Drinnen

KW 1/2013

  • Veröffentlicht am 6th Januar 2013,
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So, die erste Woche des neuen Jahres ist um und ich überlege, was ich so gemacht, gesehen, gelesen habe.
Neben dem Job für die Brötchen (der diese Woche natürlich auch wieder los ging) habe ich überwiegend gezeichnet, und zwar ganz klassisch mit Bleistift und Skizzenbuch. (mehr …)

Lieblingseinträge 2012 (eigene)

  • Veröffentlicht am 19th Dezember 2012,
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Ich bin mal das Jahr 2012 in Blogeinträgen zurückgegangen und habe meine Lieblingseinträge gesucht. Die, an denen ich länger gesessen habe (und die trotzdem mitunter komplett unbemerkt blieben). Oder die, bei denen ich am meisten Spaß hatte. Ansonsten verschwinden sie in den Tiefen des Archivs. Ich überlege langsam, überhaupt das Archiv abzuschaffen und immer nur einen Artikel auf der Startseite zu belassen. Wer zu spät kommt … mal sehen.

Hier sind sie, für ein letztes Hurra, nach Monaten geordnet. (mehr …)

Warum ich keinen Tofu mag?

  • Veröffentlicht am 13th Januar 2012,
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meh.

Liebe Anke, das ist ganz einfach: Zum einen, weil ich seine Konsistenz und seine Optik widerwärtig finde. Keine Ahnung, wo das her kommt, aber ich finde das Zeug einfach abstoßend. Zum anderen, weil er in meinen Augen (bzw. laut meinen Geschmacksknospen) keinen nennenswerten Eigengeschmack hat. Man muss ihn erst behandeln – einlegen, räuchern, stark würzen etc. – bevor er dann in Kombination mit anderen Zutaten nach irgend etwas schmeckt. Aber wozu die Mühe? Dann kann ich doch auch gleich ein Hühnchen, einen Käse oder ein Stück Fisch nehmen (frei nach dem Motto: „Rhabarberkuchen schmeckt gleich viel besser, wenn man den Rhabarber weglässt und dafür Erdbeeren nimmt!“). OK, das ist für Vegetarier oder Veganer keine Option, das sehe ich ein. Aber ich habe jetzt diverse Anläufe über die Jahre genommen und kann für mich nur feststellen: Tofu und ich, wir zwei beiden werden wohl nichts mehr in diesem Leben.

Jahresrückblick 2011

  • Veröffentlicht am 27th Dezember 2011,
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Jahresrückblick 2011

Deichland

Zugenommen oder abgenommen? Zugenommen, glaube ich. Vielleicht aber auch nur meine Lieblingsjeans unbemerkt bei 90° gewaschen, wer kann das schon so genau sagen?
Haare länger oder kürzer? Kürzer.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Hoffentlich weitsichtiger. Die Brillengläser sind allerdings dieselben wie 2010.
Mehr Kohle oder weniger? In etwa gleich geblieben.
Mehr ausgegeben oder weniger? In etwa gleich geblieben.
Mehr bewegt oder weniger? Weniger als erhofft, mehr als gedacht.
Der hirnrissigste Plan? Vier Tage in Folge vorgabewirksames Golf zu spielen, auf dem übelsten, beschissensten, nassesten, spielunfreundlichsten einem Platz, der meinem Spiel nicht so recht liegt.
Die gefährlichste Unternehmung? Mit dem Fahrrad durch die City zu fahren.
Der beste Sex? Ja.
Die teuerste Anschaffung? Ein Dutzend Titleist Pro V1x.
Das leckerste Essen? Der erste Spargel.
Das beeindruckenste Buch? Johnny Haeuslers «I Live By The River».
Der ergreifendste Film? Ich war dieses Jahr kaum im Kino, schon gar nicht in irgend einem ergreifenden Film.
Die beste CD? Bon Iver.
Das schönste Konzert? Ich hätte hier gerne „Bon Iver im Dock’s“ geschrieben, aber das war brutaler, dumpfer, bohrender, höllischer Lärm, der wirklich nichts, aber auch gar nichts mit seiner Musik zu tun hatte und mich ohne Flachs in Todesangst hat aus dem Saal flüchten lassen.
Die meiste Zeit verbracht mit…? Kampf.
Die schönste Zeit verbracht mit…? Freunden und Familie.
Vorherrschendes Gefühl 2011? ‚das kannst du besser, baby‘.
2011 zum ersten Mal getan? Abends bis nach Mitternacht wach geblieben und dafür morgens bis um neun geschlafen. Fühle mich wie der letzte Bohèmien.
2010 nach langer Zeit wieder getan? Mit jemandem eine Firma gegründet. Viel gezeichnet, einfach so. Klavier gespielt, einfach so. Jemandem eine Rede geschrieben und gehalten.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Nur eins: den Autoaufbruch, bei dem u.a. mein Navi geklaut wurde, das ich vor Jahren mal von meinen Lieben zum Geburtstag bekam und das mit der Stimme von John Cleese zu mir sprach. #schnüff
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Hat bislang leider nicht geklappt.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Zeit.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Zeit.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? „Das Auto hat keine Mängel. [insert Stempelgeräusch]“
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? „Ja, das machen wir.“

2011 war in einem Wort…? Hoffnungsvoll.

Die wahre Geschichte

  • Veröffentlicht am 22nd November 2011,
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Die wahre Geschichte

Luigi fühlte ein leichtes Würgen im Hals. „Zwiebelsaft, das riecht doch schon so fies! Nachher kriege ich rosa Punkte davon, und was dann?“
„Papperlapapp!“ sagte Mama und schob ihm energisch den Löffel in den Drachenrachen. „Sei nicht so ein Baby. Das ist gut gegen deinen Husten und macht schön feurigen Atem!“

Gelesen: Nudeldicke Deern

  • Veröffentlicht am 24th September 2011,
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Gelesen: Nudeldicke Deern

Ich wußte von vornherein, daß dieses Buch nicht für mich geschrieben wurde. Es steht ja deutlich hinten drauf: „Schmeiß’ alle Diätbücher weg, die du hast. (Ich weiß, daß du welche hast.) Vergiss das Kalorienzählen, das schlechte Gewissen und fang wieder an, einfach zu essen.“

Ich habe kein Diätbuch. Ich habe noch nie im Leben Kalorien gezählt und wüßte nicht, warum ich mit schlechtem Gewissen essen sollte. Ich bin auch nicht dick, oder, wie Obelix sagen würde, „nur dick angezogen“. Ich habe selbstverständlich ab und zu ein paar Pfund mehr auf den Hüften als mein persönliches Wohlfühlgewicht sagt, aber die habe ich auch schnell wieder runter, sobald ich ein paar Tage hintereinander auf dem Golfplatz war. (Ich gehe oft und gern zu Fuß und steige täglich viele Treppen, das hilft vermutlich auch.) Ich habe noch nie eine Diät gemacht, allerdings schon „sieben Wochen ohne Alkohol“, um zu sehen ob ich’s kann. (Ich kann.) Ich habe noch nie gern oder über einen längeren Zeitraum hinweg freiwillig Fertigfraß gekauft und gegessen und habe nichts als Verachtung für das Essen übrig, was „in ’ner halben bis Dreiviertelstunde“ an die Tür geliefert wird. Ich kaufe lieber auf dem Markt als beim Discounter oder im Supermarkt und am liebsten täglich frisch, wenn es mein Freiberuflertum arbeitstechnisch gerade erlaubt. Ich gehe gern essen, aber nicht gern in Convenience Food Läden oder Fast Food-Ketten. Ich koche leidenschaftlich gern und auch recht gut (if I do say so myself), wenngleich nicht immer so regional und saisonal, wie es gut wäre. Vater ich habe gesündigt und im Dezember Flugmangos gekauft, aber die waren auch so verdammt lecker!

Ich kann nicht Diesel in meinen Benziner füllen und erwarten, daß mein Auto problemlos oder überhaupt damit fährt. Und ich kann nicht täglich Müll in mich reinschaufeln und erwarten, daß ich damit gesund und glücklich lange lebe. Aber ich möchte gesund und glücklich lange leben. Wer wollte das nicht?

Ich bin sozusagen schon am Ende der Reise angekommen ohne jemals bewußt abgefahren zu sein, aber das heißt nicht, daß mich die Reise anderer nicht interessieren würde. Ich habe mit großem Eifer und Interesse alle von Ankes Blogeinträgen zum Thema Essen lernen gelesen und mich jeden Zentimeter des Weges mit ihr gefreut. Und auch, wenn ich sehr erstaunt darüber bin oder war, daß manche Menschen erst lernen müssen wie man sich und sein Leben und sein Essen genießt, so habe ich doch auch ein paar neue Dinge gelernt. Zum Beispiel, daß der Body-Mass-Index eigentlich totaler Käse und völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Nicht, daß ich jemals über den BMI nachgedacht hätte, ich habe ihn aber als gegeben hingenommen, ohne ihn groß in Frage zu stellen. genauso wenig wie die in Stein gemeisselte Weisheit, daß dicke Menschen selber Schuld sind an ihren Krankheiten. Und daß dicke Menschen nicht nur von Arschlochärzten auf Basis fragwürdiger Studienergebnisse der GesundheitsKrankheitsindustrie fertig gemacht werden, sondern daß sich viele dicke Menschen aus Angst vor solchen Erlebnissen gar nicht erst zum Arzt trauen, obwohl sie das dringend tun sollten, weil sie nämlich krank sind. Daß es wirklich Menschen gibt, die sich von Frauenzeitschriften ihre Traumfigur vorschreiben lassen statt solche Blätter als das zu betrachten, was sie sind, nämlich Anzeigenblätter der Kosmetik-, Pharma- und Modeindustrie, habe ich auch nie für möglich gehalten. Dieses Buch hat mir in einigen Belangen sehr die Augen geöffnet. Nebenbei habe ich mich – wie immer bei Anke – an der Sprache erfreut. Da schreibt jemand, der sein Handwerk versteht. Und das ist ein echter Hochgenuß, den sich niemand versagen sollte.

Anke Gröner „Nudeldicke Deern – free your mind and your fat ass will follow“, Wunderlich Verlag, €14,95. (Affiliate link; wer hierüber bestellt, unterstützt die Autorin.)

Das nötige Minimum an Luxus: Ethisch korrekte und gesunde Schokolade. Von Frau Gröner beschrieben.

  • Veröffentlicht am 9th September 2011,
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Anke Gröner hat einen sehr schönen Artikel über einen ganz besonderen Schokoladenhersteller geschrieben. Was man an diesem Artikel kürzen kann oder sollte erschließt sich mir nicht, aber offenbar ist er in gekürzter Form in der aktuellen deutschen WIRED erschienen. Bitte hier entlang.

Me ears are alight

  • Veröffentlicht am 20th Juni 2011,
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Captain Jack ruft mich aufgeregt an, er hat auf YouTube ein misheard lyrics video mit Türkpop entdeckt und lacht sich schimmelig. Da kommt mir doch spontan dieser alte Klassiker wieder in den Sinn, Cannes Rolle Anno ’90.

Jetzt muss ich Captain Jack nur noch erklären, was eine Cassette ist.

Onigiri (japanische Sandwiches)

  • Veröffentlicht am 24th März 2011,
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Onigiri (japanische Sandwiches)

Onigiri sind japanische Sandwiches bzw. convenience food, so eine Art „Sushi auf die Faust“. Anstelle von Toastbrot nimmt man Reis, und ansonsten ist wie bei westlichen Sandwiches der kulinarischen Kreativität keine Grenze gesetzt, wobei in Japan meist dem Fisch in allen Variationen der Vorzug gegeben wird. Dort sind Onigiri fester Bestandteil jeder Pausenbrotdose a.k.a. Bento im Büro und auf dem Schulhof und es gibt an jeder Straßenecke einen Laden oder Automaten, der leckere und frische Fertigvariationen verkauft. Wie der klassische Sandwich sind sie meist dreieckig in der Form, aber es gibt auch runde Onigiri. (mehr …)

Idiotenbrot a.k.a. Topfbrot a.k.a. no-knead-Brot

  • Veröffentlicht am 10th März 2011,
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Zunächst gefunden bei Anke. Dann die Explosion auf Facebook am vergangenen Wochenende (oder ist es noch eine Woche länger her? Egal.), wo auch erstmals die Bezeichnung Idiotenbrot in den Raum geworfen wurde; ich glaube, von Isabel, die ebenfalls einen sehr leckeren Blogeintrag dazu hat. Idiotenbrot deshalb, weil es idioteneinfach zuzubereiten ist. Wem die Bezeichnung gegen den politisch korrekten Strich geht, der darf es auch Topfbrot nennen, weil es im Topf zubereitet wird, oder no-knead-Brot, weil man es nicht kneten darf (sonst wird es nicht fluffig oder geht nicht richtig auf oder was weiß ich). Inzwischen backt die halbe Timeline, ob Facebook oder Twitter oder Bloggersdorf, dieses Brot. Und das geht so:

400g Weizenmehl Type 550 oder 812. Das für Kuchen- und Nudelteig etc. übliche und meist im Handel erhältliche Typ 405 geht auch, wird aber leichter klitschig und ist insgesamt etwas lasch. Mit 550 seid Ihr auf der sicheren Seite.

Einen halben bis knapp gestrichenen Teelöffel Trockenhefe. Es wird vermutlich auch mit frischer Hefe gehen, aber wozu die Dinge unnötig komplizieren? The name of the game is Idiotenbrot!

Einen guten Esslöffel Salz oder sogar anderhalb. Ich habe mich jetzt über eine Prise und einen Teelöffel an die Esslöffelgröße herangerobbt. Trotzdem ist es kaum zu schmecken.

300-320 ml lauwarmes Wasser, ggf. etwas mehr, je nach Gefühl.

Das alles zusammen in eine Schüssel geben und grob miteinander vermengen. Nicht kneten! Vergesst die Küchenmaschine oder die Handrührgeräte mit den Knethaken – hier werden nur so lange ein bisschen die Zutaten mit dem Teigschaber oder einem Kochlöffel geknufft, bis keine Mehlnester mehr darin sind, wie Anke das nennt. Für mich ist das der allertollste Aspekt des Ganzen, denn ich tue mich bekanntlich sehr schwer damit, Teig zu kneten, anders als Mme. Creezy, die davon ja gar nicht genug bekommen kann.

Den Teig luftdicht abdecken und für die folgenden 16-20 Stunden in die Küche stellen und vergessen. Anschliessend den Deckel/das Tuch/die Klarsichtfolie von der Schüssel nehmen und – tadaa! – die Riesenschwabbelmenge des aufgegangenen Teiges bewundern. (Ich habe jetzt eine Ahnung, wie der Autor auf die Idee zu The Blob kam.)

Den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Währenddessen den Teig noch ein-, zweimal falten und ggf mit noch etwas Mehl bestäuben, dann in einen ofenfesten Topf, Wok, Römertopf oder eine Jenaer Glasschüssel verfrachten. Was Ihr da habt, egal. Hauptsache ist, das Teil hat einen passenden Deckel. Den legt Ihr drauf und dann ab mit der ganzen Chose in den bullenheissen Ofen, für zunächst ca. 30 Minuten. Nach der halben Stunde nehmt Ihr den Deckel ab und gebt dem Brot nunmehr die Chance auf eine knusprige, braune Kruste. Das kann man gut durch die Ofentür beobachten (inzwischen duftet Eure ganze Bude so hinreissend lecker, daß Ihr sowieso dauernd um den Ofen schleicht und auf die Uhr seht). Nach weiteren 20-30 Minuten, abhängig vom gewünschten Bräunungsgrad und der Leistung Eures Ofens, kommt der schwierigste Teil: Das Brot aus dem Ofen holen, abkühlen lassen und nicht wie ein reißender Tiger über den warmen Laib herzufallen.

Beim ersten Versuch, mit meiner Mutter zusammen unternommen, hatten wir halbe-halbe Weizen- und Roggenmehl genommen. Allerdings Weizenmehl Typ 405 (s.o.) und auch nicht genügend Salz. Das Brot war okay, aber unspektakulär. Wenn man nur Roggenmehl nimmt, braucht man ein anderes Rezept mit Sauerteig, dann ist’s mit Trockenhefe nicht mehr getan und es wird kompliziert. Aber halbe-halbe geht.

Beim zweiten Versuch hatte ich nur Weizenmehl Typ 405 im Haus. Das Ergebnis war schon besser (siehe Foto), aber leicht klitschig, wie manchmal das Ciabatta beim Italiener. Getoastet schmeckte es allerdings sehr lecker.

Perfekt wurde es erst mit Typ 550 (Diesen Satz bitte nicht aus dem Zusammenhang zitieren). Frische Butter und Sirup drauf, fertig, himmlisch!

Currymischungen im Test

  • Veröffentlicht am 7th März 2011,
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Ich koche ja gern und auch gern mal exotisch. Insofern habe ich diverse Currymischungen zuhause, damit erst gar keine Langeweile aufkommt. Einige davon entstammen der Apotheke dem Edeka am Mühlenkamp bzw. im Schnöseldorfcenter und sind mit über 5 Oironen pro Döschen auch nicht eben billig zu nennen, klingen jedoch ganz vielversprechend. Sie werden unter dem Label „1001 Gewürze angeboten“. Ich habe über die letzten Monate das Limettencurry, das Minzcurry und das Red Bangkok Curry gestestet und gegen ein Mitbringsel von der Insel, das Sansibar Curry, antreten lassen. (mehr …)

Weihnachtsmann adé

  • Veröffentlicht am 23rd November 2010,
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„Hast du schon deinen Wunschzettel geschrieben?“ frage ich Captain Jack beim Mittagessen. Er guckt etwas betreten. „Ja, also, aber…“ stottert er los, und dann bricht es aus ihm heraus: „ich glaube nicht mehr an den Weihnachtsmann.“

„Verstehe.“ Es hatte mich ja schon im vergangenen Jahr überrascht, daß diese Offenbarung noch nicht erfolgt war. Allerdings habe ich den Eindruck, er bedauert diesen Verlust schon ein wenig. Ich frage vorsichtig nach:

„Wie kam es denn dazu?“

„Also, ich bin selbst drauf gekommen. Ich habe mich gefragt, ob Bill Gates wohl der Weihnachtsmann sei, wo er doch der reichste Mann der Welt ist. Wie kann sonst ein Mann jedes Jahr für alle Kinder auf der Welt Geschenke kaufen? Das geht doch nicht, oder?“ Er sieht mich fragend an.

„Nun, ein Jahr lang würde Bill Gates das vielleicht sogar hinkriegen. Aber danach wäre er wahrscheinlich pleite, ja.“

Er nickt. „Ja, das wäre zuviel.“ Er stochert bedrückt in seinem Salat herum.

„Ich habe alles aufgeschrieben und bei jedem Wunsch den Namen daneben, von wem ich mir was wünsche. Aber Mama hat gesagt, das ginge so nicht und ich soll nur einfach die Liste schreiben, ohne Namen daneben.“

„Nach Prioritäten geordnet, ja. Das ist sinnvoll. In der Reihenfolge der Dringlichkeit“ füge ich hinzu, als er mich fragend ansieht.

„Genau. Weil, wenn C. [sein kleiner Bruder] das sieht, gibt das nur unnötige Fragen sonst, das hat Mama auch gesagt.“ Ich schätze mal, Mama hat ausserdem einen etwas realistischeren Überblick über die finanziellen Mittel der einzelnen Geber, von denen einigen vermutlich lange vor Bill Gates die Puste ausgehen würde.

„Schlau. Ich hoffe, C. glaubt noch an den Weihnachtsmann…?“ Er nickt und sieht aus, als werde er gleich losheulen. Zeit für ein Ablenkungsmanöver:

„Sonntag gehen wir also ins Kino?“ Es klappt, seine Miene hellt sich auf.

„Hary Potter und die Heiligtümer des Todes, Teil eins, ja!“

„Ist das jetzt schon der siebte Teil?“ Herrje, wie die Zeit vergeht, mir ist, als wäre gestern erst der 1. Teil ins Kino gekommen.

„Der erste Teil vom siebten Teil, der zweite Teil, also der zweite Teil vom siebten Teil kommt dann im Sommer.“

„Aha. Na, dann werde ich mich bis Sonntag noch mal einlesen, damit ich weiß worum’s geht.“

„Soll ich’s dir erzählen? Also…“ fängt er an, aber ich kann ihn gerade noch stoppen.

„Nicht jetzt, du musst gleich los.“

„OK, ich ruf’ dich an nachher!“ Er flitzt ab, deutlich besser gelaunt.

Und ich mache jetzt meine Harry Potter Hausaufgaben.

Hui!

  • Veröffentlicht am 26th Oktober 2010,
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Ab und an überfällt mich ja der Putzwahn. Besonders, wenn das Sonnenlicht so schräg auf meine Küchenschränke fällt und man jeden Fingerabdruck sieht. Also habe ich heute die Küche gewienert und dabei mal meinen Backofen näher begutachtet. Ts, ts! (mehr …)

Alternativprogramm

  • Veröffentlicht am 20th Oktober 2010,
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Captain Jack geht seit dem Sommer aufs Gymnasium. Dieses ist nur wenige Minuten von meinem Haus entfernt und so lag es nahe ihm anzubieten, die blöden Doppel-Freistunden Dienstags vor der nachmittäglichen Philosophie AG bei mir zu verbringen. Ich könnte ihn bekochen und er könnte schon mal mit den Hausaufgaben anfangen.

Er war auch sehr dafür, seine Mutter sowieso, da er ansonsten Gefahr läuft, in der schuleigenen Cafeteria mal wieder der großen Pizzaverführung anheim zu fallen. Und so kam es heute zu folgendem Dialog:

„Ich habe gar keine Hausaufgaben auf, ehrlich nicht!“

Ich hob eine Augenbraue. „Das ist aber ungewöhnlich, wie kam denn das?“

Er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht, weil wir heute etwas länger gemacht haben. Oder sie hat es vergessen. Jedenfalls haben wir nichts auf!“

„Okay, prima. Ich koche uns jetzt was. Was hältst Du von Nudeln in Lachs-Sahnesauce?“ (Das war im Frühjahr noch sein absolutes Lieblingsessen.)

„Prima, das habe ich schon ganz lange nicht mehr gegessen!“

„Gut. Dann fange ich mal an zu kochen, und du kannst ja so lange mit der Playstation spielen, wenn du magst.“

„Echt?! Ja, äh, danke! Aber ich kann Dir auch ein paar lateinische Texte übersetzen, wenn Du magst!“

„…“

Er kramt rasch sein Lateinbuch aus dem tonnenschweren Rucksack und beginnt mir vorzulesen, während ich anfange, die Zwiebeln zu schneiden und glasig zu dünsten.

Daß das doch nie ohne Tränen abgeht, verdammt!

Im siebten Gastrohimmel: Auberge de Dully

  • Veröffentlicht am 10th Oktober 2010,
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In der Schweiz, zumindest dem französischen Teil,  schlecht essen zu gehen ist nicht leicht, wie mir scheint. Ob Frühstück, Mittagessen oder Nachtmahl, die Auswahl an gastronomischen Kleinoden ist riesig. Nicht nur in der Großstadt (wenn man Genf mit seinen 190.000 Einwohnern denn so nennen möchte), sondern auch und besonders auf dem Lande. Nur ein paar Autominuten aus Genf heraus und am See entlang kann man nachgerade mit verbundenen Augen auf die Karte tippen und wird garantiert mit dem Finger auf oder direkt neben einem kleinen Familienrestaurant, -café oder -Weingut mit Verkostungsangebot landen. (mehr …)

Kulinarische Mutproben

  • Veröffentlicht am 23rd Juli 2010,
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Es gibt Dinge, die esse ich einfach nicht. Die können noch so gesund sein, noch so in, noch so edel und teuer, noch so kulturell wertvoll, da schnürt es mir einfach die Kehle zu. Gekochter Karpfen, Schnecken, Austern, vietnamesische Knusperspinnen, Heuschrecken, 5-Minuten-Terrinen, Nieren, Kutteln, Hirn a.k.a. (Kalbs)bries, Zunge… you get the picture. Das geht einfach nicht. Bei Tintenfisch halte ich es mit Col. Potter: Ich esse nichts, was sich am Teller festhält (Ankes Bericht mitsamt Foto hat mir die Haare zu Berge stehen lassen). (mehr …)

Das Grosse Fressen

  • Veröffentlicht am 25th März 2010,
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Ich bin ja großer Jamie Oliver Fan, ich geb’s zu. Der Junge hat nicht nur unverschämten Charme sondern auch einen Meter Kochbücher veröffentlicht, mit wirklich leckeren, gesunden, guten, bezahlbaren und todsimplen Rezepten darin (vielleicht ein bisschen zu fleischlastig manchmal), die jeder Depp mit drei Daumen an zwei linken Händen mit verbundenen Augen in durchschnittlich zwanzig Minuten nachkochen kann. (Seine iPhone app ist ohne Flachs meine allerliebste app und sein kostenloser Videopodcast auf iTunes sehr lohnenswert.) (mehr …)

Unerwartete Handicaps

  • Veröffentlicht am 6th Februar 2010,
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@ankegroener twitterte heute ein schönes Scones-Rezept und ich dachte bei mir, och, haste fast alles da außer Rosinen und clotted cream, aber Rosinen magste eh nicht und du hast ja Mascarpone, mach’ man. Und dann wurschtelte ich mich so durch Mehl und Salz und Zucker und Backpulver und Butterklümpchen und Milch mit dem Zauberstab (Küchenmaschine hab’ ich keine, wüßte allerdings auch nicht wo ich die noch unterbringen sollte) und kam an den Punkt, an dem ich den ganzen Schmadder mit der gut bemehlten Hand auf gut bemehltem Backbrett zu Klump formen sollte und scheiterte kläglich an mir selbst. Der Teig klebte wie Sau, und ich ekelte mich vor Matsch an den Fingern, wie ich mich schon immer vor Matsch an den Fingern geekelt habe, ich hasste es schon als Kleinkind,  Löcher am Strand zu buddeln und mit Fingerfarben zu malen und in Watt und Schlick herumzustochern, das ist einfach ein Urinstinkt, “nur weg damit, mach’ das ab, Hilfe! Mama! Waaaaaaah!”. Ich habe mir in der 6. Klasse im Kunstunterricht einen fetten Rüffel von der blöden, unsensiblen Schlampe Lehrerin eingefangen, weil ich es nicht über mich brachte, mittels Tapentenkleister Pappmaché zu machen und daraus einen Kopf für die Marionettenfigur zu formen, die wir basteln sollten. Dieses Gefühl von matschig-verklebten Händen ist ein absoluter Horror für mich, weshalb ich in der Regel auch selten Hackfleisch mache oder Kuchen backe, und wenn, dann Teige, die ich nicht mehr mit der Hand kneten muß. Es ist schon schräg, ich kann Gänse rupfen, Wildschweine, Hasen und Rehe schießen, ausnehmen und lecker zubereiten und scheitere an einem blöden Teig. Und nein, Gummihandschuhe ändern nichts daran. (Und auf Sylt gehe ich am Watt spazieren aber im Leben nicht hinein.)

Und so landete der blöde Teig im Müll, ich habe mir heulend die Hände geschrubt wie gestört, die Küche geputzt und das Ei in die Pfanne gehauen, das ich eigentlich fürs Scones-bepinseln nehmen wollte. Das Leben kann manchmal ein Arschloch sein.

Was soll’s, geh’ ich halt morgen zu Lühmann’s.

Freitag Mittag, kurz vorm Frühling

  • Veröffentlicht am 5th Februar 2010,
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Für 2 Personen

250 g Riesengarnelen (frisch oder komplett aufgetaut)
400 g möglichst kleine rosa Kartoffeln
200 g tiefgefrorener Mais
3-4 reife Strauchtomaten
1 kl. Bund Frühlingszwiebeln
1 Chilischote
1 Limette
Crème Fraîche
Rotweinessig
gutes, fruchtiges Olivenöl
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Cachaça (alternativ einen Schuß Weißwein)

Dauert: ca. 20 Minuten

Die Teller im Ofen auf 50° vorheizen. Die Riesengarnelen abspülen und  trockentupfen. Einen großen Topf Wasser zum kochen bringen, salzen und die Kartoffeln dazugeben. Die Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen, bis sie fast gar sind, dann den Mais dazugeben und alles noch ca. 2 Minuten weiterkochen lassen. Während die Kartoffeln und der Mais kochen, die Tomaten achteln, die Frühlingszwiebeln in gleichmäßige kleine Ringe schneiden und die Chilischote entkernen und in möglichst winzige Stücke schneiden. Tomaten, Frühlingszwiebeln, einen halbe ausgepresste Limette und etwa die Hälfte der Chilischote in einer Schüssel mit Olivenöl, Rotweinessig, Salz und Pfeffer anmachen und beiseite stellen.

Die Kartoffeln und den Mais abgießen und warm stellen. Eine Pfanne erhitzen, einen Schuß Öl hineingeben und die Riesengarnelen ca. 2-4 Minuten (je nach Größe) braten.  Die andere Hälfte der kleingeschnittenen Chilischote dazugeben, außerdem eine Prise Meersalz und ggf. noch etwas Pfeffer. Mit einem Schuß Cachaça und dem Saft der anderen Limettenhälfte ablöschen, dann einen ordentlichen Löffel  Crème Fraîche darunterrühren, die Hitze abdrehen und die Sauce mit der Restwärme etwas runterblubbern lassen. Währenddessen rasch die Kartoffeln und den Mais zu Mus zerstampfen.

Die vorgewärmten Teller aus dem Ofen holen, das Kartoffel-Mais-Mus, die Shrimps in der Sauce und einen Klecks Tomatenrelish darüber hübsch darauf anrichten und mit einem guten Glas trockenen Weißweins genießen. Bon appétit!

10

  • Veröffentlicht am 18th Dezember 2009,
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Zehn Dinge, die ich immer im Küchen- oder Kühlschrank habe:

1. Milch. Für den Porridge, für den Kaffee, zu Keksen oder Schokolade, für den gelegentlichen abendlichen Pudding, oder einfach so zwischendurch ein Glas: Ich liebe und brauche Milch. Am liebsten natürlich Bio und Vollmilch, keine “längerfrische”, keine “fettarme”, keine H-Milch oder andere geklonte Plörre aus der Hölle, kein anderes Bier.

2. Frische Butter, optimalerweise Süßrahm, aber auch Sauerrahm geht. Margarine geht hingegen gar nicht, pfuibäh.

3. Senf in vielerlei Sorten. Höllisch scharfen Dijonsenf oder Düsseldorfer Senf, süßen bayrischen Senf, grobkörnigen Pommerysenf, mittelscharfen englischen Senf. Nur so auf Brot, um Soßen zu verfeinern, für die Vinaigrette zum Salat, für Marinaden: Senf ist wunderbar vielseitig und paßt in jede Küche, von mediterran bis asiatisch.

4. Verschiedene Pastasorten, für die Tage, an denen ich mal keine Zeit oder Lust habe zum selbermachen. Capellini oder Rigatoni sind eigentlich immer vorrätig.

5. Haferflocken. Für den morgendlichen Porridge (mit Milch und Haferflocken kommt man seeehr, sehr weit am Tag!), die leckeren selbstgemachten Haferplätzchen (die muß man nicht zwingend bei Prince Charles kaufen), oder kurz in der Pfanne geröstet zu Himbeeren über eine Kugel Vanilleeis gestreut.

6. Kaffee. Frische Bohnen, die selbst gemahlen werden und dann mit meiner ersten Spielkonsole, der Raniclio Miss Silvia, weiterverarbeitet. Oder alternativ (da das Gerät leider gerade reparaturbedürftig und außer Dienst ist) die Fertigvariante von Nespresso. Etwas gröber gemahlen für die French Press geht natürlich auch, wenn man prinzipiell gegen Fertiglösungen ist.

7. verschiedene Salze. Jodsalz, fürs Nudel- bzw. Kartoffelwasser oder zum gurgeln, wenn ich mal Halsweh habe. Grobes Meersalz, mit dem z.B die Gans innen und außen eingerieben wird, bevor sie im Backofen verschwindet (natürlich nicht ausschließlich mit Salz…). Fleur de Sel, zu frischem Brot, frischer Butter oder leckerem Ö; für Salate und Pellkartoffeln, zu frischem Fisch und vielem mehr. Einen wunderschönen Artikel über ein mallorcinisches Fleur de Sel, bzw. Flor de Sal (wie es in Spanien genannt wird) findet Ihr bei Mme. Creezy im Blog.

8. verschiedene Öle. Sonnenblumenöl (um schnell etwas anzubraten, was Butter wegen großer Hitze nicht schafft oder wo Olivenöl nicht wirklich passen würde), Olivenöl (aktuell ein sehr feines und leckeres, von lieben Freunden aus Griechenland mitgebracht), Trüffelöl (ein paar Tropfen ins Kartoffelpü ab und an bringen Abwechslung), steirisches Kürbiskernöl (nomnomnom), Sesamöl (für gelegentlichen Wokeinsatz und einige asiaitsche Gerichte).

9. Erdnussbutter (creamy) für Captain Jacks Besuche, und wenn mal eine Satay-Soße gebastelt werden muß für frittierte Shrimps.

10. Gut eineinhalb Dutzend Single Malts unterschiedlicher Intensität, von smoooooth bis zur Geschmacksrichtung “nasser Hund frißt Seetang am Novemberstrand von Islay”.

Und Ihr so?

Essigchips

  • Veröffentlicht am 13th Dezember 2009,
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Die Kartoffelchipsszene blieb mir lange verschlossen. In unserem Haushalt gab es früher nur Tafelschokolade (Sprengel Vollmilch oder Mokka-Sahne). Papa inhalierte alles, was nach Schokolade aussah und nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnte, weshalb es auch eher selten welche gab. Zu meinen Kindergeburtstagen gab es in der Regel Mamas fantastorgasmisches Mousse au Chocolat, von dem sich jedes Kind sabbernd einen Berg auf den Teller häufte, bevor es nach drei Teelöffelchen von der gehaltvollen und äußerst fluffigen Traumspeise anfing, nach Luft zu japsen. (Zutaten u.a. 1 Dutzend Eier, jede Menge Schlagsahne und Créme Double in rauhen Mengen, natürlich Schokolade… you get the idea.) Es bestand anschließend, wenn man sich mit glasigem Blick die komplizierten Regeln des Topfschlagens in Erinnerung zu rufen versuchte, schlichtweg kein Bedarf mehr nach Gummibärchen, Kartoffelschips, Erdnußflips etc. Dieses Zeug lernte ich nur auf anderen Kindergeburtstagen kennen und war meist angeekelt von den Paprikachips, gelangweilt von Salzchips und relativ emotionslos gegenüber Salzstangen. Einzig Erdnußflips waren eine Zeit lang ganz lustig, aber wurden nach längerem daraufherumlutschens doch eher unter ‘naja’ abgelegt.

Mein Interesse an Kartoffelchips wurde erst sehr viel später, so Anfang der 90er geweckt. Mein damaliger Herzbube studierte in Glasgow, und bei meinen Besuchen lernte ich nicht nur schottisches Bier und schottischen Whisky sondern auch die Inselspezialität “gesalzene Kartoffelchips mit Malzessig” sehr zu schätzen. Chips heißen übrigens auf der Insel crisps; “chips” ist hingegen die englische Bezeichnung für Pommes Frites.
Warum in Deutschland noch niemand auf die Idee gekommen war, eine solche Köstlichkeit anzubieten, war mir schleierhaft. Inzwischen ist man aber auch hierzulande auf den Geschmack gekommen und die Auswahl an Essigchips ist zwar nicht riesig, aber doch vorhanden. Man kann wählen zwischen Walker’s Malt Vinegar Chips (klassische Pub-Chipssorte), den beiden überteuerten Posersorten Kettle Sea Salt and Balsamic Vinegar (geschmacklich sehr weit vorne) und Tyrell’s Cider Vinegar & Sea Salt (todlangweilig), Chio’s Salt’ Vinegar (schon sehr sauer und ziemlich billig, aber manchmal genau richtig), Lorenz Naturals mit Balsamico (mein Favorit) und neuerdings auch Chipsfrisch Premium ‘Aceto Balsamico’. Die habe ich nun gestern mal testhalber mitgenommen und erwartungsvoll die Tüte aufgerissen. Darin befand sich eine recht überschaubare Anzahl an Kartoffelchips im Farbton Pantone 122. Einen Balsamessiggeschmack konnte ich beim besten Willen nicht feststellen, höchstens eine Senfnote. Dafür waren sie recht stark gepfeffert. Insgesamt also ein ziemlicher Reinfall, was mich betrifft.

Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar anständige Essigchips herzustellen. Hat jemand ein Rezept?

Trotz Star Wars, Harry Potter und Fussball:

  • Veröffentlicht am 4th Dezember 2009,
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Entchenangeln ist immer noch cool. Dosenwerfen ist für Kinder unter 10 ermäßigt. Er antwortet wahrheitsgemäß und ohne zu überlegen, allerdings sehr erstaunt auf die Frage nach seinem Geburtsdatum. Daß man sich als jünger ausgeben könnte, auch nur um ein paar Euro zu sparen, der Gedanke ist für ihn so abwegig wie für mich Geisterbahnfahren. Er ist immerhin schon Neun! Zum Achterbahnfahren hatte er wieder “gerade keine Lust”; ich allerdings auch nicht – viel zu kalt und naß. Die erste Zuckerwatte wurde staunend begutachtet, probiert und für eher enttäuschend befunden. Sein kleiner Bruder ist auf einem Kindergeburtstag eingeladen. Ich überlege laut, was wir ihm wohl mitbringen könnten. Er bietet großzügig an, seinen beim Dosenwerfen gewonnenen Flieger abzutreten.
Manchmal glaube ich, Captain Jack ist das letzte echte Kind in diesen Breitengeraden.

Spongebob – Spongikus

  • Veröffentlicht am 17th November 2009,
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Sponge Bob Squarepants – Spongikus
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Als ich diese DVD zu Rezensionszwecken bekam, war mir klar: ich brauche Hilfe. Gemeinsam mit Captain Jack (9) und seinem kleiner Bruder (5), die heldenhaft ihre Schlafengehenszeit opferten um mir zur Seite zu stehen, schaute ich mir also die erste, titelgebende Folge dieser DVD an. Folgender Dialog entspann sich:

Ich: OK, also das spielt alles unter Wasser?
Cpt. Jack: Ja, genau! Das da ist Spongebob, ist klar, oder? Und die Krabbe ist sein Chef, voll fies!
Kl. Bruder: voll fies!
Ich: Und jetzt sperrt der die da unter Wasser in die Arena? Aber wieso schwimmen die nicht einfach oben raus?
Cpt. Jack: Maaaannn, das ist eben so! Das ist sooooo komisch, oder?
Kl. Bruder: nickt eifrig
Ich: Aha. OK, noch zwei Folgen, aber dann marsch ins Bett, hört Ihr?
Beide unisono: Oooooooch! Na gut!

Um im Unterwasserbild zu bleiben: Der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Unter diesem Aspekt kann man diese DVD, die seit dem 12. November im Handel ist (FSK 6), nur als vollen Erfolg verbuchen.

Strategiespiele

  • Veröffentlicht am 13th November 2009,
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Captain Jack brütet über seinen Mathehausaufgaben, kaut auf seinem Tintenkiller herum und überlegt, wie man aus einem Blatt DIN A 4 Papier wohl einen dreidimensionalen Kegel basteln könnte. Ich sitze daneben, trinke ein Tässchen Tee und lasse beiläufig fallen, daß ich mir vom Weihnachtsmann eine PS3 wünsche. Er läßt erschrocken den Tintenkiller fallen.

“Aber eine Wii ist viel cooler! Da gibt’s die besten Spiele für! Die Spiele für die Playstation sind blöd!”

“Was hast du denn schon auf der Playstation gespielt?” frage ich, aufrichtig interessiert. Seine Eltern und ich haben ein waches Auge über seinen Nintendo DSi und welche Spiele er sich von seinem Taschengeld kauft oder mit seinen Freunden tauscht. Noch sind das harmlose Super Mario, Pokémon, Harry Potter, Mini Ninjas oder Lego Star Wars. Aber natürlich wissen wir alle, daß manche seiner Freunde hauptsächlich deshalb neuerdings zu seinen besten Freunden zählen weil sie eine Konsole zuhause haben. Und weiß der Geier, welche Spiele ihnen dort noch so zur Verfügung stehen. Captain Jack kommt, wie alle seine Klassenkameraden, aus einem sehr behüteten Elternhaus und geht auf eine dieser Hamburger Grundschulen, die die Gegner der Schulreform meist verächtlich als “Zuckerzangenpinklerschule” bezeichnen. Aber auch dort gilt: Jungs sind und bleiben Jungs, und je verbotener die Frucht, desto süßer ihr Duft.

Er druckst herum, das Thema ist ihm sichtlich unangenem. “Äh, weiß nicht mehr, aber es war nicht so toll wie die Wii. Es gibt Laserschwerter für die Wii!”

“Aha.” Ich wende den alten Psychiatertrick an und schweige erwartungsvoll.

“Ja, also, und so andere Spiele, aber ich hab’ vergessen wie die heißen. Waren aber nicht so toll wie die Wii. Für die Wii gibt es die Rayman Raving Rabbits und Lego Star Wars!” Er killert hingebungsvoll und hochkonzentriert die Tinte von seinen Fingerspitzen. Ich beschließe, das Verhör auf ein andermal zu verschieben und weise behutsam daraufhin, daß ich mir nicht so wirklich viel aus Arcade Games mache und manchmal auch erwachsenere Spiele ganz spannend fände, Adventures zum Beispiel. Er nickt aufgeregt:

“Ja, das verstehe ich, aber es gibt auch erwachsene Spiele für Nintendo!”

“Welche denn?” frage ich neugierig.

“Ãäh, weiß nicht so genau, ich glaube, Kochrezepte oder so. Du kochst doch gern!”

Ich verbeiße mir mühsam das Lachen. “Ja, das Abenteuer Kochen ist zwar manchmal ganz spannend, aber ich dachte da mehr an Flugzeugsimulationen und Autorennen. Gran Turismo sieht sehr vielversprechend aus.”

“GTA? Boah, das ist aber ganz schön hart, oder? Also, Freddie hat das und…” er beißt sich auf die Zunge.

“Nein, nicht GTA”, erwidere ich. “Das mag ich nicht. Ich meinte Gran Turismo, ein reines Autorennspiel. Das kommt aber erst nächstes Jahr heraus.”

“Ah ja. Das kann man mit einem Lenkrad spielen, aber das gibt’s auch für die Wii, glaube ich” lenkt er die Unterhaltung in Beckenrandnähe. “Aber weißt du was? Du kannst dir die PS3 nicht vom Weihnachtsmann wünschen!”

“Warum nicht?” frage ich erstaunt.

“Na, der Weihnachtsmann macht keine Geschenke, die teurer sind als 100 Euro!”

“Oh.”

Er mißdeutet mein verdattertes Gesicht und legt mir den Arm um die Schulter. “Weißt du, du könntest ja auf den Wunschzettel dazuschreiben, daß ich auch damit spielen würde.”

“Und Dein Bruder auch. Der liebt Autos. Was für eine gute Idee!” strahle ich ihn an. Er nickt. Dann fällt ihm noch etwas ein. “Also, die Spiele dazu… die würde ich nicht auch noch aufschreiben. Das könnte ein wenig gierig aussehen, weißt du. Kannst du die dir nicht selber kaufen?” Er sieht mich prüfend an.

“Gute Idee. Das hatte ich gar nicht bedacht.”

“Und bis Weihnachten kannst du ja meinen Nintendo mitbenutzen” bietet er großzügig an.

“OK, danke. Und du kannst ja nachher noch etwas PacMan auf meinem iPhone spielen.”

“Echt? Danke!”

“Klar. Aber jetzt mal zurück zu Mathe.”

Er seufzt theatralisch und beugt sich über sein Heft. Ich gieße mir noch eine Tasse Tee ein und formuliere in Gedanken meinen Wunschzettel. Captain Jack wäre wohl erstaunt wenn er wüßte, was draufsteht.

Prähistorisches

  • Veröffentlicht am 3rd September 2009,
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Captain Jacks Interesse an Fluch der Karibik hat inzwischen merklich nachgelassen. Die Star Wars Phase ist auch schon wieder abgeebbt (dem Himmel sei Dank), aber Harry Potter steht auf der nach oben offenen “Cooooooooool!”-Skala schon seit Monaten bei mindestens sechs ‘o’. Folgender Dialog entspann sich diese Woche vor dem Zubettgehen des kleinen Zauberers:

“Wie alt warst du, als du Harry Potter und der Gefangene von Azkaban das erste Mal gelesen hast?”

“Hm… da war ich 37 oder 38, warum?”

“Soooo alt schon?”

“Nun ja, das ist relativ… ich hab’ das Buch sofort gelesen, als es erschien. Und da war ich eben so alt. Und das Buch war brandneu.”

“Wie alt war ich da?”

“So ungefähr vier oder fünf.”

“Das ist doch eeeeeewig her! Sozusagen prätorisch!”

“Du meinst ‘prähistorisch’? Ja und nein. Aber wie findest du das: Ich mußte nach jedem Band über ein Jahr warten, zwischen manchen sogar länger, bis der nächste Band erschien. Die Autorin mußte immer erst die Fortsetzung schreiben.”

“Echt? Mann, wie hast du das nur ausgehalten?”

“Du wirst es kaum glauben, aber es ist mir eigentlich kaum aufgefallen.”

“Weil du schon so alt warst?”

“Daran wird’s wohl gelegen haben. Gute Nacht!”

“Gute Nacht!”

100 Dinge, die man wenigstens einmal erlebt bzw. getan haben sollte

  • Veröffentlicht am 24th August 2009,
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Carsten hat eine Liste mit 200 Dingen, die man im Leben gemacht haben sollte veröffentlicht bzw. aktualisiert. Das sind ein paar zu viel für meinen Geschmack, aber ich nehme das mal zum Anlaß, mich a) aus dem Kurzurlaub zurückzumelden und mal wieder was zu bloggen und b) meine Liste mit 100 Dingen, die man meiner Ansicht nach im Leben einmal erlebt bzw. getan haben sollte, hier niederzulegen. Teilweise gibt es überschneidungen mit Carstens Liste, andere Punkte sind meine eigenen. Durchgestrichen = erledigt. Updates und Ergänzunge dann beizeiten. Vorschläge gern in die Kommentare! :-)

Mit Delphinen im offenen Meer schwimmen
Einen Berg besteigen
»Ich liebe dich« sagen und es meinen
Einen Baum umarmen
Bungee Jumping ausprobieren
London besuchen
Die Nacht durchmachen und den Sonnenaufgang ansehen
Unter dem Sternenhimmel schlafen
In einem Heißluftballon fahren
Mehr als man sich leisten kann für einen guten Zweck spenden
Eine Schneballschlacht mitmachen
So laut schreien wie es geht
Nachts nackt baden gehen
Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften lesen
Eine richtige Unterhaltung mit einem Bettler führen
Eine Achterbahnfahrt mitmachen
Die Aufgaben von drei Wochen irgendwie in drei Tagen erledigen
Tatsächlich glücklich mit dem eigenen Leben sein, wenn auch nur für einen Moment
Den eigenen Job in jeder Hinsicht mögen
Sich um jemanden kümmern, dem es schlecht geht
Nach eigenem Ermessen genug Geld besitzen
Abgefahrene Freunde haben
Wale in der freien Natur beobachten
Ein Straßenschild stehlen
Um Mitternacht am Strand spazierengehen
Schottland besuchen
Länger an Liebeskummer leiden, als die Beziehung gedauert hat
Im Restaurant am Tisch mit Fremden speisen
Eine Kuh melken
Etwas klauen und nicht erwischt werden
Und es anschließend zurückbringen
Seine Schallplatten- oder Filmsammlung (CDs, Kassetten, DVDs) auflisten
Karaoke singen
Im Regen küssen
Im Regen spielen
Ein Autokino besuchen
Etwas ohne Reue tun, was man eigentlich bereuen müsste
China besuchen
Ein Buch von James Joyce lesen
Entdecken, dass jemand das eigene Weblog besucht hat, der es besser nicht kennen sollte
Ein eigenes Geschäft gründen bzw. sich selbstständig machen
Sich glücklich und auf Gegenseitigkeit verlieben
Rom besuchen
Ins Kino gehen und einen Film ohne Untertitel in einer Sprache sehen, die man nicht versteht
Jemanden küssen bis er/sie schwindelig davon wird
Kekse nach eigenem Rezept backen
Ohne Grund einen Blumenstrauß verschenken
Auf einer Bühne auftreten
Die eigene Musik aufnehmen und veröffentlichen
Ein Buch schreiben und veröffentlichen
In einem Vulkan wandern
Mehr als eine Sprache fließend sprechen
Auf der kompletten Tour seiner Lieblingsmusiker mitreisen
Im Ausland eine Fahrradtour machen
Etwas Interessantes über die eigenen Vorfahren herausfinden
Den eigenen Bundestagsabgeordneten anrufen oder anschreiben
Mit dem Geliebten irgendwo von Null neu anfangen
Zu Fuß über die Sidney Harbour Bridge gehen
Im Auto laut singen und nicht aufhören, obwohl jemand zusieht
Jemanden zum Trost in den Armen halten
Ein Flugzeug fliegen
Den Job verlieren
Eine Harley fahren
Mit irgendeinem Landfahrzeug schneller als 220 km/h fahren
Eine Schusswaffe abfeuern
Ein Pferd reiten
Im Verlauf von zwei Tagen länger als dreißig Stunden schlafen
Mehr fremde Nationen als deutsche Bundesländer besuchen
Alle sieben Kontinente bereisen
Sushi essen
In der Zeitung das eigene Foto finden
Einen Wettbewerb gewinnen
Jemanden in einer Angelegenheit überzeugen, die einem wirklich am Herzen liegt
Jemanden wegen dessen Handlungsweise rauswerfen (Aus dem Feedreader löschen oder bei Twitter entfollowen gelten nicht!)
Nochmal zur Schule gehen/ein Studium beginnen
Die Ilias von Homer lesen
Einen berühmten Autor aussuchen und lesen, den man in der Schule verpasst hat
Eine künstlerische Tätigkeit als Autodidakt erlernen
Ein Tier eigenhändig töten, zubereiten und essen
Sich bei jemandem Jahre nach einer Ungerechtigkeit dafür entschuldigen
Erkennen dürfen, dass man den eigenen Traum tatsächlich lebt
Ein selbstgemachtes Kunstwerk an einen Fremden verkaufen
Sich die Haare färben
Ein Buch von Stephen King lesen
Einen Segeltörn übers offene Meer machen
Einen Freund decken und sagen “Ich war’s”, auch wenn’s Haue gibt
Ein fünf-Gänge-Menü für seine Freunde und/oder Familie kochen
Barfuss Golf spielen
Einem Freund ein Buch vorlesen
Mit Kindern so spielen als wäre man/wären sie gleichaltrig
Einen Elfmeter halten
Einem Wildfremden ein Eis spendieren
Darauf zu verzichten, jemanden lächerlich zu machen (acuh wenn er’s mehr als verdient hätte)
Einen Film schreiben, drehen und veröffentlichen
Die Welle von Teahupoo surfen
Mit Freunden ein Chalet in den Bergen mieten und Weihnachten feiern
Trauzeuge und Pate sein
Einen sicheren Job kündigen
Ein Möbelstück tischlern/schreinern
Im Ozean schwimmen, kein Land in Sicht

Weißt du was, das ist nämlich so:

  • Veröffentlicht am 5th August 2009,
  • veröffentlicht von

Mit dieser Einleitung beginnt der seit genau heute fünfjährige kleine Bruder von Captain Jack des öfteren seine Sätze. Die ungeteilte Aufmerksamkeit der meist erwachsenen Umstehenden ist ihm damit meistens sicher, denn den Erklärungen dieses Dreikäsehochs zu lauschen ist ein unterhaltsamer Zeitvertreib. Es sei denn, es ist Schlafengehenzeit – seine Kreativität läßt deutlich nach und er hält sich an die bewährten Klassiker, jedoch sein Wille nach ungeteilter Aufmerksamkeit bleibt ungebrochen (“Weißt du was, das ist nämlich so: ich habe noch Durst und muß noch ein Glas Wasser trinken!”).

Wißt Ihr was, das ist nämlich so: Ich habe vor ein paar Wochen ein tolles neues Blog entdeckt, also, es ist nicht wirklich neu, nur für mich eben, und möchte hiermit eine dringende Leseempfehlung aussprechen für Fräulein Serotonic von der absoluten Serokratie, und ganz besonders ihren gestrigen Eintrag, der mich mal wieder darauf aufmerksam gemacht hat wie toll diese ganze Bloggerei doch ist und wie besonders das sein kann, und warum ich keine Tageszeitung abonniert aber inzwischen über zweihundert Blogs im Feedreader habe.

Da draußen… da ist irgendwas da draußen

  • Veröffentlicht am 28th April 2009,
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Mittagssch(l)äfchen

Seit ein paar Tagen war ich jetzt schon nicht mehr am Rechner, außer um Mails zu beantworten und beruflich zwecks Recherche zu surfen. Vielleicht liegt es am Frühling, aber ich mag gerade nicht online sein, nicht bloggen, mich nicht über Zensursula und die Schweinepest aufregen (das waren doch zwei verschiedene Nachrichtenthemen, oder?) und auch nicht twittern, daß ich gerade keine Lust zum twittern habe. Mein schlechtes Gewissen regt sich etwas, aber es ist nur ein halbherziges Herumwälzen im Dämmerschlaf, verbunden mit einem gegrunzten: “Denk’ an deine Leser/Abonnenten/Follower… und mach’ mir mal ‘n Kaffee, wenn du sowieso gerade in der Küche bist.”

Ich bin draußen, im Grünen. Ich habe meinen Balkon bepflanzt und bewundere die Gärten der Nachbarn. Ich putze mein Fahrrad und fahre damit. Ja, ich weiß, ich hasse Fahrradfahren, aber in der Bahn stinkt es bei den aktuellen Temperaturen zu sehr nach Menschen, die “In Dubio Pro Deo” für religiöse Propaganda halten.
Ich spiele Golf, fahre Skateboard hinterm Deich. Ich verbringe viel Zeit am Zeichentisch. Ich spiele Gitarre und taste mich durch einen Song. Ich unterhalte mich mit Freunden und spiele mit meinen Patenkindern. Ich stelle fest, daß ich nicht viel nichts aus meinem Online-Leben vermisse. Mein Feedreader läuft über, Artikel werden ungelesen gelöscht. Es ist nur eine Phase, aber ich kann im Moment einfach keinerlei Interesse für virtuelle Welten entwickeln, auch wenn diese Unterscheidung natürlich Quatsch ist – das Leben im Netz ist ja nur eine Verlängerung oder Ergänzung zum Leben offline, die Grenzen werden immer fließender und man kann und sollte das alles gar nicht so strikt trennen, wie ich es gerade möchte.

Habt Nachsicht, ich verbringe einfach nur mal ein Inning im Dugout, genieße eine kurze Auszeit – während ich versuche, Captain Jack dazu überreden beim skaten einen Helm zu tragen.

Blöd aussehen

  • Veröffentlicht am 28th April 2009,
  • veröffentlicht von

Captain Jack und ich waren letztens ein bisschen zum Skateboardfahren auf der Rollschuhbahn. Er hatte großen Spaß und zeigte Talent, also gingen wir anschließend zu Subvert und ich kaufte ihm ein passendes 7″ Deck – denn meine Longboards sind natürlich viel zu groß, lang und schwer für einen Achtjährigen. Den Helm auszusuchen auf den seine Mutter und ich bestanden, stellte auch kein unüberwindliches Hindernis dar; nach etwas Herumprobieren fand er einen in seiner Größe. Ich versprach ihm, sein Board abends zusammenzuschrauben und wir würden dann am nächsten Nachmittag nach der Schule zusammen weiter fahren üben. Seinen Plan, schon am nächsten Tag mit dem Brett in die Schule zu fahren, konnten wir ihm vorerst ausreden. Widerwillig gab er zu daß es weitaus cooler ist, wenn man bei seinem ersten offiziellen Auftritt die Materie zumindest halbwegs beherrscht.

Am nächsten Tag war die Freude allerdings arg getrübt, denn zwischenzeitlich hatte er sich abends vor dem Schlafengehen seinen Helm vor dem Spiegel aufgesetzt und für uncool befunden.

“Das sieht blöd aus, den setze ich nicht auf.”

“Ohne Helm sieht’s weitaus blöder aus, nämlich wenn Du auf die Fresse knallst und Dir das Gehirn aus den Ohren läuft.”

“Egal, das sieht blöd aus.”

“Du hast doch auch beim Skifahren und beim Fahrradfahren einen Helm auf. Wo ist das Problem?”

“Es sieht blöd aus. Den setze ich nicht auf. Und gestern hatte ich doch auch keinen auf, und Du auch nicht!”

“Gestern hatte ich meinen nur vergessen. Aber ich fahre auch schon seit dreißig Jahren und habe etwas mehr übung und Koordination auf dem Ding als Du.”

“DAS SIEHT BLÖD AUS!”

Keine Arme – keine Kekse. Ich hätte nicht gedacht, daß Dir Eitelkeit vor Klugheit geht. Wenn Du den Helm nicht aufsetzt, fahre ich nicht mit Dir. ” Ich hasse diese Erpressernummer, aber ich liebe Captain Jack einfach zu sehr. Ein Dilemma, zugegeben.

Es folgte ein wirklich gelungener Wutanfall, komplett mit Gebrüll und Geheule, garniert mit Bockigkeit und gegen die Tür treten. “DANN FAHRE ICH EBEN NICHT MEHR!” OK, that’s my boy – er lässt sich nicht erpressen, gut so. Wenn auch mühsam.

Ein paar Tage später fragte er mich, welches der beste Skateboarder der Welt sei. In seiner Bravo Sport stand nämlich Tony Hawk, und natürlich weiß selbst die erwachsene, nicht skatende Welt spätestens seit Nick Hornbys Slam! daß es TH ist. Ich für meinen Teil bin ja mehr für Jay Adams, Rodney Mullen oder Adam Colton, aber wozu unnötig Verwirrung stiften? TH ist fraglos ein grandioser Skater und hat den unschätzbaren Vorteil, daß er auf seinen Fotos und in seinen Clips fast ausschließlich mit Helm und Protektoren abgelichtet wird – ein Umstand, auf den ich Captain Jack dezent aufmerksam machte und der ihn schwer zu beschäftigen schien.

Beim nächsten Treffen auf der Rollschuhbahn setzte er jedenfalls ohne weiteres Gemurre und ohne weitere Erwähnung den Helm auf. Skaten macht ihm einfach zu viel Spaß um darauf zu verzichten. über Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkprotektoren stehen wir noch in Verhandlung. Stay tuned.

Update: Inzwischen wurde der blöde Helm mit diversen coolen Aufklebern verziert und für alltagstauglich, auch auf dem Fahrrad, befunden. Geht doch.

One More Year

  • Veröffentlicht am 3rd Dezember 2008,
  • veröffentlicht von

Captain Jack Sparrow will mit mir auf den Dom. Es regnet in Strömen, aber das ficht ihn nicht an, er möchte die Geisterbahn sehen und in dem Dingsda fahren, das sich so schnell dreht.

Wir fahren in dem Dingsda, das sich so schnell dreht und wärmen unsere Hände an Tüten mit heißem Schmalzgebäck (nicht so viel Puderzucker, bitte). Riesenrad fahren wir auch. „Guck’ mal, das Millerntor“ Wir bedauern, St. Paulis Sieg über Ingolstadt nicht gesehen zu haben und beschließen, die Fahrt mit der Achterbahn noch einmal aufs Frühjahr zu verschieben. Wir kommen am „Jura-Park“ vorbei, der vorgibt, einen echten Dinosaurier hinter den hohen Mauern zu beherbergen.

Schließlich stehen wir vor der Geisterbahn. Captain Jack zeigt aufgeregt auf einen großen Plastikbaum mit Gesicht: „Schau mal, gleich macht er die Augen auf!“ Das zieht sich jedoch ziemlich hin, der Baum scheint auf Valium. Captain Jack tritt unsicher von einem Bein aufs andere, während ich mich innerlich gegen eine Runde Geisterbahn wappne. Doch plötzlich fällt sein Blick nach rechts: „Entchenangeln! Komm’ wir gehen Entchenangeln, ja? Bitte! Entchenangeln ist soo cool!“

Ganz schön kalt und windig, mir laufen die Tränen nur so runter.

Was Langweiliges zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2008,
  • veröffentlicht von

Wie Ihr merkt, bin ich gerade nicht wirklich in Bloglaune. Neuer Job, beginnender Schnupfen, nur Musik im Kopf, da kommt mir Mme Creezys Stöckchen gerade recht, hier mal wieder was zu schreiben:

Wann bist du heute aufgestanden?
So gegen halb Sieben.

Diamanten oder Perlen?
Weder noch.

Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?
Der Baader-Meinhof-Komplex. Hätt ‘s nicht gebraucht, Verschwendung von Zelluloid.

Was ist deine liebste Fernsehserie?
Alltime Favourite ist und bleibt wohl M*A*S*H.

Was hast du normalerweise zum Frühstück?
Wochentags Espresso, ich mag nichts essen, bevor die Uhr nicht im zweistelligen Bereich ist. Sonntags ausführlich und süß, mal Pfannkuchen mit Ahornsirup, mal Brötchen mit Zuckerrübensirup oder Himbeermarmelade, dazu lecker Kaffee.

Was ist dein zweiter Vorname?
Das wüßtet Ihr wohl gerne.

Welches Essen magst du überhaupt nicht?
Alles was in „’ner halben bis dreiviertel Stunde“ geliefert wird. Wuärks.

Was ist deine momentane Lieblings-CD?

Heute wäre das “Coleman Hawkins Encounters Ben Webster”, Tangerine ist einfach umwerfend.

Welches Auto fährst du?
Einen Smart Cabrio. Ins Büro allerdings mit dem Bus.

Lieblings-Sandwich?
Ganz klassisch, das Club-Sandwich. Gebratene Hühnchenbrust, Bacon, Kopfsalat, Tomate, gekochtes Ei, selbstgemachte Remoulade, frischer weißer und rosa Pfeffer, etwas Fleur de Sel und das ganze zwischen geröstetem Weißbrot. Dazu ein Bier. Ausgezeichnet machen sie das übrigens im Landmark, bislang das beste Club-Sandwich, das ich (ausser meinem eigenen natürlich) je gegessen habe.

Welchen Charakterzug lehnst du ab?
Oh, so einige. Am unverständlichsten ist mir jedoch die Eifersucht. Besitzansprüche an einen anderen Menschen, wie kommt man nur auf so eine absurde Idee?

Dein Lieblingskleidungsstück?
Eine bestimmt zwanzig Jahre alte, dunkelgraue Omen-Strickjacke, die ich mir damals überhaupt nicht leisten konnte und die inzwischen wirklich nicht mehr öffentlich ausgeführt werden sollte. Meistens halte ich mich sogar daran. (Heute nicht.)

Wenn du irgendwo auf der Welt hinfliegen könntest?
Dann möchte ich ein Rückflugticket nach Hamburg in der Tasche haben. Unter dieser Voraussetzung darf ‘s gern nach OGG, GWT, LHR, YVR, ZNA, FCO, EDI, DUB oder WLG gehen. Die Liste der IATA codes dürft Ihr selber ergoogeln.

Lieblings-Kleidermarke?
Ich werde ja nicht müde, es gebetsmühlenartig zu wiederholen: Die Qualität bürgt für die Marke, nicht umgekehrt. Insofern sind mir Marken ziemlich schnurz.

Wo willst du dich zur Ruhe setzen?
Nicht zu weit von meinem Golfplatz.

An welchen Geburtstag erinnerst du dich?
An so einige, obwohl die wenigsten bemerkenswert verlaufen sind.

Welchen Sport schaust du dir am liebsten an?
Golf natürlich, besonders der Ryder Cup schlägt jede Fussball-WM oder Olympiade. Leider findet er nur alle zwei Jahre statt. Aber auch das Masters im Frühling und die Open im Sommer gehören zum absoluten Pflichtprogramm.

Weitester Ort, wo du das hier hinschickst?
Äh, so weit wie der nächste Leser wohnt, der es interessiert aufhebt.

Wann ist dein Geburtstag?
Im September.

Bist du ein Morgenmensch oder Nachtmensch?
Ganz klar ein Frühaufsteher. Wenn ‘s hell wird, bin ich wach. Dafür laufe ich ab 22h spätestens nur noch auf Schwachstrom.

Was ist deine Schuhgröße?
Jedenfalls nicht 11

Haustiere?
Nein. Einen Hund kann ich mir als angestellt arbeitender und ansonsten golfender Mensch leider zeitlich nicht leisten, Katzen kann ich nicht ausstehen und auf Gehamster, Piepmatz, Fischifischifischi etc. kann ich erst recht nicht.

Irgendwas Neues, Aufregendes, das du uns unbedingt mitteilen musst?
Wenn ‘s soweit ist, werde ich es schon twittern.

Was wolltest du früher mal werden?
Ich weiß immer noch nicht, was ich mal werden will. Meine Interessen und Talente sind einfach zu vielfältig.

Wie geht’s dir heute?
Wenn ich das mal wüßte.

Was ist deine Lieblingsnascherei?
Single Malt Whiskeys. Gegen 85%ige Schokolade habe ich auch nichts einzuwenden.

Auf welchen Tag in deinem Kalender freust du dich schon?
Ich weiß fast nie, welches Datum wir haben und im Urlaub nicht einmal, welcher Wochentag ist. Ich freue mich über jeden Tag.

Was hörst du gerade?
Nat King Cole: Unforgettable.

Was hast du als letztes gegessen?
nEin Stück 85%ige Schokolade zu einem Gläschen Talisker.

Lieblingsgetränk?
Wasser.

Lieblingsrestaurant?
In Hamburg? Das Il Sole in Nienstedten ist der Familienitaliener.

Echte Haarfarbe?
Dunkelbraun, neuerdings mit ein paar vereinzelten Fäden Silber darin.

Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
Mein Teddy und meine Bücher.

Kaffee oder Tee?
Meist Kaffee. Tee eigentlich nur dann wenn ich erkältet bin und dann auch nur Kamillentee.

Was ist unter deinem Bett?
Na, ein Monster natürlich. Aber solange man die Füße fest in die Decke gewickelt läßt, hat es keine Chance.

Wovor hast du Angst?
Das werde ich hier gerade verraten!

Wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund?
Keine Ahnung, jedenfalls ist ein Fahrradschlüssel dabei – was ich sehr ulkig finde, weil ich nicht Fahrrad fahre.

Liebster Wochentag?
Der, an dem ich golfspielen kann.

Findest du schnell Freunde?
„Do I look like a people person to you?“ (Nein.)

Hast du viele Freunde?
Ich bin gesegnet mit einem kleinen, aber feinen Freundeskreis.

Meine Spiekonsole

  • Veröffentlicht am 28th November 2007,
  • veröffentlicht von

“It’s all in the grind, Sizemore. Can’t be too fine. Can’t be too coarse. This, my friend, is a science.”

Specialist Grimes hatte absolut recht. Den richtigen Kaffee zu kochen ist eine Wissenschaft für sich – und ja, es liegt zu großen Teilen am richtigen Mahlgrad. Eine Espressomaschine nützt Null ohne eine anständige Mühle. NB: Alle Padbenutzer, Kapselsystemfreunde und sonstige Sparbrötchen bitte weglesen. Mit Espressomaschine meine ich nicht so einen Keime magnetisch anziehenden Tausend Euro teuren Schweizer Plastikpott von Vollautomaten. Keine Maschine mit Zwangsabriegelung nach ein paar tausend Tassen, die einen zum kostenpflichtigen Checkup in die Vertragswerkstatt nötigt. Ich rede von einer Siebträgermaschine. Old school stuff. Nix für Tennisspieler und Stiftung-Wadenfest-Leser.

Ich trinke leidenschaftlich gern Espresso und Cortado, zum Frühstück auch mal einen schönen Milchkaffee. Die Anschaffung einer Espressomaschine lag also auf der Hand, zumal der letzte fähige Barista in meiner Nähe vor zwei Jahren mit Sack und Pack ins Ruhrgebiet geflohen ist und ich die Plörre aus den ganzen 08/15-Ketten, in denen man für einen lieblos hingerotzten, lauwarmen Latte Macchiato fast 4 Euro berappen soll, echt nicht länger ertragen konnte.

Also habe ich meine lieben Talerchen nach ausführlicher Recherche in eine italienische Spielkonsole namens Rancilio Miss Silvia gesteckt, ihr eine spanische Demoka Mühle zur Seite gestellt und mich ganz teutonisch ans Üben gemacht. Ja, richtig gelesen: der perfekte Espresso bedarf (wie alles, was besser als gut werden will) der Übung. Die Mühle will richtig eingestellt sein, damit die Bohnen (frisch geröstet, möglichst vor nicht länger als einer Woche oder zwei) in genau der richtigen Konsistenz in den Siebträger gemahlen werden. 7g Bohnen für eine Tasse Espresso; 14g für einen doppio. Das Kaffeemehl muss richtig getampert sein – mit einer Art Stempel, der genau in den Siebträger passt und Tamper genannt wird, mit nicht zu leichtem, nicht zu festen Druck gepresst. Das Wasser muss die richtige Temperatur haben, wenn es mit dem richtigen Druck und in der richtigen Geschwindigkeit durch das Kaffeemehl gepresst wird. Wenn eine Komponenten nicht stimmt, schmeckt der Kaffee bitter oder plörrig, ist nicht heiss genug oder hat keine Crema.

Hat man den Bogen beim Espresso raus und will auch mal einen Cappuccino oder Latte Macchiato servieren, kann man sich daran machen das Milch aufschäumen zu erlernen. Die Milch sollte so kalt wie möglich sein und nicht unter 3.5% Fett haben. H-Milch verbietet sich von selbst. Außerdem sollte man die Tülle mit dem heissen Dampfstrahl nicht zu tief in das idealerweise leicht konische Milchkännchen stecken, sonst wird das nichts mit feinem Milchschaum. Dann gibt’s nämlich entweder große Blubberblasen oder zu heisse Milch oder Bauschaum.

Es hat rund anderthalb Kilo Kaffee gedauert bis ich den Bogen raushatte, aber seither ist mein Espresso ein Gedicht, ach, was red’ ich – ein Sonett! Frisch geröstete Bohnen gibt’s in Hamburg z.B. bei Carroux (warum die auf ihrer Website den Times Square vorschieben obwohl sie in Blankenese an der Elbchaussee residieren, ist mir allerdings nicht klar; das scheint eine ganz neue Art von Understatement zu sein) oder bei Elbgold (in Winterhude) – man muss also nicht auf die Supermarktware vertrauen oder bis Italien fahren.

Süßes

  • Veröffentlicht am 31st Oktober 2007,
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Graf Dracula freut sich, mich zu sehen. Er rückt sich die Brille zurecht und fragt: “Sehe ich cool aus?”

“Sehr beeindruckend”, bestätige ich ihm. Zufrieden stürzt er seinen Freunden – zwei axtbewehrten Zombies – hinterher. Die klingeln schon mal dort Sturm, wo ein grinsender, mit flackernden Teelichtern beleuchteter Kürbis anzeigt, daß die Bewohner gewillt sind Süßes herauszurücken um Saurem zu entgehen.

Sein kleiner Bruder (3) trägt ein viel zu großes schwarzes Overall über seinen drei Pullis, der Strumpfhose und den Jeans, auf das ein Skelett aufgemalt ist. Die FC St. Pauli Skimütze seines großen Bruders, die mit dem obligatorischen Totenkopf vorne drauf, hat er sich tief ins Gesicht gezogen und versteckt die goldroten Locken, die normalerweise seine Wangen umrahmen. Diese sind heute vor Aufregung, Kälte und Müdigkeit rot angelaufen. In der kleinen Faust hält er einen winzigen Stoffbeutel, der schon recht gut mit Naschwerk gefüllt ist.

Graf Dracula und die Zombies kehren zurück. “Die Frau hat gesagt, wir dürfen uns soviel nehmen wie wir wollen. Ich habe zwei Teile genommen, ok?” Er schaut mich fragend an und steckt seinem kleinen Bruder ein Schokoladentoffee in den Beutel. Der lächelt glücklich. Er vergöttert den Großen.

Ich auch.

Scare Card

  • Veröffentlicht am 24th Oktober 2007,
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Nachmittags. Das Telefon klingelt. “Hallo?”

“Ich bin in der Buchhandlung. Papa hat gesagt ich darf mir ein Buch aussuchen, weil ich vergessen habe eins mitzunehmen. Ist der erste Harry Potter Band schon etwas für mich?”

Ich überlege fieberhaft. Worum ging’s da nochmal?  “Äh…”

“Und ich habe Pokernkarten!”

“Ja, ich weiß, du schenkst mir ja immer welche.”

“Nein, nicht Pokémon – Pokern! Wenn Du kommst, dann pokern wir, ja?”

Warum habe ich das Gefühl, ich sei in einem surrealen Film?
“Können wir machen… worum pokert Ihr denn?”

“Um Smarties! Warte, ich geb’ Dir mal Mama.”

Nach kurzem Überlegen stimme ich für den Kauf des Buchs. Wer alt genug ist, um Smarties zu pokern ist auch alt genug für den, dessen Name nicht genannt werden darf.
Abends klingelt das Telefon erneut. “Hallo?”

“Ich wollte Dir nur gute Nacht sagen. Und, äh, also der mit der komischen Nase, die nicht wie bei Menschen ist, also der ist ganz schön böse, oder?”

“Ist er, ja.”

“Der hat Harry Potter auch die Narbe gemacht, oder?”

“Hat er.”

“Morgen kommst du, oder?”

“Übermorgen. Noch zweimal schlafen.” Ich verkneife mir den Zusatz so wie beim Christkind.

“Gute Nacht. Bring’ Smarties mit!”

“Gute Nacht, Cincinnatti Kid.”

“Was?”

“Schlaf’ gut.”

Kraftpunkte sammeln

  • Veröffentlicht am 30th Juni 2007,
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Mein Kleiner – der größte Fluch der Karibik Fan unter der Sonne, der noch nicht Fluch der Karibik gesehen hat und das die nächsten zwei, drei Jahre auch nicht tun wird, wenn’s nach seinen Eltern und mir geht, aber seit wann geht’s nach Eltern und Patentanten? –äh, wo war ich? Ah ja. Also, mein Kleiner sammelt Pokémonkarten.

Pokémon ist ein Spiel, bei dem es offenbar hauptsächlich darum geht, möglichst viele Karten mit japanischen Zeichentrickmonsterfiguren zu sammeln. Und wenn ich meine „moeglichst viele“, dann meine ich ab-so-fuck-ing-lute-ly jede Karte unter der Sonne. Wozu? Na, damit man mehr hat als der Rest der Schulhofgang, blöde Frage. Doubletten werden ganz im Sinne des ersten merkantilen Gesetzes, nach dem jede beteiligte Partei das Feld im vollen Bewusstsein verlassen sollte den anderen gebührend übers Ohr gehauen zu haben, getauscht. Es gibt eine Menge Doubletten, denn Pokémonkarten gibt es meines Wissens nach nicht einzeln oder zum Nachbestellen (wie diese Paniniklebebildchen), sondern nur in sogenannten Decks. Ein Deck hat mindestens 60 Karten und darunter mindestens eine Glitzerkarte. Die ist mindestens so wertvoll wie eine blaue Mauritius und deren Auflagen sind streng limitiert. (Allerdings nicht ganz so limitiert wie bei o.g. Postwerzeichen, sondern schätzungsweise auf so viele Exemplare wie man drucken kann.)

Da mein Kleiner mich lieb hat (nicht ganz so doll wie seine Mama, seinen Papa, seinen kleinen Bruder und seinen Teddybären, aber ich belege in seiner Gunst einen soliden fünften Platz), schenkt er mir gelegentlich eine seiner Doubletten. Stets mit einer ausführlichen Erklärung, warum genau dieses Pokémon einfach spitze ist und was ich alles damit machen kann. Auch eine Glitzerkarte habe ich schon.

„Also: das ist Glumanda, es hat 50 Kraftpunkte und kann Kopfnuss und Schlitzen. Es hat einen Feuerschwanz! Du kannst es zum Angriff und zur Verteidigung einsetzen. Du kannst es auch mit einer Ernergiekarte kombinieren und den Gegner ausser Gefecht setzen.“

Ich überlege kurz, bei welcher Gelegenheit ich diese Karte gewinnbringend einsetzen würde. Ein, zwei Kollegen fallen mir ein, bei denen Kopfnüsse und Schlitzen durchaus angebracht wären. Von einigen Kunden ganz zu schweigen.

Er reisst mich rüde aus meinem Tagtraum. „Schau mal, das ist Flemmli, auch 50 Kraftpunkte. Das hat den hypnotischen Blick!“ Ich sehe mir die Karte an, auf der ein Wesen, das aussieht wie eine Mischung aus Goldfisch und Spatz, mich mit grossen Augen ansieht. Darunter steht „Das Verteidigende Pokémon schläft jetzt.“ Ich beschliesse umgehend, diese Karte das nächste Mal zu ziehen, wenn er auch nach zwei vorgelesenen Asterix-Baenden und einer Kissenschlacht noch nicht das Licht ausmachen will.

„Und diese hier?“ Ich zeige auf eine Karte namens Porygon. Drunter steht nur lapidar Schärfer. „Hilft die gegen schlechte Augen?“ Er überlegt kurz. Seine Brille verfügt schon morgens um zehn über mehr Fingerabdrücke als die Karteien von BKA, Verfassungsschutz, FBI und CIA zusammen. Daß er überhaupt noch etwas sieht, ist ein Wunder. „Das wäre cool, oder? Aber ich glaube nicht. Das ist bestimmt für Schwerter und so“ glaubt er.

„Da könnte was dran sein. Hat Jack Sparrow so eine Karte? Wäre doch praktisch, oder?“ Ich betrachte nachdenklich die letzte Karte auf dem Stapel, die mir die Option Blitz-Teleportation offeriert. Wenn ich sie mit einer Energiekarte kombiniere, reicht es vielleicht für eine erfolgreiche Flucht, zumindest aber ein erfolgreiches Ablenkungsmanöver:

„Wollen wir mal schauen, ob der Eismann noch auf hat?“

Can’t blame a guy for tryin’!

  • Veröffentlicht am 22nd Juni 2007,
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„Was wollen wir denn gucken heute abend? Hast du schon Shrek 3 gesehen?“

„Nein. Der läuft glaube ich noch nicht einmal im Kino.“ Und selbst wenn, Wayne?

„Aber du hast die ersten beiden Teile doch auf DVD, oder?“

„Klar.“ Dank meiner umsichtigen Kollegin nenne ich zwei noch eingeschweisste Shrek 1 & 2 DVD-Exemplare mein eigen. Bevor wir wieder eine Fluch der Karibik Diskussion haben…

„Wir könnten ja auch Fluch der Karibik gucken, oder?“

„Könnten wir. Tun wir aber nicht.“

„Hey, du hast ja Hulk! Wow!“ Stimmt; als Ang Lee Fan konnte ich nicht widerstehen, ich geb’s ja zu.

„Fuhgeddaboutit.“

„Was?“

„Was hältst Du von Bernard & Bianca?“ Den würde ich jetzt jedenfalls gern sehen.

„Och, lieber Batman. Oder Spidey, ja? Spidey ist sooooo cool!“

„Ich könnte schwoeren, wir hatten diese Unterhaltung schon einmal. Also: Shrek oder Bernard & Bianca?“

“Naaa guuut, dann Shrek. Hab’ ich dir schon meinen Spider-Man-Guertel gezeigt?“

*Seufz.*

Werbeunterbrechung

  • Veröffentlicht am 11th Mai 2007,
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Als ich klein war, gab’s im deutschen Werbefernsehen zwischen Ilja Richters Disco’73 („Licht aus – WOMM! Spot an – YEAH!“) und Onkel Otto nicht nur Tabakwerbung mit Loriot-Figuren („Drei Dinge braucht der Mann: Feuer – Pfeife – Stanwell!“) oder Tillys Tips zur Nagelpflege mit Geschirrspülmittel Palmolive, sondern auch den Hustinettenbären: Das war ein Zeichentrickbär, der nach der eingängigen Melodie von “Horch, was kommt von draussen rein” den aufmunternden Text Nehmt den Husten nicht so schwer/ jetzt kommt der Hustinettenbär! brummte. Da ich dank der schlechten Luft im Grossraum Frankfurt und meines kettenrauchenden Vaters (r.i.p.) dauerhustete wie ein Zauberbergbewohner, warf ich schon bald schachtelweise diese Bonbons ein.

Wie das so ist in Hessen (und andernorts südlich der Zivilisation Elbe): Dort gibt es eine fünfte Jahreszeit, genannt Fasching, Fasenacht oder auch Karneval (bei den Jecken im Westen). Jedes hessische Grundschulkind wurde also ermuntert, an wenigstens einem dieser Tage verkleidet in die Schule zu kommen. Geburtstagsfeiern wurden sowieso nur in maskiertem Zustand angesteuert – ein Zustand, der sich seither wenig geändert hat, auch wenn die Masken andere sind.

Kindergeburtstag in den Siebzigern hiess: die Jungs gehen als Pirat, Cowboy, Indianer oder Polizist. (Ich habe lange gebraucht um mich davon überzeugen zu lassen, dass die Village People ein doppeltes Spiel trieben…) Fuer Mädchen gab’s die Optionen Prinzessin, Squaw oder Funkenmariechen. Ich war noch nie ein typisches Mädchen und meine Mutter wollte mich nicht als Pirat gehen lassen, also schlug ich vor, als Hustinettenbär zu punkten. Mama überlegte kurz. Das Geburtstagskind kam aus einem eher spiessigen konservativen Hause. Dann nickte sie grinsend.

In den Tagen bis zu meinem grossen Auftritt übte ich, den Text fehlerfrei zu brummen. Mama schneiderte aus einem Bettlaken ein Kostüm. An den Füssen wuerde ich meine langhaarigen weissen Fellstiefel tragen, die sonst immer nur im Skiurlaub zum Einsatz kamen. (Wie ich im letzten Winter sah, sind die Dinger wohl wieder schwer angesagt.)

Aber woher eine Bärenmaske nehmen? Wir pusteten einen Luftballon auf und bestrichen ihn mit Ponal. Darum wickelten wir bunten Bast. Als Ohren, Nase und Schnauze (???) verwendeten wir mit Bast umwickelte leere Joghurtbecher. Dann wurde der Luftballon entfernt und – presto! – fertig war die Bärenmaske. Sie kratzte fürchterlich, und sehen konnte ich auch nicht sehr viel, aber es sah sehr, sehr unheimlich aus, fand ich.

Nur nicht sehr nach Hustinettenbär. Aber Mama drückte mir einen Kuss auf die Wange und eine Schachtel meiner Bonbons in die Hand, versicherte mir, dass ich super und sehr bärig aussah und klingelte für mich, da ich kaum etwas sehen konnte. Die Mutter des Geburtstagskindes öffnete die Tuer und quiekte überrascht. Ich sang fehlerfrei meinen Hustinettenbärsong. Ich war der Star der Veranstaltung. Irgendjemand machte ein Foto.

Mein Patensohn wird demnächst Sieben. Soll ich?

Stock Sour

  • Veröffentlicht am 22nd März 2007,
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Der MC wuesste gerne, mit welcher Sorte Sprit wir welche Musik verbinden. Ich bin jetzt nicht wirklich die Quartalssaeuferin, aber zum einen oder anderen Getraenk faellt mir da schon was ein. Ich habe das aber mal statt Musik mit Filmen verbunden, das macht mir doch gleich viel mehr Spass.

Champagner trinke ich ungern (Blubberwasser ist meine Sache nicht), aber bei Champagner muss ich an Audrey Hepburn in Breakfast at Tiffany\’s denken, obwohl ich jetzt keine konkrete Szene von ihr mit Champagnerglas dazu vor Augen habe. Wahrscheinlich weil der Film so schoen trocken, spritzig, leicht ist und ein Kater darin eine tragende Rolle spielt.

Sekt auf Eis habe ich weder jemals getrunken noch spukt mir dazu ein Film im Kopf herum, sorry.

Weisswein findet im Film selten statt; wohl weil nicht so fotogen und in der Farbe bedeutungsschwanger und interpretationsschwer wie (Blut)Rotwein. Bei Sideways findet sich aber ganz sicher eine Szene. Andererseits ist weder der Film noch das Getraenk interessant genug, um die DVD jetzt einzulegen und nachzuschauen.

Bei Rotwein muss ich an The Godfather denken, und wieder habe ich kein konkretes Bild, nur verschwommene Szenen vor Augen, in denen Rotwein getrunken wird. Es passt einfach zur Atmosphaere. Und zu Cannoli, natuerlich.

Martini kann ich gar nicht gut leiden, umso mehr allerdings Billy Wilders The Major and the Minor und Robert Benchleys schoene Aufforderung an Ginger Rogers: Why don’t you get out of that wet coat and into a dry martini?

Whiskey (Single Malts) trinke ich gern und oft und kann mich meist nicht entscheiden, weil die Auswahl in meiner Bar zu gross ist. Ähnlich geht’s mir auch mit den passenden Filmen; ich waehle mal Thelma & Louise (Geena Davis’ Dutzende von kleinen Wild Turkey Flaeschchen), Lost in Translation (For relaxing times, make it Suntory time) und – obwohl Whiskey nicht explizit gezeigt wird (dafuer Budweiser und Hennessy) – Boondock Saints (Is it dead?).

Averna ist so ein Italo-Kraeuterlikoer, oder? Passe, keine Assoziation.

Anisette trinke ich auch nicht (wüärks), aber verbinde ich, ob zurecht oder nicht, mit Jean Gabin-Filmen. Hm, vielleicht Le Clan des Siciliens?

Cachaça ist das Zeug, was man fuer dieses brasilianische Modegesoeff benoetigt. Das fasse ich nicht an, aber ich werfe mal Jean Paul Belmondo und L’ Homme de Rio in die Runde. Schoen bunt, schoen bloed – das trifft wohl auch auf Caipi-Partygaenger zu.

Wodka schmeckt mehr oder weniger nach nix, aber wirkt – und ist daher der Verteiler du jour nach Genuss der traditionellen Martinsgans. Und seltsamerweise kommt mir da als erstes Clint Eastwoods Firefox ins Gedaechtnis. Ein kleiner, gemeiner Film mitten aus dem kalten Krieg, mit grossen Bildern und jeder Menge Kopfschmerzen.

Tequila – da denke ich an Eli Wallach in Il Buono, Il Brutto, iI Cattivo. Noch mehr Kopfschmerzen.

Raki weckt gluecklicherweise keine weiteren Assoziationen.

Absinth ist das Loekerwasser mit Gruselimage, fuer Ewigpubertierende die frueher Bols Gruene Banane getrunken haetten. Vielleicht ein bisschen unfair, aber da assoziiere ich zunaechst einmal Diva und dann noch Subway. Tiefste 80er eben.

Grappa mag ich nicht. Sorry, kein Film.

Kubanischer Rum, da faellt die Wahl schwer: Alfred Hitchcocks Topaz oder Carol Reeds Unser Mann in Havanna? Wobei in letzterem ja eher (schon wieder) Miniaturwhiskeyflaschen eine Rolle spielen.

Jamaican Rum – But why is the Rum gone? Vielleicht bekommt Captain Jack Sparrow die Frage ja im dritten Teil beantwortet.

Bier – Welche Filme machen Durst? Genau: Hatari! Und der andere Klassiker mit Hardy Krueger: Flight of the Phoenix.

Jaegermeister – so etwas trinkt man doch nicht ernsthaft, oder? Manta, Manta Fahrer vielleicht.

Gin – David Leans vielgescholtenes letztes Werk A Passage to India schreit geradezu nach einem Gin Tonic. Das passende Gesoeff fuer den Subkontinent.

Alles ist gut, so lange du wild bist

  • Veröffentlicht am 12th Februar 2007,
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Es ist Sonnabend morgen, so gegen acht Uhr. Mein Besuch vom Vorabend ist seit etwa drei Stunden weg. Das Telefon holt mich aus dem Koma. Ich will es ignorieren, aber es muss wohl dringend sein. Muss es. Wehe, wenn nicht.

Es ist superdringend. „Hallo! Willst du morgen nachmittag mit mir ins Kino, Wilde Kerle 4 gucken?“

„dsnsdnrnst.“ Das. Ist. Nicht. Dein. Ernst.

„Hallo? Bist du’s? Ich hoere die aufkeimende Panik, er könnte jemanden wildfremden ins Kino eingeladen haben.

„Ich bin’s.“ Glaube ich jedenfalls. Sicher bin ich mir da nicht.

„Du hörst dich so heiser an?“ D’oh. Ich räche mich so in zehn, fünfzehn Jahren, ich schwör’ s.

„Ich bin nicht heiser, mein Engel. Nur sehr müde.“

„Also, hast du Lust, morgen mit mir Wilde Kerle 4 zu sehen?“

„Na klar.“ Alles was du willst. Nur lass’ mich jetzt schlafen. Bitte.

„Um wieviel Uhr denn?“ Immer noch besorgt, ich klinge wohl wirklich ziemlich finster.

„Keine Ahnung wann das anfängt. Nachmittags halt.“ How the fuck shall I know?

„Ich geb’ Dir mal Mama, OK?“ Ich winke matt ab, aber höre ihn ihm Hintergrund durchs ganze Haus brüllen: „MAMAAAA! SIE HAT JA GESAGT! ERSCHRECK’ DICH NICHT, SIE KLINGT GANZ HEISER, ABER SIE IST NUR SEHR, SEHR MÜDE!“

P.S.: Ach ja, der Film. Ich hab’ schon schlechtere gesehen. Nicht viele, und mir fällt auch gerade keiner ein, aber ich bin mir da ganz sicher.

The Godmother

  • Veröffentlicht am 26th Januar 2007,
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„Können wir einen DVD Abend machen?“

„Na klar. Was möchtest du denn sehen?“

„Fluch der Karibik, ja?“

„Keine Chance, Käpt’n. Deine Mutter bringt mich um.“

„Dann Spider-Man, ja? Guck’ mal, ich hab’ einen Spider-Man Gürtel, ganz neu, schau!”

„Spitze. Aber ich fürchte, Spider-Man steht auch auf der schwarzen Liste.”

„Batman? Bitte!“

„No way. Batman steht auf einer noch schwärzeren Liste als Spider-Man, direkt neben…“

„… King Kong, ich weiss. – Was ist das denn hier für einer? Cooles Schiff!“

„Das sinkt.“

„Und dann?“

„Nichts weiter. Es sinkt den halben Film über, dann ist Schluss.“

„Wieso sinkt es?“

„Es faehrt gegen einen Eisberg.“

„Und dann?“

„Dann sinkt es.“

„Klingt nach einem ziemlich langweiligen Film.“

„Ich kenne eine Menge Leute, die dir da zustimmen wüden. – Wie wär’s mit den Looney Tunes?”

„Au ja! Hast du Taz?“

„Klar. Und Duffy und Bugs.“

„Tweety auch?“

„Und Sylvester, ja. – Popcorn?“

„Machst du salziges bitte, ja?“

„That’s my boy!“

Schade, dass ich ihn wieder abgeben muss.

Pimped

  • Veröffentlicht am 23rd Dezember 2006,
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OK, alle Einträge sind importiert, neu kategorisiert und die meisten Links sind gecheckt und funktionieren. e13 has officially been pimped.

Entgegen anderslautender Gerüchte und Aussagen, lassen sich die Haloscan Kommentare nicht in WordPress importieren. Jedenfalls nicht, wenn man nicht von Blogger, sondern von Rapidweaver kommt. Ärgerlich, to say the least. Denn jetzt darf ich alle Kommentare von Hand rüberschaufeln. Wie schön, dass ich sonst nichts zu tun habe. Und die Umlaute sind auch weg.

Der Feed (ja, nur noch einer) hat jetzt eine neue URL und läuft über Feedburner. Die alte Blog-URL ist umgeleitet worden auf die Hauptseite und jetzt gibt es endlich auch eine Suchfunktion, Halleluja.

Das Template ‘Very Plain Text’ ist das bislang funktionellste der rund zehn Minimalismus-Templates, die ich mir näher angesehen habe. Hunderprozentig zufrieden bin ich noch nicht und in die Welt der Plugins und Widgets habe ich mich noch überhaupt nicht vorgewagt. Allerdings orgeln diverse Anti-Spam-Plugins vor sich hin.

Ich stell’s Euch jetzt erst mal so hin. „Pimped“. (Well, kinda.)

Ab durch die Hecke

  • Veröffentlicht am 29th November 2006,
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Seit 09. November auf DVD

R: Tim Johnson, Karey Kirkpatrick
D: Bruce Willis, Wanda Sykes, William Shatner
Imdb Eintrag | Amazon

Ein Vertreter der primären Zielgruppe äusserte sich auf Nachfrage mir gegenüber folgendermassen zu diesem Film (mögliche Spoiler):

„…und dann sitzt der Ringelbär (Anm. d. Red.: gemeint ist der Waschbär, der die entsprechenden Ringe um die Augen hat) auf dem Baum und schläft auf seiner Golftasche, und der grosse Bär frisst ihn auf, aber nicht wirklich, das hat er nur geträumt, weil er ihm doch die Chips geklaut hatte und ein ganz schlechtes Gewissen und nur eine Woche Zeit, weisst du? Und dann legt das Eichhörnchen sie alle rein, ganz langsam, noch langsamer als in Zeitlupe, und dann sind beim Bären alle Haare ab, aber das allercoolste war das Stinktier, das konnte grünen Nebel versprühen und die Katze konnte den gar nicht riechen und war voll verknallt!“

Kulinarisches Stöckchen

  • Veröffentlicht am 10th November 2006,
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Gefunden bei der Kaltmamsell, die es bei Frau Creezy aufhob.

(Und wieder fällt mir auf, daß ich dringend eine Rubrik ‚kulinarisches‘ brauche. Bis dato liegt es dann unter ‚kulturelles‘, ok?)

Welche Gerichte verbindest Du mit folgenden Situationen:

Freibad?
Ich war selten im Freibad, zuhause hatten wir einen [Protzmodus] Swimming Pool [/Protzmodus] und im Urlaub war ich dann im Meer baden. Aber die paar Male, wo ich ins Freibad musste im Freibad war, gab’ s von zuhause mitgebrachte Äpfel und am Kiosk gekaufte Brausetaler. Noch heute halte ich großen Abstand von den Dingern – sie erinnern an schreiende dicke Kinder und Chlorgeruch.

Skihuette?
Zu Kinderzeiten Fritaten- oder Backerbsensuppe, heute den fantastischen Käse aus dem Valtellina Tal, den es bei Mario auf der Zwischenstation gibt.

Urlaub?
Als Kind Fahrradschläuche Calamares Frites und Fanta – die echte, tieforange gefärbte, in der geriffelten dunkelbraunen Glasflasche mit dem hellblauen Fähnchenlogo, die es so nur in Spanien gab. Heute immer das was es zuhause nicht gibt, ich bin da recht aufgeschlossen.

Bei den Eltern?
Wie soll man Mamas Küche beschreiben? Lecker, abwechslungsreich, gesund. Mittagessen war ein Fest, auf das ich mich sechs endlose, langweilige Schulstunden lang geistig vorbereiten durfte.

Bei Krankheit?
Als Kind: Zerdrückte Banane und Zwieback, wenn es mir ganz schlecht ging. Dazu natürlich kannenweise Kamillentee. Heute bin ich nie krank, und wenn doch will ich nichts essen und schlafe lieber.
Als mir die Mandeln entfernt wurden gab’ s Vanilleeis – das kann ich heute noch nicht ausstehen.

Bei Liebeskummer?
Keine Ahnung, dann bin ich nicht ich selbst.

Beim Ausgehen?
Im Restaurant? Meist Dinge, die ich mir selbst nicht kochen würde, weil zu aufwendig.

Als Kind?
Hm, das einzige was ich seither fast nie wieder gegessen habe – weil es sich irgendwie nie ergeben hat – ist heisser Milchreis mit Zimt und Zucker. Ansonsten habe ich nie die klassischen Kindergerichte gekriegt (Fischstäbchen und Co.), meine Mutter hat für uns alle dasselbe gekocht (finde ich auch richtig so).

Niemals?
Austern, Muscheln, Schnecken und so anderen schleimigen Kram und niemals wieder Ingwer oder Fenchel. Chicken Wings gelten, glaube ich, offiziell als Abfall und brauchen daher nicht extra erwähnt zu werden.

Immer wieder?
Mamas Kartoffelpü mit Gurkensalat. Ein Loch in den Pü-Berg bohren und die Salatsoße reinlaufen lassen. Mmmhmjam. Und natürlich Porridge zum Frühstück. Mit Ahornsirup.

Überraschend gut?
Haggis. (OK, ich war verliebt, das zählt dann wahrscheinlich nicht)

Überraschend schlecht?
Hab’ ich wohl verdrängt. So ziemlich alles, was „in ’ner halben bis Dreiviertelstunde” an die Tür geliefert wird.

Für immer mein absolutes Lieblingsessen?
Gibt es nicht. Hängt von Stimmung, Jahreszeit, Gästen und Umgebung ab.

Das beste Restaurant, in dem ich je war?
Ach herrje. Da muss ich passen, ich war und bin so häufig draussen essen – und meistens gut bis sehr gut – dass ich das nicht festlegen kann und will. Ganz abgesehen davon, dass es sich auch hier immer nur um eine Momentaufnahme handeln kann.

Ohne Worte

  • Veröffentlicht am 6th November 2006,
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An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die fünf Feuerwehrmänner, die Aufnahme, die Narkoseärztin, die Chirurgin und alle beteiligten Schwestern des Kinderkrankenhauses Hamburg-Altona, die geholfen haben, einem etwas zu neugierigen Zweijährigen den Badewannenabflussring von seinem vorwitzigen kleinen Zeigefinger zu operieren.