Fahrradfahren

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Schon wieder Sonnabend mittag und ich hab’ das Brot vergessen. Kamps ist zwar nur zwei Minuten zu Fuss, kann aber bekanntlich nicht backen und daher muss ich ein Backhus aufstöbern, oder besser noch mal eben zum Markt. Obwohl ich ja erklärter Autofahrer aus Überzeugung bin, kommt es mir doch etwas blöd vor, für die paar Meter das Auto zu nehmen (und ausserdem bekäme ich dort eh keinen Parkplatz und mein jetziger hier vor der Haustür wäre anschliessend auch weg). Also in den Keller klettern, zwischen all den Golfbags das Rad rauszerren und die Kellertreppe hochwuchten, dabei fällt mir das Handy runter und die Nase läuft auch wie Sau. Scheisserkältung. Da das Mistrad keinen Kettenschutz hat, habe ich mir unlängst schon eine meiner Lieblingshosen für immer versaut, also sitze ich wie der Affe auf dem Schleifstein und halte mein rechtes Hosenbein so weit wie möglich von den ölig lächelnden Zahnkränzen weg. Die wissen genau: Es ist nur eine Frage der Zeit bis meine Wachsamkeit nachlässt und sie ihre Chance auf eine frische Jeans kriegen.

Hinten ist mal wieder die Luft raus, ist ja klar, wenn man nur alle Jubeljahre mal fährt. Also eingeschwenkt zu Richter, deren Luftpumpe kurz akquiriert und mit den Rennpneus gekämpft. Meine Hände sehen schon nach wenigen Minuten aus als hätte ich die letzte Woche bei Ford am Fliessband gestanden. Irgendwo ist die versteckte Kamera, ich finde sie schon noch.

Der Markt packt sich gerade ein, rückt aber gnädig noch ein Brot raus. Ich fahre nach Hause, wenn’’s läuft ist’s ja ganz schön, das Wetter ist auch OK, nicht so heiss. Schwups, schon bin ich wieder zuhause. Alles retour und oben angekommen sehe ich es: Das breite Grinsen des Zahnradabdrucks auf meiner Jeans. Gotcha!