Aller Anfang ist schwer

806 Aufrufe

Tag 217 von 366 – Gemalt und an einem interessanten Kundenauftrag gearbeitet, der mir netterweise in den Schoß geplumpst ist.

***

Zu meiner gestrigen Frage nach einer guten App kamen viele gute Tipps, vielen Dank auch noch einmal an dieser Stelle. Ich werde sie der Reihe nach evaluieren und meine Freundin hat auch noch ein paar erwähnt, so dass der „Operation Weihnachtsfigur“ nichts mehr im Wege stehen dürfte. Gestern Abend hab’ ich mir schon mal ein paar oberflächlich angeschaut.

Drei Apps wurden am häufigsten genannt: Strava, Runtastic und Runkeeper, meine Freundin nannte noch Zombies, Run! und die Nike Club App. Auf den ersten Blick finde ich Strava sympathisch ob ihrer transparenten Datenschutzeinstellungen und der Möglichkeit, seinen Account dort unmittelbar und selbst wieder zu löschen. Ein Follower wies darauf hin, dass sie dort schon mal einen Datenreichtum hatten, wie fefe das immer so schön ausdrückt, also gehackt wurden.

Nun, ich schätze mal, das betrifft sicherlich alle Anbieter, die einen früher und die anderen später. Wo ein Trog ist, da sammeln sich die Schweine und absolute Sicherheit gibt es nicht. Vielleicht ist einem Unternehmen gerade mehr zuzutrauen, wenn es schon einmal Opfer einer Attacke wurde und anschließend mehr für die Sicherheit getan hat? Aber kontrollieren kann man das als Endanwender ohnehin nicht und die salbungsvollen Sprüche der PR-Abteilungen („Wir nehmen den persönlichen Schutz Ihrer Daten sehr ernst …“) sind natürlich albern. Was mich auf den ersten Blick bei Strava jedoch stört – abgesehen von der Farbe Orange, aber das ist natürlich kein ernst zu nehmendes Kriterium – ist ihr Dark Pattern App Design, das einen von der kostenlosen Basisversion in die bezahlte Version drücken will. Man muss höllisch aufpassen, nicht versehentlich ein Abo abzuschließen, bzw. auf die Annahme des kostenlosen Testzeitraums zu klicken, der sich dann automatisch in ein Bezahlabo umwandelt, und das törnt mich doch sehr ab.

Ich habe kein Problem damit, einmalig zehn oder zwanzig Euro für eine gute App zu zahlen, die das bietet, was ich suche. Umsonst ist der Tod und der kostet das Leben, wie Omi zu sagen pflegte. Softwareentwicklung und vor Allem -pflege kostet Geld, ich will ja gar nichts geschenkt haben. Aber ich sehe nicht ein, jährlich zwischen 50 und 100 Euro für etwas zu zahlen, was ich nicht so nutzen will, wie es von ihrer Seite aus geplant oder gewünscht ist. Ich habe kein Interesse an sämtlichen Gruppenfunktionalitäten, ich will keinem Forum beitreten, keine Social Networks verbinden oder gar Kontakte hochladen, ich brauche keine Ermäßigung bei Startgeldern für Marathons (*gacker*) oder Einkaufsangebote bei Adidas, Asics, Nike etc. Ich will einfach nur hier sitzen laufen und radfahren und meine Leistungen objektiv messen und online mit den Ergebnissen meiner Freundin vergleichen lassen können.

Die Ausrüstungs- bzw. Zubehörfalle ist gigantisch und verlockend wie bei allen anderen Themen. Ich habe zum Thema vor ein paar Monaten mal ein Video gedreht, was für Zeichenmaterial gilt, gilt auch für jeden anderen Bereich. Ich brauche das alles nicht, obwohl es natürlich interessant ist zu sehen, was es so alles gibt.

Eine App, ich habe schon wieder vergessen, welche es war, bietet die Möglichkeit an, sein Schuhmodell einzutragen und sich daran erinnern zu lassen, nach 500 km ein neues Paar zu kaufen. So Laufschuhe halten nämlich nur 500 km, danach zerfallen sie zu Staub oder so, keine Ahnung. Vielleicht läuft man dann auf Socken weiter, wenn das unterwegs passiert? Spannend.

Eine andere (oder war es dieselbe?) bietet an, sein Fahrradmodell einzutragen. In einem Dropdownmenü kann man wählen zwischen Rennrad, Mountainbike, Tourenrad und noch ein paar mehr; Hollandräder stehen seltsamerweise nicht zur Wahl. Oder sind das Crossbikes? Immerhin muss man erst einmal 20 Kilo aus dem Fahrradkeller die Treppen hochwuchten, bevor es losgehen kann. Man sieht ja auch oft Läufer mit Bleimanschetten an den Fussgelenken, oder Hanteln in der Hand, ist das nicht dasselbe Prinzip? Ich weiß es doch auch nicht. Das ist alles sehr neu für mich.

Am lustigsten war die Vorhersage eines Followers, ich würde sicher bald in Lycra gewandet bei den Cyclassics teilnehmen, dem jährlichen Hamburger Radrennen, bei dem es auch eine „Jedermann“-Version gibt. Das war offensichtlich jemand, der mich null kennt, aber ich habe sehr gelacht – nicht zuletzt, weil man bei Radrennen so selten Leute auf Hollandrädern sieht, die mit dem cw-Wert einer Schrankwand und in Lycra gewandet durchs Ziel rasen. Aber ich habe mich über die lieb gemeinte Motivation gefreut.

Vielleicht komme ich ja morgen endlich mal zum Laufen. Oder Radfahren. Aber ich hab’ so viel zu tun!

***
Lieblinks: