Film

Review: The Wolf of Wall Street

  • Veröffentlicht am 30th März 2014,
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Ursprünglich wollte ich den ja im Kino sehen. Aber mein Gefühl sagte mir: ‚Lass’ man, der reicht auch geliehen‘. Und so wartete ich geduldig – und nicht gerade mit angehaltenem Atem – bis das neueste Ergebnis der Zusammenarbeit von Marty Scorsese und Leonardo Di Caprio im iTunes Store (US) auftauchte und gab $ 3.99 statt der rund 15€ aus, die mich ein Kinobesuch mit allem Drum und Dran gekostet hätte.
Wie sich schnell zeigte, war jedoch selbst das leider noch rausgeworfenes Geld.

Der Film zeigt Aufstieg und Fall des jungen Börsenmaklers Jordan Belfort, der den Schwarzen Montag 1987 als Startschuß für seine Karriere nutzt und mit einer Bande halbseidener Kumpels, die es maximal alle zusammen auf einen IQ knapp oberhalb der Raumtemperatur bringen, Witwen und Waisen Aktien von wertlosen Unternehmen andreht. Die ganze Bande mag nicht besonders intelligent sein, nicht mal sonderlich sympathisch, aber verkaufen können sie. Das reicht für sagenhafte Reichtümer und die üblichen Begleiterscheinungen: Drogen, Parties und Orgien, die mit dem Begriff „spätrömische Dekadenz“ nur unzureichend umschrieben sind.

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Skyfall

Skyfall

Skyfall

R: Sam Mendes
D: Dame Judy Dench, Daniel Craig, Javier Bardem
Offizielle Website | Imdb Eintrag

Nachdem ich gefühlte hundert Jahre nicht mehr im Kino gewesen bin (keine Zeit, keine ansprechenden Filme oder aber ansprechende Filme in miesen Kinos und nicht im Originalton zu sehen) steuerte ich das Streit’s an, um mir den neuesten James Bond Film anzusehen. Das Streit’s ist (mehr…)

52 Filme für die Insel

52 Filme für die Insel

Ich liebe Filme und ich sammle Filme, auf DVD. Über die Jahre haben sich eine ziemliche Menge davon angesammelt, ein paar hundert davon habe ich auch wieder verkauft, was übrigens dank des pervertierten Urheberrechtsystems gar nicht so einfach ist, wie ich hier schon einmal ausführte.
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Media Monday #61

Media Monday #61

Ich habe die letzten paar Wochen den Media Monday ausgelassen, wie Ihr vielleicht bemerkt habt. Zum einen, weil ich keine Zeit hatte, zum anderen, weil da zu viele Namen drin vorkamen, die mir nichts sagen und dann immer zu schreiben „kenn’ ich nicht“ ist ja auch mehr so mittelsinnvoll. Aber heute bin ich mal wieder dabei:

1. Steve McQueen gefiel mir am besten in Papillon. In Papillon hat er erstmals wirklich schauspielerisches Können gezeigt, finde ich. OK, mit Dustin Hoffman einen echten Schauspieler der method acting Schule an seiner Seite zu haben war sicherlich auch nicht verkehrt. Versteht mich nicht falsch, ich bin großer Steve McQueen Fan und viele seiner Film zählen zu meinen Lieblingsfilmen (The Great Escape, Bullitt, The Getaway, The Cincinnatti Kid), aber er war in meinen Augen mehr ein Star als ein Schauspieler, ähnlich wie z.B. Tom Cruise, der auch tolle Filme gedreht hat, aber grundsätzlich immer nur sich selbst spielt. Das muss dem Vergnügen oder der Filmqualität keinen Abbruch tun. Aber in aller Regel bekommt man auch keine Überraschung zu sehen. In Papillon aber hat er mich jedoch sehr positiv überrascht.

2. John Carpenter hat mit Escape from New York (dt.: Die Klapperschlange) seine beste Regiearbeit abgelegt, weil das einer von zwei Filmen ist die ich von ihm kenne (der andere ist They Live): da er anerkannter Meister des Horrorgenres ist, sind die meisten seiner Werke für mich kleinen Schisshasen eine fett markierte no-go-area. Allerdings habe ich auch so nicht viel von diesem Film gesehen, da ich frisch verliebt war und beim Videoabend die meiste Zeit, äh, abgelenkt wurde. [sheepish grin]

3. Erika Eleniak gefiel mir am besten in ________ . Wer? OK, beim flüchtigen Überfliegen der IMDB kenne ich offenar doch genau zwei Filme mit ihr: E.T., wo sie offenbar nur Statistin war und Under Siege (dt. Alarmstufe Rot), von dem ich nicht mehr so viel in Erinnerung habe, weil ich immer noch verliebt war und im Kino die meiste Zeit abgelenkt wurde. [sheepish grin] (Protipp an die Kerle: sinnfreie Actionfilme eignen sich übrigens sehr viel mehr für „Action“ als RomComs, da frau a) sich nur zu gerne von dem nervigen Geballer vorne ablenken lässt und sich in Euren starken Armen vergräbt. Bei RomComs hingegen stört Ihr nur.)

4. Einfach um den Versuch mal zu wagen: Welches Theaterstück/Musical o. ä. habt ihr zuletzt gesehen und wie hat es euch gefallen? Ich habe zuletzt den König der Löwen gesehen (Geburtstagsgeschenk für La Mamma, ich bin mitgegangen) und es hat mir gut gefallen. Ich kannte den Film und fand die Inszenierung sehr schön. Normalerweise mache ich mir allerdings weder aus Musicals (Ausnahmen sind West Side Story, Sweeney Todd und Hair) noch aus Theater etwas. Oper und ganz besonders Ballet hingegen besuche ich sehr gerne, wenn auch nicht so oft wie ich mir wünschen würde – trotz massiver staatlicher Subventionen ist das für Normalsterbliche einfach unbezahlbar (70€ aufwärts), es sei denn, man nimmt sehr schlechte Plätze in Kauf. Und für einen Hörplatz im dritten oder vierten Rang sind mir dann wiederum selbst 8 € noch zuviel. Im Verhältnis zum Kinobesuch oder DVD-Kauf ist es natürlich mehr als günstig; schliesslich arbeiten da jeden Abend eine Unzahl von Menschen live für mein Vergnügen, die dafür auch gut oder wenigstens okay bezahlt werden wollen und sollen.

5. Das überflüssigste Klischee in TV-Serien wird garantiert bedient.

6. Horror-Komödien sind nichts für mich. Ich mach’ mir schon bei Gremlins ins Hemd.

7. Mein zuletzt gesehene Serie ist Fawlty Towers und die war wie immer herrlich fies, nur leider zu kurz, weil John Cleese einfach zu gut ist, um einen Witz zu Tode zu reiten.

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I Am Eleven

„So, I thought back to my favorite age in life and that was when I was eleven. And I thought, wow, I wonder what it would be like to be 11 today and I wonder if 11 is still the special age that I remember it to be or if it’s changed. My plan was to find 11-year-olds and interview them.“

(via)

 

Media Monday #57

It’s Media Monday again!

1. Pierce Brosnan gefiel mir am besten in The Thomas Crowne AffairIch mag dieses Remake, und ich finde Brosnan in der Rolle des gelangweilten Milliardärs deutlich glaubwürdiger als den proletarischen Steve McQueen, der sich im Dreiteiler sichtlich unwohl fühlte. Brosnan brachte genau die Sorte Arroganz mit, die mir an ihm in den Bond Filmen schon gut gefiel, ganz besonders nach dem absolut unerträglich farblosen Timothy Dalton.

2. Peter Greenaway hat mit Der Kontrakt des Zeichners seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er schön vielschichtig zeigt, daß man mehr als nur die Augen aufmachen muß um etwas zu sehen

3. Vera Farmiga gefiel mir am besten in The Departed. Ich war und bin ja enttäuscht von Scorseses Remake eines der genialsten Hong Kong Thriller schlechthin. Aber Vera Farmiga füllt die (für das Remake neu geschaffene) Rolle der Frau zwischen den beiden Protagonisten fantastisch aus und macht aus relativ wenig Screentime sehr, sehr viel.

4. Der Zeichentrick-/Animationsfilm, der mich am meisten berührt hat ________ . Ach, Kinder. Das hängt doch nicht an der Technik, ob dich ein Film berührt. It’s the story, stupid! Und da stehen Disneys Dschungelbuch, und Susi & Strolch neben Pixars Monster AG und Finding Nemo, den Aardman Meisterwerken wie Chicken Run oder auch neueren Kurzfilmen wie Oktapodi, Peter and the Wolf und diesem zauberhaften Teaser für einen noch zu finanzierenden und produzierenden Film:

“MY FAMILY AND THE WOLF” teaser from Headless Productions on Vimeo.

5. Die FSK-Freigabe von Boondock Saints ist mir völlig unverständlich, weil der Film so offensichtlich komplett überzeichnet und over the top ist, daß wohl kaum Gefahr besteht, jemand könnte ihn als Blaupause für den eigenen Rachefeldzug nutzen. Aber da in FSK-Freigaben auch immer der jeweilige Zeitgeist einfliesst und der Film das Pech hatte, ein paar Tage vor oder nach dem Columbine Highschool-Massaker zu erscheinen, war wohl nichts anderes zu erwarten.

6. Wie ist das bei euch: Ertappt ihr euch dabei, Filme im TV zu schauen, obwohl sie bei euch im Regal stehen oder seid ihr so geistesgegenwärtig die Scheibe hervorzukramen oder gar, den Film bewusst nicht zu gucken? Ich gucke keine Filme im TV.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist ________ und der war ________ , weil ________ . Das war noch eine Woche ohne Film, sorry. Ich komme einfach gerade nicht dazu.

Media Monday #56

Media Monday #56

Wie sagte Kermit? “Time’s fun when you’re having flies!” oder so ähnlich. It’s Media Monday again!

1. Christian Bale gefiel mir am besten in Empire of the Sun . Darin habe ich ihn damals das erste Mal gesehen und war wirklich unglaublich beeindruckt. Seither habe ich einige weitere Filme mit ihm gesehen, und obwohl er fast immer ziemlich gut ist, kommt einfach kein Film da mehr heran.

2. Richard Kelly hat mit _________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ________. Sorry, kenne nur Donnie Darko von ihm, und der war nix.

3. Uma Thurman gefiel mir am besten in Pulp Fiction. Ich muss allerdings dazu sagen, daß ich nur vier oder fünf Filme mit ihr gesehen habe, da sich ihre Rollenauswahl meist nicht mit meinem Filmgeschmack deckt kommen wir selten zusammen.

4. Die Verfilmung des Buches/der Bücher von Karl May finde ich sehr gelungen, da sie genauso camp und schräger fake wie der Autor selbst sind.

5. Der schlechteste Sportfilm ist so ein Heldenepos mit einer Vielzahl damaliger Stars wie Stallone oder Pelé, die Fussball spielende Kriegsgefange spielen oder sowas absurdes. Ich hab’ vergessen wie der Käse hieß, aber ich dachte die ganze Zeit nur ‚im Ernst?’.

6. Am Donnerstag startet “The Dark Knight Rises”. Definitiv Kinomaterial oder eher uninteressant? Ich wollte den Film vor dem Massaker nicht sehen, weil ich die ersten beiden schon zu düster fand und einfach nur unangenehm. Ich sehe nicht gerne Filme, die sich unter pseudointellektuellem Blabla einen hochwertigen Anstrich geben und dabei ausschliesslich der Gewaltverherrlichung frönen um anschliessend Kasse mit Merchandise zu machen. Superhelden finde ich im Comic wie im Kino nur bescheuert. Und jetzt will ich das erst recht nicht mehr sehen. Ja, kein Kinofilm tötet Menschen, genauso wenig wie es Waffen tun. Es braucht Menschen dazu, die diese kranke Scheiße denken und den Abzug betätigen. Aber ich will diesen Dreck trotzdem nicht sehen.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist ________ und der war ________ , weil ________ . Ich habe letzte Woche keinen Film gesehen.

Media Monday #55

Montag, Shmontag. Doch halt! Es ist ja Media Monday!

1. Viggo Mortensen gefiel mir am besten in A History Of Violence. Er ist ja eigentlich in jedem Film ziemlich gut, aber hier war er am wandlungsfähigsten, bzw. konnte seine ganze schauspielerische Bandbreite in einem Film zeigen. Das hat er in der LOTR Trilogie nicht gemusst.

2. Ang Lee hat mit Brokeback Mountain seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er sehr sensibel und frei von Pathos einen großen, leisen Film gedreht hat, der sehr leicht ins Melodramatische oder Kitschige hätte abrutschen können.

3. Anjelica Huston gefiel mir am besten in Prizzi’s HonorIch bin großer Fan der Addams Family, aber nur der gezeichneten Version. Und in Prizzi’s Honor war sie einfach superkomisch, was man gar nicht erwartet hätte. Aber generell ist sie für mich jetzt kein Grund ins Kino zu rennen.

4. Gerüchteweise ist ja gerade Sommer in Deutschland. Sommer bedeutet auch Freilichtkino. Eure Meinung? Das letzte Mal, daß ich im Freiluftkino war, muß Ende der 80er gewesen sein, oder Anfang der 90er. Da war eine Leinwand auf der Binnenalster aufgestellt, und eine auf dem Rathausmarkt. Je nun, Hamburger Sommer, was soll man da schon groß zu sagen …

5. Bill Murray würde ich gerne mal im wahren Leben treffen.

6. Bei welchem Film ärgert ihr euch heut noch, ihn – aus welchen Gründen auch immer – nicht auf der großen Leinwand, sprich im Kino gesehen zu haben? Ich hätte gern die Godfather Trilogie im Kino gesehen, aber konnte altersbedingt nur den dritten Teil im Kino sehen. Ich hoffe ja auf eine Wiederaufführung.

7. Meine zuletzt gelesenes Buch ist Alexandra Tobors Sitzen vier Polen im Auto und das war genial, weil umwerfend komisch, sehr lehrreich und von Twitterheldin @silenttiffy. Leseprobe gibt’s hier.  (Ist schon ein paar Wochen her; ich hatte in letzter Zeit nicht viel Zeit zum Bücherlesen.)

Die Tücke des Objekts

  • Veröffentlicht am 12th Juli 2012,
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Ich liebe Zeichentrickfilme, besser noch: kurze Zeichentrickfilme, am besten: kurze, witzige Zeichentrickfilme. Hier ist einer vom Bird Box Studio (Ihr wisst schon, den Jungs mit dem genialen, interaktiven Igel-Clip), der mir bislang entgangen war.:

(Warum nur muss ich jetzt an Familie Buddenbohm denken?)

Media Monday #54

Guten Morgen, it’s Media Monday again – das Beste am Montag!

Die Fragen heute:

1. Christopher Plummer gefiel mir am besten in ________ . Ich kenne viele Filme mit ihm, aber er ist mir in keinem einzigen so im Gedächtnis geblieben, daß ich auf Anhieb sagen würde: Wow! Wahrscheinlich ist er ein interessanterer Theaterschauspieler; in seinen Filmen jedenfalls hat er mich bislang jedenfalls nicht sonderlich beeindruckt. Vielleicht sollte ich doch mal 12 Monkeys gucken?

2. Luc Besson hat mit Léon seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ach, Jean Reno! Und ach, Natalie Portman! Warum können nur die Franzosen so poetische Filme über Killer machen? Ach!

3. Heike Makatsch gefiel mir am besten in dem Video „Stand by your Man“ zum Film Männerpension, den ich, wie jeden anderen Film mit ihr auch, nicht gesehen habe. D.h., stimmt nicht, Aimée und Jaguar und den Knef-Film habe ich gesehen, aber die waren beide nix.

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4. Welche/r Schauspieler/in ist viel zu früh von uns gegangen? Jeder, außer Til Schweiger.

5. Daß die besten Szenen im Trailer und in den EPK und featurettes verbraten werden und man sich den Kinobesuch eigentlich auch komplett sparen kann, habe ich schon hunderte Mal im Film erlebt. Den neuen Batman werde ich mir jedenfalls schenken; einerseits interessiert er mich soweso nicht, andererseits wird da nichts nennenswertes drin passieren, was nicht schon bekannt ist. Wayne interessiert’s?

6. Bald startet wieder die Comic Con in San Diego, die sich ja beileibe nicht ausschließlich um Comics dreht. Erwartet ihr euch spannende News, Ankündigungen, Teaser, Trailer und dergleichen und vor allem, wenn ihr könntet, würdet ihr hinfahren?

Nö.

OK, ich sollte das vielleicht etwas näher erläutern. Also, nö, ich erwarte mir keine spannenden News, Teaser, Trailer und dergleichen, denn ich mach’ mir nichts aus Comicverfilmungen, obwohl ich Comics liebe – wenngleich nicht diesen tumben Marvel/DC Superheldenkäse und auch keine Mangas und kein Fantasy- oder Science Fiction-3D Getöse, sondern lieber die frankobelgischen Geschichten und Zeichner (Franquin, Hergé, Bilal etc. und die Schweizer: Derib, Cosey, und die deutschen Genies, allen voran die wunderbare Isabel Kreitz, mit der ich das Vergnügen hatte, die Schulbank zu drücken). Und weil um all diese tollen Zeichner und Erzähler nicht so ein Trara gemacht wird, bzw. die dort gar nicht stattfinden, muss ich da auch nicht hinfahren. Ganz abgesehen davon, daß ich große Veranstaltungen sowieso nicht leiden kann und San Diego schrecklich finde.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist A Better Tomorrow und der war so lala, weil er echt nicht gut gealtert ist. In den späten 80ern und frühen 90ern, als das Hong Kong Action Kino seinen vorläufigen Höhpunkt hatte, war das bahnbrechendes Actinkino von Allerfeinsten, bei dem sich Tarantino dann später folgerichtig kräftigst bedient hat. Und Chow-Yun Fat ist natürlich immer ein Genuss. Aber Soundtrack und Story hauen einen heute dann doch wirklich nicht mehr aus den Socken (genau wie bei Tarantinos Filmen) – das ist einfach alles viel zu dünn. (Vorsicht, der nachfolgende Trailer ist ziemlich blutig)

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Eine Hose ist eine Hose ist eine Hose?

Schöner Clip über Bonds maßgefertigte Anzüge. Mir ist nie Sean Connerys Ärmel aufgefallen, oder Roger Moores „relaxed fit“. Brosnans Anüge waren „action oriented“ und Daniel Craig kommt mir immer vor wie ein Pitbull, eingenäht in einen Smoking – ein durchaus beabsichtigter Effekt, wie wir hier hören.

Designing Bond’s Look from Barbican Centre on Vimeo.

Media Monday #53

Media Monday #53

Das beste am Montag: Es ist Media Monday!

1. Val Kilmer gefiel mir am besten in Top Secret. Top Secret, ein Klassiker aus der Schmiede des Trios Zucker, Zucker & Abrahams ist eine geniale Parodie auf die klassischen Spionagefilme und kommt mitten aus dem kalten Krieg. Kilmer gibt nicht groß vor, mehr zu sein als ein hübsches (Pferde)gesicht und wird schauspielerisch nicht überfordert. Ähnlich wie in Top Gun, nur daß er da einfach zu sehr genervt hat. Wie in jedem anderen Film auch. Top Secret: Ich mag Val Kilmer nicht.

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2. Jason Reitman hat mit Up In The Air seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film schön zeigt, was unsere tolle, neue Arbeitswelt so gruselig macht.

3. Helen Hunt gefiel mir am besten in What Women Want. Hier hat sie sehr gute die innere Zerissenheit einer erfolgreich berufstätigen Frau sehr schön dargestellt. Das gefiel mir deutlich besser als ihre masochistische Rolle als gute Samariterin in  As Good As It Gets, wo ich ihrer Figur etwa alle drei Minuten in den Arsch treten wollte und die Rolle völlig unglaubwürdig angelegt fand. Da war die von Greg Kinnear dargestellte Figur des schwulen Künstlers schon deutlich realistischer angelegt, und das will etwas heissen.

4. Der letzte Film, von dem ich mir nichts versprochen habe und der dann letztlich richtig gut war, war Johnny English 2. Nun, richtig gut ist zuviel gesagt, aber da bin ich wirklich nur rein, weil Cpt. Jack und sein kleiner Bruder unbedingt wollten (ich kann Mr. Bean nicht ausstehen) und am Ende habe ich wider Erwarten ein paar Male sehr gelacht.

5. Explizite Gewalt in Filmen törnt mich ab, wenn sie zum Selbstzweck gezeigt wird und nicht der Story dient.

6. Filme nachträglich in 3D zu konvertieren ist ein Sakrileg und die Leute, die diesen Mist machen solten in derselben Hölle schmoren wie diejenigen, die Casablanca nachträglich coloriert haben.

7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel ist The West Wing S01 und die war toll, weil ich sie seit sechs oder sieben Jahren ungesehen und vergessen hier im Schrank stehen hatte, nur eine Folge kannte und erst nach einem Tweetwechsel von @ankegroener und @patschbella auf die Idee kam, mir die Serie überhaupt doch mal anzusehen. Ja, ich bin gelegntlich ein ziemlicher Spätzünder; ich habe die Sopranos und The Wire auch erst Jahre später entdeckt und noch keine Folge von Friends, Frasier oder Seinfeld gesehen und nur eine Folge von Ally McBeal. Und die aktuellen Tipps zu Games of Thrones, Breaking Bad, Suits oder Dexter habe ich zwar alle brav angefangen und bin gelangweilt wieder ausgestiegen, ich finde die genauso doof wie Six Feet Under. Schlagt mich. Ich bin halt kein TV-Gucker.
Ich mag aber Sorkins Filme (A Few Good Men, The American President, Charlie Wilson’s War, The Social Network und Moneyball) und wußte, ich würde mich irgendwann mal näher um The West Wing kümmern müssen, aber wie es dann immer so ist, es kommt einem dauernd etwas dazwischen, bis man Jahre hinterherhinkt. Inzwischen bin ich in der Mitte der zweiten Staffel und total angefixt. Oh, und C. J. ist der Hammer:

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Neuverfilmung: The Great Gatsby

Wer hat das Buch nicht gelesen? Generationen von Schulkindern durften sich im Englischunterrricht mit F. Scott Fitzgeralds Roman über den geheimnisvollen Lebemann, seine große Liebe, rauschende Parties auf Long Island sowie Eifersucht, Mord und Totschlag auseinandersetzen. Meist durfte – oder musste – man dann zum Ende des Semesters noch den Film mit Robert Redford sehen, der auf seine Weise sicherlich nicht schlecht ist, aber den Bildern des Kopfkinos, das Fitzgerald bei mir in Gang gesetzt hatte, nicht das Wasser reichen konnte.

http://youtu.be/4R5RG2FCaUc

Baz Luhrman hatja schon mit Romeo + Julia bewiesen, daß Opulenz und klassisches Drama sich perfekt ergänzen. DiCaprio finde ich inzwischen dank Inception nicht mehr ganz so fürchterlich wie in den meisten seiner Filme nach Titanic und Tobeyyyyy! *kreisch* ist nach wie vor schnuffigst. Wenn man sich den Trailer zu Luhrmans Version des Großen Gatsby so ansehe, dann freue ich mich unbändig auf den 10. Januar – den vorläufigen Starttermin hierzulande. Endlich einmal wieder ein Film, für den sich der Kinobesuch sicherlich lohnen wird. Und das Buch kann man bis dahin auch noch locker lesen.

Media Monday #52

It’s Media Monday, everyone! Und zwar Nummer 52:

1. Paul Bettany gefiel mir am besten in einem eigentlich zu Recht völlig vergessenen 08/15 Thriller mit einem abgehalfterten Harrison Ford. Das Ding hiess Firewall und war so unterirdisch schlecht, daß ich original verdrängt habe, wer da noch mitgespielt hat und worum es ging, aber Paul Bettany war abgrundtief böse in der Rolle des bad guys. Hah, lustig, erst letzte Woche habe ich noch gesagt, daß ich Bettany mal wieder irgendwodrin sehen möchte und heute ist er immerhin schon offizieller Bestandteil des Media Monday Fragebogens. So schnell kann’s gehen!

2. Jean-Luc Godard hat mit Bande à part seine beste Regiearbeit abgelegt, weil hier so schön gezeigt wird was passieren kann, wenn das Leben das Kino imitiert.

3. Mia Wasikowska gefiel mir am besten in The Kids Are Alright. Der Film selbst war der letzte Mist (siehe auch mein Senf dazu hier), aber dieses Mädchen war sehr gut. Mehr Filme mit ihr kenne ich leider nicht, bzw. kann mich absolut nicht an ihre Rollen darin erinnern (Alice, Jane Eyre).

4. Am Donnerstag ist es soweit; eure Meinung zum Spider-Man-Reboot? Dinge, die die Welt nicht braucht. Filme, die ich mir nicht ansehen werde.

5. The Help wollte ich mir ja schon lange angesehen haben, aber dann fiel mir ein, daß ich keinen Bedarf habe an Filmen über Weiße, die den Schwarzen die Welt erklären.

6. Wäre Steve Jobs damals nicht meuchlings von John Scully aus seinem eigenen Unternehmen gefeuert worden – Pixar hätte es so nicht gegeben.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist The Island und der war – abgesehen vom Inhalt – wirklich klasse, weil a) Steve Buscemi und b) Ewan McGregor. Besonders letzterer ist wirklich urkomisch in den Szenen, wo er mit seinem Klon zusammen zu sehen ist und schönstes Schottisch spricht. Und ja, die Actionszenen sind schon nett fotografiert und inszeniert und das Produktionsdesign ist auch geil. Michael Bay hat seine Qualitäten, ganz klar. Ein guter Hirn-aus-Augen-auf Kracher.

Media Monday #51

Media Monday #51

Es ist Montag! Und das heisst was? Genau: Media Monday.

1. Leslie Nielsen gefiel mir am besten in der M*A*S*H Folge The Ringbanger (Season 1) . Das war ca. 1973, lange bevor er zu Frank Drebin mutierte und mit O.J. Simpson als nackte Kanone in Komödien der Zucker Brüder zu Weltruhm kam. Er war schon Ende vierzig damals und hatte schon weit über hundert Filme und TV Auftritte hinter sich. In The Ringbanger spielt er einen beinharten Colonel mit West Point Ring am Finger, der seine Leute schindet und den Hawkeye und Trapper mit Tricksereien daher aus dem Gefecht ziehen wollen, was nicht ganz einfach ist – der Colonel hat nur eine minimale Verletzung und ist de facto gesund. Mir gefällt dieser unter der glatten Oberfläche lauernde Wahnsinn, den Nielsen im Rahmen der Gegebenheiten sehr gut rüberbringt – M*A*S*H war schliesslich eine leichte 25 Minuten Komödie, jedenfalls in der ersten Staffel noch. Es ist übrigens die Folge vor der berühmten „Sometimes you hear the bullet“ Folge, die als Wendepunkt und Startschuss des M*A*S*H Erfolgs gilt, denn bis dato suchte die Serie noch ihren Platz und ihre Stimme und es war alles andere als klar, ob es eine zweite Staffel geben würde. Schliesslich wurden es bekanntlich elf Staffeln, womit die Serie deutlich länger dauerte als der Koreakrieg selbst, der nach rund 2 Jahren vorbei war.

2. M. Night Shyamalan hat mit ________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ________ . Ich finde die alle doof, sorry. Unbreakable ist megagrottig, The Village ein billiger, effektheischender Abklatsch von Dogville, Signs konnte nicht mal Joaquin Phoenix retten, The Lady In The Water komplett sinnbefreit und schlecht gespielt und ich fand damals im Kino die berühmte Auflösung von The Sixth Sense so vorhersehbar wie nur was. Einzig Stuart Little geht halbwegs, aber ansonsten gilt: bleibt mir weg mit Shyamalan Filmen!

3. Felicity Jones gefiel mir am besten in ________ . Nie gehört oder gesehen, die Frau.

4. Welche Serie(n) sollte(n) unbedingt mal wieder im TV laufen oder endlich auf DVD/Blu-Ray erscheinen? Ich würde mir Das Haus am Eaton Place (Upstairs, Downstairs) gern mal wieder ansehen, aber deswegen nicht unbedingt gleich auf DVD zulegen. Toll fand ich damals Das Krankenhaus am Rande der Stadt, eine Produktion aus der Tschecheslowakei, wenn ich mich recht entsinne. Weisses Haus, Hintereingang war auch gut. Aber auf DVD brauche ich die alle nicht wirklich.

5. Mein derzeitiger Lieblingsschauspieler ist Paul Bettany. Nun, nicht mein derzeitiger Lieblingsschauspieler, und nicht einmal mein Lieblingsschauspieler (sowas habe ich nicht wirklich), aber ich würde den gern mal wieder irgendwo sehen.

6. Es gibt keine Sache, die niemals enden sollte. Schon gar keine TV Serie; die meisten ziehen den Stecker eh viel zu spät. Insofern freue ich mich sehr über Mad Men, die Serie, die das Jahrzehnt der 1960er beleuchtet, inzwischen bei 1967 angekommen ist und gerade die beste Staffel ever hingelegt hat. Daß es also nur noch drei Staffeln geben wird, macht mich traurig, da ich von Dingen dieser Qualität nicht genug kriegen kann. Aber gleichzeitig bin ich zuversichtlich, daß sie genau richtig enden wird.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist Master and Commander – The Far Side Of The World und der war auch nach Jahren wieder toll, weil super besetzt, toll gefilmt und mit einem schöne Twist in der Handlung. Eine würdige Fortsetzung des klassischen Abenteuerfilms in der Tradition von Errol Flynn und Burt Lancaster Filmen.

Media Monday #50

Media Monday #50

It’s Media Monday! Und zwar inzwischen Nummer 50, kaum zu glauben. Wolf hat uns diesmal etwas mehr Spielraum gelassen, eigene obskure, vergessene oder wenigstens weniger geläufige Namen und Filme aufzulisten. ;)


1. Der Schauspieler Roy Scheider gefiel mir am besten in Marathon Man. Er hat nicht sehr viel screentime, aber ist extrem präsent und hinterließ zumindest bei mir in desen wenigen Minuten sehr viel mehr Eindruck als Hauptdarsteller Laurence Olivier, der ja gemeinhin als der Schauspieler schlechthin gilt. Schade, daß Scheider heute hauptsächlich nur noch durch Jaws in Erinnerung ist; er hat eine wirklich sehenswerte Liste an Filmen gedreht: Klute, French Connection, 52 Pickup, Blue Thunder … gehet hin und guckt Roy Scheider Filme, Leute!

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2. RegisseurIn Terrence Malick hat mit Badlands seine/ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil hier wirklich alles stimmte: Story, Besetzung, Kamera und Schnitt. Martin Sheen und Sissy Spacek sind so unglaublich jung und intensiv, die grundsätzlich recht gewalttätige Handlung wird nicht sonderlich blutrünstig und deshalb umso eindrücklicher in Szene gesetzt. Oliver Stones Mickey und Mallory in Natural Born Killers sind ein müder Abklatsch, dessen auf shock-and-awe angelegte Erzählweise der ruhigen, unaufgeregten und umso bedrohlicher wirkenden Schilderung des Weges der Badlands Killer Kit und Holly nicht das Wasser reichen kann.  Sehenswert!

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3. Die Schauspielerin Maria Bello gefiel mir am besten in A History of Violence. Ich hatte sie zuvor noch nicht wissentlich gesehen und den Film natürlich wegen a) David Cronenberg, b) Viggo Mortensen und c) William Hurt auf dem Zettel. Und versteht mich nicht falsch, die haben alle ihren Job hervorragend gemacht. Aber Maria Bello spielt sie alle an die Wand, ohne dabei zu schauspielern. Ganz, ganz starker Film.

Später kam dann der Director’s Cut des Mel Gibson Films Payback raus (der mit der ursprünglichen Kinofassung wenig bis gar nichts mehr gemeinsam hat und auf alle Fälle angesehen werden sollte), und da fiel mir erneut Maria Bello auf – wieso sieht man die Frau so selten!?

4. Auf meiner ewigen Bestenliste in punkto Film stehen auf jeden Fall Peter Bogdanovichs Last Picture Show und dessen (etwas schwächere, aber liebenswerte) Fortsetzung Texasville. Die beiden bilden für mich eine Einheit:

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(Annie Potts ist übrigens grandios in Texasville und ich weiß nicht, warum ich sie nie wieder irgendwo gesehen habe.)

5. Wohingegen ich mir The Big Lebowski allerhöchstens unter Gewaltanwendung noch einmal ansehen würde. Ja, ich weiß, das ist ein Kultfilm und unantastbar, Blasphemie! Aber ich finde den einfaach so dermaßen bescheuert, ich weiß nicht, was den sonst so wunderbaren Jeff Bridges geritten hat, sich für so einen Mist herzugeben. Wahrscheinlich die ewige Liebe der Kiffergemeinde. Naja.

6. Oder braucht noch jemand eine Buch-Empfehlung? Da fiele mir spontan Alexandra Tobors (a.k.a. @silenttiffys) autobiografischer Debutroman „Sitzen vier Polen im Auto“ ein, weil ich gestern diese Leseprobe las und gleichzeitig lachen und weinen musste. Das wäre auch mal ein sehenswerter Film, das wette ich.

7. Mein zuletzt gesehener Film ist Billy Wilders The Apartment und der war wie immer wunderbar, weil ach,Billy Wilder. Was soll ich dazu noch groß sagen?

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Media Monday #49

Media Monday #49

Pünktlich zum Dienstag ist auch hier wieder Media Monday, heute Nummer 49:

1. Der beste Film mit Clark Gable ist für mich The Misfits

2. Pedro Almodóvar hat mit Volver seine beste Regiearbeit abgelegt, weil die Handlung grundsätzlich ja eher düster, bestenfalls bittersüß ist, er aber einen verglichsweise heiteren Film gedreht hat, wobei ihm sicherlich auch die umwerfend gute Besetzung geholfen hat.

3. Der beste Film mit Jennifer Connelly ist für mich Once Upon A Time In America, allerdings nicht ihretwegen, obwohl sie darin nicht schlecht war. Ich kenne nicht soo viele Filme mit ihr, aber Requiem For A Dream ist einer der besten Filme, die ich bitte niemals wieder sehen will, und das nicht zuletzt ihretwegen. Also ist es ein Kopf-an-Kopf Rennen.

4. Jeder hat so seine Filme, von denen sie/er glaubt, dass sie außer einem selbst kaum jemand kennt, obwohl sie unglaublich gut, spannend, witzig oder was auch immer sind. Raus damit, was sind eure Geheimtipps? Ich glaube nicht, daß es in Zeiten des Internets noch sonderlich viele Geheimtipps gibt. Und natürlich ist das auch immer eine Alterfrage und Trends kommen und gehen. Ich bin ein großer Fan des sog. New Hollywood, das, von den Top-Titeln wie Taxi Driver oder Deer Hunter mal abgesehen, bis vor wenigen Jahren nicht sonderlich vielen Menschen ein Begriff war. Mein Spezialgebiet, wenn ich das so sagen darf, ist das Paranoiakino und der Politthriller der 60er und frühen 70er. Wenn ich früher von Coppolas The Conversation schwärmte, stieß ich nur auf verständnislose Blicke, den Film kannte kaum jemand, nicht einmal, als dann Ende der 90er mit Enemy Of The State eine Art kluger Nachschlag kam (von Tony Scott allerdings, nicht von Coppola), in dem Hackman seine damalige Rolle gewissermassen wieder aufgriff. Inzwischen wurde sogar The Manchurian Candidate (ziemlich schlecht) neu verfilmt und unlängst habe ich sogar Gerüchte vernommen, daß John Frankenheimers Seconds wiederentdeckt wurde und ein Update erfahren soll. Aber wir leben natürlich auch in gewisser Hinsicht wieder in ähnlichen politischen Zeiten wie 1970, da dürfte das kaum überraschen.

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5. Ein neuer Film von Billy Wilder kann ja nur Wunschdenken sein.

6. Mit der besten Freundin der Welt im Kino sitzen ist für mich der perfekte Filmeabend.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist die TV Serie Mad Men in der aktuellen Staffel 5 und der die ist ungeheuerlich, sensationell und die beste TV-Serie seit The Wire, weil wirklich jede Folge besser, überraschender und nachhaltiger ist als die vorangegangene, und das seit fünf Staffeln.

Media Monday #48

  • Veröffentlicht am 28th Mai 2012,
  • veröffentlicht von
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Media Monday #48

Auch Pfingstmontag ruft die Pflicht: es ist Media Monday!

1. Der beste Film mit Chevy Chase ist für mich Caddyshack.

2. Christopher Smith hat mit ________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ________ .
Hier muss ich leider passen, da ich noch nichts von dem Mann gesehen nhabe. Wie ich der imdb entnehme, filmt er vorwiegend im Horror-/Gemetzel-/Folterporngenre, das bekanntlich nichts für mich ist.

3. Der beste Film mit Diane Kruger ist für mich ________ . Auch hier muss ich leider passen, da ich nur Troy mit ihr gesehen habe; einen Film, den ich unter optimalste Voraussetzungen als gequirlte Schifferscheiße bezeichnen würde, was zugegebnermassen nicht ausschliesslich an Frau Krüger liegt, aber sie reisst andererseits auch nix raus.

4. Der Sommer scheint endlich und wirklich Einzug gehalten zu haben in unseren Breitengraden. Wirkt sich das (und wenn ja wie) auf euren Filmkonsum aus? Ich gehe nicht mehr oder weniger als sonst auch ins Kino, denn da geht’s ausschliesslich nach dem Filmangebot. Aber ich gucke weniger DVDs als im Herbst und Winter und sitze mehr auf dem Balkon und lese oder bin sonst irgendwo draussen.

5. Mit Filmen über politisch korrekte Dramen in Dritte-Welt-Ländern wie z.B. Slumdog Millionaire kann man mich nicht hinter dem Ofen hervorlocken.

6. Drogen-Komödien im weiteren Sinne oder auch Kiffer-Komödien im engeren Sinne interessieren mich nicht ganz so brennend wie der Eierpreis in der äußeren Mongolei. Oder, präziser gesagt: So’n Scheiß guck ich nicht.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist Dog Day Afternoon und der war wie immer fantastisch , weil es eine irre Story ist, weil die Darstellung der Figuren so leicht ins Lächerliche hätte abgleiten können, weil John Cazale der tragisch unterschätzteste und viel zu früh verstorbene Schauspieler des New Hollywood war und weil der Film für mich den Sommer einläutet.

Media Monday #47

Media Monday #47

Montag, Shmontag, Media Monday!

1. Der beste Film mit Giovanni Ribisi ist für mich entweder Lost in Translation (allerdings nicht seinetwegen) oder Tom Tykwers Heaven (seinetwegen). Generell mag ich Ribisis unauffällige Verletzlichkeit, bei der auf den zweiten Blick erst deutlich wird, wie stahlhart der Mann eigentlich ist. Ich würde ihn gern mal gegen den Strich besetzt sehen.

2. Alfonso Cuarón hat mit Y Tu Mamá También seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es sehr einfach gewesen wäre, die Geschichte oberflächlich anzulegen und darzustellen und er es geschafft hat, daß ich aus dem Kino kam und unmittelbar eine neue Karte für die nächste Vorstellung gelöst habe, um weitere Ebenen zu finden als die zwölf oder dreizehn, die ich schon beim ersten Ansehen so umwerfend fand.

3. Der beste Film mit Vanessa Redgrave ist für mich moah, wie soll man sich denn da festlegen? Die Frau hat mindestens ein Dutzend unterschiedlichster, fantastischer Filme gedreht! Aber okay, dann eben nur die ersten drei, die mir spontan einfallen: Antonionis Blow-Up, Frears’ Prick up your ears oder Augusts The House Of The Spirits (den ich übrigens sehnsüchtig auf DVD erwarte, im richtigen Bildformat und mit O-Ton, bitte!).

4. Eine Frage an unsere Comic-Freunde, aber freilich auch filmisch betrachtet so relevant wie nie: Marvel (The Avengers) oder DC (Batman)? Da ich Comicverfilmungen extrem skeptisch gegenüberstehe und noch keine einzige, wirklich überzeugende gesehen habe, kann ich da keinen sonderlichen qualitativen Unterschied feststellen. Nolans Dark Knight Trilogie ist gut (auch wenn ich mir den letzten Teil schenken werde), die Spider-Man Wiederbelebung damals mit Schnucki Maguire war zumindest im ersten Teil gut; IronMan gefiel mir; da ich den Comic nicht kenne war ich wahrscheinlich auch die einzige, die mit Daredevil zufrieden war, Ang Lees Hulk hingegen war furchtbar … es ist wohl insgesamt recht ausgegelichen, aber ich bin da ziemlich leidenschaftslos.

5. Wenn Hollywood schon Bücher verfilmt, dann sollen sie gefälligst die Essenz des Buchs einfangen. Ein Buch sklavisch zu verfilmen ist weder möglich noch nötig, aber das Herz eines Buchs rauszureissen und nur das Drumherum zu verfilmen ist sinnlos und ärgerlich.

6. Damit ein Buch mich fesseln kann, muss es gut geschrieben sein. Ja, so einfach ist das.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist Michael Manns Collateral und der war auch ein paar Jahre nach dem ersten Ansehen okay, aber nicht wirklich perfekt, weil – schlagt mich – weder Tom Cruise noch Jamie Fox wirklich gute Schauspieler sind. Stars, ja. Schauspieler? Nein. Aber die Optik war, wie in jedem Mann, perfekt und die Szene mit dem Coyoten ist natürlich legendär.

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Media Monday #46

Media Monday #46

Es ist mal wieder Montag, und das heisst: Media Monday!

Ich muss mich wirklich mal bei Wolf bedanken, denn ohne diesen gefühlten kleinen Tritt in den Allerwertesten würde ich jetzt nicht bloggen, ich leide gerade unter aktuter Bocklosigkeit, das wird auch an der Anstaltspackung Procrastinat Retard liegen, die ich letzte Woche gefuttert habe.

1. Der beste Film mit Gerard Butler ist für mich Beim flüchtigen Überfliegen der imdb stelle ich fest: Ich kenne nur einen Film mit ihm, und den finde ich völlig grottig: 300. Allerdings hatte er noch eine Nebenrolle als Statist oder Matrose in dem Bondstreifen „Tomorrow Never Dies“. Das war zwar auch eine ziemliche Gurke, trotz Hamburg Content, aber immer noch besser als dieser abstoßende Müll 300.

2. Rainer Werner Fassbinder hat mit __________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil __________ . Ich habe nur zwei Filme von ihm gesehen, die ich beide nicht als besonders gut in Erinnerung habe. Ich mag aber auch diese merkwurdigen Sujets überhaupt nicht, an denen er sich abgearbeitet hat und finde ihn bestenfalls uninteressant, insofern passe ich hier.

3. Der beste Film mit Hilary Swank ist für mich Insomnia. Das ist überhaupt ein sehr sehenswerter Film und eins der besseren Remakes von Skandinavenkrimis.

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4. Thema Lieblingsfilme: Müsst ihr sie BESITZEN oder reicht euch der Kinobesuch/das Ausleihen/die Fernsehausstrahlungen? Lieblingsfilme will ich genauso auf einem physischen Datenträger besitzen wie Lieblingsmusik oder Lieblingsbücher: Damit ich sie ansehen, anhören, lesen kann wann immer ich möchte. Lieblingsfilme möchte ich außerdem in der bestmöglichen Version auf DVD haben: ungekürzt bzw. ungeschnitten, idealerweise im Director’s Cut (gerne auch zusätzlich, wenn vorhanden), ich lege Wert auf Bonusmaterial auch jenseits des EPK, also gerne Audiokommentar(e) und behind-the-scenes Kram. Allerdings ist bei Jahrzehnte alten Filmen dann plötzlich auch das EPK wieder interessant: wie wurden Trailer früher geschnitten, wie wurde ein Film vermarktet etc.
Eine gelungene Verpackung erfreut mein Designerherz zusätzlich; Schnickschnack wie Sammlerfiguren hingegen brauche ich nicht. Beispiele für wahrlich gelungene Editionen sind die Lord Of The Rings Extended Versionen, die meisten Criterion Veröffentlichungen von Filmklassikern (auch neueren). Leider wird für den deutschen Markt zu wenig in dieser Hinsicht produziert, als Sammler muss man sich da schon weltweit umschauen, was natürlich einen codefree DVD Player voraussetzt. Sehr schöne offizielle Editionen in limitierter Auflage – auch von westlichen Filmen – gibt es oft in Asien (Korea, Japan oder Hong Kong) und Autralien. Auch die Franzosen sind diesbezüglich recht extravagant, dort hat Filmkultur auch einen anderen Stellenwert als bei uns.

5. Mein liebstes Stephen King-Buch (alternativ Verfilmung) ist __________ . Das sind drei: sein bestes Buch ist in meinen Augen seine Autobiografie On writing (dt: Das Leben und das Schreiben). Die beiden besten Bücher von ihm sind für mich die Sammlung Hearts in Atlantis und Es, das mir beim ersten Lesen damals wahrlich eine Scheiß Angst eingejagt hat. Die besten Verfilmungen sind für mich Stand by Me (Regie: Rob Reiner), Hearts in Atlantis (Regie: Scott Hicks) und, gleichauf auf Platz drei, Carrie (Regie: Brian de Palma) und Dead Zone (Regie: David Cronenberg). Aber King ist für mich in erster Linie was zum Lesen; die allermeisten Verfilmungen können dem Kopfkino nicht das Wasser reichen, das er in mir hervorruft.

6. Ein zu aufdringlicher Score hat mir noch jeden Film verleidet. Und auch, wenn ich mir jetzt jede Menge Feinde mache: Fast immer ist es ein John Williams Score, der mich nervt, weil er sich zu sehr in den Vordergrund stellt, statt behutsam und unauffällig den Film zu unterfüttern.

7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel ist die aktuelle Mad Men Season 5 und die ist bislang die beste, weil so vielseitig, so überraschend, so unangenehm, so aktuell, so historisch, so … Ihr merkt, die Serie beschäftigt mich. Das hat seit, oh, wartet, Mad Men Season 4 keine Serie geschafft und das ist toll, denn üblicherweise läuft eine Serie so spätestens ab Staffel vier stark Gefahr, über’n Hai zu springen

Media Monday #45

Media Monday #45

Wieder daheim, wieder im Alltag und schon ist es Medienmontag.

1. Der beste Film mit Robert De Niro ist für mich Ach herrje, ein bisschen schwieriger ging’s gerade nicht? Ich muss bei Robert De Niro zuallererst an Once Upon A Time In America denken, Morricones wunderbares Epos über New York und Freundschaften und Verrat und die Liebe und das Älterwerden. (Hallo Paramount, wir möchten bitte eine Wiederaufführung, und zwar schnell und zwar ohne dieses 3D-Gedöns, ja? Danke!) – Ob das sein bester Film ist, mag ich nicht beurteilen, aber er gefällt mir sehr gut darin. Außerdem liebe ich ihn sehr in Frankenreiters Ronin, wobei ihm da Jean Reno gelegentlich ein bisschen ganz schön die Schau stiehlt. Im völlig überschätzten, aber dennoch einzig erträglichen Michael Mann Film Heat war er ziemlich gut. Inzwischen ist es wirklich schwierig, ihn von seinen Rollen zu trennen; ähnlich wie Jack Nicholson spielt er in letzter Zeit vielleicht nicht sich selbst, aber tritt nicht mehr hinter seine Rollen zurück. Insofern ist es sehr erfrischend, ihn als jungen, noch unbekannten Mann und wirklich sensationellen Schauspieler in Taxi Driver oder Deer Hunter zu erleben, auch wenn die inzwischen so Klischee geworden sind. – Schwierig, sag’ ich ja.

2. Robert Rodriguez hat mit Desperado seine beste Regiearbeit abgelegt, weil das El Mariachi ist, so wie er ihn gedreht hätte, wenn er Geld gehabt hätte und weil der zwar brutal aber auch brutal komisch ist. Und Antonio Banderas singt! :-D

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3. Der beste Film mit Julianne Moore ist für mich hm, ich habe gerade erst wieder Boogie Nights gesehen, da war sie schon verdammt gut. Aber nicht so gut wie in A Single Man. Gehet hin und seht diesen atmosphärisch dichten Film, in dem nicht nur Colin Firth brilliert.

4. Der einzig gescheite Film zum Thema Zeitreisen, den ich kenne ist natürlich Back To The Future. Ansonsten ist das nicht mein Genre.

5. Am Donnerstag startet die Kinoadaption von 21 Jump Street, der Serie mit der Johnny Depp seine Karriere begründet hat. Wie ist eure Meinung zu dem Remake? Toll, überflüssig oder einfach nur egal? Ich bin ja so alt, ich geb’s zu: ich habe die Serie mit Johnny Depp tatsächlich damals ein paar Male gesehen. Aber ich fand sie auch damals schon doof und belanglos und insofern ist mir auch das Remake schnurz.

6. Die beste Krimi-Serie ist Cracker, auf deutsch: Für alle Fälle Fitz. Robbie Coltranes Darstellung des alkoholkranken und mit sehr schwarzem Humor gesegneten Polizeipsychiaters ist sehenswert, aber die einzelnen Folgen sind jede für sich schon extrem harter Tobak und nichts fürs Vorabendprogramm.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Boogie Nights und der war u.a. auch deshalb immer noch toll, weil ich seit dem letzten Mal, als ich den sah ganz vergessen hatte, daß Philipp Seymour Hoffman dort (in einer kleinen Nebenrolle) mitspielt und wie verdammt gut der Mann ist.

Media Monday #44

Ich sehe gerade, die letzte Woche habe ich glatt verpennt, den Media Monday zu bloggen. Also lasse ich den jetzt mal aus und bin heute dafür pünktlich zu Nummer 44:

Media Monday #44

1. Der beste Film mit Guy Pearce ist für mich L.A. Confidential. Ja, Memento war auch prima, und The King’s Speech natürlich (auch wenn er da wenig mehr gemacht hat, als einmal durchs Bild zu laufen). Aber die hatten nicht diese Wucht von L.A. Confidential, finde ich. Ansonsten muss ich sagen, finde ich ihn ziemlich uninteressant; wirklich überzeugt hat er mich in keiner seiner Rollen, er hatte halt das Glück, in ein paar starken Filmen mitzuspielen.

2. Paul Thomas Anderson hat mit Boogie Nights seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es sooo einfach gewesen wäre, den Film zur Parodie zu machen, die Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben oder schlicht einen „schmutzigen“ Film zu drehen. Aber das hat er nicht getan, und darum ist das auch einer der besten Filme der 90er.

3. Der beste Film mit Mila Kunis ist für mich Forgetting Sarah Marshall. Ein Film, bei dem ich dachte: Oh, okay, eine RomCom mit (mir) unbekannten Schauspielern, schön seicht. Und dann kam plötzlich dieser entzückendene Film dabei herum, der mich sehr positiv überrascht hat. Sehenswert!

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4. Gibt es einen Film, der geplant und bereits im Gespräch war, letztlich – oder bisher – noch nicht produziert worden ist, auf den ihr euch aber sehr gefreut hättet? Da fällt mir leider gerade spontan keiner ein. Ich weiß noch, daß ich mich damals riesig auf den Hobbit gefreut hatte, weil ich die LOTR Filme so gern habe. Und daß ich sehr enttäuscht war als ich hörte, er werde nun doch nicht produziert. Und jetzt, wo er bald in die Kinos kommt, lässt es mich seltsam unberührt: irgendwie ist zu viel Zeit vergangen, finde ich. LOTR war eine sehr intensive Phase meines Berufslebens, die nun lange vorüber ist und ich bin einfach weitergereist. Ich werden den Hobbit sicherlich sehen, aber die Magie der ersten drei Filme wird für mich wohl unerreicht bleiben.

5. In sich abgeschlossene Miniserien sind oft toll und lassen mich meist wünschen, ich könnte die Protagonisten noch ein wenig länger auf ihrem Weg begleiten, wie das auch bei guten Büchern der Fall ist.

6. Filme mit mehreren Episoden und Erzählsträngen sind oft interessant, verlangen dem Zuschauer einiges ab und wirken meist noch länger nach.

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war „The Rich Part Of Life“ von Jim Kokoris (2002) und das war auch beim zweiten Lesen inhaltlich überwiegend toll, aber ansonsten sehr nervig, weil offensichtlich kein Lektorat, geschweige denn ein Schlussredakteur beteiligt war, um die zahlreichen Grammatikfehler vor Drucklegung rauszunehmen. Das störte dann doch sehr beim Lesen.

 

Media Monday #42

Es ist Montag! Äh, also, oay, nicht mehr ganz, aber wer wird denn gleich rumspießen? Media Monday #42 ist da:

1. Der beste Film mit Stanley Tucci ist für mich The Life And Death Of Peter Sellers. Das ist sowieso einer meiner Lieblingsfilme, und Tucci spielt hier den jungen Kubrick, ganz großartig.

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2. Roland Emmerich hat mit Independence Day seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film lustiges, spannendes, gut besetztes, schnörkellos produziertes und kreatives Unterhaltungskino im besten Sinne war, aber für einen Bruchteil des Budgets eines üblichen Hollywood Actionstreifen. Respekt!

3. Der beste Film mit Audrey Tautou ist für mich puh, schwierig. Da schwanke ich ein wenig zwischen Amélie und Un long dimanche …, die sind beide toll. Aber Amélie hat die Nase vermutlich ein bisschen vorn, weil so anders, so überraschend und so heiter-melancholisch. Mit den meisten ihrer anderen Filme die ich gesehen habe, konnte ich mich hingegen nicht anfreunden und Coco fand ich richtig ärgerlich.

4. Wie findet ihr es, wenn bekannte Filmschauspieler plötzlich im Serienfach auftauchen und vor allem, wertet das diese Serien eurer Meinung nach auf oder hat das keinen Einfluss? Äh, da fällt mir jetzt gerade so gar kein Beispiel zu ein, sorry. Wahrscheinlich gucke ich zu wenig Serien. Fast alle Gaststars oder Filmschauspieler aus M*A*S*H haben dort erst ihre Karriere erst begonnen und waren unbekannte (Lawrence Fishburne, Patrick Swayze, Regisseur Ron Howard uva.), das ist wohl die umgekehrte Variante. Ich habe gelesen, daß sich damals manche Leute nur sehr schwer bis gar nicht an David Schwimmer in der Figur des Cpt. Sobel in der Serie Band of Brothers gewöhnen könnten (HBO, 2001), weil sie ihn aus Friends kannten. Lustigerweise habe ich jedoch trotz meinen Jahren bei WB nie auch nur eine Folge Friends gesehen, insofern wußte ich zwar, daß er dort mitspielte, hatte aber kein Bild im Kopf und konnte ihm daher recht unvorhergenommen begegnen. Vielleicht bin ich auch deshalb eine der wenigen, die ihn in dieser Rolle wirklich gut und reichlich furchterregend fanden.

5. Filme, bei denen in den letzten fünf bis zehn Minuten vor Schluss alles über den Haufen geworfen wird, was man zuvor gesehen hat können gut gehen, meist aber sind sie Mist.

6. Im Grunde ist Edward Norton einer meiner liebsten Schauspieler, aber The Italian Job mit ihm war wirklich enttäuschend, denn obwohl das kein Meisterwerk war sondern ein überflüssiges Remake, war es doch ein lustiger Actionfilm mit tollem Tempo, guten Dialogen und gut aufgelegten Schauspielern – nur Ed Norton hatte ganz offensichtlich keinen Bock und hat nur mitgespielt, weil er Paramount noch zwei Filme aus seinem Vertrag schuldete. Seine Unlust ist in jeder Szene zu spüren und der einzige Mißton an diesem ansonsten prima Popcornfilm.

7. Mein zuletzt gesehener Film war noch einmal The Iron Lady und der war besser als beim ersten Ansehen, weil mir bald deutlich wurde, daß dies kein Film über Maggie Thatcher ist, sondern eigentlich in erster Linie über das Altern und was es mit uns macht. Es sind die kleinen Dinge und Momente, die diesen Film nicht groß, aber doch besser machen, als gedacht.

To Rome With Love (Trailer)

Ich werde ja wohl nicht zum Woody Allen Fan auf meine alten Tage, oder? *ungläubig guckend*
Wobei … Wenn Woody auf seine alten Tage aus NYC herauskommt und neuerdings überall sonst dreht, dann kann man sich das wohl mal ansehen. Und Rom ist ja sowieso toll.

Ein Filmstöckchen, ein Filmstöckchen!

Christian hat es von der Kaltmamsell aufgefangen und mich beworfen. Da wommadomma sehen:

  • Gehst Du (noch) ins Kino, oder hat ihm das Heimkino mit allen seinen Vor- und Nachteilen da inzwischen den Rang abgelaufen?

Ich gehe nicht mehr so häufig ins Kino wie früher. Das hat einige Gründe: erstens gibt es nicht mehr so viele Filme, die mich interessieren, oder besser gesagt: ich bin wählerischer geworden. In den 80ern und 90ern habe ich als Schülerin, Studentin und den ersten Jahren meines Arbeitslebens einfach alles geguckt, was lief. Ob Jim Jarmusch oder Ivan Reitman, ich habe alles aufgesogen wie einen Schwamm. Die Magie des Kinos hatte mich fest in ihren Bann gezogen und glücklicherweise gab es bei uns im Vorort zwei Programmkinos, die die legendären Schinken wie Lawrence of Arabia genauso auf die große Leinwand brachten wie Porky’s oder Grease. Danach war ich nicht mehr in jedem Film, aber immer noch zweimal pro Woche im Kino, bis ich dann schliesslich berufsbedingt wieder in jedem Film war. Inzwischen bin ich bei den statistischen zweimal pro Jahr angekommen, die der Deutsche ins Kino geht. Das liegt zweitens daran, daß ich keine Lust mehr dazu habe, alleine ins Kino zu gehen und meine beste Freundin, mit der ich während des Studiums wirklich fast jeden Abend im Kino war, kaum noch Zeit hat. Insofern gehe ich jetzt hauptsächlich, wenn Captain Jack und/oder sein kleiner Bruder gehen wollen und wir alle Zeit haben. Zuletzt war das Johnny English II, das ist also auch schon eine ganze Weile her. Und schliesslich ist es auch eine finanzielle Frage: Kino ist unfassbar teuer geworden und dabei gefühlt immer schlechter. Wo man früher 5 oder 7 DM zahlte, sind es jetzt mindestens 7 oder 8 Euro und meistens mehr, wegen Überlänge. Die Überlänge macht einen Film nur in den seltensten Fällen besser, erzwingt aber neuerdings eine Pause im Kino, die dem Ankurbeln des Popcornverkaufs dient. Und um einen mittelmässigen Film zu sehen, der außerdem noch zu lang und zu teuer ist und unterbrochen wird, fehlen mir Zeit, Geld und Lust. Dann warte ich lieber eine Weile und sehe ihn mir auf iTunes an (meist dem US Store, denn dort gibt es O-Ton; warum ein legaler download übrigens genauso viel kosten soll wie eine DVD, aber weder O-Ton noch Untertitel besitzt, oder gar einen Regiekommentar, das muss ich nicht verstehen, oder?). Illegale Downloads mache ich nicht; bei allem Streit über die semantischen Fragen der Raubkopiererei ist es für mich genau das: schnöder Diebstahl.

  • Hollywood? Bollywood? Western oder Drama, finnisches Problemstück oder deutsche Kommödie – gibt es Genres die Dich garantiert ins Kino ziehen oder garantiert abhalten?

Ich entscheide eher selten nach Genre, meist ist es ein Regisseur oder die Story, der bzw. die mich ins Kino zieht. Aber sagen wir so: Bollywod und deutsche Komödien brauche ich jetzt nicht unbedingt.

  • »Sex and the City, der Film« – wie stehst Du dazu, wenn erfolgreiche Fernsehserien den Sprung ins Kino wagen – und gibt es eine Serie, die Du gerne dort sehen würdest?

Die letzte erfolgreiche Serie die den Sprung ins Kino geschafft hat und dabei klar gewann, war Mission: Impossible. Ansonsten gibt es bei solchen Medienwechseln meist nur Verlierer auf allen Seiten. Ich habe keine Lieblingsserie, der ich das antun wollen würde.

  • Harry Potter der siebte, James Bond der achtunddrölfzigste – bist Du ein Kino-Serien-Gänger?

James Bond gucke ich natürlich, aber das würde ich nicht unbedingt als Serie betrachten. Die Filme haben ja nur eine sehr grobe äußere Rahmenhandlung und man kann sie alle unabhängig voneinander und durcheinander sehen, ohne etwas von der Handlung verpasst zu haben.

Bei Harry Potter habe ich aufgehört als ich durfte (wenn ich das mal so böse sagen darf) und auch keinerlei Interesse an den Fortsetzungen oder eventuellen Spin-Offs.

Heutzutage wird ja alles was mehr als zwei Besucher hatte mindestens zur Trilogie ausgebaut, was meist nicht funktioniert und die Schwächen des in der Regel noch ersten  stärksten Teils ebenfalls schreiend offenbar werden lässt. Oder noch schlimmer, es werden ausschliesslich aus kommerziellen Gründen einzelne Teile in zwei Filme zerlegt (der letzte Harry Potter zum Beispiel, und was ich so höre, wird es bei The Hunger Games ähnlich sein). Film war schon immer eine Irrsinsbranche, die Verrückte und Spieler anzog, und in der sich die Kreativität und der Kommerz sehr fein ausbalancieren mussten. Inzwischen finde ich die kreativsten Filme im Netz, von kleinen Indie-Regisseuren. Hollywood ist tot.

  • Und zum Schluß: Schon mal im Kino gewesen, nur um zu knutschen?

Im Autokino, ja. Moonwalker. Ich habe gehört, der Film soll echt schlecht gewesen sein. :o)

Meine fünf Fragen lauten:

1. Was war Dein erster Kinofilm und hast Du ihn später noch einmal gesehen? Wie fandest Du ihn dann?

2. Welches sind Deine drei liebsten Filmszenen und warum?

3. Hast Du schon einmal selbst einen Film gedreht, und sei es nur auf Video oder Super 8, so richtig mit Drehbuch, Maske/Kostüm und was war das für einer? Bzw. was wäre das für einer, wenn Du das machen würdest?

4. Gibt es einen Film, der Dir Angst macht und den Du nie, nie, nie wieder sehen willst?

5. Und welchen Film würdest Du gerne noch einmal auf der großen Leinwand sehen, der leider nur noch im TV oder auf DVD zu haben ist?

Und ich werfe das mal weiter an Herrn Beethoven, den Herrn der Worte, Frau Gröner (#irgendwasmitfilm), Herrn Ramses und Frau Elise.

Media Monday #40

Jahaa! Manchmal schaffe ich es auch am Montag:

1. Der beste Film mit James Caan ist für mich The Godfather, aus dem kühlen Grund, daß es der einzige Film mit ihm ist, der mir auf Anhieb einfällt, obwohl er einige wirklich gute Filme gedreht hat (Dogville, Misery, Gardens Of Stone allen mir da spontan ein). Aber die kommen nicht an diesen heran.

2. Joel Schumacher hat mit Falling Down, Phone Booth und Tigerland seine besten Regiearbeiten abgelegt, weil es mir a) unmöglich ist zu entscheiden, welcher von diesen am besten ist, sie haben mich alle sehr gepackt und nachhaltig beeindruckt (Colin Farrell ist wirklich gut, man hatte es vergessen, aber seht selbst!) und b) ich eigentlich noch The Client hier anfügen möchte, der zweifelsfrei die beste John Grisham Verfilmung ist, was ein bisschen klingt wie „diese Scheiße schmeckt noch am ehesten nach Schokolade“, aber eben auch zeigt, daß er aus den unmöglichsten Vorlagen die tightesten Filme machen kann, die den Zuschauer sich in den Sessel krallen lassen und anschliessend schweissgebadet aus dem Kino torkeln. Und das alles ohne Überlänge. Ja, ich will wieder mehr Joel Schumacher Filme sehen.

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(Wat lernt uns dat? Immer schön durchspielen lassen!)

3. Der beste Film mit Rachel McAdams ist für mich The Notebook . Ja, schon klar, Schmonzette und so, und auch gar nicht mein Fall eigentlich, aber die anderen Filme mit ihr die ich kenne (Sherlock Holmes, Red Eye, Wedding Crashers, State of Play) fand ich noch weniger berauschend. Liegt nicht unbedingt an ihr, vielleicht hat sie einfach ein Händchen für leblose Filme, aber andererseits ist sie handwerklich auch nicht gerade eine Meryl Streep, um es mal vorsichtig zu formulieren.

4. Mit Tucker hat Francis Ford Coppola seinen schlechtesten Film abgeliefert, weil der Film, der sich um die inneren Beweggründe der Hauptperson dreht es versäumt, einem diese Beweggründe in irgend einer Form nahezubringen. Preston Tucker war sicherlich eine faszinierender Typ, aber der Film macht nur ein Kostümdrama daraus, und das trotz recht guter Besetzung (Jeff Bridges, Joan Allen können in aller Regel deutlich mehr). Coppola drehte den Film zu einer Zeit, als sein eigener Stern ziemlich verglüht war, er komplett pleite war und ein Stück weit auch unter fortgeschrittener Paranoia litt, bzw. diese vielleicht gerade besonders ausgeprägt war. Gewisse Parallelen zum Character der Hauptfigur dürfen also gezogen werden, aber verhindern eben auch einen wirklich guten Film (der Stoff gäb’s jedenfalls her).

5. Damit eine Serie mich in ihren Bann zieht und ich sie mir regelmäßig anschaue, muss sie die Balance halten zwischen überraschenden, aber inhaltlich sinnvollen Wendungen und einem gewissen Maß an Vorhersehbarkeit und vertrauten Ritualen. Außerdem hilft es, wenn die Besetzung wirklich gut ist und nicht nur nach Optik ausgesucht wurde.

6. Die am meisten enttäuschende Comic-Verfilmung war für mich Ang Lees Hulk. Insgesamt kann ich Comicverfilmungen sowieso nichts abgewinnen, da ich glaube, dieses Medium lässt sich trotz – oder vielleicht gerade aufgrund seiner Nähe zum Medium Film – noch schlechter übersetzen als normale Buchvorlagen. Aber von Ang Lee hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Vielleicht gab die Figur oder Geschichte des Hulk auch nicht genug her, aber wahrscheinlicher ist es , daß der Druck des Studios zu groß war, ordentlich bang for the buck zu kriegen. Pfeif’ auf die seelischen Qualen des Protagonisten, die Lee ja in jedem anderen Film so herausragend auf die Leinwand gebracht hat.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Where Soldiers Come From und der war nicht so beeindruckend wie gedacht und gehyped, weil dann doch zu vorhersehbar und jeden neue Erkenntnisgewinn. Junge Männer sind dumm wie Brot und glauben der Werbung für Army und Vaterland, Kleinstadtcommunities halten zusammen, Krieg ist langweilig und doof, Bürokraten sind Monster. Je nun.

Media Monday #39

  • Veröffentlicht am 27th März 2012,
  • veröffentlicht von
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Fast hätte ich es rechtzeitig geschafft:

1. Der beste Film mit Colin Firth ist für mich A Single Man.

2. Steven Spielberg hat mit Empire Of The Sun seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es sein erster erwachsener Film war, wenn auch aus den Augen eines Kindes (Christian Bale in seiner bislang besten Rolle). Kein anderer Spielberg hat mich so gerührt, schockiert oder hat so lange nachgewirkt.

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3. Der beste Film mit Marion Cotillard ist für mich Un long dimanche de fiançailles. Das war der Film, wo sie mir das erste Mal auffiel, und ich habe viele gute Erinnerungen daran (nicht zuletzt, weil ich ihn damals recht gut vermarkten konnte, was bei dem Genre, der Länge und einem französischen Film nicht unbedingt vorherzusehen war).

4. Mit G.I. Jane hat Ridley Scott seinen schlechtesten Film abgeliefert, weil das Drehbuch so hanebüchen war, daß der Regisseur da auch nichts mehr retten konnte. Ich bin bekennendes Ridley-Fangirl und mache ihm den Film nicht wirklich zum Vorwurf.

5. Angenommen, dir stünde ein unbegrenztes Budget zur Verfügung, um einen Film zu drehen, was für ein Film würde das vermutlich werden? Vermutlich ein klassischer 2D-Zeichentrickfilm. Die sind mit am aufwendigsten zu erstellen und chronisch unterbudgetiert; es ist mir ein Rätsel, wie man für die oft lächerlichen Summen solche Meisterwerke erstellen kann;des Rätsels Lösung lautet in aller Regel: kann man nicht; alle müssen für wenig Geld und aus viel Liebe arbeiten. Andererseits machen unbegrenzte Budgets wahrlich nicht unbedingt kreativer, wei man auch inzwischen weiß.

6. Mein liebster irischer (oder in Irland spielender) Film ist The Secret Of Kells.

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7. Mein zuletzt gesehener Film war __________ und der war __________ , weil __________ . Ich habe leider letzte Woche keinen Film gesehen.

Right Here, Right Now

Es gibt gerade zwei Themen aus der Welt der Unterhaltungsindustrie, die offenbar auf allen Kanälen mit aller Macht beworben werden: Game of Thrones, eine TV Serie aus dem Fantasygenre, und The Hunger Games, ein Kinofilm, der, wenn ich das richtig verstanden habe, eine Kreuzung aus Mad Max III, Schwarzeneggers Running Man, Michael Bays The Island und District 13 ist.

Ich schreibe dazu worum es sich jeweils handelt, weil ich von beiden Themen bis letzte Woche noch nie etwas gehört habe. (Falls ich sehr daneben liegen sollte, hat das Marketing ziemliche Scheisse gebaut.)

Halt, das stimmt so nicht ganz — Game of Thrones begegnete mir erstmals vor ein paar Wochen in dem berühmten Cartoon, in dem ein aufrechter Nutzer gern diese Serie ausleihen, auf DVD kaufen, legal streamen oder downloaden will, aber nicht kann, weil das nur nach den Spielregeln und Veröffentlichungsplänen der Unterhaltungsindustrie gehen soll, die kein Interesse daran hat, daß ein Inhalt umgehend überall und sofort erhältlich ist. Am Ende lädt er traurig, mit schlechtem Gewissen aber binnen weniger Minuten und ohne grosse Mühe via torrent die Raubkopie herunter. Da dieses Prinzip  „ich will es jetzt“ jedoch bei jedem Titel greift bzw. greifen kann, hatte ich dem Namen keine weitere Beachtung geschenkt.

Das zweite Mal begegnete mir Game of Thrones am Freitag in meiner Twittertimeline, wo sich über die synchronisierte, verstümmelte Fassung der deutschen TV-Erstausstrahlung aufgeregt wurde. Ich war milde interessiert und beschloss, mir das nicht anzutun und darauf zu warten, bis die Serie im US iTunes Store zu leihen sein würde. Aber eigentlich habe ich es eh nicht so mit Fantasyspektakel, Männern in Wolfsfellen mit Schwertern oder blutigen, mittelalterlichten Schlachten und brauche mir das nicht mal mehr geliehen anzusehen; selbst dann nicht, wenn sie von HBO kommen.

Boromir und schlecht gefärbte Blondinen? Nö, lasst man.

The Hunger Games ist ein Film, der offenbar auf einer erfolgreichen Jugendbuchvorlage von 2008 basiert, die ich ebenfalls nicht kenne. Von dem Film erfuhr ich erstmals letzte Woche, als ich ein Plakat auf einem U-Bahnhof sah. Das Plakat war so dermassen schlecht gestaltet und wirkte so unfassbar billig, dass ich natürlich annahm, es handele sich um einen TV-Zweiteiler auf RTL II oder SAT.1. Dann tauchten in diversen meiner abonnierten RSS feeds US-amerikanischer Blogs Hinweise auf den Film auf und ich war etwas fassungslos. Zum einen, daß ich — obwohl fast 24/7/365 online lebend und aus der Entertainmentbranche kommend und in ihr gut vernetzt – von diesem neuen Hype noch gar nichts mitbekommen hatte und zum anderen, wie ein planmässiger Blockbuster so billig und schlecht beworben werden kann. Ich habe unter einem Stein geschlafen, wie es aussieht. Okay, ich habe auch eine Weile gebraucht um zu merken, daß Twilight eine TV-Serie UND ein Film (oder mehrere?) ist und nicht identisch mit Buffy The Vampire Slayer.

»Wenn die Nachricht für mich wichtig oder interessant ist, wird sie mich schon irgendwann erreichen«, so heisst es ja. Ich bin sehr froh, daß ich erst jetzt mit diesen beiden Themen konfrontiert werde, Wochen, Monate, wenn nicht Jahre nach ihrem Erstauftritt und ich sie fortan gepflegt ignorieren kann.

Media Monday #38

Endlich wieder Montag!

1. Der beste Film mit Charlton Heston ist für mich Erdbeben. Der ist einfach so dermassen trashig, der passt perfekt zum Nicholas Cage seiner Tage, dem Mann, der weniger Ausstrahlung und schauspielerische Fähigkeiten hat als ein benutzter Kaugummi oder Keanu Reeves.

2. Jim Jarmusch hat mit Stranger Than Paradise seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er das Independent Kino damit neu auf die Landkarte brachte.

3. Der beste Film mit Judi Dench ist für mich A Room With A View. Ich mag Dame Judi sehr gerne als M, und auch in den klassischen Shakespearedramen oder anderen Literaturverfilmungen. Aber die sind wenig überraschend.

4. Es gibt ja so manches Genre, was im Grunde so gut wie ausgestorben ist, seien es Piratenfilme oder auch klassische Western, auch wenn es (erfolgreiche) Ausnahmen von der Regel gibt (Pirates of the Carribean, True Grit). Könnt ihr euch erklären, warum diese von der Bildfläche verschwunden sind? Och, Filme kommen und gehen in Wellen, das ist immer eine Frage der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Stimmung. Je düsterer und gewalttätiger die Stimmung im Lande, desto düsterer und gewalttätiger die Filme – heitere Stoffe, Kostümdramen, Pferdeopern sind etwas für heitere Zeiten, in denen die Welt heile ist. Insofern befürchte ich, es wird keine länger anhaltende Renaissance dieser Genres geben, wie es ja auch kaum noch echte, leichte Komödien mit Grips gibt.

5. Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr erst aufgrund der Verfilmung von einem Buch erfahren hattet, welches ihr daraufhin gelesen habt und wie hat das gegebenenfalls eure Sichtweise auf den Film verändert? Meist kenne ich die Bücher, die verfilmt werden und je nach dem, ob ich das Buch sehr mag, spare ich mir dann den Film lieber, denn wirklich gute Literaturverfilmungen sind extrem selten. Aber es gibt die eine oder andere Comicverfilmung, bei der ich mit dem entsprechenden Universum der Figuren nicht vertraut bin, weil mich diese Comics einfach nicht interessieren (Spider-Man, Batman, die Marvel und DC Veröffentlichungen etc. … ich bin eher ein Fan der franko-belgischen Zeichner und Autoren und kenne mich dort besser aus). Ich habe Frank Miller’s Werk noch einmal neu gelesen nach Nolans Verfilmung von Batman Begins und mochte das Buch etwas lieber als beim ersten Lesen Ende der 80er, aber nach wie vor kann ich mit Superhelden nichts anfangen.

6. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten Serien zu schauen, ob auf DVD, im Internet, Pay- oder Free-TV, aber am ehesten bevorzuge ich doch die DVD, weil ich mein Leben nicht nach dem Fernsehprogramm richten kann und will und weil ich keine Lust habe, eine Woche lang zu warten, bis ich eine neue Folge sehen darf, weil ich Werbeunterbrechungen hasse und sowieso am liebsten O-Ton gucke.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Ein Fisch namens Wanda und der war erfrischend, weil ich ihn mit meinen Patenjungs gesehen habe, die ihn natürlich noch nicht kannten und sich scheckig gelacht haben.

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Media Monday #37

Huch? Montag und ich schaff’s tatsächlich, pünktlich etwas zum Media Monday zu schreiben?

1. Der beste Film mit Ryan Phillippe ist für mich Crash. Nicht nur ist das in meinen Augen einer der besten Filme überhaupt, aber auch Ryan Philippe hinterlässt hier großen Eindruck in diesem erstklassig besetzten Ensemblefilm. Lange Jahre war er für mich nur der Junge aus Cruel Intentions, aber seit Crash hat sich das geändert.

2. Zack Snyder hat mit __________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil __________ . Hier muss ich passen. Ich kenne nur zwei Filme von Zack Snyder, 300 und Watchmen und beide finde ich so übel, daß ich sie nicht empfehlen kann.

3. Der beste Film mit Amber Heard ist für mich The Rum Diary. Den einzigen anderen Film, den ich beim flüchtigen Überfliegen der IMDB mit ihr gesehen habe, ist Friday Night Lights, und an den kann ich mich nicht mehr erinnern, bzw. die gleichnamige TV Serie überschattet bei mir die Erinnerungen an den Film.

4. Unlängst fiel mir der Flyer des Fantasy Filmfest in die Hände; leider wird es dieses Jahr terminlich mit einem Besuch nicht hinhauen, aber immerhin war ich ja beim Festival Großes Fernsehen. Wie sieht es bei euch aus, gibt es Film- oder Fernsehfestivals, die ihr gerne besuchen würdet oder definitiv besuchen werdet? Ich gehe schon lange nicht mehr auf Festivals, die Zeiten sind vorbei. Ich war auf vielen, großen und kleinen, berühmten und nicht so berühmten, aus beruflichem „müssen“ und privatem „wollen“, aber ihnen allen gemeinsam war: die Leute haben genervt und die meisten Filme waren Mist.

5. Thema Krimi: Lieber groß angelegter, aufwendig produzierter und eigenständiger Film oder wöchentliche Serie mit in sich abgeschlossenen Fällen? Ich bin kein großer Krimifan, aber unabhängig vom Genre finde ich, eine Geschichte sollte die Zeit bekommen, die sie benötigt – und keine Sekunde mehr. Daß 9 von 10 Filmen heute zu lang sind, einfach aus kommerziellen Gründen (man kann mehr Werbepausen einblenden bzw. mehr Popcorn und Cola in den Zwangspausen verkaufen, ganz zu schweigen von dem Euro Aufschlag wegen Überlänge), ist mit ein Grund für die nachlassende Qualität und den traurigen Zustand des Kinos insgesamt. Serien wie The Wire oder, aktueller, Homeland, in denen eine Geschichte über viele Folgen oder gar Staffeln hinweg erzählt werden muss, weil diese Zeit nötig ist, die sind selten geworden und natürlich eine Qual, wenn man sie in Echtzeit guckt, also ggf. mit einer Woche Pause zwischen den Folgen. So etwas kann man dann nur am Stück hintereinanderweg auf DVD sehen, was natürlich das Dilemma fürs Fernsehen nicht kleiner werden lässt.

6. Stereotype, klischeebeladene Frauenrollen nerven. Genauso wie stereotype, klischeebeladene Rollen jeder anderen Art.

7. Mein zuletzt gesehener Film war David Finchers Zodiac (Director’s Cut) und der war toll, weil  er sich die nötige Zeit nahm die er brauchte und die Atmosphäre vintage Fincher war, ohne in blutiges Gemetzel auszuarten: atmosfear.

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Media Monday #36

Haha! Geschafft! Es ist Montag! Genauer gesagt:

Media Monday #36

1. Der beste Film mit Ethan Hawke ist für mich Before Sunrise. Er hat so einige gute Filme gedreht, und in den älteren (Dead Poet’s Society, Reality Bites, Before Sunrise) ist er mir weitaus nachhaltiger im Gedächtnis geblieben als in den jüngeren (Training Day, Hamlet, Lord of War). Wirklich gut finde ich Hawke nie, er ist für mich ein wenig die „Kevin Bacon für Fußgänger“-Version, aber Before Sunrise war sehr anrührend und gefällt mir am besten.

2. Kevin Smith hat mit Clerks seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der so überraschend, so anders, so frech, so witzig und kurzweilig war wie keiner seiner späteren Filme. Ich weiß noch, wie ich aus dem Kino taumelte und am liebsten gleich wieder auf dem Absatz kehrt gemacht und rein in die nächste Vorstellung gegangen wäre.

3. Der beste Film mit Marisa Tomei ist für mich What Women Want. Da ist sie mir das erste Mal aufgefallen und obwohl ich den Film nur noch einmal auf DVD gesehen habe, habe ich ihre Szenen unmittelbar vor Augen und muß lachen.

4. Den epischsten Weltuntergang gab es meiner Meinung nach in Fight Club

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5. Wenn ich lese, dass es einen neuen Film mit Adam Sandler gibt, dann ist mir eigentlich schon im Vorfeld klar, dass ich den weiträumig umfahren werde.

6. Schaut ihr euch so eure liebsten Filme an, woran würdet ihr festmachen, dass ein Film euch nachhaltig und mehrmalig begeistert? Er muß gute Dialoge haben, eine mitreißende Story, gut fotografiert sein bzw. packende Bilder haben und wenn die Musik einem drei Tage später noch von irgendwoher plötzlich im Kopf rumschwirrt, dann ist das auch nicht verkehrt. Er muß mich zum Nachdenken bringen und ich muß das Gefühl haben, noch nicht alles gesehen zu haben, wenn er zu Ende ist. Ich möchte nicht, daß er zu Ende ist. Ich habe ein inniges Verhältnis zu den Charakteren (oder wenigstens einem davon) aufgebaut. Ich möchte mindestens einmal während des Fims zum lachen, weinen, zittern, jubeln gebracht worden sein.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Bringing Up Baby (dt. Leoparden küsst man nicht) und der war so frisch wie vermutlich im Jahr seines Erscheinens (1938), weil das Drehbuch und die Story stimmte, das Tempo wahnwitzig war und die Schauspieler super.

Media Monday #35

Ich glaube, Mittwoch ist der neue Montag. *hust*

1. Der beste Film mit Jake Gyllenhaal ist für mich Brokeback Mountain. JG hat einige sehr gute Filme gedreht, darunter auch Finchers Zodiac, den ich wohl als einzige mehrfach gesehen und genossen habe (dafür finde ich Donnie Darko ultrabescheuert), aber Ang Lees Brokeback Mountain ist mir am Eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben. Ich fand und finde ihn nicht besser als Crash, der in meinen Augen zu Recht damals den Oscar gewann, aber ich fand ihn filmisch umwerfend, inhaltlich herzzerreissend und auch musikalisch ganz großes Kino. Und JG war ein absolut ebenbürtiger Leinwandpartner für den meist zuerst mit diesem Film assoziierten Heath Ledger.

2. Jon Favreau hat mit Iron Man seine beste Regiearbeit abgelegt, weil das einer der ganz wenigen Comicverfilmungen ist, die nicht ausgelutscht, langatmig und total blöd waren. Allerdings hatte er mit Robert Downey Jr. natürlich auch enormes Glück. Ich bin nicht sicher, ob das mit, sagen wir mal, Shia LaBoeuf ebenso glatt gegangen wäre.

3. Der beste Film mit Emma Stone ist für mich ?. Ich habe wissentlich keinen Film mit der Dame gesehen, oder wenn, dann ist sie mir nicht im Gedächtnis geblieben.

4. Während die meisten von The Big Lebowski ganz begeistert waren oder er sich generell großer Beliebtheit erfreut, konnte ich dem rein gar nichts abgewinnen, weil … ja, warum? Ich weiß es nicht. Ich habe mehrere Anläufe genommen, aber ich fand den damals schon im Kino so dermaßen beknackt, das hat sich nie geändert. Ich hatte ihn dann auch mal auf DVD, um ihm eine zweite Chance zu geben, aber das hat auch nichts gebessert; dieser Film ist der einzige Coen Film, den ich rundherum scheiße finde. Und dabei liebe ich alle Darsteller darin. Es ist mir ein absolutes Rätsel.

5. In der Hoffnung, dass auch einige Leseratten in der Runde vertreten sind: Fröne ich einmal nicht dem Filmkonsum, lese ich furchtbar gerne Bücher von allen möglichen Autorinnen und Autoren, weil ich unglaublich vielseitig interessiert und außerdem lesesüchtig bin. Aktuell ist das Simon Garfields Werk Just My Type, das mir der liebe Alexander einfach so geschenkt hat, weil er dachte, es könnte mich interessieren. Tut es. *virtuell abknutsch*

6. Es gibt populäre Beispiele für Fantasy-Adaptionen, sei es im Serien-Segment Game of Thrones oder auf großer Leinwand Der Herr der Ringe. Wie steht ihr generell zu dem Genre und als Bonusfrage: Gibt es eine (Fantasy-)Buchreihe, zu der ihr euch ebenfalls eine Adaption (und wenn ja, in welcher Form) wünschen würdet? Ich habe mit dem Fantasygenre generell nichts am Hut, es ist mir relativ schnurz, aber liebe Tolkiens Herr der Ringe Trilogie und auch die Peter Jackson Filme. Das hängt vermutlich damit zusammen, daß ich zu meinen Zeiten bei Warner Bros. beruflich sehr intensive fünf Jahre mit dem Thema verbracht habe. Genau wie übrigens mit den ersten Hary Potter Verfilmungen, die ich jedoch nicht annähernd so interessant fand und wo ich – im Gegensatz zu Peter Jacksons Verfilmungen – meine Arbeit auch als solche wahrgenommen habe, und nicht als totales, unfassbares Vergnügen und als große Ehre, eines der drölf Fantastilliarden Rädchen in der Maschinerie gewesen zu sein, das an diesem Werk mitarbeiten durfte. – Aber um auf die eigentliche Frage zurückzukommen: Nein, gibt es nicht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Die Feuerzangenbowle und der war teils wie immer hinreissend komisch, teils tragisch, weil ich den nie sehen kann, ohne an die bitteren Umstände seiner Entstehungsgeschichte zu denken und mich jedes Mal frage, welche der Schüler die Premiere schon nicht mehr erleben durften, weil sie inzwischen eingezogen und gefallen waren.

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Media Monday #34

Vielleicht schaffe ich es ja nächsten Montag pünktlich. *seufz*

1. Der beste Film mit Willem Dafoe ist für mich Puh. Der Mann hat wahrlich eine Menge Gurken gedreht. Natürlich fällt mir zuallererst Platoon ein, und das ist vermutlich auch der beste Film mit ihm, den ich kenne. Aber der Film, in dem er mir am besten gefallen hat ist mein guilty pleasure Boondock Saints. Filmisch absolut für die Tonne (obwohl er herrlich Spaß macht), aber Dafoe ist unfassbar gut und überdreht und einfach bemerkenswert in diesem Schlachtplatte DeLuxe-Streifen, der hierzulande auf dem Index steht

2. Tim Burton hat mit Sweeney Todd seine beste Regiearbeit abgelegt, weil zwar alle seine Filme super sind, aber nur dieser so super, daß man ihn dreimal hintereinander sehen kann und immer noch nicht gelangweilt ist, und weil er Johnny Depp zum Singen gekriegt hat

3. Der beste Film mit Helena Bonham Carter ist für mich Sweeney Todd. Der Film, in dem mir Helena Bonham Carter jedoch erstmals aufgefallen ist und den man allein ihretwegen gesehen haben sollte (obwohl alle anderen, außer dem Hauptdarsteller, auch durchweg ausgezeichnet darin sind) ist Zefirellis Hamlet

4. Der schlechteste Film, den ich in den letzten vier Wochen gesehen habe fällt mir nicht ein. Ich glaube, meine Verdrängungsmechanismen sind hervorragend justiert, oder aber ich habe keine schlechten Filme gesehen.

5. Mit Filmen vom Regisseur Ingmar Bergman kann ich überhaupt nichts anfangen, weil ich von denen grundsätzlich schlechte Laune kriege. Okay, es ist ein Klischee, „Bergmans Filme machen depressiv“, aber wie an jedem Klischee ist auch an diesem etwas dran.

6. Science-Fiction als Genre in all seinen Ausprägungen kann ich einfach nicht leiden. Ich finde keinen Zugang zu diesem Genre, auch wenn ich A Space Odyssey mehrfach (sogar im Kino) gesehen habe und sehr gut finde, aber das ist vermutlich auch kein typischer SciFi-Streifen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Untitled (das ist der Director’s Cut von Cameron Crowes Almost Famous) und der war wie immer super , weil die Story so absurd und trotzdem wahr ist, der Film so exquisit besetzt ist, die Musik einfach meine Musik ist, der ganze Film mich noch Tage später in Bestlaune versetzt und man einen Regisseur, der zum Audiokommentar seine Mami mit ans Mikro holt, einfach nur lieben kann.

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Media Monday #33

Jaja, ich weiß … also denn:

1. Der beste Film mit Sam Rockwell ist für mich The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford.

2. Lars von Trier hat mit Dogville seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es mit minimalen Mitteln und maximaler Reduktion einen Film geschaffen hat, dessen Bilder sich stärker in mir festgefressen haben als jeder CGI-Feuersturm.

3. Der beste Film mit Emma Roberts ist für mich  – mit wem? Nie gesehen oder gehört.

4. Welcher Film-Soundtrack oder Score hat euch am meisten oder nachhaltigsten begeistert? Ach, herrje – da gibt es so viele. Ich liebe ja v.A. die meisten Lennie Niehaus Scores, aber mal weg vom Jazz ist Rachel Portmans Score für The Legend of Bagger Vance einfach unglaublich schön. Von den großen Namen mag ich tatsächlich Hans Zimmers Scores für Thelma & Louise und Black Hawk Down sehr gerne (die übrigens hervorragend seine Vielfältigkeit illustrieren … von wegen, der klingt immer gleich!)

5. Den einen sind deutsche Filme verhasst, wieder andere können mit Hollywood-Produktionen nichts anfangen, den nächsten ist Bollywood ein Greuel. Gibt es (nicht nur länderspezifische) Sparten, denen ihr absolut nichts abgewinnen könnt? Nein, nicht wirklich. Ich kenne nichts aus Bollywood und das spricht mich auch nicht so an, aber ich habe nur genrespezifische Beschränkungen (kein Sci-Fi, kein Horror, kein Torture-Porn), keine länderspezifischen. Warum auch?

6. Buddy-Komödien können Spaß machen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war __________ und der war __________ , weil __________ . Ich habe leider null Zeit fürs Filmegucken im Moment, nicht mal für DVDs. Das muss sich auch ändern.

Media Monday # 31

Es ist wieder Montag, juhu! Und das kann nur eines heißen: ein neuer Eintrag aus der Reihe «Media Monday». Wie letzte Woche gilt: die Fragen sind fett gestellt (ha-ha), meine Antworten regular.

1. Der beste Film mit George Clooney ist für mich The Thin Red Line, allerdings nicht seinetwegen. Der Film, in dem er mir am besten gefallen hat, ist Ocean’s Eleven. Generell mag ich ihn lieber in heiteren Rollen als in heavy stuff, und Ocean’s Eleven ist wunderbar leicht, heiter, locker und gefällig (über die Fortsetzungen bereite ich mal gnädig den Mantel des Schweigens).

2. Woody Allen hat mit Manhattan Murder Mystery seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er es geschafft hat, daß ich den Film zuende gesehen habe ohne mich zu Tode zu langweilen, wie sonst in seinen Filmen.

3. Der beste Film mit Michelle Williams ist für mich [googelt Michelle Williams …] Brokeback Mountain, auch ihretwegen.

4. Zehn Werke wurden als beste Filme des Jahres nominiert. Welcher oder welche davon sind eure Favoriten? Ich tippe mal, The Artist wird’s machen. Für The Descendant sehe ich keine großen Chancen, die Academy liebt zwar Drama, aber das hier ist dann inhaltlich doch zu belanglos, da hätte The Help größere Chancen. Auch, weil es ein wunderbar rassistischer Film ist, [zynismus] in dem weiße Reiche die Problem armer Schwarzer lösen [/zynismus], so etwas lieben die dort. Hugo sehe ich nicht als Gewinner, der ist zu belanglos. Dito Moneyball und Midnight in Paris. Malick’s The Tree of Life ist zu kontrovers und Spielbergs War Horse zu Disneyesque … bliebe noch Extremely Loud & Incredibly Close. Da war zumindest das Buch grandios. Aber wer weiß schon, wie die Academy wirklich tickt?

5. Zahlreiche Filme sind mit Nominierungen nahezu überhäuft worden. Welches der nominierten Werke habt ihr euch schon angesehen oder geplant zu begutachten, wenn sie in unsere Kinos kommen? Ach herrje, noch nicht sehr viele. Ich war in letzter Zeit nicht oft im Kino, die meisten Pressevorführungen lasse ich inzwischen aus Zeitmangel oder Desinteresse auch sausen; meine bevorzugte Art des Filmeguckens ist inzwischen die Ausleihe im iTunes (US) Store. Über meine Begeisterung über J. Edgar habe ich ja letzte Woche schon etwas geschrieben, aber der wurde ja nicht einmal fürs beste MakeUp oder das beste Kostüm nominiert. Moneyball fand ich super, aber ich liebe auch Baseball und Baseballfilme. Die Nominierung für den besten Nebendarsteller (Jonah Hill) sehe ich ehrlich gesagt nicht; der Junge war solide aber nicht überragend. Brad Pitt … nee, echt nicht. Tree Of Life fand ich prima, auf The Artist und The Iron Lady und die Neuverfilmung von Tinker, Tailor, Soldier Spy freue ich mich, aber den Rest werde ich wohl höchstens auf DVD bzw. über iTunes sehen. Wim Wnders’ Pina war toll.

6. Gibt es einen oder mehrere Filme, für die ihr euch mehr (oder auch weniger) Nominierungen erwartet hättet, sprich, inwieweit wurden eure Erwartungen vielleicht enttäuscht? Daß J. Edgar so komplett leer ausgegangen ist und Moneyball so vergleichsweise fett bedacht wurde, hat mich schon etwas überrascht, ja.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Restrepo und der war beeindruckend, weil ungeschminkt.

Media Monday #30

Schon wieder eine Woche um und neuerdings freue ich mich richtig auf den Montag, weil ich wieder was zum Thema Film bloggen kann. Könnte ich natürlich auch so, aber Ihr wisst ja, wie das so ist: Man hat zu tun und keine Lust und tausend Ausreden. Da kommt mir so ein wöchentlicher Tritt in den Allerschönsten gerade recht. Danke, Wulf!

OK, da ich kursive Schrift recht schwer lesbar finde nach 15 am Bildschirm verbrachten Stunden, gibt es ab heute die Fragen in bold und die Antworten in regular. Bei Klagen – klagen.

1. Der beste Film mit Cillian Murphy ist für mich puh, da geht’s schon los … der Typ hat abgefahrene Augen, das steht mal fest, und bislang war eigentlich alles mit ihm ziemlich gut, was ich so gesehen habe. Ich entscheide mich mal für Batman Begins, da er mir in diesem Film das erste Mal so richtig aufgefallen ist und mir echt eine Scheißangst eingejagt hat.

2. Ethan und Joel Coen haben mit O Brother, Where Art Thou? ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich vor Lachen fast zusammengebrochen bin, daß jemand Homers Odyssee in die Zeit der 30er Jahre und in die US-Südstaaten verlegt hat, weil der Clooney Schorsch mir dort das erste Mal gezeigt hat, daß er wirklich sehr komisch sein kann, weil jede noch so kleine Nebenrolle erstklassig besetzt ist, weil mit T-Bone Burnett einer meiner liebsten Musiker den Soundtrack beigesteuert hat und weil das klagend-langgezogene „is you or is you not mah constituency!?“ bei mir zum festen Repertoire meiner Lieblingszitate gehört.

3. Der beste Film mit Naomi Watts ist für mich J. Edgar .

4. Mein(e) Filmhighlight(s) 2012 sind bislang Moneyball und J. Edgar. Außerdem freue ich mich auf The Artist, The Iron Lady, The Dark Knight Rises und natürlich den Hobbit. Wirklich begeistern wird mich wahrscheinlich aber nur The Iron Lady, wie ich mich kenne. Und dann freue ich mich besonders auf die Filme, die ich noch gar nicht auf dem Zettel habe.

5. Letzte Woche sind „Die Muppets“ in den deutschen Kinos angekommen. Unabhängig davon, ob ihr den Film sehen wollt, bereits kennt oder er euch überhaupt nicht interessiert, wie ist eure Meinung zur Wiederbelebung eines so lange vergessenen und zuletzt nicht mehr sonderlich erfolgreichen Franchise? Ich liebe die Muppets, mit der Muppet Show bin ich groß geworden und ich habe vorletztes Jahr die erste Staffel der alten Serie auf DVD zu Weihnachten bekommen, worüber ich mich wirklich riesig gefreut habe. Aber manchmal ist es nicht sonderlich gut, so weit zurück zu blicken. Die alten Folgen der ersten Staffel zumindest sind nicht gut gealtert. Und ich bin auch kein großer Fan der Muppetsfilme – das ist ein TV-Format, auf Kinolänge aufgeblasen haute das das zumindest bei den alten Filmen nicht wirklich gut hin. Daher verzichte ich auch auf den neuen Film, vielleicht mal auf DVD bzw. als iTunes Leihfilm.

6. Nachdem sich in den letzten Wochen bereits einige als Serien-Fans „geoutet“ haben: Welches ist eure liebste Serienfigur (!) und warum? Moah, das ist unmöglich zu beantworten. Das schaffe ich nicht mal pro Serie! OK, meine liebsten Serien sind bekanntlich M*A*S*H und The Wire. Bei M*A*S*H liefern sich der herrlich snobistische Charles Emerson Winchester III mit Radar O’ Reilly und Hawkeye Pierce ein enges Kopf-an-Kopf Rennen um den Titel, und Klinger, Col. Potter und Father Mulcahey sind ihnen dicht auf den Fersen. Das war einfach eine brilliante Truppe.
Bei The Wire ist Omar sicher einer der herausragendsten Figuren, aber ich mag auch Stringer Bell sehr gern, der mich immer ein wenig an Shakespeares Richard III erinnerte … gewillt, ein Bösewicht zu werden, aber eigentlich nur der Umstände halber. Und Bodie, Kima, Bunk, Prez – ach, alle. Außer vielleicht McNulty, der war mir echt am wenigsten sympathisch.

7. Mein zuletzt gesehener Film war J. Edgar und der war brilliant, weil es diese rätselhafte Figur über sieben Jahrzehnte beleuchtet, ohne sie zu desavouieren und es außerdem ein Historiendrama ist, das mich wirklich komplett hat vergessen lassen, daß ich im Jahre 2012 im Kino sitze. Das hat man nicht so oft, finde ich. Und außerdem bin ich Clint Eastwood verfallen und er ist mein Lieblingsregisseur und ich brauche überhaupt gar keine Begründung, irgend etwas von ihm toll zu finden, basta.

The Other F-Word

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„It never dawned on me that one of these days I’d be a father and would have to buy the clean version of my albums to play in the car …“

– Mark Hoppus, Blink 182

Ein sehr anrührender Film über Punkrocker in einer ungewohnten Rolle. Sehenswert! (via iTunes US Store geliehen. And yes, I know that’s not punk.)

Der Sommer kommt bestimmt!

Aktuell ist alles grau und fies hier, aber der Sommer kommt, ganz sicher!

Ein Werbeclip, ja, aber ein wunderschöner, wie ich finde. Und Persol hat sowieso seit jeher die stylishsten Sonnenbrillen, dafür kann man ruhig werben.

Media Monday #29

Oh, schon wieder Montag? Meine Antworten auf dieses schöne Mem wie schon in den letzten beiden Wochen in kursiv:

1. Der beste Film mit Matt Damon ist für mich Die Bourne Trilogie. Für mich sind die drei ja eigentlich ein Film, wie auch LOTR ein Gesamtkunstwerk ist. Und ich muss sagen, die Antwort ist mir reichlich schwer gefallen, denn ich mag die meisten Matt Damon Filme sehr gerne. Eigentlich kenne ich keinen Film mit ihm, in dem er mich enttäuscht hätte, auch wenn die Filme manchmal mehr so mittelprächtig waren, hat er sich doch immer hervorgetan und ist in meist sehr guter Erinnerung geblieben. Ein gutes Beispiel ist Bagger Vance, der vielleicht schönste Film über das Golfspiel. (Das wäre auf jeden Fall der beste Film mit Charlize Theron, die hier einfach totkomisch ist). Wahrlich kein großer Film, echt mehr was für Liebhaber des schönsten Sports der Welt, aber Damon überzeugt hier auf ganzer Linie, finde ich.

2. Guy Ritchie hat mit Star seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es die perfekte Antwort auf die Pressemeute war, die ihn nur als „den Mann von Madonna“ betrachtet hat und seine Filmkust ansonsten bestenfalls als obskur bezeichnet hat. Star ist ein kleiner Kurzfilm auf der DVD „The Hire“, einer Ansammlung genialer Kurzfilme von sehr guten Regisseuren und fraglos der beste Film mit Madonna. Es ist vermutlich auch das Werk, das Clive Owen überhaupt auf die Landkarte gebracht hat, der danach ja schon als der nächste James Bond gehandelt wurde. Werke wie Shoot ’em up zeigen, daß das ein böser Fehler gewesen wäre, aber hier geht’s ja auch um Guy Ritchie.

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3. Der beste Film mit Christina Ricci ist für mich Ang Lees The Icestorm. Keine Begründung. See it and weep.

4. Vergleicht man (beispielsweise) die alten Disney-Klassiker unter den Zeichentrickfilmen mit den heutigen Pixar-Animationsfilmen, fallen einem enorme Unterschiede auf. Wie ist eure Meinung zur Entwicklung des Zeichentrick-/Animationsfilm-Genres? Ich habe lange gebraucht, bis ich mich mit CGI Animationsfilmen anfreunden konnte, erst Pixar hat das geschafft, und auch erst spät. Hand Made Animation hat für mich immer noch einen ganz besonderen Touch, ob gezeichnet oder geknetet. Aber letzten Endes entscheidet die Geschichte. Die ist immer das A und O eines Films und die Optik kann noch so bestechend sein, wenn die Geschichte nix ist, kommt der ganze Film nur maximal auf ein „ganz nett, aber …“. Und kaum jemand hat in den letzten Jahren bessere Geschichten auf der großen Leinwand erzählt als Pixar, außer vielleicht noch Aardman. Dreamworks kommt da nicht heran  und Disney … ach, Disney. Ich glaube, bei Aladdin habe ich mich das letzte Mal gut unterhalten gefühlt, wann war der, 1992?

5. Es kommt immer wieder vor, dass man ins Kino gelockt und von dem dann folgenden Film grenzenlos enttäuscht wird. Was war euer schlimmster Film, für den ihr auch noch eine Kinokarte gelöst habt? Sagen wir so: Inzwischen werde ich nur noch selten enttäuscht, einfach deshalb, weil ich eigentlich keine großen Erwartungen mehr an die meisten Filme habe. Ich galube, der Film, wo ich wirklich dachte „nee, oder?“ war Congo, den ich Anno Tobak mal in der Sneak im City am Steindamm sah. Ansonsten bin ich auch ganz gut im Verdrängen.

6. Filme ohne Happy-End sind seltener geworden, oder? Mein Herz schlägt ja für das Kino des New Hollywood, die späten 60er/frühen 70er. Ich glaube, zu der Zeit gab es keinen einzigen Film mit Happy End, oder? Von Doris Day/Rock Hudson Knallern mal abgesehen. Ein Happy End ist kein k.o. Kriterium für einen guten Film, aber umgekehrt gilt dasselbe. Und letzten Endes liegt das ja auch häufig im Auge des Betrachters, was man wohl als Hapy End ansieht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war A Few Good Men und der war super , weil das wohl eine von Jack Nicholsons besten Rollen ist und eines von Sorkins stärksten Drehbüchern. Plus, man sieht in Nebenrollen lauter Charakterdarsteller, die damals noch kaum jemand kannte (Noah Wylie als leicht blöder G.I., mit Südstaatenakzent?).

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Media Monday #28

Tatsache, es gibt schon einen neuen Fragebogen. Na, dann wollen wir mal; meine Antworten wie letzte Woche in kursiv:

1. Der beste Film mit Jesse Eisenberg ist für mich «The Social Network», aus dem schlichten Grund, daß das einer von zwei Filmen mit ihm ist, die ich kenne und «The Village» echt schlimm war.

2. Danny Boyle hat mit «Trainspotting» seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film zur richtigen Zeit kam und wahrscheinlich kulturell am meisten bewegt hat.

3. Der beste Film mit Rachel Weisz ist für mich keiner. Ich kenne nicht sehr viele Filme mit ihr und die, die ich kenne, sind überwiegend Mist. Ich hoffe mal mit verhaltenem Optimismus auf «The Bourne Legacy», obwohl die Trilogie für mich ja perfekt in sich abgeschlossen war. Aber mal sehen.

4. Jeder hat so seine Filme, die er sich immer und immer wieder ansehen kann. Dafür müssen diese Filme nicht einmal gut oder anspruchsvoll sein. Wenn beispielsweise sonntags nichts Besseres läuft, wenn ihr euch einfach nur berieseln lassen wollt, krank im Bett liegt oder zu anderen Gelegenheiten, welche Filme landen bei euch immer wieder auf der Mattscheibe?
Da greife ich dann gern zu den ganz alten Schinken wie der Thin Man Serie, Filmen mit Audrey Hepburn und/oder Cary Grant, Frank Capra Komödien und natürlich Billy Wilder.

5. Fernab von sympathischen und/oder attraktiven SchauspielerInnen oder präferierten Genres; habt ihr einen Lieblingsregisseur, der euch ungeachtet der genannten Kriterien in steter Folge ins Kino treibt, wenn sein neuestes Werk anläuft? Eigentlich achte ich fast immer zuerst auf den Regisseur und entscheide danach, ob ich mir den Film im Kino ansehe. Mein liebster noch aktiver Regisseur ist Clint Eastwood, auch wenn ich seinen Output seit «Mystic River» in letzter Zeit inhaltlich nicht mehr sonderlich umwerfend fand, mit Ausnahme von «Gran Torino» vielleicht. Umgekehrt mache ich einen großen Bogen um alles, wo Woody Allen draufsteht.

6. Arthouse-Kino ist ein genauso doofes Etikett wie Popcorn-Kino und hat auf seine Art genauso anstrengendes Publikum – aber meist die unbequemeren Sessel.

7. Mein zuletzt gesehener Film war kein Film, sondern eine HBO TV-Miniserie namens «The Pacific» und der die war sehr gut, weil einfach alles stimmte: Konzept, Drehbuch, Schauspieler, Score. Es hat mich besonders gefreut, daß es eben kein stumpfer Abklatsch, kein „«Band of Brothers» im Pazifik“ war, sondern die Serie ihren ganz eigenen Erzählrhythmus, ihre eigenen Handlungsstränge und eine ganz andere Gewichtung hatte. Die Serie ist deutlich sperriger als «Band of Brothers» und die Titelsequenz gefällt mir natürlich besonders gut:

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Media Monday #27

Der Abspannsitzenbleiber hat ein schönes Mem vom Medienjournal-Blog aufgenommen, das ich hier auch mal bedienen will, auch wenn schon Dienstag ist. Gab ja auch lange genug nichts zum Thema Film hier. Meine Antworten erscheinen kursiv:

1. Der beste Film mit Benicio del Toro ist für mich The Indian Runner, ein rundherum stimmiger kleiner Film, der leider zu Unrecht ziemlich untergegangen bzw. in der Versenkung verschwunden ist. Und ja, Benicio del Toro hat darin keine große Rolle und der Film ist definitiv nicht seinetwegen so gut. Der Film, der zu einem Großteil wegen Benicio del Toro sehenswert ist, heißt Traffic.

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2. Nora Ephron hat mit Sleepless in Seattle ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil das der einzige der acht Filme ist, bei denen sie Regie geführt hat, an den ich mich nicht nur erinnere, sondern der auch jenseits der völligen Blelanglosigkeit ist. Ansonsten iste sie mehr als Autorin oder Produzentin ein Begriff und da natürlich in erster Linie als Autorin von When Harry Met Sally.

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3. Der beste Film mit Jessica Alba ist für mich keiner. Ich kenne außer Sin City keinen Film mit ihr und Sin City fand ich so stinkend übelerregend, daß ich mich beim besten Willen an niemandes Performance darin erinnern kann oder auch nur will. Die anderen Filme mit ihr sagen mir nichts. Ich muß gestehen, mir sagt ihr Name auch nichts, ich vermute mal, daß sie in diesem Fragebogen auftaucht bedeutet, daß sie vermutlich mehr fürs Berühmtsein berühmt ist als für ihre schauspielerischen Leistungen, aber vielleicht bin ich ja auch einfach nur eine ignorante artsy-fartsy-Filme-Guckerin mit Stöckchen im Po. Diese entfernte Möglichkeit besteht.

4. Es gibt Filme die allein auf die Unterhaltung abzielen und ebenso gibt es Filme, die versuchen, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen oder den Anspruch haben, sich ernsthaft mit einem sozialen oder gesellschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Bevorzugt ihr eine der Gruppen und wenn ja, warum? Die besten Filme verbinden natürlich beide Welten; es gab und gibt Popcornmovies, die durchaus intelligente Fragen stellen und den Zuschauer zum Nachdenken anregen (Terminator 2) und eben die anderen, wo „jetzt in Warner-Color Cinemascope 3D Dolby Digital DTS THX 3D!“ das alleinige Gütesiegel ist. Und umgekehrt ist die Welt natürlich voll von Filmkunst, die irgendwo am eigenen Anspruch gescheitert ist oder vergessen hat, daß die Menschen in aller Regel für ein paar Stunden zumindest ein Stück weit unterhalten werden und etwas anderes, als ihren Alltag sehen wollen und es gibt Perlen mit Anspruch, die wider aller Marketingerwartungen auch beim Publikum ankommen und nicht nur bei den Kritikern (Mystic River). Insofern lautet meine Antwort: Beides bzw. keins von beidem – ich bevorzuge gute Filme.

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5. Schon zahlreiche Serien wurden auf der großen Leinwand wiederbelebt, sei es als Remake (3 Engel für Charlie, Starsky & Hutch, A-Team), als würdiger Abschluss einer viel zu früh beerdigten Serie (Serenity für die Serie Firefly) oder auch, um weitere Geschichten um die Protagonisten zu erzählen, während die Serie längst das Zeitliche gesegnet hat (Sex and the City 1 & 2). Zu welcher Serie, ob alt oder neu, würdet ihr euch ein Remake oder einen würdigen Abschluss in Film-Form wünschen? Für keine. Ich bin ohnehin keine große TV-Serienguckerin, und meine liebsten Serien zeichnen sich dadurch aus, daß sie rundherum perfekt abgeschlossen wurden (M*A*S*H, The Wire, Band of Brothers). Mir fällt auch keine einzige TV-Serie ein, die den Sprung auf die große Leinwand erfolgreich im Sinne von „exzellentes Kino“ hinbekommen hat; wenngleich ich bei dem sehr trashigen The Dukes of Hazzard schon ein wenig schmunzeln musste.

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6. So genannte Blockbuster sind meist wirklich nur so genannt. Filme, wo die Leute echt stundenlang draußen anstehen bzw. wo heutzutage im Onlinevorverkauf binnen weniger Minuten sämtliche Tickets für die ersten Wochen weg sind, die sind extrem rar und waren es auch immer. Der erste Film, bei dem ich das selbst so erlebt habe und über drei Stunden für eine Kinokarte in einer Schlange angestanden habe, die einmal um den Block des Art Deco Palastes Loew’s Uptown in Washington, D.C. reichte, war E.T. aus dem unvergleichlichen Kinosommer 1982. Danach vielleicht noch bei Titanic, Episode I – The Phantom Menace, dem ersten Harry Potter Film und dem ersten Lord Of The Rings Film. Bei den meisten anderen sehr erfolgreichen Filmen haben sich die Leute nicht Wochen vorher um Karten bemüht oder gar stundenlang in der Schlange um den Block gestanden, was ja letztlich der eigentliche Definition des Begriffs Blockbuster entspricht. Es waren aber Kassenknüller. Und die wahren Blockbuster sind in aller Regel auch die intelligenteren Popcornmovies, bei denen der Marketinghype mit der wahren Begeisterung und Mundpropaganda der Zuschauer zusammenfällt.

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7. Mein zuletzt gesehener Film war Moneyball und der war ein wirklich guter Film über die sensationelle Saison der Oakland Athletics 2002, weil das Drehbuch stimmte und ansonsten eine positive Überraschung Brad Pitt sich ziemlich zurücknahm und Mut zum Alter und unvorteilhaften Kameraeinstellungen bewies. Allerdings sah ich ihn via iTunes und nicht im Kino; ich glaube, er läuft hier Anfang Februar an. Der Trailer versucht in der ersten Hälfte, eine Komödie à la Major League (Die Indianer von Cleveland) zu verkaufen, was der Film definitiv nicht ist, und in der zweiten Hälfte, ein Drama à la For Love Of The Game (Aus Liebe zum Spiel) zu verkaufen, was der Film definitiv auch nicht ist. Sehr gut gefallen hat mir übrigens Philipp Seymour Hoffman in einer kleinen Nebenrolle als Trainer, den ich zunächst gar nicht erkannt habe. Aber der ist ja immer super.

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Stellungskrieg: Die FSK und ihre Einschätzungen

Es gibt Leute, die hassen die FSK, die nicht so wirklich freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie, die Riege von Leuten die darüber entscheidet, ab welchem Alter jemand einen Film im Kino sehen oder auf DVD/BluRay kaufen darf. In ihren Reihen werden alte Jungfern und CSU-Wähler vermutet und Leute, die zum Lachen in den Keller gehen und Sex nur im Dunkeln haben. Spaßbremsen, die noch dazu gegen Windmühlen kämpfen – im Zeitalter des Internets ist die FSK-Freigabe ein Anachronismus, de facto Makulatur.

Ein Film ohne FSK Freigabe ist nicht leicht zu vertreiben oder zu verkaufen. Er unterliegt nicht der Zensur, wie gerne unterstellt wird, denn Zensur kann immer nur vom Staat ausgehen. Aber er darf nur ab 18 Jahren im Kino gesehen werden und die Trägermedien dürfen keinesfalls beworben und nur auf gezielte Anfrage eines erwachsenen Kunden aus dem Schrank bzw. unter der Ladentheke hervorgeholt werden.

Die Kriterien, nach denen die FSK entscheidet, sind nicht immer leicht nachzuvollziehen. Oft unterscheiden sie sich erheblich von denen, ihrer Pendants in anderen Ländern. Ein Film, der hierzulande aufgrund der gezeigten Gewalt oder einem Selbstjustizthema auf dem Index steht, ist in den USA vielleicht gerade mal PG-13, also bei parental guidance, elterlicher Führung, für 13jährige empfohlen. Umgekehrt hat es in den eher puritanischen USA ein Film schwer, bei dem eine nackte Frauenbrust zu sehen ist, auch wenn der Film selbst ansonsten nach unseren Maßstäben relativ harmlos und ab 12 ist.

Die meisten Drehbuchautoren, Filmemacher und Produzenten haben daher heute schon die Schere im Kopf wenn sie einen Film drehen. Verständlich, wenn man die immensen Kosten eines Filmprojekts bedenkt, die ja bitte mehr als nur wieder eingespielt werden sollen. Das Filmgeschäft ist in erster Linie ein Geschäft, dem die Kunst sich unterzuordnen hat.

Eine zu hohe bzw. strenge FSK-Bewertung kostet natürlich Zuschauer. Insofern verwundert es nicht, wenn die Studios rigoros die Schere ansetzen, um eine FSK 12-Bewertung zu erhalten – auch wenn ein Film eigentlich trotzdem immer noch in der Wahrnehmung von Presse und Zuschauern mindestens „eine 16er“ verdient hätte.

Die Empfehlungen und Einschätzungen der FSK sind natürlich immer Momentaufnahmen und dem aktuellen gesellschaftspolitischen Klima geschuldet. So mancher Film, der vor drei oder vier Jahrzehnten eine „ab 16“ Kennzeichnung erhalten hat, würde heute keinem 12jährigen mehr ein Achselzucken entlocken. Das Problem ist, daß ältere Filme nur auf Antrag des jeweiligen Rechteinhabers oder Studios neu bewertet werden. Da dies mit nicht geringen Kosten verbunden ist, scheuen sich viele Filmfirmen, diesen Schritt zu machen. Es lohnt sich einfach nicht mehr. Eine DVD oder BluRay mit einem „alten Schinken“, der schon zig Male im free TV lief, ist nur noch zu wenig mehr als dem Materialwert an den Mann zu bringen, oder aber, mit neu aufbereitetem Bonusmaterial und einer hübschen Verpackung für Sammler interessant. So oder so sind die Verkaufszahlen homöopathisch und eine neue FSK Bewertung rentiert sich nicht.

Für den Nachwuchs, um dessen Schutz es geht, ist eine möglichst hohe FSK-Hürde ein Gütezeichen und Aufforderung zur Mutprobe. Mein Patensohn Captain Jack (11 1/2 Jahre alt) berichtet mir stolz davon, daß er mit seinen Kumpels neulich „Fast and Furious 5“ gesehen hat. Der läuft gerade im Kino und ist ab 12 Jahren freigegeben, also streng genommen noch off limits, aber natürlich kein echter Grund zur Aufregung. Und natürlich haben sie eine Kopie gesehen, die irgend ein großer Bruder aus dem Netz gesaugt hat. Ich bin semiglücklich darüber, denn mir sind auch schon Anfragen zu „Rambo III“ oder „Gladiator“ zu Ohren gekommen. Einerseits will ich nicht, daß er die jetzt schon sieht, auch wenn ich natürlich in dem Alter auch Filme gesehen habe, die noch nichts für mich waren, z.B. „Papillon“. Andererseits bin ich froh, daß er die dann mit mehreren sieht und auf dem Fernseher oder PC, im erleuchteten Kinderzimmer. Denn im Dunkeln, mit dröhnendem Dolby Surround auf den Ohren ist das ja noch einmal etwas ganz anderes. Ich erinnere mich gut daran, wie ich in „Der Herr Der Ringe – Die Zwei Türme“ saß (FSK 12) und neben mir während der Belagerung von Helms Klamm ein weinender zwölfjähriger Junge in seinem Sessel immer weiter in sich zusammenschrumpfen schien.

Captain Jack schleicht gerne um meine ziemlich große Filmsammlung herum und studiert intensiv die „Gütesiegel“ auf den Hüllen. Ihm ist nicht entgangen, daß die Siegel aus UK anders aussehen als die aus Irland, Korea, Australien oder den USA. Ich versuche immer, ihm zu erklären warum ich glaube, daß ein bestimmter Film für ihn noch nicht geeignet sei. Andererseits weiß ich eben auch um die Besonderheiten mancher FSK-Empfehlungen und kann mit ihm ruhigen Gewissens Filme ansehen, die er auf dem Papier eigentlich noch nicht sehen darf. Neuerdings (seit ein paar Jahren) heißt FSK 12 ja auch nicht mehr, daß man da erst ab 12 ins Kino darf sondern, ähnlich wie in den USA, daß auch jüngere Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit hinein dürfen. In der Realität sieht das leider oft so aus, daß die Eltern zwar die Karten kaufen, aber den Nachwuchs dann mit „viel Spaß“ verabschieden und erholsame zwei Stunden in der Stadt endlich mal ohne die Blagen in Ruhe einen Kaffee trinken und shoppen gehen. Letzten Sommer saß ich neben einer Reihe höchstens achtjähriger Jungs in „Inception“ (ab 12) – nicht gerade ein Film für kindliche Gemüter. Ich will nicht wissen, wie viele nasse Betten es anschließend neu zu beziehen gab.

Wie sehen solche Begründungen für eine FSK-Freigabe aus? Ich möchte mal zwei Beispiele gegenüberstellen. Zum einen aus der Erklärung zur Freigabe für „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“ zitieren. Das ist eine Verfilmung eines bekannten Vampir-/Fantasywerks mit einem Haufen Teenies, produziert von einem Major Studio, beworben mit entsprechendem Aufwand und zielt ganz klar auf die breite Masse. In der Begründung für die Einstufung als FSK12 heißt es:

Obwohl die Atmosphäre teilweise bedrohlich ist und auch die Schwangerschaft mit angstvollen Aspekten geschildert wird, sind bereits 12-Jährige in der Lage, diese Elemente im Kontext der gefühlvollen Genre-Geschichte mit ihren sympathischen Hauptfiguren zu verarbeiten. Auch die dezente Darstellung von Sexualität und wenige blutige Szenen können sie ohne die Gefahr einer Desorientierung verkraften, zumal die Handlung letztlich eine positive, versöhnliche Wendung nimmt.

Ich habe den Film nicht gesehen, aber diese Erklärung erscheint mir völlig schlüssig. Vielleicht mag sich ja jemand in den Kommentaren dazu äußern, der den Film gesehen hat. Dennoch ist mir nicht wohl bei dem Gedanken, daß sich eine Menge kleinerer Geschwister und jüngerer Kinder den Film ansehen werden, selbst in Begleitung ihrer Eltern.

Eine andere FSK-Freigabe sorgt gerade für einen ziemlichen Wirbel, nämlich die für „Romeos“. Das ist ein Independent-Film, eher Komödie als Drama, finanziert mit Hilfe von Fördermitteln und garantiert kein Straßenfeger. Aber die Protagonisten sind Jugendliche, die entweder trans- oder homosexuell sind und klar auf der Suche nach sich selbst, wie das eben so ist in dem Alter. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben und begründet wie folgt:

Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf dem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte.

Mit dieser Erklärung könnte man sich ja gerade noch abfinden, denn das Thema ist für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, also die Kleinkinder, die mit Eltern im Kino sitzen, wohl wirklich nicht leicht zu verstehen oder zu verdauen. Ich hätte vermutlich ein Problem damit, wenn sich Captain Jack’s kleiner Bruder (7) den Film mit ansehen würde; ein mindestens zweistelliges Alter fände ich deutlich angemessener. Und die FSK muss sich ja besonders um die jüngsten Kinogänger Gedanken machen.

Der Aufschrei im Netz ist allerdings aufgrund einer anderen Passage groß. „Dieser Film macht schwul … meint die FSK“ schreibt auch Batzmann von den Fünf Filmfreunden. „Homophobe Tendenzen“ hat coolibri.de bei der FSK ausgemacht. In der Tat mutet die Begründung in Teilen abenteuerlich an:

(…) behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Zuschauergruppe, die sich in diesem Alter in der sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12 bis 13jr und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf der Bildebene nicht schamverletztend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder auf Grund keiner oder zu geringer Erfahrung nicht erkennen können.

Trans- und homosexuelle Abweichler von der Norm sind also verstörender für kleine Kinder und Pubertierende als die außerirdische Fantasiewesen wie Vampire in „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“? Pubertierende Jugendliche könnten desorientiert werden, wenn sie sich die „einseitige Darstellung“ homosexueller Lebensentwürfe ansehen müssen? Da kann man schon ins Grübeln kommen, vor allem mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich jährlich eine Vielzahl Jugendlicher aus Verzweiflung das Leben nimmt, weil sie homosexuell sind und für sich keine Zukunft in der Gesellschaft sehen. In den USA lief aus diesem Anlass im vergangenen Jahr die viel beachtete „It Gets Better“-Kampagne, bei der sich Prominente – oft selbst homosexuell – vor die Kameras setzten und den jugendlichen Verzweifelten Mut zuprachen und von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

Ich halte die FSK dennoch nicht für einen homophoben Haufen Verklemmter und für eine sinnvolle Einrichtung. Sie liefert Anhaltspunkte, mehr geht auch gar nicht, und ist wohl lieber übervorsichtig. Die FSK-Einschätzung ist  dennoch eine Hilfe für verantwortungsvolle Eltern, die aus Zeit- und Kostengründen nicht erst jeden Film selber gucken können oder wollen um dann zu entscheiden, ob der Nachwuchs den sehen soll. Die Begründungen auf der Website sollte man sich jedoch in jedem Falle durchlesen und dann als mündiger Erwachsener und verantwortungsvoller Elternteil selbst entscheiden, was den eigenen Kindern zugemutet werden kann.

The Artist (Trailer)

  • Veröffentlicht am 29th August 2011,
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Ich weiß nicht so genau, was ich davon halten soll. Ja, sieht lustig aus. Sieht fast as wie „früher“. Aber will man das wirklich heute noch sehen? Nur, wenn’s kein Film mit Überlänge wird, oder? Interessantes Experiment.

Schnee in Neuseeland

In Wellington, Neuseeland hat es seit vielen Jahrzehnten das erste Mal geschneit. Jemand hat ein zauberhaftes Video von Menschen geschnitten, die sich an diesem Phänomen erfreuen:

Snow on Cuba Mall in central Wellington (HD) from Ro Tierney on Vimeo.

Are you listening, Cinemaxx Hamburg?

Raus aus dem Kino mit den Handynutzern, den Film-dem-Sitznachbarn-Erklärern, den stinkenden Tacoschleimfressern, den pausenlos-Popcorn-in-die-Fresse-Schauflern, den in-der-Mitte-sitzenden-mit-1-Liter-Cola-in-ihrer-Primanerblase-Arschlöchern und anderen kulturell herausgeforderten Asis! DER REST DER LEUTE HAT ABARTIGE 14€ (plus Parkgebühren und ggf. Babysitter) GEZAHLT UM DEN VERDAMMTEN FILM ZU SEHEN!!!1!

Frohes Osterfest!

  • Veröffentlicht am 22nd April 2011,
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Katzen sind offenbar ziemlich blöd, wenn man sich als neutraler Beobachter mal nur an Garfield und Simon’s Cat orientiert:

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Immerhin hat letztere offenbar ja doch ein Herz. Aber wer kann Hasen schon widerstehen? Eben!

Bücher. Echte, gedruckte Bücher, mit umblättern statt scrollen.

Ein wunderschöner Stop-Motion-Film über Bücher.

This Is Where We Live from 4th Estate on Vimeo.

Mein Vorsatz für ab sofort: wieder mehr gedruckte und weniger eBooks kaufen.

Dokumentarfilm: The Pruitt Igoe Myth

Diese Plattenbau-/Hochhausarchitektur, mit der ab Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts die Welt zubetoniert wurde, übt eine merkwürdige Anziehungskraft auf die Menschen aus. Meist allerdings eher auf diejenigen, die nicht darin leben (müssen) und meist ist es auch eher die morbide Faszination des Fotografen oder das wohlige Schaudern eines Kindes vom begüterten Ende der Stadt, das nach dem Ballettunterricht nur deshalb so laut Sido und Eminem hört weil man Mama damit so schön auf die Palme bringen kann. Der Blick aus den oberen Stockwerken dieser Gebäude muß fabelhaft sein, egal ob aus einem Moskauer Vorort wie Berlin, ob am Strand von Westerland oder Waikiki in einer Touristenbettenburg oder in einem US- oder lateinamerikanischen Slum.

Ich frage mich angesichts solcher architektonischen Wuchtbrummen immer, wie man damals wohl die allerersten Bewohner dazu gekriegt hat, in diese blitzblanken Neubauten einzuziehen. Eines der allerersten Siedlungsprojekte war Pruitt Igoe in St. Louis (USA). Dessen Aufbau und Verfall wurde in einem gleichnamigen Dokumentarfilm erläutert. Der Trailer lässt erahnen, wie leicht, fröhlich und frei sich die allerersten Bewohner dieser neuen Architektur gefühlt haben – für eine sehr, sehr kurze Zeit. In einer meiner Lieblingsserien, The Wire, sehen wir eher die Schattenseiten des Lebens in solchen „Projekten“. Und als die Türme irgendwann abgerissen werden, ist die Freude bei den Anwohnern auch eher matt zu nennen. Was kann man schon groß erwarten? Es mag neuer werden, aber letztlich nicht wirklich besser.

Ob der Film hierzulande in den Kinos anläuft oder eher irgendwann im Nachtprogramm von arte gezeigt wird? Ich mach’ mir mal einen Knoten ins mentale Taschentuch.

Unsichtbar

Auf Cinebeats hat Kimberly Lindbergs  soeben eine wunderbare Zusammenfassung der letzten zehn Jahre (nicht nur) aus cinephiler Sicht veröffentlicht:

During the naughts people over the age of 60 seemed to disappear from public viewing. They were rarely seen on American TV or in Hollywood films except as figures of ridicule and humor. Old age is the last stage before death and people wanted none of it. We ran away from old age and death as if our own demise was somehow avoidable. Plastic surgery became commonplace. What was once a luxury for the incredibly wealthy or a medical procedure for those with debilitating scars suddenly became a beauty option that everyone should consider. It didn’t seem to matter that plastic surgery made most people look like aliens from another planet just as long as it masked their real age. In other words, looking like something from another world was far better than looking like an elderly person here on planet earth.

Das ist überhaupt eine sehr lesenswerte Seite, auch wenn ich mit ihrer Liste der besten 50 Filme des Jahrzehnts so gar nicht übereinstimmen kann. Und natürlich schreibt sie aus der US-Perspektive. Aber obwohl ich hierzulande noch nicht ganz so viele Aliens, wie der Schönheitschirurg sie schuf, gesehen habe, so fällt doch sehr auf, daß die Gruppe der älteren Menschen zwar die Mehrzahl der Fernsehzuschauer ausmacht, aber in der Kiste selbst so gut wie nicht vorkommt. Oder irre ich mich da? Meine Eindrücke sind sehr subjektiv, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, daß die Anzahl der Shows, bei denen es weniger auf Talent als auf Jugend und Schönheit ankommt, sehr zugenommen hat.

Die 80er galten für mich bis dato immer als das Jahrzehnt des hemmungslosen Narzissmus’ und Körperkults, auch in cineastischer Hinsicht. Ob 9 1/2 Wochen oder die Zeitschrift TEMPO, ob Jane Fondas Aerobics Serie oder „Äkschnfuime“, bei denen es überwiegend darum ging, die eingeölten Muskeln des hemdlosen Hauptdarstellers ins rechte Kameralicht zu rücken: In den 80ern hatten alte oder hässliche Menschen keinen Platz. Und auch das war eine Zeit der Angst, sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Irgendwann kam AIDS über die 80er und der Körperkult fand ein recht abruptes Ende. Man durfte in den 90ern wieder schluffig herumlaufen, Neonfarben trugen nur noch die Penner und Rapper und der Heroin Chic löste die Rocky Balboas dieser Welt ab.

In den 00ern oder „Naughties“, wie die Briten zu der Zeit zwischen 2000 und 2010 sagen, leben die verschiedenen Kulturen irgendwie scheinbar friedlich nebeneiander her. Emos neben Punks neben Hipstern neben Leuten mit einem Abo für Münzmallorca. Aber wie durch Geisterhand sind auch hier die alten Menschen unsichtbar. Es wird laut geschrieen von Empörung, wenn einer sich gegen die Latte Macchiatosierung der schönen Stadtteile stemmt und die Nase voll hat von rüden Karrieremamas, die mit dank in vitro Befruchtung erforderlichen Zwilling- und Drillingsbuggies die Cafés verstopfen und kinderlose Egoistinnen vom Bürgersteig schubsen. Aber wo bleibt der Aufschrei für die Generation 50+? Müssen wir damit noch etwas warten, bis wir selbst in dem Alter sind?

„The Proposal“ – Der Heiratsantrag des Jahres

Taschentuchalarm: Ein junger Mann hat mit Muppetfiguren einen Kinotrailer gebastelt und gedreht, den dem örtlichen Kinobetreiber in die Hand gedrückt und dann seine Angebetete ins Kino eingeladen, wo zwischen ein paar Statisten schon alle Bekannten und Verwandten im  dunklen Saal saßen. Dann lief dieser „Trailer“:

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Und jetzt leben Sie hoffentlich glücklich und in Frieden bis ans Ende ihrer Tage.

Hier gibt’s die ausführliche Fassung, mitsamt einem Making-Of. Schneuz.

Mein Filmjahr 2010

Mein Filmjahr 2010

Ich war dieses Jahr nicht sehr häufig im Kino. Entweder ich hatte keine Zeit, oder keine Lust oder wenn beides vorhanden war, gab es gerade keinen Film, den ich sehen wollte, oder nur in irgendwelchen streichholzschachtelgroßen Pupskinos wie dem kleinen Abaton oder Saal 4.277 eines Multiplextheaters. Dafür 7 Euro oder mehr ? Nicht albern werden, ja? Einige dieser Filmstarts habe ich mir daher gemütlich auf dem heimischen Sofa gegeben, direkt aus dem US iTunes Store. Aber insgesamt war 2010 kein Vintage Jahrgang, das steht mal fest.

Alice in Wonderland. Regie: Tim Burton, das ist ja quasi ein Selbstgänger. Schräg, düster und komisch und definitiv nichts für Kinder unter 21 Jahren. Trotzdem kein Film, den ich mir noch einmal ansehen werde, dafür ist mir die Handlung einfach per se zu doof.

Edge of Darkness. Der jüngste Mel Gibson Thriller, und kein schlechter. Aber auch kein wirklich guter, was nicht an Gibson liegt, sondern an der „machen wir jetzt Payback 2 oder doch lieber so eine Art Signs?“ Unentschlossenheit der Macher. Ich stehe auf und zu Mel, werde diese blöde Karrierewiederbelebungsmaßnahme mit dem Bieber ignorieren und auf einen weiteren guten Actionkracher à la Ransom hoffen.

Eat, Pray, Love. Siehe hier. Vorhersehbar, schön fotografiert, schon vor Ende des Abspanns wieder vergessen. Popcorn.

The Ghostwriter. Als Syltfan kommt man da natürlich nicht drum herum (falls es jemand nicht mitbekommen hat: die Insel mußte Martha’s Vineyard doubeln, da Polanski bekanntlich nicht in die USA einreisen darf/kann/will/whatever). Nicht sein bester Film, aber trotzdem keine Enttäuschung und den Eintritt wert.

Harry Potter and The I Can’t Remember The Bloody Name, Part 1. Auf Wunsch eines einzelnen Herrn, der danach nicht sonderlich gut geschlafen hat. Ich fand den Film absolut grauenhaft, bis auf die wunderschöne Sequenz der Märchenerzählung, die absolut berauschend animiert war. Den Teil, und genau nur den Teil hätte ich gern auf DVD. Ansonsten gilt: wir warten weiterhin auf einen Film mit Helena Bonham-Carter, in dem sie eine ordentliche Frisur hat. Ach was: überhaupt eine Frisur. Und auf den kleinen, dicken Neville Longbottom werde ich künftig ein Auge haben. Wahrscheinlich sogar zwei.

Inception. Das dürfte wohl fraglos das visuelle Highlight des Jahres gewesen sein, wenn auch nicht das inhaltliche. Die Geschichte war ja doch sehr hohl (Momentum it ain’t). Aber insgesamt war der Film doch sein Eintrittsgeld wert.

Karate Kid. Captain Jack war sehr angetan. Ich fand das Original damals schon doof, bis auf ein, zwei Momente. Der Junge von Jaden Pinkett-Smith und Will Smith hat das gute Aussehen seiner Eltern geerbt, und das Selbstbewußtsein, aber nicht das Charisma seines Vaters. Naja, vielleicht kommt das ja noch.

The Kids Are All Right. Äh, ja. Ein belangloser öffentlich-rechtlicher TV-Vorabendfilm, den ohne das „Lesben!“ Label mit Recht kein Schwein gesehen hätte. Pluspunkt: eine Rolle für eine Frau über 50 (Benning). Minuspunkte: der Rest. Den Film fand ich in jeder Hinsicht wirklich beleidigend. Angefangen bei der unfassbar peinlich umgesetzten PG-13 Liebesszene zwischen den Hauptdarstellerinen, über den komplett fehlbesetzten Mark Ruffalo, der hier vergeblich so tat, als sei er der Dude, bis es schliesslich in der „Lesben warten ja nur auf den richtigen Kerl, der sie dann kuriert“ Nummer gipfelte. Rausgeschmissene 3,99 $.

Prince of Persia, The Sands of Time. Ebenfalls auf Wunsch eines einzelnen Herrn. Ja, äh, gut, äh, was soll ich sagen? Lieber nichts, außer: Captain Jack hat’s gefallen.

Robin Hood. Ach Ridley, mein Ridley. *schnief* Nee, das war so gar nichts.

The Social Network. Von David Fincher hatte ich eigentlich deutlich mehr erwartet. Das hier war seltsam leblos, genau wie Facebook. Ich bin ja immer noch davon überzeugt, daß wir eines Tages alle aufwachen und uns die Augen reiben, so etwa wie wenn wir alte Fotoaben von uns aus den 80ern ansehen: Haben wir diesen Mist wirklich freiwillig mitgemacht? Facebook ist ja doch irgendwie der Denver Clan unter den Social Networks.

Toy Story 3. *schnüff*

Wall Street 2 hätt’s dann auch nicht gebraucht.

Nowhere Near Here

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Stop Motion Animation, kombiniert mit gezeichneten Elementen: Pahnls „Nowhere Near Here“

Der Animationsfilm ist ja eines meiner liebsten Steckenpferde. Etwas zu zeichnen oder zu modellieren und Bild für Bild zum Leben zu erwecken, das ist unendlich mühselig und eine Kunst, die für meinen Geschmack weniger Anerkennung erfährt als ihr gebührt. Der britische Künstler Pahnl ist seit 2003 hauptsächlich für seine Straßenkunst und Stencil Art bekannt, und so ist sein Film „Nowhere Near Here“ nur eine logische Fortsetzung seines Schaffens mit anderen Mitteln.

Der Künstler hat eine eigene Website, auf dem man u.a. Einzelbilder aus dem Film kaufen kann. Aber auch die Stickerpacks sind vielleicht noch ein cooles Last-Minute-Geschenk zum Fest.

Spongebob Schwammkopf – Tritons Rache

Sponge Bob Schwammkopf – Tritons Rache
ab 2.12. auf DVD
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Bei meiner letzten Rezension einer Spongebob DVD hatte ich mir noch professionelle Hilfe dazugebeten. Dieses Mal habe ich mich allein an die Sichtung gewagt. Nicht, daß mir meine Helfer einen Korb gegeben hätten, aber der jüngere der beiden ist ein wahrer Spongebob-Fan und daher will ich lieber ohne ihn die Scheibe auf ihre Tauglichkeit als Weihnachtsgeschenk überprüfen. Ich habe mich also heldenhaft hingesetzt und alle Folgen angesehen. Es sind insgesamt sieben:

Der 5000. Geburtstag erzählt – man ahnt es kaum – von König Neptuns 5000. Geburtstag, bei dem es zu Streitigkeiten zwischen dem König und seinem Sohn Triton kommt.

Sandburgen im Sand sind der Anlass u einem superfetten Streit zwischen SpongeBob und Patrick.

Gary allein ohne Haus beschreibt, wie es Gary ohne sein Schneckenhaus ergeht und was SpongeBob so als geeigneten Ersatz ansieht.

Abfalleimer DeLuxe Maxi ist die Kreation von Patrick, der sich für Plankton als Werbetexter hergibt.

Das Einzeller Jubiläum ist ein ganz besonderer Hochzeitstag…

Tentakel-TV hat Thaddäus zum Star

Ich liebe Tanzen berichtet von SpoongeBobs Vortanzversuchen und den Sabotageakten seitens Thaddäus.

Also alles in Allem eine rundherum gelungene Packung Blödsinn für den geneigten Fan.

Cowboys & Aliens Trailer

Bidde was?

Yup.

Cowboys & Aliens. Auf so eine wilde Mischung kann ja nur ein Comicautor kommen, und natürlich: Scott Mitchell Rosenberg hat die Welt Mitte des letztens Jahrzehnts mit der Geschichte des einsamen Fremden beglückt, der in der Wüste Arizonas gegen den fiesen Boss des Städtchens Absolution und seine Gang kämpft und wo sich alle Beteiligten zusammenraufen müssen um gegen die plötzlich angreifenden Aliens zu kämpfen. Der Fremde „hat da was am Arm“ und wird dadurch schnell unverzichtbar.

Ich mag Comics und Graphic Novels und ich mag Cowboys. Was ich bekanntlich nicht mag, sind Aliens und Sci-Fi. Aber nach diesem Trailer zu urteilen, wird das Ding eine extrem lustige Angelegenheit werden. Daniel Craig und Harrison Ford? Oder, wie es ein YouTube Kommentator ausdrückte: INDIANA JONES AND JAMES FUCKING BOND?!? Gekauft! Für die Herren der Schöpfung ist dann noch Thirteen bzw. Olivia Wilde mit an Bord. Sieht nach einem rundum-Sorglos-Paket für die ganze Familie aus. :)

„Mad Men“, Finale der 4. Staffel

  • Veröffentlicht am 18th Oktober 2010,
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Wow. Ich bin geplättet. Die Charaktere der Serie sind mir sehr ans Herz gewachsen über die Jahre, und ich kann mich an keine einzige langweilige Minute Sendezeit erinnern, auch wenn auf den ersten Blick nie besonders viel zu passieren scheint. Dieses war die erste Staffel, die ich nicht auf DVD „in einem Rutsch“ durchgesehen habe, sondern wo ich jede Woche dank iTunes Season Pass auf die neueste Folge warten mußte. Und meiner Meinung nach ist es die bislang beste Staffel gewesen.

Don Draper bleibt ein Rätsel, die Frage aus der ersten Folge dieser Staffel, „Who is Don Draper?“ kann immer noch nicht beantwortet werden. Immerhin scheint er sich seiner eigentlichen Identität langsam anzunähern. Jedenfalls belügt er seine Kinder nicht rundheraus, als sie auf die Signatur seiner Wandmalerei in Annas Haus deuten und fragen „wer ist Dick?“. Und auch sein Gestammel zum Verlobungsring zeigt, daß er diese neue Ehe nicht auf einer kompletten Lüge aufbauen will. Nicht, daß ich auch nur eine Sekunde dächte, Megan würde sich sonderlich für das Dick Whitman Dilemma interessieren.

Betty ist unsympathischer denn je. Hatte man in der ersten Staffel nur uneingeschränktes Mitleid mit dieser betrogenen Frau, deren finsterer Gatte sich von ihrem Psychiater brühwarm auf dem Laufenden halten ließ (jaja, die wunderbaren 60er…) so wurde sie von Folge zu Folge und Staffel zu Staffel unsmpathischer. Hier ist eine Frau, die komplet auf Sand gebaut hat, beim ersten wie beim zweiten Male. Ihre Kinder sind lästige Pflicht und Freundinnen scheint sie auch keine (mehr) zu haben. Schade, ich fand Anne Dudek (a.k.a. „Cutthroat Bitch“ Amber aus House, M.D.) wirklich klasse, die hätte ruhig öfter auftauchen dürfen. Ihr neuer Gatte Henry ist ein solches Würstchen, daß ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Er lebte noch bei seiner Mutter, als er Betty heiratete. Er lebt mit Betty in Dons Haus und Bett und macht keinerlei ernsthafte Anstrengungen, sie zum Umzug in eine neuen Bleibe zu überreden – wie armselig ist das denn bitte? Naja, der Mann ist Politiker, was kann man da außer Opportunismus und Egoismus anderes erwarten? Und Betty ist weniger kindisch als einfach nur zunehmend gestört und „psycho“. Die Art und Weise wie sie Carla gefeuert hat, war jedenfalls an Grausamkeit kaum zu überbieten.

Genau wie Glen. Dieser Junge könnte unmittelbar aus einem der Cartoons von Chas Addams stammen. Sally hingegen hat sich zum heimlichen Star der Serie gemausert. Dieses Kind wird uns noch viel Freude bereiten… Irgendwie erinnern mich Glen und Sally an Forrest Gump und Jenny, und nicht nur, weil es sich um etwa denselben historischen Zeitrahmen handelt. Glen ist natürlich kein Idiot, aber er und Sally finden beide offensichtlich wenig Liebe zuhause und sind beide Aussenseiter. Zumindest hat Sally bislang keine Freundinnen zu Gast und Mädchen in dem Alter sind eigentlich selten allein anzutreffen.

Im Büro hat Pete an Selbstvertrauen und Einfluss gewonnen und steht Roger auf Augenhöhe gegenüber. Macht nichts, daß er zuhause nichts zu sagen hat (auch wenn er das gerne glaubt), er und Don haben sich stillschweigend zusammengerauft durch die diversen Eskapaden. Er ist ehrgeizig aber realistisch und loyal, auch bei Gegenwind. Meine Lieblingszeile in dieser Staffel war, als er nach der Lucky Strike Katastrophe versuchte, das Geld für die Umlage der Partner zusammenzutreiben und an den Notgroschen für sein neugeborenes Kind wollte. Trudy rief empört „das ist für das Haus und den Garten in dem die Kleine mal spielen will!“ Pete, der sonst immer mit seinen Ivy League Upper Eastside Nase über den Wolken schwebt, antwortete nonchalant: „Der Central Park war für mich auch gut genug“. Er wollte die Kohle schließlich nicht in Vegas durchbringen, sondern in seine Agentur und damit ihrer aller Zukunft  investieren. Trudy setzte sich zwar durch und letzten Endes sprang Don ja auch ein und übernahm als Dankeschön für dessen Verschwiegenheit über Dons Geheimnis stillschweigend Petes Anteil, aber Pete hat mir gut gefallen.

Ach ja, das Geheimnis. „Wenn es zwei Leute wissen, ist es kein Geheimnis mehr“, heißt es ja. Daß Don eigentlich Dick Whitman ist, wissen nun sechs Leute: Betty, Pete, Bert Cooper, Faye und natürlich Annas Schwester und Nichte. Ein Geheimnis würde ich das also wirklich nicht mehr nennen. Wie die von Don in gleich zweifacher Hinsicht betrogene Karrierefrau Faye damit umgehen wird, werden wir sehen. Ich denke mal, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Allerdings war es für mich keine Überraschung, daß Faye nicht den Zuschlag als zweite Mrs. Draper bekam: In einer der Folgen, als Don in sein Tagebuch schrieb, äußerte er sich doch eher abfällig über sie. Und ihr Umgang mit seinen Kindern war auch nicht gerade eine Empfehlung. Und daß Don eine ganze Familie will und braucht, wird klar, als er Megan mit seinen Kindern zusammen in harmonischer Atmosphäre am Restauranttisch sieht. Die Sache mit dem Milkshake war dann nur noch die Kirsche auf der Torte.

Megan… das wird noch spannend. Ich glaube nämlich nicht, daß sie sich mittel- bis langfristig als Mutter und Hausfrau sieht. Peggy hat ganz recht mit ihrer Vermutung, daß ihr eigener Job in Gefahr ist oder sie zumindest professionelle Konkurrenz aus dieser Richtung erwarten darf. War das nicht überhaupt die beste Szene der ganzen Staffel: Peggy und Joan, bei einer Zigarette traut vereint in ihrer Empörung über die Herren der Schöpfung und wie unfair das Berufsleben zu den Frauen ist? Peggy hat mit Ken zusammen über das lange Wochenende einen kleinen Account an Land ziehen können, der erste Hoffnungsschimmer für SCDP seit langer Zeit. Das dürfte zumindest Ken etwas Luft verschafft haben, denn er wird sich noch wundern, was von einem Accountmann erwartet werden darf: Die Trennung zwischen Privat- und Berufsleben, mit der er seine Ablehnung erklärte, private Beziehungen für Neugeschäftgewinnung auszunutzen, die wird er sich nicht lange leisten können. Andererseits ist er auch kein Juniorpartner, wie Pete. Dons Präsentation bei der American Cancer Society lief auch sehr positiv und unser aller heimlicher Liebling der Serie, Roger Sterling, darf wieder anfangen zu atmen.

Jedenfalls bis er von Joans Überraschung erfahren wird: Natürlich hat sie ihre wohl letzte Chance auf ein Baby, das sie sich so sehr wünscht, nicht weggeworfen. Wer das ernsthaft geglaubt hat, versteht nun wirklich gar nichts von Frauen. Aber ihr Gatte scheint wirklich nicht der Hellste zu sein – ich dachte, der Mann ist Arzt? Soviel Mathe sollte er doch wohl drauf haben… Aber vielleicht ist es ihm auch egal, daß das Kind nicht von ihm sein kann. Egal, ob er den Krieg überlebt oder ob er versehrt oder heile zurückkommt: Arme Joan, auch sie hat mit Zitronen gehandelt, genau wie Betty.

Ich freue mich auf 1966. In ca. 9 Monaten dürfte es soweit sein.

The New York Times’ Critics’ Picks: „Charade“

Eine Vielzahl wunderbarer Videorezensionen von klassischen Filmen gibt es hier auf den Seiten der New York Times. Dieser Beitrag über Stanley Donens „Charade“ macht direkt Lust, die DVD mal wieder einzulegen und Audrey und Cary beim Apfelsinentanzen zuzuschauen.

Eat Pray Love

Eat Pray Love | ab 23. September im Kino

D: Julia Roberts, James Franco, Javier Bardem
R: Ryan Murphy
Offizielle dt. Website zum Film | IMDB Eintrag | Trailer
Bild mit freundlicher Genehmigung und © 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Hmja. Wer die letzten Wochen mal die Nase in eine Bahnhofsbuchhandlung gesteckt hat, kam an diesem wohl autobiografisch angehauchten Bestseller von Elizabeth Gilbert nicht vorbei. Ich umschiffe Bestseller weiträumig wenn es eben geht, noch dazu in deutscher Übersetzung, und mit Julia Roberts Filmen hab ich’s auch nicht so sehr, aber ich brauchte mal wieder etwas Herz-Schmerz und begab mich daher ins Kino, die Verfilmung des Buches anzusehen.

Inhalt: Frau Roberts Figur ist in der Midlife Crisis und will ein Jahr aussteigen und die Welt sehen. Oder zumindest Italien, Indien und Bali. Und natürlich findet sie den Typen den sie nicht gesucht hat, aber natürlich gesucht hat. Alles sehr vorhersehbar, aber schön fotografiert.

Je älter die Roberts wird, desto mehr verzichtet sie auf die albernen Manierismen und wirft einfach ihren Charme und ihr 1000 Watt Lächeln an. Das reicht schon, eine Streep war sie nie und wird sie nie, aber die ist hier auch nicht gebraucht (die hat sich in sinnfreien feelgood-Rollen ja unlängst gleich zweimal hintereinander in Mamma Mia! und diesem langweiligen Kochfilm ausgetobt, dessen Name mir gerade nicht einfallen will und der selbst zum googeln zu öde war.) Was an James Franco so toll sein soll, wird sich mir in diesem Leben nicht mehr erschließen, aber Javier Bardem gibt eine passable Mischung aus Gérard Depardieu und Mario Adorf ab und hält die Fahne für die Charme-Bären hoch.

Eat Pray Love ist ein bisschen wie ZDF-Traumschiff gucken. Muss manchmal auch mal sein. Reicht aber auch noch im Fernsehen.

The Drifter

The Drifter
R: Taylor Steele
D: Rob Machado, Kelly Slater
Auf DVD und im iTunes (US Store)
IMDB Eintrag | Offizielle Website

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Vor 17 Jahren, als unmittelbare Reaktion auf meinen ersten Burnout in meinem ersten Job, schmiss ich alles hin und begab mich ans andere Ende der Welt um zu surfen. Meine Version des Endless Summer dauerte zwar nur zwei Monate, aber ich bin nie so ganz wieder hier angekommen. Gestern fand ich beim Stöbern im US iTunes Store diesen Film. Inzwischen habe ich ihn schon dreimal gesehen und dazwischen läuft der Soundtrack in der Endlosschleife. Und die Planungen für den nächsten Trip nehmen auch schon konkrete Formen an.

Up In The Air

Up In The Air
R: Jason Reitman
D: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick

seit 4. Juni auf DVD
IMDB Eintrag | Offizielle Website
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment


„Please, for the love of God, can I fire the next one?

Dieser Film funktioniert für mich nicht. Er hätte vor ein paar Jahrzehnten vielleicht theoretisch funktionieren können, als man über den mitspielenden Star als Otto Normalzuschauer nur das wußte, was das Publicity Department des Studios und sein Agent bereit waren, an die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Allerdings hätte er inhaltlich nicht funktioniert, weil es damals eben noch kein Internet gab. Heutzutage gibt es täglich mehr Menschen, die irgendwann im Leben mindestens einmal aus Budgetgründen à la américaine per Videokonferenz entlassen wurden. (Yours truly übrigens auch vor ein paar Jahren, und ja, es ist in der Tat ein traumatisches Erlebnis.) Und dank des Internets, schmerzfreier Klatschpresse und schamlosen Paparazzi wissen wir quasi per Osmose, daß Mr. Clooney auch mit fast fünfzig Jahren ein Baskebabll-Jock und Womanizer ist, der gar nicht ans Heiraten denken will. Die Parallelen zu seiner Filmfigur sind so aufdringlich, daß man diese Fakten nicht aus dem Kopf bekommt während man den Film sieht. Abschalten ist also nicht wirklich gut möglich und darum funktioniert der Film für mich nicht.

Was mich erstaunt hat ist, daß nach Ende des Films die Frauenrollen für mich sehr viel stärker nachgewirkt haben als die männliche Hauptrolle. Der Film ist ein Starvehikel, komplett auf George Clooney zugeschnitten. Das geht soweit, daß die Namen der Schauspielerinnen tatsächlich nicht einmal auf dem DVD-Cover erwähnt werden. Auch nicht auf der Rückseite. Ich mag Clooney, und natürlich habe ich mir den Film ursprünglich seinetwegen angesehen, wie wohl die allermeisten der Zuschauer. Die Kamera liebt ihn und leckt ihn förmlich ab. Aber inhaltlich hat er nichts weiter beizusteuern, ganz im Gegenteil zu Vera Farmiga und insbesondere Anna Kendrick, die ich beide noch nicht bewußt in einem anderen Film wahrgenommen hatte (inzwischen habe ich die imdb angeworfen und kann sagen, daß ich zumindest Vera Farmiga schon in The Departed gesehen hatte. Anna Kendrick war mir hingegen völlig unbekannt.). Die Szenen, die ans Herz gehen, drehen sich um die beiden Frauen.

Der Film funktioniert aber auch deshalb nicht so richtig, weil er sich nicht entscheiden kann, was er nun sein will. Eine Komödie? Ein Drama? Eine Sozialkritk? Eine Liebesgeschichte? Er bedient sich aus allen Schubladen und formt daraus nichts eigenständiges. Das Ende ist so nichtssagend, das man es schon wieder vergessen hat noch bevor der Abspann durchgelaufen ist. Insofern wird Up In The Air seinem Titel gerecht und hängt völlig in der Luft. Vielleicht sollte man ihn im Flugzeug sehen.

„The moment of a lifetime“ – Die Oscars 2010

This really is… There’s no other way to describe it, it’s the moment of a lifetime. First of all, this is so extraordinary to be in the company of such powerful, my fellow nominees, such powerful filmmakers who have inspired me and I have admired for, some of whom, for decades. And thank you to every member of the Academy. This is, again, the moment of a lifetime.

– Kathryn Bigelow in ihrer Dankesrede

“Well – the time has come” sagte Barbra Streisand, als sie den Umschlag mit dem Namen des Gewinners für die Beste Regie öffnete. Es war eine Gewinnerin: Zum ersten Mal in der Geschichte der AMPAS (Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences) wurde eine Frau für ihre Arbeit als Regisseurin ausgezeichnet. Alten Filmbusinesshasen und Awards-Nerds wie mir war das in dem Moment klar als Barbra die Bühne betrat, denn immerhin war sie wiederum die erste Frau, die den Golden Globe für die beste Regie mit nach Hause nehmen durfte (1983 für Yentl).

Die Gewinnerin heißt Kathryn Bigelow und bei jedem ihrer meist sehr actionlastigen Filme wird betont, daß er von einer Frau gedreht wurde. Als ob Frauen nichts über Gewalt wüßten! The Loveless (1982) dreht sich um eine Motorradgang, die eine Kleinstadt heimsucht. Blue Steel (1989) zeigt eine Polizistin, die sich gegen einen sie stalkenden Psychokiller zur Wehr setzt. Point Break (1991) hat Banküberfälle, Big Wave Surfing und Fallschirmspringen. Strange Days (1995) galt vor fünfzehn Jahren als einer der gewalttätigsten Filme seiner Zeit. Der Oscarprämierte The Hurt Locker nun ist ein Thriller über einen Bombenräumtrupp im Irak.

Kathryn Bigelow hat viele gute Filme gemacht. Und ob The Hurt Locker besser oder schlechter war als seine neun (!) Konkurrenten um den Thron des Besten Films, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich freue mich für sie und hoffe, daß wir nicht wieder 81 Jahre auf eine Gewinnerin warten müssen. Susanne Bier, Rebecca Miller, Kimberly Peirce und viele mehr scharren schon mit den Hufen.

Die Oscars sind weiblich

Die Oscarnominierungen sind raus und wie’s aussieht, ist die Saison 2009/2010 die Saison der Frauen:

In der Kategorie Best Director hat Kathryn Bigelow für ihr Irak-Kriegsdrama The Hurt Locker die erst vierte Oscar-Nominierung einer weiblichen Regisseurin überhaupt eingefahren. Ob das gegen ihren Ex-Ehemann James Cameron und sein “Pocahontas trifft Die Schlümpfe trifft Der mit dem Wolf tanzt”-CGI-Spektakel Avatar die Trumpfkarte sein wird? Den inhaltlich in meinen Augen wertvolleren Preis ihrer Regisseurskollegen der Director’s Guild Awards hat sie letzte Woche, ebenfalls als erste Frau, bereits entgegennehmen dürfen. Mit neun Nominierungen liegt The Hurt Locker übrigens gleichauf mit Avatar. Ebenfalls für die beste Regie nominiert ist die Dänin Lone Scherfig, für die Verfilmung eines Nick Horny Drehbuchs, An Education.

Bei den Nominierungen für die besten Hauptdarstellerinnen hat Meryl Streep ihre 16. Oscarnominierung eingefahren (was wohl der neue Rekord sein dürfte), dieses Mal für Julie & Julia. Zweimal hat sie schon gewonnen, zuletzt allerdings for einem Vierteljahrhundert. Auch Dame Helen Mirren ist erneut nominiert; insgesamt zum vierten Mal, gewonnen hat sie 2007 für ihre Rolle als Die Queen. Beide sind über vierzig Jahre alt, genau wie die zum ersten Mal nominerte Sandra Bullock, die mit der true story-Verfilmung The Blind Side zwar einen Publikumliebling hingelegt hat, aber in meinen Augen dennoch kaum echte Chancen haben dürfte. Die Newcomerin Gabourey Sidibe ist für ihre Darstellung in Precious nominiert und für denselben Film, allerdings in der besten Nebenrolle, Mo’Nique (ebenfalls über 40).

Inhaltlich drehen sich sowohl An Education, als auch Precious, The Blind Side und Julie & Julia um Frauen, also es gibt kein Entrinnen: May the best women win! :-)

Kleine Medienrückschau

Im vergangenen Jahr habe ich das erste Mal wieder mehr Bücher als DVDs gekauft und wieder mehr gelesen als Filme gesehen. Auch einiges an Musik wurde angeschafft. Und das erste Mal seit 2001 kann ich die Anzahl der gekauften DVDs wieder an den Fingern einer Hand abzählen, und die Anzahl der im Kino gesehenen Filme ebenfalls.

Im Kino gab’s vier Filme, von denen mich nur Gran Torino überzeugte. Wenn auch mit einem Eastwood’schen Augenzwinkern, das die Kritiker wie üblich nicht wahrgenommen haben, weil sie sich zu sehr auf “Dirty Harry ist zurück” und ähnlichen Quatsch gestürzt haben. Man muß wohl wirklich nach Frankreich auswandern, um dämlichen Eastwood-Rezensionen aus dem Weg zu gehen.

Der Baader Meinhof Komplex war starbesetzt, toll ausgestattet und rundherum nichtssagend, weil hier alles, was in den 60ern und 70ern politisch relevantes passiert ist, und das ist bekanntlich einiges, in einem Film verwurstet wurde. Ich hatte das Glück, das Buch vor rund 20 Jahren gelesen zu haben und alt genug zu sein um mich noch an viele Zusammenhänge selbst zu erinnern. Ob die 18ährigen im Publikum sonderlich viel verstanden haben, darf bezweifelt werden.

Mullewapp war einfach nur ärgerlich. Dieser Kinderfilm hatte null Charme und ist keiner Erwähnung wert. Es sollte der erste Kinofilm meines Patensohns Nr.2 (Captain Jacks kleinem Bruder) werden, wenige Tage vor dessen 5. Geburtstag. Mir schwante ja schon etwas, aber er wollte unbedingt da rein. “Da rein” war eine Schuhschachtel des Westerländer Kinocenters, in dem die Leinwand nur unwesentlich größer ist als ein Fernsehbildschirm. Wenn ich so bedenke, was ich bei meinem ersten Kinofilm damals™ für ein Glück hatte: Susi und Strolch, ein echtes Disney Meisterwerk, und auch in einem tollen Kino. Captain Jack hatte zwar nur Lauras Stern als ersten Film, aber wenigstens bei der Premiere, komplett mit rotem Teppich, Blitzlichtgewitter, kostenlosem Popcorn und einer Geschenketüte für jedes Kind. (Das hat ihn natürlich auch fürs Leben geprägt; sein Vater war dem Vernehmen nach sehr irritiert, als er ein paar Wochen später bei einem anderen Kinobesuch von seinem Ältesten gefragt wurde, wo denn jetzt die Geschenke und der rote Teppich abgeblieben seien.)

Willkommen bei den Schti’s war teilweise recht witzig, aber letztlich auch reichlich banal und mehr so ein TV-Film der Woche, nur halt im Kino. Ich hoffe ja nach wie vor darauf, daß ich irgendwann im Leben noch einmal eine französische Komödie sehen werde, die mein Humorzentrum trifft. Es gibt so viele tolle französische Filme, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Solange halte ich mich an die Briten.

Auf DVD habe ich mich hauptsächlich auf TV-Serien gestürzt, nicht zuletzt dank der Finanzkrise und dem dadurch sehr geschwächtem Britischen Pfund Sterling. House, MD (Season 5) hat mir entgegen aller Unkenrufe sehr gut gefallen, da sich die Serie entwickelt und experimentiert. Nicht immer in eine plausible Richtung oder erfolgreich, aber wenigstens wird hier nicht nur Schema F gefahren und Hugh Laurie ist einfach klasse, fertig.

Die Sopranos hatte ich schon immer im Visier, aber trotz meiner knapp fünf bei Warner Bros. verbrachten Jahre (WB als Schwesternfirma von HBO unter dem TIME/Warner Dach veröffentlicht die Serie hierzulande) habe ich es nie geschafft, mehr als zwei Folgen oder einige Ausschnitte zu sehen. Diesmal bin ich immerhin bis zur vorletzten Staffel gekommen, bevor mich die Langeweile packte und ich die schweren Jungs erst einmal wieder ins Regal verbannte. Ein paar Wochen später habe ich dann den Rest gesehen und war insgesamt doch recht angetan. Aber in die Top 5 meiner liebsten TV-Serien wird sie es nicht schaffen.

Anders The Wire, die sich aus dem Stand auf Platz 3 meiner Lieblingsserien katapultiert hat. Ob die Serie so realistisch ist wie die Presse schreibt, kann ich nicht beurteilen. Aber hart, schonungslos und trotzdem warmherzig, nie unglaubwürdig und sie wirkte noch lange, lange nach. HBO ist offenbar nach wie vor ein Garant für Qualitätsfernsehen. Die US-Version der Box ist übrigens codefree, auch wenn das nirgends vermerkt ist.

Der einzige Kinofilm auf DVD der es dieses Jahr in meine Sammlung geschafft hat, war Michael Manns Public Enemies. Dies dürfte dann auch mein letzter Michael Mann DVDkauf gewesen sein, denn obwohl er immer wieder eine fesselnde Atmosphäre in seinen Filmen zustandebringt, er meist eine erstklassige Besetzung zusammentrommelt und Ausstattung, Musik, Beleuchtung, Kamera etc. makellos sind, bleibt man oft gelangweilt und ratlos zurück: Was wollte er uns diesmal sagen, und warum hat er’s nicht einfach getan? Miami Vice, Collateral, Ali – Mann dreht Hochglanzfilme ohne nennenswerte oder sonderlich glaubwürdige Geschichte, seelenlos und blutarm, mit Ausnahme vielleicht von Heat. Es gibt schlechtere Filme, sicherlich, aber auch viele weitaus bessere.

Meine neuen Bücher werde ich dann demnächst sukzessive vorstellen. Soviel vorab: hier gab es keine Enttäuschungen.

Am Anfang war das Wort

  • Veröffentlicht am 10th Januar 2010,
  • veröffentlicht von
  • mit 1 Kommentar

Über diesen (schon etwas älteren) Werbespot des französischen Fernsehkanals Canal+ bin ich bei nordfischbaby gestolpert und habe mir ein Loch ins Bein gefreut: Tolle Geschichte, gut umgesetzt, spannend bis zum Schluß und eine prima Auflösung. Würden sich doch mehr Filmemacher daran halten!

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Spongebob – Spongikus

  • Veröffentlicht am 17th November 2009,
  • veröffentlicht von

Sponge Bob Squarepants – Spongikus
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Als ich diese DVD zu Rezensionszwecken bekam, war mir klar: ich brauche Hilfe. Gemeinsam mit Captain Jack (9) und seinem kleiner Bruder (5), die heldenhaft ihre Schlafengehenszeit opferten um mir zur Seite zu stehen, schaute ich mir also die erste, titelgebende Folge dieser DVD an. Folgender Dialog entspann sich:

Ich: OK, also das spielt alles unter Wasser?
Cpt. Jack: Ja, genau! Das da ist Spongebob, ist klar, oder? Und die Krabbe ist sein Chef, voll fies!
Kl. Bruder: voll fies!
Ich: Und jetzt sperrt der die da unter Wasser in die Arena? Aber wieso schwimmen die nicht einfach oben raus?
Cpt. Jack: Maaaannn, das ist eben so! Das ist sooooo komisch, oder?
Kl. Bruder: nickt eifrig
Ich: Aha. OK, noch zwei Folgen, aber dann marsch ins Bett, hört Ihr?
Beide unisono: Oooooooch! Na gut!

Um im Unterwasserbild zu bleiben: Der Köder muß dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Unter diesem Aspekt kann man diese DVD, die seit dem 12. November im Handel ist (FSK 6), nur als vollen Erfolg verbuchen.

The Italian Job (40th Anniversary Edition) – Blu-Ray zu gewinnen!

  • Veröffentlicht am 20th Oktober 2009,
  • veröffentlicht von

The Italian Job
R: Peter Collinson
D: Michael Caine, Noel Coward, Benny Hill
IMDB Eintrag | Offizielle Website
Bilder © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Charlie Croker (Michael Caine) hat einen Job zu erledigen: Gerade aus dem Knast entlassen, entdeckt er, daß einer seiner Freunde ein dickes Ding in Italien abiehen wollte, direkt unter der Nase der Mafia. Diese hat jedoch das Spiel vorzeitig beendet und Charlie will nun den Faden wieder aufnehmen. Mittels dreier Minis, ein paar Jaguar E-Types und eines Busses will er einen Haufen Gold in Turin mithilfe eines Verkehrsstaus klauen. Aber erst muß er die passende Crew zusammenbringen…

Die heiße Jagd der Minis durch Turin ist längst Filmgeschichte, war sogar einmal Gegenstand des e13 Filmrätsels (einige Auserwählte werden sich erinnern) und hat natürlich auch schon ein (recht unspektakuläres) Remake hervorgerufen. Doch der Charme des Originals bleibt unerreicht und anläßlich des 40. Jahrestags des Films hat Paramount Home Entertainment eine 2-Disc Special Edition, randvoll mit über 2 Stunden Bonusmaterial auf den Markt gebracht.

Besonders interessant sind die Interviews mit den Beteiligten – alle noch Lebenden, vor wie hinter den Kulissen, erzählen bereitwillig und unterhaltsam über die Entstehungsgeschichte des Films und welche Rolle er in ihrem Leben spielte. Quincy Jones beispielsweise glaubt heute noch niemand, daß er den Score und sogar den berühmt gewordenen Gassenhauer “Self-Preservation Society” geschrieben hat. Niemand geringerer als der Regisseur Peter Collinson höchstselbst war an einem der waghalsigsten Stunts der Filmgeschichte beteiligt – was ihm anschließend ordentlich Ärger seitens der Produzenten einbrachte, da der Film zu dem Zeitpunkt noch nicht im Kasten war. Und Paramounts ehemaliger legendärer Head of Production, Robert Evans, erzählt wie der kürzlich verstorbene britische Drehbuchautor Troy Kennedy-Martin ihm im Fahrstuhl die Geschichte verkaufte: “If you can tell something in three sentences, you’ve got a story. Troy had a story, by the third floor I was sold. And the price rose all the way to the top, when we got out on the last floor.”

Paramount Home Entertainment hat mir netterweise nebst der DVD auch eine Blu-Ray DVD zu Rezensionszwecken Verfügung gestellt. Da ich keinen Blu-Ray-sondern nur einen DVD-Player besitze, werde ich die Blu-Ray Scheibe hier verlosen. Schreibt einfach die beste Begründung in die Kommentare, warum ausgerechnet Ihr diesen Film unbedingt haben müßt.

Der Gewinner wird am 30. Oktober hier im Blog bekanntgegeben.

All your Music belong to us!

  • Veröffentlicht am 26th August 2009,
  • veröffentlicht von

Ich habe in den letzten Monaten u.a. Bücher, Zeitschriften, CDs und DVDs aussortiert, die ich nicht mehr benötige. Es hatte sich über die Jahre so einiges angesammelt, was mir folgende Optionen offen ließ: 1. den ganzen Krempel in die Elektrobucht oder bei Amazon einstellen oder 2. ab ins Altpapier bzw. zum Recyclinghof damit. Ein Flohmarkt, sozusagen die “oldschool-Lösung”, kommt aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Option 2 habe ich, nicht ohne Bedauern, zumindest für die Zeitschriftenstapel wahrgenommen. Wer einen oder mehrere Jahrgänge WIRED Magazine, American Cinematographer, Communication Arts, Graphis, Surfer Magazine etc. kaufen will, wird dafür erfahrungsgemäß meist höchstens 20 Euro ausgeben wollen und wenn 18 davon Portokosten sind, schleppe ich den Kram lieber 150 Meter die Straße rauf zum Altpapiercontainer als zur Post, wo ich dann noch meine Zeit mit Schlangestehen verplempern darf. Einige Bücher (“Das große Photoshop 2.5.1 Handbuch”) gingen ebenfalls diesen Weg, auch wenn ich ein Unbehagen, Bücher einfach so wegzuwerfen, nicht unterdrücken kann. Bei ähnlichen Aufräumationen früher habe ich die Bücher der Stadtteilbibliothek angeboten. Inzwischen gibt es in Hamburg dank absurder Sparmaßnahmen davon nicht mehr sehr viele, und schon damals stöhnten die unterbezahlten und überarbeiteten Mitarbeiter, das sei alles ganz nett, aber ich würde ihnen nur noch mehr Arbeit bereiten. Ein ähnlicher Versuch in einer Oxfam-Filiale stieß auf entschlossene Ablehnung der Mitarbeiter dort. Es gibt wohl nicht sehr viele Interessenten für antike Reiseführer oder Marketingfachbücher. Die meiner Ansicht nach noch “wertvolleren” Bücher wanderten zu Amazon, was mir summa summarum insgesamt rund 30 Euro eingebracht hat.

Wie sieht’s aus bei CDs? Gebrauchte Tonträger anzubieten ist ein Unterfangen, das eiserner Nerven bedarf. Entweder freundet man sich mit dem Gedanken an, einem Plattendealer auf Knieen rutschend den Soundtrack des eigenen Lebens anzubieten. Die Bezahlung besteht in hochgezogenen Augenbrauen des Typen hinterm Tresen, der einem gar nicht mal so subtil mitteilt, daß er dir geradezu einen Gefallen tut den Rotz für einen Euro das Stück anzunehmen (um ihn dann für 7-15 Euro das Stück weiterzuverkaufen). Bosch hat diese Spezies Mensch mal sehr schön beschrieben.
Oder man riskiert es, die Scheiben bei einer Internetauktionsplattform anzubieten und sich eine Abmahnung einzufangen. Die Musikindustrie nagt bekanntlich am Hungertuch und kann es daher nicht widerspruchslos hinnehmen, daß man mit ihren Produkten Kasse macht. Offenbar gehört mir nicht die ganze CD wenn ich eine kaufe, nur der Datenträger. Ich könnte natürlich vor dem Verkauf die Musik vom Datenträger kratzen, aber irgend etwas sagt mir, daß sich der Verkauf dann aus anderen Gründen schwierig gestalten könnte.

Richtig kompliziert wird es allerdings beim Verkauf von DVDs. Ich sammle Filme auf DVD, und zwar jeweils in der Fassung, die zum Zeitpunkt des Kaufs die weltweit bestmögliche ist. Soll heißen: Wenn ein Film in Australien mit einer besseren Tonspur, interessantem Bonusmaterial jenseits des EPK und einer ansprechenderen Verpackung erscheint, dann kaufe ich mir eben den, und nicht die gleich teure oder teurere deutsche abgespeckte Version. Die australische DVD hat dann den Regionalcode 4, was bedeutet, daß man sie hierzulande nur über einen codefree DVD Player abspielen kann. Das wäre für viele Interessenten kein Kaufhindernis (die meisten Filmaficionados haben einen codefree Player), aber es handelt sich auch oft um Filme, die hierzulande entweder gar nicht erschienen sind (und vermutlich auch nie hier veröffentlicht werden), nur in einer geschnittenen Fassung, oder aber deshalb in einer abgespeckten Version, weil der deutsche Vertrieb kein Geld für bz.B. den Audiokommentar ausgeben wollte. Den hören sich ja erfahrungsgemäß ohnehin nur die Nerds an.

Stelle ich eine solche Scheibe z.B. bei E-Bay ein, dann riskiere ich eine Abmahnung und schlimmeres, weil ich ein Produkt anbiete, für dessen Vertrieb ich in unserem Land keine Rechte besitze. Daß ich die DVD im Ausland legal gekauft habe, ggf. auch Zoll und Einfuhrumsatzsteuer dafür berappt, es sich um ein Einzelstück und privaten Verkauf handelt und ich höchstwahrscheinlich den ursprünglichen Preis ohnehin niemals erzielen werde, das interessiert nicht.

Hinzu kommt, daß jeder Film auf DVD der keine FSK-Freigabe besitzt, hierzulande automatisch als “Keine Jugendfreigabe” (früher: FSK 18) eingestuft wird. Die in der Regel vorhandenen ausländischen Altersfreigaben haben keine Relevanz in unserem Land. (Was manchmal auch ganz gut so ist, wenn man die unterschiedlichen kulturellen Gewichtungen zum Thema Filmzensur so vergleicht…) Ich müßte im Zweifelsfall also beweisen können, daß mein Käufer 18 Jahre oder älter ist und sich mir gegenüber (z.B. über das umständliche Postident-Verfahren) vor dem Kauf entsprechend ausgewiesen hat. Somit kann ich nicht einmal eine Liste der Filme mit Preisangaben hier auf mein Blog stellen und “first come, first served!” rufen.

Es sind Catch-22s wie diese, die den Kampf der Piratenpartei gegen das Urheberrecht und seine Auswüchse teilweise sinnvoll erscheinen lassen. Daß dort andererseits das Kind gleich mit dem Bade ausgeschüttet werden soll ist natürlich nicht akzeptabel. Aber ich bin gespannt auf tragfähige Konzepte einer Urheber- und Nutzungsrechtsreform, bei der die Künstler nicht betteln geschickt werden und gleichzeitig der Verbraucher nicht länger der Dumme ist.

You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination

  • Veröffentlicht am 26th Juni 2009,
  • veröffentlicht von

Gleich drei Ikonen meiner Kindheit und Jugend aus den 70ern/80ern haben in letzter Zeit ins Gras gebissen: David Carradine, Farrah Fawcett und Michael Jackson. Irgendwie surreal, und Anlaß zu ein paar Erinnerungen.

“Es ist Zeit, uns zu verlassen.”

Mitte der 70er gab es im Nachmittagsprogramm am Wochenende eine Sendung, auf die ich mich die ganze Woche freute: Kung Fu, eine Serie über einen Shaolin-Mönch im Wilden Westen. Die Szene im Vorspann, wenn er zur Abschlußprüfung im Kloster diese Drachen auf den Puls gebrannt bekam, das war die Härte. Kwai Chang Caine hieß der Held, und wir spielten seine Abenteuer auf der Straße nach. Die Serie war schamloseste Exploitation des grassierenden Kung-Fu-Karate-Fiebers, das Bruce Lee mit Enter The Dragon losgetreten hatte. Tatsächlich sollte Lee die Rolle ursprünglich spielen, aber sein chinesischer Akzent war zu stark für die Produzentenohren, und so bekam eine Langnase den Zuschlag – David Carradine. Zwischen 1975 und 2003, also Tarantino ihn für seine Schlachtplatte Kill Bill aus der Mottenkiste zog, hörte und sah man eigentlich nicht wirklich mehr etwas von Carradine. Vor zwei Wochen starb er in einem Hotelzimmer in Bangkok.

“Guten Morgen, Engel!”

Farrah Fawcett war die Blonde aus “3 Engel für Charlie”, deren traumhaft geföntes blondes Haar jedes Mädchen der 70er gerne gehabt hätte. Also, jedes außer mir, versteht sich. Ich durfte die Serie damals nicht sehen, sie lief glaube ich erst abends, aber Farrah war das Schönheitsideal in der 5. Klasse meiner hessischen Kleinstadtschule. Irgendwann später heiratete sie den “Colt für alle Fälle” und die beiden bildeten damit wohl das Fernseh-Traumpaar der 80er. Aber so wirklich bewußt wahrgenommen habe ich Farrah Fawcett-Majors erst in Extremities – einem recht umstrittenen Thriller, dessen Hauptrolle ihr einen Golden Globe einbrachte. Farrah Fawcett starb gestern an Krebs.

“You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination”

“Heute Abend kommt das Thriller Video in Formel 1!” Meine große Cousine war sehr aufgeregt. “Ich nehme es auf Video auf!” Mein Onkel und meine Tante hatten nämlich 1983 einen Videorekorder, oh Wunder der Technik. Unvergessen der Abend, als mein Onkel, großer Liebhaber von Science Fiction, sich für den Einweihungsabend mit Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum auslieh und die ganze Familie fassungslos eine gefühlte Stunde lang den Affen dabei zusah, wie sie um den Monolithen hüpften, untermalt von gemurmelten Flüchen meines Onkels, was der Depp in der Videothek ihm da denn für einen Scheiß angedreht habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich konnte mit Michael Jackson nicht sehr viel anfangen; der Steppke mit der Quäkstimme, der im Radio sehr gelegentlich noch ABC piepsen durfte, machte nicht die Sorte Musik, die ich zu jener Zeit gern hörte. In sofern war ich doch eher unterwältigt, wie man so schön sagt. Ich war wohl die einzige in meiner Klasse, die das Thriller-Album nicht besaß und auch keinerlei Interesse daran hatte. Aber natürlich sah ich mir mit meiner Cousine am nächsten Tag das Video an. Danach fand ich Michael Jackson nicht mehr ganz so beknackt. Ich hasse bekanntlich Horrorfilme und hatte zwar Landis’ American Werewolf gesehen (und fast einen Herzinfarkt bekommen, als der Typ im Krankenhaus…, na, Ihr wisst schon). Aber dieses Videodingsda, das war schon irgendwie anders. Das war Kunst. Mir war klar, ich hatte etwas Großes gesehen.

Jahre später war ich mit meinem Herzbuben im Autokino, um Moonwalker zu sehen. OK, nicht nur um Moonwalker zu sehen. OK, OK, nicht um Moonwalker zu sehen. Ihr versteht. Der Film war nun wirklich keine große Kunst, das darf ich wohl hier sagen, auch wenn ich ihn nicht mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit bedacht hatte. Ich fragte mich flüchtig, wer wohl für den Mist das Geld gegeben hatte. Wieder ein paar Jahre später kam der Hype nach Hamburg: Im Volksparkstadion fand das Konzert des Jahres 1992 statt; meine Kollegen waren schier aus dem jeweiligen Häuschen. Ich ging mit hin, reichlich lustlos, und dann sprang der Funke über: Dieser Mann, nein, dieses Wesen da oben auf der Bühne bewegte sich so unglaublich anders, so wunderbar, so außerirdisch, das war einfach fabelhaft mitanzusehen. Ich war begeistert – nicht von seiner Musik (mehr so lala), definitiv nicht von dem ganzen Hype (nervig), aber von seinen Bewegungen, seinem Tanz. Umwerfend.

Die darauf folgenden immer bizarreren Berichte über seine OPs, seine Hochzeit(en), seine Prozesse etc. interessierten mich so wenig wie seine neuen Alben, die wohl selbst bei den verbliebenen Fans sämtlichst sang- und klanglos untergingen. Diesen Sommer wollte er sein Comeback starten; die Show(s) in London waren binnen kurzem ausverkauft. Michael Jackson starb vergangene Nacht in L.A.

Blade Runner

Den Sommer 1982 verbrachte ich bei Freunden in einem Kaff in Maryland, unweit von Washington, D.C.. Außer Baseballspielen von morgens bis abends, oder die wunderbar breiten und Babypopoglatten Kleinstadtstraßen und Garageneinfahrten mit dem Skateboard abzusurfen gab es dort für uns Kinder herzlich wenig zu tun. Heimvideospiele waren gerade erst aufgekommen, aber wir hatten bei schönem Wetter gefälligst draußen zu spielen – nicht im Keller vor der Glotze zu kleben und uns um diese komischen Fernbedienungen zu kloppen. Ausserdem hatten die Erwachsenen rasch die Nase voll von den Geräuschen von PacMan und SpaceInvaders. Computer waren ohnehin in Privathaushalten weitgehend unbekannt. Das absolute Highlight war nach wie vor das Kino. Es kostete zwei Dollar für unter-sechzehnjährige und wer dreimal die Woche ging, kam beim vierten Mal umsonst rein. Das war natürlich eine Gelegenheit, die wir uns nicht entgehen liessen.

Das Kinoprogramm von 1982 war ziemlich gut, um nicht zu sagen: Sensationell, jedenfalls mit dem Output unserer Tage verglichen. Wir sahen nacheinander E.T., Tron, Poltergeist, den Trailer zu John Carpenters Remake von The Thing (in den Film selbst liess man uns nicht, da wir noch zu jung waren – eine Entscheidung, die ich Angsthase keinesfalls bedauerte), An Officer And A Gentleman, Firefox und schliesslich noch einen Trailer, bei dem mir der Mund offenstehen blieb.

Diesen Film musste ich sehen. Das Problem war nur: Er lief nicht bei uns am Ort. Was ich damals noch nicht wußte und auch rückblickend nur abstrakt nachvollziehen kann: Der Film war der totale Flop; kein Kino wollte ihn. Und er war, genau wie Carpenters The Thing, „rated R“ – also nur für Erwachsene, bzw. ab 17. Wir waren 12, 14 und fast 15 Jahre alt und konnten uns daher nicht mal heimlich das Auto klauen und nach Washington reinfahren – keiner von uns hatte einen Führerschein oder konnte autofahren. Öffentliche Verkehrsmittel gab es keine.

Die Rettung kam unerwarteterweise in Gestalt des Familienvaters Bob, der den Film auch unbedingt sehen wollte und in D.C. im Außenministerium arbeitete. Was er dort machte, wollte er uns nicht sagen. Seine Kinder hielten ihn für James Bond (nunja, ein James Bond mit Halbglatze und Brille) und er liess sie nur zu gerne in dem Glauben. Seine Frau liess sich nicht ganz so einfach beeindrucken und holte ihn gern trocken auf den Boden des Familienlebens zurück: „I’d be very impressed if double-oh-seven let the dog out before the poor thing relieves herself on the living-room carpet…“

Bob schlug also eines Morgens beim Frühstück vor, uns Kinder seinen Arbeitsplatz zu zeigen und uns anschliessend in die National Gallery of Art zu schicken, die Impressionisten anzuschauen. Wir täuschten stark schaumgebremste Begeisterung vor („oh maaaan, can’t we play Asteroids instead?“) , und somit schöpfte seine Frau auch keinen Verdacht sondern freute sich, die Bande mal aus dem Haus zu haben.

Nach einer halbstündigen Führung durch Teile des Außenministeriums (gähn) und einem Schweinsgalopp an Monets und Degas’ Werken vorbei landeten wir in einem Kino, dessen Kartenabreisser dank eines saftigen Trinkgelds keine lästigen Fragen nach unserem Alter stellte. Wir stopften Popcorn in uns hinein, lachten u.a. über den Tootsie Trailer, stöhnten über die blöde Werbung und sahen schliesslich Ridley Scotts visuelles Meisterwerk. Ich konnte kaum glauben, was ich da sah – die Bilder waren eklig, unheimlich, furchteinflössend, abstossend, wunderschön, faszinierend, nachhaltig verstörend. Ich konnte der Handlung zwar nur bedingt folgen, aber mir war instinktiv klar, daß wir vier hier gerade ein Stück Filmgeschichte sahen.

Nur wir vier. Wir waren völlig alleine im Kino. Niemand außer uns wollte den Film sehen. Das Ende gefiel mir, obwohl es sich sehr falsch anfühlte. Ich wollte das Happy End, auch wenn ich wußte, daß es eigentlich keines geben durfte.

Wir fuhren ziemlich schweigsam nach Hause, jeder hing so seinen Gedanken nach. Zuhause gaben wir Kinder vor, ziemlich müde zu sein und ins Bett zu wollen („all that art makes you tired, mom …“). Mom sagte zwar nichts, aber ihre misstrauischen Blicke in Richtung Bob sprachen Bände.

Etwa 15 Jahre später sah ich erstmals den vorgeblichen Director’s Cut des Films, der das fake happy ending durch ein deutlich finstereres ersetzte, die unsäglichen Voiceovers rauswarf und u.a. durch eine neu eingefügte Einhorn-Szene andeutete, daß Deckard selbst ein Replikant ist. Daß der Film damit „ein völlig neuer Film“ wurde, wie viele Kritiker und Fans meinten, kann ich zumindest für mich nicht bestätigen. Die Frage, ob Deckard „echt“ ist oder nicht hatten wir in den Tagen nach unserem geheimen Ausflug damals erschöpfend diskutiert und waren genau wie er zu dem Schluß gekommen, daß es letztlich keine Rolle spielte.

Ich mag den Film nach wie vor nicht besonders und finde ihn über weite Strecken sogar recht langatmig. Vangelis’ Musik grenzt hart ans Unerträgliche in meinen Ohren und hat mir auch schon Chariots of Fire für immer versaut. Trotzdem sehe ich ihn mir immer wieder gerne an. Ich werde nie ein Fan dieses Films werden, aber wurde damals zum Ridley Scott Fan. Kein Regisseur unserer Zeit hat so viele visuell beeindruckende und stilistisch wegweisende Filme geschaffen, die einen fast immer auch irgendwo berühren. Fast jeder Sci-Fi Film (und eine Menge andere Genres) hat sich ausgiebig beim Production Design von Blade Runner bedient; nur wenige habe dann darauf noch etwas eigenes gesetzt (wie z.B. die Matrix-Schöpfer).

Blade Runner ist kürzlich in einer sehr umfangreichen DVD-Box komplett restauriert als „The Final Cut“ erschienen. Mit im Paket sind der Theatrical Cut den ich 1982 in den USA gesehen habe, der International Theatrical Cut, der Director’s Cut und ein erster Workprint sowie Tonnen von Bonusmaterial. Eine für jeden Filmfan lohnenswerte Anschaffung, mit der man mühelos ein verregnetes langes Wochenende (wie dieses) rumkriegt.

Man kann natürlich auch ins Museum gehen.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford

The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford
R: Andrew Dominik
D: Casey Affleck, Brad Pitt, Sam Shepard
Offizielle Website | Offizielle deutsche Website | Trailer | IMDB Eintrag

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich dreimal hintereinander am selben Tag im selben Film war. Hätte ich die Zeit und Chance gehabt, dieser wäre ein solcher Kandidat für einen weiteren Kino-Marathon. Der Film ist einfach magnetisch.Brad Pitt spielt Jesse James, den legendären Räuber und Mörder, der den Ruhm mindestens ebenso nötig hat wie ein geregeltes Familienleben. Casey Affleck spielt den jungen Robert Ford, dessen grenzenlose Bewunderung für sein Idol Jesse James in Hass umschlägt, als dieser ihn einmal zu oft verspottet. Das war auch schon alles an Geschichte, aber wie sie erzählt wird, wie die Kamera die Darsteller und Landschaft ableckt, wie die Musik den Zuschauer verführt, überrascht, heimsucht – das macht Lust auf Mehr.Ganz großes Kino, einer der besten drei Filme des Jahres bislang. Ein Film für die große Leinwand, geht los und nutzt die Chance.

In fünf leckeren Sorten

Anke und der Dramaking listen ihre VIP-Schnuckels. Dann will ich auch mal nicht so sein und die Hosen runterlassen die Typen aufzählen, bei denen ich glatt weiche Knie bekäme. Und weil das hier so eine Art Filmblog ist, zählen natürlich nur die Rollennamen, ist klar, ne?

Knapp rausgeflogen ist James Leer (im Bild rechts), denn “das ist irgendwie, als würde ich meinen kleinen Bruder küssen” wie es in einem ganz anderen Film heisst. Aber niedlich ist er ja schon. Aus dem gleichen Grund hat ‘s auch J.D. nicht geschafft. Schon klar, alle Kerls sind eigentlich kleine Jungs – aber nicht jeder kleine Junge ist ein echter Kerl, also raus mit ihm. Ebenfalls knapp, um nicht zu sagen: hauchdünn aussen vor geblieben ist dieser junge Mann, der es in zwanzig Jahren wahrscheinlich locker in die Top 5 schafft (die Seite ist etwas lahm weil heute erst gediggt worden, aber das Warten lohnt sich). Man weiß es nicht. But let ‘s separate the boys from the men:

Nr. 5: Doc McCoy. *hach*. (Und das gilt eigentlich auch für Thomas Crown oder Bullitt, auch wenn bei letzterem natürlich der eigentliche Star des Films das Auto war.)

Nr. 4: Danny Ocean. OK, die Filme sind natürlich kalter Kaffee, aber mirdochschnurz, der Typ bleibt heiss, wenn auch vielleicht ein bisschen zu glatt.

Nr. 3: Vincent. Mag ja sein, daß es falsch ist Franzose zu sein, aber für diesen hier stehe ich sogar Mission Impossible durch – ganz zu schweigen von Ronin (übrigens Robert de Niros letztem wirklich coolen Auftritt).

Nr. 2: Die Jungs aus Brokeback Mountain waren ja ganz nett für ihr Zielpublikum, aber ich mag Butch und Sundance.

Nr. 1: The Man With No Name. Keine weiteren Worte.

Schnuckelcontent für die Ohren wird übrigens fraglos von Sam Elliott geliefert.

Control

  • Veröffentlicht am 18th Januar 2008,
  • veröffentlicht von

Control
R:
Anton Corbijn
D: Sam Riley, Samantha Morton, Alexandra Maria Lara
Offizielle Website | Offizielle deutsche Website | IMDB Eintrag
Bild © 2007 capelight pictures / Dean Rogers

Ian (Sam Riley) & Hooky (Joe Anderson) in Anton Corbijn’s Control
Ian (Sam Riley) und Hooky (Joe Anderson)

Ein junger Mann Anfang 20 leidet unter Depressionen, heiratet und macht Musik. Langsam stellt sich der kommerzielle Erfolg ein. Dann nimmt er sich das Leben. Die Band benennt sich um und macht erfolgreich weiter Musik.

Was klingt wie „Kurt Cobain Reloaded“ oder „Nirvana Revisited“ ist die fast 30 Jahre alte Geschichte von Ian Curtis und Joy Divison, die Ende der 70er/Anfang der 80er Musikgeschichte schrieben. Das heisst: eigentlich hat die Geschichte ein anderer geschrieben. Und noch genauer genommen: nicht geschrieben, sondern fotografiert. Der Mann heisst Anton Corbijn, hat inzwischen jeden Musiker in grobkörniger s/w Ästhetik abgelichtet, der nicht bei ‘drei!’ auf den Bäumen war und zur Belohnung durfte er jetzt einen Spielfilm über Ian Curtis drehen. (Natürlich in grobkörniger s/w Ästhetik, ist klar.)

Ich merke gerade, das klingt alles etwas zu zynisch. Soll es nicht, aber Corbijn erzählt uns einfach nichts, was wir nicht schon tausendmal gehört, gesehen oder gelesen hätten. Das allerdings in grandioser Optik. Die Musik von Joy Division kann man mögen, muss man aber nicht; ich mag sie nicht, was mich trotzdem nicht daran hindert sie klasse zu finden. (Wer darin Widersprüche findet, darf sie behalten.)

Gutes Kino lebt von einer guten Story, umwerfenden – oder wenigstens originellen- Bildern und guten Darstellern. Bei Musiker-Biopics hilft außerdem ein mitreissender Soundtrack. Sam Riley ist ausgezeichnet als Ian Curtis, er hat nicht nur den look sondern auch genau die Sorte Gestörtheit, die einen zweimal hinschauen lässt. Die Story kratzt nicht einmal die Oberfläche an, aber der Soundtrack ist erstklassig. Was mir am Ende fehlte waren Hintergründe, irgend etwas, was einem Curtis ein bisschen näher brächte. So ging ich aus dem Kino und hatte das Gefühl, zwei Stunden lang in alten NME und The Face Magazinen geblättert zu haben. Aber manchmal reicht das ja schon.

Chinatown

Chinatown auf DVD
R:
Roman Polanski
D:
Jack Nicholson, Faye Dunaway, John Huston
Offizielle Website | IMDB Eintrag

Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Los Angeles in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Privatdetektiv Jake Gittes (Nicholson) wird in einer Scheidungssache von der Ehefrau gebeten, ihren Mann zu beobachten. Doch dann steht plötzlich die echte Ehefrau (Dunaway) in seinem Büro und verlangt die umgehende Einstellung sämtlicher Ermittlungen, ihr Mann wird tot aufgefunden und Gittes findet sich bis zur Nasenspitze in einer Korruptionsaffäre um Land und Wasser wieder.

Was wie die Verfilmung eines Pulp Fiction Romans von Chandler klingt, fühlt sich auch so an und gab – zu Recht – der Karriere von Jack Nicholson 1974 den benötigten Schub in die Superstarliga, in der er sich seither (nicht mehr ganz zu Recht) aufhält. Paramount bringt den Film inzwischen das dritte Mal auf DVD heraus, rund sieben Jahre nach der Erstveröffentlichung. Das Bild wurde deutlich überarbeitet und ist schärfer und kontrastreicher als in den vorherigen Fassungen, aber das eigentliche Highlight dieser Special Collector’s Edition ist die umfangreiche, in drei Teile gegliederte Dokumentation über die Entstehung des Films. Produzent Robert Evans, Drehbuchautor Robert Towne (der für sein Script den Oscar erhielt), Regisseur Roman Polanski, Jack Nicholson und andere plaudern freimütig und locker aus dem Nähkästchen. Nicht nur für Fans dieses Klassikers ist diese DVD ein echter Gewinn.

Transformers

  • Veröffentlicht am 8th Dezember 2007,
  • veröffentlicht von

Transformers auf DVD
R: Michael Bay
D: Shia LaBeouf, Megan Fox, John Turturro
Offizielle Website | IMDB Eintrag
Bilder © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

Ich war bereit, diesen Film schlecht zu finden. Die Erwähnung der TV-Serienvorlage erweckt in mir keine nostalgischen Gefühle, weil sie erst lief als ich schon kurz vor dem Abitur stand und ich nicht mehr ganz so scharf aufs Kinderprogramm war. Michael Bay ist auch nicht gerade der Garant für intelligentes Kino und obwohl mir Shia LaBeouf in Estevez’ Bobby ganz hervorragend gefallen hatte, zweifelte ich daran, ob er einen ganzen Film tragen könnte. Jon Voight hat auch schon zuviel Müll im Resume stehen um mich anzulocken und wenn es irgend etwas gibt, das mich noch weniger interessiert als Autos per se, dann sind das Autos, die sich in außerirdische Roboter verwandeln.

Andererseits ist John Turturro ja meist sehr sehenswert, Steven Spielberg als Executive Producer wirft trotz allem immer noch genug in die Waagschale um mich neugierig zu machen und es muss ja nicht immer Kultur pur sein. Also Hirn aus, Popcorn und Bier an und ab dafür!

Zum Inhalt: Der junge Sam Witwicki spart auf sein erstes Auto und vertickt zu diesem Zweck auf E-Bay alles aus seinem Haushalt, was nicht angenagelt ist. Im Angebot ist auch eine Brille seines Urgroßvaters, eines Forschers welcher Anno Tobak im ewigen Eis eine aufregende Entdeckung der außerirdischen Art machte.
Die Brille scheint ein spannendes Geheimnis in sich zu tragen, denn plötzlich tauchen Roboter aus dem All auf, die sich bis auf die letzte Schraube darum kloppen wer das Gestell zuerst kriegt. Mittendrin sitzt Sam, dessen neues, altes Auto nicht unbedingt das ist, was es zu sein scheint…

Kurz gesagt: Ich habe es nicht bereut und stellenweise herzhaft und schallend gelacht ob der witzigen Sprüche, mich gern einwickeln lassen vom Charme LaBoeufs und mich bestens unterhalten gefühlt. OK, das Product Placement war alles andere als subtil (General Motors brauchen ganz offensichtlich jede Hilfe die sie kriegen können um ihre Karren an den Mann zu bringen) und das Ende war amerikanischer Käse der grenzdebilen Sorte. Aber die CGI-Effekte waren so gut wie lange nicht, die Musikauswahl rockt und der Film funktioniert prima.

Die DVD hat ein verhältnismässig gutes, wenngleich leicht körniges Bild, das gelegentlich bei den CGI-Szenen an die Grenzen der Kompression stößt. Die Michael Bay-typische planmässig intensiv verfälschte Farbgebung entführt den Zuschauer zwar in die eigene Welt der Transformers aber sorgt auch für gelegentliches Rauschen. Der Sound (DD 5.1) ist sehr dynamisch und überrascht räumlich besonders in den Verwandlungsszenen der Transformer. Der Subwoofer hat gut zu tun, die Nachbarn werden eine Weile böse gucken. Der Regiekommentar von Michael Bay ist wie meist bei ihm ziemlich unterhaltsam und man kriegt mit, wieviel Spaß alle Beteiligten bei diesem Projekt hatten.

So, und damit Ihr nicht denkt “Himmel hilf, jetzt hat’s sie aber erwischt!” bekommt Ihr hier und jetzt die Gelegenheit, Euch selbst vom Spaßfaktor dieser Scheibe zu überzeugen.

Wer bis zum 3. Advent das abgefahrenste “Mein erstes Auto”-Erlebnis in den Kommentaren schildert, gewinnt eine nigelnagelneue Transformers-DVD. Der Rechtsweg ist völlig ausgeschlossen, ist klar, ne?

Gentlemen, start your engines!

Twin Peaks

  • Veröffentlicht am 4th Dezember 2007,
  • veröffentlicht von

Twin Peaks Definitive Gold Box Edition | auf DVD
Von: Mark Frost, David Lynch
D: Kyle MacLachlan, Piper Laurie, Joan Chen
Offizielle Website | David Lynch | IMDB Eintrag
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment


Als die Welt Anfang der 90er die Nachricht vernahm, David Lynch würde eine TV-Serie produzieren, waren die Erwartungen enorm – jedenfalls bei denjenigen unter den TV-Zuschauern, die überhaupt etwas mit dem Namen David Lynch anfangen konnten. Blue Velvet und Wild at Heart konnten zwar die Kritiker und eine kleine Fangemeinde begeistern, aber zogen nicht gerade die Massen ins Kino. Die strömten lieber in “Kevin – allein zuhaus”.

Die Serie über den Mord an einer Schülerin in der fiktiven Kleinstadt Twin Peaks, gelegen im düster bewaldeten Nordwesten der USA, hatte von Woche zu Woche mehr Zuschauer und bald war die Hauptfrage in Amerikas Kaffeeküchen am Morgen nach der jeweils neuesten Folge: “Wer ermordete Laura Palmer?”.

In jenen Tagen gab es noch kein WehWehWeh, und die Mundpropaganda über diese schräge neue Serie schwappte nur vereinzelt über den großen Teich. RTL erwarb die deutschen Ausstrahlungsrechte und bald zündete das Twin Peaks Fieber auch hierzulande und die Serie wurde zum Kultereignis. Es kamen Kirschkuchenparties auf, FBI Nylonjacken wie sie Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) trug wurden zum Trend und manch ein Karnevalist ging wrapped in plastic als Mordopfer oder wiegte einen Holzscheit in seinen Armen, ganz wie die Log Lady (Catherine E. Coulson).

Die unheimliche, teils alptraumhafte, doch geradezu magnetische Lynch-Atmosphäre (“Atmosfear”) der Serie bildete ein wunderbares Kontrastprogramm zur bunten Welt von Beverly Hills, 90210, auch wenn die Teenager in Twin Peaks nicht weniger attraktiv und gestört waren als ihre Pendants aus dem schicken Stadtteil L.A.s. Allerdings passierte in Twin Peaks auf allen Ebenen so einiges mehr; die Serie war wie eine faulende Zwiebel, der Woche um Woche eine neue Haut abgezogen wurde und darunter eine noch widerwärtigere und unheimlichere Schicht zum Vorschein brachte. Die hypnotische Musik von Angelo Badalamenti tat ein übriges – wenn der Vorspann erst einmal lief, was es fast unmöglich, abzuschalten.

Paramount hat die Serie unter strenger Aufsicht und den Vorgaben von David Lynch höchstpersönlich restauriert und, mit einer Fülle wirklich interessanten und informativen Bonusmaterials versehen auf DVD herausgebracht. Die Twin Peaks Definitive Gold Box Edition, wie das Teil pompös aber angemessen offiziell heisst, hat die beiden Staffeln TV-Geschichte auf 10 DVDs verteilt, die sich – im Gegenteil zu den meisten anderen DVD-Serien – nicht mal eben so nebenbei weggucken lassen. Mit im Paket sind eine Anzahl von Sammlerpostkarten mit Motiven aus der Serie und angeblich soll es sogar weltweit einige handverlesene Exemplare der Box geben, in denen eine von Lynch höchstpersönlich signierte goldene Karte liegen soll. Happy hunting!

Zehn Filme, die ich nicht noch einmal sehen will

  • Veröffentlicht am 15th November 2007,
  • veröffentlicht von

Der AV Club hat letztens eine Liste mit 24 Filmen veröffentlicht, die zu schmerzhaft anzuschauen sind um sie mehr als einmal durchzustehen. Und nein, es geht dabei nicht um schlechte Filme. Meine eigene Liste sieht – trotz einiger Überschneidungen – etwas anders aus. Hier sind zehn wirklich sehr gute Filme, die trotzdem fast unerträglich anzuschauen sind:

Platz 10: Kids (Larry Clark, 1995)
Der coole Skateboarder Telly versucht, soviele Mädchen wie möglich zu entjungfern, das ist sein Verständnis von sicherem Sex. Eine seiner Eroberungen stellt hingegen fest, daß sie sich bei ihrem “ersten Mal” mit Telly HIV eingefangen hat und versucht nun alles, um sein nächstes Opfer zu warnen – vergeblich. Die Geschichte dieser New Yorker Kinder, die hoffnungs- und perspektivlos versuchen, noch früher erwachsen zu werden als es ihnen ohnehin vorbestimmt ist, stimmt einen ja dann doch schon depressiver als unbedingt nötig.

Platz 9: Dogville (Lars von Trier, 2003)
Wenn man nach den ersten faszinierten Schrecksekunden (“WTF??? Bin ich hier im Thalia Theater oder was?”) über die kahle Inszenierung hinweg ist, befindet man sich schon inmitten einer schmerzhaften Geschichte über Außenseiter, Gruppenzwänge und Rachsucht, dargestellt von Kidman, Bacall, Bettany und einer Reihe von weiteren brillianten Darstellern. Das Ende dieser tour de force durch die menschlichen Abgründe hinterlässt einen emotional ausgelaugt und leer. Ein Spitzenfilm, den ich bitte nie wieder sehen möchte.

Platz 8: Trainspotting (Danny Boyle, 1996)
Ich habe diesen Film in einem schottischen Kino gesehen und trotz recht solider Schottischkenntnisse wenig bis gar nichts verstanden. Daß Drogen nicht wirklich gesundheitsfördernd sind, war mir zwar bewußt, und auch die ins-Klo-tauch-Szene wußte ich aus der cinephilen Perspektive durchaus zu goutieren. Aber die Szene mit dem Baby hätt’s dann doch nicht gebraucht, danke der Nachfrage.

Platz 7: Se7en (David Fincher, 1995)
Etwa fünf Minuten nachdem ich damals das Kino betreten hatte und die inzwischen berühmten und häufig kopierten credits liefen, wußte ich: Das wird hart. Das ist nichts für meine zartbesaiteten Nerven. Und ich behielt recht – während sich John Doe auf der Leinwand durch die sieben Todsünden metzelte, versank ich immer tiefer in meinen Sessel. Aber wegsehen oder gar gehen konnte ich auch nicht. Das Ende fand ich ziemlich vorhersehbar (was wahrscheinlich auch eine Menge über meinen Geisteszustand aussagt), aber deswegen nicht weniger beeindruckend. Die Szene in der das Opfer der Trägheit plötzlich hustet, gehört noch vor Norman Bates’’ Mutter und sogar dem Alien, das dem armen Kerl beim Frühstück aus dem Brustkorb hüpft, zu den ewigen Top 10 meiner Herzinfarktgefährdenden Filmszenen. Ein Film, den ich niemals wieder sehen will (und seit dem Kinobesuch damals auch nicht wieder gesehen habe).

Platz 6: Leaving Las Vegas (Mike Figgis, 1995)
Alter Schwede, es gibt ja so einige Drogen- und Säuferballaden in der Filmgeschichte, aber diese hier geht schon reichlich an die Gräten. Nicholas Cage in einem seiner zweieinhalb guten Filme und Elisabeth Shue (die ich merkwürdigerweise immer mit Robin Wright Penn verwechsele) würde ich auch gern mal wieder in einer ähnlich guten Rolle sehen.

Platz 5: The Beguiled (Don Siegel, 1971)
Hier lässt sich gut erkennen, wo sich Stephen King bei “Misery” hat inspirieren lassen… Ein düsterer Film, kein schöner Film, aber sehr sehenswert das Kammerspiel zwischen einem jungen Eastwood und Geraldine Page. Dennoch nichts, was man zweimal sehen möchte.

Platz 4: The Cook, the Thief, her Wife and his Lover (Peter Greenaway, 1989)
Greenaways Filme finde ich ja generell schwer verdaulich, aber der hier schießt den Vogel ab. Helen Mirren ist sexy as hell und Michael Gambon darf inbrünstig gehasst werden, aber die Attacken auf die Seele des Zuschauers sind so irrwitzig, daß ich mir nicht vorstellen kann, diesen Film noch einmal anzuschauen.

Platz 3: Spoorlos (George Sluizer, 1988)
Bernard-Pierre Donadeau Donnadieu werde ich niemals wieder in einem Film sehen können, ohne schreiend davonzulaufen. Ansonsten – ich bin Klaustrophobiker. ‘nuff said.

Platz 2: Requiem For A Dream (Darren Aronofsky, 2000)
Das muß der härteste Film in meiner Sammlung sein. Das Ende ist fast unerträglich anzuschauen und das direkte Ticket in eine 1-a-Depression.

Platz 1: Eraserhead (David Lynch, 1977)
Ich glaube nicht, daß es hier noch einer Begründung bedarf. Man wird nie wieder mit demselben Enthusiasmus “Yeah, baby!” rufen können, wenn man den gesehen hat. Lynch macht echt kranken Scheiß und hat auf seiner durchaus faszinierenden, wenn auch sehr langsam ladenden Website übrigens auch ganz tolle Buttons zum Film. (Stay tuned für meine Review der Twin Peaks Gold Box – demnächst hier.)

Star Wars vs. Star Trek – die Entscheidung

Der eine meint, Star Wars sei das Ei des Columbus. Die andere schwört auf Star Trek. Ich kann weder dem einen, noch dem anderen sonderlich viel abgewinnen und bin daher völlig neutral. Bei Star Wars zählen selbstverständlich nur die Teile der Original-Trilogie, den restlichen Quatsch kann man sich ja nicht ernsthaft antun. Und bei Star Trek zählen selbstverständlich nur die Staffeln der Original Serie. TNG, Voyager, DS9 sowie die Kinofilme braucht kein Mensch. ( ;-) an Erik.)

1. Han Solo oder Captain Kirk?
Hahahahaha, das ist jetzt keine ernst gemeinte Frage, oder? Es kann nur einen geben, und der trägt den Alleinstellungsanspruch ja schon im Namen. Ein Mann, der wie Captain Kirk freiwillig in so einem dünnschissbraunen ockerfarbenen, goldbesetzten Lycrahemd durchs Bild laeuft, sollte umgehend und auf nimmer-wiedersehen weggebeamt werden. Star Wars macht hier ganz klar das Rennen. 1:0.

2. Obi-Wan oder Mr. Spock?
Das ist schon schwieriger zu beantworten, das sind zwei fast ebenbürtige Gegner. Beide schaffen es, gleichzeitig unterkühlt und dennoch irgendwie warmherzig rüberzukommen. Lustig auch, dass ein Wesen vom brodelnden Planeten Vulkan so bar jeglicher Emotionen sein kann. Und Spock haben wir das unnachahmliche faszinierend zu verdanken, das sich bei vielen Gelegenheiten anwenden laesst, z.B. auch gern bei Cocktailparties, wo man von irgendwelchen Langweilern zugetextet wird. Aber überzeugender ist dann doch Obi-Wan, ausserdem kann er mit einem Laserschwert umgehen. 2:0. Was uns zum nächsten Vergleich fuehrt:

3. Laserschwerter oder Phaser?
Wie viele YouTube homevideos gibt es, bei denen die kiddies sich mit Papas altem Trockenrasierapparat bedrohen? Wieviele Star Wars Kids gibt es? ’nuff said. It doesn’t get any cooler than light sabers, guys! Lichtsäbel regeln, aber sowas von! 3:0.

4. Tribbles oder Wookies?
Diese nervigen kleinen Viecher, die aussehen als hätte sie jemand aus einem dieser Münzapparate auf dem Dom vor dem metallenen Greifarm befreit, sind zwar zahlenmässig überlegen, aber rein optisch voellig nebensächlich, wenn Chewbacca in die Kamera sieht. Wandelnder Bettvorleger hin oder her, der Typ macht deutlich mehr her. (Und ich stehe auch mehr auf ein männliches Grunzen als auf dieses tuckige Gekicher) 4:0.

5. Teleportation oder Die Macht?
Schwierig. Als Kind hätte ich es extrem hilfreich gefunden, mich in ungünstigen Momenten schlicht wegzubeamen. Aber je erwachsener man wird, desto deutlicher wird: wegrennen hilft nicht. Man muss den Dingen ins Gesicht sehen und ihnen mit Macht gegenübertreten. Teleportation wird eigentlich erst jetzt wieder interessant, um Langstreckenflügen aus dem Weg zu gehen, besonders solchen in die USA. Unentschieden. 4:0.

6. Prinzessin Leia oder Lt. Uhura?
Der Punkt geht klar an Uhura. Der erste schwarze Mensch im Weltall. Punktabzug gibt’s für den Kuss mit Cpt. Kirk (wie unrealistisch ist das denn bitte? Welche Frau würde nicht “restraining order!” schreien, wenn der Typ sich ihr näherte?), aber Leia hat sich ohnehin schon wegen der Zimtschneckenfrisur disqualifiziert. 4:1.

7. Die Soundeffekte
OK, vielleicht haben mehr Leute den Star Trek Pfiff als Klingelton als Darth Vaders Asthma. Aber letzteres ist deutlich fieser und wirkt länger nach. 5:1.

8. Enterprise oder Millenium Falcon?
Die Enterprise hat den Weg gewiesen, uns gezeigt wie ein Raumschiff auszusehen hat. Selbst die NASA hat sich bei ihrem Flottendesign optisch an ihr orientiert und Han Solos Mühle ist schlicht der letzte Schrotthaufen, sorry. Ein Punkt für Star Trek. 5:2.

9. Die Geschichte
Star Wars hat eine. Was die Star Trek Truppe eigentlich macht, hab’ ich nie verstanden und es hat mich auch nie interessiert. Ich glaube, die sind einfach ziellos rumgegondelt. 6:2 für Star Wars.

10. Die Sprueche
Beam me up Scotty oder May the Force be with you? Wir lassen Google entscheiden: 284.000 zu 794.000 Suchergebnisse – ein klares Votum für Star Wars und damit gewinnen Obi-Wan & co. deutlich mit 7:2 Punkten.

Hätten wir das auch geklärt. Demnächst: Welche Filmtrilogie: The Godfather oder The Lord of the Rings? Stay tuned!

Shooter

  • Veröffentlicht am 14th August 2007,
  • veröffentlicht von

Shooter | ab 03. September auf DVD

R: Antoine Fuqua
D: Mark Wahlberg, Danny Glover, Michael Pena
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment

USMC Scharfschuetze Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg) hat das Corps verlassen und sich in die Einsamkeit der Berge zurueckgezogen, nachdem er drei Jahre zuvor bei einem geheimen Einsatz in Aethiopien seinen besten Freund verlor und von seiner Einheit als entbehrlich zurueckgelassen wurde. Entsprechend ungehalten reagiert er, als eines Tages ein Col. Johnson der U.S. Army (Danny Glover) mit ein paar finster aussehenden Typen in feinem Zwirn vor seiner Tuer steht und an Swaggers patriotisches Pflichtbewusstsein appellieren. Da ein Anschlag auf den Praesidenten geplant sei, solle er doch seine Scharfschuetzenfaehigkeiten einmal mehr in den Dienst der guten Sache stellen und den perfekten Plan fuer den Anschlag schmieden, auf dass der tatsaechliche Attentaeter noch rechtzeitig auf frischer Tat ertappt und an dem Mord gehindert werde.Swagger laesst sich darauf ein, kuesst seinen Hund zum Abschied und macht sich ans Werk. Leider wird er einmal mehr von den eigenen Leuten reingelegt: Das Attentat findet statt und Swagger wird als vermeintlicher Schuetze fernsehweit gejagt. Er verbringt den Rest des Films damit, seine Haut zu retten, seine Unschuld zu beweisen und Rache zu ueben.

Sobald ein Soldat seinem Kumpel ein Foto von seiner Liebsten zeigt, weiss jeder, der mehr als einen Kriegsfilm gesehen hat: Der Typ hat maximal noch eine Minute screentime. Auch Shooter, Antoine Fuquas Action-Politthriller mit klarer Betonung auf der Action, enttaeuscht diesbezueglich nicht und laesst auch sonst kein Klischee aus. Finstere Verschwoerer in der eigenen Regierung? check. Harte-Schale-weicher-Kern-Held, der allein gegen alle kaempft und nur seinen Hund liebt? check. Nur ein Mensch auf der Gegenseite glaubt und haelt zu ihm, hat allerdings null Einfluss auf die Vorgesetzten und ist ein Schreibtischhengst? check. Frauen dienen ausschliesslich als schmueckendes Beiwerk? check.

Das alles sollte aber nicht davon ablenken, dass es sich bei Shooter um einen schnellen, unterhaltsamen und intelligent gemachten Film handelt, der zudem auch in den Nebenrollen mit Danny Glover, Elias Koteas und Michael Pena ziemlich gut besetzt ist. Besonders schoen fand ich den weichen Suedstaatensingsang von Kate Mara, der ihr als gebuertiger New Yorkerin sicher nicht leicht gefallen sein kann. Wahlberg ist kein Olivier, aber ein wuerdiger Nachfolger der gealterten Actionheldern der 80er, die sich nur noch selbst karikieren (Willis), nie wirklich den Sprung in die erste Liga geschafft haben (Seagal) oder aber dem Filmbusiness mehr oder weniger den Ruecken gekehrt haben (Stallone und Schwarzenegger). Dass seine Figur sich trotz des erfahrenen Verrats erneut so leicht koedern laesst und die Ausgangssituation daher recht unglaubwuerdig ist, sehe ich eher als eine Schwaeche im Drehbuch an, das auf der (mir unbekannten) Vorlage Point of Impact von Stephen Hunter basiert. A thinking man’s Rambo sozusagen, wobei man aber nicht zu lange und zu tief denken sollte.

Der Film gehoert zu den eindeutig besseren Actionfilmen der juengsten Zeit und eignet sich hervorragend fuer einen Videoabend mit den Jungs, einem Kasten Bier und jeder Menge Chips. Die DVD erfreut mit einem, wie immer bei Antoine Fuqua, interessanten Audiokommentar, in dem der Regisseur vermehrt auf die literarische Vorlage eingeht und erlaeutert, wie er die Handlung aus der Vietnam-Ära in die heutige Zeit nach 9/11 versetzte. Das Bild sah sehr gut aus, keine stoerenden Artefakte. Der Sound kam dynamisch und druckvoll, vielleicht etwas zu frontlastig, und die Scheibe wird abgerundet mit einem kurzen, aber interessanten Making-Of. Das geht weniger darauf ein wie der Film entstand, als darauf, wie Mark Wahlberg einen Crashkurs zum erfolgreichen Scharfschuetzen absolviert hat. Die Zahl derer, die seine diesbezueglichen Kenntnisse und die Authenzitaet der gebotenen Darstellung zu wuerdigen wissen, duerfte allerdings zumindest hierzulande im Promillebereich anzusiedeln sein. Hoffe ich mal.

Ein blindes Huhn vergeht nicht

Eine meiner Lieblingsszenen aus Boondock Saints ist ja, wie die Jungs den Tourette-geplagten, stotternden Barkeeper (Doc) aufziehen, weil er immer seine Sprichwörter durcheinanderbringt.

Doc: You know what they say: People in glass houses sink sh… sh… sh… ships.

Rocco: I got to buy you a proverb book or something, because this mix ’n’ match shit’s got to go.

Doc: What?

Connor: Well, a penny saved is worth two in the bush, isn’t it?

Murphy: And don’t cross the road if you can’t get out of the kitchen.

Hätte ich mir eigentlich denken können, dass es dafür jetzt auch ein Tool gibt: Voilà der Sprichwortrekombinator. Denn eigener Herd erspart den Zimmermann!

The Guardian

  • Veröffentlicht am 29th April 2007,
  • veröffentlicht von

The Guardian | auf DVD

R: Andrew Davis
D: Kevin Costner, Ashton Kutcher, Clancy Brown

Ich mag Kevin Costner. (So, jetzt ist es raus.) Und seinen Film auch. OK, rein technisch betrachtet hat er mehrere gedreht, aber bei Licht besehen ja doch meist denselben noch einmal. Das Strickmuster lautet: Einsamer Macho mit geheimnisvollen wundem Punkt in der Vergangenheit – wahlweise schlichten Beziehungsstoerungen – kaempft gegen sich selbst und eine Übermacht Windmuehlenfluegel, gern auch mit Buddy. Costner-Filme haben was von taeglich wechselndem Mittagstisch “Montag: Nudeln mit Rindfleisch und Champignon-Rahmsauce, Dienstag: Rindfleisch mit Rahm-Champignons und Nudeln, Mittwoch: Champignons á la créme mit Nudeln an Rindfleisch etc. Es gibt keine haesslichen Überraschungen und meist schmeckt’s sogar ganz gut.

Costner und Wasser sind allerdings keine glueckliche Kombination. (Naja, anyone+Wasser sind keine gute Kombination in Hollywood. Zeige mir einen Film mit viel Wasser und ich zeige Dir einen teuer abgesoffenen Film. (Jaws und Titanic sind die beruehmten Ausnahmen der Regel.)
So auch The Guardian, einem tatsaechlich fuer die grosse Leinwand produzierten TV-Film der Woche, der in gefuehlten sechs Stunden und tatsaechlichen 139 Minuten eine rundherum vorhersehbare Geschichte vom alten Hasen und dem Gruenschnabel runterleiert, bevor man sich fragt: WTF habe ich fuer diesen Kasperkram auch noch Geld ausgegeben?

Kevin spielt den alternden Kuestenwachehelden mit Eheproblemen, der bei einem tragischen Unfall seine Crew verliert und zur Strafe die neuen Rekruten schinden darf. Your wife left you. Your best friend is dead. You sound like a country song. If you had a dog, he’d be run over by now stellt in seiner Lieblingskneipe die alternde Tresenschlampe mit Herz fest. (Die Szene kommt aehnlich in Clints Heartbreak Ridge irgendwie besser und glaubwuerdiger.)

Costner gegenueber steht und nervt der jugendliche Strahlemann Ashton Kutcher, der ebenfalls eine tragische Backgroundstory hat, gegen Costners Figur rebelliert und sich in die obligatorische junge, emanzipierte Frau verliebt.
Es folgen einige langweilige Trainingsszenen mit den Rekrutenschnuckis, die jedoch nicht so wirklich mitzureissen wissen. Liebe Regisseure, Ausstatter, Kostuembildner – ein kleiner Tip fuer die Zukunft: wet-T-Shirt contests sind auf der Leinwand was fuer Maedels. Junge Schwimmer hingegen duerfen gerne auch nur mit Badehose bekleidet durchs Bild laufen.

Der Film hat zwar null Handlung, dafuer jedoch -zig Enden, jedes davon ziemlich unbefriedigend. There’s dead and there’s dead lautet ein Spruch der US Coast Guard. The Guardian is as dead as it gets.

Stock Sour

Der MC wuesste gerne, mit welcher Sorte Sprit wir welche Musik verbinden. Ich bin jetzt nicht wirklich die Quartalssaeuferin, aber zum einen oder anderen Getraenk faellt mir da schon was ein. Ich habe das aber mal statt Musik mit Filmen verbunden, das macht mir doch gleich viel mehr Spass.

Champagner trinke ich ungern (Blubberwasser ist meine Sache nicht), aber bei Champagner muss ich an Audrey Hepburn in Breakfast at Tiffany\’s denken, obwohl ich jetzt keine konkrete Szene von ihr mit Champagnerglas dazu vor Augen habe. Wahrscheinlich weil der Film so schoen trocken, spritzig, leicht ist und ein Kater darin eine tragende Rolle spielt.

Sekt auf Eis habe ich weder jemals getrunken noch spukt mir dazu ein Film im Kopf herum, sorry.

Weisswein findet im Film selten statt; wohl weil nicht so fotogen und in der Farbe bedeutungsschwanger und interpretationsschwer wie (Blut)Rotwein. Bei Sideways findet sich aber ganz sicher eine Szene. Andererseits ist weder der Film noch das Getraenk interessant genug, um die DVD jetzt einzulegen und nachzuschauen.

Bei Rotwein muss ich an The Godfather denken, und wieder habe ich kein konkretes Bild, nur verschwommene Szenen vor Augen, in denen Rotwein getrunken wird. Es passt einfach zur Atmosphaere. Und zu Cannoli, natuerlich.

Martini kann ich gar nicht gut leiden, umso mehr allerdings Billy Wilders The Major and the Minor und Robert Benchleys schoene Aufforderung an Ginger Rogers: Why don’t you get out of that wet coat and into a dry martini?

Whiskey (Single Malts) trinke ich gern und oft und kann mich meist nicht entscheiden, weil die Auswahl in meiner Bar zu gross ist. Ähnlich geht’s mir auch mit den passenden Filmen; ich waehle mal Thelma & Louise (Geena Davis’ Dutzende von kleinen Wild Turkey Flaeschchen), Lost in Translation (For relaxing times, make it Suntory time) und – obwohl Whiskey nicht explizit gezeigt wird (dafuer Budweiser und Hennessy) – Boondock Saints (Is it dead?).

Averna ist so ein Italo-Kraeuterlikoer, oder? Passe, keine Assoziation.

Anisette trinke ich auch nicht (wüärks), aber verbinde ich, ob zurecht oder nicht, mit Jean Gabin-Filmen. Hm, vielleicht Le Clan des Siciliens?

Cachaça ist das Zeug, was man fuer dieses brasilianische Modegesoeff benoetigt. Das fasse ich nicht an, aber ich werfe mal Jean Paul Belmondo und L’ Homme de Rio in die Runde. Schoen bunt, schoen bloed – das trifft wohl auch auf Caipi-Partygaenger zu.

Wodka schmeckt mehr oder weniger nach nix, aber wirkt – und ist daher der Verteiler du jour nach Genuss der traditionellen Martinsgans. Und seltsamerweise kommt mir da als erstes Clint Eastwoods Firefox ins Gedaechtnis. Ein kleiner, gemeiner Film mitten aus dem kalten Krieg, mit grossen Bildern und jeder Menge Kopfschmerzen.

Tequila – da denke ich an Eli Wallach in Il Buono, Il Brutto, iI Cattivo. Noch mehr Kopfschmerzen.

Raki weckt gluecklicherweise keine weiteren Assoziationen.

Absinth ist das Loekerwasser mit Gruselimage, fuer Ewigpubertierende die frueher Bols Gruene Banane getrunken haetten. Vielleicht ein bisschen unfair, aber da assoziiere ich zunaechst einmal Diva und dann noch Subway. Tiefste 80er eben.

Grappa mag ich nicht. Sorry, kein Film.

Kubanischer Rum, da faellt die Wahl schwer: Alfred Hitchcocks Topaz oder Carol Reeds Unser Mann in Havanna? Wobei in letzterem ja eher (schon wieder) Miniaturwhiskeyflaschen eine Rolle spielen.

Jamaican Rum – But why is the Rum gone? Vielleicht bekommt Captain Jack Sparrow die Frage ja im dritten Teil beantwortet.

Bier – Welche Filme machen Durst? Genau: Hatari! Und der andere Klassiker mit Hardy Krueger: Flight of the Phoenix.

Jaegermeister – so etwas trinkt man doch nicht ernsthaft, oder? Manta, Manta Fahrer vielleicht.

Gin – David Leans vielgescholtenes letztes Werk A Passage to India schreit geradezu nach einem Gin Tonic. Das passende Gesoeff fuer den Subkontinent.

The Departed

  • Veröffentlicht am 24th Februar 2007,
  • veröffentlicht von

The Departed | Ab 13. April auf DVD

R: Martin Scorsese
D: Jack Nicholson, Matt Damon, Leonardo DiCaprio
Offizielle Website | Trailer | Offizielle deutsche Website | IMDB Eintrag

Das Hollywood-Remake liess dann auch nicht allzu lange auf sich warten. 2004 lief Infernal Affairs in den USA an und der Drehbuchautor William Monahan (Kingdom of Heavens) bekam den Auftrag, sich an eine Adaption zu machen. Monahan erinnert sich: „Ich hatte Infernal Affairs nicht gesehen und schaute ihn mir auch nicht an, bevor ich mit meiner Fassung begann. Als Vorlage diente mir eine Uebersetzung des chinesischen Skripts. Die zentrale Handlung ist grossartig, und um sie herum konnte ich neue Figuren einbauen. Mir gefiel vor allem das Doppelspiel der Hauptfiguren im chinesischen Original, aber thematisch geht es in meiner Version vor allem um die Tragoedie, die in Gang gesetzt wird, als die Figuren von ihren Grundsaetzen abweichen.“

Monahan uebernahm also nicht nur die Haupthandlungsstraenge, sondern fuegte einen eigenen hinzu: Waehrend im chinesischen Original die Frauen im Film fuer die Handlung vernachlaessigbar sind und nur helfen, das Gesamtbild der Erzaehlung abzurunden und die beiden Hauptcharaktere naeher zu beleuchten, gibt es in The Departed eine starke Frau, die Polizeipsychologin Madolyn (hervorragend: Vera Farmiga), die – unwissentlich – zwischen den beiden Maulwuerfen steht. Ausserdem verlegte er den Schauplatz der Handlung an seinen Geburtsort Boston: Ein kluger Zug, denn Hong Kong ist ein wichtiger Protagonist im Original und die Hafenstadt Boston mit ihrem keltischen Erbe verfuegte ueber das noetige Flair und steht gewichtig und praesent im Hintergrund des Films (auch wenn aus Kostengruenden viele Szenen in New York gedreht wurden).

Eine weitere Figur die hinzugefuegt wurde, ist die des Staff Sgt. Dignam, gespielt von Mark Wahlberg. Waehrend man ueber Sinn und Unsinn der weiblichen Hauptrolle noch streiten kann, so ist hier voellig raetselhaft, was mit der Schaffung des baerbeissigen Bullen beabsichtigt wurde. Inhaltlich macht seine Rolle wirklich ueberhaupt keinen Sinn und sein Auftritt am Schluss konterkarikiert de facto den gesamten Film und macht ihn zu einem platten Abklatsch der zensierten chinesischen Fassung. Mal ganz abgesehen davon, dass man Mark Wahlberg diese Rolle auch keine Minute lang abnimmt – seine einzige Qualifikation bestand offenbar darin, dass er als gebuertiger Southie im korrekten Slang fluchen kann, was er auch eindrucksvoll und ausfuehrlich in jeder seiner Szenen demonstriert und offenbar die Academy of Motion Picture Arts and Sciences prompt dazu veranlasste, Wahlberg fuer einen Oscar als bester Nebendarsteller vorzuschlagen. Oscarreif ist jedoch keine der schauspielerischen Leistungen, was vielleicht den einen oder anderen ueberraschen mag. Immerhin spielt Jack Nicholson mit, und der wird ja ueblicherweise schon nominiert wenn er nur die Augenbraue hebt. In The Departed mimt er den Mafiaboss Frank Costello und uebertreibt wie gewoehnlich auf ganzer Linie. Subtilitaet ist ja ohnehin kein Attribut was man seinem Spiel zuordnen wuerde, aber in The Departed wird er vollends zur Karikatur seiner selbst. Director of Photography Michael Ballhaus erklaert dazu in einem Interview mit der Sueddeutschen: „Jack hat, fuer die 24 Tage, die er am Set war, diesen Film uebernommen. [...] Es hat mich deprimiert, dass mein Idol Martin Scorsese in dieser Situation war. Fuer ihn ist Nicholson ein Idol.“

Ballhaus erzaehlt: „Vor allem Leonardo DiCaprio war davon betroffen, den Nicholson in jeder Szene versuchte an die Wand zu spielen. Mit allen Mitteln.“ Das ist ihm jedoch gluecklicherweise nicht gelungen, denn DiCaprio hat durch seine Erfahrungen und Erfolge bei Publikum und Kritikern ueber die Jahre genuegend Selbstbewusstsein getankt, um sich muehelos gegenueber Nicholson behaupten zu koennen. Seine Praesenz in jeder seiner Szenen ist so ausserordentlich, dass Nicholsons duemmliche Improvisationen umso peinlicher wirken. DiCaprio ist eindeutig der Star in diesem Ensemble, in dem an grossen Namen kein Mangel herrscht.

Ballhaus selbst verzichtet diesmal auf sein auffaelligstes Markenzeichen, die 360°-Kamerafahrt rund um die Schauspieler. Seine Kamera ist ungewohnt nah dran am Geschehen, was dem Film sehr gut tut – schliesslich soll sich der Zuschauer als unsichtbarer Beobachter inmitten der Handlung fuehlen, statt auf eine Buehne zu schauen. Die Erfahrung, ein Fremdkoerper zu sein, allein unter Feinden, wird intensiv vermittelt. Ballhaus verabscheut Gewalt und dreht nicht gerne Gewaltszenen. Umso staerker wirken diese dann auch: Er weiss, wie man Gewalt am abstossendsten in Szene setzen muss, damit sie nicht als cool missverstanden werden kann.

Scorsese hingegen hat bekanntlich nie ein Problem mit der Darstellung von Gewaltszenen gehabt. The Departed ist auch um einiges blutiger als Infernal Affairs und das ist sehr schade, denn die Gewalt ist eigentlich nicht zentrales Thema des Films. Dennoch haelt der Film sehr gut den Spagat zwischen den Gefuehlen der Zuschauer, die sich einerseits durch blutige Exzesse abgestossen fuehlen und andererseits nicht anders als mitfuehlen koennen mit “Mister French” (fantastisch: Ray Winstone), der sentimental wird, wenn er an seine Ex-Frau denkt – die er garottierte, damit sie „verlaesslich“ wurde. Ein comic relief Moment, den man so eher bei Tarantino erwartet haette, insbesondere, da die Figur alles andere als eine tragische Witzfigur ist, wie noch Joe Pesci in Casino oder Goodfellas.

Waehrend die beiden Vaterfiguren in Infernal Affairs sympathisch und durch und durch glaubwuerdig dargestellt wurden, diskreditiert Nicholson seine Figur also durch voellig ueberzeichnetes Spiel. Sein Gegenspieler in der Figur des Chefs der Undercovertruppe und direkter Vorgesetzter von Wahlbergs Staff Sgt. Dignam ist Captain Queenan – voellig farblos von Martin Sheen gespielt, der sich offenbar mit seinem Schicksal abgefunden hat, nur noch in zweitklassigen TV-Produktionen das Abziehbild eines Kennedyfamilienmitglieds zu geben. Sheens Dackelblick betont Queenans eklatanten Mangel an Autoritaet noch mehr als Wahlbergs staendiges Gefluche das tut, und die Figur wird daher am Ende vom Zuschauer auch nicht wirklich betrauert oder vermisst. Umso unlogischer und aergerlicher ist dann auch der Schluss des Films.

Matt Damon geht sichtlich auf in der Rolle des aufstrebenden Stars der Bostoner Polizei, Colin Sullivan, der jedoch ausschliesslich Frank Costello (Nicholson) gegenueber Loyalitaet fuehlt und ihn heimlich immer wieder vor Razzien und Verfolgern warnt. Damon – der wie Wahlberg aus Boston stammt und somit wenig Muehe hatte, den entsprechenden Akzent aus dem Hut zu ziehen – sagt ueber die Vorbereitung auf seine Rolle, als er er u.a. eine Drogenrazzia als Beobachter begleiten durfte : „Als ich Colin analysierte, wurde mir klar, dass er nicht nur Recht und Gesetz abgrundtief verachtet, sondern auch die Polizisten selbst. Wenn man tagtaeglich diese selbstlose Opferbereitschaft miterlebt und sie trotzdem unterminieren will, dann sagt das eine Menge ueber Colin aus. Ich konnte viele Dinge in meine Darstellung einfliessen lassen, von denen ich keine Ahnung haette, wenn ich die Experten nicht begleitet haette.“

Unabhaengig was man davon halten mag, dass Schauspieler bei Einsaetzen der US-Polizei dabeisein duerfen: Damon ueberzeugt in der Rolle des Sullivan, als dunkles Spiegelbild Costigans (DiCaprios). Sullivan ist ein Siegertyp, dessen brennender Ehrgeiz ihm den rasanten Karriereaufstieg und dessen jungenhafter Charme das Maedchen beschert. Er plant und denkt sich aus jeder kitzligen Situation heraus und ist dem Rest der Welt immer einen Schritt voraus. Am Ende hat er selbst den widerwilligsten Zuschauer auf seiner Seite und ihm dessen Sympathien oder wenigstens Respekt abgenoetigt.

The Departed ist ein gutes Remake mit einigen Schwaechen, ueber die man gut hinwegsehen kann solange man das Original nicht kennt. Mit ueber zweieinhalb Stunden ist der Film recht lang, jedoch selten langweilig; er nimmt sich Zeit bei der Charakterzeichnung. Ein echter Gluecksgriff sind der Soundtrack und der ueberraschend untypische Score von Howard Shore, der hier u.a. auf die Kraft des Tango setzt, um das verzwickte Doppelspiel musikalisch zu untermalen. Billy’s Theme ist fragil, eindringlich und unterstreicht nachhaltig DiCaprios Darstellung des einsamen Undercover-Polizisten. Die Entscheidung, mit Roy Buchanans Sweet Dreams den Abspann einzulaeuten entpuppt sich als wahrer Geniestreich, und die spoettische Melodie der schmutzig-verzerrten Gitarre ueber dem Easy Listening Teppich der Hammondorgel laesst einen lange nach dem Film noch nicht los.

The Departed erscheint hierzulande am 13. April auf DVD.

Infernal Affairs

  • Veröffentlicht am 21st Februar 2007,
  • veröffentlicht von

Mou gaan dou (2002) | auf DVD

R: Wai Keung Lau, Siu Fai Mak
D: Tony Leung Chiu Wai, Andy Lau, Anthony Wong Chau-Sang, Eric Tsang
Imdb Eintrag | Trailer | offizielle Website | Amazon

Der Gangsterboss Sam (Eric Tsang) hat die Nase voll von Stoerungen seiner Geschaefte durch die Polizei und bringt einen Haufen seiner jugendlichen Bandenmitglieder – diejenigen, die noch eine weisse Weste haben und nicht aktenkundig geworden sind – auf der Polizeiakademie unter. Einer seiner Schuetzlinge, Lau Kin Ming (Andy Lau) legt eine steile Karriere hin und wird zuegig befoerdert, bis hin zum Inspektor. Die andere Seite des Gesetzes ist jedoch auch nicht untaetig und hat parallel einen ganz aehnlichen Plan in die Tat umgesetzt. Inspektor Wong Chi Shing (Anthony Wong) pflueckt einen hochintelligenten jungen Polizeischueler namens Chan Wing Yan (Tony Leung) von der Akademie und macht ihn zum Undercover-Agenten in Sams Bande. Beide Maulwuerfe arbeiten jeweils ueber zehn Jahre in den Reihen des Feindes. Das taegliche Versteckspiel und die Verleugnung der eigenen Identitaet bleibt bei beiden nicht folgenlos. Ming hat Charme, ist beliebt bei den Kollegen und hat eine nette Freundin, die Schriftstellerin ist. Sie schreibt an einer Geschichte ueber einen Mann, der 28 verschiedene Identitaeten hat und nicht mehr weiss, wer er ist. Yan fleht Jahr um Jahr seinen Boss an, ihn „heimzuholen“; er ertraegt das Undercover-Dasein nur schwer und seine gewalttaetigen Ausbrueche verschaffen ihm eine Serie von Zwangssitzungen beim Polizeipsychiater. Nach und nach gehen sowohl Sam als auch Wong auf, dass sich ein Maulwurf in ihren Reihen versteckt haben muss. Ming und Yan werden jeweils darauf angesetzt, „sich selbst“ zu finden. Schliesslich stehen sie sich gegenueber: Zwei sympathische Typen, beide jeweils Cop und Gangster, beide loyal gegenueber einer Idee, die sie offiziell ihr ganzes Leben lang verleugnen mussten. Wer von beiden – wenn ueberhaupt – kann das Spielfeld lebendig und als Sieger verlassen?

Als dieser Film 2002 in Hong Kongs Kinos kam, ueberraschte er Kritiker wie Zuschauer auf der ganzen Ebene. Niemand hatte damit gerechnet, dass Lau noch eine solide, geschweige denn hervorragende Regiearbeit abliefern wuerde oder dass ein spannender, origineller und perfekt inszenierter Stoff aus den eigenen Reihen die Zuschauer in Scharen in die Kinos locken wuerde. Mou gaan dou – Infernal Affairs – kam „totally out of left field“: aus dem Nichts. Und er traf voll ins Schwarze.

Die Besetzung ist superb und vereint einen Haufen Megastars, die hierzulande wie ueblich fast niemand kennt: Andy Lau, Tony Leung, Anthony Wong, Eric Tsang – die crème de la crème des Hong Kong Kinos ist komplett angetreten. Und es ist schwer zu sagen, wer am besten spielt; das Niveau ist unglaublich hoch. Kaum ein Film in der juengeren Geschichte des Hong Kong Kinos hat so viel Energie, Spannung und Spielfreude transportiert. Kein Wunder, dass der Film lange vor ausverkauften Haeusern spielte, in einer Stadt, in der noch mehr als bei uns die Filme parallel zum Kinostart bereits illegal und fuer lau oder kleinstes Geld auf VCD erhaeltlich sind. Mou gaan dou war ein Ereignis. Eines, das Wellen bis nach Hollywood und Europa schlug, wo man gemeinhin keinen blassen Schimmer und noch viel weniger Interesse daran hat, was „da hinten“im Kino laeuft. Ich wurde neugierig und beschloss einen Blindkauf zu wagen.

So landete schliesslich irgendwann Ende 2002/Anfang 2003 die limited Edition DVD von Infernal Affairs in meinem Briefkasten. Ich spreche kaum ein Wort chinesisch , aber dankenswerterweise war die Scheibe mit englischen Untertiteln ausgestattet. Ich war mir durchaus bewusst, dass diese natuerlich genauso sinnentstellend sein koennten bzw. wuerden wie eine Synchronfassung, aber zum einen sehe ich Filme grundsaetzlich im Original, weil die Stimme ein wesentlicher Bestandteil im Repertoire eines Schauspielers ist und enorm zur Atmosphaere eines Films beitraegt. Und zum anderen war es zu dem Zeitpunkt noch voellig unklar, wenn nicht sogar reichlich unwahrscheinlich, ob der Film jemals in synchronisierter Fassung einen westlichen Markt sehen wuerde.

Der Film verfuegt ueber eine Kantonesische (Hong Kong chinesische und damit originale) und ueber eine Mandarin Tonspur sowie das originale Ende und optional ein Ende, das die chinesischen Zensoren fuer angemessen hielten und auf dem chinesischen Festland gezeigt wurde.

Ein erfolgreicher Film schreit geradezu nach einer Fortsetzung. Da einige der Protagonisten jedoch ueber die Klinge gesprungen waren, hiess das Zauberwort also: Prequel. Dieses kam puenktlich 2003 in Hong Kongs Kinos und zeigte atmosphaerisch dicht und sehr gelungen die Zeit des Aufstiegs der beiden Maulwuerfe. Ein dritter Teil war dann des guten zuviel und ziemlich schwach, aber konnte dem Mythos dennoch nicht schaden: Mou gaan dou war bereits Legende und ein Hollywood-Remake nur eine Frage der Zeit.

Pans Labyrinth

El Laberinto del Fauno | Ab 22. Februar im Kino

R: Guillermo del Toro
D: Ivana Baquero, Ariadna Gil, Sergi Lopez
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Guillermo del Toro macht Horrorfilme, die diesen Namen auch verdienen: Mit seinem Regieerstling Cronos reicherte der ausgebildete Make-Up Spezialist aus der Schule von Dick Smith (The Exorcist) das ausgelutschte Vampirgenre um eine Faust’’ sche Komponente an und gewann erste Auszeichnungen. Mit Mimic erschuf er einen fiesen kleinen und ueberraschend effektiven Beitrag zum Genre „Rieseninsekten bedrohen die Welt“ und eine der besseren Comicverfilmungen der letzten Jahre, der leider ziemlich untergegangene Hellboy erfaehrt demnaechst seine Fortsetzung.

Die elfjaehrige Ofélia (Ivana Baquero) waechst im Buergerkrieg in Francos Spanien auf und fluechtet sich als ungeliebtes Stiefkind des brutalen Capitan Vidal (Sergi Lopez) in eine Fantasiewelt, die von Feen und Geistern beherrscht wird. Dort gilt sie als lange verschollene und heiss erwartete Prinzessin, wie ihr ein Faun (Doug Jones) erklaert. Um jedoch sicherzugehen, dass sie auch die richtige ist und in der Zwischenzeit kein Mensch geworden, soll sie bis zum kommenden Vollmond drei Pruefungen bestehen. Ofélia laesst sich auf das Wagnis ein und begibt sich in das Labyrinth des Fauns…

Wer jetzt denkt, es handele sich um einen Kinderfilm à la Die Chroniken von Narnia, der irrt. Aber auch diejenigen, die auf den reinen Horrorfilm spekulieren, werden enttaeuscht aus dem Kino kommen: Pans Labyrinth ist eine Mischung aus Kriegsdrama, Horrorfilm und Fantasy, wobei sich diese scheinbar unvereinbaren Elemente wunderbar zu einer ganz besonderen Mischung formen. Zusammenfassend kann man vielleicht sagen, dass der wahre Horror nicht in der Fantasiewelt liegt sondern in den „wirklichen“ Momenten. Und so furchterregend der Pale Man auch anzuschauen ist, mit Augen, die wie Stigmata in seinen Haenden liegen – er verblasst im wahrsten Sinne des Wortes gegen Ofélias Stiefvater und seine Greueltaten.

Mit Pans Labyrinth hat sich der Mexikaner endgueltig in die Riege der ernstzunehmenden Regisseure katapultiert und gilt am Sonntag als wohl heissester Anwaerter fuer den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“, in der ja auch ein deutscher Beitrag – Florian Henckel von Donnersmarks Debut Das Leben der Anderen – nominiert ist. In ausserdem gleich fuenf weiteren Kategorien ist der Film fuer den kleinen Goldkerl nominiert: Beste Art Direction, beste Kamera, bestes Makeup, beste Originalmusik und bestes Original-Drehbuch. Letzeres stammt ebenfalls von del Toro, der fuer Pan im letzten Jahr auch ausserhalb Hollywoods mit Preisen ueberschuettet wurde, darunter der Goldenen Palme und zuletzt drei BAFTAs.

300

300 | Ab 5. April im Kino
R: Zack Snyder
D: Gerard Butler, Lena Headay, Rodrigo Santoro
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Der Autor Frank Miller ist die Kompetenz in Sachen Eye Candy. Leider haben die Filme, die auf seinen oft brillianten Graphic Novel-Vorlagen beruhen (ich denke da z.B. an Daredevil oder Sin City) umso weniger inhaltliche Substanz und sind im Grunde sterbenslangweilig. Das haelt jedoch weltweit die PR-Opfer Lemminge nicht davon ab, sich begeistert der geballten Wucht der Bilder entgegen von der Klippe zu stuerzen; ganz besonders solche nicht, die nicht all zu schwer bildungsbeladen sind und beim Stichwort „Homer“zunaechst mal an Doughnuts denken.

300 erzaehlt die Geschichte der ersten Schlacht bei den Thermopylen, als sich ein kleines Haeufchen Spartaner, 300 an der Zahl (d’oh!) und gefuehrt von Koenig Leonidas, den ueberwaeltigenden Heerscharen des Perserkoenigs Xerxes entgegenwarf – um zu sterben. Diese an sich klare und schnoerkellose – man ist fast versucht zu sagen: spartanische – Geschichte wird von Regisseur und Co-Autor Zack Snyder mit einem Haufen sinnloser CGI-Monster, die nicht nur mich an diverse Herr der Ringe-Figuren (Hoehlentroll, Olifanten) erinnert, angereichert und auf satte zwei, gefuehlte zwoelf Stunden Langeweile aufgeblasen.

Der Trailer ist fraglos fantastisch geschnitten. Die zweieinhalb Minuten reichen aber voellig aus; den ganzen Film braucht kein Mensch  – weniger ist auch hier deutlich mehr.

Syriana

  • Veröffentlicht am 21st Januar 2007,
  • veröffentlicht von

Syriana | auf DVD

R: Stephen Gaghan
D:
George Clooney, Matt Damon, Amanda Peet
Imdb Eintrag | Trailer | Offizielle Website | Amazon

Ein alternder CIA Angestellter entdeckt, dass seine lebenslange Loyalitaet von seinem Arbeitgeber nicht erwidert oder auch nur honoriert wird. Ein Ömagnat mit hohem Einfluss in Washington setzt alles daran, den Status Quo zu erhalten. Ein ehrgeiziger junger Anwalt macht sich erst unwissentlich, dann widerwillig zum Instrument der Öindustrie. Ein Energie-Analyst verliert seinen Sohn durch einen Unfall und verkauft sich an den maechtigen Schuldigen. Ein Prinz will das Leben seines Volkes aendern; sein Bruder will, dass alles so bleibt wie es ist. Ein junger Mann ohne Zukunft und Hoffnung geraet in den Bann von religioesen Fanatikern. (mehr…)

Ab durch die Hecke

Seit 09. November auf DVD

R: Tim Johnson, Karey Kirkpatrick
D: Bruce Willis, Wanda Sykes, William Shatner
Imdb Eintrag | Amazon

Ein Vertreter der primären Zielgruppe äusserte sich auf Nachfrage mir gegenüber folgendermassen zu diesem Film (mögliche Spoiler):

„…und dann sitzt der Ringelbär (Anm. d. Red.: gemeint ist der Waschbär, der die entsprechenden Ringe um die Augen hat) auf dem Baum und schläft auf seiner Golftasche, und der grosse Bär frisst ihn auf, aber nicht wirklich, das hat er nur geträumt, weil er ihm doch die Chips geklaut hatte und ein ganz schlechtes Gewissen und nur eine Woche Zeit, weisst du? Und dann legt das Eichhörnchen sie alle rein, ganz langsam, noch langsamer als in Zeitlupe, und dann sind beim Bären alle Haare ab, aber das allercoolste war das Stinktier, das konnte grünen Nebel versprühen und die Katze konnte den gar nicht riechen und war voll verknallt!“

Miami Vice

Miami Vice

R: Michael Mann
D: Jamie Foxx, Colin Farrell, Gong Li

NO LAW

NO RULES

NO ORDER

And

NO PLOT

NO IDEAS

NO EXCITEMENT

NO RESEMBLANCE TO THE SERIES

NO CHARISMA

NO CHEMISTRY BETWEEN GONG LI AND COLIN FARRELL

NO REASON TO WASTE ANY TIME AND MONEY ON.

Boondock Saints

  • Veröffentlicht am 20th Juli 2006,
  • veröffentlicht von

Boondock Saints

R: Troy Duffy
D: Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, Willem Dafoe
Offizielle Website | Imdb Eintrag

Es gibt große und kleine, gute und schlechte Filme, und dann noch guilty pleasures. Das sind die Filme, die irgendwo zwischen all diesen Stühlen sitzen und neben gähnenden Handlungs- und Logiklöchern, obskuren Darstellern und oft megacoolem Soundtrack vor allem einen immensen Unterhaltungswert besitzen. Meist sind sie im Kino sang- und klanglos untergegangen und haben ihre Fangemeinde auf Video bzw. DVD gefunden. Nicht selten wird ihnen das Label „Kult“ aufgepappt. Ein perfektes Beispiel für solche Filme, die ich leicht schuldbewußt aber mit breitestem Grinsen immer wieder gerne ansehe, ist Boondock Saints.

Before the McManus brothers go to Heaven, they're gonna raise a little Hell

Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy (Norman Reedus) MacManus sind zwei irischstämmige und sehr katholische Brüder, die sich ein stark renovierungsbedürftiges South Bostoner Loft teilen, keinem Drink aus dem Weg gehen und im Schlachthaus arbeiten. An St. Paddie’s legen sie gerade mit ihren Kumpels den Pub eines böse unter dem Tourette-Syndrom leidenden befreundeten Barbesitzers trocken, als ein paar schwere Jungs von der Russenmafia den Laden schließen möchten. Ganz, ganz dumme Idee finden die MacManus Brüder und lösen das Problem auf ihre eigene humorvoll-rustikale Art. Sie töten die Russen in Notwehr und haben eine Vision, die wohl nicht ganz zufällig an zwei andere schwere Jungs der Filmgeschichte erinnert, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind. Die MacManus Brüder planen, die Welt von Abschaum wie der Mafia zu befreien – und setzen diesen Plan so laienhaft wie erfolgreich in die Tat um. Dicht auf den Fersen ist ihnen dabei FBI Agent Smecker (Willem Dafoe in einer seiner besten Rollen), der zunehmend ins Grübeln kommt, ob an dem Plan der beiden nicht was dran sein könnte… Die nachfolgende Schlachtplatte ist eine tour de force fuer sensiblere Gemüter und wird durch den unbestreitbaren Charme der Jungs, erfindungsreiche Kameraeinstellungen, brilliant besetzte Nebendarsteller (die sich teilweise aus dem Freundeskreis des Regisseurs rekrutieren und weitgehend selbst spielen) und clevere Montagen und Rückblenden nicht nur erträglich sondern fast zur Delikatesse.

Die Entstehungsgeschichte von Boondock Saints ist fast noch wilder und schräger als der Film selbst. Troy Duffy arbeitete in einer Bar in L.A., spielte mit seinen Brüdern in einer Rockband und schrieb nebenbei das Drehbuch. Harvey Weinstein witterte den nächsten Tarantino, versprach Duffy einen Haufen Geld und ihm die Bar zu kaufen und plante, Boondocks ganz groß rauszubringen. Zeitweise schwirrten Namen wie Brad Pitt und Matt Damon durch die Gegend, aber irgendwie implodierte das Projekt und das Budget schmolz wie Butter an der Sonne. Am Ende spielte der mit Laien-, Neben- und Charakterdarstellern besetzte Film nicht zuletzt dank des Columbine-Massakers, das noch sehr frisch im Gedächtnis des US-Publikums war, nur ein paar Tage auf der großen Leinwand und verschwand dann sang- und klanglos im Videoregal. Dort wurde er durch Mundpropaganda zu einem der am meisten ausgeliehenen Filme und gewann eine wachsende und treue Fangemeinde. Duffy selbst hatte nicht so viel Glück wie sein Film und legte sich erfolgreich mit ganz Hollywood an, was zur Folge hatte, dass er seither nicht nur keinen Film mehr gedreht hat sondern dort auch von niemandem mehr mit der Kneifzange angefasst wird. Statt dessen gab es sogar einen Film über seinen Aufstieg und Fall.

Küzlich hat Fox eine Special Edition DVD in den USA herausgebracht, die über einen Haufen Specials, einen Regiekommentar und einen Kommentar von Billy Connolly (Il Duce) verfügt, sowie natülich über die legendäre Untertitelfunktion, wo schlicht die Anzahl der Vier-Buchstaben-Worte gezählt wird. Alles zusammen in einer hübschen Blechdose verpackt, die das Sammlerherz erfreut. Kein großer Film, kein guter Film – aber ein vielversprechendes Debut und vor allem Pflichtprogramm um den St. Patrick’s Day standesgemäß einzuläuten!

Der Teufel trägt Prada

The Devil Wears Prada (Der Teufel traegt Prada) ab 19. Oktober 2006 im Kino

R: David Frankel
D:
Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt

Wer sehr viele Filme sieht und haeufig ins Kino geht, wird von einem Film nur noch selten ueberrascht. Zwar schaffen es die Marketingabteilungen der grossen Studios und Verleiher regelmaessig, aus erstklassigen Filmen echt uninteressante Produkte zu machen und umgekehrt wirklichen Muell als Goldbarren zu verkleiden, aber nach einer Weile hat man den Bogen ziemlich raus und weiss, was sich hinter welchen markigen Spruechen verbirgt. Ein Blick auf die credits sagt da meist mehr aus. Die Liste der schlechten Meryl Streep Filme ist erstaunlich kurz, und David Frankel hat nicht nur zwei sehr bewegende Folgen von Band of Brothers gedreht sondern auch fuer eine andere preisgekroente HBO Miniserie, From The Earth To The Moon. An der Kamera Florian Ballhaus (ja, sein Sohn) und die Musik von Todd Shapiro, dessen unaufdringliche aber perfekt passende Arbeit mir schon beim anderweitig wenig bemerkenswerten State and Main positiv aufgefallen ist. All dies liess mich hoffen bei The Devil Wears Prada, der Verfilmung des Bestsellers von Lauren Weisberger ueber die Tuecken des Geschaefts mit der Mode.

Gleich vorab: meine Hoffnungen und Erwartungen wurden nicht enttaeuscht, im Gegenteil. Obwohl die Geschichte nicht sonderlich originell ist (junges, unerfahrenes aber intelligentes Maedchen laesst sich in ihrem ersten Job in einer Glamour-Branche von einer giftigen alten Natter und ihren Getreuen erniedrigen, ausbeuten und verheizen, verliert auf dem Weg fast ihre Integritaet und ihre Freunde bevor sie dann doch noch gerade rechtzeitig die Notbremse zieht), wurde sie erstaunlicherweise nicht halb so oberflaechlich umgesetzt wie man das erwarten musste.

Als Kommentar zum Jahrmarkt der Eitelkeiten liegt The Devil Wears Prada auf einer Linie mit Altmans Pret-a-Porter, aber ist nicht ganz so absurd. Anne Hathaway, die zuletzt in ihren wenigen Szenen in Brokeback Mountain Eindruck hinterliess, spielt das Landei in der grossen boesen Welt. Obwohl sie ihre Sache sehr gut macht, verblasst sie schlicht hinter der uebergrossen Leistung von Meryl Streep, die sichtlich Spass daran hat, eine Frau zu spielen, die zu hassen jedermann liebt. Stanley Tucci als Tucke vom Dienst sorgt fuer den noetigen comic relief, wenn einem das Lachen einmal mehr im Halse stecken bleiben will – denn natuerlich hat jeder Zuschauer entweder eigene Erfahrungen mit schwarzen Witwen à  la Streep gemacht, oder kennt genuegend Opfer. Die Modebranche ist hier nur ein Synonym fuer jeden x-beliebigen Betrieb der mehr durch seinen Ruf als durch seine tatsaechliche Leistung leuchtet. What Women Want meets The Firm sozusagen – wer sich einmal das eitle, selbstverliebte Gesuelze gewisser Werbeagenturen angetan hat, weiss genau was ich meine. Und wenn man aus dem Kino kommt, erscheint einem die eigene taegliche Tretmuehle geradezu liebenswert.

Fazit: in jeder Hinsicht sehenswert!

Munich

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2006,
  • veröffentlicht von

Munich ab 3. August 2006 auf DVD
R: Steven Spielberg
D: Eric Bana, Geoffrey Rush, Daniel Craig
Offizielle deutsche Website

Sind Filme Spiegel unser selbst? Und wenn ja, was sehen wir in ihnen?
Eine meiner frühesten TV-Erinnerungen ist das Bild eines maskierten Mannes auf einem Balkon des olympischen Dorfs. Ich verstand nicht, was dort vor sich ging und was der Fernsehreporter erzaehlte. Sportler als Geiseln, genommen von Angehörigen eines Staates, den es gar nicht gab? Wozu sollte das gut sein? Ich verstand es weder auf emotionaler noch auf rationaler Ebene. Und ich verstehe es natürlich auch heute noch nicht, vielleicht aber begreife ich langsam, dass es da nichts zu verstehen gibt.

Steven Spielberg hat der Welt viele schöne, lustige, spannende und unterhaltende Filme geschenkt. Und dann noch Schindler’s List und Saving Private Ryan. (no comment)
Zuletzt spaltete er die Kritiker mit seiner Adaption des H.G. Wells Klassikers War Of The Worlds, der mich zumindest nicht zuletzt dank mangelnder Glaubwürdigkeit der Figur Tom Cruises unterwältigte, wie man so schön sagt. Und die Aliens haette man auch nicht unbedingt sehen müssen; weniger ist oft mehr. Dennoch ist die alles andere als subtile Anspielung auf unser Zusammenleben mit dem Feind in unserer Mitte gut angekommen und wusste streckenweise auch zu unterhalten.

Mit Munich kehrt Spielberg nun der Unterhaltung den Rücken und konzentriert sich ganz auf die Frage, was Gewalt uns antut. Zum einen uns Opfern, zum anderen uns Tätern, denn selten sind wir nur eins von beiden. Und wenn ich sage er konzentriert sich auf die Frage, dann ist das genau so zu verstehen: Spielberg liefert keine Antworten, denn es gibt keine, ausser in uns selbst. Das banale Fazit lautet: Gewalt ist keine Lösung, Gewalt erzeugt Gegengewalt.

Spielberg ist bekannt dafuer, keine DVD-Audiokommentare zu seinen Filmen abzugeben, und auch hier bricht er nicht mit dieser Regel. Immerhin weist er in seiner kurzen Einführung darauf hin, dass George Jonas’ Buch Vengeance – The True Story Of An Israeli Counter-Terrorist Team, auf dem der Film beruht, zwar unendlich angefeindet, jedoch nie als unwahr diskreditiert wurde. Munich soll und kann keine Dokumentation sein, wie authentisch die Darstellung der Ereignisse wohl ist, das zu beurteilen bleibt jedem selbst überlassen.

An einem Septembermorgen 1972 überwaeltigen und entführen palästinensische Terroristen der Gruppe Schwarzer September elf Angehörige des israelischen Olympiateams im olympischen Dorf in München. Zwei Geiseln werden umgehend tödlich verletzt. Bei einem hastigen und unprofessionellen Einsatz der deutschen Polizei auf dem Flughafen Fuürstenfeldbruck sterben die verbliebenen Geiseln, fünf der Terroristen, sowie ein Polizist. Die olympischen Spiele gehen zunächst wie geplant weiter und werden erst nach Protesten von Sportlern und Zuschauern für einen Tag unterbrochen.
Golda Meir (Lynn Cohen) beschliesst, Härte zu demonstrieren: Every civilization finds it necessary to negotiate compromises of its own values sagt sie, und Forget peace for now. We have to show them we’re strong. Eine geheime Kommandotruppe unter Leitung ihres ehemaligen Bodyguards und jetzigen Schreibtischhengstes Avner (Eric Bana in einer wie immer exzellenten Performance) entsteht, und ihr Auftrag lautet, die für das Münchner Massaker verantwortlichen palästinensischen Terroristen aufzuspüren und zu töten. Hierfür stehen ihnen fast unbegrenzte Mittel aus schwarzen Kassen zur Verfuegung; die Agenten fallen komplett vom Radarschirm des Mossad und sind auf keiner Gehaltsliste mehr verzeichnet. Sie sind de facto nonexistent und ihre einzige Verbindungsperson ist ein zwielichter Typ namens Ephraim (Geoffrey Rush, ebenfalls superb), der ihnen die ersten Ziele vorgibt.

Die kleine Gruppe beschnuppert sich und kommt sich näher. Keiner von ihnen macht den Eindruck eines professionellen Agenten oder gar Killers. Und keiner von ihnen fühlt sich wirklich wohl in der Rolle des Racheengels, mit Ausnahme vielleicht von Südafrikaner Steve (Daniel Craig), der blond und blauäugig kaum arischer aussehen koennte und der Über-Jude ist: The only blood I care about is Jewish blood. Er wundert sich laut und offen, warum ausgerechnet Avner zum Kopf des Teams ernannt wurde, und ein anderer entschärft lachend die Situation: Because he can cook a mean brisket. Tatsächlich scheint der frischgebackene Familienvater und Patriot Avner, dessen Kind zur Welt kommt während er undercover ist, mehr die Mutter der Kompanie zu sein als ihr harter Anführer. Er hält die Truppe auch mit seinen Kochkünsten und gemeinsamen Essen bei Laune und bei einem solchen Mahl feiern sie ausgelassen ihren ersten gemeinsamen erfolgreichen Mord.

Ein Gebot der kosheren Kueche lautet, fleischiges und milchiges nicht gemeinsam zu essen oder im selben Topf zu kochen. Im Talmud heisst es dazu du sollst das Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen und so zuckt man unwillkürlich zusammen, wenn ein Opfer von den Kugeln Avners tödlich getroffen zusammenbricht, seine Einkaufstüte mit der Milchflasche fallenlässt und sich sein Blut mit der auslaufenden Milch vermischt. Solch symbolschwangere Bilder gibt es viele in Spielbergs Film, und nicht alle sind so plakativ und offensichtlich.

Durch einen Zufall kommt es zu einer Unterhaltung zwischen Avner und einem palästinensischen Terroristen, der Avner für einen befreundeten ETA-Terroristen hält. Avner fragt neugierig und stellvertretend für das Publikum, ob sich der Kampf für ein Stück steinige Wüste denn wirklich lohne. Die Antwort mag das Publikum vielleicht nicht vollends überzeugen, doch Avner trifft sie mitten ins Herz: Die Heimat, so steinig sie aussehen mag, lohnt jedes Opfer, jeden Kampf – selbst wenn er über Generationen andauern mag.

Die zunehmenden Erfolge verändern die Männer nachhaltig, aber der Jubel wird leiser und die Gewissensfragen häufen sich. Insbesondere Avner fragt sich immer lauter, zu was das Morden denn gut sein soll. Und als die Mitglieder der Gruppe selbst einer nach dem anderen zu Opfern werden, flüchtet Avner immer tiefer in seine Paranoia und kehrt Israel und dem Mossad den Rücken. Sein Patriotismus weicht den Fragen nach der ethischen und moralischen Rechtfertigung seiner Taten, die er nicht zu beantworten vermag, genauso wenig wie Spielberg und wir. Kann man den Terror mit Terror besiegen? Und wie hoch darf der Preis der Rache sein?

Mit Munich liefert Spielberg seinen vielleicht erwachsensten Film ab, auf jeden Fall einen Film, der noch lange nachwirkt. Doch nicht nur seine erzählerische und handwerkliche Routine sorgt für das erstklassige Gesamtergebnis, auch das seiner langjährigen Mitarbeiter, allen voran seines Director of Photography, Janus Kaminski. Der deutsche Begriff Kameramann ist doch eine äusserst unzulängliche und irreführende Bezeichnung für das, was Kaminski da mit Licht zaubert. Während die Entscheidung, Schindler‘s List in s/w zu drehen sehr leicht fiel, da dort ziemlich eindeutig war wo gut und böse lagen, musste bei Munich die moralische Ambivalenz auch farblich eingefangen werden. Zu keiner Zeit hat der Zuschauer das Gefühl, einem Kostümfilm beizuwohnen – was schnell hätte passieren können, wenn man allein auf die Ausstattung vertraut hätte, die vielen von uns noch mehr oder weniger aus den eigenen Familienfotoalben vertraut ist.

Die 3 Tage des Condor

The 3 Days of the Condor
R: Sidney Pollack
D: Robert Redford, Faye Dunaway, Max v. Sydow

Am Ende schaut uns Robert Redford an, zweifelnd, fragend und etwas furchtsam: Haben wir auch alles mitgekriegt? Wissen wir jetzt, was auf dem Spiel steht? Fuer ihn selbst – oder genauer gesagt Joe Turner, den Agenten mit Decknamen Condor’, den er verkoerpert – scheint kaum noch Hoffnung zu bestehen. Er wird sein Leben lang auf der Flucht sein und bei den maechtigen Gegnern die er hat, wird diese Flucht wohl nicht lange dauern.

Redford spielt einen Buecherwurm in den Diensten der CIA, der eines Tages mittags zu Tisch geht und bei seiner Rueckkehr saemtliche Kollegen im Buero ermordet vorfindet. Er nimmt Kontakt zu den einzigen Menschen auf, die er in New York kennt, seinen Vorgesetzen. Von nun an wird er als Hauptverdaechtiger gejagt, waehrend er eine Verschwoerung in den Reihen der CIA aufdeckt.

Bei Licht betrachtet ist die Story recht konventionell und folgt Hitchcocks sattsam bekannten Thema „ein gewoehnlicher Mann in einer ungewoehnlichen Situation“. Nur dass der Zuschauer hier – anders als bei Hitchcock – genauso im dunkeln tappt wie Redfords Figur.

Aus heutiger Sicht erscheint die Aufloesung geradezu prophetisch, zumindest sehr bekannt und plausibel. Was passiert, wenn eine kleine einflussreiche Gruppe Industrieller und privater machtgieriger Interessenten eine geheime Organisation gruendet und die Regierung de facto aushebelt, bzw. hinter ihrem Ruecken die Dinge in die Hand nimmt? Heute, zahlreiche Oliver Stone Filme und Michael Moore Veroeffentlichungen spaeter, sind wir vielleicht schon fast gelangweilt ob solcher Diskussionen. 1975 waren das nationale Selbstbewusstsein und das Vertrauen in die eigene Regierung in den USA auf dem absoluten Tiefpunkt angelangt. Watergate war noch allen taufrisch im Gedaechtnis, Praesident Nixon war gerade erst zurueckgetreten und die CIA war in Erklaerungsnot ob ihrer frisch aufgeflogenen illegalen Operationen in Suedostasien. Dass die Boesen in der eigenen Regierung sassen, konnten nicht einmal die konservativsten Republikaner als linke Verschwoerungstheorie abtun; es war bittere Realitaet, der man ins Auge sehen musste.

Der Film ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, er hat einen Haufen Handlungsloecher und Faye Dunaways Figur erwaermt sich fuer meinen Geschmack doch etwas zu fix fuer den Mann, der ihr in ihrer eigenen Wohnung eine Pistole vor die Nase haelt. Robert Redford hin oder her, aber das ist dann doch ein wenig dick aufgetragen. Dennoch ist Three Days Of The Condor ein gelungener Beitrag zum klassischen Paranoia-Kino, in einer Reihe mit Frankenheimers The Manchurian Candidate, Pakulas The Parallax View und Coppoals The Conversation. Und da das Genre ja gerade im dritten Fruehling ist, nicht zuletzt dank Gaghans sehr starkem Beitrag Syriana und dem deutlich schwaecheren aber zumindest zum Nachdenken anregenden V for Vendetta der Wachowski Brueder, lohnt sich das ansehen allemal.

Die Neuauflage der DVD erfreut durch das Original Bildformat 1:2,35, ein restauriertes Bild und guten Ton, und vor allem Sidney Pollacks wie immer unterhaltsamen und interessanten Regiekommentar. (Die Ausgabe der SZ Edition beinhaltet noch die Erstauflage, ohne Regiekommentar und mit nicht restauriertem Bild.)

Ascenseur pour l’ Echafaud

Elevator to the Gallows (RC 1) | Fahrstuhl zum Schafott

R: Louis Malle
D: Jeanne Moreau, Maurice Ronet, Lino Ventura
US Website (Rialto Pictures) | Trailer (QT) | Criterion | | Imdb Eintrag

Criterion ist bekanntlich ein (US) Label, das sich um die Perlen und Monumente der Filmgeschichte gleichermassen liebevoll kuemmert. Als letztes Jahr im Herbst Melvilles Le Samourai in der Criterion Collection erschien, mailte ich einmal mehr ihr Team an und bettelte, ob sie sich nicht Louis Malles legendaeren Debuts, Ascenseur pour l’ echafaud (dt. Fahrstuhl zum Schafott) annehmen wollten, da es weltweit keine einzige DVD dieses film noir Klassikers gab. Anders als in den Jahren zuvor bekam ich diesmal kein lapidares „ist zur Zeit nicht geplant“ sondern ein geheimnisvolles „Wir bringen naechstes Jahr eine Reihe von Louis Malles Filmen heraus.“ Und so nahm ich also unlaengst freudestrahlend meinem Paketboten die DVD aus den Haenden.

Der Inhalt des Films ist rasch erzaehlt: Julien (Maurice Ronet) hat eine Affaere mit Florence (Jeanne Moreau), die ihn dazu bringt ihren Mann zu toeten. Er veruebt den fast perfekten Mord, aber vergisst das entscheidende Beweisstueck am Tatort. Nachdem er rechtzeitig zurueckgeeilt ist und es entfernt hat, bleibt er im Fahrstuhl des Gebaeudes stecken und kann nicht rechtzeitig am verabredeten Treffpunkt sein. Waehrenddessen wandert Florence ziellos und immer verzweifelter durch das naechtliche Paris, sicher, dass Julien sie verlassen hat… Ascenseur pour l’ Echafaud ist wohl einer der bekanntesten Filme der nouvelle vague, der franzoesischen Neuen Welle, die in den 50er Jahren mit Werken wie Melvilles Bob Le Flambeur, Truffauts Jules et Jim oder Godards A bout de souffle das oft sirupartig zaehe und suesse Hollywoodkino eiskalt mit frischen Erzaehlstilen, unbekannten Darstellern und neuen Filmtechniken abseits der Studios uebergoss. Malle war allerdings alles andere als ein Anhaenger einer bestimmten Schule oder gar Teil der Szene um die Cahiers du Cinema Clique, in der sich Chabrol, Godard,Truffaut tummelten. (Tatsaechlich hat Malle das noir Genre auch spaeter nicht mehr aufgesucht und Ascenseur blieb sein einziger Film dieser Art, thematisch wie stilistisch.) Immerhin kann man Ascenseur wohl als Vorreiter oder erstes Produkt der nouvelle vague ansehen, Malle „war als erster aus den Startloechern“ wie sein Bruder Vincent in einem Interview mit dem FLM Magazin 2005 sagte. „Truffaut drehte seinen ersten Spielfilm neun Monate nach Louis.“

Louis Malle war gerade mal 26 Jahre alt als er sein spannendes Debut drehte, und hatte zuvor fuer den Unterwasserforscher Jaques Cousteau als Unterwasserkameramann an der Dokumentation Le Monde du silence (1956) gearbeitet. Jeanne Moreau hatte sich zu dieser Zeit bereits einen respektablen Namen als Buehnenschauspielerin gemacht. Malles Regie und seine Art, Moreau weitgehend mittels natuerlicher Beleuchtung, z.B. durch Strassenlaternen in Szene zu setzen, liess sie im wahrsten Sinne des Wortes in einem ganz neuen Licht erscheinen. Doch der eigentliche Clou war, dass der unbekannte junge Franzose Miles Davis fuer den Soundtrack gewinnen konnte. Malle zeigte ihm den Rohschnitt des Films nur zweimal, und Davis improvisierte den Score in einer Nacht live zu den Bildern, die er sah. Dabei unterstrich die Musik nicht wie sonst ueblich die Kameraarbeit, sondern bildete eher eine Kontrapunkt zu ihr. Das Ergebnis bestimmte massgeblich die duester-melancholische und oft kalte Atmosphaere des Films.

Criterion praesentiert den hervorragenden DVD Transfer vom feinkoernigen 35mm Originalprint im urspruenglichen Seitenverhaeltnis von 1.66:1. Schmutz, Fusseln und Kratzer wurden digital mittels des MTI Digital Restauration Systems entfernt. Fuer die bestmoegliche Qualitaet der dual-layer DVD-9 wurde die hoechstmoegliche Bitrate gewaehlt. Die Tonspur wurde bei 24-bit vom 35mm Optical print digitalisiert und ebenfalls gesaeubert, so dass Knacksen, Rauschen und Knistern auf ein Minimum reduziert ist.

Die Extras: Auf der ersten der beiden Scheiben befindet sich ausser den Trailern der restaurierte Film im franzoesischen Originalton, mit neuen und verbesserten englischen Untertiteln. Auf Disc 2 finden sich:

  • ein neues Interview mit Jeanne Moreau
  • Historische Interviews mit Regisseur Louis Malle, den Schauspielern Maurice Ronet und Jeanne Moreau sowie dem Pianisten der Soundtrack Session, René Urtreger
  • Filmaufnahmen von Miles Davis und Louis Malle waehrend der Einspielung des Soundtracks
  • ein neuer Beitrag ueber den Score, mit Jazztrompeter Jon Faddis und dem Kritiker Gary Giddins
  • Malles Studentenfilm Crazeologie mit einem Titelsong von Charlie Parker

Zusaetzlich liegt dem Film noch ein sehr ausfuehrliches Booklet mit einem neuen Essay des Filmkritikers Terrence Rafferty, einem Interview mit Louis Malle und einem Beitrag von Filmproduzent Vincent Malle.

Noch ein Wort zum Schluss: Diese DVD ist fuer den US-amerikanischen und kanadischen Markt RC1 codiert und benoetigt daher in den meisten anderen Laendern der Welt einen sogenannten codefree Player. (Das Thema Regionalcodes wird auf dieser Seite sehr anschaulich und ausfuehrlich erklaert). Auf einem bei uns ueblichen RC 2 Player wird sie also nicht laufen. Wer keinen codefree Player hat, dem empfehle ich die franzoesische Version des Films, erhaeltlich z.B. ueber Amazon.fr. (in der limitierten Fassung inklusive der Soundtrack CD). Zum Umfang und zur Qualitaet von Bild und Ton der frazoesischen Ausgabe kann ich jedoch leider an dieser Stelle nicht viel sagen. Die Criterion Ausgabe ist in Europa z.B. ueber cd-wow.net erhaeltlich.

Thank You For Smoking

  • Veröffentlicht am 18th April 2006,
  • veröffentlicht von

Thank You For Smoking Ab 27. Juli im Kino
R: Jason Reitman
D: Aaron Eckhart, Maria Bello, William H. Macy

Die Wahrheit zu frisieren ist kein leichtes Geschäft, aber ein recht lukratives. Nick Naylor (Aaron Eckhart in einer witzigen und charismatischen performance) ist ein Meister der Rhetorik und in der Kunst des spinnings (unangenehme Wahrheiten und Tatsachen so zu verdrehen, dass sie am Ende als brilliant, einleuchtend und nachahmenswert empfunden werden) und als solcher ein exzellenter Sprecher der Tabakindustrie. Er verkauft den Tod und will gleichzeitig ein Vorbild und Rollenmodel fuer seinen Sohn Joey (Cameron Bright) sein. Einmal die Woche trifft er sich mit weiteren Mitgliedern der MOD Gruppe (MOD steht hier für Merchants Of Death = Verkäufer Des Todes) zum Mittagessen, den Vertretern der Alkoholbranche (Maria Bello) und der Waffenindustrie (David Koechner). Dann vergleichen sie angeregt, wer mehr Opfer auf dem Gewissen hat. Nicks Arbeitgeber Big Tobacco fordert ihn auf, neue Verkaufsideen und -argumente zu finden und Nick beschliesst, daß product placement in Hollywood Produktionen eine gute Idee sei…

Thank You For Smoking, nach der gleichnamigen erfolgreichen und unterhaltsamen Romanvorlage von Christopher Buckley (dt.Titel ‘Danke, dass Sie hier rauchen’) ist ein Lehrfilm für PR- und Marketingberater und so wunderbar politisch inkorrekt, dass selbst der sauertöpfischste Moralapostel laut lachend Beifall klatscht. Fazit: Stilsichere Satire mit exzellenter Besetzung.