Küche

Wurzelgemüselasagne

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2014,
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Wurzelgemueselasagne
Ich wollte eine Gemüselasagne machen, die nicht nach Gemüselasagne schmeckt, bzw. eine, bei der einem erst nach dem zweiten Nachschlag („oh, schon alle?“) auffällt, daß da weder Fleisch noch Fisch drin war. Denn ich mag nicht gerne Hackfleisch essen und Fisch lieber pur gegrillt und ich hasse gekochten Spinat, der ja sonst eher die klassische Hauptzutat einer Gemüselasagne ist. Also habe ich mit Wurzelgemüse herumexperimentiert. Dieses hier ist saisonal auf dem Markt gerade zu sehr geldbeutelschonen Preisen erhältlich, man kann natürlich auch noch Kürbis oder Schwarzwurzeln etc. dazutun, aber in der Kombination Möhren – Pastinaken – Rote Bete – Sellerie fand ich’s super.

Ausserdem wollte ich mal komplett alkoholfrei auskommen, also nicht mal mit Wein oder Spirituosen ablöschen (wie ich das sonst gern mache). Das ist hier also ein vegetarisches, alkoholfreies Gericht, das sich z.B. hervorragend für Kindergeburtstage eignet. Wer mag, kann es sicherlich auch noch mühelos auf vegan trimmen, aber da ziehe ich die geschmackliche Grenze – Sojakäse etc. kommt mir nicht ins Haus. Lasagne lässt sich sehr gut vorbereiten und hält sich 1-2 Tage im Kühlschrank, bevor sie in den Ofen wandert. Eingefroren hält sie sich natürlich länger und wenn tatsächlich etwas übrig bleiben sollte, kann man das auch wieder einfrieren.

Für 4 sehr hungrige oder 6 gesittete Personen, die z.B. einen kleinen Salat vorweg hatten.

Vorbereitungszeit: ca. 20 Minuten
Garzeit: ca. 50-60 Minuten

  • ca. 500 g gemischtes Wurzelgemüse (Mohrrüben, Pastinaken, Rote Bete, Sellerie etc.)
  • 2 rote Zwiebeln
  • Knoblauchzehen nach Wunsch
  • 1 kl. Dose (400 g) San Marziano Eiertomaten, geschält
  • 1-2 Büffelmozzarella
  • Lasagneteigplatten
  • ca. 150g Parmesan oder Pecorino
  • ca. 500 ml Gemüsebrühe
  • ca. 500 ml Kokosmilch
  • Currypuder (mild), Salz, Pfeffer, Olivenöl, Tomatenmark, Balsamicoessig (rot oder weiss)

Das Wurzelgemüse waschen, schälen und in gleichmässig kleine Stücke schneiden. Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden, ggf. den Knoblauch auch. Alles zusammen mit zwei EL Tomatenmark und 1 EL Currypuder (je nach Schärfe/Intensität auch mehr) ca. 5-7 Minuten in einem guten Schuss Olivenöl weichdünsten und mit einem Schuss Balsamicoessig ablöschen. Die Dose Tomaten dazugeben – ich hatte noch eine schöne Dose geschmacksintensiver San Marzano Eiertomaten, aber natürlich tun es auch normale Tomaten aus der Dose (oder frische, wenn zu kriegen), sie sollten halt von sehr guter Qualität sein und nicht so’n wässriger Spanienmist. Die Gemüsebrühe und die Kokosmilch dazutun und alles auf kleiner Flamme etwa eine Dreiviertelstunde lang köcheln lassen. Gelegentlich umrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dann alles grob pürieren; es muss keine glatt passierte Suppe werden, aber sollte eine schöne Eintopfkonsitenz haben. Nun beginnt die Schichtarbeit: Eine Lage mit Sauce in eine Auflaufform füllen, darüber eine Lage der Lasagneblätter verteilen. Diese müssen nicht vorgekocht werden, die werden nämlich anschliessend in der Sauce al dente gekocht. Darauf kommt der Mozzarella – in Scheiben oder zerrupft auf die Lasagnebläter verteilen, das ist egal. Darüber kommt wieder eine Lage Sauce, darüber wieder Lasagneblätter, dann die letzte Lage Sauce und ganz zuoberst der Pecorino oder Parmesan, gerieben, für die leckere goldbraune Kruste. Falls noch Sauce übrigbleibt, kann man die übrigens hervorragend auch so als Suppeneintopf essen, mit einem Stückchen gerösteten Ciabattabrots dazu.

Damit die Kruste auch tatsächlich goldbraun und nicht schwarz wird, decken wir die Form mit Alufolie ab und stellen sie bei 180-200°C (Ober-und Unterhitze) in den vorgeheizten Backofen. Wer einen Umluftherd benutzt, dreht die Temperatur entsprechend auf ca. 150°C runter. Nach etwa 30 Minuten nehmen wir die Alufolie weg und lassen die heiss blubbernde Lasagne unter der prallen Sonne Ital… äh, unter den glühenden Heizstäben der Grillschlange nun weitere 20-30 Minuten bräunen.

Was ich mag: Obwohl sowohl Currypuder als auch Kokosmilch drin sind, schmeckt man am Ende beides kaum bis gar nicht, aber der Gesamteindruck ist irgendwie lecker würzig.

Servieren kann man das dann sehr gut mit einem schönen, italienischen Landwein, auch ein herbes (Bock)bier passt gut, oder man kann natürlich komplett alkoholfrei bleiben und naturtrüben Apfelsaft dazu trinken. Buon Appetito!

 

 

Warum ich keinen Tofu mag?

  • Veröffentlicht am 13th Januar 2012,
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meh.

Liebe Anke, das ist ganz einfach: Zum einen, weil ich seine Konsistenz und seine Optik widerwärtig finde. Keine Ahnung, wo das her kommt, aber ich finde das Zeug einfach abstoßend. Zum anderen, weil er in meinen Augen (bzw. laut meinen Geschmacksknospen) keinen nennenswerten Eigengeschmack hat. Man muss ihn erst behandeln – einlegen, räuchern, stark würzen etc. – bevor er dann in Kombination mit anderen Zutaten nach irgend etwas schmeckt. Aber wozu die Mühe? Dann kann ich doch auch gleich ein Hühnchen, einen Käse oder ein Stück Fisch nehmen (frei nach dem Motto: „Rhabarberkuchen schmeckt gleich viel besser, wenn man den Rhabarber weglässt und dafür Erdbeeren nimmt!“). OK, das ist für Vegetarier oder Veganer keine Option, das sehe ich ein. Aber ich habe jetzt diverse Anläufe über die Jahre genommen und kann für mich nur feststellen: Tofu und ich, wir zwei beiden werden wohl nichts mehr in diesem Leben.

Gelesen: Nudeldicke Deern

  • Veröffentlicht am 24th September 2011,
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Gelesen: Nudeldicke Deern

Ich wußte von vornherein, daß dieses Buch nicht für mich geschrieben wurde. Es steht ja deutlich hinten drauf: „Schmeiß’ alle Diätbücher weg, die du hast. (Ich weiß, daß du welche hast.) Vergiss das Kalorienzählen, das schlechte Gewissen und fang wieder an, einfach zu essen.“

Ich habe kein Diätbuch. Ich habe noch nie im Leben Kalorien gezählt und wüßte nicht, warum ich mit schlechtem Gewissen essen sollte. Ich bin auch nicht dick, oder, wie Obelix sagen würde, „nur dick angezogen“. Ich habe selbstverständlich ab und zu ein paar Pfund mehr auf den Hüften als mein persönliches Wohlfühlgewicht sagt, aber die habe ich auch schnell wieder runter, sobald ich ein paar Tage hintereinander auf dem Golfplatz war. (Ich gehe oft und gern zu Fuß und steige täglich viele Treppen, das hilft vermutlich auch.) Ich habe noch nie eine Diät gemacht, allerdings schon „sieben Wochen ohne Alkohol“, um zu sehen ob ich’s kann. (Ich kann.) Ich habe noch nie gern oder über einen längeren Zeitraum hinweg freiwillig Fertigfraß gekauft und gegessen und habe nichts als Verachtung für das Essen übrig, was „in ’ner halben bis Dreiviertelstunde“ an die Tür geliefert wird. Ich kaufe lieber auf dem Markt als beim Discounter oder im Supermarkt und am liebsten täglich frisch, wenn es mein Freiberuflertum arbeitstechnisch gerade erlaubt. Ich gehe gern essen, aber nicht gern in Convenience Food Läden oder Fast Food-Ketten. Ich koche leidenschaftlich gern und auch recht gut (if I do say so myself), wenngleich nicht immer so regional und saisonal, wie es gut wäre. Vater ich habe gesündigt und im Dezember Flugmangos gekauft, aber die waren auch so verdammt lecker!

Ich kann nicht Diesel in meinen Benziner füllen und erwarten, daß mein Auto problemlos oder überhaupt damit fährt. Und ich kann nicht täglich Müll in mich reinschaufeln und erwarten, daß ich damit gesund und glücklich lange lebe. Aber ich möchte gesund und glücklich lange leben. Wer wollte das nicht?

Ich bin sozusagen schon am Ende der Reise angekommen ohne jemals bewußt abgefahren zu sein, aber das heißt nicht, daß mich die Reise anderer nicht interessieren würde. Ich habe mit großem Eifer und Interesse alle von Ankes Blogeinträgen zum Thema Essen lernen gelesen und mich jeden Zentimeter des Weges mit ihr gefreut. Und auch, wenn ich sehr erstaunt darüber bin oder war, daß manche Menschen erst lernen müssen wie man sich und sein Leben und sein Essen genießt, so habe ich doch auch ein paar neue Dinge gelernt. Zum Beispiel, daß der Body-Mass-Index eigentlich totaler Käse und völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Nicht, daß ich jemals über den BMI nachgedacht hätte, ich habe ihn aber als gegeben hingenommen, ohne ihn groß in Frage zu stellen. genauso wenig wie die in Stein gemeisselte Weisheit, daß dicke Menschen selber Schuld sind an ihren Krankheiten. Und daß dicke Menschen nicht nur von Arschlochärzten auf Basis fragwürdiger Studienergebnisse der GesundheitsKrankheitsindustrie fertig gemacht werden, sondern daß sich viele dicke Menschen aus Angst vor solchen Erlebnissen gar nicht erst zum Arzt trauen, obwohl sie das dringend tun sollten, weil sie nämlich krank sind. Daß es wirklich Menschen gibt, die sich von Frauenzeitschriften ihre Traumfigur vorschreiben lassen statt solche Blätter als das zu betrachten, was sie sind, nämlich Anzeigenblätter der Kosmetik-, Pharma- und Modeindustrie, habe ich auch nie für möglich gehalten. Dieses Buch hat mir in einigen Belangen sehr die Augen geöffnet. Nebenbei habe ich mich – wie immer bei Anke – an der Sprache erfreut. Da schreibt jemand, der sein Handwerk versteht. Und das ist ein echter Hochgenuß, den sich niemand versagen sollte.

Anke Gröner „Nudeldicke Deern – free your mind and your fat ass will follow“, Wunderlich Verlag, €14,95. (Affiliate link; wer hierüber bestellt, unterstützt die Autorin.)

Das nötige Minimum an Luxus: Ethisch korrekte und gesunde Schokolade. Von Frau Gröner beschrieben.

  • Veröffentlicht am 9th September 2011,
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Anke Gröner hat einen sehr schönen Artikel über einen ganz besonderen Schokoladenhersteller geschrieben. Was man an diesem Artikel kürzen kann oder sollte erschließt sich mir nicht, aber offenbar ist er in gekürzter Form in der aktuellen deutschen WIRED erschienen. Bitte hier entlang.

Onigiri (japanische Sandwiches)

  • Veröffentlicht am 24th März 2011,
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Onigiri (japanische Sandwiches)

Onigiri sind japanische Sandwiches bzw. convenience food, so eine Art „Sushi auf die Faust“. Anstelle von Toastbrot nimmt man Reis, und ansonsten ist wie bei westlichen Sandwiches der kulinarischen Kreativität keine Grenze gesetzt, wobei in Japan meist dem Fisch in allen Variationen der Vorzug gegeben wird. Dort sind Onigiri fester Bestandteil jeder Pausenbrotdose a.k.a. Bento im Büro und auf dem Schulhof und es gibt an jeder Straßenecke einen Laden oder Automaten, der leckere und frische Fertigvariationen verkauft. Wie der klassische Sandwich sind sie meist dreieckig in der Form, aber es gibt auch runde Onigiri. (mehr …)

Idiotenbrot a.k.a. Topfbrot a.k.a. no-knead-Brot

  • Veröffentlicht am 10th März 2011,
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Zunächst gefunden bei Anke. Dann die Explosion auf Facebook am vergangenen Wochenende (oder ist es noch eine Woche länger her? Egal.), wo auch erstmals die Bezeichnung Idiotenbrot in den Raum geworfen wurde; ich glaube, von Isabel, die ebenfalls einen sehr leckeren Blogeintrag dazu hat. Idiotenbrot deshalb, weil es idioteneinfach zuzubereiten ist. Wem die Bezeichnung gegen den politisch korrekten Strich geht, der darf es auch Topfbrot nennen, weil es im Topf zubereitet wird, oder no-knead-Brot, weil man es nicht kneten darf (sonst wird es nicht fluffig oder geht nicht richtig auf oder was weiß ich). Inzwischen backt die halbe Timeline, ob Facebook oder Twitter oder Bloggersdorf, dieses Brot. Und das geht so:

400g Weizenmehl Type 550 oder 812. Das für Kuchen- und Nudelteig etc. übliche und meist im Handel erhältliche Typ 405 geht auch, wird aber leichter klitschig und ist insgesamt etwas lasch. Mit 550 seid Ihr auf der sicheren Seite.

Einen halben bis knapp gestrichenen Teelöffel Trockenhefe. Es wird vermutlich auch mit frischer Hefe gehen, aber wozu die Dinge unnötig komplizieren? The name of the game is Idiotenbrot!

Einen guten Esslöffel Salz oder sogar anderhalb. Ich habe mich jetzt über eine Prise und einen Teelöffel an die Esslöffelgröße herangerobbt. Trotzdem ist es kaum zu schmecken.

300-320 ml lauwarmes Wasser, ggf. etwas mehr, je nach Gefühl.

Das alles zusammen in eine Schüssel geben und grob miteinander vermengen. Nicht kneten! Vergesst die Küchenmaschine oder die Handrührgeräte mit den Knethaken – hier werden nur so lange ein bisschen die Zutaten mit dem Teigschaber oder einem Kochlöffel geknufft, bis keine Mehlnester mehr darin sind, wie Anke das nennt. Für mich ist das der allertollste Aspekt des Ganzen, denn ich tue mich bekanntlich sehr schwer damit, Teig zu kneten, anders als Mme. Creezy, die davon ja gar nicht genug bekommen kann.

Den Teig luftdicht abdecken und für die folgenden 16-20 Stunden in die Küche stellen und vergessen. Anschliessend den Deckel/das Tuch/die Klarsichtfolie von der Schüssel nehmen und – tadaa! – die Riesenschwabbelmenge des aufgegangenen Teiges bewundern. (Ich habe jetzt eine Ahnung, wie der Autor auf die Idee zu The Blob kam.)

Den Ofen auf 240 Grad vorheizen. Währenddessen den Teig noch ein-, zweimal falten und ggf mit noch etwas Mehl bestäuben, dann in einen ofenfesten Topf, Wok, Römertopf oder eine Jenaer Glasschüssel verfrachten. Was Ihr da habt, egal. Hauptsache ist, das Teil hat einen passenden Deckel. Den legt Ihr drauf und dann ab mit der ganzen Chose in den bullenheissen Ofen, für zunächst ca. 30 Minuten. Nach der halben Stunde nehmt Ihr den Deckel ab und gebt dem Brot nunmehr die Chance auf eine knusprige, braune Kruste. Das kann man gut durch die Ofentür beobachten (inzwischen duftet Eure ganze Bude so hinreissend lecker, daß Ihr sowieso dauernd um den Ofen schleicht und auf die Uhr seht). Nach weiteren 20-30 Minuten, abhängig vom gewünschten Bräunungsgrad und der Leistung Eures Ofens, kommt der schwierigste Teil: Das Brot aus dem Ofen holen, abkühlen lassen und nicht wie ein reißender Tiger über den warmen Laib herzufallen.

Beim ersten Versuch, mit meiner Mutter zusammen unternommen, hatten wir halbe-halbe Weizen- und Roggenmehl genommen. Allerdings Weizenmehl Typ 405 (s.o.) und auch nicht genügend Salz. Das Brot war okay, aber unspektakulär. Wenn man nur Roggenmehl nimmt, braucht man ein anderes Rezept mit Sauerteig, dann ist’s mit Trockenhefe nicht mehr getan und es wird kompliziert. Aber halbe-halbe geht.

Beim zweiten Versuch hatte ich nur Weizenmehl Typ 405 im Haus. Das Ergebnis war schon besser (siehe Foto), aber leicht klitschig, wie manchmal das Ciabatta beim Italiener. Getoastet schmeckte es allerdings sehr lecker.

Perfekt wurde es erst mit Typ 550 (Diesen Satz bitte nicht aus dem Zusammenhang zitieren). Frische Butter und Sirup drauf, fertig, himmlisch!

Currymischungen im Test

  • Veröffentlicht am 7th März 2011,
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Ich koche ja gern und auch gern mal exotisch. Insofern habe ich diverse Currymischungen zuhause, damit erst gar keine Langeweile aufkommt. Einige davon entstammen der Apotheke dem Edeka am Mühlenkamp bzw. im Schnöseldorfcenter und sind mit über 5 Oironen pro Döschen auch nicht eben billig zu nennen, klingen jedoch ganz vielversprechend. Sie werden unter dem Label „1001 Gewürze angeboten“. Ich habe über die letzten Monate das Limettencurry, das Minzcurry und das Red Bangkok Curry gestestet und gegen ein Mitbringsel von der Insel, das Sansibar Curry, antreten lassen. (mehr …)

Hui!

  • Veröffentlicht am 26th Oktober 2010,
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Ab und an überfällt mich ja der Putzwahn. Besonders, wenn das Sonnenlicht so schräg auf meine Küchenschränke fällt und man jeden Fingerabdruck sieht. Also habe ich heute die Küche gewienert und dabei mal meinen Backofen näher begutachtet. Ts, ts! (mehr …)

Im siebten Gastrohimmel: Auberge de Dully

  • Veröffentlicht am 10th Oktober 2010,
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In der Schweiz, zumindest dem französischen Teil,  schlecht essen zu gehen ist nicht leicht, wie mir scheint. Ob Frühstück, Mittagessen oder Nachtmahl, die Auswahl an gastronomischen Kleinoden ist riesig. Nicht nur in der Großstadt (wenn man Genf mit seinen 190.000 Einwohnern denn so nennen möchte), sondern auch und besonders auf dem Lande. Nur ein paar Autominuten aus Genf heraus und am See entlang kann man nachgerade mit verbundenen Augen auf die Karte tippen und wird garantiert mit dem Finger auf oder direkt neben einem kleinen Familienrestaurant, -café oder -Weingut mit Verkostungsangebot landen. (mehr …)

Kulinarische Mutproben

  • Veröffentlicht am 23rd Juli 2010,
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Es gibt Dinge, die esse ich einfach nicht. Die können noch so gesund sein, noch so in, noch so edel und teuer, noch so kulturell wertvoll, da schnürt es mir einfach die Kehle zu. Gekochter Karpfen, Schnecken, Austern, vietnamesische Knusperspinnen, Heuschrecken, 5-Minuten-Terrinen, Nieren, Kutteln, Hirn a.k.a. (Kalbs)bries, Zunge… you get the picture. Das geht einfach nicht. Bei Tintenfisch halte ich es mit Col. Potter: Ich esse nichts, was sich am Teller festhält (Ankes Bericht mitsamt Foto hat mir die Haare zu Berge stehen lassen). (mehr …)

Das Grosse Fressen

  • Veröffentlicht am 25th März 2010,
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Ich bin ja großer Jamie Oliver Fan, ich geb’s zu. Der Junge hat nicht nur unverschämten Charme sondern auch einen Meter Kochbücher veröffentlicht, mit wirklich leckeren, gesunden, guten, bezahlbaren und todsimplen Rezepten darin (vielleicht ein bisschen zu fleischlastig manchmal), die jeder Depp mit drei Daumen an zwei linken Händen mit verbundenen Augen in durchschnittlich zwanzig Minuten nachkochen kann. (Seine iPhone app ist ohne Flachs meine allerliebste app und sein kostenloser Videopodcast auf iTunes sehr lohnenswert.) (mehr …)

Unerwartete Handicaps

  • Veröffentlicht am 6th Februar 2010,
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@ankegroener twitterte heute ein schönes Scones-Rezept und ich dachte bei mir, och, haste fast alles da außer Rosinen und clotted cream, aber Rosinen magste eh nicht und du hast ja Mascarpone, mach’ man. Und dann wurschtelte ich mich so durch Mehl und Salz und Zucker und Backpulver und Butterklümpchen und Milch mit dem Zauberstab (Küchenmaschine hab’ ich keine, wüßte allerdings auch nicht wo ich die noch unterbringen sollte) und kam an den Punkt, an dem ich den ganzen Schmadder mit der gut bemehlten Hand auf gut bemehltem Backbrett zu Klump formen sollte und scheiterte kläglich an mir selbst. Der Teig klebte wie Sau, und ich ekelte mich vor Matsch an den Fingern, wie ich mich schon immer vor Matsch an den Fingern geekelt habe, ich hasste es schon als Kleinkind,  Löcher am Strand zu buddeln und mit Fingerfarben zu malen und in Watt und Schlick herumzustochern, das ist einfach ein Urinstinkt, “nur weg damit, mach’ das ab, Hilfe! Mama! Waaaaaaah!”. Ich habe mir in der 6. Klasse im Kunstunterricht einen fetten Rüffel von der blöden, unsensiblen Schlampe Lehrerin eingefangen, weil ich es nicht über mich brachte, mittels Tapentenkleister Pappmaché zu machen und daraus einen Kopf für die Marionettenfigur zu formen, die wir basteln sollten. Dieses Gefühl von matschig-verklebten Händen ist ein absoluter Horror für mich, weshalb ich in der Regel auch selten Hackfleisch mache oder Kuchen backe, und wenn, dann Teige, die ich nicht mehr mit der Hand kneten muß. Es ist schon schräg, ich kann Gänse rupfen, Wildschweine, Hasen und Rehe schießen, ausnehmen und lecker zubereiten und scheitere an einem blöden Teig. Und nein, Gummihandschuhe ändern nichts daran. (Und auf Sylt gehe ich am Watt spazieren aber im Leben nicht hinein.)

Und so landete der blöde Teig im Müll, ich habe mir heulend die Hände geschrubt wie gestört, die Küche geputzt und das Ei in die Pfanne gehauen, das ich eigentlich fürs Scones-bepinseln nehmen wollte. Das Leben kann manchmal ein Arschloch sein.

Was soll’s, geh’ ich halt morgen zu Lühmann’s.

Freitag Mittag, kurz vorm Frühling

  • Veröffentlicht am 5th Februar 2010,
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Für 2 Personen

250 g Riesengarnelen (frisch oder komplett aufgetaut)
400 g möglichst kleine rosa Kartoffeln
200 g tiefgefrorener Mais
3-4 reife Strauchtomaten
1 kl. Bund Frühlingszwiebeln
1 Chilischote
1 Limette
Crème Fraîche
Rotweinessig
gutes, fruchtiges Olivenöl
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Cachaça (alternativ einen Schuß Weißwein)

Dauert: ca. 20 Minuten

Die Teller im Ofen auf 50° vorheizen. Die Riesengarnelen abspülen und  trockentupfen. Einen großen Topf Wasser zum kochen bringen, salzen und die Kartoffeln dazugeben. Die Kartoffeln ca. 10 Minuten kochen, bis sie fast gar sind, dann den Mais dazugeben und alles noch ca. 2 Minuten weiterkochen lassen. Während die Kartoffeln und der Mais kochen, die Tomaten achteln, die Frühlingszwiebeln in gleichmäßige kleine Ringe schneiden und die Chilischote entkernen und in möglichst winzige Stücke schneiden. Tomaten, Frühlingszwiebeln, einen halbe ausgepresste Limette und etwa die Hälfte der Chilischote in einer Schüssel mit Olivenöl, Rotweinessig, Salz und Pfeffer anmachen und beiseite stellen.

Die Kartoffeln und den Mais abgießen und warm stellen. Eine Pfanne erhitzen, einen Schuß Öl hineingeben und die Riesengarnelen ca. 2-4 Minuten (je nach Größe) braten.  Die andere Hälfte der kleingeschnittenen Chilischote dazugeben, außerdem eine Prise Meersalz und ggf. noch etwas Pfeffer. Mit einem Schuß Cachaça und dem Saft der anderen Limettenhälfte ablöschen, dann einen ordentlichen Löffel  Crème Fraîche darunterrühren, die Hitze abdrehen und die Sauce mit der Restwärme etwas runterblubbern lassen. Währenddessen rasch die Kartoffeln und den Mais zu Mus zerstampfen.

Die vorgewärmten Teller aus dem Ofen holen, das Kartoffel-Mais-Mus, die Shrimps in der Sauce und einen Klecks Tomatenrelish darüber hübsch darauf anrichten und mit einem guten Glas trockenen Weißweins genießen. Bon appétit!

10

  • Veröffentlicht am 18th Dezember 2009,
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Zehn Dinge, die ich immer im Küchen- oder Kühlschrank habe:

1. Milch. Für den Porridge, für den Kaffee, zu Keksen oder Schokolade, für den gelegentlichen abendlichen Pudding, oder einfach so zwischendurch ein Glas: Ich liebe und brauche Milch. Am liebsten natürlich Bio und Vollmilch, keine “längerfrische”, keine “fettarme”, keine H-Milch oder andere geklonte Plörre aus der Hölle, kein anderes Bier.

2. Frische Butter, optimalerweise Süßrahm, aber auch Sauerrahm geht. Margarine geht hingegen gar nicht, pfuibäh.

3. Senf in vielerlei Sorten. Höllisch scharfen Dijonsenf oder Düsseldorfer Senf, süßen bayrischen Senf, grobkörnigen Pommerysenf, mittelscharfen englischen Senf. Nur so auf Brot, um Soßen zu verfeinern, für die Vinaigrette zum Salat, für Marinaden: Senf ist wunderbar vielseitig und paßt in jede Küche, von mediterran bis asiatisch.

4. Verschiedene Pastasorten, für die Tage, an denen ich mal keine Zeit oder Lust habe zum selbermachen. Capellini oder Rigatoni sind eigentlich immer vorrätig.

5. Haferflocken. Für den morgendlichen Porridge (mit Milch und Haferflocken kommt man seeehr, sehr weit am Tag!), die leckeren selbstgemachten Haferplätzchen (die muß man nicht zwingend bei Prince Charles kaufen), oder kurz in der Pfanne geröstet zu Himbeeren über eine Kugel Vanilleeis gestreut.

6. Kaffee. Frische Bohnen, die selbst gemahlen werden und dann mit meiner ersten Spielkonsole, der Raniclio Miss Silvia, weiterverarbeitet. Oder alternativ (da das Gerät leider gerade reparaturbedürftig und außer Dienst ist) die Fertigvariante von Nespresso. Etwas gröber gemahlen für die French Press geht natürlich auch, wenn man prinzipiell gegen Fertiglösungen ist.

7. verschiedene Salze. Jodsalz, fürs Nudel- bzw. Kartoffelwasser oder zum gurgeln, wenn ich mal Halsweh habe. Grobes Meersalz, mit dem z.B die Gans innen und außen eingerieben wird, bevor sie im Backofen verschwindet (natürlich nicht ausschließlich mit Salz…). Fleur de Sel, zu frischem Brot, frischer Butter oder leckerem Ö; für Salate und Pellkartoffeln, zu frischem Fisch und vielem mehr. Einen wunderschönen Artikel über ein mallorcinisches Fleur de Sel, bzw. Flor de Sal (wie es in Spanien genannt wird) findet Ihr bei Mme. Creezy im Blog.

8. verschiedene Öle. Sonnenblumenöl (um schnell etwas anzubraten, was Butter wegen großer Hitze nicht schafft oder wo Olivenöl nicht wirklich passen würde), Olivenöl (aktuell ein sehr feines und leckeres, von lieben Freunden aus Griechenland mitgebracht), Trüffelöl (ein paar Tropfen ins Kartoffelpü ab und an bringen Abwechslung), steirisches Kürbiskernöl (nomnomnom), Sesamöl (für gelegentlichen Wokeinsatz und einige asiaitsche Gerichte).

9. Erdnussbutter (creamy) für Captain Jacks Besuche, und wenn mal eine Satay-Soße gebastelt werden muß für frittierte Shrimps.

10. Gut eineinhalb Dutzend Single Malts unterschiedlicher Intensität, von smoooooth bis zur Geschmacksrichtung “nasser Hund frißt Seetang am Novemberstrand von Islay”.

Und Ihr so?

Essigchips

  • Veröffentlicht am 13th Dezember 2009,
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Die Kartoffelchipsszene blieb mir lange verschlossen. In unserem Haushalt gab es früher nur Tafelschokolade (Sprengel Vollmilch oder Mokka-Sahne). Papa inhalierte alles, was nach Schokolade aussah und nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnte, weshalb es auch eher selten welche gab. Zu meinen Kindergeburtstagen gab es in der Regel Mamas fantastorgasmisches Mousse au Chocolat, von dem sich jedes Kind sabbernd einen Berg auf den Teller häufte, bevor es nach drei Teelöffelchen von der gehaltvollen und äußerst fluffigen Traumspeise anfing, nach Luft zu japsen. (Zutaten u.a. 1 Dutzend Eier, jede Menge Schlagsahne und Créme Double in rauhen Mengen, natürlich Schokolade… you get the idea.) Es bestand anschließend, wenn man sich mit glasigem Blick die komplizierten Regeln des Topfschlagens in Erinnerung zu rufen versuchte, schlichtweg kein Bedarf mehr nach Gummibärchen, Kartoffelschips, Erdnußflips etc. Dieses Zeug lernte ich nur auf anderen Kindergeburtstagen kennen und war meist angeekelt von den Paprikachips, gelangweilt von Salzchips und relativ emotionslos gegenüber Salzstangen. Einzig Erdnußflips waren eine Zeit lang ganz lustig, aber wurden nach längerem daraufherumlutschens doch eher unter ‘naja’ abgelegt.

Mein Interesse an Kartoffelchips wurde erst sehr viel später, so Anfang der 90er geweckt. Mein damaliger Herzbube studierte in Glasgow, und bei meinen Besuchen lernte ich nicht nur schottisches Bier und schottischen Whisky sondern auch die Inselspezialität “gesalzene Kartoffelchips mit Malzessig” sehr zu schätzen. Chips heißen übrigens auf der Insel crisps; “chips” ist hingegen die englische Bezeichnung für Pommes Frites.
Warum in Deutschland noch niemand auf die Idee gekommen war, eine solche Köstlichkeit anzubieten, war mir schleierhaft. Inzwischen ist man aber auch hierzulande auf den Geschmack gekommen und die Auswahl an Essigchips ist zwar nicht riesig, aber doch vorhanden. Man kann wählen zwischen Walker’s Malt Vinegar Chips (klassische Pub-Chipssorte), den beiden überteuerten Posersorten Kettle Sea Salt and Balsamic Vinegar (geschmacklich sehr weit vorne) und Tyrell’s Cider Vinegar & Sea Salt (todlangweilig), Chio’s Salt’ Vinegar (schon sehr sauer und ziemlich billig, aber manchmal genau richtig), Lorenz Naturals mit Balsamico (mein Favorit) und neuerdings auch Chipsfrisch Premium ‘Aceto Balsamico’. Die habe ich nun gestern mal testhalber mitgenommen und erwartungsvoll die Tüte aufgerissen. Darin befand sich eine recht überschaubare Anzahl an Kartoffelchips im Farbton Pantone 122. Einen Balsamessiggeschmack konnte ich beim besten Willen nicht feststellen, höchstens eine Senfnote. Dafür waren sie recht stark gepfeffert. Insgesamt also ein ziemlicher Reinfall, was mich betrifft.

Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar anständige Essigchips herzustellen. Hat jemand ein Rezept?

Was Langweiliges zum Wochenende

  • Veröffentlicht am 17th Oktober 2008,
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Wie Ihr merkt, bin ich gerade nicht wirklich in Bloglaune. Neuer Job, beginnender Schnupfen, nur Musik im Kopf, da kommt mir Mme Creezys Stöckchen gerade recht, hier mal wieder was zu schreiben:

Wann bist du heute aufgestanden?
So gegen halb Sieben.

Diamanten oder Perlen?
Weder noch.

Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?
Der Baader-Meinhof-Komplex. Hätt ‘s nicht gebraucht, Verschwendung von Zelluloid.

Was ist deine liebste Fernsehserie?
Alltime Favourite ist und bleibt wohl M*A*S*H.

Was hast du normalerweise zum Frühstück?
Wochentags Espresso, ich mag nichts essen, bevor die Uhr nicht im zweistelligen Bereich ist. Sonntags ausführlich und süß, mal Pfannkuchen mit Ahornsirup, mal Brötchen mit Zuckerrübensirup oder Himbeermarmelade, dazu lecker Kaffee.

Was ist dein zweiter Vorname?
Das wüßtet Ihr wohl gerne.

Welches Essen magst du überhaupt nicht?
Alles was in „’ner halben bis dreiviertel Stunde“ geliefert wird. Wuärks.

Was ist deine momentane Lieblings-CD?

Heute wäre das “Coleman Hawkins Encounters Ben Webster”, Tangerine ist einfach umwerfend.

Welches Auto fährst du?
Einen Smart Cabrio. Ins Büro allerdings mit dem Bus.

Lieblings-Sandwich?
Ganz klassisch, das Club-Sandwich. Gebratene Hühnchenbrust, Bacon, Kopfsalat, Tomate, gekochtes Ei, selbstgemachte Remoulade, frischer weißer und rosa Pfeffer, etwas Fleur de Sel und das ganze zwischen geröstetem Weißbrot. Dazu ein Bier. Ausgezeichnet machen sie das übrigens im Landmark, bislang das beste Club-Sandwich, das ich (ausser meinem eigenen natürlich) je gegessen habe.

Welchen Charakterzug lehnst du ab?
Oh, so einige. Am unverständlichsten ist mir jedoch die Eifersucht. Besitzansprüche an einen anderen Menschen, wie kommt man nur auf so eine absurde Idee?

Dein Lieblingskleidungsstück?
Eine bestimmt zwanzig Jahre alte, dunkelgraue Omen-Strickjacke, die ich mir damals überhaupt nicht leisten konnte und die inzwischen wirklich nicht mehr öffentlich ausgeführt werden sollte. Meistens halte ich mich sogar daran. (Heute nicht.)

Wenn du irgendwo auf der Welt hinfliegen könntest?
Dann möchte ich ein Rückflugticket nach Hamburg in der Tasche haben. Unter dieser Voraussetzung darf ‘s gern nach OGG, GWT, LHR, YVR, ZNA, FCO, EDI, DUB oder WLG gehen. Die Liste der IATA codes dürft Ihr selber ergoogeln.

Lieblings-Kleidermarke?
Ich werde ja nicht müde, es gebetsmühlenartig zu wiederholen: Die Qualität bürgt für die Marke, nicht umgekehrt. Insofern sind mir Marken ziemlich schnurz.

Wo willst du dich zur Ruhe setzen?
Nicht zu weit von meinem Golfplatz.

An welchen Geburtstag erinnerst du dich?
An so einige, obwohl die wenigsten bemerkenswert verlaufen sind.

Welchen Sport schaust du dir am liebsten an?
Golf natürlich, besonders der Ryder Cup schlägt jede Fussball-WM oder Olympiade. Leider findet er nur alle zwei Jahre statt. Aber auch das Masters im Frühling und die Open im Sommer gehören zum absoluten Pflichtprogramm.

Weitester Ort, wo du das hier hinschickst?
Äh, so weit wie der nächste Leser wohnt, der es interessiert aufhebt.

Wann ist dein Geburtstag?
Im September.

Bist du ein Morgenmensch oder Nachtmensch?
Ganz klar ein Frühaufsteher. Wenn ‘s hell wird, bin ich wach. Dafür laufe ich ab 22h spätestens nur noch auf Schwachstrom.

Was ist deine Schuhgröße?
Jedenfalls nicht 11

Haustiere?
Nein. Einen Hund kann ich mir als angestellt arbeitender und ansonsten golfender Mensch leider zeitlich nicht leisten, Katzen kann ich nicht ausstehen und auf Gehamster, Piepmatz, Fischifischifischi etc. kann ich erst recht nicht.

Irgendwas Neues, Aufregendes, das du uns unbedingt mitteilen musst?
Wenn ‘s soweit ist, werde ich es schon twittern.

Was wolltest du früher mal werden?
Ich weiß immer noch nicht, was ich mal werden will. Meine Interessen und Talente sind einfach zu vielfältig.

Wie geht’s dir heute?
Wenn ich das mal wüßte.

Was ist deine Lieblingsnascherei?
Single Malt Whiskeys. Gegen 85%ige Schokolade habe ich auch nichts einzuwenden.

Auf welchen Tag in deinem Kalender freust du dich schon?
Ich weiß fast nie, welches Datum wir haben und im Urlaub nicht einmal, welcher Wochentag ist. Ich freue mich über jeden Tag.

Was hörst du gerade?
Nat King Cole: Unforgettable.

Was hast du als letztes gegessen?
nEin Stück 85%ige Schokolade zu einem Gläschen Talisker.

Lieblingsgetränk?
Wasser.

Lieblingsrestaurant?
In Hamburg? Das Il Sole in Nienstedten ist der Familienitaliener.

Echte Haarfarbe?
Dunkelbraun, neuerdings mit ein paar vereinzelten Fäden Silber darin.

Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
Mein Teddy und meine Bücher.

Kaffee oder Tee?
Meist Kaffee. Tee eigentlich nur dann wenn ich erkältet bin und dann auch nur Kamillentee.

Was ist unter deinem Bett?
Na, ein Monster natürlich. Aber solange man die Füße fest in die Decke gewickelt läßt, hat es keine Chance.

Wovor hast du Angst?
Das werde ich hier gerade verraten!

Wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund?
Keine Ahnung, jedenfalls ist ein Fahrradschlüssel dabei – was ich sehr ulkig finde, weil ich nicht Fahrrad fahre.

Liebster Wochentag?
Der, an dem ich golfspielen kann.

Findest du schnell Freunde?
„Do I look like a people person to you?“ (Nein.)

Hast du viele Freunde?
Ich bin gesegnet mit einem kleinen, aber feinen Freundeskreis.

Meine Spiekonsole

  • Veröffentlicht am 28th November 2007,
  • veröffentlicht von

“It’s all in the grind, Sizemore. Can’t be too fine. Can’t be too coarse. This, my friend, is a science.”

Specialist Grimes hatte absolut recht. Den richtigen Kaffee zu kochen ist eine Wissenschaft für sich – und ja, es liegt zu großen Teilen am richtigen Mahlgrad. Eine Espressomaschine nützt Null ohne eine anständige Mühle. NB: Alle Padbenutzer, Kapselsystemfreunde und sonstige Sparbrötchen bitte weglesen. Mit Espressomaschine meine ich nicht so einen Keime magnetisch anziehenden Tausend Euro teuren Schweizer Plastikpott von Vollautomaten. Keine Maschine mit Zwangsabriegelung nach ein paar tausend Tassen, die einen zum kostenpflichtigen Checkup in die Vertragswerkstatt nötigt. Ich rede von einer Siebträgermaschine. Old school stuff. Nix für Tennisspieler und Stiftung-Wadenfest-Leser.

Ich trinke leidenschaftlich gern Espresso und Cortado, zum Frühstück auch mal einen schönen Milchkaffee. Die Anschaffung einer Espressomaschine lag also auf der Hand, zumal der letzte fähige Barista in meiner Nähe vor zwei Jahren mit Sack und Pack ins Ruhrgebiet geflohen ist und ich die Plörre aus den ganzen 08/15-Ketten, in denen man für einen lieblos hingerotzten, lauwarmen Latte Macchiato fast 4 Euro berappen soll, echt nicht länger ertragen konnte.

Also habe ich meine lieben Talerchen nach ausführlicher Recherche in eine italienische Spielkonsole namens Rancilio Miss Silvia gesteckt, ihr eine spanische Demoka Mühle zur Seite gestellt und mich ganz teutonisch ans Üben gemacht. Ja, richtig gelesen: der perfekte Espresso bedarf (wie alles, was besser als gut werden will) der Übung. Die Mühle will richtig eingestellt sein, damit die Bohnen (frisch geröstet, möglichst vor nicht länger als einer Woche oder zwei) in genau der richtigen Konsistenz in den Siebträger gemahlen werden. 7g Bohnen für eine Tasse Espresso; 14g für einen doppio. Das Kaffeemehl muss richtig getampert sein – mit einer Art Stempel, der genau in den Siebträger passt und Tamper genannt wird, mit nicht zu leichtem, nicht zu festen Druck gepresst. Das Wasser muss die richtige Temperatur haben, wenn es mit dem richtigen Druck und in der richtigen Geschwindigkeit durch das Kaffeemehl gepresst wird. Wenn eine Komponenten nicht stimmt, schmeckt der Kaffee bitter oder plörrig, ist nicht heiss genug oder hat keine Crema.

Hat man den Bogen beim Espresso raus und will auch mal einen Cappuccino oder Latte Macchiato servieren, kann man sich daran machen das Milch aufschäumen zu erlernen. Die Milch sollte so kalt wie möglich sein und nicht unter 3.5% Fett haben. H-Milch verbietet sich von selbst. Außerdem sollte man die Tülle mit dem heissen Dampfstrahl nicht zu tief in das idealerweise leicht konische Milchkännchen stecken, sonst wird das nichts mit feinem Milchschaum. Dann gibt’s nämlich entweder große Blubberblasen oder zu heisse Milch oder Bauschaum.

Es hat rund anderthalb Kilo Kaffee gedauert bis ich den Bogen raushatte, aber seither ist mein Espresso ein Gedicht, ach, was red’ ich – ein Sonett! Frisch geröstete Bohnen gibt’s in Hamburg z.B. bei Carroux (warum die auf ihrer Website den Times Square vorschieben obwohl sie in Blankenese an der Elbchaussee residieren, ist mir allerdings nicht klar; das scheint eine ganz neue Art von Understatement zu sein) oder bei Elbgold (in Winterhude) – man muss also nicht auf die Supermarktware vertrauen oder bis Italien fahren.

Stock Sour

  • Veröffentlicht am 22nd März 2007,
  • veröffentlicht von

Der MC wuesste gerne, mit welcher Sorte Sprit wir welche Musik verbinden. Ich bin jetzt nicht wirklich die Quartalssaeuferin, aber zum einen oder anderen Getraenk faellt mir da schon was ein. Ich habe das aber mal statt Musik mit Filmen verbunden, das macht mir doch gleich viel mehr Spass.

Champagner trinke ich ungern (Blubberwasser ist meine Sache nicht), aber bei Champagner muss ich an Audrey Hepburn in Breakfast at Tiffany\’s denken, obwohl ich jetzt keine konkrete Szene von ihr mit Champagnerglas dazu vor Augen habe. Wahrscheinlich weil der Film so schoen trocken, spritzig, leicht ist und ein Kater darin eine tragende Rolle spielt.

Sekt auf Eis habe ich weder jemals getrunken noch spukt mir dazu ein Film im Kopf herum, sorry.

Weisswein findet im Film selten statt; wohl weil nicht so fotogen und in der Farbe bedeutungsschwanger und interpretationsschwer wie (Blut)Rotwein. Bei Sideways findet sich aber ganz sicher eine Szene. Andererseits ist weder der Film noch das Getraenk interessant genug, um die DVD jetzt einzulegen und nachzuschauen.

Bei Rotwein muss ich an The Godfather denken, und wieder habe ich kein konkretes Bild, nur verschwommene Szenen vor Augen, in denen Rotwein getrunken wird. Es passt einfach zur Atmosphaere. Und zu Cannoli, natuerlich.

Martini kann ich gar nicht gut leiden, umso mehr allerdings Billy Wilders The Major and the Minor und Robert Benchleys schoene Aufforderung an Ginger Rogers: Why don’t you get out of that wet coat and into a dry martini?

Whiskey (Single Malts) trinke ich gern und oft und kann mich meist nicht entscheiden, weil die Auswahl in meiner Bar zu gross ist. Ähnlich geht’s mir auch mit den passenden Filmen; ich waehle mal Thelma & Louise (Geena Davis’ Dutzende von kleinen Wild Turkey Flaeschchen), Lost in Translation (For relaxing times, make it Suntory time) und – obwohl Whiskey nicht explizit gezeigt wird (dafuer Budweiser und Hennessy) – Boondock Saints (Is it dead?).

Averna ist so ein Italo-Kraeuterlikoer, oder? Passe, keine Assoziation.

Anisette trinke ich auch nicht (wüärks), aber verbinde ich, ob zurecht oder nicht, mit Jean Gabin-Filmen. Hm, vielleicht Le Clan des Siciliens?

Cachaça ist das Zeug, was man fuer dieses brasilianische Modegesoeff benoetigt. Das fasse ich nicht an, aber ich werfe mal Jean Paul Belmondo und L’ Homme de Rio in die Runde. Schoen bunt, schoen bloed – das trifft wohl auch auf Caipi-Partygaenger zu.

Wodka schmeckt mehr oder weniger nach nix, aber wirkt – und ist daher der Verteiler du jour nach Genuss der traditionellen Martinsgans. Und seltsamerweise kommt mir da als erstes Clint Eastwoods Firefox ins Gedaechtnis. Ein kleiner, gemeiner Film mitten aus dem kalten Krieg, mit grossen Bildern und jeder Menge Kopfschmerzen.

Tequila – da denke ich an Eli Wallach in Il Buono, Il Brutto, iI Cattivo. Noch mehr Kopfschmerzen.

Raki weckt gluecklicherweise keine weiteren Assoziationen.

Absinth ist das Loekerwasser mit Gruselimage, fuer Ewigpubertierende die frueher Bols Gruene Banane getrunken haetten. Vielleicht ein bisschen unfair, aber da assoziiere ich zunaechst einmal Diva und dann noch Subway. Tiefste 80er eben.

Grappa mag ich nicht. Sorry, kein Film.

Kubanischer Rum, da faellt die Wahl schwer: Alfred Hitchcocks Topaz oder Carol Reeds Unser Mann in Havanna? Wobei in letzterem ja eher (schon wieder) Miniaturwhiskeyflaschen eine Rolle spielen.

Jamaican Rum – But why is the Rum gone? Vielleicht bekommt Captain Jack Sparrow die Frage ja im dritten Teil beantwortet.

Bier – Welche Filme machen Durst? Genau: Hatari! Und der andere Klassiker mit Hardy Krueger: Flight of the Phoenix.

Jaegermeister – so etwas trinkt man doch nicht ernsthaft, oder? Manta, Manta Fahrer vielleicht.

Gin – David Leans vielgescholtenes letztes Werk A Passage to India schreit geradezu nach einem Gin Tonic. Das passende Gesoeff fuer den Subkontinent.

Kulinarisches Stöckchen

  • Veröffentlicht am 10th November 2006,
  • veröffentlicht von

Gefunden bei der Kaltmamsell, die es bei Frau Creezy aufhob.

(Und wieder fällt mir auf, daß ich dringend eine Rubrik ‚kulinarisches‘ brauche. Bis dato liegt es dann unter ‚kulturelles‘, ok?)

Welche Gerichte verbindest Du mit folgenden Situationen:

Freibad?
Ich war selten im Freibad, zuhause hatten wir einen [Protzmodus] Swimming Pool [/Protzmodus] und im Urlaub war ich dann im Meer baden. Aber die paar Male, wo ich ins Freibad musste im Freibad war, gab’ s von zuhause mitgebrachte Äpfel und am Kiosk gekaufte Brausetaler. Noch heute halte ich großen Abstand von den Dingern – sie erinnern an schreiende dicke Kinder und Chlorgeruch.

Skihuette?
Zu Kinderzeiten Fritaten- oder Backerbsensuppe, heute den fantastischen Käse aus dem Valtellina Tal, den es bei Mario auf der Zwischenstation gibt.

Urlaub?
Als Kind Fahrradschläuche Calamares Frites und Fanta – die echte, tieforange gefärbte, in der geriffelten dunkelbraunen Glasflasche mit dem hellblauen Fähnchenlogo, die es so nur in Spanien gab. Heute immer das was es zuhause nicht gibt, ich bin da recht aufgeschlossen.

Bei den Eltern?
Wie soll man Mamas Küche beschreiben? Lecker, abwechslungsreich, gesund. Mittagessen war ein Fest, auf das ich mich sechs endlose, langweilige Schulstunden lang geistig vorbereiten durfte.

Bei Krankheit?
Als Kind: Zerdrückte Banane und Zwieback, wenn es mir ganz schlecht ging. Dazu natürlich kannenweise Kamillentee. Heute bin ich nie krank, und wenn doch will ich nichts essen und schlafe lieber.
Als mir die Mandeln entfernt wurden gab’ s Vanilleeis – das kann ich heute noch nicht ausstehen.

Bei Liebeskummer?
Keine Ahnung, dann bin ich nicht ich selbst.

Beim Ausgehen?
Im Restaurant? Meist Dinge, die ich mir selbst nicht kochen würde, weil zu aufwendig.

Als Kind?
Hm, das einzige was ich seither fast nie wieder gegessen habe – weil es sich irgendwie nie ergeben hat – ist heisser Milchreis mit Zimt und Zucker. Ansonsten habe ich nie die klassischen Kindergerichte gekriegt (Fischstäbchen und Co.), meine Mutter hat für uns alle dasselbe gekocht (finde ich auch richtig so).

Niemals?
Austern, Muscheln, Schnecken und so anderen schleimigen Kram und niemals wieder Ingwer oder Fenchel. Chicken Wings gelten, glaube ich, offiziell als Abfall und brauchen daher nicht extra erwähnt zu werden.

Immer wieder?
Mamas Kartoffelpü mit Gurkensalat. Ein Loch in den Pü-Berg bohren und die Salatsoße reinlaufen lassen. Mmmhmjam. Und natürlich Porridge zum Frühstück. Mit Ahornsirup.

Überraschend gut?
Haggis. (OK, ich war verliebt, das zählt dann wahrscheinlich nicht)

Überraschend schlecht?
Hab’ ich wohl verdrängt. So ziemlich alles, was „in ’ner halben bis Dreiviertelstunde” an die Tür geliefert wird.

Für immer mein absolutes Lieblingsessen?
Gibt es nicht. Hängt von Stimmung, Jahreszeit, Gästen und Umgebung ab.

Das beste Restaurant, in dem ich je war?
Ach herrje. Da muss ich passen, ich war und bin so häufig draussen essen – und meistens gut bis sehr gut – dass ich das nicht festlegen kann und will. Ganz abgesehen davon, dass es sich auch hier immer nur um eine Momentaufnahme handeln kann.