
Es regnet seit Tagen diesen unbarmherzigen Landregen, der die Natur und den Gärtner erfreut, den Normalbürger verdriesst und den Golfer richtig ärgert.
18 Loch Golf im Regen bedeutet, rund viereinhalb Stunden in sperrige, schwungbehindernde Regenklamotten gemummelt herumzulaufen während einem bei der Ballansprache die Tropfen vom Hutrand in den Nacken rinnen. Die Griffe flipschen in den Händen, mit Handschuh oder ohne, auch eigens entwickelte Regenhandschuhe sind reichlich sinnlos und in kürzester Zeit durchweicht, was zu eiskalten Fingern führt, mit denen man den Schläger nicht richtig festhalten kann und schon gar nicht so, daß der Ball gut getroffen wird. Den Handschuh auszuziehen um dann auf dem Grün in der Hosentasche nach dem Ballmarker, Pitchgabel oder am nächsten Abschlag den Score auf der durchweichten Pappkarte zu notieren ist auch ein mehrminütiger Akt, der einen irgendwann dazu bringt das Mistteil ganz wegzulassen und wütend ins Bag zu pfeffern, welches in der Zwischenzeit still vor sich hin suppt.
Ein alter Pro sagte mir mal, wer Golf im Regen spiele, müsse nicht besonders leidensfähig sein sondern nur das richtige Regenmanagement betreiben. Das Handtuch z.B., das normalerweise am Bag hängt, wird dann eben unter den Schirm gehängt bzw. oben in dessen Speichen verstaut um trocken zu bleiben. Man nimmt mindestens ein weiteres Handtuch und so viele Handschuhe mit wie man hat und zwei Plastiktüten: in der einen befinden sich die trockenen Exemplare, in der anderen landen die nassen. Das sei schon mal die halbe Miete. Recht hatte er – und das war lange vor den Zeiten von DryFit und GoreTex Wunderstoffen.
Golf im Regen heisst, der Ball fliegt nicht richtig, ist ja klar. Und wenn er aufkommt bleibt er wie ein Stein liegen, egal ob die 25-cent-Pille vom Discounter oder der sechs Euro teure Signature Ball eines Tourpros: keine Spur von sanftem Ausrollen. Golf im Regen heisst, sich mit seinen tatsächlichen Schlaglängen, den Carry-Längen vertraut zu machen. Da wird aus einem in trockenen Zeiten erzielten guten rund 220 Meter langen Abschlag sehr schnell ein mickriger 180 Meter Drive. Golf im Regen ist sehr ehrliches Golf.
Golf im Regen bedeutet Streit mit den Mitspielern darüber, ob die Pfütze auf dem Fairway jetzt als zeitweiliges Wasser anzusehen ist und Regel 25 zur Anwendung kommt oder ob es sich dabei um einen Teil des Wasserhindernisses handelt und nach Regel 26 zu verfahren ist. (Spoiler: es gibt – natürlich – eine Decision 25/2 aus St. Andrews dazu: „Any overflow of water from a water hazard which is outside the margin of the hazard is casual water.“).
Golf im Regen zeigt anschaulich, daß dieses Spiel nicht auf den 80 ha des Platzes sondern den zehn Zentimetern zwischen den Ohren gespielt wird. Wer sich von den erwähnten Kleinigkeiten aus dem Tritt bringen lässt und sich nicht vor Beginn der Runde eine zum Platz passende Spielstrategie zurechtgelegt hat an die er sich eisern hält, der wird wirklich nicht viel Freude da draussen haben – oder bereiten.
Golf im Regen ist nämlich auch eine Charakterfrage: Es gibt die Sorte Leute, die ihre Mitspieler zutexten, daß es letzte Woche so viel besser ging, stöhnen, daß sie trotz GoreTex-Socken nasse Füsse haben, fluchen, daß der Ball weg ist und „vergessen“, den einen oder anderen Schlag zu notieren.
Und es gibt Golfer.















Zum einen wurden die Aufnahmen offenbar gemacht, als der Platz gerade eröffnet hatte. Inzwischen gewachsene Bäume, zusätzliche Anpflanzungen und Hindernisse sind naturgemäss nicht darauf verzeichnet. Zum anderen ist die Perspektive doch recht irreführend, da stark verkürzt. Vielleicht ist das Geschmackssache, aber die entsprechende Bahn auf Google Maps sieht für mich schon ganz anders aus:










Und noch ein Reh. Dieses flitzt quer über die Kuppe der 17. Bahn.














