Rampen. Mit einer solchen Rampe kann ein ansonsten barrierfreies Restaurant oder Geschäft dann wirklich für alle betret- bzw. befahrbahr werden und eine solche Rampe kostet 100 €. Es ist mir völlig schleierhaft, warum sich für solch einen Portokassenbetrag noch kein Unternehmen gefunden hat, Deutschland mal eben flächendeckend mit diesen steuerlich absetzbaren Rampen auszustatten und dabei etwas fürs Unternehmenskarma zu tun. Die meisten Betriebsausflüge und Weihnachtsfeiern jeder Versicherung kosten doch schon mehr als dafür benötigt würde! Und mir kamen wieder die 119,- € in den Sinn, den diese Veranstaltung für Besucher regulär kosten sollte.

Raul bloggt unter raul.de, twittert als RAULde und wer eine Rampe spenden möchte, kann das hier tun: Tausendundeine Rampe (I’m looking at you, Daimler, Lufthansa, Audi, Deutsche Bahn, Vodafone, Telekom etc. – Konzerne, die sich das Thema Mobilität auf die eine oder andere Art auf die Fahnen geschrieben haben.)

Thomas Hohenacker: „Clevercityparking“

Thomas Hohenacker war der nächste Redner, und bei ihm ging es um cleveres Parken in den Städten. Er stellte einige Zahlen vor, nach denen ein Drittel des täglichen Stadtverkehr für die Suche nach einem Parkplatz draufgehen und zwanzig Minuten pro Suche veranschlagt werden dürfen – das ist eine Menge Lebenszeit, die so sinnlos verplempert wird, von Sprit mal ganz zu schweigen. Seine Firma will den Faktor Glück aus der Gleichung nehmen und mittels technischer Hilfsmittel wie Kameras und Big Data die verfügbaren Parkplätze jederzeit sichtbar machen. Eine App zeigt den Suchenden an, wo freie Parkplätze sind bzw. wo planmässig welche frei werden und das sogar massgeschneidert für die Autogröße – von Smarts bis SUV. Da allerdings die meisten Menschen (in Hamburg angeblich 50-80%) nicht ordentlich für ihre Parkplätze bezahlen, ist das mit der Planung so eine Sache. Mit ihrem Tool käme die Stadt den „Parkdieben“ auf die Schliche.

Ich bin nicht so ganz überzeugt von dem Konzept; zum einen auch deshalb, weil ich nicht finde, daß Parken doppelt bezahlt werden sollte. Als Autofahrer zahlt man ohnehin sehr viel mehr Steuern und die komplett überhöhten Parkgebühren sind legalisierter Straßenraub der Kommunen – umgekehrt wird jedoch so gut wie nichts mehr zum Erhalt oder zur Pflege der Strassen getan. Aber das ist natürlich eine Philosophie, mit der ich allein auf weiter Flur stehe, schon klar. (Nur als Randnotiz: ich habe kein eigenes Auto mehr, nutze Rad, ÖPNV und habe mich gestern am Sponsorenstand auf der TED X Hamburg für Car2Go angemeldet, danke. Kein Bashing erforderlich.)
Zum Anderen hasse ich diese Kameraüberwachung des öfentlichen Raums und es war mir schon bei den Fotos auf seinen Präsentationsfolien unbehaglich.

Hohenacker hat noch keine Website für das Projekt, er selbst ist über XING erreichbar.

Die musikalische Unterbrechung kam vom Improvisationskünstler Roland Satterwhite und hat mir gut gefallen. Bluesklänge auf einer Geige? Ungewohnt. Muss ich nicht dauernd haben, aber das war definitiv keine verschenkte Zeit.

Es folgte die erste Pause, und die war auch dringend nötig, denn der Sauerstoff im Saal war fast zur Neige gegangen. Wir sassen etwas weiter hinten, unter dem Balkon des ersten Rangs und dort war es extrem stickig. Leider wurde das im Laufe des Tages immer schlimmer; später nickte Markus neben mir mehrfach kurz weg und ich hatte erstmals das Gefühl, bald ohnmächtig zu werden. Als die Pause kam, rannten wir folgerichtig hinaus und stürzten an die offenen Fenster im Treppenhaus bzw. gingen hinaus vor die Tür. Dort traf ich – long time no see! – Benjamin, der fleissig fotografierte und dessen Team von viergleicheins.de für die fantastische Live Visualisierung der Veranstaltung per bis kurz vor Konferenzbeginn programmierten Tools flyp.tv verantwortlich zeichnete (wenn ich das richtig verstanden habe).

Nach den TED Richtlinien soll kein Vortrag länger als 18 Minuten dauern und wir hatten nun drei Live- und einen Konservenvortrag hinter uns. (Die Konservenvorträge sind Pflichtvorgabe von TED an die TED X Local Teams.) Alle Vorträge waren zwischen ganz interessant bis sehr inspirierend und verlangten einen hohen Konzentrationsgrad vom Publikum. Alle Vorträge bei TED sind in englischer Sprache und das war für einige sicherlich noch eine weitere Hürde (vor und auf der Bühne). Die Schlagzahl war sehr hoch, das war hier definitiv nicht die re:publica oder die NEXT (ohne diese beiden Konferenzen damit abwerten zu wollen).

Reinier de Graaf: „Foresight in Hindsight“

Nach der Pause ging es weiter mit Reinier de Graafs mir etwas zu hektischen Vortrag „Foresight in Hindsight“ über das Thema Zukunftsprognosen und es gab spannende Einblicke: Natürlich sind viele Prophezeiungen blanker Unfug und haben sich als haltlos herausgestellt; ich habe irgendwann nicht mehr mitbekommen, wie häufig die Welt untergehen oder Christus zurückkommen sollte. Die größte Treffsicherheit haben offenbar noch „(Science) Fiction“-Autoren – Politiker hingegen liegen fast immer daneben. Es mag daran liegen, daß Prophezeiungen ja letztlich auch etwas wie „Fiction“ sind. Auch aufschlussreich: das Verhältnis zwischen Utopien und Dystopien über die letzten Jahrzehnte und zwischen den USA und China.

De Graaf ist Architekt und Partner bei OMA. Ich werde seinen Vortrag inkl. sexistischer Sprüche hier einbinden (wie die anderen auch) wenn das Video verfügbar ist.

David Satterthwaite: „How to Ensure that Aid Really Does Empower Urban Poor Groups“

Es folgte Prof. David Satterthwaite, der sanft aber nachdrücklich und durchaus unterhaltsam davon erzählte, wie man sicherstellt, daß das gespendete Geld auch bei den Bedürftige ankommt und tatsächlich die Empfänger ermächtigt, damit das zu tun, was sie für erforderlich halten. Er erzählte von obdachlosen Frauen in Afrika, die schmale 18.000 US $ für eine Siedlung benötigten, die sie selbst zu bauen gedachten und daß es keine Organisation gab, die ihnen helfen konnte – weil die Organisationen in der Regel vor Ort mit den Regierungen sprechen und den Rest kann man sich denken. Diese Frauen hatte einfach niemand auf dem Schirm. Letztlich konnte das Problem auch aufgrund der Arbeit des IIED gelöst werden und Satterthwaite wurde entsprechend belohnt:

Picki brachte ansonsten auch mein Gefühl zu diesem Vortrag auf den Punkt:

Auftritt der ersten Frau auf der Bühne, die das E für Entertainment mit Leben füllte: Cäthe. Tolle Stimme, gute Performance, es ist halt mühsam so am Vormittag, zumal dank des Sauerstoffmangels alle halbkomatös auf ihren Sitzen hingen.

Genau.

Sam Hill: „Experiencing Cities“

Als nächstes sprach Sam Hill über „Experiencing Cities“ und das war nun der erste Vortrag, bei dem ich wirklich nur dachte ‚och, ja, next please.‘ Hill erzählte von Erfahrungen, die in den Städten für die Besucher der Nachwelt erhalten bleiben sollen, daß Städte große Tagebücher seien und das war vielleicht ganz interessant, aber nicht besonders kohäsiv vorgetragen. Oder aber ich litt schon zu sehr unter Sauerstoffmangel, das kann auch sein. Es endete mit einer gescheiterten Einkaufspassage in ReEading (UK), die sich die Anwohner als Zombiemassaker-Paintballspielplatz zurückerobert haben. Ja gut, äh. Wer’s braucht.

Tusch!

Fabienne Hoelzl: „Upgrade Your Slum“

Die Schweizer Architektin Fabienne Hoelzl erzählte über Slums und daß jeder vierte von uns in der Zukunft (so ab ca. 2030) in einer sog. „informellen Siedlung“ leben wird. Nunja, wie wir ja gerade gelernt hatten, sind Prognosen immer sehr unsicher, besonders wenn sie die Zukunft betreffen. Aber inhaltlich flanschte das natürlich prima an den ersten Vortrag vom Vormittag an und an den von David Satterthwaite. Auch wenn sie leider etwas aufgeregt, leise und schnell sprach, so lohnte es sich sehr, ihr zuzuhören. In „Upgrade your slum“ berichtete sie aus allen schmutzigen Ecken der Erde und besonders aus Afrika und leise aber nicht zu überhören rief sie dazu auf, den Frauen mehr (konkrete) Macht zur Selbsthilfe zu geben, denn: „The Women run Africa“.

Mehr über Fabienne Hoelzl gibt es hier.

Ja, diese Quote ist beschämend, ohne Frage.

Wer noch nicht in Ohnmacht gefallen war, ging nun raus, raus, raus! Und ab zum Lunch. Ich musste mich leider rausziehen, da die Arbeit rief, fuhr nach Hause, arbeitete fleissig und hatte im Hintergrund den Livestream laufen. Darüber bekam ich immerhin noch die letzten Vorträge mit, für deren Beschreibung ich jetzt und hier leider keine Zeit mehr habe, aber ich bin sicher, die Bloggerkolleginnen und -kollegen werden das auffangen.

Ein Fazit:

Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen. Einige Vorträge hätten gerne länger dauern dürfen und wenn ich die vergleichsweise popelig geringen Beträge gehört habe, mit denen man Menschenleben retten, Lebensumstände verbessern kann und dann die unfassbare Liste von Sponsoren, die bitte beklatscht werden wollten in Zusammenhang mit dem Ticketpreis von 119,- € und besagten nötigen Geldern für die genannten Projekte bringe, wird mir schwindelig.

Wie kann es angehen, daß eine solche Veranstaltung ohne großen Bühnenaufwand in einem relativ kleinen Saal für ein paar hundert Leute ein solches Vermögen kostet, daß es dafür sechsundzwanzig (!) Partner bzw. Sponsoren braucht? Was ist denn daran bitte so teuer gewesen? Strom, Licht und Audiotechnik, Miete, Catering – das kann doch nicht angehen! Das WLAN hat auch nicht funktioniert (was ich nicht weiter schlimm fand), aber wofür ist bitte das ganze Geld bei der TED X Hamburg draufgegangen? Ein paar Dutzend Frauen bauen sich in Afrika eine Siedlung für 18.000 Dollar und … Irgendwie fehlt mir da ein Baustein im Gebäude.

Aha.


[social-bio]

Die Twitterlieblinge im Mai, Teil II

  • Veröffentlicht am 31st Mai 2013,
  • veröffentlicht von

Teil I ist hier und Anne hat auch schon wieder welche.

https://twitter.com/HuckHaas/status/337760620348837888

Die Lieblingstweets im Mai, Teil 1

  • Veröffentlicht am 15th Mai 2013,
  • veröffentlicht von

Anne hat auch schon wieder welche.

Die Lieblingstweets im April, Teil II

  • Veröffentlicht am 2nd Mai 2013,
  • veröffentlicht von

Teil I findet sich hier, die Lieblinge der Lieblinge wie immer bei Liebling Anne.

Die Twitterlieblinge im April, Teil 1

  • Veröffentlicht am 17th April 2013,
  • veröffentlicht von

Damit das hier nicht wieder am Ende des Monats so in Hektik ausartet, kommt hier mal wieder die Halbzeitzusammenfassung:

Und Anne hat auch schon wieder welche.

Die Lieblingstweets im März

  • Veröffentlicht am 1st April 2013,
  • veröffentlicht von

Und die Lieblinge der Anderen gibt’s wie immer bei Anne.

Die Lieblingstweets im Januar (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 31st Januar 2013,
  • veröffentlicht von
Die Lieblingstweets im Januar (Teil 2)

Der Januar war sehr ergiebig; Teil 1 findet Ihr hier und die Lieblingtweets der anderen wie immer gesammelt bei Anne.

 

 

Und natürlich die Best Of der #aufschrei Debatte:

Hört auf damit!

  • Veröffentlicht am 25th Januar 2013,
  • veröffentlicht von

Update: Ich habe die Kommentare nach einigen widerlichen Beiträgen geschlossen. Und ein rundes Dutzend widerlicher anonymer bzw. fake-Absender emails gelöscht.

„You shoot off a guy’s head with his pants down, believe me, Texas ain’t the place you want to get caught.“ – Louise Sawyer

Aktuell geht ein Aufschrei durch Twitter und Blogs. Wir haben die Nase voll von Sexismus. Wer sich die Tweets mit dem Hashtag #Aufschrei durchliest, bekommt eine ungefähre Ahnung davon, wie es um unsere Gesellschaft hier und heute im 21. Jahrhundert bestellt ist. Little Jamie hat das hier mal sehr schön zusammengefasst. Frauen und Mädchen gelten nach wie vor nichts. Sie werden täglich angegriffen, wenn sie Glück haben nur verbal – von Kollegen, Vorgesetzten, Bekannten, Nachbarn, Familienangehörigen, Wildfremden. Auf der Straße, am Telefon, im Büro, zuhause, im Internet. Ich habe ein Forum, in dem ich jahrelang sehr gerne aktiv war, hauptsächlich deswegen verlassen weil die sexistischen Beiträge dort in der Frequenz drastisch zunahmen. Die Betreiber hielten sich wie immer desinteressiert raus und die Moderatoren hatten keine Machtbefugnisse bzw. kein Interesse. Schöne Grüße, einige meiner Leser wissen, welches Forum gemeint ist, und natürlich werden sie ungläubig lachend abwinken, meinen, daß ich mich anstelle, vermutlich meine Tage hätte, daß ja alles halb so wild sei, alles nur Spaß. Well, fuck you too.

Mädchen wird beigebracht, daß Jungs eben so sind und man besser den Kopf senkt, sich wegduckt, dem Stress aus dem Weg geht, drüber lacht, es abperlen lässt, sich keine aufreizenden Klamotten anzieht, keine kurzen Röcke, keine tiefen Ausschnitte, denn die suggerieren den Männern, dass Frauen es doch wollen, daß sie alle Schlampen sind, daß sie selber Schuld haben „wenn etwas passiert“. Dabei ist es da schon längst passiert: Frauen werden misstrauisch, manche ängstlich, manche machen sich unsichtbar. Manche tragen einen Ehering, obwohl sie gar nicht verheiratet sind, damit sie weniger belästigt werden. Wenn sie sich wehren, müssen sie sich mit Glück nur Beleidigungen anhören, mit etwas weniger Glück Drohungen und mit richtig Pech endet es tragisch, in einer Vergewaltigung oder gar tödlich. Frauen, die laut und deutlich „nein!“ sagen, müssen sich fragen lassen ob sie frigide sind, ob sie lesbisch sind, ob sie verheiratet sind oder gerade ihre Tage haben – das eigene Ego des Angreifers ist so riesig aufgeblasen, daß kein Platz ist für den Gedanken, er selbst sei vielleicht einfach nur ein jämmerliches Stück Scheiße und wenig attraktiv für 99,2% aller Frauen, die er auf diese Weise anmacht.

Vor Gericht landen die wenigsten Fälle, da Frau sich nicht traut, nichts beweisen kann, das Trauma nicht noch einmal durchleben will, das alles nur ganz schnell vergessen will, sie ja vielleicht doch ein zu aufreizendes Kleid, einen zu kecken Gang gehabt hat, zu spät abends im falschen Viertel unterwegs war, alleine U-Bahn gefahren ist. Was sollen die Nachbarn oder Familie sagen? Lieber schweigen. War es ein Täter mit Migrationshintergrund, gar ein Schwarzer oder Moslem, darf Frau sich schon gar nicht wundern, die sind ja alle so erzogen, wie die Tiere, die können gar nicht anders, das gehört zu deren Kultur, weissmanja.

„Ein Mann schaut auf den Busen einer Frau neben ihm. […] Dazu ist er da. Muss ich Frauen ihre Anatomie erklären?“ – Timo Rieg, Spiegelkritik.de

Wenn sie sich irgendwann psychisch so stark fühlen, oder nach der – in aller Regel geheim gehaltenen – Therapie soweit sind, daß sie sich zitternd trauen, Anzeige zu erstellen oder die Öffentlichkeit zu informieren, dann müssen sie sich fragen lassen, warum sie nicht eher etwas gesagt hätten. Kann ja dann wohl kaum so schlimm gewesen sein, oder?

Jungs lernen, daß sie mit so ziemlich jeder Verhaltensweise ungestraft davonkommen. Manchen ist es tatsächlich unangenehm, so unter Generalverdacht zu stehen. Andere sind froh, wenn es mal gerade nicht sie selbst trifft, z.B. weil sie schwul sind. Oder haben Angst, für schwul gehalten zu werden, wenn sie den Mund aufmachen und sich für die blöden Weiber einsetzen. Lieber drüber lustig machen, den Charme spielen lassen. Nicht wenige jammern beim Thema dann herum, Männer hätten’s auch nicht leicht und es gäbe genügend Frauen, die Männern auch nur auf den Hintern starren würden, das sei ja wohl dasselbe. Mir kommen die Tränen, Ihr Arschlöcher.

Huch, was ist denn mit mir los, ich rege mich doch sonst nicht so künstlich auf, bin doch sonst so ein vernünftiges Mädchen, mache doch sonst nicht so ein Theater? Warum stelle ich mich denn heute so an?
Nun, nennen wir es eine Neujahrsresolution. 2013 wird das Jahr, in dem ich keinen Bock mehr habe, die sexistische Verhaltensweise meiner Mitmenschen großzügig und um des lieben Friedens Willen zu ignorieren. 2013 ist das Jahr, in dem ich eskaliere.

Seid gewarnt: Hört auf damit!

Die Lieblingstweets im Januar (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 16th Januar 2013,
  • veröffentlicht von
Die Lieblingstweets im Januar (Teil 1)

Und die @giardino Extraausgabe: Da der gute Mann leider protected twittert, kann man die Tweets nicht so einbinden, daß die Links klickbar sind. Aber ich habe den Mordor-Tweet mal mit dem Foto verlinkt … klick macht pruuust! :D

Giardino_5Jan

 

Giardino_7Jan

 

Giardino_14Jan

Giardino_16Jan

Wir Opferkinder

  • Veröffentlicht am 15th Januar 2013,
  • veröffentlicht von

Angeregt durch Maximilians Buchempfehlung hier, überlegte ich letztens, warum ich – bei allem Verständnis für ihre Belange und den historischen Kontext – so ein Problem mit der 68er Generation habe. Die meisten meiner Lehrer waren aus dieser Generation der zwischen 1940 und 1950 geborenen. Und im Gegensatz zu denen, die uns in den Naturwissenschaften oder in Sport unterrichteten, waren die Köpfe der „Schwafelfächer“ Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Erdkunde, Geschichte, Deutsch, Kunst, Politik oder Philosophie sehr darauf aus, uns politisch zu bilden. Und politisch hiess: uns das Thema Nationalsozialismus nahe zu bringen.

In den (damals üblichen) dreizehn Jahren bis zum Abitur habe ich nichts über die Römer, die Ägypter, die Griechen, die Germanen gelernt. Auch nichts über das Mittelalter, die spanischen Eroberer Lateinamerikas, Christoph Columbus oder die Entdeckung Australiens und Ozeaniens. Ich erfuhr nichts über Scott und Amundsen, nichts über Dschingis Khan, nichts über Marco Polo. Dafür standen Bismarck, die Weimarer Republik, die Machtergreifung, die Kriegsjahre 39-45 auf den Lehrplänen der Klassen 6-10. Der Marshall-Plan irgendwann im Vorsemester. Ein Häppchen Kubakrise in der Oberstufe, die hektisch dazwischengeschobene Französische Revolution im 3. Semester –wahrscheinlich, weil man im Abitur sein Thema aus mindestens zwei verschiedenen Epochen wählen können musste. (Ich wählte dann folgerichtig für meine schriftliche Prüfung in Geschichte die Französische Revolution, mehr aus Protest denn aus echtem Interesse.) (mehr …)

Meine Lieblingstweets im Dezember, Teil 2

  • Veröffentlicht am 31st Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Meine Lieblingstweets im Dezember, Teil 2

Teil 1

 

Kommt gut rüber!

Rückblicke und Ausblicke 2012

  • Veröffentlicht am 28th Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Rückblicke und Ausblicke 2012

Letztes Jahr um diese Zeit schrieb ich

Aber dieses Panama ist sehr schön und sehr verwildert und es gehört mir, ich muss es nur wieder in Besitz nehmen, mit all den gewonnenen Erfahrungen, die ich seither gemacht habe. Darauf freue ich mich in 2012.

Und ich bin immer noch dabei, mir Panama zurückzuerobern. Musikalisch war dieses Jahr eine verlorene Zeit; ich habe kaum mal ein Instrument in die Hand genommen. Gebloggt habe ich wieder etwas mehr, glaube ich. Irgendwann im Sommer habe ich damit aufgehört, täglich meine Tweets zu löschen. Gleichzeitig twittere ich weniger als früher; ich werde das in 2013 noch weiter zurückdrehen, genau wie meine Facebook-Aktivitäten (die im Januar bis auf Hinweise zu Blogeinträgen komplett eingefroren werden). Das Blog wird noch mehr zum Dreh- und Angelpunkt meiner Webaktivitäten. Ein neues Theme ist in Arbeit und ich werde diese Seite mit meiner anderen verbinden und umwandeln und auch ein Shop steht am Horizont, für … aber lasst Euch überraschen. (mehr …)

Meine Social Web Aktivitäten 2012/2013

  • Veröffentlicht am 18th Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Meine Social Web Aktivitäten 2012/2013

2012 ist das Jahr, in dem ich mich wieder mehr dem Blog gewidmet und das Social Networking etwas heruntergefahren bzw. komprimiert habe. Und in 2013 werde ich meine Präsenz auf anderen Seiten noch drastischer und noch weiter reduzieren. (mehr …)

Meine Lieblingstweets im November, Teil 2

  • Veröffentlicht am 3rd Dezember 2012,
  • veröffentlicht von
Meine Lieblingstweets im November, Teil 2

Teil 1 findet man hier.

 

(mehr …)

Meine Lieblingstweets im November, Teil 1

  • Veröffentlicht am 15th November 2012,
  • veröffentlicht von

Huch, schon wieder ist der halbe Monat um und es haben sich so viele tolle Tweets angesammelt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Lieblingstweets im Oktober, zweite Halbzeit

  • Veröffentlicht am 31st Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Die Fortsetzung von Teil 1:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Woanders wird auch geliebt:

Anne

Patschbella

Sven (with a twist)

Anke

Das Nuf

 

Radikal sinnlos

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Menschen, die radikale Positionen vertreten, sind mir suspekt. Zum einen glaube ich nicht, daß es zu irgend einem Thema nur schwarz oder weiss gibt, auch wenn sich diese beiden mit Nichtfarben bezeichneten Positionen meist ideal weil müheloser darstellen lassen. Das ist in Zeiten, in denen man von endlosen 15 Minuten Ruhm bzw. Aufmerksamkeit für die eigenen Ergüsse nur noch träumen kann, sehr wichtig: Sag’s plakativ, erklär’s mir als ob ich drei Jahre alt sei und verpacke es in einen Satz, der nicht mehr als 140 Zeichen umfasst. Für Grauschattierungen und Zwischentöne bleibt keine Zeit; zuviel Nachdenken ist nicht gefragt.  (mehr …)

Meine Twitterlieblinge im Oktober, 1. Halbzeit

  • Veröffentlicht am 15th Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Damit das nicht so ein Gedrängel wird wie im September, hier den ersten Schwung Lieblingstweets des Monats. Enjoy!

 

Und, zum gestrigen Spektakel, der Dialog des Tages:

 

 

Twitterlieblinge des Monats September

  • Veröffentlicht am 1st Oktober 2012,
  • veröffentlicht von

Es war ein ergiebiger Monat. Memo to self: Künftig am 15. einen Halbzeitbericht veröffentlichen.

Domino

  • Veröffentlicht am 11th September 2012,
  • veröffentlicht von

Manchmal braucht es gar nicht viel, damit du plötzlich einiges änderst, womit du bis gestern noch total zufrieden warst. Eine kleine Bewegung reicht. Du rutschst mit dem dicken Daumen ab auf dem Touchscreen und öffnest ungewollt das Profil eines Followers, statt auf seinen tweet zu antworten. Und während du ‚ts!‘ mit der Zunge schnalzt und das Fenster wieder zumachen willst, fällt dein Blick auf den Satz „XY is not following you.“

Es dauert eine ganze Weile, bis dieser Satz sich über die Netzhaut in die richtigen Gehirnwindungen fräst und dein erster Gedanke ist lustigerweise die Ergänzung ‚anymore‘. „It should read ‚XY is not following you anymore.‘“ Denn XY ist dir klaglos jahrelang gefolgt. Ihr seid Euch gegenseitig klaglos gegenseitig jahrelang gefolgt, habt Euch gelegentlich retweetet und habt Euch bestens unterhalten. Dachtest du jedenfalls.

Fortan gehst du Punkt für Punkt die Kübler-Ross’sche Liste der Trauerbewältigung durch:

Leugnen – „Twitter spinnt mal wieder. Weiß ja jeder, die schrauben sicher wieder an der API rum und jetzt hat’s halt deinen Lieblingsclient erwischt. #seufz“ Diese Phase hält genau so lange an, bis dir die Twitterwebsite, der Mac client und der client auf dem iPhone dasselbe sagen: ‚XY is not following you‘. Ganz harte Fälle reden sich nun noch ein, XY sei bestimmt nur mit dem Daumen abgerutscht, haha, it happens to the best of us, alles nur ein Missverständnis. Aber irgendwann landen auch sie in der nächsten Phase:

Wut – „WHAT THE FUCK!? WAS GLAUBT ER/SIE WER ER/SIE IST? DER/DIE KANN MICH DOCH NICHT EINFACH SO ENTFOLGEN NACH ALL DEN JAHREN! ICH ENTFOLGE SOFORT ZURÜCK, DANN WIRD ER/SIE SCHON SEHEN, WAS ER/SIE DAVON HAT!!eins11!“ Diese Phase dauert, je nach Grad des Erwachsenseins, ebenfalls nicht sehr lange. (Es ist Twitter, um Himmels Willen. Get a life.)

Schuldgefühle – „Vielleicht habe ich in letzter Zeit wirklich etwas zu viel/etwas zu selten (nichtzutreffendes bitte streichen) getwittert“. Du überlegst, welcher deiner Tweets wohl den Ausschlag bei XY gab, auf ‚entfolgen‘ zu klicken; eine Überlegung, die nicht eben erleichtert wird durch die Tatsache, daß du nicht weisst, wann genau er/sie dich entfolgt hat. Vielleicht ist es ja schon Monate her? Es gibt Tools, die dir das sagen könnten, aber du hast sie natürlich nicht installiert, weil du diese Information ja komplett albern und irrelevant und höchstens für Firmenaccounts interessant findest. Fandest.
Diese Phase dauert etwas länger als die ersten beiden, da sie den Betrachter zwingt, sich selbstkritisch mit den eigenen Verhaltensmustern zu beschäftigen und die eine oder andere nicht von der Hand zu weisende unangenehme Wahrheit ans Licht fördert und geht manchmal fliessend über in die nächste Phase:

Feilschen und betteln – „Ich twittere künftig weniger/mehr/anders/besser (zutreffendes bitte unterstreichen), wenn du mir wieder folgst, ja?“ Diese Phase kenne ich nur aus Erzählungen; mein Selbstwertgefühl ist intakt und ich twittere wie ich bin. Ich werde mich definitiv nicht für jemand anderen ändern; schon gar nicht für jemanden, den ich nur online ‚kenne‘. „Wer nicht will, der hat schon und bye-bye, war schön mit dir“ ist meine Einstellung dazu. Daher kann ich auch nicht viel zur nächsten Phase sagen, der

Depression und Angst – „Das ist das Ende“, „Niemand Neues wird mir je mehr folgen wollen“, „Mein Klout-Score wird in den Keller rauschen“ (das natürlich nur dann, wenn der abgesprungene Follower einen eigenen, höheren Klout-Score als man selbst hat). Es soll tatsächlich Menschen geben, die das denken. Aber am Ende steht auch bei ihnen irgendwann die

Akzeptanz – „Sie ist weg“, „Et is wie et is“, je nun. War schön mit uns, aber nun ist es halt vorbei.

Das Spannende ist, nach Erreichen der Akzeptanzphase kommt die unmittelbare Aufwachphase, jedenfalls kam sie bei mir. Hier manifestieren sich die Erkenntnisse aus der Schuldgefühle-Phase, aber in positiver Hinsicht: „Stimmt, eigentlich sind unsere Interessen in den letzten Jahren ganz schön auseinandergegangen; er/sie/ich twittert/bloggt bzw. twittere/blogge nach wie vor dasselbe bzw. neuerdings über Sachen, die mich/ihn/sie eigentlich (wahrscheinlich) gar nicht interessieren (unzutreffendes bitte streichen). Und darum interessiert bzw. interessiere er/sie/ich sich/mich auch nicht länger für seine/ihre/meine Veröffentlichungen. Ist ja nicht schlimm, wer hat schon jahrelang 1:1 dieselben Interessen?“ Und plötzlich gehst du deinen Feedreader durch und kickst alle Blogs, deren Beiträge dich eigentlich seit Monaten nur noch nerven, obwohl du die Leute dahinter immer noch gut leiden magst. Und du entfolgst Leute, die irgendwie auch nichts mehr twittern, was dich selbst interessiert.

Parallel dazu gehst du erstmals seit langer Zeit aktiv auf die Suche nach neuen Leuten, denen du folgen möchtest. Scheißegal, ob sie dir zurück folgen, darum geht’s gar nicht. Du saugst gierig die neuen Tweets von ungewohnten Avataren auf. Du surfst die Blogrollen deiner Lieblingsblogs ab und dann deren Blogrollen. Ganz schön viele tote Links. Und du öffnest morgens wieder gespannt statt genervt den Feedreader. Erstmals seit Jahren, wie dir scheint. Die Botschaft ‚39 ungelesene Einträge‘ erfüllt dich mit Vorfreude statt dem Gedanken ‚oh Gott, das muss ich jetzt auch noch abarbeiten, ach, was soll’s, einfach alle als gelesen markieren und ich hab’ meine Ruhe‘.

Plötzlich hast du wieder mehr Spaß an diesem social Gedöns. Du willst wieder mehr relevante Sachen bloggen, also, für dich relevante Sachen. Dein Leben hat sich nämlich in den letzten Jahren ganz schön verändert, und das spiegelt dein Blog eigentlich gar nicht wider. Du formulierst im Geiste einige Einträge und fängst an zu schreiben. Du kopierst die Texte aus den angefangenen Blogeinträgen in ein Notizbuch, weil das dann doch irgendwie nicht so recht passen will im Blog. Aus ein paar Notizen werden viele Seiten. Zu lange Texte für ein Blog. Aber nicht zu lang für ein Buch. Du strukturierst Kapitel, denkst über Illustrationen nach, scribbelst Layouts, liest Freunden erste Kapitel vor. Erntest nützliches Feedback und machst weiter. Legst alles erst einmal wieder in die Schublade, weil du plötzlich einen neuen Job anfängst. Und so weiter, und so fort – beständiger Wandel, die einzige Konstante im Leben.

Und das alles nur, weil dein dicker Daumen das falsche Fenster geöffnet hat und enthüllte, daß dir XY nicht mehr folgt. Ein Dominostein nach dem anderen fiel um.

Cool. Und danke, XY.

Für dumm verkauft

  • Veröffentlicht am 4th September 2012,
  • veröffentlicht von

Ich kriege das ja alles nur unmittelbar durch Blogeinträge etc.mit, was da wieder für eine Sau durchs Sommerloch getrieben wird. Ich habe, wie ich schon bei Johnny schrieb, vier Anläufe (via Mediathek) unternommen, mir die ZDF Info Sendung mit ihm und Spitzer anzusehen. Ich hab’s nicht geschafft, mir das Elend zu Ende anzuschauen. Und die Jauch(e)-Sendung habe ich auch nur via Twitter mitgekriegt.

Mir wird übel bei so einer Mischung aus Inkompetenz (zunächst einmal der Moderatorin, die es nicht schafft, diesen blökenden Unsympathen kalt zu stellen, was aber natürlich auch ihr Sendekonzept ad adsurdum führen würde) und aggressiver Selbstdarstellung der Teilnehmer; in diesem Falle Spitzer, der unhöflich jeden anderen Teilnehmer unterbrochen hat bzw. über ihre Einwände hinweggerollt ist. Von seinen Thesen habe ich nichts mitbekommen, weil ich mich nicht anschreien lasse und daher den Stream weggeklickt habe. „Wer schreit, hat keine Argumente, wer schreit, hat unrecht“ haben meine Eltern mir als Kind beigebracht. Das mag nicht in jedem Fall zutreffen, aber hier bin ich mir sehr, sehr sicher, daß dem so ist. Und sollte der Mann tatsächlich valide Argumente haben, dann ist er dennoch dumm (im Sinne von ungeschickt), weil er sich selbst durch sein schlechtes Benehmen disqualifiziert hat, sie mir nahezubringen.

Vielleicht ist der Mensch von Natur aus unzufrieden mit dem, was er hat und neidisch oder wenigstens neugierig auf das, was andere haben. Und wie in der Fabel vom Fuchs und den sauren Trauben macht er das nieder, was er gerne hätte aber nicht haben kann, oder was er einfach nicht versteht. Weniger, um andere davon zu überzeugen, als um sich selbst davon zu überzeugen, daß er das Ding ja gar nicht braucht. Und natürlich braucht er es in den meisten Fällen nicht; wir brauchen bekanntlich überhaupt nur sehr wenig zum Leben. Aber hätten es halt gerne.

Mir geht es inzwischen wie vielen anderen, oft jüngeren FreundInnen, KollegInnen, Followern etc. aus diesem Internet: ich habe keine große Lust mehr, mich anzustrengen den aus-Prinzip-Offline-lebenden zu erklären was sie verpassen, welche Chancen sie sich verbauen, was eigentlich so großartig ist an all dem. Ich bin langsam müde, ein Feuer der Begeisterung entfachen zu wollen wo alle in Asbestklamotten mit verschränkten Armen neben ihren Feuerlöschern stehen. Es ist keine Frage des Alters, der Bildung oder der Herkunft. Es ist eine Frage der Neugierde auf das Leben, wie offen der geistige Horizont ist und die Bereitschaft, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Ja, man kann sich im Internet furchtbar weh tun, man kann beraubt, verleumdet, verarscht werden. Newsflash: all das passiert auch täglich in der Offlinewelt, wie man in Zeitungen lesen und im TV sehen kann. Man kann sich im Internet ausschliesslich in sog. walled gardens wie einstmals AOL und CompuServe und heute Facebook aufhalten und trotzdem ein tolles Leben haben, genau wie man einen fantastischen Cluburlaub in einem all-inclusive-Hotel mit Kinderbetreuung, all-you-can-eat Buffet und Animation haben kann. Vielen Menschen reicht das und sie erleben jedenfalls schon mal deutlich mehr als diejenigen, die gar nicht erst vom Sofa aufstehen. Aber sie verpassen so viel. Es gibt so viel mehr!

Andererseits: wir verpassen alle etwas, jeden Tag. Es gibt einfach zuviel. Wir können niemals alles machen, alles lesen, alles sehen, alles lernen. Selbst die aktivsten, belesensten und am weitesten gereisten unter uns werden, im Ganzen betrachtet, am Ende ihres Lebens nicht sehr viel mehr als an der Oberfläche dessen gekratzt haben, was möglich gewesen wäre. Ich möchte gern segeln lernen, und programmieren, mit dem Motorrad durch Indien fahren und eine eigene Schriftart entwerfen, ich will richtig gut kochen können und herausfinden, wie man World of Warcraft spielt, ich will noch mehr Fremdsprachen lernen und mein Buch endlich veröffentlichen und besser Golf spielen und eine neue Band gründen und noch viel mehr. Ich will mir keine künstlichen Grenzen aufbauen und mir keine bauen lassen. Schon gar nicht von Leuten, die mich anschreien und für dumm verkaufen wollen.

 

 

Zum selben Thema: Wenn die Kinder das Internet nicht hätten

Mein #609060 Rant

  • Veröffentlicht am 4th September 2012,
  • veröffentlicht von

Ich sag’ dann auch noch mal was zum Thema #609060, denn es wurde ja schon alles gesagt, nur von mir noch nicht.

Einige haben im Zusammenhang mit diesem Mem ein Problem mit dem Begriff „normal“. Äh, ja, das sind normale Leute, die da mitmachen, jedenfalls mal rein von der Optik her. Wer jemals den Fuß vor die Tür gesetzt hat und sich in eine U-Bahn oder Fußgängerzone oder sonst in die Öffentlichkeit begeben hat, der müsste das eigentlich festgestellt haben: Menschen sehen nun mal so aus. Es gibt kleine, große, dürre, fette und die irgendwo dazwischen. Es sind nicht die „irgendwo dazwischen“, die normal sind. Es sind alle. Ihr auch. Ich habe viele von Euch bei den letzten re:publicas gesehen. Ihr seid kein Stück dicker oder dünner oder anders. Ihr seid nix besonderes. Oh, natürlich seid Ihr alle etwas besonderes, schon klar. You’re so fucking special. Aber if everyone’s special, nobody is. Denkt mal drüber nach. Get over it. Ihr seid normal. Ja, einige sind deutlich kleiner als ich, deutlich größer, unfassbar viel dünner oder auch unglaublich viel dicker als ich. Haben Schuhgröße 48, einen Riesenbusen oder keinen erkennbaren, eine gigantische Hakennase oder ein grünes und ein braunes Auge. Kombinationen sind möglich. Aber alle zusammen bildet Ihr, bilden wir die Norm.

Einige wollen also statt von normalen lieber von „echten“ Menschen sprechen. Das wiederum finde ich komplett krank. Denn wer sind denn die anderen, die unechten? Etwa die Models? Sind die weniger Mensch als Ihr, nur weil sie meist dünner sind? Sind die unecht? Das hat für mich einen ganz, ganz fiesen, menschenverachtenden Beigeschmack, sorry. Ist ja eine Sache, wenn Ihr denkt, alle Leute in Konfektionsgröße 42 seien verhältnismässig schlank aus Eurer Perspektive. Klar, schlank ist immer relativ. Aber sind sie deswegen nicht echt? Da sind wir dann gefährlich nahe am Sinn und Zweck der Propagandaposter aus Kriegszeiten, wo dem Feind jede Menschlichkeit abgesprochen wurde, damit man sich nicht so den Kopf macht, wenn man ihn tötet. Da waren Japaner plötzlich Ratten oder Affen und Russen plötzlich geifernde Bestien. Nicht echt? Das heisst, man darf sich drüber lustig machen, drauf rumtrampeln, zur Seite wischen.

Ach, und die abgeschnittenen Köpfe auf den Fotos sind jetzt auch nicht ok und ein Zeichen von Diskriminierung? Was für ein, ’tschuldigung, gequirlter Scheiß. Es will halt nicht jeder sein Gesicht im Internet sehen, egal in welchem Zusammenhang. Es ist kein Zufall, daß die meisten Avatare kein Foto des Nutzers zeigen sondern eine Comicfigur, ein Logo, oder das Gesicht höchstens angeschnitten, mit Sonnenbrille verfremdet oder durch eine Mütze unkenntlich genug gemacht. Das ist sicherlich nicht der Fall, weil sich jeder so hässlich findet oder weil diskriminiert werden soll — wo ist denn da bitte die Logik, ich diskriminiere mich selbst und reduziere mich selbst auf meinen Körper, den ich so hässlich finde, daß ich ihn online präsentiere? Es kann auch tausend andere Gründe dafür geben. Sie müssen nicht unbedingt rational sein, und für manchen Selbstdarsteller mag es sicher unbegreiflich erscheinen, aber: nicht jede(r) will das eigene Gesicht in der Zeitung, im TV oder im Web sehen.

Oh, und es ist alles eine riesige rassistische Diskriminierungskampagne, weil nur weisse, dünne, hübsche Frauen unter 50 mitmachen? Yeah, well, dann nehmt Eure Kameras, Ihr dicken, hässlichen Männer über 50, die Ihr „people of color“ seid. (Das ist übrigens mit Abstand der allerdämlichste Neusprech-Ausdruck. Als ob wir nicht alle eine Hautfarbe hätten, oder sind Weiße etwa durchsichtig?) Es ist ein Mem, Jede(r) darf mitmachen, keiner muss. Wenn Ihr Euch bei dieser Kiste unterrepräsentiert fühlt, dann deshalb, weil Ihr es wollt. Niemand hindert Euch daran, mitzumachen.

Ihr seid normal. Get over it. Was Ihr noch seid: #allebekloppt.

Nachtrag: Nachdem einige Kommentatoren offenbar nicht so ganz wissen, worum es hier geht, verlinke ich hier noch mal auf Journelle, die Initiatorin der Aktion. Hier der Ursprungsbeitrag und hier ein Nachklapp mit einer umfangreichen Linksammlung zum Thema. Eine Twittersuche mit dem Hashtag #609060 findet eine Vielzahl von Bildern von normalen Menschen in Oberbekleidung.

Meine Lieblingstweets im August

  • Veröffentlicht am 31st August 2012,
  • veröffentlicht von

http://twitter.com/fholzhauer/status/237850407370629120

http://twitter.com/nutellagangbang/status/237878984019415040

http://twitter.com/nutellagangbang/status/237940886938451968

http://twitter.com/Frau_Elise/status/238206787961114624

http://twitter.com/notquitelikeB/status/238646044186001409

http://twitter.com/function/status/238206797096288256

http://twitter.com/nutellagangbang/status/240002448264146945

http://twitter.com/Curi0us/status/240081365759037442

http://twitter.com/litchi7/status/240108803490709505

http://twitter.com/nachtlos/status/240057579701690368

http://twitter.com/DerWachsame/status/240128891954532352

http://twitter.com/Vergraemer/status/240112911601790976

http://twitter.com/Frau_Elise/status/241288693984415747

http://twitter.com/wortmusik/status/241205242362994688

 

Meine Lieblingstweets im Juli (Teil 2)

  • Veröffentlicht am 2nd August 2012,
  • veröffentlicht von

Teil 1 hatte ich ja neulich schon gepostet; hier kommt der Rest meiner Favoriten des vergangenen Monats:

<blockquote class=”twitter-tweet”><p>Machen Nudeln selbst. Gar nicht so schwer. Bisschen wie Spalthaut vorbereiten.</p>&mdash; ASS 100 (@chirurgenwelpe) <a href=”https://twitter.com/chirurgenwelpe/statuses/224547589083758593″>July 15, 2012</a></blockquote>
<script async src=”//platform.twitter.com/widgets.js” charset=”utf-8″></script>

 

<blockquote class=”twitter-tweet”><p><a href=”https://twitter.com/dentaku”>@dentaku</a> Jein. Ich finde das praktisch auf Zugreisen. Aber ich fahre superselten Zug. &lt;g&gt;</p>&mdash; Kiki (@e13Kiki) <a href=”https://twitter.com/e13Kiki/statuses/224755977805774851″>July 16, 2012</a></blockquote>
<script async src=”//platform.twitter.com/widgets.js” charset=”utf-8″></script>

 

<blockquote class=”twitter-tweet”><p>Mein Schweinehund kann schon &quot;Sitz&quot; und &quot;Platz&quot;.</p>&mdash; superkatinka (@diekathrin) <a href=”https://twitter.com/diekathrin/statuses/224908937298849792″>July 16, 2012</a></blockquote>
<script async src=”//platform.twitter.com/widgets.js” charset=”utf-8″></script>

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/4thWall_Kat/status/224917526545571841"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/idiot/status/225182201724153858"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/taphi/status/225496507338592256"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Vergraemer/status/225541766412107778"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/formschub/status/225722426598768640"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/hubertsrevier/status/225954203196071937"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/jazcblu/status/226419080318578688"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Propinja/status/227473954766483456"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/miesmuffel/status/227521023313068032"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/sebaso/status/227813724222803968"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/mey_cat/status/227792276859023360"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/tristessedeluxe/status/227814123902205952"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/function/status/229866344626135041"]

 

Die Highlights der Anderen:

Journelle

Don Dahlmann

Jawl

Anke Gröner

Kaltmamsell

 

 

Meine Lieblingstweets im Juli (Teil 1)

  • Veröffentlicht am 14th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Damit das hier am Monatsende nicht wieder in Streß ausartet, gibt es heute schon mal die schönsten Tweets der ersten Monatshälfte:

Sozusagen zur Ergänzung des vorherigen Beitrags geht es los mit dieser Perle:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/rock_galore/status/220439914045652992"]

 

Ich hab’s ja auch nie verstanden (und ja, ich saß natürlich in der letzten Reihe des Physiksaals):

[blackbirdpie url="https://twitter.com/kla4spieler/status/220465445965283329"]

 

Großstadtrevier hin oder her, aber niemand kommt an gegen Sven Rambo:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/svensonsan/status/220469194519625728"]

 

Wenn es doch so einfach ginge … #seufz:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/UteWeber/status/221132765914075136"]

 

Awwww:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/miesmuffel/status/221989654549893121"]

 

Das komische ist:das geht mir genauso. Sind wir bekloppt?

[blackbirdpie url="https://twitter.com/ohaimareiki/status/222278468803629057"]

 

Ouch. Ich empfehle für sowas ja #irgendwasmitWhisky:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/chirurgenwelpe/status/222737526916513793"]

 

Die Parallelen sind unverkennbar. (Vielleicht liegt hierin der Schlüssel zum Premiumwetter?)

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Navoou/status/222950943623360513"]

 

FFFFFUMPPPPP!

[blackbirdpie url="https://twitter.com/GebbiGibson/status/222970461670215680"]

 

Wie die Karnick… nee, Moment:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/eigenart/status/223045632678563840"]

 

Wer kennt das nicht?

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Schlachtzeile/status/223140685832912897"]

 

Ich möchte jetzt wirklich bitte dringend dieses Premiumwetter!

[blackbirdpie url="https://twitter.com/maatc/status/223429117641621504"]

 

Erst Physik, dann Mathe – hoffentlich nicht auch noch Bio!

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Godehard/status/223670933565620225"]

 

Das geht mir ja eher bei Barbra so, muss ich zugeben („Lohohohove … ageless and evergreeeeen …“ – die schönste Version davon gibt’s hier, leider nur mit Proxy, aber lohnt sich):

[blackbirdpie url="https://twitter.com/HilliKnixibix/status/223844446872150017"]

 

Aber es ist ja Wochenende und wir sind alle offline und ausgeruht:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/moeffju/status/224178873913450497"]

30 Days Drawing Challenge

  • Veröffentlicht am 9th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Über verschlungene Pfade (Pinterest, Facebook, tumblr, blogs) bin ich auf diese nette Herausforderung gestoßen, die das Sommerloch vielleicht ein wenig spannender macht:

30 day drawing challenge!

1. Yourself or your persona.
2. Someone you like (celebrity, significant other, or crush)
3. One, some, or all of your friends.
4. An animal you think is really cute.
5. Your favourite outfit.
6. Something you’ve never drawn before.
7. Your family or a family member.
8. Something with your favourite colour.
9. Your favourite cartoon/anime character.
10. Something you couldn’t live without.
11. Your favourite food.
12. An inanimate object.
13. A group picture.
14. Your favourite book character.
15. Someone from your favourite board or video game.
16. Something that represents your favourite song.
17. Your favourite holiday.
18. A couple (any two people).
19. Something you’re afraid of.
20. A comic.
21. Something you don’t like.
22. Your favourite season.
23. Something that makes you happy.
24. Something that represents your favourite culture/country/language.
25. Someone or something from mythology.
26. Your favourite sweet food/candy/etc.
27. Your favourite scene from a movie.
28. A room.
29. Your favourite weather.
30. Something you’d like to share with your followers or friends.

Ich zeichne zwar jeden Tag (d’oh!), aber habe aktuell gerade ein kleines Motivationstief … da kommt so eine strenge Themenvorgabe gerade recht.
Mal schauen, Tag 1 ist ja eigentlich schon fertig (siehe oben rechts), da mache ich dann morgen gleich mal mit Tag 2 weiter. Macht jemand mit?

Meine Lieblingstweets – EM 2012 Special

  • Veröffentlicht am 5th Juli 2012,
  • veröffentlicht von

Mit etwas Verspätung kommt hier die „Best of EM 2012“-Edition meiner Lieblingstweets.

[blackbirdpie url="https://twitter.com/gallenbitter/status/210577714237800448"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Sebgoet/status/211719139146997760"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/RobKH/status/212225701523365889"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/jotpede/status/212640098209116160"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/peterbreuer/status/213369551587508226"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/henningrucks/status/215893332235268096"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/prunio/status/215893441605931008"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/oOtrinityOo/status/216270963581530112"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Einstueckkaese/status/216622179113111554"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/numberfivealive/status/216985590086901760"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/RC_KH/status/218064485909409792"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/hubertsrevier/status/218096329484795904"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Propinja/status/218440098184826880"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/oOtrinityOo/status/216272786279235585"]

 

Und die allerschönsten Tweets der EM kommen aus gänzlich unvermuteter Ecke:

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/germanpsycho/status/212567097602093056"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/germanpsycho/status/212567382735060993"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/germanpsycho/status/212567421683372033"]

 

Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

  • Veröffentlicht am 15th Juni 2012,
  • veröffentlicht von
Warum das Leistungsschutzrecht eine gesellschaftliche Katastrophe ist

Der Entwurf zum geplanten Leistungsschutzrecht liegt jetzt vor und es ist so schlimm wie bzw. schlimmer als befürchtet. Das Zitatrecht wird de facto außer Kraft gesetzt, man wird nicht einmal mehr Überschriften der Artikel verlinken und zitieren dürfen, wer kommerziell agiert bestimmen die Verlage und der Blogger, Twitter- oder Facebooknutzer hat im Zweifel die Beweispflicht, daß er es nicht tut. Dem grassierenden Abmahnwahnsinn wird eine weitere Tür aufgestoßen und entsprechend spezialisierte Kanzleien müssen glauben, Weihnachten sei in diesem Jahr vorverlegt worden.

Die erste, vielleicht instinktive Reaktion vieler Blogger und „always online“ Social Media Nutzer, also denjenigen, die von Politik und Medien gerne als „Netzgemeinde“ subsumiert werden, ist eine Mischung aus Gehässigkeit und Schadenfreude: Ja gut, dann verlinken wir halt alle nicht mehr auf diese Presseangebote, zitieren nicht mehr, beten, daß Google und Bing ihre Seiten aus dem Index werfen und beobachten genüsslich, wie die Verleger spätestens zu Weihnachten heulend auf Knien angerutscht kommen und alles wieder rückgängig machen wollen, weil ihnen Traffic und Einnahmen weggebrochen sind und sie ihre Läden de facto zumachen können. Auch die Meinung von Ralf Schwartz geht in diese Richtung:

Der deutschen Blogosphäre kann nichts Besseres passieren als das neue Leistungsschutzrecht. Hut ab vor den Verlagen und der Politik, die uns endlich zwingen, wenn wir es schon nicht freiwillig tun, innovativ, relevant, distinktiv und einzigartig zu werden.

Ich gestehe, dies ist auch meine erste Reaktion gewesen: Leistungsschutzrecht? Cool, wir schützen das Netz vor den „Leistungen“ der Verleger und ignorieren ihre Ergüsse. Das denke ich ja jedes Mal, wenn wieder mal automatisiert irgendwelche Falschmeldungen von dpa & Co. in drölftausend redaktioneller Content Management Systeme einlaufen und dann strahlend die Blödheit und Inkompetenz der Redakteure demonstrieren, die sich nicht entblöden im Zusammenhang mit ihren Erzeugnissen immer noch von Qualitätsjournalismus zu faseln. Aber das ist zu kurz gedacht.

Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln.

Die staksigen und hilflosen Gehversuche der etablierten Medien im Social Web lassen uns entweder mitleidig grinsen oder hämisch lachen. Erst Mittwoch Abend gab es wieder Grund zum fremdschämen, als im ZDF Oliver Kahn unter großem Tanderadei seinen ersten Tweet abließ:

„Wie platt ist das denn?“ entfuhr es unwillkürlich der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, die damit wohl nicht nur meinen ersten Gedanken dazu laut aussprach. Aber das gefühlte gleichzeitige vor-die Stirn-patschen tausender Twitternutzer vor dem Fernseher konnte nicht übertönen, daß wir unsere Hausaufgaben nach wie vor nicht gemacht haben. Wir müssen die Offliner zu uns ins Boot holen, dürfen sie nicht auf dem Trockenen zurücklassen. Und das klappt besser, wenn man sich nicht über sie lustig macht sondern ihnen hilft und die Hand reicht. Sascha Lobo sprach es auf der re:publica an: Es ist unsere verdammte Pflicht, den rund 30% offline lebender Menschen unserer Gesellschaft die nötige Medienkompetenz zu vermitteln. Und daß man mit Honig mehr Fliegen fängt als mit Essig, das sollte eigentlich auch bekannt sein.

Bei wem habt Ihr in der Schule mehr gelernt: bei dem Lehrer, der Euch ob Eures Unwissens ausgelacht und vor der Klasse bloßgestellt hat? Oder bei dem, der Euch gezeigt hat, wie spannend der zu vermittelnde Stoff sein kann, was man für tolle Tricks mit dieser mathematischen Formel oder diesem Chemieexperiment machen kann und wie Ihr das Gelernte gewinnbringend auf Euer Leben übertragen könnt?

Eine „wir gegen die“-Haltung ist menschlich verständlich, aber dumm und kontraproduktiv. Das Problem ist, daß wir keine Lobby haben: weil wir in unserer Arroganz davon ausgehen, daß jeder denkende Mensch mit einem IQ oberhalb der Raumtemperatur unsere Sichtweise teilen muss. Wer das nicht tut, den lassen wir eben achselzuckend im Staube zurück. Dabei übersehen wir, daß wir es sind die zurückgedrängt werden, denn die „dunkle Seite der Macht“ hat eine ganz reale Macht: Geld und Einfluss, in Form von medialer Reichweite und mehr oder weniger eindeutig gekauften Politikern.

Print is temporary, digital is forever.

Politiker wiederum haben genau zwei Interessen: erstens, ihre Schäfchen in der ersten Legislaturperiode ins Trockene zu bringen und zweitens, eine zweite Legislaturperiode zu erreichen (und die Schäfchenherde zu vergrößern). Dabei ist ihnen das Netz mitsamt seinem Bürgerjournalismus naturgemäß ein Dorn im Auge, denn anders als die Zeitung von gestern, in die der Fisch von heute eingewickelt wird, vergisst das Netz nicht. Print is temporary, digital is forever.

Das deckt sich weitgehend mit den Interessen der Verleger, die Inhalte verkaufen wollen und kein Interesse an kostenloser Konkurrenz haben, auch wenn diese auf den ersten Blick nur eine Nischenreichweite hat: ein Blog mit wenigen hundert Besuchern am Tag spielt hierzulande schon in der Regionalliga und an der Grenze zur zweiten Bundesliga, um es mal sportlich zu formulieren. Aber es ist theoretisch weltweit jederzeit sichtbar und das Archiv kann jederzeit durchsucht werden.

Ich weiß nicht, ob z.B. Burda ein wirklich großes Interesse daran hat, wenn z.B. ein gern belächeltes Strickblog kostenlos Häkelanleitungen und Schnittmusterbögen erstellt und verbloggt, eventuell gar mit Videotutorials garniert, die kostenfrei auf YouTube gehostet werden und vielleicht sogar über Googles AdSense ein paar Einnahmen in die Haushaltskasse spülen. Jeder Leser dieses Strickblogs ist im Zweifel ein Käufer weniger für das eigene Nischenprodukt, das unter teuren Herstellungs- und Vertriebskosten einmal im Monat erscheint, während die Strickbloggerin mehrmals täglich oder wöchentlich neuen Content bloggt und in ihren Kommentaren das Leben tobt.

Das Leistungsschutzrecht wird inhaltlich auf den ersten Blick wenig Einfluss auf diese Blogs haben, da sie in aller Regel nicht viel aus den kommerziellen gedruckten Pendants übernehmen oder zitieren werden. Meist ist es ja eher umgekehrt – da wird dann ungefragt einfach der Content übernommen und bestenfalls mit „Quelle: Internet“ gekennzeichnet. Wenn es auffällt, gibt es ein Minishitstürmchen der Nischenblogs und ihrer Fans, eine lauwarme Entschuldigung und ein Angebot für ein Gratisabo des Verlags, das war’s dann.

Welcher Blogger hat schon das Geld, die Nerven und die Ahnung, sich juristisch gegen solche Wegelagerei zur Wehr zu setzen? Spendenaktionen ergeben dann ein paar hundert, vielleicht zweitausend Euro und dafür steigt auch kein Anwalt aus dem Bett, der sein Geld wert ist. Umgekehrt wird natürlich mit aller Härte die Abmahnkeule geschwungen, sollte der Nischenblogger so unvorsichtig gewesen sein, ein Foto von der Verlagsseite verwendet zu haben. Da hat man dann gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: die lästige Konkurrenz ist man los, denn die ist dann in der Privatinsolvenz oder zumindest so verängstigt, daß sie nie wieder was ins Internet schreiben wird und man hat ein wenig Taschengeld eingenommen. OK, hauptsächlich der Anwalt hat kassiert, aber man hatte ja auch selbst Spaß.

Das Leistungsschutzrecht wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit

Aber der zweite Blick entlarvt: Künftig reicht es schon, wenn der Blogger auf ein Verlagsangebot verlinkt und dazu die Überschrift des Artikels zitiert. Diese Wortkombinationen werden dann geschützt sein und natürlich kostenpflichtig. Dies wäre eine massive Behinderung und Einschränkung der Kommunikationsfreiheit. Man dürfte nur noch konsumieren bzw. lesen, aber sich nicht mehr öffentlich dazu äußern oder gar kommentieren, was man gelesen hat. Die Schere im Kopf und die Angst vor dem finanziellen Ruin des normalen Internetnutzers würde der Debatte im Netz zu egal welchem Thema den garaus machen. Niemand wird sich mehr trauen, etwas ins Netz zu schreiben.

Wenn wir aber von den Strick- und anderen Nischenblogs mal absehen und uns den großen politischen, gesellschafts- und medienkritischen Blogs wie dem von professionellen Journalisten wie Stefan Niggemeier, Thomas Knüwer oder den Machern des  Bildblogs zudrehen, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Die sind gut verdrahtet, nicht so leicht mundtot zu machen und ein steter Stachel im Fleisch von Politikern und Verlegern. Als Journalisten geniessen sie zudem Schutz in presserechtlichen Fragen. Abmahnungen schockieren oder überraschen hier keinen mehr. Damit wird gerechnet und mit Spenden für die gebotene Zurwehrsetzung darf gerechnet werden.

Es wird die BILD kaum Leser kosten, wenn im Bildblog mal wieder – Überraschung! – krasse Fehlberichterstattung, fragwürdige Recherchemethoden („Witwenschütteln“) und fortlaufende Verstöße gegen den Pressekodex mitsamt der dazugehörigen Rüge des Presserats dokumentiert werden. Aber es nervt. Was wird aus dem Bildblog, wenn es künftig de facto keine solche Berichterstattung mehr möglich sein wird, weil keine Zeitungssausschnitte mehr abgebildet, keine Zitate mehr gebracht werden dürfen, keine Links mehr erlaubt sein werden? Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Was wird aus Rivva, Quote.fm, dem Perlentaucher, der Wikipedia?

Google hat keinerlei journalistischen Anspruch sondern ist ein börsennotiertes US-Unternehmen. Google verdient kein Geld mit Google News, dem beanstandeten Angebot, bzw. höchstens indirekt, wie mit allen kostenlosen Google Angeboten. Es wird dort keine Werbung neben den Snippets, den Textauszügen aus den Verlagsveröffentlichungen angezeigt. Wenn die paar deutschen Presseerzeugnisse jetzt rumstänkern, dann werden sie halt achtkantig aus dem Google Index fliegen. Google tut das nicht weh, im Gegenteil. Das geforderte Leistungsschutzgeld zu bezahlen rechnet sich nicht für sie. Wenn aber niemand mehr die Verlagsangebote findet, weil sie weder in Blogs, noch social media Angeboten noch Suchmaschinen verlinkt sind, dann werden sie eingestampft, klar. Sie rechnen sich ebenfalls nicht mehr, bzw. noch weniger als jetzt schon.

Die Nutzer wiederum werden auf ausländische Angebote ausweichen und sich noch häufiger als bisher ihre Nachrichten vom Guardian, dem Economist oder der Neuen Zürcher Zeitung holen statt von der Süddeutschen, der Welt oder dem Handelsblatt. Aber kann das im deutschen Interesse sein, nur noch den Blick von außen zu haben? Ich lese gern z.B. auf BusinessInsider und Le Monde über Merkel und die deutsche Fiskalpolitik und habe viele ausländische Blogs im Feedreader. Aber zum einen bin ich privilegiert weil ich verhältnismässig gut Englisch und Französisch spreche und zum anderen, weil ich überhaupt von solchen Angeboten weiß. Da wären wir dann wieder beim Thema ‚Medienkompetenz vermitteln‘.

Wir brauchen eine starke Presse, die unsere Regierenden beobachtet und ihren Job als vierte Macht im Staate ernst nimmt, oder wenigstens ernster als im Moment. Aber wir brauchen auch eine alternative Medienlandschaft, die u.a. ein wachsames Auge auf die kommerzielle Presselandschaft hat. Sozusagen jemanden, der auf die Aufpasser aufpasst. Das Leistungsschutzrecht schadet beiden Seiten und eliminiert endgültig das „sozial“ aus „soziale Marktwirtschaft“. Es ist der Anfang vom Ende einer funktionierenden Demokratie.

Links zum Thema:

 

Meine Lieblingstweets im Mai

  • Veröffentlicht am 29th Mai 2012,
  • veröffentlicht von

Da ich die nächsten zwei Tage offline sein werde und der Monat fast rum ist, kommen hier schon mal etwas verfrüht meine Lieblingstweets desWonnemonats:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/GebbiGibson/status/197781631858257920"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/JasonSobelGC/status/199865204484489216"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/haekelschwein/status/200242265669636096"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Reesella/status/200242429939548161"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/isaiah/status/201815165744848897"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/schaarsen/status/202609228232400896"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/GebbiGibson/status/202753371352997888"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/myrenewal/status/202906555996323840"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/PickiHH/status/203942705993220096"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/moeffju/status/204451488389537793"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/lyssaslounge/status/204657642805805056"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/eigenart/status/205560643439427584"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Lakritze/status/206380812957007872"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/Ka_Punkt/status/206820330625449984"]

 

 

Das Leben ist kein Kindergarten

  • Veröffentlicht am 14th Mai 2012,
  • veröffentlicht von

Gerade las ich diesen interessanten Artikel über Kindergartenkinder und durchgeknallte Eltern und versuche, mich an meine eigene Kindergartenzeit zurückzuerinnern. Die Welt ist doch deutlich anders heute.

Ich habe nur noch verschwommene Bilder aus meiner Kindergartenzeit. Kunststück: die liegt über vierzig Jahre zurück und ich war auch nur sporadisch dort und auch nur im Jahr vor meiner Einschulung, so etwa zwei Vormittage in der Woche. Meine Mutter fand wohl, ich müßte als Einzelkind auch mal langsam mit anderen Kindern in Kontakt kommen, damit die Schule nicht so ein Kulturschock sein würde. Ich habe es damals nicht verstanden und auch heute noch tue ich mich damit eher schwer. Jetzt hatte ich den Kulturschock halt ein Jahr früher. Ich war gerne allein. Ich habe nie andere Kinder vermisst. Ich habe gemalt, gelesen, mit meinen Spielsachen gespielt und mich ruhig für mich beschäftigt. Langeweile hatte ich nie. Aber da der Mensch ja ein Rudeltier sein soll und es „nicht normal sein kann“, wenn ein Kind so gar kein Interesse an anderen Rudelmitgliedern hat, ist es heute wohl noch ungewöhnlich, wenn es keinen Kindergarten oder keine KiTa besucht. Wobei das sicherlich auch daran liegen mag, daß das klassische Familienmodell meiner Eltern, das in den 60ern und mindestens bis Mitte der 70er Jahre noch vorherrschte – Papa arbeitete, Mama war hauptberuflich Mama und schmiß Kind(er) und Haushalt – heutzutage in unseren Breitengraden fast so exotisch anmutet wie eine Kindheit mit Kindermädchen, Privatlehrer, Butler und Chauffeur.

Ich hatte keine Lust auf den Kindergarten. Das fing schon damit an, daß ich mir morgens beim Frühstück darüber Gedanken machen sollte, was ich denn auf mein Pausenbrot haben wolle, das dann drei Stunden später aus dem roten Kindergartentäschchen geholt werden und zeitgleich mit den anderen Kindern gegessen werden sollte. Ich fand das Kindergartentäschchen toll und praktisch, aber für Stifte und Papier und den Piccoloteddy und die Mundharmonika. Ich hatte weder Platz für noch Bedarf an einem Äpfelchen oder in Butterbrotpapier gewickelten Salamischnittchen mit Radieschen. Ich hatte gerade gefrühstückt und würde doch Mittags wieder zuhause sein! Aber das Ritual war wichtig, fand man im Kindergarten. Gemeinsam singen, gemeinsam essen, vorher und nachher gemeinsam Händewaschen und dann gemeinsam etwas spielen oder Sport machen. Ich fand das doof, plöd, unlogisch. Ich wollte gerne die Bücher angucken oder lesen, die in der Kiste lagen, egal wie das Wetter draußen war –  warum sollte ich jetzt mit den anderen etwas singen? Wieso wollten die, daß ich rauskomme und Ball spiele? Die sind doch genug, wozu brauchen die mich unbedingt? Ich bleibe hier einfach sitzen und male noch etwas, okay? Nein, das sei nicht okay, wurde mir beschieden. Die anderen Kinder würden doch so gerne mit mir spielen und seien jetzt ganz, ganz traurig, sagte mir die Kindergärtnerin. Ich weiß nicht mehr, was ich geantwortet habe, wahrscheinlich gar nichts. Das Wort „Bullshit!“ kannte ich noch nicht, außerdem war ich ein höfliches Kind und ohnehin – was soll man auf so einen Käse schon groß antworten? Ich ging also raus, trat einmal gegen den Ball, drehte mich um und ging wieder hinein, fertig malen. Seufz.

Der Einschulungstest, der gemacht wurde um festzustellen ob ein Kind schon schulreif wäre oder gar verfrüht eingeschult werden könnte bestand aus der klassischen den-Arm-über-den-Kopf-legen-und-das-Ohr-berühren Aufgabe, dem korrekten Zeichnen und Benennen von Quadraten, Kreisen und Dreiecken und außerdem sollte man die Farben des berühmten Pelikan Tuschkastens (noch aus Metall) richtig zuordnen können. Das war nicht wirklich schwierig, immerhin verbrauchte ich rund einen von diesen Tuschkästen pro Monat, zusammen mit einem Zehnerpack von diesen Zeichenblöcken, die oben und unten perforiert waren, nur lächerliche zehn Blatt enthielten und auf dem Cover mit viel Glück Winnetou und Old Shatterhand, mit Pech ein Paar Goldhamster abbildeten.

Der Schulpsychologe (oder was das war) zeigte auf den ockerfarbenen Napf und fragte mich, was für eine Farbe das denn sei. „Ocker“ antwortete ich. Er runzelte die Stirn. „das hat die Mami mit dir aber fein geübt! Aber wie würdest du denn die Farbe nennen?“ Ich wurde ungeduldig. „Ocker, steht doch drunter.“ Ich zeigte auf die entsprechende Beschriftung unter dem Napf. Er murmelte empört etwas von „dressiertes Äffchen“ in seinen Bart und beschied mir und meinen Eltern knurrend, für eine frühzeitige Einschulung geeignet zu sein.

Im Familienfotoalbum des Jahres 1972 fand ich letztens ein s/w-Gruppenfoto mit etwa zwei Dutzend Kindergartenkindern, einer Kindergartentante und dem Schild „zur Erinnerung an meine Kindergartenzeit“. Ich bin nicht mit drauf, ich hatte gerade die Windpocken, als das Bild gemacht wurde. Warum es in unserem Album klebt, ich weiß es nicht.

Re:publica 2012 von A-Z

  • Veröffentlicht am 8th Mai 2012,
  • veröffentlicht von
Re:publica 2012 von A-Z

A wie Act!on

Das Motto zog sich gut durch die Veranstaltung: Kriegt Eure Ärsche hoch! Bloggt, was das Zeug hält! Nehmt Eure Stühle mit, seid in Bewegung! Bewegt etwas! Verändert etwas! Denkt quer! Hornbach hat das prima gesponsort mit der Offline Twitterwall und dem eigenen Motto „Es gibt immer was zu tun“ verknüpft. Ein Beispiel für einen gelungenen Markenauftritt auf einer Veranstaltung voller Leute, die zwar gern ihre Blogs monetarisieren aber ansonsten von Werbung im Netz doch lieber nichts wissen möchten.

Die Beobachtung habe ich auch gemacht, wie in meinem Instagram-Stream erkennbar …

B wie Barrierefreiheit

Ich zähle zu den noch-nicht-Behinderten, wie der fabelhafte Raul Krauthausen das so schön formuliert hat. Und insofern sind mir sicherlich viele Punkte noch nicht aufgefallen, an denen es hakte. Aber insgesamt kam mir diese re:publica sehr viel barrierefreier vor, als die vorangegangenen, was nicht nur am sicherlich für Rollstuhlfahrer_innen weitaus zugänglicheren Veranstaltungsort lag. Ähnliche Beobachtungen hat auch Christiane Link gemacht.

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/StereoSushisu/status/197749860273889280"]

Die Sprecher der Panels auf Stage 1 (und einige andere?) wurden live mitgetippt und auf Bildschirmen übertragen, was naturgemäß mit einigen Tippfehlern und teils auch Verständnisfehlern verbunden war, aber das bleibt wahrscheinlich nicht aus, wenn der Sprecher nuschelt, lispelt, zu schnell spricht oder Begriffe benutzt, die dem Mitschreibenden nicht geläufig sind. Und „echte“ Dolmetscherinnen gab es auch vor Ort, aber natürlich zu wenige. Das wäre vielleicht auch mal etwas fürs Crowdsourcing …

C wie Catering

Die neulich von mir vermissten vegetarischen Gerichte gab es im re:staurant, also Entwarnung. Das lag zwar in der hintersten Ecke des Saals und ist mir bei dem super Wetter und dem schönen, sonnigen Innenhof mit seinen Grillständen nicht weiter aufgefallen, hatte aber diverse Pastagerichte und Salate und angeblich sogar Spargel.
Ansonsten war das Catering super, man mußte nirgends lange anstehen, die Leute hinterm Tresen waren unfassbar freundlich und bezahlbar war es auch. Toll!

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Einstueckkaese/status/197652350247243779"]

(Die Kostenloskultur macht auch vor dem Kohlestoffleben nicht halt: Aber @Einstueckkaese bekam seinen Willen.)

D wie Dukummsthiernetrein!

Das Brandschutzteam hat seine Arbeit sehr ernst genommen und gelegentlich die Schotten dicht gemacht, wenn ein Panel zu voll wurde. Das war gelegentlich lästig, aber wat mutt dat mutt und Pünktlichkeit kann man ja auch planen. ;-)

E wie Ersatzbefriedigung

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/spreeblick/status/198310893312937984"]

 

F wie Foursquare

Hihi, ich war im Zoo!

Ts, da habe ich nun den Begriff „Affenfelsen“ erfunden geprägt zuerst benutzt und bin nicht mal Mayor von dem Ding geworden!  Auf unfassbare 1000 Punkte, wie @svenonsan vom Hamburg vs. Berlin Blog Pop64 werde ich im Leben nicht kommen (die Punkte gibt’s nur binnen 7 Tagen, dann fängt man wieder von vorne an, oder?), aber immerhin habe ich den Super Swarm Badge (gleichzeitiges check-in mit 250 anderen Leuten in einer Location) dazugewonnen. Ta-daa!

 

G wie Grillschwaden

Ich will nicht sagen, daß ich nach Thüringer stank, aber im Zug schnupperte ein Hund sehr erwartungsvoll und freundlich wedelnd an mir herum.

 

H wie Helfer

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/trottelbot/status/198337184862961664"]

Unsichtbar, allgegenwärtig, freundlich, witzig, geduldig – die Helfer_innen der #rp12 waren der Leim, der das ganze Gefüge zusammenhielt. Habt tausend Dank, Ihr wart großartig!!11

 

I wie Instagram

Die Daheimgebliebenen wurden dank Instagram umgehend mit Erinnerungsfotos zugeballert. Meine findet Ihr rechts in der Seitenleiste.
Das Blöde an Instagram ist, daß man nicht ohne Weiteres eine URL findet, über die man das Bild z.B. jetzt hier im Artikel einbinden kann. Das war bei flickr besser gelöst. Dachte, das nutzt niemand mehr außer Herrn Sixtus, der seine Leica spazierentrug, aber hier ist der flickr-Stream der #rp12: Klick!

 

J wie Johnny

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/uniwave/status/197647704149598209"]

Er ist der eigentliche Rockstar der Veranstaltung, und die Medien wissen es. Ich glaube nicht, daß ich ihn länger als eine halbe Minute irgendwo allein gesehen habe, bevor sich ein Kamerateam auf ihn stürzte. Heldenhaft behielt er seine gute Laune (soweit ich sehen konnte) und ich kann ihm und den anderen Erfindern, Organisatoren und Zauberern der re:publica nicht genug danken für diese tolle Veranstaltung.

 

K wie klöternde Flaschen

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ankegroener/status/198372284858249216"]

Echtjetzmal.

 

L wie Latte Macchiato

Gab’s nicht, oder wenn, dann habe ich niemanden damit gesehen. Es gab Kaffee – heiss, schwarz, gut. Erfrischend.

 

M wie Mate

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Terzinfarkt/status/198050738990100480"]

 

N wie Netzgemeinde

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/christiansoeder/status/198393940884459520"]

 

O wie Orr

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/marcusengert/status/198396986532171776"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/PickiHH/status/198400218859970560"]

 

P wie Plastikstuhl

Diese Plastikstühle waren eine gute Idee: man schnappt sich einen, wenn man ihn braucht. Überall bildeten sich Stuhlkreise mit Gesprächsrunden, wenn die Bestuhlung im Saal nicht ausreichte, bildete man flugs neue Reihen (jedenfalls so lange, bis der Brandschutz dazwischenging) und am Ende konnte man sie sogar kaufen und sich nach Hause schicken lassen, für vergleichsweise okaye 25€ (inkl. Porto).

Lizensiert unter CC-BY-2.0 von re:publica 2012

 

Q wie Qualität der Vorträge

Die war durchwachsen, wenn ich mal nur von denen sprechen darf, die ich besucht habe. Aber den Tweets und der Nachberichterstattung der anderen nach zu urteilen, gab es ein recht großes Gefälle.
Ich muß sagen, daß mir einige Vorträge der „großen Namen“ eher so mittelprächtig gefallen haben und einige der (mir) unbekannteren Referent_innen wirklich super waren.
So oder so hätten es jedenfalls einige Vorträge verdient gehabt, daß ihnen eine größere Bühne bzw. ein größeres Publikum und eine längere Vortragszeit beschieden worden wäre.

 

R wie Re:publicaner

Das dürfte der einzige Kontext sein, in dem man mich (und wohl die Mehrzahl der Anwesenden) ungestraft so nennen darf. Klingt aber immer noch besser als „liebe Netzgemeinde“.

 

S wie Steckdosen

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Frau_Elise/status/198078229096050688"]

Auf den Affenfelsen gab es Steckdosen, aber die reichten natürlich bei weitem nicht aus. Energielieferant Yello Strom verteilte nicht nur Schokolade, die süßer war als ein mit Käse überbackenes Igelbaby und mir die Zahnplomben aufwimmerte, sondern auch Mehrfachsteckdosenleisten. Und Simyo schoß den Vogel ab mit seinen mobilen Energiepacks, in die man über USB-Kabel sein Handy bzw. Smartphone steckte und den Tag über aufladen konnte. Das alles für lau, nur gegen Pfand. Toller Service, vielen Dank!

 

T wie Twitter

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/svensonsan/status/196997873844494336"]

Wer ohne Twitteraccount auf der re:publica ist, ist nur halb dort. Im Ernst – Verabredungen mit den Leuten aus der Timeline, Kommentare zu den Vorträgen, egal was: es findet über Twitter statt. Großartig.

 

U wie U-Bahn

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/GebbiGibson/status/198391384712024064"]

Die U-Bahnstation Gleisdreieck liegt direkt neben dem Veranstaltungsort, was nicht nur äußerst praktisch war sondern gelegentlich auch zu hören (Donnergrollen in Saal 1). Als Auswärtiger hört man ja das ganze Jahr über die aberwitzigsten Dinge über die Berliner Verkehrsbetriebe, aber die U-Bahn fuhr zügig und regelmäßig und der Bahnhof verfügte auch über einen Fahrstuhl (vgl. B wie Barrierefreiheit).

 

V wie VPN

Ich bekam eine ganze Reihe von dubiosen Direktnachrichten auf Twitter – von Freunden, deren Accounts offensichtlich gehackt wurden. Ernsthaft, Kinder, habt Ihr noch nie etwas von Safer Surfen gehört? In öffentlichen und offenen WLANs nur mit VPN-Zugang schwimmen, das lernt man doch im Kindergarten, hoffe ich!!!11

 

W wie WLAN

Hahaha!

 

Z wie Zeit

Mit 15 Minuten Luft zwischen den einzelnen Vorträgen hatte dieses Jahr wirklich jeder genügend Zeit für Saalwechsel, Cub Mate trinken und noch mal Pipi machen gehen. Das war eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorjahren, wo das Zusammenspiel aus langen Wegen zwischen überfüllten Räumen und Veranstaltungen, die unmittelbar aufeinander folgten oft dazu führte, daß man einen Vortrag 5 Minuten vor dem Ende verließ, um es gerade noch zum nachsten zu schaffen.
Manche Themen kann man in den veranschlagten 60 oder weniger Minuten nicht einmal anreissen, andere Panels dauerten hingegen selbst bei tatsächlichen 30 Minuten Vortragszeit ein gefühltes Jahr. Klar, das kann man manchmal im Vorhinein nicht wissen, aber fürs nächste Jahr wünsche ich mir von den Vortragenden noch etwas mehr Spielraum für den oft wichtigen und interessanten Open Mic Teil eines Panels.

Ausführliche Review Tag 1, Tag 2, Tag 3.

Re:publica 2012, dritter Tag

  • Veröffentlicht am 5th Mai 2012,
  • veröffentlicht von
Re:publica 2012, dritter Tag

Der dritte Tag begann für mich mit einem Vortrag des Niederländers Baas van Abel, der über den Einfluss von do-it-yourself, Fablabs und Open Design auf das Verhältnis zwischen dem Selbst und dem Rest der Welt sprach. Das klingt jetzt erst einmal eher trocken, aber war doch ziemlich spannend. Ich hatte z.B. schon von dem Phänomen des 3D-Druckens gehört (und daß solche Torrents wohl auch auf Pirate Bay immer beliebter werden), aber eher am Rande. Und wie wir alle hatte auch ich mir erlaubt, zu verdrängen unter welchen unmenschlichen Bedingungen unser aller mobilen Spielzeuge hergestellt werden. Nein, ich rede nicht von Foxconn (die ja für alle großen Anbieter von Unterhaltungselektronik produzieren, nicht nur für Apple), sondern von den Vorgängen im Kongo, wo in den Kobaltminen die Minerale gefördert werden, ohne die mobile Kommunikationsgeräte nicht gebaut werden können. Van Abel ist Mitbegründer von Fairphone, einer Gesellschaft, die, vereinfacht gesagt, für die Minenarbeiter dort das tut, was Fair Trade Kaffee andernorts für Kaffeeplantagenarbeiter erreicht: faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen.

In der nächsten Session diskutierten Johnny Haeusler (Musiker, Autor, Mitbegründer der re:publica), Roxanne De Bastion (Musikerin), Conrad Fritzsch (Macher von tape.tv), Hans Hafner (Filmmusikkomponist), Konrad v. Löhneysen (Ministry of Sound und im Vorstand Bundesverband Musikindustrie) über „Copyriots“, also das inzwischen glücklicherweise Mainstrreamthema gewordene Urheberrechtsgesetz. Mit auf dem Podium sitzen sollte ein Vertreter der GEMA, der aber in letztere Minute abgesagt hat, aus Gründen. Vermutlich nicht ganz ohne Trotzköpfchenschadenfreude hat Johnny dann Michael Seemann, a.k.a. Mspr0 gebeten, einzuspringen. Der ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und quakte „Bedingungsloses Grundeinkommen!1elf!“. Okay, das klingt jetzt böser, als es gemeint ist, aber ich mag seine Theorien und Vorschläge nicht, selbst wenn ich ihm attestieren muss, daß er sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat und seine Meinung, das UrhG sei abzuschaffen, konsequent vertritt.
Natürlich kann man das aufgeheizte Thema nicht binnen einer Stunde auch nur annähernd abhandeln. Ich war genervt von Conrad Fritzschs Drang zur Selbstdarstellung bei gleichzeitigem Ausweichen von Johnnys interessanten Fragen. Ich war beeindruckt und überzeugt von den Argumenten Hafners und de Bastions, die ohne die Gelder aus GEMA bzw. dem UK Pendant nicht von ihrer Musik leben könnten. Und ich war sehr überzeugt von v. Löhneysens Argumentation, sowie seinem trockenen Humor. Er war das klare Feindbild dort oben, Lobbyist, Industrieschwein, Abmahner, der Endgegner. Aber am Ende hat seine ruhige, selbstironische Art sicherlich zur sachlichen, weiterführenden Debatte beigetragen.

Dieekt im Anschluss kam dann Felix Schwenzels Vortrag, „Soylent Green, äh, the internet is people!“, den ich zwar recht unterhaltsam fand, aber letztlich nicht lange durchhielt, zumal er auch keine Neuigkeiten enthielt. Bald wurde es für mich langweilig (wahrscheinlich lag es an der etwas leiernd-monotonen Vortragsart, die mir beim Versuch, ein Gähnen zu unterdrücken, fast das Trommelfell zerrissen hätte) und ich bin raus, ab in die Sonne.

Mittagessentechnisch hielt ich mich am dritten Tag an die Bananen (die Nudeln im re:staurant sahen nicht wirklich al dente aus) und Club Mate. Letzteres versuche ich nun schon im dritten Jahr in Folge mir schönzusaufen, wenn ich das so sagen darf. Ich mag das Zeug immer noch nicht, aber das angebotene alternative Radlergetränk war noch weniger mein Fall.

Das Nachmittagsprogramm hielt für mich Katie Stanton bereit, ihres Zeichens Head of Strategy bei Twitter. Sie warf mit Zahlen, Daten, Fakten um sich und versuchte, mit Referenzen zu Tatort, Borussia Dortmund oder dem Versuch, uns zu bewegen, Merkel zum twittern zu bewegen und uns den Bauch zu pinseln, was aber zumindest bei mir nicht verfing. Ich fand sie einfach unsympathisch und ihren Vortrag doch reichlich langweilig.

Regierungssprecher Steffen Seibert twittert unter @regsprecher und stellte sich den harmlosen Fragen der netten, angesichts dieses PRofis völlig überfordert wirkenden Interviewerin. Seibert hat es geschafft, in knapp über einer Stunde mit seinem professionellen Kai Pflaume Charme nicht nur seine Gesprächspartnerin, sondern auch einen Saal voller Digerati einzulullen und mehr Sympathiepunkte für die Regierung zu landen, als diese es in den letzten sieben, gefühlt hundert Jahren jenseits der CDU Stammtische und Hotelierskonferenzen vermocht hat. Faszinierend. Nebenbei hat er noch den Spruch der #rp12 gebracht: Angesprochen auf die Frage, warum er sich für Twitter entschied und nicht z.B. für Facebook, zählte er all die Regierungen auf, die twitterten — USA, UK, Frankreich, Russland und auch der Vatikan. „Man sollte in Sachen Aktualität nicht unbedingt dem Vatikan hinterherhinken“. Solchermaßen zugeflauscht mußte ich erst einmal ein Bier trinken.

20120506-083142.jpg

Eigentlich hatte ich mir dann den Vortrag der bloggenden Lehrerinnen vorgenommen, aber da sich immer alle so von Kathrin Passig totschwärmen, bin ich doch wieder in Saal 1 gegangen, um mir ihren Vortrag über Standardsituationen der Technologiebegeisterung anzusehen. Das war jedoch ein Fehler, denn obwohl ich Passig genauso gerne lese wie Schwenzel, und sie auch genauso sympathisch finde, schläfert mich leider ihre meditative Vortragsweise auch auf ähnliche Art ein. Eine Stunde war außerdem definitiv viel zuviel Sendezeit für diesen Vortrag, da hätte auch eine halbe Stunde gereicht. Aber ich ahne, daß ich mit dieser Meinung in der Minderheit sein werde, und inhaltlich war’s ja auch teils echt interessant.

Dann war Tag 3 um, die Macher und Helfer der siebten re:publica (die meine vierte war) enterten die Bühne und ich war etwas ängstlich: würde es zum Abschied wieder Bohemian Rhapsody Karaoke geben, wie spontan vor zwei Jahren, und leider im letzten Jahr lauwarm wiederholt? Aber Johnny enttäuschte nicht: Man kann Spontanität nicht wiederholen. Keine Bohemian Rhapsody. Dafür eine Ansammlung von Musikeren mit analogen Instrumenten, die uns dann musizierend durch den Saal und nach draussen in den sonnigen Innenhof führten. Die re:publica 2012 war vorbei.

Ich lasse das jetzt noch ein bisschen sacken und poste dann, wie in jedem Jahr, die Marginalien und Beobachtungen am Rande. Für heute bin ich leergeschrieben.

Re:publica 2012, zweiter Tag

  • Veröffentlicht am 4th Mai 2012,
  • veröffentlicht von
Re:publica 2012, zweiter Tag

Tag zwei begann für mich mit einem Panel über den digitalen Dorfplatz. Sascha Lobo, Christoph Kappes, Martina Pickhardt (@Picki_HH), ein Herr Lesser und ein Herr Möller diskutierten unter Moderation von Falk Lücke über die Unterschiede zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, bzw. die verschiedenen Arten der Öffentlichkeit und wie wir gesellschaftlich damit umgehen wollen. Unsere Gespräche finden auf Plattformen statt, die uns nicht gehören und morgen geschlossen werden können oder von denen wir aufgrund vonn Nutzerbedingungen willkürlich ausgeschlossen werden können. Facebooks AGB vs. das Grundgesetz – was ist mächtiger und was gilt tatsächlich?
Das wäre spannender gewesen, wenn der Moderator sich selbst nicht so wichtig in den Vordergrund gespielt sondern mehr zurückgenommen hätte, und ausserdem hätte es viel mehr Zeit gebraucht. Aber gut war’s dennoch.

Anschliessend sah ich ein paar der re:health Panels auf Stage 7. Was bedeutet Social Media im Gesundheitsbereich? Wie kann es eingesetzt werden, wozu ist es gut? Ich hatte mir allerdings mehr davon versprochen („Alles böse!“); und auch die Akustik war in den Räumlichkeiten eher unterirdisch. Das war mehr Social Müdia. So sass ich mit Claudine und Frau Mutti zusammen und sinnierte über Katzenzungenpiercings. (Fragt nicht.)

20120504-073103.jpg

Also runter zum Affenfelsen und ein bisschen mit alten und neuen Bekannten gequatscht und auf dem Hof eine Grillwurst eingeatmet. Dies ist übrigens das einzig wirklich ärgerliche Ding bei dieser ansonsten so hervorragend organisierten Veranstaltung: Das Essen bzw. Catering ist eher mau. Okay, das war noch nie anders und wahrscheinich müßte man Jesus heissen, um über viertausend Leute so abzufüttern, daß sie anschliessend glücklich sind. Aber es gibt z.B. keine vegetarischen oder gar veganen Gerichte, soweit ich sehen konnte — von den Bananen und Äpfeln an den Ständen in der Halle mal abgesehen. Ich bin weder Vegetariern noch Veganerin, aber ich ernähre mich ganz gerne gut und gesund. Nichts gegen die gelegentliche Thüringer vom Grill, aber über drei Tage!?

Während ich noch auf dem Affenfelsen meine Mails checke, drückt mir ein freundlicher Mensch ein Microfasertuch und einen Eingabestift für mein iPad in die Hand und verschwindet wieder. Ich freue mich sehr darüber, denn ich habe heute meinen sensu brush im Hotel gelassen, aus Angst, ihn zu verlieren. Nun zeichne ich direkt mal unauffällig einen der Besucher.

20120503-132506.jpg

Anschliessend gehe ich zum Stand der ARD Mediathek, um mich für das Geschenk zu bedanken und führe eine sehr gute Unterhaltung mit einem der Mitarbeiter dort über Sinn und Unsinn von Depublizieren, GEZ und Urheberrechtsbrandbriefen von Tatortautoren.

Weiter geht’s mit dem Panel über Foodblogs. Dort moderiert die Kaltmamsell eine sehr harmonische Runde von Foodbloggern und -journalisten bzw. Kochbuchautoren über Verfall und Rettung der Esskultur. Soweit jedenfalls die Agenda – de facto geht es mehr über die Vorurteile der Gastro-Journalille und -Verleger über die Amateure, die ihnen angeblich das Wasser abgraben, außerdem darüber, ob man vom Foodbloggen leben kann. Kann man – Überraschung! – nicht, jedenfalls nicht hierzulande und nicht ausschliesslich. Nicole Stich führt die auchvon mir gern gelesene Ree Drummond a.k.a. The Pioneerwoman an, die sich binnen weniger Jahre ein Imperium ähnlich Martha Stewarts aufgebaut hat. Aber die Drummonds sind seit Generationen extrem reiche Rancher der oberen 1%; da fallen zum einen die geschätzt paar hunderttausend Dollar, die Ree mit ihrere Bloggerei und daraus resultierenden Kochbuchdeals, TV-Auftritten etc. reinholt, nicht wirklich ins Gewicht. Zum anderen lässt sich so ein Unterfangen mit dem nötigen Startkapital natürlich leichter anschieben.
Aber unabhängig davon war das ein sehr entspanntes Panel, das Stevan Paul mit dem Fazit schloß, die Verquickung zwischen Nahrung und Werbung doch bitte nicht nur auf Blogs etwas genauer und kritischer unter die Lupe zu nehmen.

Danach blieb Zeit für einen kleinen Schwatz mit meinem Freund Max, seines Zeichens u.a. Saxophonist der Hamburger Band Schmitten, für die ich gerade ihr neues Plakat gestalten darf und dann ging es weiter zu einem Panel darüber, wie Musik, Künstler, Labels und das Netz Freundschaft schliessen. Auch hier hatte ich mir inhaltlich etwas mehr versprochen, da kam für mich nichts Neues, aber vielleicht war das auch in diesem Rahmen nicht zu erwarten. (NB: ich bin nebenbei Partnerin in einer Agentur, die sich das Thema Direct-to-Fan auf die Fahnen geschrieben hat und Künstler, Manager und Labels hinsichtlich ihrer Darstellung und Marketing- u. Vertriebsaktivitäten im Netz berät.)

Noch kurz bei den Goldenen Himbeeren der Webviseos reingeschaut, was dem Vernehmen nach sehr lustig gefunden wurde aber mein Humorzentrum nicht wirklich traf und dann kurz geschwankt, ob lieber die Abschiedsshow von Nilzenburger und Herm oder doch die Mädels mit Poetry Spam gucken. Letztlich zu alle für beides gewesen. Tag 3 wird anstrengend und ich habe nicht zuletzt dank der Klimaanlage im Hotel ein Schlafdefizit und Halsweh.

Re:publica 2012, erster Tag

  • Veröffentlicht am 3rd Mai 2012,
  • veröffentlicht von
Re:publica 2012, erster Tag

Die neue Location ist toll, und ich habe nicht den Eindruck, daß sie zu groß ist, wie zunächst befürchtet. Die Stimmung ist wie in jedem Jahr super. Man kommt überall schnell und gut hin, der „Affenfelsen“ in der Mitte ist mit Steckdosen ausgerüstet und alle sind freundlich, gut gelaunt und freuen sich. Man sucht und findet die Mitglieder seiner Timeline, fällt sich um den Hals, verklönt sich und verpasst darüber fast das nächste tolle Panel. Aber nicht so schlimm, das guckt man sich dann halt nächste Woche zuhause als Videoaufzeichnung an.

Die Eröffnung ist fröhlich, der große Saal randvoll, die Organisatoren sind aufgeregt, hibbelig, voller Energie. Den Partnern wird ausführlich gedankt, und mit Recht, denn so eine gigantische Konferenz muss finanziert werden. Spiegel Online hat jetzt sogar einen Livestream, so hören wir. Danach schwallert irgend ein wichtiger Mensch aus Politik und/oder Wirtschaft vor sich hin, bis der erste im Saal sein Bullshitbingo-Kärtchen voll hat und laut Bingo! ruft. Schallendes Gelächter, nur der Redner hat’s nicht gerallt und dröhnt weiter vom Silicon Valley Berlin. Herr @Schaarsen und ich stimmen mit den Füßen ab und ich schaue mich draußen um.

Die Comdirect Bank hat einen Stand. Ich gehe hin, wirklich neugierig, um zu erfahren was genau sie denn hier machen, anbieten, erzählen wollen. Die armen Mitarbeiter stehen an einem brütend heissen Tag in ihren dunklen Anzügen und Kostümen da, verteilen lauwarme Energydrinks mit der Aufschrift Performancebooster, haha, und erzählen mir, daß sie mit ihrer Onlinebank jetzt auch eine Facebookseite haben. Ah ja. Außerdem küren sie heute hier das Finanzblog des Jahres. Mhmhm. Und daß sie kostenlose Konten anbieten. Ich frage nach: auch für Freiberufler? Äh, nein, nur für Privatleute. Ich blicke nachdenklich auf die Leute um uns herum, die gefühlt zu 90% freelancer sein dürften, „wir nennen es Arbeit“, lehne höflich den lauwarmen Energydrink ab und wandere leicht ratlos zur offline-Twitterwall.

Oflline Twitterwall

Hier druckt Hornbach, der Baumarkt, alle mit einem #rp12 getaggten Tweets aus und tapeziert sie an die Wand, die bis zum Abend voll sein wird. Nette Idee, aber irgendwie auch … hm.

Auf zu meinem ersten richtigen Vortrag des Tages. Ich höre Raul Krauthausen zu, der u.a. über barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Bahnhöfen spricht und nach seinem Erfolg mit wheelmap.org jetzt ein neues Crowdsourcing-Projekt stemmen will, wo man defekte Fahrstühle sammelt. Er spricht locker und mit schön schwarzem Humor und ich hoffe, das Projekt hebt ab. Verdient hätte es das.

Anschliessend höre ich Alexander a.k.a. Not Quite Like Beethoven aus meiner Timeline und zwei weiteren hörbehinderten Redner_Innen bei ihrer Diskussion auf einem Panel über barrierefreies Internet zu. Das Netz hat viel dazu beigetragen, daß behinderte Menschen besser am gesamtgesellschaftlichen Leben teilhaben können, und die technischen Möglichkeiten sind großartig. Aber das muss auch offline mehr, viel mehr unterstützt werden. Das Panel hier ist barrierefrei, d.h., daß eine Gebärdendolmetscherin dabei ist, und daß jemand live die gesprochenen Worte abtippt, die dann über einen Monitor flimmern. Aber die Panels zur Barrierefreiheit sind noch die einzigen, die so begleitet werden. Das ist sicherlich auch eine Ressourcenfrage – finanzieller und personeller Art. Dennoch schade, daß nicht alle Besucher der #rp12 die Qual der Wahl haben, welche der vielen fantastischen Angebote sie denn wahrnehmen wollen.

Ich treffe Johnny und habe endlich mal die Gelegenheit, mich persönlich für die tolle Veranstaltung zu bedanken. Er wird von Kamerateams verfolgt und als das nächste anrückt, gehe ich auf den sonnigen Innenhof, etwas essen. Die nächste Veranstaltung auf meinem Plan ist das Panel von Profilagentin @Kixka, die unterhaltsam und kurzweilig über die digitale Selbstinszenierung spricht, gefolgt von einem Panel übers Selfpublishing, in das ich mit @Claudine und @Writingwoman gehe, aber schnell verlasse, als ich endlich @Frau_Elise treffe. Muss ich mir den Vortrag halt nächste Woche auf Youtube ansehen. Wir brauchen eigentlich alle dringend ein Eis, aber es gibt leider keins. Next stop: Der Vortrag „Your information: Whose is it?“ von Ali Ravi.

Unterbrechung: ich merke gerade, daß dieser Eintrag länger wird als geplant und ich schon jetzt noch nicht einmal die Hälfte der Erlebnisse aufgeachrieben habe. Allerdings muss ich jetzt los zum ersten Vortrag von Tag 2. Habt also bitte Nachsicht, wenn ich hier abbreche und heute Abend oder morgen früh weiterschreibe.

Update, 4. Mai (Star Wars Day), Sternzeit 05:30 Uhr:

Das ursprünglich eingeplante Panel über Leetspeak und Ragefaces von Nerd-Zeichner Johannes Ketzschmar a.k.a. Beetlebum, den ich sehr schätze, habe ich mir geschenkt und statt dessen Cindy Gallops «Make Love Not Porn» auf Stage 1 gesehen. Das war wohl in jeder Hinsicht eine gute Entscheidung, denn zum einen soll Jojos Vortrag doch eher, nunja, dröge gewesen sein (wie Frau Gröner schreibt, was natürlich eine wunderbare Klatsche zur Antwort hatte) und andererseits war das Thema und die Vortragsweise von Cindy Gallop einfach nur unterhaltsam und wichtig. Aber seht selbst: http://spon.de/vfaK6.

Ich blieb auf Stage 1 und sah echte Astronauten auf der Bühne, die mit Verve, Witz und Leidenschaft über ihre Social Media Aktivitäten aus dem All(tag) erzählten, leider vor meist leeren Stühlen. Voller wurde es im Publikum erst wieder, als der anschliessende Überraschungsvortrag von Sascha näherrückte. Vielleicht bin ich ja hoffnungslos altmodisch, aber um die Worte des Außenministers mal sinnvoll abzuwandeln: Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem eine Frisur mehr Leute anlockt als eine Runde Astronauten das kann. Und das ist nichts gegen Sascha, ich liebe Sascha, und sein Vortrag war wie immer prima und wahr, aber Leute, das geht so nicht! Ich habe mich geschämt für Euch.

Am Ende ging es dann endlich hinaus auf den Innenhof, netzwerken, Bierchen trinken, alte und neue Freunde treffen und sich auf morgen freuen.

Der Plan zur #rp12 steht:

  • Veröffentlicht am 27th April 2012,
  • veröffentlicht von
Der Plan zur #rp12 steht:

Lange alles durchgelesen, Termine gecheckt, Inhalte verglichen, Sprecher angesehen. Die für den Job bzw. den Kunden interessanten Panels rausgeschrieben, die vielversprechenden Panels von Bekannten und den üblichen Verdächtigen. Neugierde, ob die neue Location der #rp12 gerecht wird. Sorge, ob genügend Lücken für den Lunch mit Daniel Craig und die vielen Bierchen mit den vielen, lieben Freunden bleiben. Wissend, das am Ende alle Pläne wie jedes Jahr Makulatur sind und die spannendsten Unterhaltungen jenseits der Konferenzen stattfinden. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn was man verpasst, kann man fast immer hinterher noch einmal in Ruhe ansehen. Hier sind z.B. die Videomitschnitte der wichtigsten Vorträge und Sessions von 2011.

Ich freu’ mich so!

Und wie sehen Eure Pläne aus? Was hab’ ich übersehen, was kann ich ignorieren? Hier ist das Programm: re:publica 2012.

Meine Lieblingstweets im März

  • Veröffentlicht am 2nd April 2012,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Regendelfin/status/175320630248476674"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Dezemberglueck/status/175143615201419264"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/dentaku/status/177133855877238784"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/onrie/status/177339099605237760"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/zynaesthesie/status/177825036265209856"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/silvestah/status/178185344720711680"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/178189177219858433"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/formschub/status/179978347344965632"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/quatschnass/status/182083443436433411"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/philbee/status/183817569084518400"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/HausOhneFenster/status/185221454588157953"]

 

In a room of 25 engineers, only 3 will be women.

  • Veröffentlicht am 23rd März 2012,
  • veröffentlicht von

Girls in STEM
Created by: Engineering Degree

Ich habe mich nie so doll für die mathematisch-naturwissenschaftlichen Themen interessiert und immer mehr für Sprachen, Geschichte, Kunst, Literatur und Musik.
Aber ich weiss noch, wie ich in der Mittelstufe, so mit Eintritt ins Gymnasium und beginnender Pubertät langsam das Gefühl bekam, all meine Fähigkeiten in diesen „weichen“ Fächern seien nicht viel wert wie die Kenntnisse der „klugen“ Jungs in den „harten“ Fächern wie Mathe oder Physik. Lernte man für eine Französischklausur oder eine Erdkundearbeit, dann hiess es „das schaffst du schon, ist ja nicht so schwer“. Ging es hingegen um Chemie oder Bio, runzelten alle die Stirn und murmelten was von “puh, meinst du, du kannst das?“. Meine Selbstzweifel wuchsen, ich kam mir zwar selbst nie dumm vor, aber fühlte mich aus unerfindlichen Gründen um etwas betrogen … und in gewisser Weise wurde ich das ja auch.

Daß ich in der Informatik AG war, deren Unterricht meist ausfiel, weil der Lehrer krank war, keine Lust hatte oder der Computerraum von der Schach AG belegt („Ach so, Ihr wollt hier wirklich was mit diesen komischen Kisten machen? Wir haben keinen anderen freien Raum gefunden!“), das galt als Kuriosum; meiner Erinnerung nach war ich das einzige Mädchen der Gruppe. Der Lehrer war auch mein Physiklehrer und ich war in Physik nicht besonders gut. Wenn mal mehr Interessenten als Computer versammelt waren, wurde mir wenig subtil bedeutet, daß ich „doch auch mal den anderen eine Chance geben solle“. Die anderen waren natürlich Jungs, klar.

Das war so um 1984 herum. Es macht mich etwas traurig, daß sich so wenig geändert zu haben scheint. Jeder Grundschüler hat inzwischen ein Handy oder eine Spielkonsole mit mehr Rechenpower als alle Rechner der NASA, die zur Mondlandung eingesetzt wurden. Doch falls der Mensch noch einmal auf dem Mond landen sollte, wird es wahrscheinlich eine hübsche Quotenastronautin geben, vielleicht sogar eine Schwarze, da hätte man dann gleich zwei Fliegen  mit einer Klappe geschlagen. Aber ich möchte wetten, die Bodenstation wird auch weiterhin zu 99% von Männern geführt sein.

Geht sterben

  • Veröffentlicht am 23rd März 2012,
  • veröffentlicht von
Geht sterben

Ich finde halt nicht, dass die Gesellschaft den Künstlern ein Geschäftsmodell schuldig ist. Alle anderen müssen schließlich auch sehen, wo sie bleiben. Wenn der Putzroboter bald die Reinigungskraft ersetzt, wird sie auch nicht auf imaginäre Rechte referieren können, damit ein Anwalt ihre Bezahlung durchsetzt.

So schreiben @mspr0, @peterbreuer*) und andere in einem oft geteilten Beitrag zum Urheberrecht.

Und ja, in gewisser Weise haben sie Recht: Es gibt keine Garantien und kein Recht darauf von seiner Arbeit leben zu können, bzw. daß andere einen dafür bezahlen das zu tun, was einem Freude macht oder was man gut kann. Was nicht gebraucht wird, wirklich lebenswichtig, dringend gebraucht, wie z.B. eine Herz-Lungen-Maschine, das ist frei für den Abschuss, ist überflüssig und man darf sich nicht beschweren, wenn es dann halt einfach vom Markt verschwindet. Wobei … man kann das doch eigentlich noch etwas weiter spinnen: wir sind fast 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Herz-Lungen-Maschinen braucht es von weitem betrachtet eigentlich auch nicht. Leute sterben halt, ja muss ja, Schwund ist immer, so ist das Leben eben, Platz für Neues zu schaffen ist wichtig. Was soll man uns groß künstlich beatmen, am Ende landen wir ja doch alle in der Kiste. Für falsche Sentimentalitäten ist kein Platz in dieser Welt. Geht sterben. Gehen wir sterben. Denn das tun wir ja, unser erster Tag auf Erden ist letztlich auch nur der erste vom Rest unseres Lebens.  (mehr …)

Meine Lieblingstweets im Februar (Schaltjahr Edition)

  • Veröffentlicht am 1st März 2012,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/formschub/status/166881937942781953"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/HaeBanae/status/168293238342561792"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/FR31H31T/status/169116508348362752"]

 

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Sillium/status/169117637555666944"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/function/status/170825576985276417"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Frau_Elise/status/170825945173864448"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ankegroener/status/172412033550127105"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/taphi/status/172427865864933376"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/diepebbs/status/173105482288988161"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Lobotobi/status/173018972587966464"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/alles_b/status/174148977174908928"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/truckblog/status/174210987174539264"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/svensonsan/status/174821396260732928"]

 

Der Schlüssel

  • Veröffentlicht am 29th Februar 2012,
  • veröffentlicht von

via Christian (facebook-Eintrag):

Verschlüsselung in Mail und Chat: Der Kampf ist verloren (oder auch nicht?) – Niels K.

«Und dann muss es noch Propaganda geben. So schöne Infographiken und Youtube-Videos, welche die Probleme klären und erklären wie es geht. Die eintrichtern, dass man Verschlüsselung will. Übrigens ich will auch gerne überzeugt werden, warum ich Verschlüsselung will und warum ich mir den aktuellen Schmerz antun sollte. […] Bitte den Elevator-Pitch. Sprich: Ihr habt eine kurze Aufzugfahrt Zeit, um mich zu überzeugen und nicht ganze Bildschirmseiten. Wenn ihr den Durschnittsuser überzeugen wollt, habt ihr auch nicht mehr Zeit.»

Niels erklärt, warum das trotz großflächigen Schnorchelangriffs unserer Junta Regierung so schwer ist, Leute zum Verschlüsseln ihrer Mails zu bewegen.

Ich hatte ca. 1993 meinen ersten PGP Key, es erschien mir sinnvoll. Das muß um die gleiche Zeit gewesen sein, in der ich in die EFF eintrat, nachdem ich den inspirierenden und schockierenden Artikel in Ausgabe 2 des WIRED Magazins gelesen habe (eine der wenigen Ausgaben, die mein großes Altpapiermassaker vor zwei Jahren überlebt haben). Ich war die einzige in meinem Bekanntenkreis, die PGP nutzte (OK, die überhaupt eMail hatte und wußte, daß es ein Leben jenseits der CompuServe, AOL und GEnie Mauern gab). Niemals sah ich je unter einer anderen Mail einen public key. Nicht einmal. Und nicht einmal hat mich jemand gefragt, was das für eine merkwürdige Signatur sei. Throw your hands in the air – they just don’t care.

Die Nerdette in mir war neugierig genug und die Aluhutträgerin in mir war paranoid genug, sich mit dem unfassbar umständlichen Verfahren auseinanderzusetzen. Am Mac noch dazu (Prä System 7).

In den Jahrzehnten danach habe ich für kleine und große Firmen gearbeitet, die durchaus schützenswerte Informationen ungeschützt durch die Welt schickten. E-Mail war ja so einfach und schnell! Eine Agentur hatte im Jahr 1999 heftigst grassierenden Dotcomfieber  etwa vier Sätze Bücher, die zum Thema Due Diligence bei mindestens ebensovielen Wirtschaftsprüfern unterwegs waren, bevor man den Sprung an die Börse wagen wollte. Die Praktikantin oder Auszubeutendebildende, so genau weiß ich das nicht mehr, verbrachte ganze Wochen ausschliesslich am Kopierer, ausgedruckte und natürlich unverschlüsselte Mails mit vertraulichen Zahlen, Daten, Fakten zu vervielfältigen. Schiefe oder schlechte Kopien wurden schlicht und sparsam umgedreht und als Schmierzettel beim Telefonieren genutzt. Da landete schon mal die Bitte um Rückruf von Frau S. auf meinem Schreibtisch, geschrieben auf der Rückseite von Gehaltslisten der Mitarbeiter des Münchner Büros.

Der weltgrößte Medienkonzern entblödete sich zu meiner Zeit dort nicht, seine Mitarbeiter zu verpflichten den „legal Deppendsclaimer“ (kurz darauf auch in Verbindung mit dem „legal und Umweltschutz-Deppendisclaimer“) ellenlang unter (!) jede Autosignatur zu setzen. Jeder zweite Kollege auf meinem Flur hatte wändelang und -hoch Aktenordner voll ausgedruckter E-Mails, die dann in schöner Regelmäßigkeit teuer einem zertifzierten Reisswolfunternehmen übergeben wurden. Es gab ein laminiertes Blatt mit Handlungsanweisungen, wie man sich verhalten solle, wenn Polizei, Steuerfahndung oder sonstige Aliens plötzlich neben dem Schreibtisch stünden. Was es nicht gab: verschlüsselte Festplatten, Ordner oder Mails.

Wenn ich heute diese Naivität sehe, diese „ich hab’ doch nichst zu verbergen“-Einstellung auch meiner Altvorderen (die auf meine Gegenfrage: „und warum führt Ihr dann Eure Korrespondenz mit Finanzamt oder Bank nicht via Ansichtskarte, hm?“ nur entgegnet: „ach, papperlapapp!“), dann weiß ich: der Kampf ist verloren. Sie haben, Mitte 70,  gerade erfolgreich das Thema „E-Mails schreiben“ gemeistert. Schon wenn ein Dateianhang ins Spiel kommt, ist die Unsicherheit groß und man wartet lieber darauf, wenn ich am Wochenende komme, dann kann ich ja auch gleich noch mal zeigen, wie man etwas ausdruckt.

Am anderen Ende des Alterspektrums fragt mich Captain Jack (11einhalb), ob es nicht klug sei, für jeden Dienst dasselbe Passwort zu nutzen, denn dann müsse man sich nur eines merken. Mein Rat, das tunlichst zu unterlassen, da man dann Gefahr laufe, an allen Fronten Megastreß zu haben leuchtet ihm ein, aber zerstreut und wenig technikaffin wie er ist, wird er vermutlich ebenfalls irgendwann zu den Usern gehören, die das Passwort mit Post-it unter die Tastatur kleben. (Um seinen kleinen Bruder mache ich mir weniger Sorgen; der warf neulich nonchalant „ich muss mal schnell meinen Account checken“ ein, da er eine Einladung seines Kumpels zum Kindergeburtstag erwartete.)

So lange seine Mails zu verschlüsseln nicht mindestens so simpel und benutzerfreundlich ist, wie ein Foto zu verschicken, so lange wird es keine flächendeckende Verschlüsselung geben. Der Schlüssel heisst: E1nf4ch3_B3nu7z84rk31t!

Social Gedöns in Text und Bild

  • Veröffentlicht am 28th Februar 2012,
  • veröffentlicht von

Aktuell gibt es zwei (relativ) neue soziale Netzwerke, die der heisse Scheiss sind und die man wahrscheinlich am ehesten unter der Kategorie Bookmarkingdienste ablegen kann: Pinterest.com und Quote.fm.

Während Pinterest sehr bildorientert ist, man kann und soll tolle Bilder an seine virtuelle Pinnwand haften, die auf die entsprechende Quellenwebsite linken und von vielen Freunden und Bekannten idealerweise gesehen, geherzt und erneut „gepinnt“ werden, konzentriert sich Qute.fm auf Texte: Hier soll man seinen Freunden einen interessanten Link mit einem möglichst passenden Zitat aus dem verlinkten Text vorstellen.

Beide sind also sehr minimalistisch und haben ihre Pros und Cons, oder besser gesagt Fans, die gelegentlich mit dem jeweils anderen Service nicht viel anfangen können. Herr @Buddenbohm z.B. empfindet Pinterest als Klickibunti-Dienst, der in der Kategorie „überflüssige Dienste“ kaum zu überbieten ist. Andererseits lobt er Quote.fm über den grünen Klee, eben weil sich hier auf den puren Text fokussiert wird.

Ich mag beide sehr gerne, aber natürlich sind beide auch total überflüssig. Ich habe noch nicht rausgefunden, warum man diese Links und Zitate, egal ob Text oder Bild, nicht gleich via Facebook oder Twitter etc. weiterverbreiten kann oder sollte. Zumal man anschliessend ja doch wieder auf Facebook oder Twitter querverweist: „schaut, was ich tolles auf pinterest / Quote.fm gefunden habe!“  – damit a) überhaupt jemand bemerkt, daß es diese Dienste gibt, b) jeder bemerkt, daß man selber zu den ersten gehört hat, die den heissen Scheiß kennen und nutzen und c) weil anders gar keine Reichweite generiert wird. Das kommt mir ja doch irgendwie komplett sinnbefreit vor.

Bei beiden Services steht man außerdem natürlich besonders als deutscher Nutzer wieder mit einem Bein im Abmahngrab: Fremde Inhalte weiterzuverbreiten, gar zu empfehlen in Bild und Text, das kann u.U. teuer werden. Auch wenn es eigentlich das ist, was die meisten der Anbieter sich sehnlichst wünschen und ansonsten teuer bezahlen müssten. Das fällt gerade bei Pinterest auf, das den Urhebern der Grafiken und Fotos Traffic in oft nie zuvor gekannten Ausmassen beschert (Eine testhalber gepinnte eigene Zeichnung, die auf meine eigene Seite verweist, bescherte mir in den ersten Tagen etwa 15% meiner Besucher. Bei großen Seiten mag das etwas ander aussehen, aber merkbar ist es wohl auch – „Pinterest Drives More Traffic Than Google Plus, YouTube And LinkedIn Combined“). Ich pinne grundsätzlich nur Bilder aus US- und UK Shops oder von Seiten, von denen – aufgrund der angebotenen social media „verlink mich!“-Buttons – angenommen werden kann, daß ihnen meine Begeisterung recht ist.

Aber ich pinne nicht sehr viel, denn letztlich sehe ich halt diesen Umweg nicht als Mehrwert für mich. Ich kann den Link auch schneller direkt twittern oder bei facebook posten. Und die interessanten Artikel, die ich bei Quote.fm vorstellen soll, habe ich zehnmal schneller und für mich wertvoller hier im Blog via pinboard.it als „Link(s) des Tages“ aggregiert. Doppelt gemoppelt mag besser halten, macht aber auch mehr Arbeit. Wozu?

Kickstart für eine coole Hamburger Band namens SCHMITTEN!

  • Veröffentlicht am 15th Februar 2012,
  • veröffentlicht von

Heute mach’ ich mal etwas Werbung für eine spannende Hamburger Band, die ihr neues Album zu einem Drittel crowdfunden will und deshalb auf Nordstarter ziemlich coole Dinge anbietet. Für 15 € gibt es eine von allen Bandmitglieder signierte CD und für vergleichsweise schlanke 100 € erscheint die Truppe sogar auf Eurem Balkon und spielt Euch eins!
Musikalisch ist das alles natürlich wie immer schwer zu beschreiben und genau deshalb einfach umwerfend. Los, los!

Meine Lieblingstweets im Januar (1. Halbzeit)

  • Veröffentlicht am 16th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

La Gröner hat es vorgemacht, und sie hat Recht: Wer soll denn das alles lesen, das muss man aufteilen. Fortan gibt es auch hier die Lieblingstweets des Monats in zwei Häppchen, heute die vom 1. bis zum 15.:

Das Jahr fing bei den meisten Timelinebewohnern wahrscheinlich ähnlich an. Welches Jahr? Nun …
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hf_sports/status/153479700289830913"]

Der Neujahrsblues klingt  nur echt mit dem nötigen Pathos:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/notenblog/status/153819521751334912"]

Immerhin kehrt langsam Normalität ein:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/BrotloseKunst/status/154257020327956481"]

Auch wenn einige offenbar einfach nicht nach Hause wollen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/notenblog/status/154322772158451712"]

Der mimimi-Faktor ist höher als sonst:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/dentaku/status/154474358654509057"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Ingeborch/status/157199655850082304"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hoch21/status/154548746405945345"]

 

Man geht langsam mal wieder raus, an die frische Luft:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/rajue42/status/154877723284746240"]

Größere geistige Transferleistungen kann man da so bald nach dem Jahreswechsel allerdings noch nicht erwarten:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/nachtlos/status/156158496956628992"]

Andere feiern die ersten Erfolgserlebnisse im neuen Job:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hf_sports/status/156015464173142017"]

Oder feilen an ihrer Selbstbeherrschung und klammern sich an ihre guten Vorsätze:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/protagon8/status/157804903413194752"]

Überhaupt, Kinder: Ein stetiger Quell der, äh, Dings:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/schlenzalot/status/155650692281925632"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/littlewisehen/status/157122345142730752"]

 

Aber auch die Erwachsenen haben teils noch Luft nach oben, was ihre Kernkompetenzen betrifft:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/oOtrinityOo/status/157397165067608064"]

Und so bleibt es spannend, in welche Richtung sich das Jahr entwickeln wird:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/notenblog/status/157339743116476416"]

Chantalismus, haha

  • Veröffentlicht am 13th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/littlewisehen/status/157122345142730752"]

Gestern machte dieses tumblog die Runde und erheiterte die Digerati. Auch mich, ich gebe es zu: ich lache ebenfalls über „Vornamensbehinderte“ (Kevin, Chantal, Schackeline), bzw. über ihre Eltern, die oft schmerz- und meist bildungsbefreit ihre Anregungen für die Namensgebung des kleinen Prinzen und der kleinen Fee aus den R&B-  und Hiphop-Charts oder dem Kino nehmen, oder sich an beknackten ungewöhnlichen Promikindernamen („Apple“, „Peaches“, „Suri“) orientieren. Da kommen dann so interessante Kombinationen wie „Leeroy-Jerome“ auf (der Junge wird hoffentlich mal ein guter Tänzer) oder „Jason Damien“ (die Eltern haben entweder keine Ahnung, wen sie sich da ins Haus geholt haben könnten, oder lassen alles Weitere auf sich zukommen).

Aber mal im Ernst: Sind Kevin und Schantall so viel schlimmer dran als die drölf Lauras, Leonies, Maxe und Carl-Christopher pro Klasse in den Grundschulen der Elbvororte? Waren denn unsere Großeltern oder Eltern so viel besser dran mit Namen aus den damaligen Sagen und Entertainmentblockbustern, z.B. von Wagner: Krimhild, Walburga, Hildburg, Walburga bzw. Traugott, Isegrimm, Waldemar, Fürchtegott, Gotthilf? Was halten wir von Clothilde, Käthe, Willibald und Heinz-Dieter? Und was ist mit unserer Generation? So mancher Kennedyfan hat seinen Sohn John (englisch ausgesprochen, nicht norddeutsch), manche sogar gleich John-John genannt. Ich hatte vier oder fünf Katrins in jeder Klasse, mal mit K, mal mit C, mal mit, ohne h in der Mitte und an Carolines herrschte auch keine Unterversorgung. Thomasse, Thorstens und Jans kenne ich wie Sand am Meer. Ist das so viel vorteilhafter? Namen sind fast immer modisch, manchmal modern und selten zeitlos.  Da muss man durch.

Und wenn nur noch Kevins und Chantals in den Klassen sitzen, dann ist der Witz irgendwie auch weg. Letztlich werden diejenigen Kinder gemobbt, die geborene Opfer sind – wenn ihr Name nichts zum lästern hergibt, dann die Haarfarbe, die Brille, das Kleid, die falsche Turnschuhmarke, der falsche Dialekt … es ist völlig egal. Vorurteile, Kleingeist, Engstirnigkeit: Das sind die eigentlichen Probleme unserer Spezies. Wenn Shanaia-Lourdes sportlich ist, selbstbewußt, schlagfertig und vielleicht noch hilfsbereit und gutaussehend, dann wird sie keine Probleme im Leben haben – außer vielleicht mit grauhaarigen Waldemars in der Finanzbehörde. Oh.

 

Trend. Meiner.

  • Veröffentlicht am 12th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Mir ist bewußt geworden, wie wichtig mir mein Blog ist. Dieses hier. Google Plus hat für mich keinen gefühlten Wert, dazu verabscheue ich den Konzern zu sehr und dazu laufen mir dort auch zu viele Idioten hinterher, ganz zu schweigen von der miserablen Usability. Aber ignorieren darf man es auch nicht. Facebook ist eine nette Brücke zwischen online und offline, denn einige Freunde, die sonst offline sind, sind dort und machen die Plattform heimeliger, als ich gedacht hätte. Twitter ist nach wie vor der große Spaß, die nicht endendwollende Party, man geht kurz mal raus und quatscht auf dem Balkon mit diesem, lacht über die besoffene Ulknummer von jenem und will auch morgens um fünf noch nicht nach Hause. Xing und LinkedIn, ja, nun, was soll man dazu noch sagen? Die beiden sind wie die Steuererklärung. Muss ja, aber wer hat da schon Bock drauf? Mein Blog ist mein Zuhause.

Cems Trend.

Nicos Trend.

Eriks Trend.

Thomas’ Trend.

Oswalds Trend.

Olivers Trend.

und viele weitere … bei Cem, der das Thema ja auch losgetreten hat. :)

Follow your heart

  • Veröffentlicht am 8th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Einer der Vorteile des Älterwerdens ist, daß man nicht mehr auf jeden Mist hereinfällt, den einem die Welt erzählen will. Man hat eine gewisse Lebenserfahrung, man glaubt nicht mehr, daß die Welt untergeht wenn X passiert, wobei X wahlweise für „wenn du dir an einer Kerze eine Zigarette anzündest, stirbt irgendwo ein Seemann“ oder auch „wenn du kein Arbeitszeugnis vorweisen kannst, kriegst du im ganzen Leben keinen Job mehr jenseits der 400€-Marke“ stehen kann, je nach dem, welche eigenen Ängste der Ratgeber dem staunenden, meist jüngeren Mitbürger gern als unverrückbare Tatsache erklären will.

Nun weiß ich, daß es mit der christlichen Seefahrt zwar in den letzten Jahren ziemlich bergab gegangen ist, aber bezweifele doch stark, daß dies an durch stillos angezündete Rauchwaren getöteten Seemännern liegt. Und ich habe zwar nicht von jedem meiner Arbeitgeber ein Zeugnis bekommen (zum Beispiel, weil es den betreffenden Arbeitgeber beim Platzen der Dotcom-Blase in tausend Fetzen zerlegt hat oder der Personalchef das irgendwie verschlampt hat, die damaligen Chefs inzwischen einem Herzinfarkt erlegen oder oder nach Madeira oder zu anderen, grüneren Weiden aufgebrochen sind und der Nachfolger in der Leuteschinderbutze sich nicht so wirklich in der Pflicht sieht), aber trotzdem einen guten Job jenseits der 400€-Marke, zum Beispiel weil – gerade in meiner Branche – ein Arbeitszeugnis mehr so als nice-to-have angesehen wird: was zählt, sind Erfahrungen, Erfolge und ggf. Empfehlungen gemeinsamer Bekannter. Und ich sehe und höre die Warnungen und Angstmacherei, teils aus Unwissenheit, teils aus Geltungsbedarf vorgetragen:

„Du musst unbedingt dem und dem und dieser und jener folgen und zusehen, daß er und sie dir folgen, dann hast du es geschafft, das ist eine tolle Ausgangsbasis, wenn dann mal einer Deine Follower durchsieht, ist er beeindruckt und du wirst viel eher zum Gespräch eingeladen!“

„Du musst auf Klout sein, denn wenn du kein Klout-Ranking >50 hast, kannst du’s gleich vergessen, dann bist du unwichtiges Fußvolk, für jedermann ersichtlich!“

Äh, nein.

Ich muss gar nichts im Social Web. Da gibt es keine 100% sicheren, wiederholbaren Erfolgsrezepte. Ich muss den Leuten folgen, die mich interessieren, bzw. deren Beiträge mich interessieren. Und ich muss die Beiträge schreiben, die mir am Herzen liegen. Dann werden mir die Leute folgen, die mich interessant finden. Oft gibt es eine Übereinstimmung zwischen den beiden Gruppen, aber oft eben auch nicht. Ja, ich sehe mir etwas genauer die Leute an, denen meine (oft nicht persönlich bekannten) Freunde folgen und folge vielleicht etwas eher zurück, wenn ich sehe, daß wir 23 gemeinsame Freunde haben. Aber viel wichtiger und interessanter sind doch die Inhalte, die jemand online verteilt oder schreibt.

Ich folge Menschen, die ich privat witzig, echt, unterhaltsam und informativ finde, bzw. deren Onlineselbstdarstellung. Ich bin in den vergangenen fünf Jahren aus beruflichen Gründen nur sehr, sehr wenigen Menschen gefolgt (bzw. habe ihre Blogs gelesen), die ich rundweg zum Kotzen finde in ihrer Onlineselbstdarstellung, die aber als „Player“ gelten. Eigentlich waren es nur zwei, und beide habe ich sehr bald wieder über Bord meines Accountschlachtschiffs geworfen. Sie blieben davon ungerührt und es dürfte sie völlig kalt gelassen haben, wenn sie dessen überhaupt gewahr wurden.  Aber meine persönliche Lebensqualität wurde davon ein Stückchen besser. Ich mußte nicht bei jedem Anblick auf ihre Avatare denken: Schon wieder dieses aufgeblasene Arschloch!

Klout.com ist ein US-amerikanischer, höcht undurchsichtig agierender Laden mit unbekannten, geheimen Algorhitmen operierend, der über dich ein Ranking anlegt, ob du dort Mitgled bist oder nicht – weil er die Adressbücher Deiner Freunde abgrast, die ihm dummerweise Zugriff auf ihr Facebookkonto, Twitterkonto, Google Plus-Konto etc. gegeben haben. Die wissen oft gar nichts davon, daß sie dort gelistet sind. Und wenn man dort keine hohe Bewertung hat, dann heißt das rein gar nichts. Ein Personaler, der sich am Klout-Ranking orientiert, hat den Job entweder im Lotto gewonnen oder es ist sein erster Job. Falls er es ernst meint und tatsächlich im Berwerbungsgespräch danach fragen sollte – nicht heute, sondern so in zwei, drei Jahren, wenn der Service sich auch hierzulande als „federführend“ etabliert hat, weil Menschen nun einmal nichts lieber tun als andere zu bewerten, zu kategorisieren, in Schubladen zu pressen (auf denen oft genug irgend ein rebellischer Spruch klebt) – dann lauft, so schnell Ihr könnt.

Das Social Media Spiel hat genau eine Regel: Tu was du willst. Das macht es so spannend und unterhaltsam.

Content will remain King

  • Veröffentlicht am 16th Dezember 2011,
  • veröffentlicht von

Dies ist ein Beitrag des mir diesjährig zugelosten Weihnachtsbloggerwichtels. Ich denke, er regt sehr schön zum Nachdenken über das Bloggen an, auch wenn ich inhaltlich teils nicht mit der Autorin oder Autor übereinstimme. Vielen Dank für dieses Geschenk an meine Leserschaft!

Warum bloggen wir?

Weil es was zu erzählen gibt, so einfach ist das. Und zwar von uns.
Blogger sind in der Mehrzahl weder Selbstdarsteller noch an der
Vermarktung interessiert, sondern wollen authentisch kommunizieren.
Und deshalb findet man viele Blogger parallel auf Twitter und in den
sozialen Netzwerken.
Weil wir uns austauschen wollen, weil wir es lieben, uns zu vernetzen,
zu teilen. Weil uns manchmal auch einfach der Kragen platzt über einer
Ungerechtigkeit in der Welt oder wir jemandem unbürokratisch helfen
wollen, der unverschuldet in Not geraten ist. “Wir” Blogger sind keine
Konkurrenz für “euch”. Wir wollen doch nur etwas erzählen. Und im
besten Fall etwas, dass auch die Journalisten interessiert, das sie
aufgreifen. Oder wir beobachten Journalisten, wenn sie mal dummes Zeug
reden.
Natürlich gilt aber gleiches für uns Blogger.

Und ach ja, wir haben unsere Klassentreffen. Das grosse in Berlin
(re:publica 12, es wird sicher wieder klasse) aber auch die kleinen,
auf Barcamps, pl0gbars oder einfach nur online.

Versucht uns nicht, in eine Schublade zu schieben, wir stecken in so
vielen. Aber lest uns, kommentiert, teilt. Seid Teil dieser
unglaublichen, kreativen, verrückten Gemeinschaft von Menschen, die
nur eins gemeinsam haben. Die Lust am Schreiben und den Wunsch, etwas
mitzuteilen.

Oh, und erzählt uns nicht, was wir schrieben, sei irrelevant, so lange
ihr es schafft, euch stundenlang abends das stumpfsinnige
Fernsehprogramm reinzuziehen. Da sind wir nur teilweise dabei. Trefft
uns da, wos wirklich interessant ist. Auf Twitter, auf Google oder
einfach in unseren Blogs.

Bloggen ist Punk, bloggen ist kreativ und macht einfach einen riesigen
Spass. Und wenn aus einem Gedanken in einem Blog sich eine Kette
bildet. Wenn Meinungen aufeinanderprallen und die Kommentare fliessen,
dann, ja dann habt ihr einen kleinen Blogwichtel sehr glücklich gemacht.
In diesem Sinne, frohe Weihnachten und noch viele Beiträge in euren
Blogs.

Meine Lieblingstweets im November

  • Veröffentlicht am 5th Dezember 2011,
  • veröffentlicht von

Heute mal ohne Anmoderation, das geht ja alles von Ihrer Zeit ab:

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/RocketJane/status/133505147321069568"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/alles_b/status/133977738938818560"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Mackielsky/status/134374018794008576"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Judetta/status/134627659371130880"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/gallenbitter/status/134966928568627200"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ramses101/status/135082305772466176"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/136310723709112320"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/holgi/status/136533132039028737"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/SebJabbusch/status/137076261251072000"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/137210338029481984"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/himmelkreis/status/138208006163791872"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/germanpsycho/status/138646931328086016"]

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hzulla/status/141812464726708224"]

 

(Daß ich mich mal in den @germanpsycho verlieben könnte, hätte ich auch nicht gedacht.)

Hilferuf – „Holy Fruit Salad!“

  • Veröffentlicht am 28th November 2011,
  • veröffentlicht von

Ich kenne die Fotografin Mme Creezy persönlich von diversen re:publica Begegnungen und lese ihr Blog Holy Fruit Salad! sehr gerne, es ist auch auf meiner Blogroll verlinkt. Jetzt braucht sie unsere Hilfe, ihre Kräfte sind am Ende. Und dankenswerterweise hat sie es geschafft, diesen Hilferuf abzusenden bevor sie komplett unterzugehen drohte. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit und oft das Schwierigste.

Sie ist ein Urgestein der Bloggerszene und hat unzähligen Menschen (fast) bis zur Selbstaufgabe geholfen. Jetzt sind wir dran: Spendet, was Ihr könnt für sie und ihre Katzen – Rat, Tat, aufmunternde Worte, Geld via den von einem Freund eingerichteten Spendenknopf. Let’s put back the Social in Social Web!

Zwischendurch: Herbstlesung

  • Veröffentlicht am 13th November 2011,
  • veröffentlicht von
Zwischendurch: Herbstlesung

Der goldene Herbst geht jetzt in einen knackig-kalten Winter über. Es ist wieder DOM, und endlich kann man wieder Mutzenmandeln essen und sich an der heissen Papiertüte die Finger wärmen.

Die Herbstlesung gestern im Le Kaschemme war ein schönes Highlight dieser Woche. Isabel Bogdan las ihr Wacken-Erlebnis vor, und live ist das fast noch mal so gut wie selbst gelesen, und dabei habe ich mich damals vor Lachen schon fast eingenässt. Kid37 las skurrile Vignetten und lässt mich das Thema Fliesenverlegung mit ganz neuem Blick sehen. Eine Singer-Songwriterin namens Dragana spielte ein paar ihrer Stücke. Und Maximilian Buddenbohm gab ein Häppchen aus seinem im März erscheinenden Buch „Marmelade im Zonenrandgebiet“ – eine Fortsetzung von „Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein“ – zum Besten und wir bewunderten seine sensiblen Knie. Dazwischen traf ich gerne einmal wieder ein paar liebgewonnene Nasen aus meiner Twittertimeline, darunter z.B. Little Jamie, Binnewies, die Herzdame, Jawl (mit sehr netter Begleitung) und das Bronchitisgeröchel und die Hexenschussschmerzen hielten sich auch angenehm zurück, so daß der Abend als voller Erfolg verbucht werden kann.

re:publica 12, ich komme!

  • Veröffentlicht am 2nd November 2011,
  • veröffentlicht von

Gestern noch twitterte ich quengelig, wann denn nun endlich der Vorverkauf losgehe, der November habe schließlich endlich angefangen. Und heute saß ich im dicksten Stau im Auto und chekcte meine Mails, als ich auf eine stieß, in der ich gefragt wurde, ob ich schon einen Hoteltipp für die neue Location hätte? Das konnte nur eines bedeuten … der Vorverkauf hatte angefangen, und ich saß nur mit einem phlegmatischen iPhone 3G bewaffnet im Hamburger Feierabendverkehr und brauchte doch dringend ein Ticket, verdammt!

Also tippte ich mit zitternden Fingern die URL ein und beobachtete, wie sich in Zeitlupe die Seite lud. Das E in der Menüleiste avisierte mir, daß ich mich in der EDGE-Hölle befand, nicht mal 3G stand mir zur Verfügung. Schliesslich hatte ich mich durch die Seite gearbeitet und war auf dem Bestellformular angekommen. Es war noch genau ein (1) Early Bird Bloggerticket zu haben. Aber wäre ich – bzw. EDGE – schnell genug, um es auch zu bestellen? Quälend langsam ging es voran, und meine Ungeduld wurde auch nicht dadurch besänftigt, daß ich zwischendurch tatsächlich auch im Verkehr ein paar Meter vorankam und zu meinem Vordermann aufschliessen mußte. Verdammte Axt! Ich kann so nicht arbeiten!

Am Ende dann wurde alles gut – ich habe das letzte der 300 Early-Bird-Bloggertickets bekommen, die binnen vierzig Minuten (!) ausverkauft waren, wie Johnny schreibt. Und jetzt kann ich mich auch ganz gemütlich um ein Hotelzimmer kümmern. Ach ja – und wie ich das Banner hier ins Blog einbinde. Muss ich mir wohl doch wieder eine Seitenleiste basteln, hm?

Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!

Meine Lieblingstweets im Oktober

  • Veröffentlicht am 31st Oktober 2011,
  • veröffentlicht von

Der Oktober stand zunächst ganz jahreszeitgemäß im Zeichen des Apfels. Nicht jeder fühlte sich jedoch umfassend genug informiert und bange Nachfragen waren an der Tagesordnung:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Alf_Shumway/status/121253236920426496"]

Ein paar Hipster konnten natürlich die Füße nicht stillhalten:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/haekelschwein/status/120974985706741760"]

Die oft zur Schau gestellte Coolness kam mitunter jedoch etwas unglaubwürdig rüber:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ferkl/status/120079115809341440"]

Nach der großen Präsentation des neuen Objekts der Begierde war die Verwirrung teilweise größer als vorher:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/spreeblick/status/121293396643033091"]

Auch in der Provinz warf das Gerät offenbar mehr Fragen auf, als es beantwortete:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/karstenloh/status/121506201153454080"]

Die neuen bzw. verbesserten Features wurden mit gemischten Gefühlen aufgenommen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/jardinduvin/status/121634390316040192"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/maatc/status/122687769033191425"]

Einige Erwartungen wurden – man könnte sagen: erwartungsgemäß – nicht erfüllt:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Zugschlus/status/126938562817040384"]

Doch insgesamt dominierte der praktische Erfahrungsaustausch mit Tipps und Tricks:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/bangpowwww/status/121124556529352704"]

Das Offensichtliche fand Erwähnung:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/haekelschwein/status/122265851155054592"]

Das nicht ganz so Offensichtliche auch:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/wilshipley/status/123202323941040128"]

Nur wenige tappten am Ende noch m Dunkeln:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/bewitchedmind/status/121956578025938944"]

Doch genug zum Thema Apple, der Oktober hielt ja auch diverse Feiertage für uns bereit:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/oOtrinityOo/status/120479975030800384"]

Das Wetter wurde, wie in jedem Herbst, äußerst kritisch wahrgenommen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/meiapopeia/status/122025434283122689"]

Manche stellten sich dabei mehr an als andere:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/echt/status/122622253945991168"]

Andere kränkeln:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/oOtrinityOo/status/127033583608135680"]

Und da das Internet bekanntlich kein rechtsfreier Raum ist, muß natürlich darauf hingewiesen werden:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/haberflock/status/123666644601028608"]

Die dunkle Jahreszeit lädt ja selbst auf Twitter manch einen zu alternativen Vergnügungen ein:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hoch21/status/124847881457893376"]

Ödipussi würde sich hier wie zuhause fühlen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/schlenzalot/status/125265565907554304"]

Daß Twitterer keinen Sex haben, scheint ein böses Gerücht zu sein:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/isdjan/status/123647999577563136"]

Vorbereitung ist die halbe Miete:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/svensonsan/status/128500616224972800"]

Es gibt aber auch Nachhilfe für die Vögel, die nicht wissen wie’s geht:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Unschuldsjunge/status/127119210798260224"]

An freundlichem Verständnis herrscht kein Mangel, obwohl …
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/jardinduvin/status/129155820024889345"]

Doch einige üben lieber alleine, sicher ist sicher. Vor Übertreibungen wird gewarnt:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/rock_galore/status/124902426611429376"]

Der Morgen danach gestaltet sich durchaus verschieden:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/RocketJane/status/121095689143984128"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/130155386308272129"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/sechsdreinuller/status/123653307037257728"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/himmelkreis/status/123652822112800769"]

Gelegentlich blitzt aber doch durch, wo die Ware Liebe hingefallen ist:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/klabusterbeere/status/126345731677233153"]

Suchtverhalten ist eher die Regel als die Norm:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/oOtrinityOo/status/126344430914502656"]

Wovon sich kühlere Köpfe jedoch nicht aus dem Konzept bringen lassen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/RocketJane/status/125172271038988288"]

Falls Sie sich jetzt fragen, was das eigentlich für Bekloppte sind:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/sechsdreinuller/status/128141218927489024"]

Einige Fragen sind jedoch noch offen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/oOtrinityOo/status/125307389405691904"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/RocketJane/status/130735465539190784"]

Aber man kann sich jedenfalls aufeinander verlassen:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/BrotloseKunst/status/128923306266071040"]

Die Nacht vor Allerseelen ist natürlich ein Anlaß, sich nicht groß zu verkleiden:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/zynaesthesie/status/130986223857704961"]

Sogar die coolen Jungs spielen mit, scheinen aber das Konzept „Halloween“ nicht ganz durchschaut zu haben:
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/saschalobo/status/131036347875078144"]

Na, egal – auf Twitter gehen die Uhren eben anders!
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/foe05/status/131047395445313536"]

Ende der Sharerereien auf e13.de

  • Veröffentlicht am 9th September 2011,
  • veröffentlicht von

Ich habe letztens mal die ganzen Social Killefit Buttons von Facebook, Google  Plus & Co. rausgekickt, und das Banner rechts für die e13-Facebook Seite dazu. Der Flattrbutton ist ja auch schon vor Urzeiten wieder rausgeflogen. Ist hübscher, einfacher und gefällt mir viel besser so. Falls jemand einen meiner Beiträge hier liken, twittern oder pluseinsen will, ist er hoffentlich mit copy & paste des Links nicht überfordert.

Das nötige Minimum an Luxus: Ethisch korrekte und gesunde Schokolade. Von Frau Gröner beschrieben.

  • Veröffentlicht am 9th September 2011,
  • veröffentlicht von

Anke Gröner hat einen sehr schönen Artikel über einen ganz besonderen Schokoladenhersteller geschrieben. Was man an diesem Artikel kürzen kann oder sollte erschließt sich mir nicht, aber offenbar ist er in gekürzter Form in der aktuellen deutschen WIRED erschienen. Bitte hier entlang.

London is drowning, and I live by the river

  • Veröffentlicht am 9th August 2011,
  • veröffentlicht von

Noone expected this. The so-called leaders who have taken three solid days to return from their foreign holidays to a country in flames did not anticipate this. The people running Britain had absolutely no clue how desperate things had become. They thought that after thirty years of soaring inequality, in the middle of a recession, they could take away the last little things that gave people hope, the benefits, the jobs, the possibility of higher education, the support structures, and nothing would happen. They were wrong. And now my city is burning, and it will continue to burn until we stop the blanket condemnations and blind conjecture and try to understand just what has brought viral civil unrest to Britain. Let me give you a hint: it ain’t Twitter.

Quelle | via überall

Die Elefanten im Wohnzimmer

  • Veröffentlicht am 9th August 2011,
  • veröffentlicht von

Felix Schwenzel  fasst sehr schön zusammen, worüber wir uns dringendst Gedanken machen sollten:

da steht ein pferd aufm flur ein elefant im raum über den wir mal reden und nachdenken müssen.

eigentlich sind es drei elefanten:

  • kann es sein, dass journalisten bei facebook und google die einzigen sind, die nachvollziehbare und verbindliche antworten bekommen und alle anderen sich in kafkaesquen situationen wiederfinden?
  • wie vertragen sich bürgerrechte und die AGBs grosser unternehmen? wie lässt sich rechtssicherheit für kommunikationsstrukturen wie google+, twitter oder facebook sicherstellen?
  • wieviel regulierung verträgt das internet, wieviel regulierung ist überhaupt möglich ohne die ebenfalls nötigen freiräume und marktkräfte zu zerstören?

Die totale Transparenz des Nutzer, den Verzicht auf seine Anonymität und der Zwang zur Klarnamenverwendung bei der Anmeldung in sozialen Netzwerken wie Google und Facebook wird von diesen Unternehmen und sehr wahrscheinlich auch in weiten Teilen von ihren Kunden, den werbetreibenden Unternehmen, als Einbahnstraße und Sackgasse ohne Wendemöglichkeit verstanden und gewünscht. Wer sich in diese Netze begibt, sollte sich im Klaren darüber sein, daß er seine noch verbliebenen Bürgerrechte am Eingang abgegeben hat und sehr wahrscheinlich auch niemals wiederbekommt.

Auf Unterstützung seitens der Politiker aller Couleur darf man nicht hoffen. Zum einen haben sie längst bewiesen, daß sie selbst gern die von diesen Konzernen über ihre Schäfchen gesammelten Daten sammeln würden. Ihr lautes Geschrei nach immer neuen Datenbanken, gefüllt mit Informationen über andersdenkende, verdächtige Subjekte spricht eine beredte Sprache. Zum anderen gilt es, sich als technologiefreundlicher Wirtschaftsstandort zu profilieren und im geborgten Abglanz der strahlendsten Unternehmen unserer Zeit zu sonnen.

Wer das Geld hat, hat die Macht. Und die Mächtigen haben selbst kein Interesse an der Offenlegung ihrer Machenschaften, das wird immer wieder deutlich wenn man sich die Diskussion um Abgeordnetenwatch.de anschaut. Wie impertinent vom Bürger, Transparenz von seinen gewählten Vertretern zu fordern! Nein, von Regierenden, die kein Problem damit haben Bank- und Reisedaten der Bürger ihres souveränen Landes unaufgefordert den Machthabern und Geheimdiensten „befreundeter“ Nationen auf dem Silbertablett zu überreichen (Stichwort: SWIFT Abkommen), darf man keine Hilfe im Kampf gegen andere Datenkraken erhoffen. Eine Krähe hackt der anderen schliesslich kein Auge aus.

Umgekehrt wird auch gern unbürokratisch ausgeholfen, wenn Not am Mann ist – Blackberry beispielsweise hat gerade angekündigt, den englischen Behörden gern Zugriff auf die angeblich verschlüsselten Nachrichten seiner User zu gewähren, die verdächtig sind, an den aktuellen Londoner Unruhen beteiligt zu sein. (Merke: Verschlüsselung kann man sich eigentlich auch sparen, wenn der Vermieter, die Polizei, der Geheimdienst und jeder, der lieb fragt einen Zweitschlüssel kriegt.)

Journalisten bekommen nur deshalb einen halbwegs erleichterten Zugang zu diesen Konzernen, weil sie noch eine Hauch von Relevanz haben. Je unglaubwürdiger und damit irrelevanter sie jedoch in der Wahrnehmung der Bevölkerung werden (Stichwort: Scheckbuchjournalismus, Murdoch Skandal) und je gemütlicher ihre Verleger sich mit den Konzernen ins Bett legen, desto weiter schließt sich dieses letzte Tor zur Freiheit. Wir sind heute dank der technischen Möglichkeiten des Internets irgendwie alle ein bisschen „von der Presse“. Aber wenn letzten Endes die „kostenlosen“ Plattformen die Inhalte bestimmen und steuern, sei es über ihre AGB oder über die Manipulation der Suchergebnisse, was nützt uns das dann?

Meine Lieblingstweets im Juli

  • Veröffentlicht am 30th Juli 2011,
  • veröffentlicht von
Meine Lieblingstweets im Juli

Wer gelegentlich die Geschichten auf clientsfromhell.net oder kunden.ausderhoelle.de liest, der weiß: Designer sind Zauberer. Die Aufnahmehürden in diese Gilde sind jedoch hoch: [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/WortWunder/status/86682731983015937"] Dafür ist die Zahlungsmoral der Kunden meist eher niedrig, aber das gilt für alle Branchen. (mehr …)

Meine Lieblingstweets im Mai

  • Veröffentlicht am 6th Juni 2011,
  • veröffentlicht von

Der Mai fing recht albern an:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/JuTime/status/64797986747723777"]

 

Aber es wurde rasch ernst:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/moeffju/status/64977529030717440"]

 

Das Offensichtliche erschliesst sich immer nur wenigen Auswerwählten:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/alles_b/status/65314443269115904"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/germanpsycho/status/65376362491412480"]

 

Die Entmystifizierung des Kinderwahns macht auch Fortschritte:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/alles_b/status/65441245257932803"]

 

Falls mal jemand fragt, was meine Superkraft wäre, wenn ich sie mir aussuchen dürfte:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Menschette/status/65509494309924864"]

 

Andere machen ihren Mangel an Selbstdisiplin mit gekonnter, knappster Rhetorik wett:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/bosch/status/65559990395617280"]

 

Der Mann mit dem roten Hahnenkamm ist und bleibt ein Faszinosum:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Buddenbohm/status/65848214728880128"]

 

… ist aber längst nicht jedem ein Begriff:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/luzilla/status/71594422646734848"]

 

Das Alter macht auch vor Musikern, Helden und SM-Plattformen nicht halt:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/peterbreuer/status/66236469320237056"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/diktator/status/66864781440712706"]

 

Aber so manch einer verwechselt da was, glaube ich:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/n303n/status/66955848345337856"]

 

In der K. liegt die W.:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/nichtstefanraab/status/70149540975607809"]

 

Wir hassen unsere Mitmenschen nie inbrünstiger als im Straßenverkehr:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Regendelfin/status/68285881781469184"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/facella/status/68983740679979008"] [blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/urFeiST/status/68687829538062338"]

 

Naja, fast:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/st3f1n/status/68370988974346240"]

 

Die Sache mit dem Sommer, dem Wunschgewicht, der Traumfigur und dem Nerd:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/spreeblick/status/68307011636436994"]

 

Auch die Tücke des Objekts schläft nicht:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/kuhmuh/status/70504446852993024"]

 

Bald ist wieder Zeugnissaison. Hier ein Protipp für geplagte Lehrer, die noch nach der richtigen Formulierung suchen:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/SuperMarki/status/70532262944448512"]

 

Eine berechtigte Frage:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/zeitweise/status/70818636222312448"]

 

Und ein guter Hinweis:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/annelinja/status/70967356377137152"]

 

Den Blagen von heute fehlt ja oft der richtige Schliff …

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/sanitwitta/status/71150051795279873"]

 

… oder vielleicht nur der richtige Lehrer?

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Krinsekater/status/71248524796375040"]

 

Die Sonne bringt es an den Tag:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/schlenzalot/status/73789087856865280"]

 

Frühsommerliche Depressionen kennen keine Grenzen:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/goldengateblond/status/71670566976897024"]

 

Verständlich, wenn man den Hype um den Tag des jüngsten Gerichts und das Thema „Rapture“ mitbekommen hat:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/FR31H31T/status/71896889846542337"]

 

Herr Kaiser has left the building and a good many fools behind:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/PickiHH/status/73262694836338688"]

 

Da kann ich nur sagen:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/laut_gedacht/status/73440338928345090"]

Tigergetwitter

  • Veröffentlicht am 2nd Mai 2011,
  • veröffentlicht von

Tiger Woods twittert ja schon länger, bzw. ein verifizierter Account namens @TigerWoods existiert schon seit längerem. Zum überwiegenden Teil meldete sich dort jedoch sein Management mit belanglosem blabla, so daß sich auch die Anzahl der Follower in verhältnismässig engen Grenzen bewegte. Dann gab es den legendären „ja, ich bin es wirklich Tweet“ und die Anzahl der Follower stieg sprunghaft an, wurde jedoch seither überwiegend enttäuscht. Twitter ist einfach nicht Tigers Ding und nicht seine bevorzugte Art der Kommunikation. Er ist halt kein Poulter, Westwood, Cink oder McIlroy und die Nähe zum Fan ist ihm suspekt. Aber nun, da er mal wieder verletzt herumsitzt und nichts zu tun hat, beantwortet er gerade ein paar Fan-Fragen. Nicht sonderlich spannend, aber allein daß er es tut, ist ein ziemlich großer Schritt für ihn. Er hatte gerade sein Comeback gestartet, er hat zwar noch eine Vielzahl unerschütterlicher Fans, aber viele andere Spieler und Fans haben ihn bereits abgeschrieben und die Sponsoren stehen auch noch nicht wieder Schlange, seit sie ihn einer nach dem anderen anlässlich des Sexskandals fallengelassen haben. Ja, ich halte es für eine gute Idee, sich über Twitter in Erinnerung zu bringen. Aber ich würde nicht all zu viel darauf wetten, daß sein persönliches Gewtitter, oder gar der Fandialog, von Dauer sein wird.

Denis meint ja, auch Kaymer würde von mehr Social Media Einsatz profitieren. Das sehe ich völlig anders, wie ich dort ja auch schon kommentierte. Kaymer hat genau einen Job zu erledigen: Sich auf erfolgreiches Golfspiel zu konzentrieren. Für alles andere hat er ein Management. Wenn er selbst kein Twittertyp ist – und obwohl er kurzfristig einen Account hatte, der sogar von Westwood und Poulter bejubelt wurde – so hat es wenig Sinn und Zweck, ihn dazu zwingen zu wollen. Offenbar ist er selbst auch rasch zum selben Ergebnis gekommen und hat den Account kurz darauf wieder stillgelegt. Daß er auch keine eigene Website hat, wird auch von Alexander bemängelt. Nun, was genau sollte dort zu finden sein?

Im Ernst: ohne echten Mehrwert ist eine eigene Website nur eine hübsche Tapete – dekorativ anzusehen, aber letztlich nicht wirklich wichtig im Hinblick auf die Statik des Hauses. Natürlich könnte man schöne Fotos, Sponsorenlogos und Tourergebnisse dort abbilden, aber die wirklichen Fans brauchen das eh’ nicht, weil bereits anderweitig bestens informiert, und der gelegentliche Golfer holt sich seine Informationen sowieso offline aus den Beilagen von FAZ, Welt am Sonntag oder der Sueddeutschen. Kaymer ist ein weltberühmter Golfer – was letzten Ende bedeutet, daß er im eigenen Land marginal interessanter ist als ein Rhönradturner und international erst interessant wird, wenn er mindestens drei Majors und ein paar US Turniere gewonnen hat. Inzwischen ist er nicht einmal mehr die Nummer 1 in der Welt (Westwood hat sich den Thron zurückerobert) und sein Management hat vermutlich dringlicheres zu tun, als Websites bauen zu lassen. Nicht falsch verstehen, ich verdiene mein Geld mit Digital Marketing und würde gern Kaymer in Sachen Social Web Aktivitäten beraten, aber ich habe (als großer Golf- wenngleich nicht Kaymerfan und nur milde an den Tourergebnissen interessiert) wirklich nicht den Eindruck, daß er dringend ins Internet muss.

Meine Lieblingstweets im April

  • Veröffentlicht am 2nd Mai 2011,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Menschette/status/54111764836655104"]

Eine meiner liebsten Konzertkritiken erschien vor unzähligen Jahren in der Times. Dort schrob der Kritiker, der wahrscheinlich kurzfristig aus der Sportredaktion herübergewechselt war: „The Orchestra played Beethoven. Beethoven lost.“

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Kostadamus/status/54675967100203008"]

Was gibt es für eine besseren Grund, sich nicht entscheiden zu können?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/katjaberlin/status/54901415809785856"]

Andere Männer darf man nicht „dämlich“ nennen!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Menschette/status/55224237799120896"]

Als jemand, die als Kind mal Frolic probiert hat (und dann wußte, warum unser Hund die immer unauffällig ausspuckte), kann ich das nur bestätigen!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/IndigoDeLucca/status/55395371152707584"]

Diese Momente des Hachens, wer kennt sie nicht? Dafür wurde Twitter erfunden!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Anstandsdame/status/55617576067276801"]

Notiz an mich: vor Verlassen des Hauses BH-Sitz überprüfen.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/tweet_cetera/status/56077798388940801"]

Und warum ist eigentlich der Strohrum alle?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/katjaberlin/status/57349484249743360"]

Als Werber ist man ja gemeinhin sehr erfahren und gestählt in Sachen ausgebeutet und von-oben-herab-behandelt-werden.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/spreeblick/status/57443511557029889"]

So aus dem Kontext gerissen, liest sich das auch recht witzig …


[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/FLHH/status/57800081281269760"]

Only in New York … Dit is Berlin, wa?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/myrenewal/status/57829776106323968"]

Protipp: Die Kartoffelpufferpackungen sind dafür ideal geeignet und den Inhalt kann man nach Genuss des Bieres auch zum Hockeyspielen verwenden!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/isdjan/status/58155271872192512"]

Dem bleibt wenig hinzuzufügen.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ToFloLo/status/58453819566198784"]

Ja, die Sache mit den Hashtags ist nicht unbedingt intuitiv zu erfassen!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/nichtstefanraab/status/59658104274558976"]

Ich könnte es nicht besser auf den Punkt bringen.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/globetrottgirl/status/59837780104196096"]

Harte Wahrheiten, laut gesungen.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/jawl/status/60206503482761216"]

Darum mache ich ja auch wieder mehr „was mit Zeichnen“.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/gallenbitter/status/60771761838493697"]

Der hat mich echt betroffen gemacht.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/map/status/61072274844958720"]

… den Balkon putzen und neu bepflanzen?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Einstueckkaese/status/61350119160815616"]

Aber woran würdest Du glauben?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/katjaberlin/status/61505249222991872"]

In Hamburg tragen sie statt dessen die Aufschrift „Security“ auf ihren Phantasieuniformen, mit denen sie den Neuen Wall unsicher machen.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/eigenart/status/61688184840527872"]

Ja, das ist die korrekte Bezeichnung für Ritter Sport-Esser! #duckundweg

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Verraeterin/status/61776208337186816"]

Mein Lebensmotto!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Steaklight/status/62452949145763840"]

Und vor Allem: Kann der Sommer bitte in diesem Jahr mal länger dauern als man dazu braucht, sich mit Sonnenmilch einzucremen?

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/taschana68/status/63299175860805632"]

So ein Teil würde ich nicht mal einsetzen, wenn in meinem Wagen eine Seegurke verendet wäre …

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/ralphm69/status/63683752865439744"]

… und erst die armen Schweine, die außerdem mit einem TomTom Navi durch Holland gefahren sind!

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/tintobrass/status/63887872486416384"]

Es ist hilfreich, wenn man bei königlichen Hochzeiten Adelsexperten in der Timeline hat.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/elibraden/status/63984828227387392"]

In den USA mussten hingegen zunächst viel grundlegendere Fragen geklärt werden.

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hoch21/status/63903156349833216"]

Aber auch hierzulande herrschte mitunter ein wenig Verwirrung …

 

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/hoch21/status/63899146444226560"]

… ganz zu schweigen von fehlgeleiteter Empörung.

Re:publica 11, Review 3. Tag

  • Veröffentlicht am 19th April 2011,
  • veröffentlicht von

Tag 3 begann mit einem Panel über „Fünf Jahre Informationsfreiheit“ im Friedrichstadtpalast. Über die sture Verweigerung der allermeisten Behörden, das 2006 inkraft getretene Informationsfreiheitsgesetz zu akzeptieren und zu unterstützen diskutierten der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, dem GF der Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland, Christian Humborg, dem Leiter der Rechercheabteilung von Greenpeace in Deutschland, Manfred Redelfs und dem Gründungsredakteur und Projektleiter von irights.info, Matthias Spielkamp. Das war ganz, ganz gruselig, was dabei herauskam und leider nicht im Mindesten überraschend: Die jahrzehnte- wenn nicht jahrhundertelang gelernte Ablehnung von Anfragen der Bürger oder der Presse bei Behörden unter der Berufung auf ein etwaiges „Amtsgheimnis“ wird heutzutage schlicht weiter angewendet – jetzt i.A. müssen „Datenschutzgründe“ für das Mauern herhalten. Man möchte schreien ob der Dummheit, Ignoranz und Bösartigkeit, mit der hier geltendes Recht mit Füßen getreten wird. Das Video ist noch nicht online, soweit ich sehen kann, aber wenn es kommt, werde ich es hier einfügen.

Im Anschluß sprach ich mit dem Blogger und Twitterer @Bicyclist und habe mich einmal mehr gefreut, daß mir diese Veranstaltung die Gelegenheit gibt, so spannende und nette Menschen kennenzulernen.

Dann rief mich kurz die Arbeit an und dann kam Das Mittagessen… ja, Das Mittagessen. The One And Only. Ich fasse das am besten mal in Tweets zusammen:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/DonDahlmann/status/58845856354410496"]

Diesen Tweet hatte ich zu spät gelesen; ich hatte schon bestellt und gegessen. Aber unmittelbar darauf kam dann folgende Aussage (offenbar folgt @LittleJamie Don Dahlmann nicht):

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/littlejamie/status/58855093772099584"]

Ich konnte sie nicht sehenden Auge ins Elend laufen lassen:

Auch Jörn sprang mir zu Hilfe:

Unsere Mission hatte Erfolg:

Puh, das war Rettung in letzter Minute! Aber unsere Hilfsaktion hatte noch einen netten Nebeneffekt:

Denn endlich, am dritten Tag der Veranstaltung, trafen wir uns endlich. Und es war superlustig, wir knurrten die Leute aus dem Weg und kicherten wie Schulmädchen. Meine Omi hätte vermutlich gefragt, obe wir „Gibbelwasser getrunken“ hätten. Hachja, das war ein wunderbarer Nachmittag. Wir saßen übrigens in der Kalkscheune im großen Saal, ließen das eher uninspirierte, ernste BlaBla der Datenfresser über uns ergehen, freuten uns riesig auf und über den Dinosauriervortrag von Mme Gröner, Don Dahlmann, Felix Schwenzel und dem Schockwellenreiter (sorry, hab’ vergessen wie der im RL heißt, das ist auch sowas, ich kann mir ohnehin schon keine Namen merken und dann noch Nicks dazu? Ich bitte Euch!). Der ging viel zu schnell vorbei (wieso sind die tollen Panels immer so schnell um und die langweiligen ziehen sich wie Sirup?) und ging fließend über in den zumindest von mir mit Freude erwarteten Vortrag von @Profilagentin @Kixka über „ICONS“ – unsere mini-Briefmarkenbildchen, mit denen wir auf unseren Avataren und Profilbildern im Netz unterwegs sind. Nach einem technisch bedingten stotternden Anlauf kam Kixka in Fahrt und unterhielt uns alle prächtig. Also mich jedenfalls, und dem Applaus nach zu urteilen auch den überwiegenden Teil des Saals.

„Wie geht’n das jetzt?“

Und dann kam Johnny. Und offenbar sangen diesmal alle geplant „Bohemian Rhapsody“. Und ich mußte gehen, mein Zug fuhr um sieben. Naja, die besten Momente im Leben kann man eben nicht wiederholen, ich denke, ich war beim Original-Queen-Karaoke in 2010 dabei und Momentaufnahmen sind zu schön, um sie auf ewig zu konservieren und zu wiederholen, das nimmt ihnen die Magie.

Ich kann den Machern dieser einmaligen Konferenz nicht genug danken. War es zu voll? Ja. War das WLAN wackelig? Ja. Waren blöde, langweilige und zu werbliche Panels dabei? Ja. Sollten die Teilnehmerzahlen heruntergefahren oder aber das Event in eine andere Location verlegt werden? Unbedingt! Sollte die re:publica 12besser unter einem Motto stehen statt in viele kleine Subkonferenzen zu zerfasern? Auf jedsten! Aber ich bin wie im vergangenen Jahr mit einer Fülle von Eindrücken zurückgekommen, die mich bewegen, inspirieren, mir neue Energie geben und kreative Impulse freisetzen. Ich habe Menschen getroffen, die ich nur gelegentlich, täglich oder noch nie „gelesen“ hatte und alte Bekannte umarmt. Ich habe viel gelernt. Ich mußte mich, meine Interessen, was ich mache nicht erklären. Oder, wie @Graphorama es auf den Punkt brachte:

[blackbirdpie url="https://twitter.com/#!/Graphorama/status/58986184294137857"]

Re:publica 11, Abschluss 1. Tag und Review 2. Tag

  • Veröffentlicht am 18th April 2011,
  • veröffentlicht von

Vorbemerkung: Ich weiß, ich bin etwas spät dran mit meiner Nachbesprechung, aber ich habe mir erlaubt, ein Offline-Wochenende einzuschieben und mich erst einmal zu sortieren. Habt Nachsicht, ich komme gerade aus einem Paralleluniversum.

Der erste Tag endete für mich mit Sascha Lobos Quasi-Fortsetzung seines Vortrags vom vergangenen Jahr, nämlich mit den jüngsten Erkenntnissen aus der Trollforschung. Das Beste daran war sein Eingangs-„Rant“, wo er die Anwesenden erst einmal zu Recht ordentlich frisch machte: Warum ist er eigentlich der einzige Internetnutzer, der den Journalisten einfällt wenn sie etwas zum Thema Internet – egal was – schreiben oder senden wollen? Wo bleibt die Relevanz, die Sichtbarkeit, die Autorität des Rests der Gemeinde, die je bei näherem Hinsehen gar keine ist? Wieso muss er immer seinen roten Hahnenkamm in jede Kamera halten? Darauf mit „weil Du es doch so haben willst, Du eitle Rampensau!“ zu antworten heißt, es sich zu einfach zu machen. Natürlich braucht Sascha Lobo die Medien wie sie ihn. Aber obwohl er tatsächlich auf vielen Gebieten „mit einem http:// davor“ genügend Expertise hat um vernünftig mitzudebattieren ist er natürlich nicht omnikompetent und erhebt auch keinen Anspruch darauf.
Nachdem das geklärt war, stellte er uns seine Theorien und Erkenntnisse zur Trollforschung vor, die zwar nicht neu waren für Menschen, die schon länger als sechs Monate online unterwegs sind, aber deswegen nicht völlig jeder Grundlage entbehrten. Trolle erfüllen als Destruktivisten und Reinigungsmechansimen des Internets einen wichtigen Zweck? Mag sein, aber sie nerven trotzdem.
Saschas Vortrag war der bei weitem unterhaltsamste des ersten Tages, zumindest von denen, die ich gesehen habe – auch wenn ich ihn (wie im vergangenen Jahr) mindestens eine Viertelstunde zu lang fand. Aber urteilt selbst; er ist natürlich inzwischen online verfügbar.

Tag 2 begann für mich mit einem Vortrag Till Kreutzers über den Dauerbrenner Urheberrecht. „Wir sind der Urheber“ meint er, und hat damit natürlich teilweise Recht, aber ich fand seine Schlussfolgerungen schon arg vereinfacht und auch irreführend dargestellt. Ja, die Remix- und Sampling-Kultur ist durch das Urheberrecht de facto gekillt worden, aber man darf schon unterscheiden zwischen Adaptionen, Plagiaten, internationalem und deutschem Recht. Ich habe das selbst von Piraten schon differenzierter gehört, und die sind ja bekanntlich dafür, sich künftig anstelle der Verwertungsgesellschaften selbst mit der Ausbeutung der Künstler zu befassen.

v.l.n.r. Carolin Buchheim, Jens Scholz, Bov Bjerg, Maike Hank

„Das Ende der Welt!!! Eins!ELF!!!“ klang vielversprechend, zumal mit der doch recht illustren Besetzung Jens Scholz, Maike Hank, Konstantin Klein, Carolin Buchheim und Bov Bjerg. Mal die Panikbremse ziehen, kurz die Luft anhalten und ein „ist doch alles halb so schlimm, kommt mal wieder runter“ in die Runde zu werfen ist sicher nicht verkehrt. Aber dann wurde gefühlte drölf Stunden über die Armseligkeit der Shitstorms der vergangenen Jahre geredet (Jack Wolfskin/DaWanda-Hausfrau, KitKat/Greenpeace, Nerdcore/Euroweb) und überhaupt kam das für mich so rüber, als sei man schlicht zu cool für diese Welt. Das war in meinen Augen das Paradebeispiel für „selbstreferentielle und -lobende Wichtigtuerei“ und ich hab’s dann nicht länger ertragen und bin raus.

Dort traf ich auf @DirkSteins und @Ramses101, mit denen ich direkt zum Lunch ging, etwas abseits der ausgetretenen Pfade, in ein chinesisches Restaurant (update: gerade, die Visitenkarte widergefunden: das war das „Toca Rouge“, Torstr. 195), das so dunkel war, daß man sich zum Tisch tasten mußte (schwarz gestrichene Wände???), aber das Essen war prima und günstig und die Unterhaltung auch anregend – überhaupt; bislang hatte sich die Reise schon allein wegen der vielen guten Gespräche mit den unzählligen spannenden Menschen gelohnt. Viele, die man nicht kannte oder las bzw. denen man nicht auf Twitter folgte, waren eine echte Entdeckung für mich, und außerdem war es sehr schön, alte Bekannte einmal wiederzutreffen.

Prof. Dr. Gunter Duecks a.k.a. @wilddueck

Nach dem Essen kam er dann, der „Wow!-Moment“ auf den wohl nicht nur ich gewartet hatte, wenn ich mich so umhörte. Prof. Dr. Gunter Duecks hielt seinen mit Spannung erwarteten und inzwischen allenthalben gefeierten Vortrag über das Internet als Gesellschaftsbetriebssystem. Da waren einige harte Wahrheiten drin und auch wenn die Sache mit Humor vorgetragen wurde: Es sieht ziemlich düster aus für uns. Aber seht selbst – hier ist der Vortrag auf YouTube.

Gleich anschließend wollte ich eigentlich die in der Kalkscheune geplante Diskussion u.a. mit Prof. Dueck ansehen, aber daran war nicht zu denken, das war dermaßen überfüllt, daß man nicht einmal in die Kalkscheune kam. Sehr schade.

Immerhin traf ich den heimlich von mir angehimmelten @bosch und sülzte irgend etwas im Stil von „Ich habe eine Wassermelone getragen“, aber ich glaube, er hat nichts gemerkt. Zumindest ließ er sich nichts anmerken. – Warum man die Podiumsdiskussion nicht direkt im Anschluß im Friedrichstadtpalast geplant hat, wird wohl nie geklärt. Ersatzweise bin ich dann zum Vortrag über Diaspora, um herauszufinden, wofür ich mich da eigentlich vor Monaten angemeldet hatte, aber traf auf @RaJue42 und trank erst einmal ein Bier mit ihm. Inzwischen war mir auch eingefallen, an wen er mich erinnert:

Weiter ging es mit Markus Beckedahls Vortrag zu dem neuesten heißen Scheiß, der Digitalen Gesellschaft. Grundsätzlich sehe ich das Ding als komplett unnötig an, ich werde dort garantiert nichts spenden und ich fühle mich auch nicht vertreten von diesen Leuten, auch wenn die Holzmedien schon jubeln, daß es endlich einen Ansprechpartner gäbe. Aber ansonsten finde ich: Props an jeden, der sich gerne engagieren will und das auch tut. Und ob da ein paar Ex-Grüne in diesem geheimen Zirkel sitzen? Wayne interessiert’s? Muss jeder mit sich selbst abmachen. Ich fände es beunruhigender, wenn die NPD oder Piraten ihre Finger da massiv im Spiel hätten.

Die nachfolgenden Feminismus-Panels habe ich mir mal geschenkt. Nicht, weil ich meine daß Feminismus unwichtig oder überhyped sei (ist es nicht), sondern weil ich einfach zu diesem Zeitpunkt nicht mehr aufnahmefähig war und meine Batterien im Hotel wieder aufladen wollte. Außerdem mußte ich mal ein paar Meter raus, mir die Beine vertreten. Es war sehr voll und obwohl ich in fast jedes Panel kam außer dem, bei dem Prof. Dueck auftrat, brauchte ich jetzt dringend frische Luft.

Um 20 Uhr hatte ich dann die Wahl zwischen der Twitterlesung und der Nilzenburger Show und entschied mich für Erstere. Leider, muß ich sagen. Das war jetzt insgesamt meine vierte oder fünfte Twitterlesung, und seit dem vorletzten Mal ist irgendwie die Luft raus, finde ich. Und zwar deshalb, weil ich fast alle vorgelesenen Tweets schon kannte – Favstar killed the Twitterlesung. Füher hat jeder seine persönlichen Favoriten zusammengestellt und vorgetragen, und das Publikum kannte vielleicht mal den einen oder anderen Tweet, aber wurde doch generell eher überrascht und erfreut mit Neuentdeckungen. Inzwischen hat sich da so eine Art Favstarmafia entwickelt und man kann eigentlich schon vorher sagen, wer mit welchem Tweet dabeisein wird.

Im Anschluss traf ich mich mit Mme @Pleitegeiger aus meiner Blogroll bzw. Timeline, die zwar leider dem falschen Fussballverein anhängt, aber ansonsten ganz vernünftig und total klasse ist und nachdem wir dann endlich zwischen den ganzen Modebloggerinnen Bordsteinschwalben an der Oranienburger ein passendes Wasserloch gefunden hatten, stießen wir glücklich miteinander an und hatten einen sehr schönen Abend.

Mehr über Tag 3 und dann mein persönliches Fazit folgt morgen und übermorgen, für heute ist’s genug.

Update v. 19.06.2012: Ich hatte versehentlich in der Bildunterschrift Carolin Neumann statt Buchheim geschrieben. Das ist jetzt korrigiert und ich bitte beide Carolins um Entschuldigung … das soll nicht wieder vorkommen. :-)

Re:publica 11, erste Eindrücke, erster Tag

  • Veröffentlicht am 13th April 2011,
  • veröffentlicht von

Berlin ist zu groß für mich. Und es ist kalt hier, sehr kalt. Und regnerisch. Aber es sind alle da, und die Atmosphäre ist wunderbar. Nerdy, aufgeregt, scheu, überschäumend, nicht die Vorträge sondern wir alle sind wichtig, und auch deutlich interessanter: Bislang hatte ich Pech bei der Panelauswahl. Dafür schon im Zug @Svenonsan und @Jovelstefan getroffen und Käsekuchen mit @RaJue42 gefrühstückt, Herrn @schaarsen die Hand gedrückt.

Die Keynote war eine einzige öde Werbeveranstaltung. Und was passiert, wenn Linke Linke verlinken wurde nicht geklärt, jedenfalls nicht in den ersten 25 Minuten, da wurde nur berichtet, daß wir alle irgendwie nebeneinander her twittern und bloggen und nicht übern Tellerrand gucken wollen. Und daß jeder jeden um sechs Ecken herum kennt, jedenfalls jeden mit ein, zwei Retweets erreichen kann. Oder so. Weißnichtmehr. Zuviel Langeweile macht ADS, ich verlasse den Saal, bei weitem nicht als Einzige. Mit den Füßen abstimmen nennt man das wohl.

Das WLAN geht meistens, dafür versagt O2 a.k.a fonic kläglich. Glücklicherweise nicht nur bei mir. Aber das ist okay, es gibt so viele tolle Leute hier, mit denen man sich unterhalten kann und möchte! Mittags fallen @RaJue42 und ich wieder in der Pizzeria gegenüber des Friedrichstadtpalasts ein. 

Der Beetlebum a.k.a. Johannes Kretzschmar hält einen Vortrag über die Geschichte der Comics von den Katzenjammerkids bis zu den heutigen Webcomics, was für mich persönlich eine totale Zeitverschwendung darstellt. Er ist charmant linkisch und aufgeregt und spricht leider ausschliesslich das Publikum zu seiner Linken an, so daß wir auf der rechten Seite nur seinen Rücken zu sehen bekommen. Vermutlich ist er Rechtshänder. Sein Fanclub dankt es mit Daumen hoch! Plakaten und auf die Bühne geworfenen rote Rosen. 

Das Panel über Medienkompetenz ist so überfüllt, daß ich mit meiner Klaustrophobie leider flüchten muss. Überhaupt scheinen jetzt einige Leute erst so richtig wach geworden zu sein, es ist allenthalben merklich voller geworden.

Ausser dem Berliner Red Bull-Ersatzgesöff Club Mate gibt es in diesem Jahr tatsächlich Flens Gold. Oh, Mann! What’s next, Holsten Export?

Ich checke fix im Hotel ein, das dieses Jahr deutlich besser und komfortabler ist, dafür aber nicht mehr direkt neben der re:publica. Dank lastminute-Reservierung über expedia schlafe ich zwei Nächte zum Preis von einer in einer Junior Suite im Home Suite Home, ca zehn Minuten Fußweg entfernt. Nice!

Schnell das Handy aufgeladen und dann wieder ins Getümmel. Mehr gibt’s morgen.

Die Daheimgebliebenen können sich übrigens über die offizielle Website der Konferenz auf dem Laufenden halten und es gibt gerüchtehalber Livestreams von einigen Panels.

I hold your hand

  • Veröffentlicht am 4th April 2011,
  • veröffentlicht von

Ich habe zu Schulzeiten niemanden gekannt, der oder die homosexuell ist oder war; dabei ist es wohl eine simple Matheaufgabe: von den rund 120 Leuten aus meinem Abjahrgang müssten es ca. 12 gewesen sein, wenn die gängige Faustformel stimmt. Wenn ich an die Schulzeit zurückdenke, und ganz besonders die Mittelstufe, wenn dich die Pubertät wie ein Lastwagen überrollt und du so oder so mit deinem Körper und deiner Sexualität auf Kriegsfuß stehst bzw. überhaupt nicht rallst was dir da gerade so alles widerfährt, dann mag ich mir kaum ausmalen wie unglaublich viel stressiger und verwirrender das für ein Kind bzw. eine/n Jugendlichen sein muß, der bzw. die merkt, daß das eigene Geschlecht sehr viel anziehender ist als das andere. Denn anders zu sein ist gar nicht gut in der Pubertät, da können Eltern, Lehrer und Politiker noch so schöngeistig der Diversität huldigen. Mit dreizehn, vierzehn, fünfzehn Jahren anders zu sein, weniger Geld zu haben, am falschen Ende des Dorfs zu wohnen, die falschen Klamotten zu tragen, die falsche Musik zu mögen, den falschen Sport zu treiben, die falschen Klassenkameraden nett zu finden, die falsche Hautfarbe oder Religion zu haben – all das ist Scheiße. Ich schätze mal, das falsche Geschlecht zu lieben reiht sich da nahtlos ein.

Ich hatte sehr nette Mitschüler in der späteren Mittel- und Oberstufe, wir waren ein guter Klassenverband, ohne Mobbing, es gab Cliquen, klar, aber niemand stand komplett Abseits oder wurde gar komplett abseits gedrängt und es gab Dutzende von freundschaftlichen Querverbindungen auch in die Parallelklassen. Bis zu meinem Schulwechsel in Kl. 8 hatte ich allerdings fast ausnahmslos die widerlichsten Typen der Welt in meiner Klasse, unterrichtet von den rückgratlosesten Schleimscheissern die jemals Lehrer geworden sind. (Ich bin wirklich nicht nachtragend, aber ich hoffe, die schmoren später mal in der Hölle. Oder meinetwegen jetzt schon.)

„I Hold Your Hand“ ist nett gefilmt und wirkt auf mich utopisch, wie so ein Rosamunde Pilcher Gutmenschenfilm. Ich glaube nicht, daß solch eine „Club der Toten Dichter“ Szene wie hier im Video gezeigt möglich wäre. Aber wünschenswert und schön wäre es.

Meine Lieblingstweets im März

  • Veröffentlicht am 1st April 2011,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/nutellagangbang/status/42913102848724992"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/netnrd/status/44826907828682753"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Kostadamus/status/45101742379114496"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/mykke_/status/45576608907661312"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Einstueckkaese/status/46520409654427648"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/TantePolly/status/46639123544539138"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Reizzentrum/status/46920241263034369"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/taschana68/status/47269253136658432"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/litchi7/status/47318919526105088"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/momfia/status/47670006053482496"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/azbado/status/47693617187397634"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/robdelaney/status/47720869560193024"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Kostadamus/status/48441261979484160"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/sparschaeler/status/49252562951606273"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/limonenbiss/status/49891739409973248"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/RUFN_Serious/status/49982712790003712"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/ankegroener/status/51299239157972993"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/frauenfuss/status/52698597652824064"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/Einstueckkaese/status/52841527025733632"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/katjaberlin/status/52983183020531712"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/der_handwerk/status/53177020699521024"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/annelinja/status/53143147026460673"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/#!/AverageQuotes_/status/53288991935561728"]

Lufthansa Stellungnahme zum 7.000 € Gerücht

  • Veröffentlicht am 19th März 2011,
  • veröffentlicht von

Lufthansa organisiert Hilfsflug nach Japan | Lufthansa Social Media Newsroom
Stimmt es, dass Lufthansa ein Oneway-Ticket aus Japan in den letzten Tagen für 7.000 Euro angeboten hat?

Lufthansa Flüge zwischen Japan und Deutschland waren vor dem Erdbeben fast ausgebucht. Nach dem Erdbeben am 11. März stieg der Buchungsstand nochmals auf vielen Flügen weiter an. Wir haben uns bemüht, allen bereits gebuchten Passagieren mit einem stabilen Flugprogramm den gebuchten Flug zu ermöglichen. Durch die hohen Buchungsstände waren einige Flüge nicht mehr in allen Klassen kurzfristig buchbar.
Da Sitzplätze in Economy Class nicht mehr auf allen Flügen kurzfristig verfügbar waren, hatte das Buchungssystem dann einen Sitzplatz in einer anderen noch freien Flugklasse (z.B. Business Class, maximal bis 7.131€) angeboten. Auch auf einem ausgebuchten Flug kann die Stornierung eines einzelnen Passagiers jederzeit eine bestimmte Buchungsklasse verfügbar machen, die zuvor nicht erhältlich war.

Glaubwürdig, kompetent, Lufthansa. That’s my airline.

Google Alert der anderen Art: Tsunami-Warnung

  • Veröffentlicht am 11th März 2011,
  • veröffentlicht von

Wer heute auf die Google.com Seite geht, findet dort folgende Warnung:

 

„Tsunami Alert for New Zealand, the Philippines, Indonesia, Papua New Guinea, Hawaii, and others. Waves expected over the next few hours, caused by 8.9 earthquake in Japan.“

Schöner und kluger Zug von Google, ihre sehr übersichtliche Seite, die sicherlich bei vielen Anwendern die Startseite ist, so zu nutzen.

100 Jahre Frauentag. Gefühlte zehn Minuten.

  • Veröffentlicht am 8th März 2011,
  • veröffentlicht von

Heute ist der einhundertste weltweite Frauentag. Das ist auch für mich ein Anlass, mich mal ein bisschen intensiver mit der gerade ja schwer im Trend liegenden Genderdebatte zu beschäftigen.

Hier schreibt eine Frau. Kein Fräulein (obzwar unverheiratet), kein Weib, kein Grrl, keine Feministin, keine Lesbe (mit oder ohne Kampf- davor), keine taz- oder Emma-LeserIn, keine Emanze, kein Mädchen und kein Girl. Ich schreibe das so, weil ich es hasse, auf eines dieser Klischees reduziert zu werden und mich ungern in Schubladen pressen lasse. Wahrscheinlich deshalb, weil ich in meiner Branche Werbung und Marketing den ganzen Tag mit Klischees und Schubladendenken arbeite. Ich kann das so schreiben, weil ich auf den Schultern von Giganten stehe. Oder besser gesagt: auf den Schultern von Gigantinnen – all jenen Frauen, die vor mir das erkämpft haben, was für mich heute selbstverständlich ist. Das Wahlrecht. Das Recht auf eine eigene Ausbildung und einen eigenen Universitätsabschluß. Das Recht, promovieren zu dürfen. Das Recht, auch als Ehefrau mein eigenes Geld zu verdienen, ohne daß mein Mann mir dafür die Erlaubnis geben muss. Das Recht, in meiner Ehe nicht geschlagen und vergewaltigt zu werden. Das Recht zu entscheiden, ob ich verhüte oder ob ich ein Kind bekommen will. Das Recht darauf, Briefe zu schreiben und zu empfangen, ohne sie meinem Mann zur Überprüfung vorlegen zu müssen. Das Recht, mein Leben so zu führen, wie ich es mir vorstelle.

Ich denke fast nie über das Thema Gender nach, weil ich mich selten ob meines Geschlechts benachteiligt gefühlt habe. Ich habe das studiert, was ich wollte. Ich habe im Job eine vergleichsweise steile Karriere hingelegt. Ich kann durchaus über Witze lachen, die andere Menschen als frauenfeindlich bezeichnen würden. Ich habe die gläserne Decke noch nicht zu spüren bekommen, was vielleicht auch daran liegt, daß ich nicht karrieregeil bin sondern nur daran arbeiten möchte, woran ich Spaß habe. Die Tage in Nadelstreifenmeetings zu verbringen, wichtige Abendessen mit schrecklichen Leuten durchzustehen und ansonsten vierteljährlich die Konzern-Excelsheets zu massieren gehört definitiv nicht dazu. Mich öden Frauen an, die alles und jeden durch die Genderbrille sehen und an jeden Furz ein -in hängen möchten. Ich hasse rosa, und lila erst recht. Ich bezeichne mich als emanzipiert, allerdings mußte ich noch nie wissentlich Nachteile in Kauf nehmen, weil ich eine Frau bin.

Als ich heute früh durch meinen RSS-Feedreader blätterte, stieß ich bei Markus (Text & Blog) auf einen Beitrag über Ruth Gruber. Die Frau ist nun 100 Jahre alt und war 1931 die jüngste Frau mit einem Doktortitel (garantiert nicht zusammenkopiert). Es kommt ein Film über ihr Leben ins Kino, und der Trailer sieht sehr vielversprechend aus. „Wie passend, zum 100. Frauentag“ dachte ich. Und dann als nächsten Gedanken: Warum eigentlich? Das sollte selbstverständlich sein und immer selbstverständlich gewesen sein. Frauen sind weder dümmer noch intelligenter als Männer, die meisten sind den Herren der Schöpfung kräftemäßig unterlegen, aber das gilt auch nur für die reine Körperkraft. Wie meine Großmutter zu sagen pflegt: Wenn die Männer Kinder kriegen müssten, gäb’s keine mehr. In Sachen Willen und Einsatz sind Frauen meist stärker, einfach deshalb, weil sie es leider immer noch müssen. Und das nur am Rande: wir sind auch nicht die Minderheit, sondern die Mehrheit. Es gibt mehr Frauen als Männer auf diesem Planeten.

„Die Gleichberechtigung ist erst dann da, wenn auch eine unfähige Frau auf einem Vorstandsposten sitzt“ heisst es. Nun, dann sind wir inzwischen wohl gleichberechtigt, wenn ich mir die Arbeit von Frau Merkel oder, ein paar Nummern kleiner, von WDR-Intendantin Piel so ansehe. Und auch wenn ich kein Fan von Frau Schwarzer bin und ihre Aktionen und Aussagen rund um den Kachelmann-Prozess für unfassbar dämlich und skandalös halte, so halte ich es für den größeren Skandal, daß sich nicht neutral mit ihren Aktionen auseinandergesetzt wird sondern sie als Vorzeigefeministin keinen Fehler machen darf und immer nur als Frau gesehen wird. Meist als hässliche Frau, was natürlich im Auge des Betrachters liegt, aber doch mehr über den Betrachter aussagt als über Frau Schwarzer.

„Wofür braucht’s denn einen Tag der Frau?“ frage ich mich, wie wahrscheinlich viele andere Menschen auch. Ich würde sagen: Generell deshalb, um lautstark daran zu erinnern, daß es nicht allen Frauen auf der Welt so gut geht, wie den meisten in diesem Lande, auch wenn der Weg noch sehr weit ist. Und für mich, um mich zu verneigen vor den Gigantinnen vor mir und all den Frauen, Weibern, Mädels, Emanzen, Feministinnen, Girls und Grrls, Lesben und Heten, taz-und Emma-LeserInnen und lila-Latzhosenträgerinnen, auf deren Schultern ich stehe.

Was macht eigentlich myspace?

  • Veröffentlicht am 22nd Februar 2011,
  • veröffentlicht von

Schöne Visualisierung dessen, was so im Musikbusiness gerade abgeht. Klick auf das Bild bringt Euch auf virtualmusic.tv, wo Ihr Euch die einzelnen Zahlen, Daten, Fakten zu den Services ansehen könnt. Interesting stuff, man!

Today, hell froze over.

  • Veröffentlicht am 19th Januar 2011,
  • veröffentlicht von

Ich bin natürlich schon lange auf Facebook, mit diversen Accounts, die ich allerdings nur zu Test- und Evaluierungszwecken nutze. So ist das halt als Online Marketeer: die Werkzeuge werden bezüglich der Kunden und ihrer Projekte auf Tauglichkeit und Einsatzmöglichkeiten überprüft. Und natürlich habe ich mich ausführlichst mit den Privatsphäreeinstellungen auseinandergesetzt. Aber bislang war ich nicht offiziell dort vertreten. Zum einen, weil ich Datenkraken verabscheue. Zum anderen, weil ich nicht noch eine Baustelle wollte, die mir die Zeit stiehlt, die ich nicht habe bzw. sinnvoller investieren möchte. Und zu guter Letzt ist es natürlich völlig uncool und sowas von out und wahrscheinlich ist der Laden spätestens Ende des Jahres implodiert oder so. Siehe MySpace – da konnte sich auch vor ein paar Jahren noch niemand vorstellen, daß die mal unter „ferner liefen“ rangieren werden. (Und nein, ich hatte nie eine MySpace Seite.)

Und nun die 64 $ Frage: Warum hab’ ich’s mir dann anders überlegt? Was soll’s?

Weil es ein zusätzlicher Kommunikationskanal ist, der mich zwar zu 98% mit den üblichen Verdächtigen, aber eben zu 2% auch mit den Menschen am anderen Ende der Welt in Verbindung bringen kann, mit denen ich Jahre oder gar Jahrzehnte keinen Kontakt hatte. Weil ich gerade mein gesamte Leben ziemlich radikal umkrempele und ein paar lieb gewonnene Prinzipien und Meinungen auf den Prüfstand stelle und ggf. ändern bzw. über Bord werfen werde.

Weil’s Spaß macht und nützlich ist. Und das sind nicht die schlechtesten Gründe, oder?

Vorgezogener Frühjahrsputz meines Twitteraccounts mit Nest Unclutterer

  • Veröffentlicht am 12th Januar 2011,
  • veröffentlicht von

Nachdem mir gestern der x-te Account auf Twitter folgte, der auch nicht die leiseste Verbindung zu meinen Tweets, Interessen, anderen Followern oder auch nur meinem Land und meiner Stadt hatte, riß mir der Geduldsfaden und ich beschloß, meinen Account zu säubern: Follower zu blocken, die mir nur hinterherlaufen, weil sie hoffen, daß ich irgendwann zurückfolge. Follower zu blocken, die mehr als 750 Leuten folgen. Das kann nur ein Bot und kein echter Mensch sein, oder wenn, dann einer, der nicht alle Latten am Zaun hat. Es gibt nur sehr wenige rühmliche Ausnahmen von dieser Regel, z.B. @saschalobo und @MCWinkel; @CemB wäre bald die dritte Ausnahme im Bunde. Und ich wollte auch Follower blocken, die seit 90 Tagen oder länger nicht mehr getwittert haben. Get a life, people. Wenn Ihr es Euch anders überlegt habt, könnt Ihr ja wieder vorbeischauen.

Das Tool das mir dabei half, empfahl mir @jawl und es heisst Nest Unclutterer. Man kann sogenannte Whitelists erstellen, also die Accounts aussparen, die man behalten will und wird mehrfach gefragt, ob man die angekreuzten Accounts auch wirklich blocken will. Nie war „ja, ich will“ sagen einfacher! Ich habe auf einen Schlag nur noch 285 Follower statt der vorherigen 327 oder so und fühle mich deutlich besser ohne den ganzen Ballast. Wie es in meinem Lieblings-guilty pleasure Film Boondock Saints so schön heisst: „Liberating, innit?“

Auf zu Xing!

Unsichtbar

  • Veröffentlicht am 21st Dezember 2010,
  • veröffentlicht von

Auf Cinebeats hat Kimberly Lindbergs  soeben eine wunderbare Zusammenfassung der letzten zehn Jahre (nicht nur) aus cinephiler Sicht veröffentlicht:

During the naughts people over the age of 60 seemed to disappear from public viewing. They were rarely seen on American TV or in Hollywood films except as figures of ridicule and humor. Old age is the last stage before death and people wanted none of it. We ran away from old age and death as if our own demise was somehow avoidable. Plastic surgery became commonplace. What was once a luxury for the incredibly wealthy or a medical procedure for those with debilitating scars suddenly became a beauty option that everyone should consider. It didn’t seem to matter that plastic surgery made most people look like aliens from another planet just as long as it masked their real age. In other words, looking like something from another world was far better than looking like an elderly person here on planet earth.

Das ist überhaupt eine sehr lesenswerte Seite, auch wenn ich mit ihrer Liste der besten 50 Filme des Jahrzehnts so gar nicht übereinstimmen kann. Und natürlich schreibt sie aus der US-Perspektive. Aber obwohl ich hierzulande noch nicht ganz so viele Aliens, wie der Schönheitschirurg sie schuf, gesehen habe, so fällt doch sehr auf, daß die Gruppe der älteren Menschen zwar die Mehrzahl der Fernsehzuschauer ausmacht, aber in der Kiste selbst so gut wie nicht vorkommt. Oder irre ich mich da? Meine Eindrücke sind sehr subjektiv, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Anzahl der Shows, bei denen es weniger auf Talent als auf Jugend und Schönheit ankommt, sehr zugenommen hat.

Die 80er galten für mich bis dato immer als das Jahrzehnt des hemmungslosen Narzissmus’ und Körperkults, auch in cineastischer Hinsicht. Ob 9 1/2 Wochen oder die Zeitschrift TEMPO, ob Jane Fondas Aerobics Serie oder „Äkschnfuime“, bei denen es überwiegend darum ging, die eingeölten Muskeln des hemdlosen Hauptdarstellers ins rechte Kameralicht zu rücken: In den 80ern hatten alte oder hässliche Menschen keinen Platz. Und auch das war eine Zeit der Angst, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Irgendwann kam AIDS über die 80er und der Körperkult fand ein recht abruptes Ende. Man durfte in den 90ern wieder schluffig herumlaufen, Neonfarben trugen nur noch die Penner und Rapper und der Heroin Chic löste die Rocky Balboas dieser Welt ab.

In den 00ern oder „Naughties“, wie die Briten zu der Zeit zwischen 2000 und 2010 sagen, leben die verschiedenen Kulturen irgendwie scheinbar friedlich nebeneiander her. Emos neben Punks neben Hipstern neben Leuten mit einem Abo für Münzmallorca. Aber wie durch Geisterhand sind auch hier die alten Menschen unsichtbar. Es wird laut geschrieen von Empörung, wenn einer sich gegen die Latte Macchiatosierung der schönen Stadtteile stemmt und die Nase voll hat von rüden Karrieremamas, die mit dank in vitro Befruchtung erforderlichen Zwilling- und Drillingsbuggies die Cafés verstopfen und kinderlose Egoistinnen vom Bürgersteig schubsen. Aber wo bleibt der Aufschrei für die Generation 50+? Müssen wir damit noch etwas warten, bis wir selbst in dem Alter sind?

Das Hemd ist näher als die Hose

  • Veröffentlicht am 19th Dezember 2010,
  • veröffentlicht von

In der ZEIT steht heute zu lesen, wie eigentlich der Preis von 4,95 € für ein H&M T-Shirt zustande kommt, wenn auf Kinderarbeit verzichtet wird. Nichts an dem Artikel überrascht einen wirklich, jedenfalls nicht, wenn man sich mit dem Thema der Globalisierung schon einmal etwas ausführlicher auseinandergesetzt hat. Die ZEIT ist losgegangen und hat sich einen Global Player herausgepickt; eben H&M und deren Nachhaltigkeitserklärungen unter die Lupe gelegt. Und gleich vorweg: nein, H&M sind nicht die Bösen in diesem Spiel, jedenfalls nicht mehr alls alle anderen Mitspieler, inklusive der Konsumenten. Woher stammen all die lustigen Sprüche-Shirts, die Promotionhemdchen zum CD-Release der Lieblingsband oder der neuesten Fortsetzung des letztjährigen Blockbusters?

Ich hätte aber gern als Kontrast die positiven Beispiele gehabt, wenn es sie denn geben sollte. Wo sind die zu fairen Bedingungen und verkauften Unterhemden? Ist Trigema wirklich das einzige transparente Beispiel? Pessimistisch wie ich bin, glaube ich fest daran, daß auch das 295 € T-Shirt bei einem Luxuslabel unter den exakt gleichen Bedingungen hergestellt wird wie das 4,95 € Hemd von H&M. Und wer nicht gleich diese zwei Extreme gegenüberstellen will: Woher stammen die Shirts bei Spreadshirt, Threadless & Co., die bei bloggenden Hipstern ja so beliebt sind? Oder will man das lieber gar nicht so genau wissen?

Meine Lieblingstweets im November

  • Veröffentlicht am 1st Dezember 2010,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="http://twitter.com/RocketJane/status/29481575828"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/zynaesthesie/status/29610070503"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/katjaberlin/status/554918964367360"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/jawl/status/1558134573244416"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/VanLynden/status/1922104828108800"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/peterbreuer_/status/2019189673955328"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/taphi/status/2350093999017984"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/isdjan/status/2354731804524544"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/mbukowski/status/2655714581413888"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/_sub_rosa_/status/2717327376252928"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/insanelygreat/status/3202848372297728"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/schaarsen/status/3604174734368768"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/4thWall_Kat/status/4608653311082496"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/gallenbitter/status/4777646621720576"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/silvestah/status/5313858927333376"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Einstueckkaese/status/5958262008578048"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Graupause/status/7662258570137600"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/kchkchkch/status/9024943811461122"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Propinja/status/9323419053072384"]

Für Individualisten

  • Veröffentlicht am 19th November 2010,
  • veröffentlicht von

Nun ist es also auch bei uns live, dieses Streetview. Meine Straße wurde nicht erfasst; sie ist wohl zu klein, oder zu uninteressant gewesen. Vielleicht hatte der Googlemobilfahrer auch einfach keine Lust, stundenlang hinter einem Umzugswagen zu stehen, nur um ein paar hübsche, aber unspektakuläre Backsteinfassaden und Schrebergartenhecken abzulichten. Vielleicht wohnt er auch in meiner Straße und hatte seine subversiven fünf Minuten, anders als die Kollegen an der ABC-Strasse, die ihm begeistert zuwinkten. „Sieh her, Welt, sieh’ her, Jeff Jarvis – es gibt hier nicht nur Verweigerer des  Kool-Aid Drinks!“ Ich weiß es nicht.

Vor dem Google Hauptquartier, Hamburg.  Bild © 2010 Google

Ich habe hier vor Monaten schon recht ausführlich dargelegt, warum ich gegen StreetView bin. Leider ist u.a. auch dieser Eintrag, mitsamt den vielen interessanten Kommentaren dazu, bei den Blogumbaumassnahmen verschütt gegangen. Aber Enno Park fasst den Kern drüben bei Carta sehr viel besser und präziser zusammen, als ich es wohl könnte:

Die Streetview-Verteidiger behaupten, Streetview sei eine Form von Öffentlichkeit. Ist es nicht. Streetview ist Google, nicht mehr und nicht weniger. Google kann jederzeit den Dienst manipulieren, kostenpflichtig machen, abschalten. […] Der öffentliche Raum bleibt vollkommen unangetastet – niemand sperrt Straßen und Plätze und verweigert uns den Zutritt.

Genau so ist es. Und ich will hier gar nicht groß auf den Terror des digitalen Mobs („Wir sind alle Individuen!“) eingehen, für den jeder, der nicht ihrer Meinung ist, bestenfalls ein kleingeistiger Spießer ist. Daß sich jemand ganz alleine seine Meinung bilden kann gilt offenbar als ausgeschlossen, solange sie der eigenen zuwiderläuft. Nein, da muss man natürlich ein Opfer des Lobbyismus, der Politiker und der Medienschranzen sein.

Das Gejammer der Vermieter war auch vorherzusehen. Da hatten sie sich nun schon die Hände gerieben, keine teuren Kleinanzeigen mit vielen Fotos mehr in den Immobilienportalen, und nun das: Ein Mietling hat doch tatsächlich ihr Haus verpixeln lassen! Und Google twittert schadenfroh:

Was nun, was tun? Verklagen? Ermorden? Wie soll man mit diesem Drama weiterleben?
Wie bisher, würde ich vorschlagen. Die positiven Dinge hervorstellen, wie man das als Verkäufer und Vermieter eben so macht: „Eine Objekt für Individualisten, das müssen Sie einfach selbst gesehen haben!“

re:publica 2011

  • Veröffentlicht am 17th November 2010,
  • veröffentlicht von

Heute habe ich glücklicherweise zufällig gerade einen Blick in die Timeline geworfen, als mich über @svensonsan die gute Nachricht erreichte: die ermässigten re:publica 2011 Tickets sind da!

Es gab 300 early bird Tickets für die Blogger, von denen ich eines ergattern konnte. Später wurden dann noch einmal 50 nachgelegt, die ebenfalls nur so aus den virtuellen Regalen flogen. Binnen zweier Stunden war Schicht im Schacht und das Frühbucherkontingent weg.

Es gibt natürlich noch normale Tickets, und sicher wird, wie im vergangenen Jahr auch, der eine oder andere Blogger zeit- oder krankheitsbedingt abspringen müssen und sein Ticket bedauernd weiterverkaufen. Aber es ist schon irre, wie groß das Vertrauen in die Organisatoren ist und wie riesig die Begeisterung für diese Konferenz. Immerhin gibt es bislang weder ein Motto, noch ein Konferenzprogramm.

Nun, der Call for Entries wird sicher bald erschallen und ich überlege gerade klammheimlich, ob ich da nicht antworten werde. Stay tuned.

Hier sind übrigens meine Berichte aus diesem Jahr: Tag 1, Tag 2, Tag 3, Nachschlag.

Blogwichteln 2010

  • Veröffentlicht am 17th November 2010,
  • veröffentlicht von

Im letzten Jahr habe ich das erste Mal mitgemacht und fand es sehr unterhaltsam. Dieses Jahr hat Mme. Creezy den Staffelstab von Frau Bhuti übernommen und organisiert das Blogwichteln. Dabei wird jedem angemeldeten Blogger ein anderer zugelost, für dessen Blog er dann einen Beitrag schreiben, zeichnen, podcasten oder per Ausdruckstanz gestalten kann. Ich bin gespannt, was mein diesjähriger Wichtel abliefert und wen ich ziehen werde. Anmelden kann man sich noch bis Ende des Monats, und zwar hier.

Ein Herz für Blogs IV

  • Veröffentlicht am 15th November 2010,
  • veröffentlicht von

Aktuell läuft der vierte Teil der Aktion „Ein Herz für Blogs“, bei der man seine Lieblingsblogs vorstellen soll um ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und sie aus dem Insidertipp-Status herauszuholen. Dieser ist zwar sehr schön auf der nach oben offenen Coolness-Skala, aber sowohl bei Bars, Kneipen, Filmen, Klamottenlabels etc. doch eher schlecht fürs Geschäft und bei Blogs rauscht der Traffic auch nicht unbedingt durch die Decke. Das ist natürlich nicht unbedingt erforderlich, aber mehr Leser und Aufmerksamkeit hat doch eigentlich jeder Autor/Künstler/Musiker etc. gern. Darum sind solche „share/spread the love“-Aktionen auch immer prima und lobenswert. Daß das Ergebnis besser wird, wenn das verlinkende Blog selbst über einen gewissen Bekannheitsgrad verfügt, versteht sich von selbst. Und daß bei solchen Aktionen das verlinkende Blog natürlich dabei auch oft etwas Traffic bekommt, ist ein Nebeneffekt.

Es gibt Blogs, denen geht der Traffic mehr oder weniger hinten vorbei, weil sie aus Liebe und Lust am Bloggen geschrieben werden. Und es gibt Blogbetreiber, die genau das von sich behaupten, während sie ihre Zahlen frisieren „weil es doch ganz witzig wäre“, obwohl sie sich doch gar nichts aus Zahlen machen, ehrlich, wirklich nicht. Und dann gibt es noch Blogger, die offen und laut und deutlich sagen, daß sie vom Bloggen leben wollen und sich freudig, frech und oft manchmal jenseits der nach unten offenen Schamgrenze selbst vermarkten und 24/7/365 rotieren um a) zu widerlegen, daß man in Deutschland nicht vom Bloggen leben kann und b) weil es ihnen Spaß macht. Wer von den beiden letzteren authentischer und glaubwürdiger ist, mag jeder Leser für sich selbst entscheiden. Und ja, meine Sympathien sind klar verteilt, deal with it. („Die Plakette für den Zweitbesten hängt unten, in der Damentoilette.“)

Aber zurück zum Thema: Meine aktuellen Lieblingsblogs. Es ist eigentlich nur eines. Und ich habe es zumindest über Twitter auch schon einige Male gepusht, denn ich bin fast jeden Tag neu begeistert von diesem Fund. Es ist sehr persönlich, dabei aber politisch-gesellschaftlich hoch aktuell. Es ist absolut zeitlos. Es wird von einer Frau geschrieben, die ihr Handwerk versteht. Es wird aus Liebe und Lust am Bloggen und aus Liebe und Lust, aber auch Verzweiflung und Hoffnung über das Thema geschrieben. Fast jeder Eintrag bringt einen zum Lachen, manchmal fast zum Weinen, immer zum Nachdenken.

Ich habe dieses Blog an einem Tag zweimal von hinten nach vorne gelesen. Einmal allein, und dann jemandem vorgelesen, der keine Blogs liest und von diesem Blog genauso begeistert ist wie ich. Die einhellige Meinung ist: Warum ist das noch kein Buch? Dieses Buch würde ich zur Pflichtlektüre für Politiker, Bundestagsabgeordnete, Medienvertreter machen. Und wenn es ein Blog gibt, das den Grimmepreis wirklich verdient hat, dann dieses, Vallah!

Gefunden habe ich es über ein anderes Lieblingsblog, Die Rückseite der Reeperbahn. Bitte besuchen Sie jetzt und hier und heute und dann immer wieder:

Frl. Krise interveniert.

Meine Lieblingstweets im Oktober

  • Veröffentlicht am 6th November 2010,
  • veröffentlicht von
[blackbirdpie url="http://twitter.com/yetzt/status/26093226234"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Erikmitk/status/26251951349"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/JasonSobel/status/26266533714"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/MaGeLaNe72/status/26442152567"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/schlenzalot/status/26591975256"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/AdamsAlexander/status/27162515196"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/jawl/status/27421829716"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Vergraemer/status/27424953072"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/SeattleDirk/status/27472025847"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/schlenzalot/status/27663249423"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/annelinja/status/27736537139"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/myrenewal/status/27775391355"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Sturmfels/status/27778121887"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/wimbauer/status/27826483199"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Schreyeisen/status/27923765837"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/unueberlegt/status/28006003589"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/hahahade/status/28805148473"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/grindcrank/status/28866685928"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/Balouqlc/status/28912005208"] [blackbirdpie url="http://twitter.com/i_need_coffee/status/28966892594"]

140 Zeichen? Eines reicht.

  • Veröffentlicht am 20th Oktober 2010,
  • veröffentlicht von

Wein und Weinkeller. Kitesurfen in Mosambique. Skifahren und Knieprobleme. Segeln. Sport. Mit einem Wort: Unser Gastgeber ist ein toller Hecht. Wir sitzen schon alle am Tisch, als die Frau wieder hereinkommt, die heute für den Service zuständig ist. Während sie arbeitet, stellt er sie uns vor. “Zwischen unseren Familien besteht schon lang eine Verbindung”, sagt er, und ich übersetze es mir im Stillen: Ihr Vater hat schon meinen Vater bedient.

liquid center | Ein Paar

Auf dieses Blog und diesen fabelhaften Eintrag (bitte dringend lesen!) stieß ich heute, als ich erkältet und gelangweilt im Bett lag und u.a. mal von Hand meine Blogroll und deren Blogrolls absurfte. Sonst lese ich Blogs ja meist nur noch über den RSS Reader, aus Trägheit, Bequemlichkeit, um Zeit zu sparen oder sonstigen dämlichen Gründen. Bei der Affectionista stieß ich auf den Link zu liquid center. Madame Affectionista hat mich die ganze letzte Zeit mit ihren Beiträgen über ihr Experiment beglückt. Ich habe diese Einträge gerne und aufmerksam gelesen, aber eben im Feedreader. Ich sah heute eher nebenbei bei meinem Besuch auch, daß nicht einer dieser schönen Einträge einen Kommentar hat. Und ich schäme mich ein wenig, denn natürlich habe auch ich nicht kommentiert, nur konsumiert. Dabei weiß ich doch eigentlich selbst, wie sehr ich mich immer über einen Kommentar freue. Warum schaffe ich es, durchschnittlich zehn Tweets am Tag zu jedem Mist abzusetzen aber nicht dort zu kommentieren, wo mir wirklich jemand mit seiner Arbeit eine Freude bereitet hat? Dafür bräuchte es nicht einmal 140 Zeichen. Und flattr braucht es schon gleich gar nicht. Ein einfaches „Danke für den schönen Eintrag, er hat meinen Tag bereichert.“ würde schon genügen.

Kostenloser Download: The Social Network Soundtrack

  • Veröffentlicht am 21st September 2010,
  • veröffentlicht von

Der Film The Social Network basiert recht unverhohlen auf der Geschichte von Mark Zuckerberg und der Entstehung von Facebook. Den Soundtrack dazu hat Trent Reznor (Nine Inch Nails) in Zusammenarbeit mit seinem alten Kollaborateur Atticus Ross auf die Beine gestellt. Fünf Tracks davon gibt es es jetzt im Austausch gegen eine valide E-Mailadresse zum kostenlosen Download: Klick!

NIN macht nicht die Art Musik auf die ich kann, wie man so sagt. Das eine oder andere Stück hat sich zwar über die Jahre in meiner digitalen Musikbibliothek gehalten (z.B. sieben verschiedene Versionen von Closer), aber generell ist mir das meist zu wenig Musik und zuviel Klang. Das wiederum klingt natürlich prädestiniert für einen Soundtrack bzw. Score, und so habe ich mich erwartungsvoll hingesetzt und die Lauscher aufgemacht, obwohl ich den Film noch nicht gesehen habe.

Daß es düster werden würde, war mir schon klar: Trent Reznor steht nicht gerade für Shiny Happy People Musik und ist meiner Meinung nach so etwas wie David Fincher (Se7en, The Game, Zodiac) für die Ohren. Aber das passt natürlich wie Faust aufs Gretchen, denn Fincher ist der Regisseur von The Social Network. Die Tracks sind dann auch ruhig-hypnotisch, leicht unheimlich und eher von der beunruhigenden Art. Am gefälligsten ist da noch On We March, das mir als ideale Untermalung eines unfreiwilligen Zahnarztbesuchs nachts um drei bei einem unbekannten Menschen vorkam, der einen Bohrer in der Hand hält. Und das wiederum beruhigt mich sehr im Hinblick auf den Film, dessen drei Teaser/Trailer ja bislang eher von der belanglosen Art waren.

Ergebnis der flattr-Sammlung zu „Abgebrannt- wir helfen“

  • Veröffentlicht am 1st August 2010,
  • veröffentlicht von

Wie angekündigt, kommt hier die Abrechnung der flattr-Einnahmen, die komplett an Carola a.k.a. Melody vom Blog Moving Target gehen, der letzten Monat bekanntlich die Wohnung abgebrannt ist. Sie hat zwar zwischenzeitlich gebeten, daß die Spendenflut nunmehr ein Ende nehmen solle, aber versprochen ist versprochen und damit hat sich’s.

Screenshot der Julieinnahmen

Im Juni hatte ich bekanntlich € 10,17 eingenommen, das auf € 13 aufgerundet und schon mal vorab auf das Spendenkonto rübergeschoben. Im Juli sind noch einmal € 12,04 an flattr-Einnahmen hinzugekommen. Ich werde das wieder auf €13  aufrunden. Passt ja auch irgendwie zu meinem Blog. :-)

Ich danke allen Spendern fürs flattrn. Seit Beginn (Ende Mai) sind stolze € 24,50 dabei herumgekommen, kein neuer Bugatti, aber mehr als ich erwartet hatte.
I really do feel flattered
. Der beliebteste Artikel mit 8 Klicks war der „Flattrn für Melody von Moving Target“, gefolgt von dem über meine Gedanken zum Reisepass. Ab jetzt werde ich allerdings den flattr Button wieder rausnehmen, denn ich bin wie gesagt nicht hundertprozentig glücklich mit dem Dienst. Hinzu kommt der gar nicht mal so subtile Druck, häufiger und regelmäßiger etwas schreiben zu müssen; ich fühle mich irgendwie verpflichtet etwas zu bloggen. Das aber nimmt mir die Freude an der Sache. Ich will meinem eigenen Rhythmus folgen, und den nicht für schnöden Mammon aus dem Tritt bringen.

Keine Ahnung!

  • Veröffentlicht am 16th Juli 2010,
  • veröffentlicht von

Lieber @timosen, Du hast recht. Es gibt leider viel zu viele Anlässe, bei denen Spenden und Hilfe dringend nötig sind bzw. ist. Sauberes Trinkwasser für einen Großteil der Welt ist einer davon. Ein weiterer wäre Schulbildung für Kinder in Ländern der Dritten Welt. Unterstützung für Menschen, die politisch verfolgt oder aufgrund ihrer Rasse oder sexuellen Orientierung mit dem Tode bedroht werden. Erdbebenopfer in Haiti. Flutopfer in Polen. Obdachlose Drogensüchtige. Abmahnopfer aus Bloggershausen. Versuchskaninchen aus Pharma- oder Kosmetiklabors. Landminenopfer. Orang-Utangs. Man kann leider kaum einen Meter gehen, ohne einen Grund zu finden, für den sich Engagement und Spendensammeln lohnt. Amnesty, Rotes Kreuz, Sternenbrücke, Hinz und Kunst, Brot für die Welt, Live Aid, Oxfam, Hamburg-Leuchtfeuer, Viva con Agua, SOS Kinderdörfer, WWF — die Liste ist grauenhaft lang, fast endlos.

Abgebrannt Tweet

Warum habe ich mich also entschlossen, meine flattr-Einnahmen einer einzelnen Familie zu spenden, der gerade das Dach über dem Kopf abgebrannt ist und die knapp mit dem Leben davongekommen ist? Einer Familie, die ich genauso wenig persönlich kenne wie ein Kriegswaisenkind aus Ruanda? Einer Familie aus einem erste Welt Land, mit (noch) halbwegs funktionierendem Sozialstaat, zumindest im Vergleich zu anderen Ländern? Einer Familie, bei der beide Elternteile einen Job haben und Geld verdienen, soweit ich das mitbekommen habe? Und die mir nicht einmal eine Spendenbescheinigung fürs Finanzamt ausstellen kann? Mein Steuerberater kotzt eh schon im Strahl mit diesem flattr-Kram, nun spende ich diese dubiosen Beträge auch noch, wo nicht einmal klar ist, ob das Spenden oder Einnahmen für mich sind? Argh!

Ich spende seit Beginn der 90er regelmäßig für die Surfrider Foundation und die Electronic Frontier Foundation (EFF), bei denen ich seit damals auch jeweils Mitglied bin. Auch diese Spenden sind für mich übrigens nicht steuerlich absetzbar, da in den USA ansässig. Sauberes Wasser, saubere Strände und Ozeane liegen mir als Surfer am Herzen, ja. Sauberes Trinkwasser natürlich auch, genau wie die meisten anderen der eingangs erwähnten Themen. Ich spende nicht an Vereinigungen mit gigantischem Verwaltungswasserkopf oder mit religiösem Hintergrund, egal welchem. Ich spende nicht für Themen, die aus aktuellem Anlass gerade in aller Munde sind, warum, das habe ich hier im Blog schon einmal erwähnt. Dieser Fall ist zwar aktuell, aber nicht gerade in aller Munde, jedenfalls habe ich noch keinen Tagesschau-Brennpunkt dazu gesehen, no pun intended. („Weltberühmt in Klein Bloggersdorf“ zählt nicht.) Warum spende ich also für diese Familie?

Ich habe ehrlich keine Ahnung. Ich kann nicht einmal die vielbeschworene Bloggersolidarität ins Feld führen, denn ich habe keines der Blogs dieser Familie je vorher gelesen. Ich lese sie auch jetzt noch nicht, da sie mich thematisch nicht so interessieren, sorry. Ich hatte einfach das Gefühl, ich muß hier etwas tun, sofort, und sei es nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Und das war und ist mir Grund genug.

Ich habe keine Ahnung, und deshalb halte ich dazu jetzt einfach die Klappe.

„Ich war als Kind schon scheiße.“

  • Veröffentlicht am 12th Juli 2010,
  • veröffentlicht von

Sollte man Kunst für sich betrachten und vom Künstler trennen können? Geht das überhaupt? Oder sind beide untrennbar miteinander verwoben? Neulich noch schrieb ich „mir doch egal, wenn der Autor ein Nazi war. “ Und das meine ich auch so. Es gibt Millionen Bücher, die einfach umwerfend gut sind und von absoluten menschlichen Nullnummern geschrieben wurden. Es gibt Millionen Musikstücke, die von Arschlöchern erster Güteklasse fabriziert wurden, nicht selten unter Drogen. Wie jemand mal sagte: „Heroin ist scheiße, okay. Aber ohne wäre mein Plattenschrank ziemlich öde und leer.“ In der Rapmusik brüsten sich nicht wenige Künstler mit echten oder fürs Image erfundenen Schießereien und Bad Boys Atttüden; bei einigen Rappern scheinen Frauenverachtung oder ein Knastaufenthalt die Einstiegsbedingung für einen Hit in den Charts zu sein. Wer sich ein bisschen durch die Geschichte und Gegenwart Hollywoods liest, kriegt Würgereflexe, wenn er Näheres über das Privatleben so manchen oscarprämierten Filmemachers lernt und darüber, wie nicht wenige Filme unter absurdesten Bedingungen entstanden sind. Die meisten Regisseure sind unerträglich aufgeblasene Egomanen, und bei Schauspielern ist das wahrscheinlich eine Grundvorausetzung, um überhaupt auch nur eine Rolle in einem Werbespot zu bekommen. David Lean hat angeblich seine Crew und Besetzung grundsätzlich zur Verzweiflug und an den Rand der Meuterei gebracht. Über den Wahnsinn von Coppolas Dreharbeiten zu Apocalypse Now hat seine Frau eine ausgezeichnete Dokumentation gedreht. Hitchcock verglich seine Schauspieler mit Vieh und überraschte seine Gattin schon mal mit einer lebensechten Nachbildung seines Kopfes, drapiert auf einem Silbertablett im Kühlschrank. Woody Allen hatte ein Verhältnis mit seiner Stieftochter und hat sie schließlich geehelicht, da war sie immerhin schon volljährig.

Musiker, Maler, Regisseure, Schauspieler aller Couleur und in jedem Zeitalter waren fast durchgängig auch Alkoholiker, drogensüchtig, promisk, psychisch krank oder schlicht ganz normale Charakterschweine. Roman Polanski ist ein großartiger Künstler, wenngleich menschlich ganz offensichtlich nicht wirklich aus der obersten Schublade. Lindsay Lohan kenne ich nur aus dem Ensembledrama Bobby, wo sie mir sehr gut gefiel. Ansonsten säuft sie sich gerade ins Koma oder tut zumindest so als ob. Tom Cruise ist Scientologe und dreht nicht nur fabelhaftes Actionkino sondern läßt auch die Ausscheidungen seiner Tocher vergolden. Vielleicht braucht es Leute mit einem satten Sprung in der Schüssel um Kunst zu produzieren. Vielleicht bekommt man den Sprung auch erst dann, wenn man Kunst produziert. Und wo und wie und warum zieht man die Grenze? Verhaltensweisen, die vor Jahrzehnten kaum ein Augenbrauenzucken hervorgerufen hätten und als völlig akzeptabel und normal galten, kommen heute gesellschaftlichem Selbstmord gleich. Aber mir ist das immer noch schnurz. Jeder von uns ist mehr als nur jeder von uns. Wie kann ich Empathie und Bewunderung für Dr. House empfinden, auf dessen charakterlichen Macken und politisch inkorrekten Verhaltensweisen die ganze Serie beruht – und dann gleichzeitig mit Abscheu einen Film von Mel Gibson boykottieren, weil der das nicht geringe Kunststück fertig gebracht hat, Juden, Schwarze, Frauen und Schwule in ihrer Empörung zu einen indem er sie alle gleich übel beleidigt hat? Sollte ich das nicht trennen bzw. trennen können?

Flattrn für Melody von Moving Target

  • Veröffentlicht am 12th Juli 2010,
  • veröffentlicht von

Ein Hilferuf aus Düsseldorf, via Berlin: Die Bloggerin Melody (Carola Heinze) vom Moving Target Blog, ist komplett abgebrannt. Nicht im übertragenen Sinne, sondern wörtlich: ein Feuer hat ihre Dachgeschosswohnung in Schutt und Asche und sie und ihre Familie obdachlos und nur mit der Kleidung die sie auf der Haut hatten, aber immerhin lebendig zurückgelassen. Ich kann und will mir das Grauen nicht live und in Farbe vorstellen und ich brauche Melody auch nicht persönlich zu kennen um zu wissen: Hilfe tut not. Obdach ist wohl vorerst gefunden worden, aber natürlich fehlt es an allem anderen.

Ich hatte ja letztens hier über meine Flattr-Einnahmen berichtet. Sie sind nicht sonderlich hoch, genau genommen sind es Peanuts. Eigentlich wollte ich aus den genannten Gründen den Button auch schon wieder rausnehmen. Aber ich werde ab sofort und bis es nicht länger notwendig ist, meine sämtlichen Flattr-Einnahmen an Melody und ihre Familie spenden. Jeder Klick auf welchen flattr-Button in welchem Beitrag auch immer auf e13.de läßt die Kasse für diesen Zweck klingeln. Ich werde die Klicks und Einnahmen so transparent gestalten wie flattr das zulässt und die eingegangenen Beträge auf die nächsthöhere runde Summe aufrunden. Kleinvieh macht bekantlich auch Mist, und wer weiß, vielleicht schließen sich ja noch ein paar A-List flattrer an.

Natürlich kann man auch selbst aktiv werden ohne meinen Kram hier zu flattrn und hier direkt via PayPal spenden oder ganz handfest vor Ort unter die Arme greifen. Wäre schön, wenn social media keine abgelutschte leere Worthülse bliebe.

Update: Inzwischen gibt es außerdem eine dezidierte Spendenseite: www.abgebrannt-wir-helfen.de Bitte helft!

Immer dieselbe Leier

  • Veröffentlicht am 8th Juli 2010,
  • veröffentlicht von

Aber die wirtschaftliche Realität sieht so aus, dass der Verkauf einer digitalen, autonomen Einheit (unabhängig des Inhalts) in der Regel schlicht kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr ist.

Das ist eine Realität, die die Industrie noch erkennen muss, um entsprechende Strukturen zu schaffen. Dann wird es auch zukünftig schöne neue Musik geben.

(Quelle: neunetz.com)

Wie diese Strukturen aussehen sollen, weiß offensichtlich niemand, weder die Musikindustrie noch der Autor, in seiner Replik auf Sascha Lobos schönen Eintrag hier. Aber er ist sich sicher, daß es durch diese geheimnisvollen Strukturen zukünftig schöne neue Musik geben wird. Aha.

Sorry, aber das ist Quark. Man kann es reißerisch Diebstahl nennen oder beschönigend Umverteilung, aber Fakt ist: Durch filesharing werden Künstler und Rechteverwerter um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Wobei die Künstler in der Regel den Löwenanteil der Arbeit haben und die Rechteverwerter den Löwenanteil der weggebrochenen Gewinne, klar. Für viele Künstler macht es kaum einen Unterschied, sie haben auch vorher meist nur einen Hungerlohn gesehen. Aber 100% von Null ist immer noch weniger als 1% von einem Euro oder sogar einem Cent.

Das Mitleid mit den Labels hält sich bei mir in Grenzen, auch wenn ihre Arbeit dann doch nicht nur aus Handaufhalten besteht, wie ja gerne und oft von Menschen propagiert wird, die selbst ausschließlich filesharing betreiben und somit die Könige im Handaufhalten sind. Und komisch, es läuft ja nur noch Chartscheiße und in den Kinos gibt es nur noch seelenlosen 3D Müll für den man natürlich kein Geld ausgeben darf. Aber genau dieser verwerfliche Mainstreamdreck ist immer auch in den Filesharingcharts ganz oben, wie kommt das? Wenn ich etwas schlecht finde und boykottiere, dann wird es doch nicht plötzlich interessanter, nur weil es für lau zu haben ist? Ich sehe eine Parallele zu den berüchtigten Tütenabgreifern auf jeder beliebigen Messe: Man sackt Tüten, Kulis, Werbegummibärchensamples und Hochglanzbroschüren von Firmen ein, die  bzw. deren Produkte einen Null interessieren. Nur weil das Zeug eben da so herumliegt und verteilt wird. Zuhause fliegt der ganze Schmadder dann unmittelbar ins Altpapier. War ja kostenlos. Und die Firma soll sich doch freuen, sind sie ihre Prospekte doch losgeworden! Der Künstler soll doch froh sein, wenigstens wird seine Musik gehört. Hey, ich helfe ihm dabei, berühmt zu werden!

„Talking Semantics“ sagt man dazu, wenn Haare über Begrifflichkeiten gespalten werden. Natürlich sind die Worte „Raubkopie“ oder „Diebstahl“ für das illegale weil unautorisierte Herunterladen und Weiterverbreiten von Musik, Software, Büchern oder Filmen rein logisch betrachtet Quatsch, genau wie „Piraterie“ null mit Romantik zu tun hat sondern schnödes „du hast’s, ich will’s haben, und gibst du’s nicht freiwillig, so nehm’ ich’s mir eben so bzw. mit Gewalt“ umschreibt.

Meine flattr Einnahmen im Juni

  • Veröffentlicht am 1st Juli 2010,
  • veröffentlicht von

Wow, wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Natürlich sind das keine Reichtümer, wie sie im Lawblog oder gar bei der taz angefallen sind. Mehr so Richtung Pottblog. Aber ich habe natürlich auch nicht mit deren Schlagzahl gebloggt bzw. veröffentlicht und noch nicht ganz deren Besucherzahlen. Ich war ja auch die ersten beiden Wochen des Monats im Urlaub. € 10,17 deckt die Hostingkosten und reicht dann noch für ein Eis.

Ich danke allen, die meine Beiträge flatternswert fanden und mit einem Obolus bedacht haben. Am beliebtesten war meine Sonderausgabe des Bücherstöckchens. Aber es gab tatsächlich auch jemanden, der mein Impressum geflattrt hat. #flippstevölligaus #allebekloppt

Trotzdem bin ich noch nicht ganz sicher, ob ich dieses Experiment weiterlaufen lassen soll. Es fühlt sich nicht rundherum richtig an, vor Allem die Sache mit dem Datenschutz macht mir Kopfzerbrechen. Und die Buttons sind so häßlich… Es ist schön, wenn meine Gedanken hier eine Anerkennung erfahren. Aber am liebsten werde ich immer noch in Kommentaren bezahlt, und ich würde hier auch schreiben wenn es niemand lesen würde. Ich blogge, weil es mir Freude macht. Aber ich danke Euch trotzdem.

Flattr Invite zu verschenken

  • Veröffentlicht am 12th Juni 2010,
  • veröffentlicht von

Ich habe übrigens noch einen flattr invite zu vergeben und will (anders als andere Gestalten) auch keine Geschenke dafür. First come, first served – der erste interessierte Kommentator bekommt den Zuschlag.

In eigener Sache: e13.de macht jetzt auch die Flattr

  • Veröffentlicht am 12th Mai 2010,
  • veröffentlicht von

Ihr kennt das vielleicht auch: Euch gefällt ein Blogbeitrag im Netz besonders gut, er war unterhaltsam, geistreich, hilfreich oder einfach nur schön. Ihr habt ihn vielleicht gebookmarked, auf del.icio.us oder Mister Wong oder (dort, wo diese Möglichkeit eingebunden ist) auf den „I like“ Button von facebook geklickt. Vielleicht hat er Euch so gut gefallen oder so sehr genützt, daß Ihr dem Autoren oder der Autorin etwas dafür bezahlen würdet, nur wäre die ganze paypal-Spendennummer viel zu umständlich und langwierig und sooooo reich, daß gleich die Amazonwunschliste des Bloggers abgefrühstückt werden könnte, seid Ihr denn auch nicht. Wir wollen ja die Kirche im Dorf lassen!

Für diese italienischen Momente im Leben gibt es flattr. Wer sich dort anmeldet und minimal 2 € einzahlt (nach oben gibt es keine Grenze), kann diese nach dem Gießkannenprinzip mittels Klicks auf die eingebundenen Buttons binnen eines Monats auf so viele Blogs und Beiträge  verteilen, bis die 2 oder 5 oder 10 € alle sind. Natürlich kann man auch mehrfach auf eine Button klicken, um die Sache zu gewichten. Oder nur einmal im Monat auf den besten Artikel des Monats, wie man will. Am Ende bekommt jeder, bei dem die Buttons im Blog eingebunden sind den entsprechenden Anteil an Klicks in barer Münze ausbezahlt. Wie das dann aussehen kann, schreibt Herr Schwenzel hier. Ein schickes Video darüber wie’s funktioniert, gibt es auch:

ARVE Error: no video ID set

Kixka hat mir heute freundlicherweise einen Einladungscode zukommen lassen (noch ist das Ding closed beta) und ich habe den Button jetzt mal – mittels WordPress Plugins – eingebaut bei mir. Denn ich finde das Experiment sehr spannend: ich sehe, daß viele Artikel, und gar nicht immer unbedingt die meist kommentierten, sehr gut besucht sind und gern und oft gelesen werden. Ich frage mich, ob ich so gut und interessant genug schreibe daß jemand dafür bezahlen würde und natürlich, welche meiner Beiträge am besten ankommen. Es geht nicht vorrangig um Geld, ich schreibe e13 bekanntlich nicht für Geld und ich will es auch werbefrei halten. Gegen eine kleine Anerkennung habe ich aber auch nichts. :o)

Einen ganz ähnlichen Ansatz wie flattr hat übrigens Kachingle, und heute fand ich bei media digital einen interessanten Artikel über die Gründerin Cnthia Typaldos und die Philosophie hinter ihrem Dienst. Den habe ich gleich mal geflattrt.

Die re:publica Marginalien

  • Veröffentlicht am 19th April 2010,
  • veröffentlicht von

“Ein’ hab’ ich noch, ein’ hab’ ich noch!” und dann ist auch Ruhe zum Thema, versprochen.

***

Ich habe anlässlich der re:publica meinen Twitteraccount geöffnet (also von protected auf öffentlich umgeschaltet) und auch auf die tägliche Löschung meiner Tweets verzichtet. Ich werde es auch vorerst dabei belassen. Ich habe nicht besonders viel getwittert in den drei Tagen, ca. 80 Tweets nur (wir hatten ja nix damals kaum Netz). Hochgerechnet auf die Zeit die ich schon twittere (seit Mai 2007), sind das etwa 22.000 Tweets, die ich bislang geschrieben und abends jeweils wieder gelöscht habe. Ich habe auf der re:publica ca. 30 neue Follower gewonnen, davon ca. ein Drittel Spammer, die ich gleich wieder geblockt habe, und folge nun auch einigen neuen Bekannten.

***

Nächstes Jahr nehme ich mein Longboard mit. Die Bürgersteige und Straßen in der Gegend sind ja wohl der Hammer!

***

Allen Frotzeleien zum Trotz: einen stabilen Internetzugang für ca. 2.500 Leute, die mit ihren Notebooks und Smartphones oder gar beidem alle gleichzeitig ins Netz wollen – das kann es wahrscheinlich (noch) nicht geben. Es ist also eher ein Wunder, daß wir überhaupt online gehen konnten und ich verstehe viel zu wenig von der Technik, um diese Leistung der hinter den Kulissen eifrig werkelnden Heinzelmännchen angemessen würdigen zu können. Aber ich danke ihnen sehr, genau wie den Organisatoren Johnny und Tanja Haeusler von Spreeblick und Markus Beckedahl von netzpolitik.org und allen anderen, die dieses wunderbare Event auf die Beine gestellt haben.

***

Ich habe einmal mehr festgestellt: Die meisten Menschen sind freundlich und hilfsbereit.

***

Das Hotel war gewöhnungsbedürftig. Nur daß ich mich daran niemals gewöhnen werde. Ein Einzelzmmer ist ja auch in jedem Hotel auf der Welt nur eine umgebaute Wäschekammer mit Blick auf den Schornstein, und für 50€/Nacht kann man nicht viel erwarten, schon klar. Aber das Bett war viel zu weich und irgendwie auch zu kurz, das Teil erinnerte an ein 70er-Jahre klappbares Campingbett. Das warme Wasser funktionierte am ersten Morgen nicht und kam auch anschliessend nicht richtig in die Gänge. Die Handtücher waren nicht viel dicker als Kleenex, nicht viel größer als Waschlappen und bretthart. Grundsätzlich liebe ich brettharte Handtücher, aber im Hotel, und noch dazu einem, das sich als tolles Day-Spa anpreist, erwarte ich irgendwie mehr Flausch, ich weiß auch nicht. Auf dem Flur roch es heftig nach Chlor. Der Getränkeautomat auf dem Flur war defekt, die Minibar komplett leer, man sollte sich unten im Foyer für 2,50 €/Getränk eindecken. Alles war irgendwie ein wenig sehr angeranzt, aber das soll wohl in Berlin so üblich sein, habe ich mir sagen lassen. Der Fernseher ging auch nicht, oder trägt Niki Lauda neuerdings eine grün-lila gestreifte Gesichtsfarbe? (Da will man einmal im Leben fernsehen und dann…) Der Fahrstuhl ging nur sporadisch (na gut, ich nehme sowieso immer die Treppe, aber ich wollte es der Vollständigkeit halber erwähnt haben). OK, es lag quasi neben der Veranstaltung, das war praktisch. Und die Leute am Empfang waren superfreundlich (alle in Berlin waren superfreundlich, ausnahmslos!), obzwar sie das Tempo von in Wut geratenen Weinbergschnecken drauf hatten.

Naja, Schwamm drüber. Nächstes Jahr ziehe ich drei Meter weiter ins Mélià. Ich bin halt verwöhnt, ich geb’s ja zu.

***

Club Mate schmeckt wie… also ich weiß auch nicht, aber mir schmeckt’s jedenfalls nicht.

***

Eine Twitterwall jeweils im Foyer hätte ich gut gefunden. Aber schön, daß während der Vorträge keine lief.

***

Nächstes Jahr sollte die Golfer unter uns dann am Samstag eine re:publica Open hinkriegen, finde ich. Zwei, drei flights kriegen wir mindestens allein aus meiner kleinen Timeline zusammen.

***

Meine Lieblingstweets aus drei Tagen re:publica:

***

Die beste Currywurst gibt’s fraglos in Hamburg, tut mir ja leid für Euch.

Die re:publica, dritter Tag

  • Veröffentlicht am 18th April 2010,
  • veröffentlicht von

Ein guter Plan ist das halbe Leben.

Am Freitag früh um 10h ging es im kleinen Saal der Kalkscheune weiter mit einem sehr inspirerenden Vortrag über Open Government, den der Neuseeländer (und bald naturalisierte Brite wie er gleich stolz erzählte) Rob McKinnon hielt. Wer sich noch nicht näher mit dem Thema befasst hatte bekam einen sehr guten Überblick über die Aktivitäten und Erfolge von Bürgern aller Herren Länder, die ihren Regierungen auf die eine oder andere Art mehr Offenheit abringen, aber auch willens und fähig sind, sich selbst und ihr Können anzubieten und einzubringen. Mehr Transparenz kann ganz sicher nicht schaden, ist jedoch den meisten Regierungen ein Dorn im Auge, wie wir noch aus dem Wikileaks-Vortrag des Vortages wissen. Immerhin, es tut sich etwas und ich überlege auch schon, was ich tun kann und wofür ich mich engagieren will. Denn eines ist klar: Nur meckern geht nicht. Mitmachen und besser machen!

***

Anschliessend begab ich mich rüber in den Friedrichstadtpalast, um den eigentlich für 11 Uhr angekündigten Themenblock “Netzneutralität” anzuhören. Statt dessen erzählte Götz Werner etwas übers Grundeinkommen, auch gut.

Götz Werner hat die Drogeriemarktkette dm gegründet und tritt für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein. Obwohl es schwer ist, sich einigen seiner Argumente zu verschliessen (natürlich hat nicht nur diejenige Arbeit einen Wert, die bezahlt wird), sind mir da noch viel zu viele Löcher in der Argumentationskette und natürlich ist mit vollen Hosen gut stinken… seine Sicht auf die Dinge dürfte wohl nicht 1:1 der seiner Angestellten entsprechen. Abgesehen davon, daß sein Vortragsstil ziemlich schnarchig und leicht von oben herab rüberkam, hielt er aber doch einen interessanten Vortrag und war kein kompletter Fehlgriff in der Themenauswahl. Die anschliessende Diskussion habe ich nur über Twitter verfolgt, da ich schon wieder zum nächsten Panel eilte.

***

Das war natürlich das von MC Winkel, dem ich seine freundliche persönliche Einladung natürlich nicht abschlagen konnte. His Winkelness ist sicherlich die größte Rampensau der deutschen Bloggeria und blieb sich treu: Der winzige Blaue Salon war seit zehn Minuten gerammelt voll, ich überlegte kurz, à la Blues Brothers ein rhytmisches  “Wir-wollen-die-Show!” anzustimmen, und dann kam er auch schon: direkt aus Kiel, natürlich standesgemäß im absoluten Halteverbot geparkt, hat erst einmal die Orga verwirrt, die seinen Auftritt nicht auf dem Zettel hatte und eiligst WLAN-Kabel etc. herbeischaffte und begrüßte seine Fans. Der Einblick in das Leben eines Faulancers war kurzweilig und unterhaltsam vorgetragen, was natürlich auch niemand ernsthaft anders erwartet hätte. Wie man vom Bloggen leben kann, ohne sich ein Bein auszureißen? Das dürfte auch MC Winkel nicht wissen, denn er ist verdammt rührig, auch wenn es nach Nichtstun aussehen soll. Aber das ist ja immer so bei großen Sportlern: Die scheinbare Leichtigkeit ist nur durch hartes Training zu erreichen. „Spacken sind doch die interessanteren Menschen“ sagt er, und hat Recht damit. Reich wird man mit Bloggen nicht, aber MC Winkel hat seine Nische gefunden, tut das, was er liebt, hat offensichtlich ein Auskommen mit dem Einkommen – und wer unter uns (außer natürlich you-know-who, aber wer kann den schon ernst nehmen?) wollte es ihm nicht gönnen?

***

***

Der Vortrag von Simon Rogers über „Datajournalism and Tthe Guardian“, den ich mir als nächstes vorgenommen hatte anzuschauen, fiel leider aus: aufgrund der wohl unwahrscheinlichsten Begründung seit “der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen”, nämlich ”da ist eine Vulkanaschewolke, die den Flugverkehr in halb Europa lahmlegt“, konnte der Redner leider nicht antreten. Die Leistungsschutzrechte-Diskussion konnte mich nicht locken und so quatschte ich ein wenig mit Kixka Nebraska und ging mit ihr in den Quatsch Comedy Club, um das Panel „Vom Livestream zum Lifestream“ anzusehen. Dort wurde es mir allerdings schnell zuviel, denn einerseits bin ich Klaustrophobikerin und musste. da. raus. JETZT!, dann war die Luft war so dick, als hätte sich die Aschewolke noch mit in der proppenvollen Saal gequetscht und außerdem hielt ich’s auch sonst nicht mehr aus:

***

Der so fluchtartig verlassene Raum würde sich wahrscheinlich in der nächsten Stunde noch mehr füllen, denn Felix Schwenzel (wirres.net) wollte uns erzählen “Warum das Internet scheiße ist”. Also begab ich mich lieber dahin “Wo wilde Trolle wohnen”, den Vortrag des Rechtsanwalts Joerg Heidrich, der aus dem Leben eines Forenmoderators erzählte und ein paar Schwanks zum Thema “Umgang mit Abmahnungen” und “fliegender Gerichtsstand” zum Besten gab. Da ich selbst schon Foren moderiert habe, war das alles nicht wirklich neu für mich (im Internet gibt’s aufmerksamkeitssüchtige Bekloppte? Echt? Und Wasser ist wirklich nass?), aber daß es einen echten Klagetourismus gibt zu den Gerichten, bei denen man am ehesten mit einer für die eigene Sache günstige richterliche Entscheidung rechnen kann, weil man nämlich ohne Rücksicht auf Sitz des Anbieters überall dort klagen kann, wo das Internet zu empfangen und damit die beklagte Seite zugänglich ist – das ist ein Tritt in die Magengrube für jeden Menschen mit gesundem Rechtsempfinden.

***

Anschließend gab’s noch einen netten Plausch mit @littlejamie und eine wahrscheinlich ökologisch-dynamisch-politisch-korrekte schwedische Limonade, die allerdings schmeckte als hätte jemand ein paar Tütchen Ahoi-Brausepulver mit Himbeergeschmack aufgelöst. Ich machte mich auf zur großen Verabschiedung, bei der Johnny Haeusler eigentlich live auf der Bühne mit Twitter-Gründer Biz Stone skypen wollte. Der kam aber nicht, wir sollten doch bitte noch ein paar Minuten auf ihn warten wie seine Sekretärin ausrichten ließ, und so kam es zur absolut bestmöglichen Verabschiedung überhaupt: Der ganze Saal sang inbrünstig zu Queens Bohemian Rhapsody Karaoke und ließ Biz Stone einfach mal Biz Stone sein:

ARVE Error: no video ID set

It really did send shivers down my spine!

Die Party danach war klasse, ich lernte u.a. endlich auch die offizielle Haus- und Hoffotografin der re:publica, Mme Creezy persönlich kennen und outete mich als fangirl und wurde @writingwoman vorgestellt, die kurz vorm Gefrierbrand stand (es war aber auch kalt in Berlin!). Ein mitternächtliches Abendessen mit @rajue und @frankkleinert beim Thai beschloß den Abend eines schönen, dritten re:publica-Tages für mich.

Die re:publica, zweiter Tag

  • Veröffentlicht am 17th April 2010,
  • veröffentlicht von

Vorab: diesen Beitrag hatte ich ursprünglich schon einmal getippt, nämlich gestern früh mühsam ins iPhone, über die WordPress-App (Ich hatte keinen Rechner mit in Berlin). Als ich auf “save” klickte, verschwand die Arbeit von knapp 2 Stunden im Datennirvana. Sonst wäre der natürlich schon gestern früh hier erschienen, sorry.

Gute Frage.

Tag 2 beginnt mit einem Vortrag Matthias Kröners, seines Zeichens Vorstand der FIDOR AG. Ein Banker, der über „Banking mit Freunden“ spricht. Ich traue Bankern ja nicht ganz so weit über den Weg, wie ich ein Klavier werfen kann, aber sein Vortrag ist kurz, knackig, mitreissend und regt zum Nachdenken an. Ich werde mich jedenfalls näher mit diesem Projekt beschäftigen, das steht mal fest. Eine Bank, die ihren Usern Geld für ihre Mitarbeit gibt?

***

Unmittelbar im Anschluß sprach Alvar Freude, Netzaktivist, Mediendesigner und u.a. auch Mitbegründer des AK Zensur über die möglichen Auswirkungen der Änderungen am Jugendmedienschutz-Staatsvertrag auf das Web 2.0. Leider beschränkte er sich darauf, bekannte Allgemeinplätze polemisiert zu wiederholen. Jegliche Form von Zugangskontrolle für Kinder und Jugendliche zu verteufeln, statt Lösungswege aufzuzeigen oder konkrete Vorschläge zu unterbreiten, wie man den Nachwuchs vor dem dunklen Teil des Netzes schützt, den es ja leider auch gibt – das kann es ja nun auch nicht sein. Nur weil das der Teil ist, auf den sich die Holzmedien stürzen und den sie wichtiger und größer schreiben als er ist, heißt es ja nicht, daß man ihm nicht wachsam und misstrauisch gegenüberstehen sollte. Ziemlich genau das sagte ihm dann auch ein sichtlich genervter Zuhörer sehr deutlich in den Frage- und Antwort Minuten. Freudes einziger Vorschlag der dann kam, und für den es auch verdienten Applaus gab, lautete: Medienkompetenz zu vermitteln, und zwar den Eltern (fast noch wichtiger) und den Kindern.

***

Sehr nettes und unterhaltsames Mittagessen mit @rajue, dem Macher von (u.a.) photoappar.at (geniale URL, oder?), der den wohl schönsten Schnappschuss von Jeff Jarvis gemacht haben dürfte.

***

Weiter ging es mit dem Vortrag der Wikileaks Macher, bzw. Daniel Schmitt, einem der Mitgründer – Julian Assange war (für mich nicht wirklich überraschend) nicht am Start. Schmitt gab einen kurzen aber intensiven Abriss über die Arbeit und die daraus resultierenden Skandale und Erfolge von Wikileaks. Frisch im Gedächtnis ist natürlich das letzte Woche unter dem Schlagwort „Collateral Murder“ bekannt gewordene Video der US Armee, aufgnommen mit einer Bordkamera eines Apache-Helikopters, auf dem zu sehen ist wie die Besatzung lachend und als ob es sich um ein Videospiel handelte, mittels ihrer Bordkanone auf unbewaffnete Journalisten schießt und anschließend noch einen Kleintransporter voller Zivilisten und Kinder unter Beschuss nimmt, dessen Fahrer den sterbenden Journalisten zu Hilfe eilen wollte.
Schmitt betonte, daß Wikileaks sich nicht als Konkurrenz zu Journalisten und kommerziellen Medien verstehe sondern ihnen im Gegenteil als Partner helfen wolle, investigativen Journalismus zu betreiben. (Wie ich die Journallie so einschätze, dürfte das allerdings wohl ein frommer Wunsch bleiben – denen geht es doch meist nur um Neid und Eifersüchteleien und ums Pimmelfechten, wer den dicksten Scoop zuerst findet. Eine unabhängige, spendenfinanzierte Seite da als Quelle zu nutzen, geht ihnen wohl gegen das, was sie für ihre Berufsehre halten.)

***

Jérémie Zimmermann

Anschliessend sah ich Monica Horten von der University of Westminster in London, die einen Überblick über die Planungen der EU zum Telekommunikationspaket und der sog. „Three Strikes-Regelung“ gab (wie sie das franz. Verfassungsgericht bereits abgeschmettert und das britische Parlament gerade durchgewunken hat). Ihr folgte auf dem Fuße Jérémie Zimmermann, ein kleiner, quirliger Franzose, der uns über die Auswirkungen dieser Pläne aufklärte und uns alle beschwor, unsere Abgeordneten zu beleuchten und dazu zu bewegen, gegen die teilweise absurden Massnahmen zu stimmen, die unmittelbar aus dem Wunschkatalog der Lobbyisten der Unterhaltungsindustie stammen und das Ende der persönlichen Informations- und Redefreiheit und damit schlussendlich das Ende der Demokratie bedeuten.

***

Weiter ging es mit einem Panel über Sexismus im Netz, bei dem Susanne Klingner Anna Berg, Anne Roth und Klaus Schöneberger auf dem Podium saßen und sehr akademisch, schnarchlangweilig und meiner Meinung nach teilweise wirklich ärgerlichen Stuss über die Diskriminierung der Frau im Netz sprachen. Ich hätte ja gern nach wenigen Minuten genauso fluchtartig den Saal verlassen wie @DonDahlmann, aber ich hatte endlich eine freie Steckdose für mein durstiges iPhone gefunden und einen schönen Platz auf einem gemütlichen Sofa, das nach zwei Tagen auf unbequemen Holzstühlen eine echte Wohltat für meinen Rücken war. Solchermassen quasi festgebunden erduldete ich  das Gesülze. Nicht, daß es keinen Sexismus im Netz gäbe. Aber wenn es schon damit los geht, daß es ein untrügliches Anzeichen für die Diskriminierung weiblicher Blogger sein soll, daß die erste Frau in den (komplett irrelevanten) deutschen Blogcharts auf Rang 35 erscheint, dann kann man sich vorstellen, wieviel beknackter die Diskussion noch wurde. Das iPhone mußte schließlich mit 3/4 Ladekapazität auskommen; ich hab’s dann doch nicht länger als eine Viertelstunde durchgestanden und bin gegangen.

Allerdings habe ich erst später am Abend davon gehört, daß offenbar ein paar Trolle den Livechat gekapert hatten und wirklich widerwärtige Kommentare abgelassen haben. Mehr darüber gibt es bei Antje Schrupp und beim Piratenweib im Blog. Das ist eklig und ich kann die Wut und Empörung der Betroffenen verstehen. Ich bin eine Frau und fühle mich nicht betroffen, weil ich solchen Dreck nach all den in diversen Foren und Communities verbrachten Jahren in- und auswendig kenne und inzwischen eigentlich „nedamol mehr ignorier“, wie der Bayer so schön sagt. Aber ich kann auch verstehen, daß nicht jede Frau so ein dickes Fell hat oder zulegen will. Ich würde es lieber so machen wie es Sascha Lobo ja schon am Vorabend in seinem “How To Survive A Shitstorm”-Vortrag zeigte. But that’s just me – to each her own.

***

Die folgende Stunde verbrachte ich im angeregten Gespräch mit Frau Serotonic, die sich live und in Person als genauso super herausgestellt hat, wie ich mir das schon damals™ dachte, als ich ihr Blog entdeckte. Zum Abschluß gingen wir zum Laberflashmob, einer spontanen Veranstaltung mit dadaistischen Zügen, die mich dann auch zum Aufbruch reizte (DaDa war noch nie meins). Alles in allem war es aber ein schöner und streckenweise sehr lehrreicher und unterhaltsamer zweiter Tag.

19.04.10 Update: Bei der Nennung der Namen der “Sexismus im Internet” Diskussionsteilnehmer ist mir bedauerlicherweise ein Fehler unterlaufen. Auf dem Podium saß nicht Susanne Klingner, wie im gedruckten Programm und auch noch auf der offiziellen re:publica-Seite zu lesen steht. Statt ihrer war Anna Berg von der Mädchenmannschaft dabei. Ich bitte um Entschuldigung.

Die re:publica, erster Tag

  • Veröffentlicht am 15th April 2010,
  • veröffentlicht von

Irgend jemand twitterte „es ist ein bisschen wie Klassentreffen“ und genauso fühlt sich das an. Nur eben genau umgekehrt: ich treffe nicht Menschen, die ich zwanzig Jahre weder gesehen noch vermisst habe und mit denen ich mich über die gemeinsame Vergangenheit unterhalte, sondern solche, die ich größtenteils noch nie gesehen habe, aber mit denen ich durch das Netz auf Twitter oder in Blogs und Kommentaren täglich in direktem oder wenigstens indirektem Kontakt stehe. Und wir sprechen über die Gegenwart und die Zukunft, wie die alten Vertrauten die wir irgendwie ja auch sind, und ganz gemäß des Konferenzmottos: „Now.Here.“

***

Der Eröffnungsvortrag von Peter Glaser hat mir gut gefallen. Aber den „Ausknopf als menschliches Grundrecht“ zu fordern ist dann schon irgendwie albern: Es gibt auch keinen Ausknopf für den Fluss vor meinem Hotelfenster. Man schaltet sich selbst ein oder aus, nicht das Netz. Das ist immer da, wie der Rest der Welt. „Now.Here.“

***

Eine Konferenz zum Thema Internet, bei der weder WLAN noch Handyempfang sonderlich funktioniert; auch das ist das Netz. Es ist spannend, weil die Menschen, aus denen es besteht, so spannend sind. Es geht hier nicht um Technik. Die meisten Leute in den Vorträgen hören aufmerksam („Now.Here.“) zu statt zu twittern oder auf dem MacBook per Videostream zu verfolgen, was sie vielleicht im anderen Saaal gerade verpassen und nicht wenige schreiben tatsächlich in Notizbücher statt auf Notebooks.

***

Prof. Dr. Peter Kruse

Der Vortrag Peter Kruses über unsere unterschiedlichen Wahrnehmungen, Perspektiven („Now.Here“) und Bewertungen derselben Ereignisse ist fraglos inhaltlich wie formell das Highlight des ersten Tages. Hier ein Link zum Video des Vortrags.

***

Udo Vetter vom Lawblog hält einen gut besuchten Vortrag über das, was man früher einfach „gute Kinderstube“ genannt hätte, wahlweise „gesunden Menschenverstand“: Schreibe nichts über andere, was du ihnen nicht auch ins Gesicht sagen würdest. Benutze keine Fotos oder Filme von anderen, ohne vorher um Erlaubnis gefragt zu haben. Traurig, daß man das hier und heute („Now.Here.“) noch sagen muss.

***

Sascha Lobo

Sascha Lobos Vortrag „How to survive a Shitstorm“ fängt stark an und läßt dann doch stark nach. Bei aller persönlichen Betroffenheit, die hier offensichtlich unter einer dicken Schicht Sarkasmus verborgen werden soll (und ja, es gibt schon kranke Leute da draussen): So zu überziehen riecht nach Thomas Gottschalk und krampfhaften Festhaltens an den 15 Minuten Ruhm. („Now.Here.“)

***

Die Twitterlesung war lustig, aber auch dieses Konzept wirkt inzwischen nicht zuletzt auch dank der Darbietung etwas abgelutscht und Gottschalkesk. Dieselben Leute lesen Tweets von immer denselben Leuten vor, die dasselbe Publikum sowieso schon längst selbst gefaved hat. Das führt ja auch nirgendwo hin („Now.Here.“).

***

Schade, daß die (allerdings stets höflichen) Gorillas am Eingang zur Kalkscheune auch nach Ende des ersten Konferenztages nur die Teilnehmer zum Feierabendbier zulassen. Wer kein schwarzes Armband hat, kommt nicht rein — blöd, wenn man als Berliner den Tag über im Büro saß und abends extra herkam, um sich mal die Nasen hinter den Twitteraccounts persönlich anzuschauen und ein gemeinsames Bier zu trinken. Das ist dann wohl die Offline-Variante einer Netzsperre („Now.Here.“) und wird mit einem fetten #FAIL belohnt.

Ab nach Berlin!

  • Veröffentlicht am 13th April 2010,
  • veröffentlicht von

Ab morgen bin ich in Berlin auf der re:publica. Das Programm liest sich sehr vielversprechend und das eine oder andere Bier mit dem einen oder anderen Blogger, Leser, Follower, Twitteraturprofessor passt sicherlich auch noch dazwischen.

Ich werde für die Dauer der Veranstaltung meinen Twitteraccount öffentlich machen und auch auf die tägliche Löschung meiner Tweets verzichten. Wer mag, folge mir gerne auf twitter.com/e13kiki. Und wer mich vor Ort sieht, darf mich gerne ansprechen :-)

Ein schönes Twitter-Visualisierungs-Tool findet sich hier: http://re.twittermap.de/

Der Kulturtipp

  • Veröffentlicht am 18th März 2010,
  • veröffentlicht von

Da habe ich doch endlich mal Gelegenheit, mich bei Frau Percanta für ihre wunderbaren Argentinienberichte zu bedanken, die mir seit Wochen täglich ein paar Minuten Bildungsurlaub bescheren. Und außerdem wartet ja mein Exemplar der Herzdamengeschichten noch auf seine Signatur. Als Fangirl hab’ ich’s wirklich gut getroffen: ich muß dafür nur ein paar Stadtteile weiter reisen!

Wer unverständlicherweise die betreffenden Autoren noch nicht kennt, sollte diese Bildungslücke ratzfatz schließen:

Percanta

Isa

Bov

Maximilian Buddenbohm a.k.a. Merlix

Twitterspam reloaded

  • Veröffentlicht am 15th März 2010,
  • veröffentlicht von

Nach den MacBook Pro Retweetern, die ich ja schon letztens aufgespießt hatte, kommen jetzt die Rucksackdeppen. Auf dem Männig-Blog gibts ein paar nette Screenshots. Auch meine Timeline ist voll von Leuten, die es immer noch nicht geschnallt haben: Es gibt nichts umsonst, es gibt wahrscheinlich auch diesmal nichts zu gewinnen, es gibt wieder nur jede Menge zu verlieren: die eigenen Follower und natürlich Respekt.

Homefucking kills PRostitution

  • Veröffentlicht am 14th März 2010,
  • veröffentlicht von

Hier findet gerade eine schöne, selbstreferentielle Debatte zum Thema PR und Social Media statt.

“Andererseits ist klar, dass es wohl niemandem gibt, der einen legitimeren Zugang zum Thema Social Media anmelden könnte als die PR-Branche, die sich nun mal seit langer Zeit für ihre Kunden mit strategischer Kommunikation beschäftigt. Dennoch sitzen PR-Treibende heute am gleichen Tisch mit Webdesignern, Grafikern, Informatik-Studenten und anderen “Experten”, die nun allesamt das Thema Social Media für sich entdecken und lautstark auf ihrer Fahnen heften.”

“Ihr dauert mich, das Walross sprach. Ich kenne Eure Qualen.” – Werbeagenturen, die seit Jahren ihre Mitarbeiter einstellen nach dem Motto: “Du machst Marketing, PR und Vertrieb – ist ja eh alles dasselbe, und am besten bringst du auch noch ausführliche Kenntnisse in HTML, CSS, PHP und Photoshop mit. Die gängigen Contentmanagement-Systeme sind dir sicher geläufig, oder?”

Aber ich verstehe Euren Schmerz; ich erinnere mich gut an die Zeit, als es noch Schriftsetzer und Reprografen gab. Die dann drei Jahre später vom Arbeitsamt eine Umschulung auf PageMaker und QuarkXpress oder Photoshop bekamen und sich fortan DTP-Spezialisten nannten; noch ein paar Jahre später dann “Webdesigner”. Und mit ihrer 10 DM/Stunde-Herangehensweise uns acht-Semester-studierten-Dipl.-Grafikdesignern gehörig die Preise verdarben. Da half dann auch keine Mitgliedschaft in AGD oder BDG mehr, die Büchse der Pandora war geöffnet. Ich habe auf die harte Tour gelernt, daß “Grafikdesigner” keine geschützte Berufsbezeichnung ist und sich quasi jeder so nennen darf, der einen Bleistift richtigherum halten kann. (Thies hier hat ein schönes, aktuelles Beispiel für den Niedergang dieses Gebiets. Man müßte laut lachen, wenn es nicht so traurig wäre.)

Insofern verstehe ich, daß Euch der Arsch auf Grundeis geht. Nur, daß es noch weniger Kenntnisse braucht, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen als einen Bleistift zu halten. Und darum seid Ihr schlicht vom Schicksal gefickt, pardon my French. Diese “Webdesigner, Grafiker, Informatik-Studenten und andere “Experten”” sind genau das: Experten. Da braucht Ihr gar keine Anführungsstriche zu bemühen. Jeder Mensch mit einem einigermassen intakten Sozialleben ist ein Social Media Experte. Daß nun einige unter ihnen daraus klingende Münze machen wollen und sich damit auf “Euer” Agenturterrain begeben – tja, das nennt man dann wohl die Poesie der ausgleichenden Gerechtigkeit.

Die allermeisten Firmen wollen nicht mit ihren Kunden reden. Der Kunde stört. Darum haben sie Callcenter, CRM-Programme und andere Kundenkontaktverhinderungsmaßnahmen um ihre Schlösser und Burgen herum aufgebaut. PRler sind die Krokodile in diesen Burggräben. Und dann so etwas: In diesem blöden Interweb, das doch eigentlich nur als Vertriebskanal angedacht war, unterhalten sich die Kunden jetzt plötzlich über die Firmen und ihren meist nonexistenten Service oder die schlechte Produktqualität, statt brav zu kaufen. Also rufen die Firmen nach PRlern und schreien “iiiiih, mach das weg!” oder aber schicken die Krokodile als Schwäne verkleidet durch den Park, um mit tollen Versprechungen neue Besucher anzulocken.

Wer hauptberuflich in PR macht wird vielleicht schon mal gemerkt haben, daß ihn selten bis nie jemand freudig mit offenen Armen empfängt. Journalisten nehmen verächtlich Euren Content entgegen, wenn Ihr sie brav mit genügend Goodies (Pressevorführungen, Reisen, Bankette, Digitalkameras oder wenigstens DVDs etc.) schmiert. Die wollen schließlich auch nicht mehr als nötig arbeiten für ihre dreieurofuffzich, sondern idealerweise Eure Pressemitteilung direkt ins CMS einfliessen lassen. Aber respektieren oder gar lieben tun sie Euch deswegen noch lange nicht. Und Otto Normalverbraucher weiß genau: PR ist gleich Werbung, nur halt verkleidet. Ein Schwein mit Lippenstift bleibt halt ein Schwein. PRler lügen hauptberuflich für Geld, genau wie Werber, aber wenigstens geben letztere das offen zu. (Been there, done that. Proud Member of the Association of Puffpianisten International.)

Werbung aber interessiert Otto Normalverbraucher nicht, sie nervt ihn zu 99,9%. Er will sich nicht mit PRlern unterhalten. Er will sich nicht mal mehr mit den Firmen unterhalten, denn seine Erfahrungen sind meist so übel, daß er lieber gleich mit seinen Freunden redet. Gemeinsames Leid verbindet schließlich, davon kann jeder ein Lied singen, der beispielsweise je einen DSL-Anschluß kündigen wollte – egal, bei welchem Anbieter.

Ihr habt was falsch verstanden, Ihr PR-Experten: Ja, Märkte sind Gespräche, aber Gespräche sind deshalb nicht gleich Märkte. Ihr werdet immer diejenigen sein, die sich im Lokal bei einer fröhlichen Runde an den Tisch schleichen und “Wolle Rose kaufen?” fragen. Der Störfaktor. Die Lachnummer. Bestenfalls bemitleidet.

“Wir kennen ein paar Leute aus eurer Firma. Sie sind online recht cool. Habt ihr noch welche von der Sorte, die ihr versteckt? Dürfen sie rauskommen und mitspielen?” (Cluetrain Manifest)

Social Media ist eine echte Chance für die Firmen, sich von überflüssigem Ballast wie beispielsweise PR-Beratern zu befreien, und mit ihren Kunden direkt in Dialog zu treten. Nicht über einen inhouse-PRofi mit Twitteraccount und Facebookseite, sondern vielleicht über den Controller, die Sekretärin oder sogar den Geschäftsführer selbst. Aber selbst wenn die Firmen lieber noch mehr Krokodile in den Burggraben setzen (die sich irgendwann gegenseitig zerfleischen, es fängt schon an, s.o.), so nivelliert Social Media immerhin das Spielfeld für die Endverbraucher. Jedenfalls so lange, bis die Krokodile von den Haifischen abgelöst werden:  den Abmahnanwälten.

Sprung in der Schüssel

  • Veröffentlicht am 22nd Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Vor ca. sechs bis acht Wochen machte ein neues Spielzeug die Runde auf Twitter: formspring.me. Auf der Seite kann man Fragen beantworten, die einem von anonymen oder registrierten Usern gestellt wurden, und man kann das Spielzeug auch als Widget im Blog, bei Facebook und noch ein paar anderen Social Web Seiten einbinden. Ich habe es zu Beginn hauptsächlich aus beruflichen Gründen gleich ausprobiert  (allerdings auch weil “Ich gestehe, daß mir wie den meisten Menschen Neugier nicht fremd ist”) und für irgendwo zwischen überflüssig und fishy befunden. Aus der Seitenleiste des Blogs habe ich das Teil ebenfalls schon nach wenigen Tagen wieder rausgeworfen. Mir war der Laden irgendwie extrem suspekt. Die Nutzungsbedingungen waren derselbe knebelnde “wir dürfen alles, Ihr dürft gar nix”-Dreck wie bei fast allen anderen Services des Social Web auch, und daß man seinen Account nur stilllegen aber nicht löschen kann, fand und finde ich auch hochgradig widerwärtig. Google sagt, ihr Motto sei “don’t be evil” und ich glaube und vertraue Google nicht weiter als ich ein Klavier werfen kann. Twitter transportiert in Image, Aufbau und Funktionalität “don’t be evil” und ich vertraue ihnen keinen Zentimeter weiter als Google (deshalb lösche ich auch täglich meine Tweets wieder). Aber formspring stinkt für meine Nase zehn Meilen gegen den Wind nach “let’s be fucking evil!” (genau wie Facebook übrigens) und deshalb war ich froh, daß ich nur 24 Fragen zu löschen hatte, als ich meinen Account damals stilllegte.

Jetzt hat Kixka Nebraska bei ihren Recherchen noch ein schmutziges Detail ausgebaggert:

Im Gegensatz zu der Behauptung von Formspring.me verschwinden die Antworten damit allerdings nicht von der Bildfläche. Zumindest bei denjenigen, die den Account abonniert haben, erscheinen sämtliche Posts zurückverfolgbar bis zur ersten Frage in der Timeline.

Also, liebe Kinder: 1. Accountnamen ändern in irgend einen Bullshitnamen wie “qwertzui”, 2. alle Fragen und Antworten löschen, ggf. Hintergrund- und Profilbild entfernen, 3. Account stillegen (disable), 4. gehen und sich nicht mehr umschauen.

Und ab und zu mal wieder das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein lesen. Ihr wißt schon: Kreide, Stimme, Pfote. Happy End, immerhin.

Oh, the Drama!

  • Veröffentlicht am 18th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Früher©, als die Leute sich ihre Flamewars noch in Foren und nicht in Blogs, auf Twitter oder Facebook geliefert haben, gab es ganze Seiten mit “lustigen Forenpics”, die man zur Illustration seiner jeweiligen Meinung zum Thema nutzen konnte. Einer meiner Lieblinge zeigte das sepiagetönte Bild einer amerikanischen Hausfrau aus den 50ern, die entsetzt die Hände wrang und sich “Oh, the Drama!” kaum beruhigen konnte – worüber, wird auf ewig ihr Geheimnis bleiben.

Inspiriert von der Empörung hier über den Versuch der Sueddeutschen, ihre neue iPhone App mittels bezahlter Blogpostings und damit schlussendlich natürlich gekaufter Meinungen zu bewerben, habe ich mal Google angeworfen und nur “Vodafone” eingegeben. Die Älteren unter uns werden sich erinnern: im vergangenen Sommer(loch) hatte der Mobilnetzanbieter sich mit tatkräftiger Unterstützung der üblichen Verdächtigen ins Haifischbecken Social Web begeben und wurde erwartungsgemäß gnadenlos zerfleischt. Eine Bloggerin, die sich der Dunklen Seite Der Macht als Testimonial zur Verfügung gestellt hatte und ein paar Haifischbisse abbekam, trat vom Bloggen zurück (ist aber inzwischen wieder dabei). Und allenthalben hämte es: Wenn Vodafone künftig nach dem Firmennamen googelten, würden sie noch Jahre später zusammenzucken vor den Folgen dieser Nummer; der longtail Effekt werde sie teuer zu stehen kommen.

So, da wären wir dann sechs Monate später. Auf den ersten beiden Seiten der Suchergebnisse findet sich bei der Suche nach “Vodafone” zu diesem Skandal im Goldfischglas nicht ein einziges Ergebnis. Auf Seite 3 Mitte, also Platz 25 der Suchergebnisse dann der SpOn-Artikel von damals, zwei Reihen darunter ein Artikel von Kosmar. Danach erst mal wieder nichts mehr, auf Seite 4 kommt dann Sascha Lobos Blogbeitrag zur Kampagne und ein Artikel der FAZ. Das war’s dann vorerst. Der lange Schwanz schlägt dreimal matt und träge auf den Boden der Tatsachen: Die Aktion hat Vodafone null geschadet.

Die Sueddeutsche tut das, was Firmen eben tun: Für PR und Werbung bezahlen. Wer bei Trigami mitmacht tut das, was gekaufte Schreiber eben machen: Das schreiben, was der Kunde in Auftrag gegeben hat. Die Frage, ob sich die Sueddeutsche als angeblich internetfeindiche Zeitung (ich lese das Blatt eher selten und mir ist es in dieser Hinsicht bislang nicht negativ aufgefallen, oder wenigstens nicht negativer als jede andere überregionale Tageszeitung) ausgerechnet das Medium Internet und darin ausgerechnet die Blogger als Sprachrohr hätte aussuchen sollen, geht meines Erachtens am Thema vorbei. Die iPhone App ist, wie bei den Apps der Konkurrenz auch, aktuell ein Imageprodukt. Weder braucht ein iPhone User die App, um die Sueddeutsche auf seinem Telefon zu lesen, noch braucht die Sueddeutsche die App, um neue Leser zu generieren oder ihr Produkt zu veröffentlichen. Es geht, wie meist in der Werbung, darum, jung, hip und trendy rüberzukommen. Oh, the Drama!

Warum ich nicht für Haiti spende.

  • Veröffentlicht am 17th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Vor etwa fünfzehn Jahren arbeitete ich in einer kleinen Agentur, die pro bono für Ärzte ohne Grenzen Informationsbroschüren, Flyer etc. entwarf. Nicht offiziell, sondern mehr so auf Bitten eines in dieser Hilfsorganisation aktiven Arztes, der mit dem Geschäftsführer befreundet war. Er kam gerade aus einem Tagesschauland, also einem dieser Länder die man nur deshalb kennt, weil sie dank Putsch, Krieg, Hungersnot oder sonstigen Katastrophen dauernd in den Nachrichten präsent sind und die nur von Verrückten, Journalisten oder Waffendealern bereist werden. Dieser Arzt zählte sich ganz offen selbst zu den Verrückten. Er erzählte mir ein wenig über die Spendenwirtschaft und die aberwitzigen Probleme, die durch falsch oder gar nicht informierte Spendenwillige entstünden. Daß sich viele gemeinnützige Organisationen irrwitzige Werbekampagnen (natürlich steuerlich absetzbar) leisteten und nicht wüßten wohin mit dem Geld, während kleinere, unbekanntere Organisationen vielleicht flexibler und unter Umständen in einer bestimmten Region sogar kompetenter seien aber von Glück sagen konnten, wenn sie am Ende eines Jahres einen vierstelligen DM-Betrag an Spendengeldern eingenommen hätten. Er erzählte von den Omis, die ihr Geld unter der Matratze horteten und es testamentarisch “dem Tierschutzverein” vermachten, der sich damit dann ein neues Verwaltungsgebäude bauen würde, komplett mit Chefparkplatz. Er erzählte von dem Kaufmann, der ihm einen fünfstelligen Betrag in Aussicht stellte, aber nur unter der Bedingung, “daß wir diesem verdammte Schwulenpack nicht die dreckigen Ärsche retten würden, denn AIDS ist vom Herrgott persönlich als Geißel für dieses Gesocks gekommen, und wenn mein Geld dafür benutzt wird einen von denen zu retten, das wäre furchtbar, damit könnte ich nicht leben.”

Er erzählte von den Erdbeben, Hungersnöten, Flutkatastrophen, die die Weltbevölkerung spontan zu Spendenmarathons bewegen würde und von der Verzweiflung über diese zweckgebundenen Spenden bei allen Helfern in allen Organisationen: “Das weiß ja kaum einer: wenn da “für Komlumbiens Erdbebenopfer” draufsteht, dann darf das Geld auch nirgends sonst eingesetzt werden, so will es das Gesetz. Nur: wenn hunderttausende jetzt an alle Organisationen “für Kolumbien” spenden und Kolumbiens Bedarf ist vorerst mal gedeckt, dann darf dieses Geld nicht für Erdbebenopfer in Algerien oder Flutopfer in Bangladesh verwendet werden, wo es plötzlich an allem fehlt, eben weil sich gerade alles auf die Kolumbienhilfe konzentriert. Zweckgebundene Spenden sind gut gemeint, aber das Gegenteil von ‘gut gemacht’ ist eben ‘gut gemeint’!”

Also: Spendet gerne, jeder soviel er kann oder mag, an die Einrichtung, die Euch am vertrauenswürdigsten, erfahrensten, sinnvollsten erscheint. Aber bitte nicht “für Haiti” draufschreiben.

Ein paar weitere do’s and don’ts zum Thema Katastrophen-Spenden finden sich hier (in englischer Srache).

Meine Follower sind teurer als Dein MacBook Pro.

  • Veröffentlicht am 12th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

In den letzten Tagen blitzt es wieder mal hier und da in meiner Twitter-Timeline auf, wie schon einige Monate zuvor mindestens einmal: “[Firma XYZ] verlost ein MacBook Pro. Ich bin hiermit dabei http://www.firmenwebsite.de “.  Ich weiß, was sich solche Firmen von dieser Art Social Marketing versprechen: Mittendrin statt nur dabei zu sein in den heissesten Peergroups, eine Mundpropaganda auf Mediendarling Twitter auszulösen und für den Preis eines MacBook Pro (Ca. 1.200 € netto) ein paar hunderttausend nachweisbare Kontakte zu generieren. (Keine Sorge: Da ich meine Follower nicht um den Preis eines Notebooks vergrätzen will werde ich mir den RT verkneifen und konsequent jeden entfolgen, der mich mit dem Kram zuspammt.)

Das Zauberwort heißt “nachweisbar”: Anders als bei jedem anderen Medium kann man die Anzahl der Kontakte und viele andere Faktoren online ziemlich genau messen. Werbetreibende geben massiv Geld aus für Bullshit-Pi-mal-Daumen-Zahlen wie TV-Zuschauer (gemessen an einer kleinen Testgruppe und dann hochgerechnet), Zeitungsabo- und Einzelverkaufszahlen (jedes Heft wird angeblich von x Leuten gelesen) oder, mein persönlicher Favorit, die Aussenwerbung: Wenn x Leute täglich auf der Y-Straße an der Litfassäule vorbeifahren oder -gehen, dann haben unter Milchmädchen Z Kontakte stattgefunden. So Fragen wie “klebt mein Plakat vielleicht gerade ganz unten und mit Blick zur Wand statt zur Straße?” oder “Haben die Autofahrer vielleicht doch eher den Blick auf die Ampelphase statt auf die Werbung gerichtet?” stellt man da besser nicht. Aber online lässt sich fast alles ziemlich genau nachweisen, mit dem Erfolg, daß der Verkauf von Online-Displaywerbung härter ist als ein Tritt von Chuck Norris. Die Kunden wollen nur noch Centpreise bezahlen und auch das am liebsten nur noch auf Klickbasis, also für einen Klick auf das Werbemittel, nicht mehr nur fürs Betrachten desselben. Immer häufiger reicht ihnen auch dies nicht mehr, sie wollen nur noch für jeden erfolgreichen Abschluß zahlen, der nachweisbar über das Online-Werbemittel kam. Ich glaube, eine Reihe von Onlinevermarktern würde sich, vor die Wahl gestellt, für den Tritt von Chuck Norris entscheiden.

Ich twittere seit zweieinhalb Jahren und habe aktuell 160 Folllower. Das klingt viel, wenn man sich vorstellt, daß die einem alle auf der Straße hinterherlaufen würden. De facto ist das sehr, sehr wenig. Es wären sicher ein paar Tausend inzwischen, wenn ich nicht “geschützt” (also nicht-öffentlich) twittern, meine Tweets nicht täglich löschen und morgens wieder bei Null anfangen würde und außerdem meine Tweets noch über Facebook laufen ließe. (Mein top secret Zweitaccount, den ich mir zum Spaß und zu Testzwecken mal angelegt habe, ist erst wenige Wochen online und hat jetzt schon doppelt so viele Follower wie @e13kiki, auch ohne Facebookaccount. Insofern ist meine Einschätzung wohl nicht völlig aus der Luft gegriffen.) Meine 160 Follower haben selbst insgesamt atemberaubende 1.521.289 Follower, und auch wenn davon 1.235.313 auf Sir Stephen Frys Konto gehen, bleiben ohne den guten Mann immerhin noch 285.976 Kontakte übrig, bzw. im Schnitt 1.787 pro Nase. Wobei: er folgt mir ja (und 54.216 anderen), also besteht auch die Chance auf seinen Retweet, so winzig sie auch sein mag.

Denn der Retweet ist das Ziel: Die Lawine soll ins Rollen kommen. Wenn ich also den Eingangs erwähnten Satz twittere, in dem die URL steckt auf die all meine Follower (oder realistischer betrachtet: 1-2% von ihnen) klicken sollen und den sie idealerweise an ihre Follower re-tweeten, dann erst wird es interessant für den Werbetreibenden. Er muß sich da auch gar nicht auf seine Agentur verlassen (falls er unnötigerweise dafür eine beauftragt haben sollte), denn er kann es leicht selbst verfolgen: Er gibt [Firma XYZ] in die Twittersuche ein und bekommt in Echtzeit seine Ergebnisse ausgespuckt. Die muß er dann nur noch durchzählen, bzw. durchzählen lassen (macht sowieso der Prakti). Blöd nur, wenn er dabei so doofe Retweets findet wie “Hat eigentlich schon irgend jemand mal ein MacbookPro bei [Firma XYZ] gewonnen?”, oder “Daß dieser [Firma XYZ] Spam immer wieder hochkommt, ich versteh’s nicht”, oder, besonders nett: “Das bekannteste MacBookPro ist garantiert das von [Firma XYZ] - jeder kennt’s, keiner hat’s.” Der letzte Satz hat übrigens 4 Retweets binnen einer Stunde hervorgebracht. Das wäre jetzt natürlich für Freunde des echten Kundenbeziehungsmanagements eine Steilvorlage: man geht hin, antwortet direkt auf die Kritik und verweist z.B. sehr transparent auf den Gewinner der letzten Runde. Man holt die Spötter mit ins Boot wird kreativ, denkt sich etwas Neues aus für dieses neue Medium. Man kommuniziert. Aber das ist natürlich aufwendiger und teurer.

Mit Twitter durch das Jahr

  • Veröffentlicht am 5th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Januar

Kaum ist der Silvesterkater verflogen und mit ihm die besten Vorsätze, schon sind die üblichen gutmütigen Verdächtigen wieder im Büroalltag gefangen:

Februar

In diesem Monat blicken die Hausfrauen mißbilligend auf die Gardinen, die Tapeten, die Einrichtung und der lästige Frühjahrsputz gipfelt nicht selten einer Rundum-Renovierung, wenigstens aber einem IKEA-Besuch. Männer denken gar nicht einmal so selten in eine ähnliche Richtung, allerdings drehen sich die konkreten Pläne mehr um einen Besuch im Baumarkt, der selten folgenlos bleibt:

März

Der Frühling liegt in der Luft und die Gärtner sind fleissig wie die hoffentlich bald wiederkehrenden Bienen. Aber man sollte sich nicht zu früh freuen:

April

Wenn der Frühling sich trotz vermehrter Anzeichen immer noch nicht blicken läßt und der Regen kein Ende nehmen will, kann man sich schon mal solche Fragen stellen:

Mai

Der Graben zwischen den alten und neuen Medien ist nach wie vor breiter als gedacht, die neuen Medien haben doch so ihre Vorteile:

Juni

Andererseits lassen sich die alten Hasen nicht so rasch abhängen:

Juli

Der den sommerlichen Temperaturen geschuldeten gesteigerten Antriebslosigkeit wollen sich manche nicht widerstandslos ergeben. Doch auch ungewöhnliche Maßnahmen zur Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit greifen nicht immer:

August

Nicht jeder ist verreist, oder falls doch, dann zumindest mit Plan und Abwesenheitsnotiz:

September

Aber vielleicht hätte man doch noch eine Woche Urlaub dranhängen sollen, der Erholung wegen?

Oktober

Wer den ganzen Sommer über sein Bier im Flußbett kühl gestellt hat und mit den Steaks direkt vom Schlachter in den Stadtpark zum Grillen radelte, der könnte jetzt zuhause auf Überraschungen treffen:

November

Die Vorbereitungen für die Adventszeit laufen auf Hochtouren:

Dezember

Auch in Twitterhude läßt sich die weihnachtliche Stimmung nun nicht länger leugnen und der Mantel der christlichen Nächstenliebe wird gerecht geteilt:

Wie viele Wikipedia-Autoren braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Veröffentlicht am 30th November 2009,
  • veröffentlicht von

Zwei. Einen Freiwilligen, der sie auswechselt, und einen Admin, der die Änderung rückgängig macht, die Auswechslung als Geschwurbel beschimpft und die IP-Adresse des Auswechslers sperrt.

Musik, zwo, drei, vier… Der Audiomagnet “Best Unsigned Band Contest”

  • Veröffentlicht am 25th November 2009,
  • veröffentlicht von

Disclosure: Ich bin externe Beraterin von Audiomagnet zum Thema Online Marketing. Nichtsdestotrotz bin ich auch Hobbymusikerin und begeistert von der Idee dieses Start-Ups.

Auf audiomagnet.com läuft inzwischen in der vierten Woche ein ziemlich genialer Bandcontest. Gesucht wird die “Best Unsigned Band”, also per se erst mal nix wirklich Neues. Aber der Clou hier ist: gemessen wird die Band an ihren eigenen Vermarktungsmaßnahmen.Und zu gewinnen gibt es ein Promtionpaket im Wert von – festhalten! – 10.000 Euro. In Worten: zehn.tausend.Flocken.

Geil.

Was genau dafür erwartet wird, steht hier en détail. Haupsächlich sollte jeder Musiker auf der Plattform seine Fans mobilisieren und die vielen zur Verfügung stehenden Tools gewinnbringend einsetzen. Also anmelden und los – die erste Phase geht noch bis zum 13. Januar 2010. Der Einsatz beträgt Null Euro, aber jede Menge Einsatz. Hier der musikalische Zwischenstand nach vier Wochen:

Audiomagnet ist eine Plattform für Musiker, die noch keinen Plattenvertrag haben (oder grundsätzlich unabhängig in Eigenregie veröffentlichen wollen) und bietet ein rundum-sorglos-selfpromotion-Paket an, damit sich die Künstler verstärkt dem widmen können, was sie am besten und liebsten machen: Musik. Das Genre spielt keine Rolle. Wer dort seine Songs oder Alben bereitstellt entscheidet selbst über den Preis seiner Werke, und ob die Fans sie nur runterladen oder auch als CD-on-demand bestellen können. Wenn der Künstler es will, gibt’s sein Werk dann auch auf iTunes, bei Napster, Musicload oder Amazon sowie rund 300 weiteren “üblichen Verdächtigen” Plattformen. Der Künstler sagt an, ob es im Audiomagnet-Player nur snippets oder den ganzen Stream zu hören geben soll. Der Player ist übrigens widgetfähig und kann so direkt auf Fanseiten etc. eingebunden werden. Der Künstler kann auf der Plattform mit seinen Fans in direkten Kontakt treten wenn er will, seine Konzerttermine bekanntgeben oder seine Merchandise-Artikel vertreiben. Mit einem Wort: Der Künstler hat die volle Kontrolle über seine Rechte und sein Werk und Audiomagnet nimmt ihm für ziemlich kleines Geld (verschiedene Accountmodelle von 0-ca. 250 €/Jahr) eine Menge lästiger Arbeit ab – übrigens auch die GEMA-Abwicklung, die, nach allem was man so hört, ja auch ein Quell endloser Freude sein soll und fast so schön, wie sich ein Loch ins Knie zu bohren und Tabasco reinzuträufeln.

Wenn ich da an meine eigenen Bandzeiten in den guten, alten 80ern zurückdenke, wo man stolze 1.000 DM für einen Karton mit 500 Demo-Cassetten hinlegen durfte (die dann unterm Bett verstaubten und von denen garantiert noch mindestens drei irgendwo in meinem Keller herumliegen, also, Cassetten, nicht Kartons), so hätten wir uns damals sehr einen Service wie diesen gewünscht. Inzwischen überlege ich mir, ob unser größter Hit “8-8-0″, benannt nach den ersten Ziffern der Telefonnummer der – vergebens – Angebeteten unseres Sängers, nicht neu aufgenommen und genau dort an den Mann gebracht werden sollte…  frei nach dem Motto: “Wir bringen die Band wieder zusammen!” – “Die Band?” – “Die Band!”

Jungs, meldet Euch!

Jetzt schon an Ostern denken!

  • Veröffentlicht am 24th November 2009,
  • veröffentlicht von

Na gut, die re:publica 2010, eine Konferenz rund um Social Media und das Echtzeit-Web, findet sogar erst nach Ostern statt, nämlich vom 14.-16.4. in Berlin. Aber ich hab’ mir trotdem heute schon ein Early Bird Blogger-Ticket geleistet, denn die Veranstaltung dürfte ruckzuck ausverkauft sein, wenn die letzten Jahre da als Anhaltspunkt dienen.

Der erste Redner steht auch schon fest: Götz Werner spricht über seine Ideen zum bedingungslosen Grundeinkommen. Ich für meinen Teil halte die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für ausgemachten Blödsinn, aber will mich ja nicht der Diskussion verschließen und bin immer gern bereit, etwas dazuzulernen.

Ich freue mich jedenfalls auf eine gute Gelegenheit, viele alte Bekannte wiederzusehen, neue Bekanntschaften zu schließen und ein paar Blogger- und Twitternasen, die man immer “nur” liest, endlich einmal persönlich kennenzulernen.

Braunschweig will ungeflasht bleiben

  • Veröffentlicht am 26th Juli 2009,
  • veröffentlicht von

Es gibt malerische Kleinstädte in den USA, da darf man auf offener Straße kein Eis essen, weil man ja kleckern und das Pflaster und somit das Gesamtbild besudeln könnte. In Singapur ist angeblich Kaugummi kauen verboten und wer einen solchen ausspuckt, darf mit empfindlicher Geldstrafe rechnen (ich glaub’ die Todesstrafe droht noch nicht dafür, aber ich will’s nicht beschwören).

In Braunschweig will das Ordnungsamt nun ein Picknick auf dem Schloßplatz verbieten, zu dem jemand über StudiVZ aufgerufen hat:

  • Jegliche öffentliche Flashmobs in Braunschweig sind illegal und werden notfalls mit einer Allgemeinverfügung verboten und polizeilich aufgelöst.
  • Der öffentliche Raum in Braunschweig dient ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b.

Aha. Unter “öffentlicher Raum” verstehe ich als steuerzahlender Bürger, daß ich diesen selbstverständlich jederzeit und zu jedem Zweck nutzen kann, wie es mir beliebt – solange ich nichts zerstöre und niemanden schädige oder gefährde. Ob ich auf dem Rathausmarkt einen Apfel essen möchte oder in Planten und Blomen mit Freunden um die Wette Purzelbäume schlagen will, das sollte das Ordnungsamt nichts angehen, oder? Die Braunschweiger Definition des öffentlichen Raums und seiner planmäßigen Nutzung läßt erinnert mich stark an Worte wie “Ausgangsverbot” und “Sperrstunde” denken und weckst üble Assoziationen an Diktaturen in Bananenrepubliken sowie an V for Vendetta (und das sind bei dem Mistfilm wahrlich üble Assoziationen…). Aber das sieht das Ordnungsamt Braunschweig ganz anders – die Begründung für das Verbot klingt jedenfalls abenteuerlich in meinen Ohren:

Öffentliches Eigentum ist durch das Picknick gefährdet. Auf meine Frage, was denn gefährdet sei, antwortete mir Herr Heidelberg vom Fachbereich Öffentliche Sicherheit, dass das Sandsteinpflaster vorm Schloss teuer sei. Die Frage, inwiefern dieses Pflaster, über das tagtäglich Tausende von Frauen in High-Heels stolzieren, durch samtene Decke von Picknickern gefährdet sei, wurde mir leider nicht beantwortet.

Das Picknick könnte ähnlich wie eine Flashmob-Party auf Sylt ausarten und statt der erwarteten max. 100 Picknicker kommen mehr als 5 000 Personen, die kein friedliches nachmittägliches Flashmob-Picknick veranstalten, sondern eine wüste Orgie wie im Film “Das Parfüm”.

Auch die Anmeldung einer Demonstration ähnlich wie bei der Love Parade wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit am 8.8. keine Aussicht auf Erfolg haben, weil eine Demonstration mit Picknick (schriftliches Zitat Paschen) “eine nicht genehmigungsfähige Sondernutzung” darstellt.

Wahrscheinlich hat man sich hier durch das vom Organisatoren unachtsam benutzte Wörtchen <em>Flashmob</em> zu dieser Verbotsorgie hinreißen lassen. Ein Flashmob ist eine einmalige Momentaufnahme, völlig spontan und meist nach wenigen Minuten vorbei. Ein Beispiel für einen gelungenen Flashmob ist z.B. dieser hier:

ARVE Error: no video ID set

Dieses Braunschweiger Schloßplatz-Picknick ist ungefähr so spontan wie Ebbe und Flut, es sollte dieses Jahr zum dritten Mal am selben Ort stattfinden. Insofern bleibt es das Geheimnis des Organisatoren, was daran “Flashmob” sein soll, aber hey, wir wollen nicht kleinlich sein. Auch wenn man angedenk der rund 5.000 Chaoten, die letztens auf Sylt bei einer spontanen Party einen Haufen Müll und Ärger hinterlassen hatten, die Sorgen der Behörden für berechtigt ansehen kann.

Zitat des Tages

  • Veröffentlicht am 21st Juli 2009,
  • veröffentlicht von

PR funktioniert einfach nicht. Funktioniert nicht, hat nie funktioniert, wird nie funktionieren. PR ist der komische Typ, den keiner kennt und der uneingeladen auf eine Party kommt. Es ist der peinliche Onkel des Gastgebers, der unverhofft in eine bis dato lebhafte Studentenparty hereinplatzt und mit Bier in der Hand “Party!” ruft, worauf diese schlagartig zu Ende ist.

Details zum Vodafail gibt es hier.

Viel Rauch um Nichts

  • Veröffentlicht am 9th Juli 2009,
  • veröffentlicht von

Es gibt mal wieder eine Werbekampagne, bei der Blogger mit im Boot sitzen, und die Reaktion der Blogosphäre lautet vorhersehbar “Die haben sich kaufen lassen!” – wahlweise mit Empörung ausgerufen oder mit Anerkennung geknurrt.

Das neue an dieser Kampagne ist, daß die Blogger, anders als bei der damaligen Opel-Nummer, nicht als Testimonials für eine kleine Nische oder als Experiment ausschließlich im Netz stattfinden, sondern auf Plakaten, im TV-Spot der breitest möglichen Öffentlichkeit die für diese Kampagne eigens kreierte “Generation Upload” vorstellen sollen. OK, ich gehöre schon zur Generation Baby Boomers (allerdings zu deren alerletzten Ausläufern), zur Generation X, zur Generation Golf, zur Generation C 64, warum nicht auch noch zur Generation Upload. Wenn’s denn schön macht… “Schad’ ja nix, aber was soll’s?” wie mein alter Dozent zu sagen pflegte.

Sascha Lobo ist der breiten Zielgruppe, die hier ja mit einer Massenkampagne angesprochen werden soll, trotz seines in jüngster Zeit vermehrten Einsatzes in Talkshows und Illustrierten sehr wahrscheinlich kein Begriff. Sein Einsatz als Testimonial erinnert mich irgendwie an eine Philipp Morris Aktion mit Ossi Urchs als Zukunftsminister, vor gefühlten drölf Jahrzehnten; im Gedächtnis zurück bleibt (bei beiden, Urchs und Lobo) am Ende ein vages “das ist doch dieser Freak mit den komischen Haaren, der was mit Internet macht oder so”. Was “dieser Freak” mit meiner Auswahl eines Mobilfunkbetreibers zu tun haben soll, wissen der Mobilfunkbetreiber und dessen Werbeagentur allein.

Aber wer sucht sich seinen Mobilfunkanbieter schon über die Werbung aus? Beim Verbraucher zählt doch einzig und allein der Preis, genau wie beim Anbieter. Ausnahme ist das iPhone, dank dessen sex appeal wechselt manch einer (so wie ich) schon mal zum rosa Riesen, einfach, deshalb weil er das Teil unbedingt haben will und keinen Bock auf den Streß mit jailbreaking etc. hat. Nicht einmal das Googlephone hat die Leute in Scharen zum Anbieterwechsel verführen können.

Testimonials in der Werbung haben meist einen sehr schalen Nachgeschmack für den Kunden und den eingesetzten Promi. Ein Teil der Verbraucher kennt den Promi nicht, der nächste Teil kennt den Promi aber mag ihn nicht, weitere Teile mögen ihn aber das Produkt nicht und der Rest kriegt die Kampagne nicht mit oder trifft seine Kaufentscheidungen nicht nach der Werbung. Wenn’s ganz hart kommt, muß man sich dann als fast 70jähriger noch die mit 20 begangenen Jugendsünden
um die Ohren hauen lassen, wie Kaiser Franz Beckenbauer seinen Auftritt für Maggi… oder war es Knorr? Das ist nämlich auch so ein Problem, das allerdings nicht nur Testimonial-Spots betrifft: Viel zu häufig gibt es keine erkennbare Korrelation zwischen dem Produkt und dem Werbespot, so daß man sich vielleicht noch an “diesen witzigen Spot” erinnert, aber nicht mehr daran, wofür geworben wurde. Wer sich mal eine x-beliebige Cannes-Rolle angeschaut hat, weiß, was ich meine.

Ausgerechnet Sascha Lobo, den bekennenden iPhone-Nutzer und Taxifahrer, als einen irgendein-Multimedia-Handy-Benutzer in einen Bus zu setzen zeugt davon, daß man sich wenig mit ihm befasst hat, bzw. mit dem Image, das Lobo selbst geschaffen hat und transportiert. Nicht nur deshalb ist dies keine “Webzwonull”-Kampagne, sondern ganz klassische Werbung, bei der die transportierte Botschaft wenig mit der Realität oder dem Produkt zu tun hat.

Aber daß David Bowies wunderschöner Song Heroes als akustisches Testimonial herhalten muss darf, das stört mich dann doch sehr. Die Generation Upload besteht also aus “Helden für einen Tag”? Warum? Weil sie sich heldenhaft mit gebrandeten Geräten auseinandersetzen, obwohl es bei anderen Providern Geräte ohne solche idiotischen Einschränkungen gibt? Weil sie trotz des Wissens um die Zensurmaßnahmen ihres Providers über dessen Netz persönliche Informationen preisgeben? Wäre Fame da nicht passender gewesen?

Cui bono? Am Ende bleibt für den Kunden im nie vergessenden Gedächtnis des Internets, dem Google Cache, ein Haufen unerfreulicher Suchergebnisse zurück. Die Agentur hat sich in diesen schweren Zeiten ausgezeichnet ins Gespräch gebracht und einen schönen Etat sowie ordentlich viel PR in der Fachpresse bekommen. Sascha Lobo (und die anderen Blogger) bleiben unbeschadet, da ihre Fans ihnen so oder so anerkennend auf die Schultern hauen und ihre Gegner sie so oder so runterputzen, komme was da wolle. Und die Verbraucher vergleichen nach wie vor die Tarife und AGBs, um den günstigsten und fairsten Anbieter zu wählen.

Viel Rauch um Nichts. Bzw. Ashes To Ashes.

Weisst du wie die Sternlein stehen?

  • Veröffentlicht am 18th Februar 2009,
  • veröffentlicht von

Oh, du amüsierst mich, Roy, aber ich bin die einzige Frau in Amerika die nach dem 2. Weltkrieg geboren wurde und Astrologie für einen Haufen Scheiße hält.

Dieses hübsche Zitat trifft in leicht abgewandelter Form auch auf mich zu und deshalb habe ich eine Menge Spaß mit Horoskopen. Daß es mit der Astrologie nicht sehr weit her sein kann, weiß jeder bei uns in der Familie, die übrigens insgesamt ziemlich gehörnt ist. “Steinböcke galore” könnte man sagen. Fast alle (diverse Tanten, Onkel, Nichten und Freundinnen) haben um Weihnachten/Silvester herum Geburtstag. Nur ein paar sommerliche Ausreißer, darunter auch yours truly, sorgen für das notwendige Gegengewicht. Steinböcke gelten ja in der Regel als komplett spaßbefreite, arrogante und ehrgeizige Vertreter eines Pflichtbewußtseins, das daneben preussische Generale oder sogar Jungfrauen wie faule Tagediebe aussehen lässt. Und ich muß gestehen, da ist schon was dran.

Wenn ich also mal so meinen Verwandten- Bekannten und Freundeskreis nach eventuell zutreffenden Tierkreiszeichenklischees durchgehe, stelle ich folgendes fest:

Wassermänner sind irgendwie anders. Ganz anders. Eine Vielzahl meiner Kollegen sind Wassermänner, was der eine oder andere meiner Twitter-Follower wahrscheinlich bereits geahnt hat, denn mindestens einmal am Tag wird deutlich: “alle bekloppt hier.” Wassermänner haben alles 30 Sekunden eine bahnbrechende Idee und gleichzeitig eine noch kürzere Aufmerksamkeitsspanne als ein Zweijähriger im Spielzeugparadies. Das ist ziemlich ulkig, denn niemand ist süchtiger nach Aufmerksamkeit als ein Wassermann. Der im angelsächsischen Sprachraum für dieses Phänomen geläufige Begriff “Attention Whore” wurde todsicher von jemandem geprägt, der mit einem Wassermann zusammen arbeiten oder gar leben muß. Ein Wassermann bewegt sich nur wenn er muß, was in der Regel dann der Fall ist, wenn das Scheinwerferlicht gerade auf jemand anderen gerichtet ist. Ein Wassermann ist allerdings der ideale Chef: Er wird einen in den Wahnsinn treiben mit blindem Aktionismus, aber natürlich nie mit unangenehmen follow-up Fragen belästigen. Wie auch, er erinnert sich schon Mittags nicht mehr an seinen genialen Plan vom Vormittag, geschweige denn an den von letzter Woche. Es reicht, häufig “super Idee, machen wir so” zu sagen und ihn anzustrahlen und er ist glücklich.

Fische sind definitiv nicht von diesem Planeten. Fische sind vom Planeten Nerd. Das merkt man daran, daß sie keinerlei Händchen für irgendwelche praktischen Arbeiten haben. Bittet man einen Fisch, die kaputte Glühlampe auf dem Flur zu wechseln wird er einen mit seinen großen Augen ansehen und dann fragen, wo denn die Ersatzbatterien liegen. Alternativ wird er anbieten, ein Softwareprogramm zu schreiben, welches das Problem elegant lösen wird. „Der tut nix, der will nur spielen!“ trifft auf die meisten Fische zu. Aber hilfsbereit sind sie, keine Frage.

Widder tun gern so, als handele es sich bei ihren Hörnern um Locken. Dem ist nicht so. Gehen Sie diesen Menschen aus dem Weg, wenn Sie nicht eines Tages mit verschmiertem Küchenmesser in der Hand in der sich ausbreitenden Blutlache eines toten Widders stehen wollen und murmeln “er/sie hat\’s nicht anders gewollt”. (Jedenfalls wenn Sie Jungfrau sind.)

Stiere sind langsam, gemütlich und meist sogar romantisch. Die Redewendung „in die Gegend stieren“ kommt nicht von ungefähr. Aber sie sind auch hartnäckig. Es gibt wohl kein hartnäckigeres Wesen als einen Stier, den man ignoriert. Es ist übrigens keine gute Idee, einen Stier all zu lange zu ignorieren. Dann erinnert er sich daran, dass er ja eigentlich nur etwas grunzen, mit den Hufen scharren und losbrettern muß, um dafür zu sorgen, dass das Opfer sich ergibt. Oder totgetrampelt liegen bleibt.

Zwillingen sollte man unter gar keinen Umständen einen Espresso anbieten. Die Menschen mit diesem Sternzeichen lassen den Duracell-Hasen verzweifelt im Staube zurück. Sie wissen ALLES. Und schlimmer noch: sie behalten es nicht für sich. Treffen sie auf einer Party (dem natürlichen Lebensraum der Zwillinge) in der Küche (woanders würden sie sich nie aufhalten) auf eine Koryphäe auf einem exotischen Fachgebiet wie beispielsweise der Erforschung der Länge der Nasenhaare bei Wombats, dann wird besagte Koryphäe abends nach Hause schleichen mit dem Bewusstsein, nicht halb so viel über das Thema zu wissen wie der Profilneurotiker auf der Party, der neben seinen Ausführungen noch gleich die Käseplatte fachkundig abgeräumt hat. Aber wenig Menschen können einen mehr und lauter zum Lachen bringen als Zwillinge. Selbst Steinböcke schmelzen dahin.

Krebse zeigen wenig Interesse an ihren Mitmenschen, jegliche Form von Klatsch und Tratsch ist ihnen völlig fremd. Krebse interessieren sich für das komische Dingsda, das (wahrscheinlich zu Recht) niemandem sonst auffällt. Nach alter Krebssitte setzen sie sich daneben und warten, ob etwas passiert. Wenn nichts passiert, zupfen sie mal dran. Und lassen nie wieder los.

Über Löwen muß ich wohl nicht groß etwas schreiben. Löwen sind dazu da, dass wir ihnen dienen. Zur Belohnung dürfen wir uns in ihrem Glanze sonnen. Ist doch auch etwas.

Da ich bekanntlich im Sternzeichen der Jungfrau geboren bin, fällt es mir natürlich nicht schwer, mich distanziert zu betrachten und rationell über dieses Sternzeichen zu schreiben. Alle Klischees sind wahr. Im Prinzip jedenfalls. Zwillinge wissen vielleicht alles, aber Jungfrauen wissen alles besser. Und was den Rest der Welt so häufig in den Wahnsinn treibt: Es stimmt. Wir wissen alles besser. Weil wir uns damit gründlichst auseinandergesetzt haben, Ihr oberflächlichen Amöbenhirne! Pi mal Daumen reicht uns nicht. Perfektion ist das Mindeste. Leider warten die wenigsten guten Gelegenheiten so lange, bis man sie sich von allen Seiten beguckt und ggf. mal zur Probe mit nach Hause genommen hat. Und leider gibt es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als selbst ein jungfräulicher Verstand zu begreifen mag. Unsere no-nonsense Herangehensweise an jedes Thema lässt so manchen Romantiker nicht nur im Schlafzimmer verzweifeln. Aber im Grunde sind wir das romantischste aller Sternzeichen, denn wir sind bereit, all Eure Fehler großzügig zu ignorieren, wenn Ihr unseren Ansprüchen genügt. Toll, oder?

Wer als Waage auf die Welt kommt, will Harmonie im Leben. Und die wird gegebenenfalls mit Gewalt durchgesetzt. Wer auch immer gesagt hat, dass Waagen geduldig seien, der kennt andere Waagen als ich. Die, die ich kenne, haben einen wunderbar schrägen Sinn für Humor und einen Hang zur Albernheit. Insgesamt also prima Leute. Eines noch: Daß Waagen nicht „nein“ sagen können, weiß jeder. Aber das heißt noch lange nicht, dass sie „ja“ gesagt haben!

Skorpione sind Narzissten, dagegen verblassen selbst die Zwillinge. Skorpione saugen einem die Kraft wie mit einem Strohhalm aus und lassen die leere Hülle desinteressiert zurück. Sie wollen alles von einem wissen, geben selbst jedoch nichts von sich preis. Sie halten sich für geheimnisvoll und unwiderstehlich und kriegen dabei nicht wirklich mit, dass ihre Umgebung sie für taube Nüsse hält, die eines Tages an Eitelkeit sterben werden. Aber sonst sind sie ganz okay, wirklich.

Ein Schütze braucht Remmidemmi. Oder Action, wie das neudeutsch heißt. Es gibt kaum ungenießbarere Menschen als Schützen, die sich langweilen oder auf der Stelle treten. Deswegen sind Schützen wahrscheinlich auch so vielseitig interessiert und freuen sich, neue Menschen kennenzulernen. Schützen sind liebenswürdig, umgänglich, spontan und auch sonst in allem das komplette Gegenteil einer Jungfrau.

Mein Lieblingsastrologe Merlix schrieb einmal in einem seiner berühmten Wochenhoroskope: „Steinböcke. Ach, Steinböcke.“ Und viel mehr kann man dazu auch nicht sagen. Ich liebe Euch trotzdem alle, auch wenn Ihr total einen an der Klatsche habt. Ihr seid großartig.

Was Langweiliges zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2008,
  • veröffentlicht von

Wie Ihr merkt, bin ich gerade nicht wirklich in Bloglaune. Neuer Job, beginnender Schnupfen, nur Musik im Kopf, da kommt mir Mme Creezys Stöckchen gerade recht, hier mal wieder was zu schreiben:

Wann bist du heute aufgestanden?
So gegen halb Sieben.

Diamanten oder Perlen?
Weder noch.

Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?
Der Baader-Meinhof-Komplex. Hätt ‘s nicht gebraucht, Verschwendung von Zelluloid.

Was ist deine liebste Fernsehserie?
Alltime Favourite ist und bleibt wohl M*A*S*H.

Was hast du normalerweise zum Frühstück?
Wochentags Espresso, ich mag nichts essen, bevor die Uhr nicht im zweistelligen Bereich ist. Sonntags ausführlich und süß, mal Pfannkuchen mit Ahornsirup, mal Brötchen mit Zuckerrübensirup oder Himbeermarmelade, dazu lecker Kaffee.

Was ist dein zweiter Vorname?
Das wüßtet Ihr wohl gerne.

Welches Essen magst du überhaupt nicht?
Alles was in „’ner halben bis dreiviertel Stunde“ geliefert wird. Wuärks.

Was ist deine momentane Lieblings-CD?

Heute wäre das “Coleman Hawkins Encounters Ben Webster”, Tangerine ist einfach umwerfend.

Welches Auto fährst du?
Einen Smart Cabrio. Ins Büro allerdings mit dem Bus.

Lieblings-Sandwich?
Ganz klassisch, das Club-Sandwich. Gebratene Hühnchenbrust, Bacon, Kopfsalat, Tomate, gekochtes Ei, selbstgemachte Remoulade, frischer weißer und rosa Pfeffer, etwas Fleur de Sel und das ganze zwischen geröstetem Weißbrot. Dazu ein Bier. Ausgezeichnet machen sie das übrigens im Landmark, bislang das beste Club-Sandwich, das ich (ausser meinem eigenen natürlich) je gegessen habe.

Welchen Charakterzug lehnst du ab?
Oh, so einige. Am unverständlichsten ist mir jedoch die Eifersucht. Besitzansprüche an einen anderen Menschen, wie kommt man nur auf so eine absurde Idee?

Dein Lieblingskleidungsstück?
Eine bestimmt zwanzig Jahre alte, dunkelgraue Omen-Strickjacke, die ich mir damals überhaupt nicht leisten konnte und die inzwischen wirklich nicht mehr öffentlich ausgeführt werden sollte. Meistens halte ich mich sogar daran. (Heute nicht.)

Wenn du irgendwo auf der Welt hinfliegen könntest?
Dann möchte ich ein Rückflugticket nach Hamburg in der Tasche haben. Unter dieser Voraussetzung darf ‘s gern nach OGG, GWT, LHR, YVR, ZNA, FCO, EDI, DUB oder WLG gehen. Die Liste der IATA codes dürft Ihr selber ergoogeln.

Lieblings-Kleidermarke?
Ich werde ja nicht müde, es gebetsmühlenartig zu wiederholen: Die Qualität bürgt für die Marke, nicht umgekehrt. Insofern sind mir Marken ziemlich schnurz.

Wo willst du dich zur Ruhe setzen?
Nicht zu weit von meinem Golfplatz.

An welchen Geburtstag erinnerst du dich?
An so einige, obwohl die wenigsten bemerkenswert verlaufen sind.

Welchen Sport schaust du dir am liebsten an?
Golf natürlich, besonders der Ryder Cup schlägt jede Fussball-WM oder Olympiade. Leider findet er nur alle zwei Jahre statt. Aber auch das Masters im Frühling und die Open im Sommer gehören zum absoluten Pflichtprogramm.

Weitester Ort, wo du das hier hinschickst?
Äh, so weit wie der nächste Leser wohnt, der es interessiert aufhebt.

Wann ist dein Geburtstag?
Im September.

Bist du ein Morgenmensch oder Nachtmensch?
Ganz klar ein Frühaufsteher. Wenn ‘s hell wird, bin ich wach. Dafür laufe ich ab 22h spätestens nur noch auf Schwachstrom.

Was ist deine Schuhgröße?
Jedenfalls nicht 11

Haustiere?
Nein. Einen Hund kann ich mir als angestellt arbeitender und ansonsten golfender Mensch leider zeitlich nicht leisten, Katzen kann ich nicht ausstehen und auf Gehamster, Piepmatz, Fischifischifischi etc. kann ich erst recht nicht.

Irgendwas Neues, Aufregendes, das du uns unbedingt mitteilen musst?
Wenn ‘s soweit ist, werde ich es schon twittern.

Was wolltest du früher mal werden?
Ich weiß immer noch nicht, was ich mal werden will. Meine Interessen und Talente sind einfach zu vielfältig.

Wie geht’s dir heute?
Wenn ich das mal wüßte.

Was ist deine Lieblingsnascherei?
Single Malt Whiskeys. Gegen 85%ige Schokolade habe ich auch nichts einzuwenden.

Auf welchen Tag in deinem Kalender freust du dich schon?
Ich weiß fast nie, welches Datum wir haben und im Urlaub nicht einmal, welcher Wochentag ist. Ich freue mich über jeden Tag.

Was hörst du gerade?
Nat King Cole: Unforgettable.

Was hast du als letztes gegessen?
nEin Stück 85%ige Schokolade zu einem Gläschen Talisker.

Lieblingsgetränk?
Wasser.

Lieblingsrestaurant?
In Hamburg? Das Il Sole in Nienstedten ist der Familienitaliener.

Echte Haarfarbe?
Dunkelbraun, neuerdings mit ein paar vereinzelten Fäden Silber darin.

Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
Mein Teddy und meine Bücher.

Kaffee oder Tee?
Meist Kaffee. Tee eigentlich nur dann wenn ich erkältet bin und dann auch nur Kamillentee.

Was ist unter deinem Bett?
Na, ein Monster natürlich. Aber solange man die Füße fest in die Decke gewickelt läßt, hat es keine Chance.

Wovor hast du Angst?
Das werde ich hier gerade verraten!

Wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund?
Keine Ahnung, jedenfalls ist ein Fahrradschlüssel dabei – was ich sehr ulkig finde, weil ich nicht Fahrrad fahre.

Liebster Wochentag?
Der, an dem ich golfspielen kann.

Findest du schnell Freunde?
„Do I look like a people person to you?“ (Nein.)

Hast du viele Freunde?
Ich bin gesegnet mit einem kleinen, aber feinen Freundeskreis.

Und du? Ich nicht!

  • Veröffentlicht am 25th April 2007,
  • veröffentlicht von

Unddu hat die härteste Tür in der Welt der Social Networks: Unddukummsthiernetrein ohne GMX- oder Web.de Mailadresse. – Nicht, daß man diese nicht kiloweise im Schrank hätte, direkt neben den Einweghandschuhen und dem Klopapier, aber ich habe nach flüchtigem Blick auf die Seite nicht mal Lust, eine von denen dafür zu verplempern.

Falls sich einer opfert, kann er dann ja anschliessend mal berichten, ob man da genauso schwer wieder raus- wie reinkommt.

Allo, allo?

  • Veröffentlicht am 2nd März 2007,
  • veröffentlicht von

ARVE Error: no video ID set

An experience in excitement!

Harald Martenstein schreibt in der LehrerBravo Zeit über unterdrückte Rufnummern und vermutet einen Mangel an Selbstwertgefühl bei den Unterdrückern. Wahrscheinlich hat er sogar recht, die haben dann auch verdient ihr Pendant gefunden in den Weicheierservice-Nutzern von Frank geht ran, oder so armseligen paranoiden Kontrollettis, die erst mal aus Prinzip jeden auf Band labern lassen bevor sie sich bei Interesse entscheiden, atemlos schnaufend so zu tun als seien sie gerade durch die Tür gekommen.

Ich screene nicht, wer mich anruft. Ich gehe einfach ran. Wenn da “unterdückt” auf dem Handydisplay steht, dann ist es entweder so eine Telemarketingschmeissfliege die umgehend verbal weggeklatscht wird, oder aber einer von der lieben Verwandschaft – die haben nämlich (genau wie mein privates Ich) noch alle schöne, analoge Wählscheibentelefone mit ohne Display und so Kokolores wie Rufnummernanzeige und Wahlwiederholung.