Bärlender!

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Tag 254 von 366 – Der Bärlendervorverkauf für die 2021er Ausgabe ist sehr erfreulich angelaufen. Bitte hier entlang. Bis zum 25.9. könnt Ihr noch vorbestellen, danach gebe ich den Druckauftrag und runde die Anzahl der bestellten Exemplare bis zur nächsthöheren bestellbaren Auflage auf, damit auch ein paar Nachzügler noch eine Chance haben, eines der begehrten Exemplare zu ergattern. Letztes Jahr waren das allerdings nur noch ein knappes Dutzend oder so, also nicht lange zögern – ran an den Speck!. 🙂

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Gemalt.

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Heute wurden im Rahmen eines nationalen Alarmtests die Sirenen getestet. In meiner Kindheit war das noch völlig normal, zwei-, dreimal im Jahr diesen Krach zu ertragen. Auch gab es viel häufiger auf den Dächern der Stadt Sirenen zu sehen, fast jede Schule hatte eine, viele offizielle Gebäude und Firmen. Ich muss lange überlegen, wann ich zuletzt eine gesehen habe. Gehört hingegen habe ich sie regelmäßig sonnabends auf den Golfplätzen Schleswig-Holsteins. Auf den umliegenden Bauernhöfen sprangen Punkt 12 Uhr die Sirenen an (was mich mehr als einmal einen vor Schreck verschobenen Putt und den Score gekostet hat). Mein Viererpartner sagte dann trocken, es sei Zeit zum Essenfassen. Wirklichen Alarm und schlimme Erinnerungen verbinden wohl nur noch die Kriegskinder mit dem Krach.

Da ich mein letztes Radiogerät vor 8 Jahren zusammen mit dem Auto verkauft habe (falls ich wirklich einmal Radio hören will, gehe ich auf die Website des Senders und hoffe, sie haben einen Livestream) und auch nie den Fernseher einschalte, es sei denn für den Videokanal, eine WM oder die Olympiade, bekäme ich dortige Warnungen gar nicht mit. Auf dem Smartphone hingegen ist die NINA App installiert, denn in Hamburg ist immer mal Sturm und Sturmflut und da will man ja Bescheid bekommen. Ich habe grundsätzlich mein Telefon und alle Benachrichtigungstöne stumm geschaltet, aber da man das verdammte Ding ja eh alle paar Minuten in die Hand nimmt, bin ich zuversichtlich, benachrichtigt zu werden.

Leider umsonst. Trotz installierter NINA App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) passiert rein gar nichts. Keine Sirenenklänge dringen an meinen Schreibtisch, kein Handy vibriert oder piepst, keine Nachricht im Sperrbildschirm. Im Ernstfall wäre das jetzt suboptimal, wobei ich wahrscheinlich eventuelles Getrampel der Nachbarn im Treppenhaus zwar mitbekommen, aber wie üblich ignorieren würde. Vielleicht hätte ich auf die KATWARN App setzen sollen? NIN fliegt jedenfalls achtkantig vom Smartphone, wenn ich die App öffne, steht da zwar, dass heute die Alarmmittel getestet werden, aber das ist nicht die Art und Weise, wie so etwas meiner Ansicht nach funktionieren sollte. Der Tagesspiegel schreibt, das, äh, sei eine bedauerliche Panne, das Warnsystem sein überlastet gewesen.

Nun ja. Mein Problem ist weniger, dass der Probealarm nicht geklappt hat, dazu macht man ja Probealarms (alarme?). Im Idealfall merkt man dann, was man ändern und verbessern muss und wo man falsch gelegen hat, und verbessert das. Mein Problem ist, dass ich den Verantwortlichen nicht zutraue, die entsprechenden Änderungen vorzunehmen, schnell, einfach und kostenbewusst. Welche Sirenen sollen schließlich erklingen, wenn sie alle nach Ende des Kalten Kriegs abgebaut wurden um Pflege und Wartung einzusparen? Und es lässt sich viel zu viel Geld mit der Erteilung von App-Entwicklungsaufträgen machen, als dass man das naheliegende, auf jedem noch so alten Handy funktionierende, eingebaute System namens SMS nutzen würde … wie der Rest der Welt. Meine Skepsis ist übrigens völlig überparteilich; Dank Lobbyismus der großen Beraterfirmen und Konzernen wie T-Dingsbums dürfte das bei keiner Regierungskoalition im Sinne des Bürgerwohls enden.

Zurück an den Zeichentisch.