Film

Media Monday #56

  • Veröffentlicht am 23rd Juli 2012,
  • veröffentlicht von
Media Monday #56

Wie sagte Kermit? “Time’s fun when you’re having flies!” oder so ähnlich. It’s Media Monday again!

1. Christian Bale gefiel mir am besten in Empire of the Sun . Darin habe ich ihn damals das erste Mal gesehen und war wirklich unglaublich beeindruckt. Seither habe ich einige weitere Filme mit ihm gesehen, und obwohl er fast immer ziemlich gut ist, kommt einfach kein Film da mehr heran.

2. Richard Kelly hat mit _________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ________. Sorry, kenne nur Donnie Darko von ihm, und der war nix.

3. Uma Thurman gefiel mir am besten in Pulp Fiction. Ich muss allerdings dazu sagen, daß ich nur vier oder fünf Filme mit ihr gesehen habe, da sich ihre Rollenauswahl meist nicht mit meinem Filmgeschmack deckt kommen wir selten zusammen.

4. Die Verfilmung des Buches/der Bücher von Karl May finde ich sehr gelungen, da sie genauso camp und schräger fake wie der Autor selbst sind.

5. Der schlechteste Sportfilm ist so ein Heldenepos mit einer Vielzahl damaliger Stars wie Stallone oder Pelé, die Fussball spielende Kriegsgefange spielen oder sowas absurdes. Ich hab’ vergessen wie der Käse hieß, aber ich dachte die ganze Zeit nur ‚im Ernst?’.

6. Am Donnerstag startet “The Dark Knight Rises”. Definitiv Kinomaterial oder eher uninteressant? Ich wollte den Film vor dem Massaker nicht sehen, weil ich die ersten beiden schon zu düster fand und einfach nur unangenehm. Ich sehe nicht gerne Filme, die sich unter pseudointellektuellem Blabla einen hochwertigen Anstrich geben und dabei ausschliesslich der Gewaltverherrlichung frönen um anschliessend Kasse mit Merchandise zu machen. Superhelden finde ich im Comic wie im Kino nur bescheuert. Und jetzt will ich das erst recht nicht mehr sehen. Ja, kein Kinofilm tötet Menschen, genauso wenig wie es Waffen tun. Es braucht Menschen dazu, die diese kranke Scheiße denken und den Abzug betätigen. Aber ich will diesen Dreck trotzdem nicht sehen.

7. Meine zuletzt gesehener Film ist ________ und der war ________ , weil ________ . Ich habe letzte Woche keinen Film gesehen.

Neuverfilmung: The Great Gatsby

  • Veröffentlicht am 26th Juni 2012,
  • veröffentlicht von

Wer hat das Buch nicht gelesen? Generationen von Schulkindern durften sich im Englischunterrricht mit F. Scott Fitzgeralds Roman über den geheimnisvollen Lebemann, seine große Liebe, rauschende Parties auf Long Island sowie Eifersucht, Mord und Totschlag auseinandersetzen. Meist durfte – oder musste – man dann zum Ende des Semesters noch den Film mit Robert Redford sehen, der auf seine Weise sicherlich nicht schlecht ist, aber den Bildern des Kopfkinos, das Fitzgerald bei mir in Gang gesetzt hatte, nicht das Wasser reichen konnte.

Baz Luhrman hatja schon mit Romeo + Julia bewiesen, daß Opulenz und klassisches Drama sich perfekt ergänzen. DiCaprio finde ich inzwischen dank Inception nicht mehr ganz so fürchterlich wie in den meisten seiner Filme nach Titanic und Tobeyyyyy! *kreisch* ist nach wie vor schnuffigst. Wenn man sich den Trailer zu Luhrmans Version des Großen Gatsby so ansehe, dann freue ich mich unbändig auf den 10. Januar – den vorläufigen Starttermin hierzulande. Endlich einmal wieder ein Film, für den sich der Kinobesuch sicherlich lohnen wird. Und das Buch kann man bis dahin auch noch locker lesen.

To Rome With Love (Trailer)

  • Veröffentlicht am 4th April 2012,
  • veröffentlicht von

Ich werde ja wohl nicht zum Woody Allen Fan auf meine alten Tage, oder? *ungläubig guckend*
Wobei … Wenn Woody auf seine alten Tage aus NYC herauskommt und neuerdings überall sonst dreht, dann kann man sich das wohl mal ansehen. Und Rom ist ja sowieso toll.

Ein Filmstöckchen, ein Filmstöckchen!

  • Veröffentlicht am 2nd April 2012,
  • veröffentlicht von

Christian hat es von der Kaltmamsell aufgefangen und mich beworfen. Da wommadomma sehen:

  • Gehst Du (noch) ins Kino, oder hat ihm das Heimkino mit allen seinen Vor- und Nachteilen da inzwischen den Rang abgelaufen?

Ich gehe nicht mehr so häufig ins Kino wie früher. Das hat einige Gründe: erstens gibt es nicht mehr so viele Filme, die mich interessieren, oder besser gesagt: ich bin wählerischer geworden. In den 80ern und 90ern habe ich als Schülerin, Studentin und den ersten Jahren meines Arbeitslebens einfach alles geguckt, was lief. Ob Jim Jarmusch oder Ivan Reitman, ich habe alles aufgesogen wie einen Schwamm. Die Magie des Kinos hatte mich fest in ihren Bann gezogen und glücklicherweise gab es bei uns im Vorort zwei Programmkinos, die die legendären Schinken wie Lawrence of Arabia genauso auf die große Leinwand brachten wie Porky’s oder Grease. Danach war ich nicht mehr in jedem Film, aber immer noch zweimal pro Woche im Kino, bis ich dann schliesslich berufsbedingt wieder in jedem Film war. Inzwischen bin ich bei den statistischen zweimal pro Jahr angekommen, die der Deutsche ins Kino geht. Das liegt zweitens daran, daß ich keine Lust mehr dazu habe, alleine ins Kino zu gehen und meine beste Freundin, mit der ich während des Studiums wirklich fast jeden Abend im Kino war, kaum noch Zeit hat. Insofern gehe ich jetzt hauptsächlich, wenn Captain Jack und/oder sein kleiner Bruder gehen wollen und wir alle Zeit haben. Zuletzt war das Johnny English II, das ist also auch schon eine ganze Weile her. Und schliesslich ist es auch eine finanzielle Frage: Kino ist unfassbar teuer geworden und dabei gefühlt immer schlechter. Wo man früher 5 oder 7 DM zahlte, sind es jetzt mindestens 7 oder 8 Euro und meistens mehr, wegen Überlänge. Die Überlänge macht einen Film nur in den seltensten Fällen besser, erzwingt aber neuerdings eine Pause im Kino, die dem Ankurbeln des Popcornverkaufs dient. Und um einen mittelmässigen Film zu sehen, der außerdem noch zu lang und zu teuer ist und unterbrochen wird, fehlen mir Zeit, Geld und Lust. Dann warte ich lieber eine Weile und sehe ihn mir auf iTunes an (meist dem US Store, denn dort gibt es O-Ton; warum ein legaler download übrigens genauso viel kosten soll wie eine DVD, aber weder O-Ton noch Untertitel besitzt, oder gar einen Regiekommentar, das muss ich nicht verstehen, oder?). Illegale Downloads mache ich nicht; bei allem Streit über die semantischen Fragen der Raubkopiererei ist es für mich genau das: schnöder Diebstahl.

  • Hollywood? Bollywood? Western oder Drama, finnisches Problemstück oder deutsche Kommödie – gibt es Genres die Dich garantiert ins Kino ziehen oder garantiert abhalten?

Ich entscheide eher selten nach Genre, meist ist es ein Regisseur oder die Story, der bzw. die mich ins Kino zieht. Aber sagen wir so: Bollywod und deutsche Komödien brauche ich jetzt nicht unbedingt.

  • »Sex and the City, der Film« – wie stehst Du dazu, wenn erfolgreiche Fernsehserien den Sprung ins Kino wagen – und gibt es eine Serie, die Du gerne dort sehen würdest?

Die letzte erfolgreiche Serie die den Sprung ins Kino geschafft hat und dabei klar gewann, war Mission: Impossible. Ansonsten gibt es bei solchen Medienwechseln meist nur Verlierer auf allen Seiten. Ich habe keine Lieblingsserie, der ich das antun wollen würde.

  • Harry Potter der siebte, James Bond der achtunddrölfzigste – bist Du ein Kino-Serien-Gänger?

James Bond gucke ich natürlich, aber das würde ich nicht unbedingt als Serie betrachten. Die Filme haben ja nur eine sehr grobe äußere Rahmenhandlung und man kann sie alle unabhängig voneinander und durcheinander sehen, ohne etwas von der Handlung verpasst zu haben.

Bei Harry Potter habe ich aufgehört als ich durfte (wenn ich das mal so böse sagen darf) und auch keinerlei Interesse an den Fortsetzungen oder eventuellen Spin-Offs.

Heutzutage wird ja alles was mehr als zwei Besucher hatte mindestens zur Trilogie ausgebaut, was meist nicht funktioniert und die Schwächen des in der Regel noch ersten  stärksten Teils ebenfalls schreiend offenbar werden lässt. Oder noch schlimmer, es werden ausschliesslich aus kommerziellen Gründen einzelne Teile in zwei Filme zerlegt (der letzte Harry Potter zum Beispiel, und was ich so höre, wird es bei The Hunger Games ähnlich sein). Film war schon immer eine Irrsinsbranche, die Verrückte und Spieler anzog, und in der sich die Kreativität und der Kommerz sehr fein ausbalancieren mussten. Inzwischen finde ich die kreativsten Filme im Netz, von kleinen Indie-Regisseuren. Hollywood ist tot.

  • Und zum Schluß: Schon mal im Kino gewesen, nur um zu knutschen?

Im Autokino, ja. Moonwalker. Ich habe gehört, der Film soll echt schlecht gewesen sein. :o)

Meine fünf Fragen lauten:

1. Was war Dein erster Kinofilm und hast Du ihn später noch einmal gesehen? Wie fandest Du ihn dann?

2. Welches sind Deine drei liebsten Filmszenen und warum?

3. Hast Du schon einmal selbst einen Film gedreht, und sei es nur auf Video oder Super 8, so richtig mit Drehbuch, Maske/Kostüm und was war das für einer? Bzw. was wäre das für einer, wenn Du das machen würdest?

4. Gibt es einen Film, der Dir Angst macht und den Du nie, nie, nie wieder sehen willst?

5. Und welchen Film würdest Du gerne noch einmal auf der großen Leinwand sehen, der leider nur noch im TV oder auf DVD zu haben ist?

Und ich werfe das mal weiter an Herrn Beethoven, den Herrn der Worte, Frau Gröner (#irgendwasmitfilm), Herrn Ramses und Frau Elise.

Media Monday #37

  • Veröffentlicht am 12th März 2012,
  • veröffentlicht von

Huch? Montag und ich schaff’s tatsächlich, pünktlich etwas zum Media Monday zu schreiben?

1. Der beste Film mit Ryan Phillippe ist für mich Crash. Nicht nur ist das in meinen Augen einer der besten Filme überhaupt, aber auch Ryan Philippe hinterlässt hier großen Eindruck in diesem erstklassig besetzten Ensemblefilm. Lange Jahre war er für mich nur der Junge aus Cruel Intentions, aber seit Crash hat sich das geändert.

2. Zack Snyder hat mit __________ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil __________ . Hier muss ich passen. Ich kenne nur zwei Filme von Zack Snyder, 300 und Watchmen und beide finde ich so übel, daß ich sie nicht empfehlen kann.

3. Der beste Film mit Amber Heard ist für mich The Rum Diary. Den einzigen anderen Film, den ich beim flüchtigen Überfliegen der IMDB mit ihr gesehen habe, ist Friday Night Lights, und an den kann ich mich nicht mehr erinnern, bzw. die gleichnamige TV Serie überschattet bei mir die Erinnerungen an den Film.

4. Unlängst fiel mir der Flyer des Fantasy Filmfest in die Hände; leider wird es dieses Jahr terminlich mit einem Besuch nicht hinhauen, aber immerhin war ich ja beim Festival Großes Fernsehen. Wie sieht es bei euch aus, gibt es Film- oder Fernsehfestivals, die ihr gerne besuchen würdet oder definitiv besuchen werdet? Ich gehe schon lange nicht mehr auf Festivals, die Zeiten sind vorbei. Ich war auf vielen, großen und kleinen, berühmten und nicht so berühmten, aus beruflichem „müssen“ und privatem „wollen“, aber ihnen allen gemeinsam war: die Leute haben genervt und die meisten Filme waren Mist.

5. Thema Krimi: Lieber groß angelegter, aufwendig produzierter und eigenständiger Film oder wöchentliche Serie mit in sich abgeschlossenen Fällen? Ich bin kein großer Krimifan, aber unabhängig vom Genre finde ich, eine Geschichte sollte die Zeit bekommen, die sie benötigt – und keine Sekunde mehr. Daß 9 von 10 Filmen heute zu lang sind, einfach aus kommerziellen Gründen (man kann mehr Werbepausen einblenden bzw. mehr Popcorn und Cola in den Zwangspausen verkaufen, ganz zu schweigen von dem Euro Aufschlag wegen Überlänge), ist mit ein Grund für die nachlassende Qualität und den traurigen Zustand des Kinos insgesamt. Serien wie The Wire oder, aktueller, Homeland, in denen eine Geschichte über viele Folgen oder gar Staffeln hinweg erzählt werden muss, weil diese Zeit nötig ist, die sind selten geworden und natürlich eine Qual, wenn man sie in Echtzeit guckt, also ggf. mit einer Woche Pause zwischen den Folgen. So etwas kann man dann nur am Stück hintereinanderweg auf DVD sehen, was natürlich das Dilemma fürs Fernsehen nicht kleiner werden lässt.

6. Stereotype, klischeebeladene Frauenrollen nerven. Genauso wie stereotype, klischeebeladene Rollen jeder anderen Art.

7. Mein zuletzt gesehener Film war David Finchers Zodiac (Director’s Cut) und der war toll, weil  er sich die nötige Zeit nahm die er brauchte und die Atmosphäre vintage Fincher war, ohne in blutiges Gemetzel auszuarten: atmosfear.

ARVE Error: no video ID

Media Monday #36

  • Veröffentlicht am 5th März 2012,
  • veröffentlicht von

Haha! Geschafft! Es ist Montag! Genauer gesagt:

Media Monday #36

1. Der beste Film mit Ethan Hawke ist für mich Before Sunrise. Er hat so einige gute Filme gedreht, und in den älteren (Dead Poet’s Society, Reality Bites, Before Sunrise) ist er mir weitaus nachhaltiger im Gedächtnis geblieben als in den jüngeren (Training Day, Hamlet, Lord of War). Wirklich gut finde ich Hawke nie, er ist für mich ein wenig die „Kevin Bacon für Fußgänger“-Version, aber Before Sunrise war sehr anrührend und gefällt mir am besten.

2. Kevin Smith hat mit Clerks seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der so überraschend, so anders, so frech, so witzig und kurzweilig war wie keiner seiner späteren Filme. Ich weiß noch, wie ich aus dem Kino taumelte und am liebsten gleich wieder auf dem Absatz kehrt gemacht und rein in die nächste Vorstellung gegangen wäre.

3. Der beste Film mit Marisa Tomei ist für mich What Women Want. Da ist sie mir das erste Mal aufgefallen und obwohl ich den Film nur noch einmal auf DVD gesehen habe, habe ich ihre Szenen unmittelbar vor Augen und muß lachen.

4. Den epischsten Weltuntergang gab es meiner Meinung nach in Fight Club

ARVE Error: no video ID

5. Wenn ich lese, dass es einen neuen Film mit Adam Sandler gibt, dann ist mir eigentlich schon im Vorfeld klar, dass ich den weiträumig umfahren werde.

6. Schaut ihr euch so eure liebsten Filme an, woran würdet ihr festmachen, dass ein Film euch nachhaltig und mehrmalig begeistert? Er muß gute Dialoge haben, eine mitreißende Story, gut fotografiert sein bzw. packende Bilder haben und wenn die Musik einem drei Tage später noch von irgendwoher plötzlich im Kopf rumschwirrt, dann ist das auch nicht verkehrt. Er muß mich zum Nachdenken bringen und ich muß das Gefühl haben, noch nicht alles gesehen zu haben, wenn er zu Ende ist. Ich möchte nicht, daß er zu Ende ist. Ich habe ein inniges Verhältnis zu den Charakteren (oder wenigstens einem davon) aufgebaut. Ich möchte mindestens einmal während des Fims zum lachen, weinen, zittern, jubeln gebracht worden sein.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Bringing Up Baby (dt. Leoparden küsst man nicht) und der war so frisch wie vermutlich im Jahr seines Erscheinens (1938), weil das Drehbuch und die Story stimmte, das Tempo wahnwitzig war und die Schauspieler super.

Media Monday #35

  • Veröffentlicht am 29th Februar 2012,
  • veröffentlicht von

Ich glaube, Mittwoch ist der neue Montag. *hust*

1. Der beste Film mit Jake Gyllenhaal ist für mich Brokeback Mountain. JG hat einige sehr gute Filme gedreht, darunter auch Finchers Zodiac, den ich wohl als einzige mehrfach gesehen und genossen habe (dafür finde ich Donnie Darko ultrabescheuert), aber Ang Lees Brokeback Mountain ist mir am Eindrücklichsten im Gedächtnis geblieben. Ich fand und finde ihn nicht besser als Crash, der in meinen Augen zu Recht damals den Oscar gewann, aber ich fand ihn filmisch umwerfend, inhaltlich herzzerreissend und auch musikalisch ganz großes Kino. Und JG war ein absolut ebenbürtiger Leinwandpartner für den meist zuerst mit diesem Film assoziierten Heath Ledger.

2. Jon Favreau hat mit Iron Man seine beste Regiearbeit abgelegt, weil das einer der ganz wenigen Comicverfilmungen ist, die nicht ausgelutscht, langatmig und total blöd waren. Allerdings hatte er mit Robert Downey Jr. natürlich auch enormes Glück. Ich bin nicht sicher, ob das mit, sagen wir mal, Shia LaBoeuf ebenso glatt gegangen wäre.

3. Der beste Film mit Emma Stone ist für mich ?. Ich habe wissentlich keinen Film mit der Dame gesehen, oder wenn, dann ist sie mir nicht im Gedächtnis geblieben.

4. Während die meisten von The Big Lebowski ganz begeistert waren oder er sich generell großer Beliebtheit erfreut, konnte ich dem rein gar nichts abgewinnen, weil … ja, warum? Ich weiß es nicht. Ich habe mehrere Anläufe genommen, aber ich fand den damals schon im Kino so dermaßen beknackt, das hat sich nie geändert. Ich hatte ihn dann auch mal auf DVD, um ihm eine zweite Chance zu geben, aber das hat auch nichts gebessert; dieser Film ist der einzige Coen Film, den ich rundherum scheiße finde. Und dabei liebe ich alle Darsteller darin. Es ist mir ein absolutes Rätsel.

5. In der Hoffnung, dass auch einige Leseratten in der Runde vertreten sind: Fröne ich einmal nicht dem Filmkonsum, lese ich furchtbar gerne Bücher von allen möglichen Autorinnen und Autoren, weil ich unglaublich vielseitig interessiert und außerdem lesesüchtig bin. Aktuell ist das Simon Garfields Werk Just My Type, das mir der liebe Alexander einfach so geschenkt hat, weil er dachte, es könnte mich interessieren. Tut es. *virtuell abknutsch*

6. Es gibt populäre Beispiele für Fantasy-Adaptionen, sei es im Serien-Segment Game of Thrones oder auf großer Leinwand Der Herr der Ringe. Wie steht ihr generell zu dem Genre und als Bonusfrage: Gibt es eine (Fantasy-)Buchreihe, zu der ihr euch ebenfalls eine Adaption (und wenn ja, in welcher Form) wünschen würdet? Ich habe mit dem Fantasygenre generell nichts am Hut, es ist mir relativ schnurz, aber liebe Tolkiens Herr der Ringe Trilogie und auch die Peter Jackson Filme. Das hängt vermutlich damit zusammen, daß ich zu meinen Zeiten bei Warner Bros. beruflich sehr intensive fünf Jahre mit dem Thema verbracht habe. Genau wie übrigens mit den ersten Hary Potter Verfilmungen, die ich jedoch nicht annähernd so interessant fand und wo ich – im Gegensatz zu Peter Jacksons Verfilmungen – meine Arbeit auch als solche wahrgenommen habe, und nicht als totales, unfassbares Vergnügen und als große Ehre, eines der drölf Fantastilliarden Rädchen in der Maschinerie gewesen zu sein, das an diesem Werk mitarbeiten durfte. – Aber um auf die eigentliche Frage zurückzukommen: Nein, gibt es nicht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Die Feuerzangenbowle und der war teils wie immer hinreissend komisch, teils tragisch, weil ich den nie sehen kann, ohne an die bitteren Umstände seiner Entstehungsgeschichte zu denken und mich jedes Mal frage, welche der Schüler die Premiere schon nicht mehr erleben durften, weil sie inzwischen eingezogen und gefallen waren.

ARVE Error: no video ID

Media Monday #34

  • Veröffentlicht am 21st Februar 2012,
  • veröffentlicht von

Vielleicht schaffe ich es ja nächsten Montag pünktlich. *seufz*

1. Der beste Film mit Willem Dafoe ist für mich Puh. Der Mann hat wahrlich eine Menge Gurken gedreht. Natürlich fällt mir zuallererst Platoon ein, und das ist vermutlich auch der beste Film mit ihm, den ich kenne. Aber der Film, in dem er mir am besten gefallen hat ist mein guilty pleasure Boondock Saints. Filmisch absolut für die Tonne (obwohl er herrlich Spaß macht), aber Dafoe ist unfassbar gut und überdreht und einfach bemerkenswert in diesem Schlachtplatte DeLuxe-Streifen, der hierzulande auf dem Index steht

2. Tim Burton hat mit Sweeney Todd seine beste Regiearbeit abgelegt, weil zwar alle seine Filme super sind, aber nur dieser so super, daß man ihn dreimal hintereinander sehen kann und immer noch nicht gelangweilt ist, und weil er Johnny Depp zum Singen gekriegt hat

3. Der beste Film mit Helena Bonham Carter ist für mich Sweeney Todd. Der Film, in dem mir Helena Bonham Carter jedoch erstmals aufgefallen ist und den man allein ihretwegen gesehen haben sollte (obwohl alle anderen, außer dem Hauptdarsteller, auch durchweg ausgezeichnet darin sind) ist Zefirellis Hamlet

4. Der schlechteste Film, den ich in den letzten vier Wochen gesehen habe fällt mir nicht ein. Ich glaube, meine Verdrängungsmechanismen sind hervorragend justiert, oder aber ich habe keine schlechten Filme gesehen.

5. Mit Filmen vom Regisseur Ingmar Bergman kann ich überhaupt nichts anfangen, weil ich von denen grundsätzlich schlechte Laune kriege. Okay, es ist ein Klischee, „Bergmans Filme machen depressiv“, aber wie an jedem Klischee ist auch an diesem etwas dran.

6. Science-Fiction als Genre in all seinen Ausprägungen kann ich einfach nicht leiden. Ich finde keinen Zugang zu diesem Genre, auch wenn ich A Space Odyssey mehrfach (sogar im Kino) gesehen habe und sehr gut finde, aber das ist vermutlich auch kein typischer SciFi-Streifen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Untitled (das ist der Director’s Cut von Cameron Crowes Almost Famous) und der war wie immer super , weil die Story so absurd und trotzdem wahr ist, der Film so exquisit besetzt ist, die Musik einfach meine Musik ist, der ganze Film mich noch Tage später in Bestlaune versetzt und man einen Regisseur, der zum Audiokommentar seine Mami mit ans Mikro holt, einfach nur lieben kann.

ARVE Error: no video ID

Media Monday #33

  • Veröffentlicht am 15th Februar 2012,
  • veröffentlicht von

Jaja, ich weiß … also denn:

1. Der beste Film mit Sam Rockwell ist für mich The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford.

2. Lars von Trier hat mit Dogville seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es mit minimalen Mitteln und maximaler Reduktion einen Film geschaffen hat, dessen Bilder sich stärker in mir festgefressen haben als jeder CGI-Feuersturm.

3. Der beste Film mit Emma Roberts ist für mich  – mit wem? Nie gesehen oder gehört.

4. Welcher Film-Soundtrack oder Score hat euch am meisten oder nachhaltigsten begeistert? Ach, herrje – da gibt es so viele. Ich liebe ja v.A. die meisten Lennie Niehaus Scores, aber mal weg vom Jazz ist Rachel Portmans Score für The Legend of Bagger Vance einfach unglaublich schön. Von den großen Namen mag ich tatsächlich Hans Zimmers Scores für Thelma & Louise und Black Hawk Down sehr gerne (die übrigens hervorragend seine Vielfältigkeit illustrieren … von wegen, der klingt immer gleich!)

5. Den einen sind deutsche Filme verhasst, wieder andere können mit Hollywood-Produktionen nichts anfangen, den nächsten ist Bollywood ein Greuel. Gibt es (nicht nur länderspezifische) Sparten, denen ihr absolut nichts abgewinnen könnt? Nein, nicht wirklich. Ich kenne nichts aus Bollywood und das spricht mich auch nicht so an, aber ich habe nur genrespezifische Beschränkungen (kein Sci-Fi, kein Horror, kein Torture-Porn), keine länderspezifischen. Warum auch?

6. Buddy-Komödien können Spaß machen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war __________ und der war __________ , weil __________ . Ich habe leider null Zeit fürs Filmegucken im Moment, nicht mal für DVDs. Das muss sich auch ändern.

Media Monday # 31

  • Veröffentlicht am 30th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Es ist wieder Montag, juhu! Und das kann nur eines heißen: ein neuer Eintrag aus der Reihe «Media Monday». Wie letzte Woche gilt: die Fragen sind fett gestellt (ha-ha), meine Antworten regular.

1. Der beste Film mit George Clooney ist für mich The Thin Red Line, allerdings nicht seinetwegen. Der Film, in dem er mir am besten gefallen hat, ist Ocean’s Eleven. Generell mag ich ihn lieber in heiteren Rollen als in heavy stuff, und Ocean’s Eleven ist wunderbar leicht, heiter, locker und gefällig (über die Fortsetzungen bereite ich mal gnädig den Mantel des Schweigens).

2. Woody Allen hat mit Manhattan Murder Mystery seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er es geschafft hat, daß ich den Film zuende gesehen habe ohne mich zu Tode zu langweilen, wie sonst in seinen Filmen.

3. Der beste Film mit Michelle Williams ist für mich [googelt Michelle Williams …] Brokeback Mountain, auch ihretwegen.

4. Zehn Werke wurden als beste Filme des Jahres nominiert. Welcher oder welche davon sind eure Favoriten? Ich tippe mal, The Artist wird’s machen. Für The Descendant sehe ich keine großen Chancen, die Academy liebt zwar Drama, aber das hier ist dann inhaltlich doch zu belanglos, da hätte The Help größere Chancen. Auch, weil es ein wunderbar rassistischer Film ist, [zynismus] in dem weiße Reiche die Problem armer Schwarzer lösen [/zynismus], so etwas lieben die dort. Hugo sehe ich nicht als Gewinner, der ist zu belanglos. Dito Moneyball und Midnight in Paris. Malick’s The Tree of Life ist zu kontrovers und Spielbergs War Horse zu Disneyesque … bliebe noch Extremely Loud & Incredibly Close. Da war zumindest das Buch grandios. Aber wer weiß schon, wie die Academy wirklich tickt?

5. Zahlreiche Filme sind mit Nominierungen nahezu überhäuft worden. Welches der nominierten Werke habt ihr euch schon angesehen oder geplant zu begutachten, wenn sie in unsere Kinos kommen? Ach herrje, noch nicht sehr viele. Ich war in letzter Zeit nicht oft im Kino, die meisten Pressevorführungen lasse ich inzwischen aus Zeitmangel oder Desinteresse auch sausen; meine bevorzugte Art des Filmeguckens ist inzwischen die Ausleihe im iTunes (US) Store. Über meine Begeisterung über J. Edgar habe ich ja letzte Woche schon etwas geschrieben, aber der wurde ja nicht einmal fürs beste MakeUp oder das beste Kostüm nominiert. Moneyball fand ich super, aber ich liebe auch Baseball und Baseballfilme. Die Nominierung für den besten Nebendarsteller (Jonah Hill) sehe ich ehrlich gesagt nicht; der Junge war solide aber nicht überragend. Brad Pitt … nee, echt nicht. Tree Of Life fand ich prima, auf The Artist und The Iron Lady und die Neuverfilmung von Tinker, Tailor, Soldier Spy freue ich mich, aber den Rest werde ich wohl höchstens auf DVD bzw. über iTunes sehen. Wim Wnders’ Pina war toll.

6. Gibt es einen oder mehrere Filme, für die ihr euch mehr (oder auch weniger) Nominierungen erwartet hättet, sprich, inwieweit wurden eure Erwartungen vielleicht enttäuscht? Daß J. Edgar so komplett leer ausgegangen ist und Moneyball so vergleichsweise fett bedacht wurde, hat mich schon etwas überrascht, ja.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Restrepo und der war beeindruckend, weil ungeschminkt.

Media Monday #30

  • Veröffentlicht am 23rd Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Schon wieder eine Woche um und neuerdings freue ich mich richtig auf den Montag, weil ich wieder was zum Thema Film bloggen kann. Könnte ich natürlich auch so, aber Ihr wisst ja, wie das so ist: Man hat zu tun und keine Lust und tausend Ausreden. Da kommt mir so ein wöchentlicher Tritt in den Allerschönsten gerade recht. Danke, Wulf!

OK, da ich kursive Schrift recht schwer lesbar finde nach 15 am Bildschirm verbrachten Stunden, gibt es ab heute die Fragen in bold und die Antworten in regular. Bei Klagen – klagen.

1. Der beste Film mit Cillian Murphy ist für mich puh, da geht’s schon los … der Typ hat abgefahrene Augen, das steht mal fest, und bislang war eigentlich alles mit ihm ziemlich gut, was ich so gesehen habe. Ich entscheide mich mal für Batman Begins, da er mir in diesem Film das erste Mal so richtig aufgefallen ist und mir echt eine Scheißangst eingejagt hat.

2. Ethan und Joel Coen haben mit O Brother, Where Art Thou? ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil ich vor Lachen fast zusammengebrochen bin, daß jemand Homers Odyssee in die Zeit der 30er Jahre und in die US-Südstaaten verlegt hat, weil der Clooney Schorsch mir dort das erste Mal gezeigt hat, daß er wirklich sehr komisch sein kann, weil jede noch so kleine Nebenrolle erstklassig besetzt ist, weil mit T-Bone Burnett einer meiner liebsten Musiker den Soundtrack beigesteuert hat und weil das klagend-langgezogene „is you or is you not mah constituency!?“ bei mir zum festen Repertoire meiner Lieblingszitate gehört.

3. Der beste Film mit Naomi Watts ist für mich J. Edgar .

4. Mein(e) Filmhighlight(s) 2012 sind bislang Moneyball und J. Edgar. Außerdem freue ich mich auf The Artist, The Iron Lady, The Dark Knight Rises und natürlich den Hobbit. Wirklich begeistern wird mich wahrscheinlich aber nur The Iron Lady, wie ich mich kenne. Und dann freue ich mich besonders auf die Filme, die ich noch gar nicht auf dem Zettel habe.

5. Letzte Woche sind „Die Muppets“ in den deutschen Kinos angekommen. Unabhängig davon, ob ihr den Film sehen wollt, bereits kennt oder er euch überhaupt nicht interessiert, wie ist eure Meinung zur Wiederbelebung eines so lange vergessenen und zuletzt nicht mehr sonderlich erfolgreichen Franchise? Ich liebe die Muppets, mit der Muppet Show bin ich groß geworden und ich habe vorletztes Jahr die erste Staffel der alten Serie auf DVD zu Weihnachten bekommen, worüber ich mich wirklich riesig gefreut habe. Aber manchmal ist es nicht sonderlich gut, so weit zurück zu blicken. Die alten Folgen der ersten Staffel zumindest sind nicht gut gealtert. Und ich bin auch kein großer Fan der Muppetsfilme – das ist ein TV-Format, auf Kinolänge aufgeblasen haute das das zumindest bei den alten Filmen nicht wirklich gut hin. Daher verzichte ich auch auf den neuen Film, vielleicht mal auf DVD bzw. als iTunes Leihfilm.

6. Nachdem sich in den letzten Wochen bereits einige als Serien-Fans „geoutet“ haben: Welches ist eure liebste Serienfigur (!) und warum? Moah, das ist unmöglich zu beantworten. Das schaffe ich nicht mal pro Serie! OK, meine liebsten Serien sind bekanntlich M*A*S*H und The Wire. Bei M*A*S*H liefern sich der herrlich snobistische Charles Emerson Winchester III mit Radar O’ Reilly und Hawkeye Pierce ein enges Kopf-an-Kopf Rennen um den Titel, und Klinger, Col. Potter und Father Mulcahey sind ihnen dicht auf den Fersen. Das war einfach eine brilliante Truppe.
Bei The Wire ist Omar sicher einer der herausragendsten Figuren, aber ich mag auch Stringer Bell sehr gern, der mich immer ein wenig an Shakespeares Richard III erinnerte … gewillt, ein Bösewicht zu werden, aber eigentlich nur der Umstände halber. Und Bodie, Kima, Bunk, Prez – ach, alle. Außer vielleicht McNulty, der war mir echt am wenigsten sympathisch.

7. Mein zuletzt gesehener Film war J. Edgar und der war brilliant, weil es diese rätselhafte Figur über sieben Jahrzehnte beleuchtet, ohne sie zu desavouieren und es außerdem ein Historiendrama ist, das mich wirklich komplett hat vergessen lassen, daß ich im Jahre 2012 im Kino sitze. Das hat man nicht so oft, finde ich. Und außerdem bin ich Clint Eastwood verfallen und er ist mein Lieblingsregisseur und ich brauche überhaupt gar keine Begründung, irgend etwas von ihm toll zu finden, basta.

Media Monday #29

  • Veröffentlicht am 16th Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Oh, schon wieder Montag? Meine Antworten auf dieses schöne Mem wie schon in den letzten beiden Wochen in kursiv:

1. Der beste Film mit Matt Damon ist für mich Die Bourne Trilogie. Für mich sind die drei ja eigentlich ein Film, wie auch LOTR ein Gesamtkunstwerk ist. Und ich muss sagen, die Antwort ist mir reichlich schwer gefallen, denn ich mag die meisten Matt Damon Filme sehr gerne. Eigentlich kenne ich keinen Film mit ihm, in dem er mich enttäuscht hätte, auch wenn die Filme manchmal mehr so mittelprächtig waren, hat er sich doch immer hervorgetan und ist in meist sehr guter Erinnerung geblieben. Ein gutes Beispiel ist Bagger Vance, der vielleicht schönste Film über das Golfspiel. (Das wäre auf jeden Fall der beste Film mit Charlize Theron, die hier einfach totkomisch ist). Wahrlich kein großer Film, echt mehr was für Liebhaber des schönsten Sports der Welt, aber Damon überzeugt hier auf ganzer Linie, finde ich.

2. Guy Ritchie hat mit Star seine beste Regiearbeit abgelegt, weil es die perfekte Antwort auf die Pressemeute war, die ihn nur als „den Mann von Madonna“ betrachtet hat und seine Filmkust ansonsten bestenfalls als obskur bezeichnet hat. Star ist ein kleiner Kurzfilm auf der DVD „The Hire“, einer Ansammlung genialer Kurzfilme von sehr guten Regisseuren und fraglos der beste Film mit Madonna. Es ist vermutlich auch das Werk, das Clive Owen überhaupt auf die Landkarte gebracht hat, der danach ja schon als der nächste James Bond gehandelt wurde. Werke wie Shoot ’em up zeigen, daß das ein böser Fehler gewesen wäre, aber hier geht’s ja auch um Guy Ritchie.

ARVE Error: no video ID

3. Der beste Film mit Christina Ricci ist für mich Ang Lees The Icestorm. Keine Begründung. See it and weep.

4. Vergleicht man (beispielsweise) die alten Disney-Klassiker unter den Zeichentrickfilmen mit den heutigen Pixar-Animationsfilmen, fallen einem enorme Unterschiede auf. Wie ist eure Meinung zur Entwicklung des Zeichentrick-/Animationsfilm-Genres? Ich habe lange gebraucht, bis ich mich mit CGI Animationsfilmen anfreunden konnte, erst Pixar hat das geschafft, und auch erst spät. Hand Made Animation hat für mich immer noch einen ganz besonderen Touch, ob gezeichnet oder geknetet. Aber letzten Endes entscheidet die Geschichte. Die ist immer das A und O eines Films und die Optik kann noch so bestechend sein, wenn die Geschichte nix ist, kommt der ganze Film nur maximal auf ein „ganz nett, aber …“. Und kaum jemand hat in den letzten Jahren bessere Geschichten auf der großen Leinwand erzählt als Pixar, außer vielleicht noch Aardman. Dreamworks kommt da nicht heran  und Disney … ach, Disney. Ich glaube, bei Aladdin habe ich mich das letzte Mal gut unterhalten gefühlt, wann war der, 1992?

5. Es kommt immer wieder vor, dass man ins Kino gelockt und von dem dann folgenden Film grenzenlos enttäuscht wird. Was war euer schlimmster Film, für den ihr auch noch eine Kinokarte gelöst habt? Sagen wir so: Inzwischen werde ich nur noch selten enttäuscht, einfach deshalb, weil ich eigentlich keine großen Erwartungen mehr an die meisten Filme habe. Ich galube, der Film, wo ich wirklich dachte „nee, oder?“ war Congo, den ich Anno Tobak mal in der Sneak im City am Steindamm sah. Ansonsten bin ich auch ganz gut im Verdrängen.

6. Filme ohne Happy-End sind seltener geworden, oder? Mein Herz schlägt ja für das Kino des New Hollywood, die späten 60er/frühen 70er. Ich glaube, zu der Zeit gab es keinen einzigen Film mit Happy End, oder? Von Doris Day/Rock Hudson Knallern mal abgesehen. Ein Happy End ist kein k.o. Kriterium für einen guten Film, aber umgekehrt gilt dasselbe. Und letzten Endes liegt das ja auch häufig im Auge des Betrachters, was man wohl als Hapy End ansieht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war A Few Good Men und der war super , weil das wohl eine von Jack Nicholsons besten Rollen ist und eines von Sorkins stärksten Drehbüchern. Plus, man sieht in Nebenrollen lauter Charakterdarsteller, die damals noch kaum jemand kannte (Noah Wylie als leicht blöder G.I., mit Südstaatenakzent?).

ARVE Error: no video ID

Media Monday #27

  • Veröffentlicht am 3rd Januar 2012,
  • veröffentlicht von

Der Abspannsitzenbleiber hat ein schönes Mem vom Medienjournal-Blog aufgenommen, das ich hier auch mal bedienen will, auch wenn schon Dienstag ist. Gab ja auch lange genug nichts zum Thema Film hier. Meine Antworten erscheinen kursiv:

1. Der beste Film mit Benicio del Toro ist für mich The Indian Runner, ein rundherum stimmiger kleiner Film, der leider zu Unrecht ziemlich untergegangen bzw. in der Versenkung verschwunden ist. Und ja, Benicio del Toro hat darin keine große Rolle und der Film ist definitiv nicht seinetwegen so gut. Der Film, der zu einem Großteil wegen Benicio del Toro sehenswert ist, heißt Traffic.

ARVE Error: no video ID

2. Nora Ephron hat mit Sleepless in Seattle ihre beste Regiearbeit abgelegt, weil das der einzige der acht Filme ist, bei denen sie Regie geführt hat, an den ich mich nicht nur erinnere, sondern der auch jenseits der völligen Blelanglosigkeit ist. Ansonsten iste sie mehr als Autorin oder Produzentin ein Begriff und da natürlich in erster Linie als Autorin von When Harry Met Sally.

ARVE Error: no video ID

3. Der beste Film mit Jessica Alba ist für mich keiner. Ich kenne außer Sin City keinen Film mit ihr und Sin City fand ich so stinkend übelerregend, daß ich mich beim besten Willen an niemandes Performance darin erinnern kann oder auch nur will. Die anderen Filme mit ihr sagen mir nichts. Ich muß gestehen, mir sagt ihr Name auch nichts, ich vermute mal, daß sie in diesem Fragebogen auftaucht bedeutet, daß sie vermutlich mehr fürs Berühmtsein berühmt ist als für ihre schauspielerischen Leistungen, aber vielleicht bin ich ja auch einfach nur eine ignorante artsy-fartsy-Filme-Guckerin mit Stöckchen im Po. Diese entfernte Möglichkeit besteht.

4. Es gibt Filme die allein auf die Unterhaltung abzielen und ebenso gibt es Filme, die versuchen, den Zuschauer zum Nachdenken anzuregen oder den Anspruch haben, sich ernsthaft mit einem sozialen oder gesellschaftlichen Thema auseinanderzusetzen. Bevorzugt ihr eine der Gruppen und wenn ja, warum? Die besten Filme verbinden natürlich beide Welten; es gab und gibt Popcornmovies, die durchaus intelligente Fragen stellen und den Zuschauer zum Nachdenken anregen (Terminator 2) und eben die anderen, wo „jetzt in Warner-Color Cinemascope 3D Dolby Digital DTS THX 3D!“ das alleinige Gütesiegel ist. Und umgekehrt ist die Welt natürlich voll von Filmkunst, die irgendwo am eigenen Anspruch gescheitert ist oder vergessen hat, daß die Menschen in aller Regel für ein paar Stunden zumindest ein Stück weit unterhalten werden und etwas anderes, als ihren Alltag sehen wollen und es gibt Perlen mit Anspruch, die wider aller Marketingerwartungen auch beim Publikum ankommen und nicht nur bei den Kritikern (Mystic River). Insofern lautet meine Antwort: Beides bzw. keins von beidem – ich bevorzuge gute Filme.

ARVE Error: no video ID

ARVE Error: no video ID

5. Schon zahlreiche Serien wurden auf der großen Leinwand wiederbelebt, sei es als Remake (3 Engel für Charlie, Starsky & Hutch, A-Team), als würdiger Abschluss einer viel zu früh beerdigten Serie (Serenity für die Serie Firefly) oder auch, um weitere Geschichten um die Protagonisten zu erzählen, während die Serie längst das Zeitliche gesegnet hat (Sex and the City 1 & 2). Zu welcher Serie, ob alt oder neu, würdet ihr euch ein Remake oder einen würdigen Abschluss in Film-Form wünschen? Für keine. Ich bin ohnehin keine große TV-Serienguckerin, und meine liebsten Serien zeichnen sich dadurch aus, daß sie rundherum perfekt abgeschlossen wurden (M*A*S*H, The Wire, Band of Brothers). Mir fällt auch keine einzige TV-Serie ein, die den Sprung auf die große Leinwand erfolgreich im Sinne von „exzellentes Kino“ hinbekommen hat; wenngleich ich bei dem sehr trashigen The Dukes of Hazzard schon ein wenig schmunzeln musste.

ARVE Error: no video ID

6. So genannte Blockbuster sind meist wirklich nur so genannt. Filme, wo die Leute echt stundenlang draußen anstehen bzw. wo heutzutage im Onlinevorverkauf binnen weniger Minuten sämtliche Tickets für die ersten Wochen weg sind, die sind extrem rar und waren es auch immer. Der erste Film, bei dem ich das selbst so erlebt habe und über drei Stunden für eine Kinokarte in einer Schlange angestanden habe, die einmal um den Block des Art Deco Palastes Loew’s Uptown in Washington, D.C. reichte, war E.T. aus dem unvergleichlichen Kinosommer 1982. Danach vielleicht noch bei Titanic, Episode I – The Phantom Menace, dem ersten Harry Potter Film und dem ersten Lord Of The Rings Film. Bei den meisten anderen sehr erfolgreichen Filmen haben sich die Leute nicht Wochen vorher um Karten bemüht oder gar stundenlang in der Schlange um den Block gestanden, was ja letztlich der eigentliche Definition des Begriffs Blockbuster entspricht. Es waren aber Kassenknüller. Und die wahren Blockbuster sind in aller Regel auch die intelligenteren Popcornmovies, bei denen der Marketinghype mit der wahren Begeisterung und Mundpropaganda der Zuschauer zusammenfällt.

ARVE Error: no video ID

7. Mein zuletzt gesehener Film war Moneyball und der war ein wirklich guter Film über die sensationelle Saison der Oakland Athletics 2002, weil das Drehbuch stimmte und ansonsten eine positive Überraschung Brad Pitt sich ziemlich zurücknahm und Mut zum Alter und unvorteilhaften Kameraeinstellungen bewies. Allerdings sah ich ihn via iTunes und nicht im Kino; ich glaube, er läuft hier Anfang Februar an. Der Trailer versucht in der ersten Hälfte, eine Komödie à la Major League (Die Indianer von Cleveland) zu verkaufen, was der Film definitiv nicht ist, und in der zweiten Hälfte, ein Drama à la For Love Of The Game (Aus Liebe zum Spiel) zu verkaufen, was der Film definitiv auch nicht ist. Sehr gut gefallen hat mir übrigens Philipp Seymour Hoffman in einer kleinen Nebenrolle als Trainer, den ich zunächst gar nicht erkannt habe. Aber der ist ja immer super.

ARVE Error: no video ID


Stellungskrieg: Die FSK und ihre Einschätzungen

  • Veröffentlicht am 1st Dezember 2011,
  • veröffentlicht von

Es gibt Leute, die hassen die FSK, die nicht so wirklich freiwillige Selbstkontrolle der Filmindustrie, die Riege von Leuten die darüber entscheidet, ab welchem Alter jemand einen Film im Kino sehen oder auf DVD/BluRay kaufen darf. In ihren Reihen werden alte Jungfern und CSU-Wähler vermutet und Leute, die zum Lachen in den Keller gehen und Sex nur im Dunkeln haben. Spaßbremsen, die noch dazu gegen Windmühlen kämpfen – im Zeitalter des Internets ist die FSK-Freigabe ein Anachronismus, de facto Makulatur.

Ein Film ohne FSK Freigabe ist nicht leicht zu vertreiben oder zu verkaufen. Er unterliegt nicht der Zensur, wie gerne unterstellt wird, denn Zensur kann immer nur vom Staat ausgehen. Aber er darf nur ab 18 Jahren im Kino gesehen werden und die Trägermedien dürfen keinesfalls beworben und nur auf gezielte Anfrage eines erwachsenen Kunden aus dem Schrank bzw. unter der Ladentheke hervorgeholt werden.

Die Kriterien, nach denen die FSK entscheidet, sind nicht immer leicht nachzuvollziehen. Oft unterscheiden sie sich erheblich von denen, ihrer Pendants in anderen Ländern. Ein Film, der hierzulande aufgrund der gezeigten Gewalt oder einem Selbstjustizthema auf dem Index steht, ist in den USA vielleicht gerade mal PG-13, also bei parental guidance, elterlicher Führung, für 13jährige empfohlen. Umgekehrt hat es in den eher puritanischen USA ein Film schwer, bei dem eine nackte Frauenbrust zu sehen ist, auch wenn der Film selbst ansonsten nach unseren Maßstäben relativ harmlos und ab 12 ist.

Die meisten Drehbuchautoren, Filmemacher und Produzenten haben daher heute schon die Schere im Kopf wenn sie einen Film drehen. Verständlich, wenn man die immensen Kosten eines Filmprojekts bedenkt, die ja bitte mehr als nur wieder eingespielt werden sollen. Das Filmgeschäft ist in erster Linie ein Geschäft, dem die Kunst sich unterzuordnen hat.

Eine zu hohe bzw. strenge FSK-Bewertung kostet natürlich Zuschauer. Insofern verwundert es nicht, wenn die Studios rigoros die Schere ansetzen, um eine FSK 12-Bewertung zu erhalten – auch wenn ein Film eigentlich trotzdem immer noch in der Wahrnehmung von Presse und Zuschauern mindestens „eine 16er“ verdient hätte.

Die Empfehlungen und Einschätzungen der FSK sind natürlich immer Momentaufnahmen und dem aktuellen gesellschaftspolitischen Klima geschuldet. So mancher Film, der vor drei oder vier Jahrzehnten eine „ab 16“ Kennzeichnung erhalten hat, würde heute keinem 12jährigen mehr ein Achselzucken entlocken. Das Problem ist, daß ältere Filme nur auf Antrag des jeweiligen Rechteinhabers oder Studios neu bewertet werden. Da dies mit nicht geringen Kosten verbunden ist, scheuen sich viele Filmfirmen, diesen Schritt zu machen. Es lohnt sich einfach nicht mehr. Eine DVD oder BluRay mit einem „alten Schinken“, der schon zig Male im free TV lief, ist nur noch zu wenig mehr als dem Materialwert an den Mann zu bringen, oder aber, mit neu aufbereitetem Bonusmaterial und einer hübschen Verpackung für Sammler interessant. So oder so sind die Verkaufszahlen homöopathisch und eine neue FSK Bewertung rentiert sich nicht.

Für den Nachwuchs, um dessen Schutz es geht, ist eine möglichst hohe FSK-Hürde ein Gütezeichen und Aufforderung zur Mutprobe. Mein Patensohn Captain Jack (11 1/2 Jahre alt) berichtet mir stolz davon, daß er mit seinen Kumpels neulich „Fast and Furious 5“ gesehen hat. Der läuft gerade im Kino und ist ab 12 Jahren freigegeben, also streng genommen noch off limits, aber natürlich kein echter Grund zur Aufregung. Und natürlich haben sie eine Kopie gesehen, die irgend ein großer Bruder aus dem Netz gesaugt hat. Ich bin semiglücklich darüber, denn mir sind auch schon Anfragen zu „Rambo III“ oder „Gladiator“ zu Ohren gekommen. Einerseits will ich nicht, daß er die jetzt schon sieht, auch wenn ich natürlich in dem Alter auch Filme gesehen habe, die noch nichts für mich waren, z.B. „Papillon“. Andererseits bin ich froh, daß er die dann mit mehreren sieht und auf dem Fernseher oder PC, im erleuchteten Kinderzimmer. Denn im Dunkeln, mit dröhnendem Dolby Surround auf den Ohren ist das ja noch einmal etwas ganz anderes. Ich erinnere mich gut daran, wie ich in „Der Herr Der Ringe – Die Zwei Türme“ saß (FSK 12) und neben mir während der Belagerung von Helms Klamm ein weinender zwölfjähriger Junge in seinem Sessel immer weiter in sich zusammenschrumpfen schien.

Captain Jack schleicht gerne um meine ziemlich große Filmsammlung herum und studiert intensiv die „Gütesiegel“ auf den Hüllen. Ihm ist nicht entgangen, daß die Siegel aus UK anders aussehen als die aus Irland, Korea, Australien oder den USA. Ich versuche immer, ihm zu erklären warum ich glaube, daß ein bestimmter Film für ihn noch nicht geeignet sei. Andererseits weiß ich eben auch um die Besonderheiten mancher FSK-Empfehlungen und kann mit ihm ruhigen Gewissens Filme ansehen, die er auf dem Papier eigentlich noch nicht sehen darf. Neuerdings (seit ein paar Jahren) heißt FSK 12 ja auch nicht mehr, daß man da erst ab 12 ins Kino darf sondern, ähnlich wie in den USA, daß auch jüngere Kinder in Begleitung ihrer Eltern mit hinein dürfen. In der Realität sieht das leider oft so aus, daß die Eltern zwar die Karten kaufen, aber den Nachwuchs dann mit „viel Spaß“ verabschieden und erholsame zwei Stunden in der Stadt endlich mal ohne die Blagen in Ruhe einen Kaffee trinken und shoppen gehen. Letzten Sommer saß ich neben einer Reihe höchstens achtjähriger Jungs in „Inception“ (ab 12) – nicht gerade ein Film für kindliche Gemüter. Ich will nicht wissen, wie viele nasse Betten es anschließend neu zu beziehen gab.

Wie sehen solche Begründungen für eine FSK-Freigabe aus? Ich möchte mal zwei Beispiele gegenüberstellen. Zum einen aus der Erklärung zur Freigabe für „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“ zitieren. Das ist eine Verfilmung eines bekannten Vampir-/Fantasywerks mit einem Haufen Teenies, produziert von einem Major Studio, beworben mit entsprechendem Aufwand und zielt ganz klar auf die breite Masse. In der Begründung für die Einstufung als FSK12 heißt es:

Obwohl die Atmosphäre teilweise bedrohlich ist und auch die Schwangerschaft mit angstvollen Aspekten geschildert wird, sind bereits 12-Jährige in der Lage, diese Elemente im Kontext der gefühlvollen Genre-Geschichte mit ihren sympathischen Hauptfiguren zu verarbeiten. Auch die dezente Darstellung von Sexualität und wenige blutige Szenen können sie ohne die Gefahr einer Desorientierung verkraften, zumal die Handlung letztlich eine positive, versöhnliche Wendung nimmt.

Ich habe den Film nicht gesehen, aber diese Erklärung erscheint mir völlig schlüssig. Vielleicht mag sich ja jemand in den Kommentaren dazu äußern, der den Film gesehen hat. Dennoch ist mir nicht wohl bei dem Gedanken, daß sich eine Menge kleinerer Geschwister und jüngerer Kinder den Film ansehen werden, selbst in Begleitung ihrer Eltern.

Eine andere FSK-Freigabe sorgt gerade für einen ziemlichen Wirbel, nämlich die für „Romeos“. Das ist ein Independent-Film, eher Komödie als Drama, finanziert mit Hilfe von Fördermitteln und garantiert kein Straßenfeger. Aber die Protagonisten sind Jugendliche, die entweder trans- oder homosexuell sind und klar auf der Suche nach sich selbst, wie das eben so ist in dem Alter. Die FSK hat den Film ab 16 Jahren freigegeben und begründet wie folgt:

Der Film zeigt einen leidenden jungen Menschen, der auf dem Weg der Geschlechtsumwandlung mit seinem Umfeld, mit Spott und Vorurteilen zu kämpfen hat. Damit behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, die sich in diesem Alter in ihrer sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte.

Mit dieser Erklärung könnte man sich ja gerade noch abfinden, denn das Thema ist für die Jüngsten der beantragten Altersgruppe, also die Kleinkinder, die mit Eltern im Kino sitzen, wohl wirklich nicht leicht zu verstehen oder zu verdauen. Ich hätte vermutlich ein Problem damit, wenn sich Captain Jack’s kleiner Bruder (7) den Film mit ansehen würde; ein mindestens zweistelliges Alter fände ich deutlich angemessener. Und die FSK muss sich ja besonders um die jüngsten Kinogänger Gedanken machen.

Der Aufschrei im Netz ist allerdings aufgrund einer anderen Passage groß. „Dieser Film macht schwul … meint die FSK“ schreibt auch Batzmann von den Fünf Filmfreunden. „Homophobe Tendenzen“ hat coolibri.de bei der FSK ausgemacht. In der Tat mutet die Begründung in Teilen abenteuerlich an:

(…) behandelt der Film ein schwieriges Thema, welches für die Jüngsten der beantragten Zuschauergruppe, die sich in diesem Alter in der sexuellen Orientierungsphase befinden, sehr belastbar sein könnte. Das Thema selbst ist schon schwierig für 12 bis 13jr und die Schilderung einer völlig einseitigen Welt von Homosexualität im Film könnte hier zu einer Desorientierung in der sexuellen Selbstfindung führen. Die explizite Darstellung von schwulen und lesbischen Jugendlichen und deren häufige Partnerwechsel können verwirrend auf junge Zuschauer wirken, auch wenn der Film auf der Bildebene nicht schamverletztend ist und niemanden diffamiert. Der Film spiegelt eine verzerrte Realität wider, die Kinder auf Grund keiner oder zu geringer Erfahrung nicht erkennen können.

Trans- und homosexuelle Abweichler von der Norm sind also verstörender für kleine Kinder und Pubertierende als die außerirdische Fantasiewesen wie Vampire in „Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht, Teil 1“? Pubertierende Jugendliche könnten desorientiert werden, wenn sie sich die „einseitige Darstellung“ homosexueller Lebensentwürfe ansehen müssen? Da kann man schon ins Grübeln kommen, vor allem mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass sich jährlich eine Vielzahl Jugendlicher aus Verzweiflung das Leben nimmt, weil sie homosexuell sind und für sich keine Zukunft in der Gesellschaft sehen. In den USA lief aus diesem Anlass im vergangenen Jahr die viel beachtete „It Gets Better“-Kampagne, bei der sich Prominente – oft selbst homosexuell – vor die Kameras setzten und den jugendlichen Verzweifelten Mut zuprachen und von ihren eigenen Erfahrungen berichteten.

Ich halte die FSK dennoch nicht für einen homophoben Haufen Verklemmter und für eine sinnvolle Einrichtung. Sie liefert Anhaltspunkte, mehr geht auch gar nicht, und ist wohl lieber übervorsichtig. Die FSK-Einschätzung ist  dennoch eine Hilfe für verantwortungsvolle Eltern, die aus Zeit- und Kostengründen nicht erst jeden Film selber gucken können oder wollen um dann zu entscheiden, ob der Nachwuchs den sehen soll. Die Begründungen auf der Website sollte man sich jedoch in jedem Falle durchlesen und dann als mündiger Erwachsener und verantwortungsvoller Elternteil selbst entscheiden, was den eigenen Kindern zugemutet werden kann.

Dokumentarfilm: The Pruitt Igoe Myth

  • Veröffentlicht am 7th März 2011,
  • veröffentlicht von

Diese Plattenbau-/Hochhausarchitektur, mit der ab Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts die Welt zubetoniert wurde, übt eine merkwürdige Anziehungskraft auf die Menschen aus. Meist allerdings eher auf diejenigen, die nicht darin leben (müssen) und meist ist es auch eher die morbide Faszination des Fotografen oder das wohlige Schaudern eines Kindes vom begüterten Ende der Stadt, das nach dem Ballettunterricht nur deshalb so laut Sido und Eminem hört weil man Mama damit so schön auf die Palme bringen kann. Der Blick aus den oberen Stockwerken dieser Gebäude muß fabelhaft sein, egal ob aus einem Moskauer Vorort wie Berlin, ob am Strand von Westerland oder Waikiki in einer Touristenbettenburg oder in einem US- oder lateinamerikanischen Slum.

Ich frage mich angesichts solcher architektonischen Wuchtbrummen immer, wie man damals wohl die allerersten Bewohner dazu gekriegt hat, in diese blitzblanken Neubauten einzuziehen. Eines der allerersten Siedlungsprojekte war Pruitt Igoe in St. Louis (USA). Dessen Aufbau und Verfall wurde in einem gleichnamigen Dokumentarfilm erläutert. Der Trailer lässt erahnen, wie leicht, fröhlich und frei sich die allerersten Bewohner dieser neuen Architektur gefühlt haben – für eine sehr, sehr kurze Zeit. In einer meiner Lieblingsserien, The Wire, sehen wir eher die Schattenseiten des Lebens in solchen „Projekten“. Und als die Türme irgendwann abgerissen werden, ist die Freude bei den Anwohnern auch eher matt zu nennen. Was kann man schon groß erwarten? Es mag neuer werden, aber letztlich nicht wirklich besser.

Ob der Film hierzulande in den Kinos anläuft oder eher irgendwann im Nachtprogramm von arte gezeigt wird? Ich mach’ mir mal einen Knoten ins mentale Taschentuch.

„The Proposal“ – Der Heiratsantrag des Jahres

  • Veröffentlicht am 16th Dezember 2010,
  • veröffentlicht von

Taschentuchalarm: Ein junger Mann hat mit Muppetfiguren einen Kinotrailer gebastelt und gedreht, den dem örtlichen Kinobetreiber in die Hand gedrückt und dann seine Angebetete ins Kino eingeladen, wo zwischen ein paar Statisten schon alle Bekannten und Verwandten im  dunklen Saal saßen. Dann lief dieser „Trailer“:

ARVE Error: no video ID

Und jetzt leben Sie hoffentlich glücklich und in Frieden bis ans Ende ihrer Tage.

Hier gibt’s die ausführliche Fassung, mitsamt einem Making-Of. Schneuz.

Mein Filmjahr 2010

  • Veröffentlicht am 16th Dezember 2010,
  • veröffentlicht von
Mein Filmjahr 2010

Ich war dieses Jahr nicht sehr häufig im Kino. Entweder ich hatte keine Zeit, oder keine Lust oder wenn beides vorhanden war, gab es gerade keinen Film, den ich sehen wollte, oder nur in irgendwelchen streichholzschachtelgroßen Pupskinos wie dem kleinen Abaton oder Saal 4.277 eines Multiplextheaters. Dafür 7 Euro oder mehr ? Nicht albern werden, ja? Einige dieser Filmstarts habe ich mir daher gemütlich auf dem heimischen Sofa gegeben, direkt aus dem US iTunes Store. Aber insgesamt war 2010 kein Vintage Jahrgang, das steht mal fest.

Alice in Wonderland. Regie: Tim Burton, das ist ja quasi ein Selbstgänger. Schräg, düster und komisch und definitiv nichts für Kinder unter 21 Jahren. Trotzdem kein Film, den ich mir noch einmal ansehen werde, dafür ist mir die Handlung einfach per se zu doof.

Edge of Darkness. Der jüngste Mel Gibson Thriller, und kein schlechter. Aber auch kein wirklich guter, was nicht an Gibson liegt, sondern an der „machen wir jetzt Payback 2 oder doch lieber so eine Art Signs?“ Unentschlossenheit der Macher. Ich stehe auf und zu Mel, werde diese blöde Karrierewiederbelebungsmaßnahme mit dem Bieber ignorieren und auf einen weiteren guten Actionkracher à la Ransom hoffen.

Eat, Pray, Love. Siehe hier. Vorhersehbar, schön fotografiert, schon vor Ende des Abspanns wieder vergessen. Popcorn.

The Ghostwriter. Als Syltfan kommt man da natürlich nicht drum herum (falls es jemand nicht mitbekommen hat: die Insel mußte Martha’s Vineyard doubeln, da Polanski bekanntlich nicht in die USA einreisen darf/kann/will/whatever). Nicht sein bester Film, aber trotzdem keine Enttäuschung und den Eintritt wert.

Harry Potter and The I Can’t Remember The Bloody Name, Part 1. Auf Wunsch eines einzelnen Herrn, der danach nicht sonderlich gut geschlafen hat. Ich fand den Film absolut grauenhaft, bis auf die wunderschöne Sequenz der Märchenerzählung, die absolut berauschend animiert war. Den Teil, und genau nur den Teil hätte ich gern auf DVD. Ansonsten gilt: wir warten weiterhin auf einen Film mit Helena Bonham-Carter, in dem sie eine ordentliche Frisur hat. Ach was: überhaupt eine Frisur. Und auf den kleinen, dicken Neville Longbottom werde ich künftig ein Auge haben. Wahrscheinlich sogar zwei.

Inception. Das dürfte wohl fraglos das visuelle Highlight des Jahres gewesen sein, wenn auch nicht das inhaltliche. Die Geschichte war ja doch sehr hohl (Momentum it ain’t). Aber insgesamt war der Film doch sein Eintrittsgeld wert.

Karate Kid. Captain Jack war sehr angetan. Ich fand das Original damals schon doof, bis auf ein, zwei Momente. Der Junge von Jaden Pinkett-Smith und Will Smith hat das gute Aussehen seiner Eltern geerbt, und das Selbstbewußtsein, aber nicht das Charisma seines Vaters. Naja, vielleicht kommt das ja noch.

The Kids Are All Right. Äh, ja. Ein belangloser öffentlich-rechtlicher TV-Vorabendfilm, den ohne das „Lesben!“ Label mit Recht kein Schwein gesehen hätte. Pluspunkt: eine Rolle für eine Frau über 50 (Benning). Minuspunkte: der Rest. Den Film fand ich in jeder Hinsicht wirklich beleidigend. Angefangen bei der unfassbar peinlich umgesetzten PG-13 Liebesszene zwischen den Hauptdarstellerinen, über den komplett fehlbesetzten Mark Ruffalo, der hier vergeblich so tat, als sei er der Dude, bis es schliesslich in der „Lesben warten ja nur auf den richtigen Kerl, der sie dann kuriert“ Nummer gipfelte. Rausgeschmissene 3,99 $.

Prince of Persia, The Sands of Time. Ebenfalls auf Wunsch eines einzelnen Herrn. Ja, äh, gut, äh, was soll ich sagen? Lieber nichts, außer: Captain Jack hat’s gefallen.

Robin Hood. Ach Ridley, mein Ridley. *schnief* Nee, das war so gar nichts.

The Social Network. Von David Fincher hatte ich eigentlich deutlich mehr erwartet. Das hier war seltsam leblos, genau wie Facebook. Ich bin ja immer noch davon überzeugt, daß wir eines Tages alle aufwachen und uns die Augen reiben, so etwa wie wenn wir alte Fotoaben von uns aus den 80ern ansehen: Haben wir diesen Mist wirklich freiwillig mitgemacht? Facebook ist ja doch irgendwie der Denver Clan unter den Social Networks.

Toy Story 3. *schnüff*

Wall Street 2 hätt’s dann auch nicht gebraucht.

Nowhere Near Here

  • Veröffentlicht am 14th Dezember 2010,
  • veröffentlicht von

ARVE Error: no video ID

Stop Motion Animation, kombiniert mit gezeichneten Elementen: Pahnls „Nowhere Near Here“

Der Animationsfilm ist ja eines meiner liebsten Steckenpferde. Etwas zu zeichnen oder zu modellieren und Bild für Bild zum Leben zu erwecken, das ist unendlich mühselig und eine Kunst, die für meinen Geschmack weniger Anerkennung erfährt als ihr gebührt. Der britische Künstler Pahnl ist seit 2003 hauptsächlich für seine Straßenkunst und Stencil Art bekannt, und so ist sein Film „Nowhere Near Here“ nur eine logische Fortsetzung seines Schaffens mit anderen Mitteln.

Der Künstler hat eine eigene Website, auf dem man u.a. Einzelbilder aus dem Film kaufen kann. Aber auch die Stickerpacks sind vielleicht noch ein cooles Last-Minute-Geschenk zum Fest.

Cowboys & Aliens Trailer

  • Veröffentlicht am 18th November 2010,
  • veröffentlicht von

Bidde was?

Yup.

Cowboys & Aliens. Auf so eine wilde Mischung kann ja nur ein Comicautor kommen, und natürlich: Scott Mitchell Rosenberg hat die Welt Mitte des letztens Jahrzehnts mit der Geschichte des einsamen Fremden beglückt, der in der Wüste Arizonas gegen den fiesen Boss des Städtchens Absolution und seine Gang kämpft und wo sich alle Beteiligten zusammenraufen müssen um gegen die plötzlich angreifenden Aliens zu kämpfen. Der Fremde „hat da was am Arm“ und wird dadurch schnell unverzichtbar.

Ich mag Comics und Graphic Novels und ich mag Cowboys. Was ich bekanntlich nicht mag, sind Aliens und Sci-Fi. Aber nach diesem Trailer zu urteilen, wird das Ding eine extrem lustige Angelegenheit werden. Daniel Craig und Harrison Ford? Oder, wie es ein YouTube Kommentator ausdrückte: INDIANA JONES AND JAMES FUCKING BOND?!? Gekauft! Für die Herren der Schöpfung ist dann noch Thirteen bzw. Olivia Wilde mit an Bord. Sieht nach einem rundum-Sorglos-Paket für die ganze Familie aus. :)

Eat Pray Love

  • Veröffentlicht am 23rd September 2010,
  • veröffentlicht von

Eat Pray Love | ab 23. September im Kino

D: Julia Roberts, James Franco, Javier Bardem
R: Ryan Murphy
Offizielle dt. Website zum Film | IMDB Eintrag | Trailer
Bild mit freundlicher Genehmigung und © 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Hmja. Wer die letzten Wochen mal die Nase in eine Bahnhofsbuchhandlung gesteckt hat, kam an diesem wohl autobiografisch angehauchten Bestseller von Elizabeth Gilbert nicht vorbei. Ich umschiffe Bestseller weiträumig wenn es eben geht, noch dazu in deutscher Übersetzung, und mit Julia Roberts Filmen hab ich’s auch nicht so sehr, aber ich brauchte mal wieder etwas Herz-Schmerz und begab mich daher ins Kino, die Verfilmung des Buches anzusehen.

Inhalt: Frau Roberts Figur ist in der Midlife Crisis und will ein Jahr aussteigen und die Welt sehen. Oder zumindest Italien, Indien und Bali. Und natürlich findet sie den Typen den sie nicht gesucht hat, aber natürlich gesucht hat. Alles sehr vorhersehbar, aber schön fotografiert.

Je älter die Roberts wird, desto mehr verzichtet sie auf die albernen Manierismen und wirft einfach ihren Charme und ihr 1000 Watt Lächeln an. Das reicht schon, eine Streep war sie nie und wird sie nie, aber die ist hier auch nicht gebraucht (die hat sich in sinnfreien feelgood-Rollen ja unlängst gleich zweimal hintereinander in Mamma Mia! und diesem langweiligen Kochfilm ausgetobt, dessen Name mir gerade nicht einfallen will und der selbst zum googeln zu öde war.) Was an James Franco so toll sein soll, wird sich mir in diesem Leben nicht mehr erschließen, aber Javier Bardem gibt eine passable Mischung aus Gérard Depardieu und Mario Adorf ab und hält die Fahne für die Charme-Bären hoch.

Eat Pray Love ist ein bisschen wie ZDF-Traumschiff gucken. Muss manchmal auch mal sein. Reicht aber auch noch im Fernsehen.

Kostenloser Download: The Social Network Soundtrack

  • Veröffentlicht am 21st September 2010,
  • veröffentlicht von

Der Film The Social Network basiert recht unverhohlen auf der Geschichte von Mark Zuckerberg und der Entstehung von Facebook. Den Soundtrack dazu hat Trent Reznor (Nine Inch Nails) in Zusammenarbeit mit seinem alten Kollaborateur Atticus Ross auf die Beine gestellt. Fünf Tracks davon gibt es es jetzt im Austausch gegen eine valide E-Mailadresse zum kostenlosen Download: Klick!

NIN macht nicht die Art Musik auf die ich kann, wie man so sagt. Das eine oder andere Stück hat sich zwar über die Jahre in meiner digitalen Musikbibliothek gehalten (z.B. sieben verschiedene Versionen von Closer), aber generell ist mir das meist zu wenig Musik und zuviel Klang. Das wiederum klingt natürlich prädestiniert für einen Soundtrack bzw. Score, und so habe ich mich erwartungsvoll hingesetzt und die Lauscher aufgemacht, obwohl ich den Film noch nicht gesehen habe.

Daß es düster werden würde, war mir schon klar: Trent Reznor steht nicht gerade für Shiny Happy People Musik und ist meiner Meinung nach so etwas wie David Fincher (Se7en, The Game, Zodiac) für die Ohren. Aber das passt natürlich wie Faust aufs Gretchen, denn Fincher ist der Regisseur von The Social Network. Die Tracks sind dann auch ruhig-hypnotisch, leicht unheimlich und eher von der beunruhigenden Art. Am gefälligsten ist da noch On We March, das mir als ideale Untermalung eines unfreiwilligen Zahnarztbesuchs nachts um drei bei einem unbekannten Menschen vorkam, der einen Bohrer in der Hand hält. Und das wiederum beruhigt mich sehr im Hinblick auf den Film, dessen drei Teaser/Trailer ja bislang eher von der belanglosen Art waren.

The Drifter

  • Veröffentlicht am 5th Juli 2010,
  • veröffentlicht von

The Drifter
R: Taylor Steele
D: Rob Machado, Kelly Slater
Auf DVD und im iTunes (US Store)
IMDB Eintrag | Offizielle Website

ARVE Error: no video ID

Vor 17 Jahren, als unmittelbare Reaktion auf meinen ersten Burnout in meinem ersten Job, schmiss ich alles hin und begab mich ans andere Ende der Welt um zu surfen. Meine Version des Endless Summer dauerte zwar nur zwei Monate, aber ich bin nie so ganz wieder hier angekommen. Gestern fand ich beim Stöbern im US iTunes Store diesen Film. Inzwischen habe ich ihn schon dreimal gesehen und dazwischen läuft der Soundtrack in der Endlosschleife. Und die Planungen für den nächsten Trip nehmen auch schon konkrete Formen an.

Up In The Air

  • Veröffentlicht am 17th Juni 2010,
  • veröffentlicht von

Up In The Air
R: Jason Reitman
D: George Clooney, Vera Farmiga, Anna Kendrick

seit 4. Juni auf DVD
IMDB Eintrag | Offizielle Website
Bild © und mit freundlicher Genehmigung von Paramount Home Entertainment


„Please, for the love of God, can I fire the next one?

Dieser Film funktioniert für mich nicht. Er hätte vor ein paar Jahrzehnten vielleicht theoretisch funktionieren können, als man über den mitspielenden Star als Otto Normalzuschauer nur das wußte, was das Publicity Department des Studios und sein Agent bereit waren, an die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Allerdings hätte er inhaltlich nicht funktioniert, weil es damals eben noch kein Internet gab. Heutzutage gibt es täglich mehr Menschen, die irgendwann im Leben mindestens einmal aus Budgetgründen à la américaine per Videokonferenz entlassen wurden. (Yours truly übrigens auch vor ein paar Jahren, und ja, es ist in der Tat ein traumatisches Erlebnis.) Und dank des Internets, schmerzfreier Klatschpresse und schamlosen Paparazzi wissen wir quasi per Osmose, daß Mr. Clooney auch mit fast fünfzig Jahren ein Baskebabll-Jock und Womanizer ist, der gar nicht ans Heiraten denken will. Die Parallelen zu seiner Filmfigur sind so aufdringlich, daß man diese Fakten nicht aus dem Kopf bekommt während man den Film sieht. Abschalten ist also nicht wirklich gut möglich und darum funktioniert der Film für mich nicht.

Was mich erstaunt hat ist, daß nach Ende des Films die Frauenrollen für mich sehr viel stärker nachgewirkt haben als die männliche Hauptrolle. Der Film ist ein Starvehikel, komplett auf George Clooney zugeschnitten. Das geht soweit, daß die Namen der Schauspielerinnen tatsächlich nicht einmal auf dem DVD-Cover erwähnt werden. Auch nicht auf der Rückseite. Ich mag Clooney, und natürlich habe ich mir den Film ursprünglich seinetwegen angesehen, wie wohl die allermeisten der Zuschauer. Die Kamera liebt ihn und leckt ihn förmlich ab. Aber inhaltlich hat er nichts weiter beizusteuern, ganz im Gegenteil zu Vera Farmiga und insbesondere Anna Kendrick, die ich beide noch nicht bewußt in einem anderen Film wahrgenommen hatte (inzwischen habe ich die imdb angeworfen und kann sagen, daß ich zumindest Vera Farmiga schon in The Departed gesehen hatte. Anna Kendrick war mir hingegen völlig unbekannt.). Die Szenen, die ans Herz gehen, drehen sich um die beiden Frauen.

Der Film funktioniert aber auch deshalb nicht so richtig, weil er sich nicht entscheiden kann, was er nun sein will. Eine Komödie? Ein Drama? Eine Sozialkritk? Eine Liebesgeschichte? Er bedient sich aus allen Schubladen und formt daraus nichts eigenständiges. Das Ende ist so nichtssagend, das man es schon wieder vergessen hat noch bevor der Abspann durchgelaufen ist. Insofern wird Up In The Air seinem Titel gerecht und hängt völlig in der Luft. Vielleicht sollte man ihn im Flugzeug sehen.

„The moment of a lifetime“ – Die Oscars 2010

  • Veröffentlicht am 9th März 2010,
  • veröffentlicht von

This really is… There’s no other way to describe it, it’s the moment of a lifetime. First of all, this is so extraordinary to be in the company of such powerful, my fellow nominees, such powerful filmmakers who have inspired me and I have admired for, some of whom, for decades. And thank you to every member of the Academy. This is, again, the moment of a lifetime.

– Kathryn Bigelow in ihrer Dankesrede

“Well – the time has come” sagte Barbra Streisand, als sie den Umschlag mit dem Namen des Gewinners für die Beste Regie öffnete. Es war eine Gewinnerin: Zum ersten Mal in der Geschichte der AMPAS (Academy of Motion Pictures, Arts and Sciences) wurde eine Frau für ihre Arbeit als Regisseurin ausgezeichnet. Alten Filmbusinesshasen und Awards-Nerds wie mir war das in dem Moment klar als Barbra die Bühne betrat, denn immerhin war sie wiederum die erste Frau, die den Golden Globe für die beste Regie mit nach Hause nehmen durfte (1983 für Yentl).

Die Gewinnerin heißt Kathryn Bigelow und bei jedem ihrer meist sehr actionlastigen Filme wird betont, daß er von einer Frau gedreht wurde. Als ob Frauen nichts über Gewalt wüßten! The Loveless (1982) dreht sich um eine Motorradgang, die eine Kleinstadt heimsucht. Blue Steel (1989) zeigt eine Polizistin, die sich gegen einen sie stalkenden Psychokiller zur Wehr setzt. Point Break (1991) hat Banküberfälle, Big Wave Surfing und Fallschirmspringen. Strange Days (1995) galt vor fünfzehn Jahren als einer der gewalttätigsten Filme seiner Zeit. Der Oscarprämierte The Hurt Locker nun ist ein Thriller über einen Bombenräumtrupp im Irak.

Kathryn Bigelow hat viele gute Filme gemacht. Und ob The Hurt Locker besser oder schlechter war als seine neun (!) Konkurrenten um den Thron des Besten Films, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich freue mich für sie und hoffe, daß wir nicht wieder 81 Jahre auf eine Gewinnerin warten müssen. Susanne Bier, Rebecca Miller, Kimberly Peirce und viele mehr scharren schon mit den Hufen.

Kleine Medienrückschau

  • Veröffentlicht am 16th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Im vergangenen Jahr habe ich das erste Mal wieder mehr Bücher als DVDs gekauft und wieder mehr gelesen als Filme gesehen. Auch einiges an Musik wurde angeschafft. Und das erste Mal seit 2001 kann ich die Anzahl der gekauften DVDs wieder an den Fingern einer Hand abzählen, und die Anzahl der im Kino gesehenen Filme ebenfalls.

Im Kino gab’s vier Filme, von denen mich nur Gran Torino überzeugte. Wenn auch mit einem Eastwood’schen Augenzwinkern, das die Kritiker wie üblich nicht wahrgenommen haben, weil sie sich zu sehr auf “Dirty Harry ist zurück” und ähnlichen Quatsch gestürzt haben. Man muß wohl wirklich nach Frankreich auswandern, um dämlichen Eastwood-Rezensionen aus dem Weg zu gehen.

Der Baader Meinhof Komplex war starbesetzt, toll ausgestattet und rundherum nichtssagend, weil hier alles, was in den 60ern und 70ern politisch relevantes passiert ist, und das ist bekanntlich einiges, in einem Film verwurstet wurde. Ich hatte das Glück, das Buch vor rund 20 Jahren gelesen zu haben und alt genug zu sein um mich noch an viele Zusammenhänge selbst zu erinnern. Ob die 18ährigen im Publikum sonderlich viel verstanden haben, darf bezweifelt werden.

Mullewapp war einfach nur ärgerlich. Dieser Kinderfilm hatte null Charme und ist keiner Erwähnung wert. Es sollte der erste Kinofilm meines Patensohns Nr.2 (Captain Jacks kleinem Bruder) werden, wenige Tage vor dessen 5. Geburtstag. Mir schwante ja schon etwas, aber er wollte unbedingt da rein. “Da rein” war eine Schuhschachtel des Westerländer Kinocenters, in dem die Leinwand nur unwesentlich größer ist als ein Fernsehbildschirm. Wenn ich so bedenke, was ich bei meinem ersten Kinofilm damals™ für ein Glück hatte: Susi und Strolch, ein echtes Disney Meisterwerk, und auch in einem tollen Kino. Captain Jack hatte zwar nur Lauras Stern als ersten Film, aber wenigstens bei der Premiere, komplett mit rotem Teppich, Blitzlichtgewitter, kostenlosem Popcorn und einer Geschenketüte für jedes Kind. (Das hat ihn natürlich auch fürs Leben geprägt; sein Vater war dem Vernehmen nach sehr irritiert, als er ein paar Wochen später bei einem anderen Kinobesuch von seinem Ältesten gefragt wurde, wo denn jetzt die Geschenke und der rote Teppich abgeblieben seien.)

Willkommen bei den Schti’s war teilweise recht witzig, aber letztlich auch reichlich banal und mehr so ein TV-Film der Woche, nur halt im Kino. Ich hoffe ja nach wie vor darauf, daß ich irgendwann im Leben noch einmal eine französische Komödie sehen werde, die mein Humorzentrum trifft. Es gibt so viele tolle französische Filme, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Solange halte ich mich an die Briten.

Auf DVD habe ich mich hauptsächlich auf TV-Serien gestürzt, nicht zuletzt dank der Finanzkrise und dem dadurch sehr geschwächtem Britischen Pfund Sterling. House, MD (Season 5) hat mir entgegen aller Unkenrufe sehr gut gefallen, da sich die Serie entwickelt und experimentiert. Nicht immer in eine plausible Richtung oder erfolgreich, aber wenigstens wird hier nicht nur Schema F gefahren und Hugh Laurie ist einfach klasse, fertig.

Die Sopranos hatte ich schon immer im Visier, aber trotz meiner knapp fünf bei Warner Bros. verbrachten Jahre (WB als Schwesternfirma von HBO unter dem TIME/Warner Dach veröffentlicht die Serie hierzulande) habe ich es nie geschafft, mehr als zwei Folgen oder einige Ausschnitte zu sehen. Diesmal bin ich immerhin bis zur vorletzten Staffel gekommen, bevor mich die Langeweile packte und ich die schweren Jungs erst einmal wieder ins Regal verbannte. Ein paar Wochen später habe ich dann den Rest gesehen und war insgesamt doch recht angetan. Aber in die Top 5 meiner liebsten TV-Serien wird sie es nicht schaffen.

Anders The Wire, die sich aus dem Stand auf Platz 3 meiner Lieblingsserien katapultiert hat. Ob die Serie so realistisch ist wie die Presse schreibt, kann ich nicht beurteilen. Aber hart, schonungslos und trotzdem warmherzig, nie unglaubwürdig und sie wirkte noch lange, lange nach. HBO ist offenbar nach wie vor ein Garant für Qualitätsfernsehen. Die US-Version der Box ist übrigens codefree, auch wenn das nirgends vermerkt ist.

Der einzige Kinofilm auf DVD der es dieses Jahr in meine Sammlung geschafft hat, war Michael Manns Public Enemies. Dies dürfte dann auch mein letzter Michael Mann DVDkauf gewesen sein, denn obwohl er immer wieder eine fesselnde Atmosphäre in seinen Filmen zustandebringt, er meist eine erstklassige Besetzung zusammentrommelt und Ausstattung, Musik, Beleuchtung, Kamera etc. makellos sind, bleibt man oft gelangweilt und ratlos zurück: Was wollte er uns diesmal sagen, und warum hat er’s nicht einfach getan? Miami Vice, Collateral, Ali – Mann dreht Hochglanzfilme ohne nennenswerte oder sonderlich glaubwürdige Geschichte, seelenlos und blutarm, mit Ausnahme vielleicht von Heat. Es gibt schlechtere Filme, sicherlich, aber auch viele weitaus bessere.

Meine neuen Bücher werde ich dann demnächst sukzessive vorstellen. Soviel vorab: hier gab es keine Enttäuschungen.

Am Anfang war das Wort

  • Veröffentlicht am 10th Januar 2010,
  • veröffentlicht von

Über diesen (schon etwas älteren) Werbespot des französischen Fernsehkanals Canal+ bin ich bei nordfischbaby gestolpert und habe mir ein Loch ins Bein gefreut: Tolle Geschichte, gut umgesetzt, spannend bis zum Schluß und eine prima Auflösung. Würden sich doch mehr Filmemacher daran halten!

ARVE Error: no video ID

Boondock Saints

  • Veröffentlicht am 20th Juli 2006,
  • veröffentlicht von

Boondock Saints

R: Troy Duffy
D: Sean Patrick Flanery, Norman Reedus, Willem Dafoe
Offizielle Website | Imdb Eintrag

Es gibt große und kleine, gute und schlechte Filme, und dann noch guilty pleasures. Das sind die Filme, die irgendwo zwischen all diesen Stühlen sitzen und neben gähnenden Handlungs- und Logiklöchern, obskuren Darstellern und oft megacoolem Soundtrack vor allem einen immensen Unterhaltungswert besitzen. Meist sind sie im Kino sang- und klanglos untergegangen und haben ihre Fangemeinde auf Video bzw. DVD gefunden. Nicht selten wird ihnen das Label „Kult“ aufgepappt. Ein perfektes Beispiel für solche Filme, die ich leicht schuldbewußt aber mit breitestem Grinsen immer wieder gerne ansehe, ist Boondock Saints.

Before the McManus brothers go to Heaven, they're gonna raise a little Hell

Connor (Sean Patrick Flanery) und Murphy (Norman Reedus) MacManus sind zwei irischstämmige und sehr katholische Brüder, die sich ein stark renovierungsbedürftiges South Bostoner Loft teilen, keinem Drink aus dem Weg gehen und im Schlachthaus arbeiten. An St. Paddie’s legen sie gerade mit ihren Kumpels den Pub eines böse unter dem Tourette-Syndrom leidenden befreundeten Barbesitzers trocken, als ein paar schwere Jungs von der Russenmafia den Laden schließen möchten. Ganz, ganz dumme Idee finden die MacManus Brüder und lösen das Problem auf ihre eigene humorvoll-rustikale Art. Sie töten die Russen in Notwehr und haben eine Vision, die wohl nicht ganz zufällig an zwei andere schwere Jungs der Filmgeschichte erinnert, die im Auftrag des Herrn unterwegs sind. Die MacManus Brüder planen, die Welt von Abschaum wie der Mafia zu befreien – und setzen diesen Plan so laienhaft wie erfolgreich in die Tat um. Dicht auf den Fersen ist ihnen dabei FBI Agent Smecker (Willem Dafoe in einer seiner besten Rollen), der zunehmend ins Grübeln kommt, ob an dem Plan der beiden nicht was dran sein könnte… Die nachfolgende Schlachtplatte ist eine tour de force fuer sensiblere Gemüter und wird durch den unbestreitbaren Charme der Jungs, erfindungsreiche Kameraeinstellungen, brilliant besetzte Nebendarsteller (die sich teilweise aus dem Freundeskreis des Regisseurs rekrutieren und weitgehend selbst spielen) und clevere Montagen und Rückblenden nicht nur erträglich sondern fast zur Delikatesse.

Die Entstehungsgeschichte von Boondock Saints ist fast noch wilder und schräger als der Film selbst. Troy Duffy arbeitete in einer Bar in L.A., spielte mit seinen Brüdern in einer Rockband und schrieb nebenbei das Drehbuch. Harvey Weinstein witterte den nächsten Tarantino, versprach Duffy einen Haufen Geld und ihm die Bar zu kaufen und plante, Boondocks ganz groß rauszubringen. Zeitweise schwirrten Namen wie Brad Pitt und Matt Damon durch die Gegend, aber irgendwie implodierte das Projekt und das Budget schmolz wie Butter an der Sonne. Am Ende spielte der mit Laien-, Neben- und Charakterdarstellern besetzte Film nicht zuletzt dank des Columbine-Massakers, das noch sehr frisch im Gedächtnis des US-Publikums war, nur ein paar Tage auf der großen Leinwand und verschwand dann sang- und klanglos im Videoregal. Dort wurde er durch Mundpropaganda zu einem der am meisten ausgeliehenen Filme und gewann eine wachsende und treue Fangemeinde. Duffy selbst hatte nicht so viel Glück wie sein Film und legte sich erfolgreich mit ganz Hollywood an, was zur Folge hatte, dass er seither nicht nur keinen Film mehr gedreht hat sondern dort auch von niemandem mehr mit der Kneifzange angefasst wird. Statt dessen gab es sogar einen Film über seinen Aufstieg und Fall.

Küzlich hat Fox eine Special Edition DVD in den USA herausgebracht, die über einen Haufen Specials, einen Regiekommentar und einen Kommentar von Billy Connolly (Il Duce) verfügt, sowie natülich über die legendäre Untertitelfunktion, wo schlicht die Anzahl der Vier-Buchstaben-Worte gezählt wird. Alles zusammen in einer hübschen Blechdose verpackt, die das Sammlerherz erfreut. Kein großer Film, kein guter Film – aber ein vielversprechendes Debut und vor allem Pflichtprogramm um den St. Patrick’s Day standesgemäß einzuläuten!