Musik

Smells like good Music

Über Christian stieß ich auf silenttiffys Aufruf, die erste eigene Begegnung mit Nirvanas Smells like Teen Spirit zu bloggen.

Ich habe leider keine prägende Erinnerung mehr an meine erste Begegnung mit diesem Lied. Es war wohl Anfang der 90er (d’oh!), ich habe keine Lust zu googeln, aber das muss etwa um die Zeit gewesen sein, als ich im letzten Semester war und mich meiner Diplomarbeit widmete. Vielleicht auch etwas eher, diese Zeit ist in meinem Gedächtnis nur noch sehr verzerrt und verschwommen abgebildet. Das Video lief bei MTV rauf und runter, und ich fand den Song großartig. Das war endlich wieder anständige Rockmusik, nicht dieser Teeniescheiß wie EMF oder die Happy Mondays und nicht dieser nölende Jammerpop von R.E.M., der sonst die Kanäle verstopfte.

Das Video war auch toll, schön skurril, schön dunkel, Cheerleader mit Achselhaaren und Tattoos, ein im Takt wischmoppender Hausmeister, prima. Aber meine volle Aufmerksamkeit gehörte der meergrünen Fender des Sängers, einer Mustang oder Jaguar, so genau weiß ich das lustigerweise gar nicht mehr. Die war endgeil, so eine hätte ich damals gerne gehabt, und dabei spielte ich zu jener Zeit nur meine Gibsons und rümpfte die Nase über den Fendersound. Gitarrensnobs sind ganz, ganz schlimm, ich sag’s Euch.

Ich mochte diesen Grungerock, wobei mir nicht ganz klar war, was daran jetzt so besonders grungy, also dreckig und schmierig sein sollte. Rock ist Rock ist Rock, fertig. Hauptsache, es knallt. Ich mochte Soundgarden und Pearl Jam, Alice in Chains und eben auch Nirvana. Am besten gefielen mir allerdings aus jener Zeit die Stone Temple Pilots, deren Album „Core“ konnte ich auswendig, die trafen für meine Ohren mehr den Nagel auf den Kopf und der Sänger hatte die interessantere Stimme, wie ich fand und, schlagt mich, finde.

Aber da ich kein Teenie mehr war sondern Mitte Zwanzig, seit zehn Jahren selbst Rockmusik machte und musikalisch mit den Helden von Woodstock und ihren Nachfolgern aufgewachsen war, traf mich der Song, so erfrischend wie er war und ist, nicht so wuchtig und unvermittelt wie ganz offensichtlich die jüngere Generation. Das hatten halt zehn Jahre zuvor schon die Doors, The Who und die Stones erledigt, ganz zu schweigen von ihren Nachfolgern Springsteen oder The Clash (so unterschiedlich die auch waren). Ich wusste halt schon, daß es eine musikalische Welt jenseits von Paula Abdul und Roxette gab. Nirvana & Co. erzählten mir nichts neues.

Ab ich erinnere mich an den Sommer ’92 bei meiner Familie in Vancouver, als wir einen Ausflug nach Seattle runter machten. Seattle, das stand allgemein für Holzfällerei, Boeing und Microsoft (Starbucks war noch nicht so wichtig), für mich allerdings in erster Linie für Hardcore- und Metalbands, vielleicht noch für Quincy Jones und Ray Charles und natürlich Hendrix. Die recht isolierte Lage da oben am Arsch der Welt, das meist regnerische und kalte Wetter und die Über-Spiessigkeit der Familien, deren Väter direkt oder indirekt für den militärisch-industriellen Komplex arbeiteten, waren der Nährboden für eine rebellische Gegenkultur nicht nur musikalischer Art.

Ich durchforstete die Stadt nach Comics, natürlich allen voran die von Peter „Hate“ Bagge, aber auch anderer junger Künstler. Seattle war ein Comic Mekka und ich kaufte auf einer der vielen kleinen Events rund ums Thema viel ein, ließ mir einige Hefte signieren und sah einen spontanen Gig einer örtlichen Band. Die Band hieß Soundgarden und war so semiberühmt, an der Schwelle zum Erfolg. Sie hatten im Vorprogramm von Guns ’n Roses bei deren ziemlich genialer „Use Your Illusion“ Tour gespielt und liefen im US Collegeradio rauf und runter. Ein paar Jahre später, da war der Grunge Hype schon lange durch, hatten sie mit Black Hole Sun ihren wohl größten Hit und das Video dazu war mal wirklich bahnbrechend.

Irgendwann noch später hat sich dann Kurt Cobain die Lichter ausgeblasen. Es hat mich weder sonderlich überrascht und schockiert noch beeinflusst; ich weiß nicht mal mehr, in welchem Jahr das war. Ich weiss noch, daß ich milde erstaunt war, daß der Selbstmord eines Rockmusikers tatsächlich eine Erwähnung in der Tagesschau wert war. Wahrscheinlich war ich schlicht zu alt, oder schon zu abgehärtet — wann und wo ich vom Tode John Lennons erfuhr, weiß ich jedenfalls noch ganz genau. Und Cobain war nie auch nur ansatzweise interessant oder gar relevant genug für mich, um mich über seinen Tod zu echauffieren. Das Ereignis lag für mich emotional etwa gleichauf mit der Trennung Robbies von Take That: „Echt? Oh, shit. Was gibt’s im Kino?“

Die rohe Kraft von Smells Like Teen Spirit brauche ich aber gelegentlich immer noch. Laut. Sehr laut. „Die-Nachbarn-schreiben-böse-Briefe“ laut. Gute Musik ist gute Musik ist gute Musik. I know, I know, I know, I know. I know, I know, I know, I know.

What’s that noise?

Ich war achtzehn oder neunzehn, als die Beastie Boys ihr erstes Album veröffentlichten und das Video zu (You gotta) Fight for your Right to Party auf MTV rauf und runter gespielt wurde. Damals gab es noch MTV, und sie machten das, wofür das M in MTV stand: sie spielten Musikvideos, so ziemlich 24/7. Das war Mitte der 80er, die goldenen Zeiten von Adam Curry und Kurt Loder, in Europa Steve Blame, Ray Cokes, ein Jahr oder zwei nach Live Aid. Madonna war noch nicht die Queen of Pop sondern eine schlampig angezogene, blondierte Tussi mit Piepsstimme, die rumzappelte und mit True Blue über Nacht zur Diva mutierte. Bruce Springsteen herrschte mit seinem Born in the USA Album über die Charts. Auf „Yo! MTV raps“ mit Ed Lover und Dr. Dre (nicht dem Dre, einem anderen) gab es L.L. Cool Jay und De la Soul zu sehen und die Jungs von Nirvana gingen wahrscheinlich noch in die Mittelstufe oder Grundschule. Noch dominierten Schulterpolster und Big Hair Metalpopbands wie Europe oder Poison, Grunge war noch nicht einmal am Horizont zu sehen, Rap und HipHop war etwas für schwarze Ghettokids und Ice-T & Co. wurden sehr selten gespielt.

Videos waren sehr teuer und aufwendig produzierte Miniclips, die LPs von Megastars an weisse Mittelschichtkinder verkaufen sollten, und darum gab es noch nicht so viele davon. Nach einer 24stündigen MTV-Schicht kannte man sie alle. Alle.

Das von den Beastie Boys gefiel mir nicht besonders gut, aber den Song fand ich toll. Der hatte was. Schön punk, ohne dabei ein klassischer Punksong zu sein. Die üblichen Ingredienzien, die einen rebellischen Song ausmachten und in jedem anständigen Rocksong seit Elvis’ erstem, hüftkreisend vorgetragenen Bee-Bop-A-Lula sind drin: er ist laut, handelt von Teeniagerrebellion und das Video ist rückblickend so zuckersüß und harmlos wie Marty McFly, der etwa zur selben Zeit im Kino zurück durch die Zeit reiste. Wie man sich darüber aufregen konnte? Keine Ahnung.

Und doch regten sich einige darüber auf. Denn die Jungs, die hier den Crossover zwischen Rock und Rap machten, waren weisse Jungs. Schlimmer noch: es waren weisse jüdische Jungs aus behüteten Vorstadtelternhäusern, keine Ghettokids. Wie konnten die so einen Lärm machen?

In meiner Schule hörten die coolen Kids (bzw. die, die sich dafür hielten) Michael Jackson oder Whitney Houston, Depeche Mode und die Eurythmics. Die anderen, dazu zählte ich, hörten The Clash, Peter And The Test Tube Babies oder Joy Division. (Die verdammten Smiths ignorierte ich nicht mal.) Nur daß bei mir noch die klassische Musik dazukam: The Who, The Rolling Stones, Bob Dylan, Jefferson Airplane, Led Zeppelin, das ganze Woodstockgedöns  sowie sämtliche Blueslegenden rauf und runter. Ich spielte Gitarre in einer Band, mehr schlecht als recht, aber mit Herz. Die Beasties aber waren für mich schwer greifbar, fast unspielbar.Ich hab’s versucht, aber schnell damit aufgehört. Das war nicht mein Sound.

Wenige Jahre zuvor hatte ich mich mit Freundinnen abends heimlich in die Stadt und in die Spätvorstellung von Wild Style geschlichen. Diese Rapmusik, das war … anders. Sehr, sehr anders als alles bis dahin gehörte. Und auch, wenn ich nicht hundertprozentig überzeugt war, so erkannte ich doch die Coolness darin, den Groove, ich hörte die verwendeten Samples heraus, deren Originale in meiner Plattensammlung stattfanden  und ich staunte. Fab 5 Freddie und Grandmaster Flash … Wow.

Ich vergaß die Beasties wieder, bis fast zehn Jahre später das sensationelle Sabotage auf MTV explodierte. Dieser dreckige, verzerrte Bass! Das Video! Ich bin heute noch überzeugt, daß dieses Video im Alleingang für diese ganze Hipsterscheiße verantwortlich ist, die uns heute noch umgibt. Billige Polyesterklamotten, kurzärmelige Nerdhemden mit Kulis in den Brusttaschen? Verspiegelte Fliegerbrillen und Latte to go? Schnurrbärte, peinliche Frisuren mit pornösen Koteletten und Reminiszenzen an Die Straßen von San Francisco und Hawaii 5-0? Alles drin. Aber dieser Killerbass! Und dieses Gekreische! Was für ein Arschtritt von einem Song!

Aber das anschliessende Album enttäuschte mich und ich vergass die Beasties wieder.

Vor ein paar Jahren spielte mir ein Freund eine fantastische Platte vor. Instrumentaljazzfunkgroove — keine Ahnung, wie ich das nennen sollte, aber was für ein geiler Sound! Er ließ mich raten, wer das sei. Ich hatte keine Ahnung, Medeski, Martin & Wood vielleicht? Es waren die Beasties, mit einem (soweit ich weiss) nur in Frankreich veröffentlichten und äußerst musikalischen Album «The In Sound From Way Out!». Das ist und bleibt wohl mein liebstes Beastie Boys Album (Bester Track: In 3’s). Wer es nicht kennt oder hat, sollte sich schleunigst darum kümmern.

Als ich vor ein paar Tagen vom viel zu frühen Tode Adam Yauchs erfuhr, hat mich das sehr getroffen. Er war nur zwei Jahre älter als ich, das ist ja dann noch so ein zusätzlicher Tritt in den Allerwertesten, ein hässliches Flüstern des Sensenmanns. Am selben Abend stieß ich auf das Video der Fight For Your Right Version von Coldplay, einer Band, die ich — vorsichtig formuliert — nicht besonders mag.

Die Gitarre war nicht mein erstes Instrument, das war das Klavier. Und wenn ich wirklich einen Song auseinandernehmen will, wirklich verstehen will wie er funktioniert, dann setze ich mich noch heute ans Klavier und taste mich ran. Nur am Klavier kann ich Musik schreiben (und lesen); am Klavier machen meine Finger das, was mein Herz ihnen befiehlt, ohne Umweg über den Kopf. Wenn ich einen Song schreibe, dann fast immer am Klavier und zu 99% in Moll. Vielleicht berührt mich diese Version deshalb so stark, weil ich den Song vermutlich so gespielt hätte, wäre er mir in den Sinn gekommen.

An dieser Version stimmt alles. Chris Martin ist von Dur nach Moll gegangen und hat fast eine Akustikversion daraus gemacht. Sein Gesang ist schief und krumm und passt haargenau auf den Text des rebellischen Teenagers, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich zuhause auszuziehen. Sein Anschlag ist kraftvoll und zärtlich gleichzeitig und perfekt für diesen Song, diesen intimen Moment vor ausverkaufter Hollywood Bowl. Ich bin sicher, Adam Yauch hätte die Version seines Songs gut gefallen, von diesem käsigen Engländer, mit dem er ansonsten musikalisch so wenig gemeinsam zu haben schien, denn sie ist grundehrlich.

„We’re sending all our love to the Beastie Boys“ singt Martin, und ich schliesse mich leise an. Gute Reise, MCA. Alles Gute, Beasties.

Plan B sind wieder da!

Die älteren unter uns werden sich erinnern: Da gab es in den 80ern mal eine Berliner Kombo, die soliden Funrockpunk machte: Plan B. Mit dabei: Johnny Haeusler, heute Autor, Blogger, re:publica Kopf und nun mit fettem Gebläse zur Reunion am Start. Die nächsten bzw. ersten Konzerttermine der Wiederauferstehung stehen auch schon fest; am 6.6. im Hamburger Molotow und am 7.6. im Berliner Lido. Kommet zuhauf!

Kickstart für eine coole Hamburger Band namens SCHMITTEN!

Heute mach’ ich mal etwas Werbung für eine spannende Hamburger Band, die ihr neues Album zu einem Drittel crowdfunden will und deshalb auf Nordstarter ziemlich coole Dinge anbietet. Für 15 € gibt es eine von allen Bandmitglieder signierte CD und für vergleichsweise schlanke 100 € erscheint die Truppe sogar auf Eurem Balkon und spielt Euch eins!
Musikalisch ist das alles natürlich wie immer schwer zu beschreiben und genau deshalb einfach umwerfend. Los, los!

Ein Schluck klares, kaltes Wasser nach all dem Bier, der Mate und dem Schampus

Wie konnte ich ihn vergessen? In den 80ern habe ich seine Sachen rauf und runter gehört; die meisten seiner Alben von Freunden überspielt auf Cassetten, die bald ausgeleiert waren, sah ihn live und später im „Rockpalast“. Worker’s Playtime war dann meine erste, alternative Politrockfolkpunk-Doppel-LP, Heavy Vinyl, für damals stolze 35 DM. Nur daß Billy Bragg kein Rocker ist. Auch kein Folksänger. Punk vielleicht, aber eigentlich auch kein Punk. Oder doch gerade? Ich habe ihn irgendwann aus den Augen verloren, und anders als die anderen Hymnen seiner Zeit und seines Landes, z.B. von The Clash und The Jam, hatte ich „Waiting For The Great Leap Forward“, „New England“ oder „Rotting On Demand“  nicht mehr im Ohr und im Kopf. Der kalte Krieg war vorbei, Thatchers eiskaltes England wurde zu Cool Britannia und ein Held meiner Jugend verschwand irgendwo tief im Schrank neben den Doc Marten’s und den selbst gemalten Flugblättern gegen Brokdorf, Gorleben und den NATO-Doppelbeschluss.

Billy Bragg ist heute ein Klassiker, aber alles andere als von gestern. Seine Texte und Musik sind frischer denn je, er hat sie vielfach bei seinen Liveauftritten den aktuellen Verhältnissen angepasst. Er ist schwer aktiv im Netz, twittert, hat eine gut gefüllte Website und erst letzten Monat seinen neuen Song zum Murdoch Abhörskandal. „Don’t Buy The Sun“, als free download angeboten. Ich kann kaum glauben, daß über ein Vierteljahrhundert vergangen sind, seit ich seine Sachen zum ersten Mal hörte. Auf YouTube finden sich viele gute Aufnahmen, arbeitet Euch mal durch, es lohnt sich.

Qualitätsjournalismus, my arse. Heute: Zum Tode von Amy Winehouse

Die Sueddeutsche schreibt mit dem gebotenen Pathos:

„Für das zugehörige Album “Back to Black” erhielt sie fünf Grammys. Es landete in Großbritannien und Deutschland auf Platz eins der Charts. In den USA reichte es zu Platz zwei. Dort war vermutlich ein Gangsterrapper mit Drogendealer-Vergangenheit erfolgreicher. Amy Winehouse könnte zu seinen Kunden gehört haben. Zu seinen besten, womöglich.“

Quelle: „Der öffentliche Tod einer großen Stimme“, ein Nachruf von Michael König, 23.07.2011

Zwei Minuten Recherche auf der Billboard Website bringen zutage: Vor „Back to Black“ lag auf Platz 1 der Charts in der betreffenden Woche vom 1. März 2008 das Album von Singer-Surfer-Songwriter-Saubermann Jack Johnson, „Sleep Through The Static“.

Statt Drohungen:

Die BBC ist in UK gebührenfinanziert, ähnlich wie bei uns die ÖR Sender. Während hierzulande auf Abschreckung, Strafen, Moralkeule gesetzt wird, bedankt sich die BBC so bei ihren Gebührenzahlern.

(via)

Me ears are alight

Captain Jack ruft mich aufgeregt an, er hat auf YouTube ein misheard lyrics video mit Türkpop entdeckt und lacht sich schimmelig. Da kommt mir doch spontan dieser alte Klassiker wieder in den Sinn, Cannes Rolle Anno ’90.

Jetzt muss ich Captain Jack nur noch erklären, was eine Cassette ist.

Gewitterpause mit Déjà Vu

Ich bin sicher mal wieder spät dran und entdecke zuletzt diesen Milchbart, aber der Song lief vorhin über den Abspann des BMW PGA Championship streams bei Sky (Gewitter in Wentworth, das Spiel ist unterbrochen) und da mußte ich doch mal ratzfatz googeln, wer das ist. Das ist er:

Wer jetzt denkt „der hat ja noch Schale hinterm Ohr“ dem sei gesagt, der macht das schon länger und ziemlich erfolgreich. Aber blasse, rothaarige Knilche mit Gitarre und Herzschmerz… da war doch was? Genau: Paul McCrane in Fame (1980) mit dem Song „Is it OK if I call you mine“ (Video embedding leider nicht möglich). Er sang das selbst und war damals süße 18. Das nächste Mal sah ich ihn dann als den fiesen Chirurgen Dr. Romanow in ER. Nicht mehr süß und weitgehend ohne Haupthaar.

So, mal sehen ob’s in Wentworth heute noch mal weitergeht …

Warum sterben die großen Künstler alle so jung?

Das fragt Digital Music News:

Think about your favorite artists, the ones that have changed your life.  Now, think about how many of those artists died incredibly early deaths.  Kurt Cobain, Jim Morrison, Jimi Hendrix, Tupac Shakur, Notorious B.I.G…. even Mozart died in his 30s.  And, late yesterday, we learned that Nate Dogg passed away at 41, still ‘tender’ in the grand scheme of things.

Ähm, zum einen, weil der Großteil von ihnen so dumm war, sich mit Drogen vollzupumpen und sich direkt oder indirekt umzubringen. Genialität auf einem Gebiet, wie z.B. der Musik, hat ganz offensichtlich null mit Intelligenz zu tun und „too much of a good thing can be wonderful“ (Mae West), aber muß deswegen nicht zwingend gesund sein. Zu Mozarts Zeiten war außerdem ein Tod mit Mitte Dreissig nichts wirklich Ungewöhliches; die Lebenserwartung lag im 18. Jahrhundert deutlich niedriger als heute und Pocken, Pest und Cholera waren auch noch nicht ausgestorben bzw. impfbar.

Zum anderen fallen mir eine Menge großer Künstler ein, die ziemlich alt geworden sind, ganz besonders im Jazz und Blues, aber auch in der Malerei. Um die wird halt nur nicht so ein Bohei veranstaltet wie um die jungen Wilden.

Meine favourite Artists erfreuen sich jedenfalls allesamt noch blendender Gesundheit und bleiben uns hoffentlich noch viele Jahre erhalten.

iTunes Stöckchen, Neuauflage

  • Veröffentlicht am 24th November 2010,
  • veröffentlicht von
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Vor Ewigkeiten hatte ich hier mal ein iTunes Stöckchen am Start. Letztens kamen ein paar Besucher auf meine Seite und suchten danach. Der alte Artikel ist lange im Datennirvana verschwunden, aber wäre sowieso nicht mehr aktuell. Hier ein Update (ja, mir war gerade langweilig):

Statistik

7106 Objekte (davon allerdings 17 Filme, 168 TV-Serienfolgen und 104 Podcastfolgen sowie 3 Musikvideoclips)
20,9 Tage (ich glaube, die beziehen sich nur auf die Musik, nicht auf alle Objekte. Geht eigentlich nicht anders.)
44,21 GB

Kürzester und längster Track (ohne Hörbücher)

And all the pieces matter aus dem Soundtrack zu The Wire (0:08)
Woodstock Boogie Canned Heat (28:32)

Wenigsten und meisten Titel pro Genre

Nur je einen Titel habe ich von diesen Genres:

– Weltmusik:  The Minstrel Boy (Joe Strummer)
– Schlager: Melodie einer Nacht (Esther & Abi Ofarim)
– Reggae: Redemption Song (Bob Marley)

Die meisten Titel sind in diese Genres eingeordnet:

– Rock: (1530, inkl. den verwandten Genres Bluesrock, Folkrock, etc.)
– Jazz (922, davon allein schon 200 Mal Ella Fitzgerald und 180 Titel von Herbie Hancock)
– Filmmusik (735)
– Blues (nur 593, da hätte ich eigentlich mehr vermutet. Hm, sicher hat sich da Einiges auf Rock und Jazz aufgeteilt.)
– Rap und HipHop (453 Titel, davon überwiegend old school wie Dr. Dre, NWA, Ice-T, dazu etwas Blumentopf, der Rest ist hauptsächlich französischer HipHop, z.B. I AM mit Indepedenza.)

Erster und letzter Track (Titelname)

Abduction, Clint Eastwood, vom Mystic River Soundtrack
55555, Jazzkantine

Erster und letzter Track (Hinzugefügt)

Lover, You Should Have Come Over (Jeff Buckley, Live at Sin-É)
Save My Love (Bruce Springsteen)

Erster und letzter Interpret

– A.A.B.B. (mit Pick Up The Pieces von der Pulp Fusion 6 – Magnum Compilation)
– 50 Cent (mit In Da Club)

Erstes und letztes Album (Titel)

Abbey Road von den Beatles
90125 von Yes (Und ja, das 90125 Live Album hab’ ich auch, komplett mit dieser genialen Version von Changes (OK, das Video ist daneben, aber der Song ist toll, ja.))

Die fünf meistgespielten Tracks
(Unschwer zu erkennen, alle von meiner Lieblingsplaylist)

– 283 Mal: Sunset And The Mockingbird von Tommy Flanagan / Vom A Great Night In Harlem Konzertmitschnitt, soweiso ein super Album
– 283 Mal: Seven Year Itch von Abby Ahmad (Aus Gründen.)
– 272 Mal: Do You Feel Me von Anthony Hamilton / American Gangster Soundtrack
– 269 Mal: While My Guitar Gently Weeps von den Beatles / White Album (hier allerdings in der Livefassung mit dem berühmten Prince Gitarrensolo)
– 263 Mal: A Felicidade von Bob Brookmeyer (Einfach nur entspannt.)

Fünf Songs im Partyshuffle

Dieses Feature hab’ ich noch nie benutzt. Ich hasse Überraschungen. Darum höre ich auch kein Radio.

Suche nach folgenden Begriffen – wieviele Songs tauchen als Ergebnis auf?

Sex: 17 (davon zwei jeweils doppelt: Sex Type o’ Thing von den Stone Temple Pilots und Sexy Sadie von den Beatles, allerdings in verschiedenen Versionen)
Death: 11 (davon allein sechs Versionen von Son Houses Death Letter, von fünf verschiedenen Interpreten)
Love: 342 (Angeführt von Ella Fitzgerald Titeln)
You: 762
Home: 80
Boy: 94 (Die Beach Boys und die Beastie Boys vor allem)
Girl: 66

…und das alles zusammen ist nur ein Bruchteil dessen, was noch auf Vinyl, CD und MC bei mir schlummert. :-)

Aftermath

Aftermath

Music City war eine riesige Musikalienhandlung am Eingang zur Reeperbahn. Gegenüber war das Millerntor-Hochhaus, das 1995 gesprengt werden sollte, nebenan war ein Chinarestaurant (bei dem angeblich die Ratten sowohl unter den Tischen als auch in den Töpfen Platz fanden), obendrüber ein Bowlingcenter. Music City bestand fast ausschließlich aus Schaufenstern, die bis zum Boden reichten und den Blick auf Legionen von Gitarren feilbot. In den Schaukästen vor dem Eingang drehten sich stolz Gretsch Schlagzeuge und Selmer Saxofone. Wenn meine Mutter mit mir in die Stadt fuhr und wir an der Kreuzung anhalten mussten, verdrehte ich mir jedes Mal den Hals um einen Blick auf dieses Paradies zu erhaschen. Aber ich betrat niemals den Laden. Ich hatte zwar schon seit einem Jahr eine Gitarre, eine klassische Alhambra, auf der meine angestrengten Bemühungen, Get Off Of My Cloud zu spielen irgendwie nicht so recht fruchten wollten, aber ich hatte noch keinen Führerschein zu jener Zeit. Und fünfzehnjährig mit dem 36er allein in die Stadt zu fahren und auf dem Kiez auszusteigen, einfach so ins Paradies hineinzuspazieren erschien mir doch zu gewagt als artiges Hamburger West End Girl. Das war 1983. (mehr…)

Ohrwurm des Tages

Ich halte mich sonst ziemlich zurück mit dem Einbetten von urheberrechtlich geschützten Sachen, aber das hier stammt original vom offiziellen Warner Music YouTube Kanal, embedding war enabled, also denke ich mal das ist okay:

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(Ich denke mal „been there, done that“ trifft es ganz gut.)

Mad Men … mal anders

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Das Mad Men Fieber hat ja jetzt wohl trotz der obergruseligen und wirklich peinlichen Plakatkampagne des ZDF Spartensenders Neo langsam auch den Rest Deutschlands erreicht. Während ich ungeduldig auf das Finale der 4. Staffel am kommenden Sonntag warte, gucke ich mir mal dieses wirklich schön gemachte Video an.

Kostenloser Download: The Social Network Soundtrack

Der Film The Social Network basiert recht unverhohlen auf der Geschichte von Mark Zuckerberg und der Entstehung von Facebook. Den Soundtrack dazu hat Trent Reznor (Nine Inch Nails) in Zusammenarbeit mit seinem alten Kollaborateur Atticus Ross auf die Beine gestellt. Fünf Tracks davon gibt es es jetzt im Austausch gegen eine valide E-Mailadresse zum kostenlosen Download: Klick!

NIN macht nicht die Art Musik auf die ich kann, wie man so sagt. Das eine oder andere Stück hat sich zwar über die Jahre in meiner digitalen Musikbibliothek gehalten (z.B. sieben verschiedene Versionen von Closer), aber generell ist mir das meist zu wenig Musik und zuviel Klang. Das wiederum klingt natürlich prädestiniert für einen Soundtrack bzw. Score, und so habe ich mich erwartungsvoll hingesetzt und die Lauscher aufgemacht, obwohl ich den Film noch nicht gesehen habe.

Daß es düster werden würde, war mir schon klar: Trent Reznor steht nicht gerade für Shiny Happy People Musik und ist meiner Meinung nach so etwas wie David Fincher (Se7en, The Game, Zodiac) für die Ohren. Aber das passt natürlich wie Faust aufs Gretchen, denn Fincher ist der Regisseur von The Social Network. Die Tracks sind dann auch ruhig-hypnotisch, leicht unheimlich und eher von der beunruhigenden Art. Am gefälligsten ist da noch On We March, das mir als ideale Untermalung eines unfreiwilligen Zahnarztbesuchs nachts um drei bei einem unbekannten Menschen vorkam, der einen Bohrer in der Hand hält. Und das wiederum beruhigt mich sehr im Hinblick auf den Film, dessen drei Teaser/Trailer ja bislang eher von der belanglosen Art waren.

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen

Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen

Meine Begleitung war erkrankt und ich saß auf einer überzähligen Konzertkarte. Der Plan sah folgendermaßen aus: Mit dem Auto ins Dorf zum 3 km entfernten Bahnhof fahren, es dort bis zur spätabendlichen Rückkehr stehen zu lassen und mit dem Zug nach Montreux fahren, dort der Masse nachlaufen bis zur Konzerthalle, hoffentlich das überzählige Ticket noch loszuwerden und abends dann alles wieder retour.

Der Plan scheiterte an einer unerwarteten Baustelle und dazugehöriger Straßensperrung, die mich eine zehnminütige Umleitung zum Bahnhof entlanglotste, durch mir unbekanntes Terrain. Ich kenne das Layout des Dorfs zwar inzwischen grob, aber natürlich nicht die Nebenstraßen und eventuelle Abkürzungen. Als ich auf dem Bahnhof auf den Parkplatz fuhr, sah in den Zug nach Montreux abfahren. Also fuhr ich in nicht besonders gesittetem Tempo zum nächsten Halt, um den Zug vielleicht dort noch zu erwischen. Die Seestraße war verstopf mit Feierabendfahrern, und ich sah zu meiner Linken den Zug gleichauf liegen. Das Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten wir uns bis Nyon, dann mußte ich mir eingestehen, daß ich es nicht mehr schaffen würde. Das Spielchen bis Lausanne zu wiederholen wäre Quatsch gewesen, da ich um das noch zu schaffen auf die Autobahn hätte wechseln müssen, was mich ebenfalls wertvolle Zeit gekostet hätte. Außerdem hätte ich in Lausanne binnen einer Minute den Bahnhof und einen passenden, legalen Parkplatz finden müssen – eher unrealistisch. Der nächste Zug wäre jedoch zu spät gewesen um es noch rechtzeitig zu Konzertbeginn zu schaffen.

Ich könnte mich in den Allerwertesten beißen, hatte ich mich schließlich nicht an meine übliche Maxime „wer nicht fünf Minuten vor dem vereinbarten Termin da ist, ist zu spät“ gehalten, die mir als Kind einer Fliegerfamilie („geb. Lufthansa“) eigentlich in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Na gut, dann eben nächstes Jahr.

Now playing: „You’ll know when you get there“ (Herbie Hancock)

We all came down to Montreux…

Ich werde keine Aufnahmen mit dem Mobile machen, ich werde nicht einmal Deep Purple sehen, aber ein mindestens so interessantes Lineup: Quincy Jones and the Global Gumbo All Stars (feat. Richard Bona, Lionel Loueke, Paulinho da Costa, Alfredo Rodriguez, Francisco Mela) sowie Herbie Hancock – The Imagine Project (mit Vinnie Colaiuta, Tal Wilkenfeld, Lionel Loueke, Greg Phillinganes). Und ich werden natürlich berichten – nächste Woche.

…on the lake Geneva shoreline

Hach!

Immer dieselbe Leier

Aber die wirtschaftliche Realität sieht so aus, dass der Verkauf einer digitalen, autonomen Einheit (unabhängig des Inhalts) in der Regel schlicht kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr ist.

Das ist eine Realität, die die Industrie noch erkennen muss, um entsprechende Strukturen zu schaffen. Dann wird es auch zukünftig schöne neue Musik geben.

(Quelle: neunetz.com)

Wie diese Strukturen aussehen sollen, weiß offensichtlich niemand, weder die Musikindustrie noch der Autor, in seiner Replik auf Sascha Lobos schönen Eintrag hier. Aber er ist sich sicher, daß es durch diese geheimnisvollen Strukturen zukünftig schöne neue Musik geben wird. Aha.

Sorry, aber das ist Quark. Man kann es reißerisch Diebstahl nennen oder beschönigend Umverteilung, aber Fakt ist: Durch filesharing werden Künstler und Rechteverwerter um den Lohn ihrer Arbeit gebracht. Wobei die Künstler in der Regel den Löwenanteil der Arbeit haben und die Rechteverwerter den Löwenanteil der weggebrochenen Gewinne, klar. Für viele Künstler macht es kaum einen Unterschied, sie haben auch vorher meist nur einen Hungerlohn gesehen. Aber 100% von Null ist immer noch weniger als 1% von einem Euro oder sogar einem Cent.

Das Mitleid mit den Labels hält sich bei mir in Grenzen, auch wenn ihre Arbeit dann doch nicht nur aus Handaufhalten besteht, wie ja gerne und oft von Menschen propagiert wird, die selbst ausschließlich filesharing betreiben und somit die Könige im Handaufhalten sind. Und komisch, es läuft ja nur noch Chartscheiße und in den Kinos gibt es nur noch seelenlosen 3D Müll für den man natürlich kein Geld ausgeben darf. Aber genau dieser verwerfliche Mainstreamdreck ist immer auch in den Filesharingcharts ganz oben, wie kommt das? Wenn ich etwas schlecht finde und boykottiere, dann wird es doch nicht plötzlich interessanter, nur weil es für lau zu haben ist? Ich sehe eine Parallele zu den berüchtigten Tütenabgreifern auf jeder beliebigen Messe: Man sackt Tüten, Kulis, Werbegummibärchensamples und Hochglanzbroschüren von Firmen ein, die  bzw. deren Produkte einen Null interessieren. Nur weil das Zeug eben da so herumliegt und verteilt wird. Zuhause fliegt der ganze Schmadder dann unmittelbar ins Altpapier. War ja kostenlos. Und die Firma soll sich doch freuen, sind sie ihre Prospekte doch losgeworden! Der Künstler soll doch froh sein, wenigstens wird seine Musik gehört. Hey, ich helfe ihm dabei, berühmt zu werden!

„Talking Semantics“ sagt man dazu, wenn Haare über Begrifflichkeiten gespalten werden. Natürlich sind die Worte „Raubkopie“ oder „Diebstahl“ für das illegale weil unautorisierte Herunterladen und Weiterverbreiten von Musik, Software, Büchern oder Filmen rein logisch betrachtet Quatsch, genau wie „Piraterie“ null mit Romantik zu tun hat sondern schnödes „du hast’s, ich will’s haben, und gibst du’s nicht freiwillig, so nehm’ ich’s mir eben so bzw. mit Gewalt“ umschreibt.

Noch mehr musikalische Hilfe für Haiti

Der lauwarme Aufguss der Ansammlung heutiger “Stars” von We Are The World neulich hatte wirklich nur ein Gutes: Es war für einen guten Zweck. Ansonsten sollte man wirklich den Mantel des Schweigens darüber bereiten. Aber es geht auch besser: Das irische Urgestein Shawn McGowan hat seine Freunde, darunter Nick Cave, Chrissi Hyndes und Johnny Depp ins Studio gebeten für eine Alternative zu dem peinlichen Gejodel der Amis:

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Hier käuflich zu erwerben.

Geht doch! Meinetwegen können die gleich im Studio bleiben und noch einen Song für Chile hintendranhängen.

We Are The World… again?

Bei MC Winkel fand ich das neue Video zur Haiti-Auflage von We Are The World.

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Damals bei Band Aid habe ich noch daran gegalubt, daß die Aktion wirklich etwas bringen könnte. Und zwar beim eigentlichen spontanen get-together der (UK)-Pop-Titanen der damaligen Zeit, “Do They Know It’s Christmas”. Sehr lesenswert übrigens die Autobiografie von Sir Bob Geldof, wo er genau das Dilemma beschreibt, das in Winkelsens Kommentarecke auch schon angesprochen wurde. Er selbst (und seine Band, die Boomtown Rats) war zu jener Zeit de facto tot und vergessen und die Charts gehörten Duran Duran, Spandau Ballet, Kajagoogoo und Konsorten. Aber Geldof war auch klar, daß es nicht darum ging, wer hier künstlerisch wertvolle Musik machte sondern wer die meisten Platten verkaufte und damit wahrscheinlich auch die meisten Leute bewegen konnte, zu spenden. Und Live Aid war ein halbes Jahr später deshalb so aufregend, weil es das erste Konzert seiner Art war, weltweit über Satellit übertragen und wir haben damals wirklich alle geglaubt, es würde etwas bewegen und nutzen. Funny ol’ world, innit?

Als die Amis dann etwas später mit ihrer eigenen Nummer USA for Africa und “We are the World” nachzogen, wurde dieser Gedanke natürlich beibehalten. Im damaligen Lineup finden sich zwischen den Giganten des Showbiz wie Michael Jackson, Bruce Springsteen oder Bob Dylan auch eine Menge musikalischer Eintagsfliegen, die aber eben eine Menge Platten verkauften zu ihrer damals besten Zeit. Und es ging ja auch nur ums Verkaufen dieser Platte, damit der Hilfszweck erfüllt werden konnte. Radiomoderatoren haben einem in den Song gequatscht, damit niemand den Song auf Cassette mitschnitt, oder wenigstens dann hinterher ein schlechtes Gewissen hatte… man sollte die Platte kaufen und spenden. Das ist natürlich heute nicht mehr machbar – wer den Song für lau will, streamt ihn sich und schneidet halt mit.

Ich finde die neue Version rein musikalisch nicht besonders gelungen und fände es besser, wenn sie einen neuen Song aufgenommen hätten. Michael Jackson hätten sie auch weglassen können, die ganzen Rapper können nicht singen und sollten dann auch keine Stimmenverfremder benutzen, das ist nur peinlich. Bob Dylan kann auch nicht singen, aber ich bezweifele, daß jemandem bei Lil’ Waynes Auftritt ähnliche Schauer den Rücken hinuntergelaufen sind wie mir damals, als Dylan seine Zeilen krächzte. (Oder wenigstens aus denselben Gründen…) Enrique Iglesias finde ich insofern nicht schlimmer oder besser als die anderen; wirklich singen können die allerwenigsten (Celine kann man mögen oder nicht, aber sie hat wenigstens Stimme und verkauft Platten) und echte Präsenz hat auch kaum jemand der Beteiligten.

Die Star-Dichte und -Qualität war vor 25 Jahren um Klassen höher muß ich sagen, und schön war auch, daß es wirklich quer durch alle Genres ging: es zählte nur, ob jemand erfolgreich Platten verkaufte. So fanden sich Folksinger wie Paul Simon neben Rockstars wie Tina Turner, Soul-Legende Diana Ross neben Pop-Sternchen Cindi Lauper oder Country-Sänger wie Willie Nelson neben Stadionrockern wie Steve Perry von Journey wieder. Das vermisse ich in der neuen Fassung etwas; allerdings muß ich auch gestehen daß ich kaum noch aktuelle Musik höre, kein TV sehe und daher wahrscheinlich nur sehr wenige Musiker überhaupt erkannt habe, womit ich sicher nicht alleine bin. Und natürlich ist es heute schon schwieriger, Millionen Platten zu verkaufen und seinen Ruhm länger als die berühmte Viertelstunde aufrechtzuerhalten. Insofern ist das neue Projekt eine interessante Momentaufnahme.

Musik, zwo, drei, vier… Der Audiomagnet “Best Unsigned Band Contest”

  • Veröffentlicht am 25th November 2009,
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Disclosure: Ich bin externe Beraterin von Audiomagnet zum Thema Online Marketing. Nichtsdestotrotz bin ich auch Hobbymusikerin und begeistert von der Idee dieses Start-Ups.

Auf audiomagnet.com läuft inzwischen in der vierten Woche ein ziemlich genialer Bandcontest. Gesucht wird die “Best Unsigned Band”, also per se erst mal nix wirklich Neues. Aber der Clou hier ist: gemessen wird die Band an ihren eigenen Vermarktungsmaßnahmen.Und zu gewinnen gibt es ein Promtionpaket im Wert von – festhalten! – 10.000 Euro. In Worten: zehn.tausend.Flocken.

Geil.

Was genau dafür erwartet wird, steht hier en détail. Haupsächlich sollte jeder Musiker auf der Plattform seine Fans mobilisieren und die vielen zur Verfügung stehenden Tools gewinnbringend einsetzen. Also anmelden und los – die erste Phase geht noch bis zum 13. Januar 2010. Der Einsatz beträgt Null Euro, aber jede Menge Einsatz. Hier der musikalische Zwischenstand nach vier Wochen:

Audiomagnet ist eine Plattform für Musiker, die noch keinen Plattenvertrag haben (oder grundsätzlich unabhängig in Eigenregie veröffentlichen wollen) und bietet ein rundum-sorglos-selfpromotion-Paket an, damit sich die Künstler verstärkt dem widmen können, was sie am besten und liebsten machen: Musik. Das Genre spielt keine Rolle. Wer dort seine Songs oder Alben bereitstellt entscheidet selbst über den Preis seiner Werke, und ob die Fans sie nur runterladen oder auch als CD-on-demand bestellen können. Wenn der Künstler es will, gibt’s sein Werk dann auch auf iTunes, bei Napster, Musicload oder Amazon sowie rund 300 weiteren “üblichen Verdächtigen” Plattformen. Der Künstler sagt an, ob es im Audiomagnet-Player nur snippets oder den ganzen Stream zu hören geben soll. Der Player ist übrigens widgetfähig und kann so direkt auf Fanseiten etc. eingebunden werden. Der Künstler kann auf der Plattform mit seinen Fans in direkten Kontakt treten wenn er will, seine Konzerttermine bekanntgeben oder seine Merchandise-Artikel vertreiben. Mit einem Wort: Der Künstler hat die volle Kontrolle über seine Rechte und sein Werk und Audiomagnet nimmt ihm für ziemlich kleines Geld (verschiedene Accountmodelle von 0-ca. 250 €/Jahr) eine Menge lästiger Arbeit ab – übrigens auch die GEMA-Abwicklung, die, nach allem was man so hört, ja auch ein Quell endloser Freude sein soll und fast so schön, wie sich ein Loch ins Knie zu bohren und Tabasco reinzuträufeln.

Wenn ich da an meine eigenen Bandzeiten in den guten, alten 80ern zurückdenke, wo man stolze 1.000 DM für einen Karton mit 500 Demo-Cassetten hinlegen durfte (die dann unterm Bett verstaubten und von denen garantiert noch mindestens drei irgendwo in meinem Keller herumliegen, also, Cassetten, nicht Kartons), so hätten wir uns damals sehr einen Service wie diesen gewünscht. Inzwischen überlege ich mir, ob unser größter Hit “8-8-0″, benannt nach den ersten Ziffern der Telefonnummer der – vergebens – Angebeteten unseres Sängers, nicht neu aufgenommen und genau dort an den Mann gebracht werden sollte…  frei nach dem Motto: “Wir bringen die Band wieder zusammen!” – “Die Band?” – “Die Band!”

Jungs, meldet Euch!

Läuft doch!

  • Veröffentlicht am 9th September 2009,
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Seitdem feststeht daß 42 die Antwort ist, beschäftige ich mich mit der Suche nach der dazugehörigen Frage. Die Kandidaten “Wieviele Lakritzschnecken kann ich wohl an einem Tag essen bevor mir schlecht wird?”, “Wieviele Schläge brauche ich im Schnitt auf unseren zweiten neun Loch?” und “Wie oft muß man in Ottensen Abends um den Block fahren, bevor man einen Parkplatz direkt vor der Haustür findet?” habe ich schon erfolgreich abgehakt.

Neu auf meinem Zettel: “Wie lange kann ich am Stück rennen, ohne daß mich der Rettungswagen abholen muß?” Ja, richtig gelesen: Trotz  aller innerer Widerstände, jahrzehntelanger Abwehr und obwohl ich mich nach wie vor wie ein Volltrottel fühle, habe ich begonnen zu dauerlaufen. Joggen. Rennen. Und mir fallen auch spontan mindestens drei Leute ein, die nicht ganz zu Unrecht vor Lachen vom Stuhl fallen wenn sie das hier lesen. Aber was soll’s?

Da mit Musik ja bekanntlich alles besser geht, laufe ich verkabelt und im Takt. Den richtigen Mix zusammenzustellen war gar nicht so einfach und hat einige Zeit gedauert. Nach ein paar Fehlversuchen bin ich jetzt bei folgendem hängengeblieben:

Gorillaz – Feel Good, Inc
Wie ich mittlerweile gehört habe, ein Klassiker des modernen Läufersoundtracks. Egal, das Stück funktioniert, und auch wenn mich solche “Musik” normalerweise verrückt macht und zu Tode nervt: fürs Laufen ist sie aus unerfindlichen Gründen genau richtig.

Medeski, Martin & Wood – Shine It
“Was auf dem Longboard funktioniert, kann zu Fuß nicht soo falsch sein” dachte ich mir. Richtig.

Atjazz – The Messup (Sorry, habe keinen Youtube Link gefunden, aber hier könnt Ihr kurz reinhören)
Easy listening bei hartem Geschnaufe. Passt.

Beastie Boys – In 3′s
Hier nicht aus dem Takt zu kommen ist gar nicht so einfach, die Stolperfallen sind eingebaut. Aber das Stück pusht schön nach vorne.

Depeche Mode – It’s No Good
Dies ist in meinen Ohren ihr bestes Stück (ich nutze allerdings die Studiofassung) und es passt perfekt für eine etwas ruhigere Laufphase.

Stevie Ray Vaughn – Superstition
Ein echter 80′s Track (ursprünglich natürlich ein echter 70′s Track von Stevie Wonder), bei dem ich mich gleich wieder wie 20 fühle, auch wenn meine Knochen mir spätestens jetzt etwas anderes erzählen.

Pink Floyd – Another Brick In The Wall (Pt. 2) (hier eine andere Liveversion; meine ist vom Delicate Sound Of Thunder Album)
Zähne zusammenbeißen, Augen zu und durch, und zur Belohnung gibt’s Gilmours grandioses Gitarrensolo. Und während ich so um den Stadtpark keuche, erinnere ich mich an diesen Sommertag vor ziemlich genau zwanzig Jahren, als Pink Floyd an eben dieser Stelle das Haus rockten und mir eines der besten Konzerterlebnisse meines Lebens bescherten.

Genesis – Home By The Sea und Second Home By The Sea
Ich weiß nicht – ist Genesis jetzt schon wieder ok, oder noch immer peinlich? Mir egal, diese zwei ineinander übergehenden Stücke von ihrem 1983er Album bringen mich im lockeren Trab nach Hause und kühlen schön ab.

Und alles zusammen dauert ca. 42 Minuten. :-)

Wer weitere gute Tips für Laufmusik hat, immer her damit!

Get Off The Stage

  • Veröffentlicht am 12th August 2009,
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Morisseys Boykottaufruf, wie er auf der Rolling Stone Seite steht:
Morrissey möchte klar stellen, dass er weder von der Plattenfirma, noch dem Vertrieb über die geplanten Box Sets von Morrissey-Singles informiert wurde. Er hält nichts von derartigen Releases und bittet hiermit darum, sie zu ignorieren. Morrissey bekommt keine Tantiemen für die Veröffentlichungen des Back-Katalogs und hat auch seit 1992 keine mehr erhalten”, heißt es in einem Statement von Morrissey auf einer Fanseite, an die der Sänger sich regelmäßig wendet.

Hm. Für mich liest sich das so, als habe Morissey Anno Dunnemals für sein Label die betreffenden Songs produziert und der Plattenfirma die unbegrenzten Nutzungsrechte gegen einmaliges Entgelt abgetreten. Und nun macht die Plattenfirma von diesen Rechten Gebrauch und wirft eine Compilation auf den Markt, für die der Künstler keinen weiteren Cent mehr sieht und die ihn wohl auch qualitativ nicht überzeugt. Das ist natürlich nur Spekulation meinerseits, denn die oben verlinkte Nachricht ist nicht gerade gehaltvoll an harten Fakten. Aber im Musikbusiness gibt es eine Reihe ähnlicher Beispiele, bei denen Künstler sich von ihren Plattenfirmen ausgebeutet fühlen. Ich schreibe “fühlen”, denn: Niemand zwingt einen Künstler, seine Nutzungsrechte so umfassend herzugeben und solche Verträge zu unterschreiben – außer natürlich der berühmte “ich war jung und brauchte das Geld”-Zwang. Man kann das moralisch verwerflich finden (und wie’s aussieht, ist das ja eines der Kernargumente der Piratenpartei), aber es ist juristisch ziemlich eindeutig. Immerhin: es passt zu einem Mann, der seine Karriere auf weinerlich geschmalzten seichten Popsongs aufgebaut hat. Ich für meinen Teil finde es mindestens genauso moralisch verwerflich um nicht zu sagen jämmerlich, nach einem Deal unter Erwachsenen anschließend herumzulamentieren ich sei über den Tisch gezogen worden, aber mit dieser Einstellung stehe ich allein auf weiter Flur, schon klar.

Da ich die obige Erklärung also unvollständig und wenig informativ finde, habe ich mich auf die Suche nach der Originalmitteilung begeben.
Auf der offiziellen Website www.itsmorrisseysworld.com a.k.a. Morisseymusic.com findet sich auf der Startseite im Newsbereich keinerlei Nachricht zum Thema, nur Tourdaten etc.
Auf der offenbar wichtigsten Fanwebsite www.morrissey-solo.com steht:

Morrissey would like it to be known that he has not been consulted by EMI/HMV/Parlophone with regards to two forthcoming boxed sets of Morrissey singles. Morrissey does not approve such releases and would ask people not to bother buying them. Morrissey receives no royalty payments from EMI for any back catalogue, and has not received a royalty from EMI since 1992. Morrissey also does not approve of, and was not consulted on, the Rhino box of Smiths CDs, or the Warner releases of Smiths LPs on 180 gramme vinyl. Morrissey last received a royalty payment from Warners ten years ago, and, once again, he would ask people not to bother buying the reissued LPs or CDs.

Die angegebene Quelle ist true-to-you.net, eine weitere Fanseite, “dedicated to Morrissey. In celebration of this great artist, True To You publishes news and information relating to Morrissey and his work; details about his albums, singles, and videos; experiences and pictures from his concerts and other events; tribute polls and poll results; and other features, articles, poems, photographs, drawings, and comments reflecting respect and appreciation for him.”

Hm. Mein Eindruck scheint sich bestätigen – es geht Morissey in erster Linie ums Geld und außerdem ums nicht-gefragt-worden-sein. Allerdings wird nirgends etwas darüber gesagt, ob er eine entsprechende Klage gegen das Label anstrengen wird. Eigentlich hätte ich genau das aber erwartet, wenn ein Künstler aufgrund von Differenzen mit seiem Label zum Boykott der eigenen Werke aufruft und sich im Recht fühlt.

Schräg auch folgendes Statement mit Datum vom 30. Juni auf besagter Tue To You Fanseite:

I would like to stress that I have nothing whatsoever to do with Twitter, myspace, Facebook, or Flickr, and anyone or any site claiming to be expressing my views or my identity is/are bogus.

Die Morissey-MySpace Seite sieht dank der Gewandung im Layout seines neuen Albums allerdings sehr nach offizieller Begleitseite der offiziellen Website aus. Und auf der heißt es mit Datum vom 25. Juni 2009 im Newsbereich:

You can now follow Morrissey on Twitter for all the latest news and announcements. You can find his profile at twitter.com/itsmorrissey.

Aha.

You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination

  • Veröffentlicht am 26th Juni 2009,
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Gleich drei Ikonen meiner Kindheit und Jugend aus den 70ern/80ern haben in letzter Zeit ins Gras gebissen: David Carradine, Farrah Fawcett und Michael Jackson. Irgendwie surreal, und Anlaß zu ein paar Erinnerungen.

“Es ist Zeit, uns zu verlassen.”

Mitte der 70er gab es im Nachmittagsprogramm am Wochenende eine Sendung, auf die ich mich die ganze Woche freute: Kung Fu, eine Serie über einen Shaolin-Mönch im Wilden Westen. Die Szene im Vorspann, wenn er zur Abschlußprüfung im Kloster diese Drachen auf den Puls gebrannt bekam, das war die Härte. Kwai Chang Caine hieß der Held, und wir spielten seine Abenteuer auf der Straße nach. Die Serie war schamloseste Exploitation des grassierenden Kung-Fu-Karate-Fiebers, das Bruce Lee mit Enter The Dragon losgetreten hatte. Tatsächlich sollte Lee die Rolle ursprünglich spielen, aber sein chinesischer Akzent war zu stark für die Produzentenohren, und so bekam eine Langnase den Zuschlag – David Carradine. Zwischen 1975 und 2003, also Tarantino ihn für seine Schlachtplatte Kill Bill aus der Mottenkiste zog, hörte und sah man eigentlich nicht wirklich mehr etwas von Carradine. Vor zwei Wochen starb er in einem Hotelzimmer in Bangkok.

“Guten Morgen, Engel!”

Farrah Fawcett war die Blonde aus “3 Engel für Charlie”, deren traumhaft geföntes blondes Haar jedes Mädchen der 70er gerne gehabt hätte. Also, jedes außer mir, versteht sich. Ich durfte die Serie damals nicht sehen, sie lief glaube ich erst abends, aber Farrah war das Schönheitsideal in der 5. Klasse meiner hessischen Kleinstadtschule. Irgendwann später heiratete sie den “Colt für alle Fälle” und die beiden bildeten damit wohl das Fernseh-Traumpaar der 80er. Aber so wirklich bewußt wahrgenommen habe ich Farrah Fawcett-Majors erst in Extremities – einem recht umstrittenen Thriller, dessen Hauptrolle ihr einen Golden Globe einbrachte. Farrah Fawcett starb gestern an Krebs.

“You Close Your Eyes And Hope That This Is Just Imagination”

“Heute Abend kommt das Thriller Video in Formel 1!” Meine große Cousine war sehr aufgeregt. “Ich nehme es auf Video auf!” Mein Onkel und meine Tante hatten nämlich 1983 einen Videorekorder, oh Wunder der Technik. Unvergessen der Abend, als mein Onkel, großer Liebhaber von Science Fiction, sich für den Einweihungsabend mit Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum auslieh und die ganze Familie fassungslos eine gefühlte Stunde lang den Affen dabei zusah, wie sie um den Monolithen hüpften, untermalt von gemurmelten Flüchen meines Onkels, was der Depp in der Videothek ihm da denn für einen Scheiß angedreht habe. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich konnte mit Michael Jackson nicht sehr viel anfangen; der Steppke mit der Quäkstimme, der im Radio sehr gelegentlich noch ABC piepsen durfte, machte nicht die Sorte Musik, die ich zu jener Zeit gern hörte. In sofern war ich doch eher unterwältigt, wie man so schön sagt. Ich war wohl die einzige in meiner Klasse, die das Thriller-Album nicht besaß und auch keinerlei Interesse daran hatte. Aber natürlich sah ich mir mit meiner Cousine am nächsten Tag das Video an. Danach fand ich Michael Jackson nicht mehr ganz so beknackt. Ich hasse bekanntlich Horrorfilme und hatte zwar Landis’ American Werewolf gesehen (und fast einen Herzinfarkt bekommen, als der Typ im Krankenhaus…, na, Ihr wisst schon). Aber dieses Videodingsda, das war schon irgendwie anders. Das war Kunst. Mir war klar, ich hatte etwas Großes gesehen.

Jahre später war ich mit meinem Herzbuben im Autokino, um Moonwalker zu sehen. OK, nicht nur um Moonwalker zu sehen. OK, OK, nicht um Moonwalker zu sehen. Ihr versteht. Der Film war nun wirklich keine große Kunst, das darf ich wohl hier sagen, auch wenn ich ihn nicht mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit bedacht hatte. Ich fragte mich flüchtig, wer wohl für den Mist das Geld gegeben hatte. Wieder ein paar Jahre später kam der Hype nach Hamburg: Im Volksparkstadion fand das Konzert des Jahres 1992 statt; meine Kollegen waren schier aus dem jeweiligen Häuschen. Ich ging mit hin, reichlich lustlos, und dann sprang der Funke über: Dieser Mann, nein, dieses Wesen da oben auf der Bühne bewegte sich so unglaublich anders, so wunderbar, so außerirdisch, das war einfach fabelhaft mitanzusehen. Ich war begeistert – nicht von seiner Musik (mehr so lala), definitiv nicht von dem ganzen Hype (nervig), aber von seinen Bewegungen, seinem Tanz. Umwerfend.

Die darauf folgenden immer bizarreren Berichte über seine OPs, seine Hochzeit(en), seine Prozesse etc. interessierten mich so wenig wie seine neuen Alben, die wohl selbst bei den verbliebenen Fans sämtlichst sang- und klanglos untergingen. Diesen Sommer wollte er sein Comeback starten; die Show(s) in London waren binnen kurzem ausverkauft. Michael Jackson starb vergangene Nacht in L.A.