11 Fragen zum Reisen

Charis vom Wohlgeraten-Blog (dem Blog zum schönen Shop mit schönem und praktischen Gedöns aus den Bergen, wie z.B. dem tollen Knickerbockerl Notizbuch) hat ein paar Fragen zum Reisen herumgeworfen. (mehr…)

Lieblinks zum Wochenende

Das Video der Woche ist ein wunderbarer kleiner Zeichentrickfilm über das Leben hart am Wind. Als Nordlicht kommt einem die eine oder andere Situation sicherlich arg bekannt vor.

„Verträge werden für regnerische Zeiten geschrieben“ heisst es. Idealerweise reicht zwischen Geschäftspartnern ja der gute, alte Handschlag des ehrbaren hanseatischen Kaufmanns. Ob es daran liegt, daß die beiden Protagonisten im aktuell heissesten Thema der Typografieszene keine Hanseaten sind, man weiß es nicht – es darf bezweifelt werden. Fakt ist: Tobias Frere-Jones verklagt seinen Partner Jonathan Hoefler nach fünfzehn Jahren ausserordentlich erfolgreicher und fruchtbarer Zusammenarbeit auf 20 Millionen Dollar, die ihm Hoefler vorenthalten haben soll. Wobei Hoefler allerdings eine tatsächliche Partnerschaft bestreitet und Frere-Jones als simplen Angestellten seiner Firma bezeichnet; eine Einstellung, die auf den ersten Blick lächerlich anmuten mag, wo doch der Firmenname „Hoefler & Frere-Jones“ lautete. Aber mehr als die besagte Vereinbarung per Handschlag gab es zwischen den beiden Stars, die John Brownlee als „die Beatles der Typografenwelt“ bezeichnet, wohl nie und so werden Anwälte und Gericht viel Spaß haben in den nächsten Wochen und Monaten. Eine gute Zusammenfassung der Geschichte gibt es hier.

Tobias Frere-Jones hat inzwischen sein eigenes Blog aufgemacht, wo er natürlich nicht über den Fall schreibt aber z.B. über das Typografieviertel in New York City, das es tatsächlich im 19. Jahrhundert dort gegeben hat. Das interessiert sicherlich nicht nur Typografen, sondern auch NYC-, Medien- und Geschichtsfans gleichermassen.

Kommen wir zu etwas ganz anderem: Können drei Künstler gleichzeitig an einem Werk arbeiten? Die drei Amigos Joseph Zbukvic, Alvaro Castagnet und Herman Pekel haben’s probiert und den Arbeitsprozeß in einem unterhaltsamen Videofilm festgehalten.

In der Welt der Comics gibt es Autoren, Zeichner und Inker. Die Autoren schreiben die Geschichte (meist) in der Art eines Drehbuchs nieder, die Zeichner zeichnen (mit Blei- oder non-copy-blue-Stift) und die Inker tuschen die Zeichnungen. Jedenfalls läuft das bei Marvel und DC so – den beiden grossen US-Verlagshäusern mit ihrem wöchentlichen Fliessbandoutput.
Ach ja, fast vergessen – da gibt es ja noch die Koloristen. Das sind diejenigen, die die Zeichnungen erst so richtig rund machen und ins Auge springen lassen. Was sie tun, ist – genau wie bei den Inkern – keineswegs „Malen nach Zahlen“, sondern eine eigenständige kreative Leistung. Trotzdem kennt sie niemand, was u.a. daran liegen könnte, daß sie weder auf dem Cover genannt noch zu Branchenevents eingeladen werden oder gar – anders als Zeichner und Inker – Tantiemen von den Umsätzen bekommen. The AV Club hat diesen Skandal hier sehr schön zusammengefasst, komplett mit sehr anschaulichen Arbeitsbeispielen.

“Gotham Mayor: Green Is Gay!”

”Green Is Gay“ – ©2014 Kiki Thaerigen, e13.de

Beim Durchblättern alter Skizzenbücher stieß ich auf einen Scribble, den ich komplett vergessen hatte. Was kann man an einem verregneten Sonntag schöneres tun als ein bisschen herumexperimentieren? Ich schnappte mir meine digitalen Aquarellfarben und weil mein US Shop Society 6 gerade eine Artis Promotion hat (Free Shipping Worldwide UND 5 $ Ermässigung auf jedes Produkt, gültig bis 13.4., wie immer ausser für gerahmte Bilder und gefüllte Kuschelkissen), habe ich das Motiv (natürlich ohne Wasserzeichen) auch gleich im Shop bereitgestellt. Bitte über diesen Link hier entlang. :)

Lieblinks zum Wochenende

Das Video der Woche ist für mich das Making Of des Artworks für das Kings of Leon Album ‘Beautiful War’ von David A. Smith. Vielleicht erinnern sich noch einige hier an ein ähnliches Making Of zu John Mayers ‘Born And Raised’, das war derselbe Künstler.

Teoh Yi Chie hat sich Julia Rothmans selbst geschriebenes und illustriertes Buch “Hello New York” näher angesehen. “Some of the more interesting stories I like are that of finding a hidden tennis court at Grand Central Station, interview with a NYC taxi driver, librarian, owner of a Tattoo museum.” Das Buch sieht wirklich sehr hübsch gemacht aus und klingt interessant, ich hab’s mal bestellt.

Comics werden ja aus Kostengründen eigentlich schon seit Jahrzehnten nur noch maschinengelettert, was eine echte Schande ist, wie ich finde. Erst die passende Handschrift rundet eine gezeichnete Geschichte so richtig ab und macht auch Lust, sich näher darauf einzulassen. Man vergleiche nur einmal eine Seite aus einem deutschen Asterixheft mit derselben Seite im französischen Original – da liegen Welten zwischen. (Ich erspare mir hier die garantierte Abmahnung und verzichte daher bedauernd auf den Fotovergleich, aber Ihr könnt es selbst im gut sortierten Comicladen Eurer Wahl überprüfen.) Der Beruf des Letterers ist, wie viele andere Berufe aus dem grafischen Milieu, ausgestorben. Immerhin gibt es heute Alternativen zur Helvetica und einer der Anbieter für professionelle Comicfonts, die die meisten Genres wohl abdecken dürften, ist Blambot. – Der Typograph und Blambot-Gründer Nate Piekos schildert hier, wie er eine spezielle Schrift für die Fortsetzung des in den 80ern erschienenen Comics Elfquest aus alten Ausgaben der Serie kreiert hat. Lesenswert.

Brad Frost schreibt über die Werte des Webs.

Zeichner Greg Ruth hat ein interessantes Projekt am Start: Schauspieler und Autor Ethan Hawke hat ihn angesprochen, ob er nicht gemeinsam mit Hawke eine Graphic Novel veröffentlichen möchte. Kernthema ist die Biografie des Indianerhäuptlings Geronimo und am Ende wird wohl ein Film stehen. Egal – der Entstehungsprozeß von Indeh ist wirklich spannend und ich bin gespannt auf weitere Einträge zum Thema.

Den katalanischen digital arts und animation Profi Dei G hatte ich schon einige Male hier verlinkt; sein Timelapse Video eines apokalyptischen Magazincovers ist eines meiner alltime favorites und ich schaue es mir immer wieder gern an. Seine Sujets sind nicht so ganz mein Fall, aber man kann wirklich eine Menge von ihm lernen. Bei Go Media gibt er ein paar gute Hinweise und Tipps für Comic Designer, die allerdings auch Gültigkeit in anderen Bereichen des Design haben.

Wie man seine Vorzeichnungen auf die Leinwand kriegt, wenn man mit Ölfarben malt, das wird hier anschaulich in diversen Videos erklärt. Für jemanden wie mich, die mit Skizzenheft und Scanner digital oder via Leuchttisch auf Bristolkarton arbeitet, ist das auch mal ganz spannend zu sehen.

Vanity Fair hat die berühmten Absolventen der ersten Jahrgänge des California Institute of the Arts (Cal Arts) zum Interview gebeten und Tim Burton, Brad Bird, John Lasseter und andere Animation Heroes plaudern ganz wortwörtlich aus der Schule. Disney hatte die Schule in den späten 60ern gegründet, als ihre Zeichentrickabteilung zusehends vergreiste und sie sich langsam fragten, wo denn der Nachwuchs herkommen sollte. Zeichentrickfilm war in jenen Tagen nicht gerade gefragt und dieser kleine Haufen Verrückter warf sich mit Feuereifer aufs Studium – nur um am Ende bei Disney auf komplettes Unverständnis der alten Garde zu stoßen. Einer der Kommentatoren bringt meine Gefühle beim Lesen dieses wirklich informativen und unterhaltsamen Artikels auf den Punkt, wenn er sagt: “Of course, all these guys are pretty old now. And to look what they have made in the last half dozen years, one has to wonder if the first CalArts generation is now as hidebound and resistant to change as those folks they encountered at Disney in the 1980s”. Pixar fällt ziemlich offensichtlich schon länger nichts Neues mehr ein; genaugenommen, seit sie zu Disney gehören. Es gibt nur noch Fortsetzungen der Hits (Cars 2, Cars 3, Monster’s University, Incredibles 2, Finding Dory etc.) und die neuen Produktionen (Merida) haben nicht mehr viel übrig vom Anarcho-Gen der frühen Pixarfilme. Neuerdings wirken sogar die Dreamworks-Filme frischer und mutiger, und das will was heissen. Bleibt zu hoffen, das CalArts auch weiterhin so gute Leute ausspuckt und ansonsten gibt es ja noch das Internet.

Page: 2 of 206
123456