Blick zurück, Blick nach vorn

2018 Edition

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Im vergangenen Jahr schon habe ich ein wenig im Freestyle meinen Jahresrückblick gebloggt, auch weil ich den berühmten Fragebogen jedes Jahr bescheuerter fand und die meisten Fragen darin relativ belanglos. Ich habe den zuletzt 2014 ausgefüllt und wenn ich mir das so durchlese, trifft vieles davon auch heute noch zu, besonders das Fazit. Ich bin sehr dankbar, dass ich von der Arbeit leben kann, die mir viel Spaß macht und die mir liegt. Ich bin sehr dankbar, dass der Bär so viele Freunde gefunden hat und so gut ankommt. Ich bin unendlich dankbar, dass ich gesund bin und meine Lieben weitgehend gesund sind und ich mich mit meiner Familie so gut verstehe. Ich überlege, welches die Highlights des Jahres waren und wo ich mich verbessern kann und muß. In beiden Kategorien weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll – so viel steht da. Das ist gut, schätze ich.

Für 2018 habe ich mir viel vorgenommen, mehr als sonst. Ich bin dieses Jahr 50 geworden und auch, wenn ich es nicht als midlife crisis bezeichnen würde, so habe ich doch das Gefühl, ich muss noch viel mehr schaffen. Ich habe noch so viel Ideen und die Zeit rinnt mir durch die Finger. Ich muss wieder mehr Zeit mit Planung verbringen um effizienter zu arbeiten; etwas, das ich früher ausschließlich gemacht habe, und in den letzten beiden Jahren vernachlässigt habe. Ich muss häufiger nein sagen zu Jobs, die ich nicht machen will. Grundsätzlich kann ich das glücklicherweise inzwischen, aber ich bin einfach zu nett. Später ärgere ich mich über die verlorene Zeit für ein ungeliebtes Projekt.

Ich will 2018 auch wieder mehr lesen, und da ich nicht die Zeit habe, das wie gewohnt manuell und stundenlang am Stück zu tun, idealerweise mit gedruckten Büchern (und meine Augen das wohl auch nicht mitmachen würden nach einem in der Regel 12-Stunden-Tag am Zeichentisch), muss ich mich wohl oder übel an Hörbücher gewöhnen, die ich beim Zeichnen laufen lassen kann. Eine der wenigen Luxusausgaben die ich mir nun zugestehe ist also ein Audible Abonnement. Und ja, Audible gehört inzwischen zu Amazon und Amazon ist BÖSE! und ja, mir ist das sowas von egal. Hörbücher unterliegen schließlich nicht der Preisbindung und ich drucke mir mein Geld nicht selbst.

Ich muss meine Zeit noch besser nutzen, insbesondere in den sozialen Netzwerken. Facebook kann ich leider nicht verlassen, da ich zumindest mit einer Visitenkartenpräsenz dort vertreten sein muss, ich sehe das als „Gelbe Seiten“ Eintrag. Ich will eigentlich viel mehr auf Instagram machen, das ein wirklich tolles visuelles Netzwerk ist, oder besser gesagt: war, jedenfalls bis es von Facebook übernommen wurde. Jetzt geht auch dort alles den Bach hinunter und ohne Werbegelder in die Hände zu nehmen, werden die Arbeiten dort nicht mehr auf normalem Wege gefunden. YouTube und Twitch ist so eine Dauerbaustelle bei mir. Und Twitter werde ich auch etwas zurückschrauben.
Snapchat habe ich hingegen inzwischen völlig aufgegeben, auch wenn ich das Tool inzwischen verstehe. Aber ich finde es beknackt zu benutzen und wenn ich ausschließlich massiven Widerwillen bei der Benutzung eines Werkzeugs empfinde, dann hat es keinen Sinn es einzusetzen.

Meine Website wird gerdade optisch wie inhaltlich und technisch überarbeitet, alles außer dem Blog wird zweisprachig angelegt und ich widme erstmals auch dem Thema SEO/SEM etwas mehr Aufmerksamkeit. Ich hätte das „zwischen den Jahren“ fertig machen wollen, aber es is’ ja wie’s is’, nicht wahr. Ich überlege erstmals, mich von e13.de als Domain zu verabschieden und auf kikithaerigen.de zu wechseln (und natürlich auch weiterhin über e13 erreichbar zu sein). e13 ist schön kurz und leicht zu merken und ich nutze die Domain nun im 18. Jahr. Aber “my name is my name!” wie schon Marlo feststellte. Mal schauen. Ich werde mich da wohl beizeiten einmal mit Herrn Buddenbohm drüber unterhalten müssen, der hat das Thema ja gerade erst hinter sich gebracht.

Ich habe auch erstmals mit dem Gedanken gespielt, den Relaunch einem reinen Webdesigner/FrontendHero zu überlassen oder aber zu Squarespace zu wechseln. Ich kann zwar WordPress nach nunmehr bald 13 Jahren im Schlaf und bin auch nicht völlig doof in Sachen Webdesign, aber ich habe eigentlich so gar keine Lust mehr, mich darum zu kümmern – weshalb ich auch schon 2016 damit aufgehört habe, Webdesign als Dienstleistung aktiv mit anzubieten und nur noch zwei Neukunden auf dem Gebiet angenommen habe. Andererseits kann es aber ja auch Spaß machen, wenn’s um die eigene Seite geht.

Wann immer ich in den letzten beiden Jahren eine wirklich gute Portfoliowebsite eines Künstlers gesehen habe, lag die bei Squarespace. Allerdings würde das einerseits wieder zusätzliche monatliche Fixkosten bedeuten, mit denen ich mich einfach nicht belasten will – es läuft gerade recht gut (auf Holz klopfen), aber ich bin ein vorsichtiger Mensch – und ich habe inzwischen auch zu viele Dienste über Nacht verschwinden sehen, als dass ich meine eigene Website komplett einer Plattform anvertrauen würde. Eigener Herd ist Goldes wert, nicht wahr.

Ich werde in diesem Jahr wieder einen Vortrag/Workshop zum Thema #bingecreating für die re:publica einreichen und freue mich auf Berlin, falls er angenommen wird. (Falls nicht, werde ich wohl statt nach Berlin nach Erlangen zum Comic Salon fahren.) Auch für die Social Media Week Hamburg habe ich noch in letzter Minute einen entsprechenden Workshop eingereicht, mal schauen, ob die mich wollen. Sonst stehen keine größeren Reisen auf dem Plan, ein paar Tage Nordseeinsel im Juli, das muss reichen. Ich will eine neue Kamera, die will ja auch erspart werden.

Was ich 2018 aus Gründen der Mentalhygiene nicht mehr machen werde: Nachrichten hören bzw. schauen oder Zeitungen und politische Blogs oder Twitteraccounts lesen. Erstens fühle ich mich danach grundsätzlich schlecht und am Rande der Depression. Zweitens habe ich jenseits der Wahlkabine null Einfluss auf das, was darin vorkommt. Drittens erfährt man die wichtigen Eckdaten ja doch durch Osmose. Und viertens habe ich keine Zeit mehr für so einen Mist, ich muss malen.

In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr für Euch!

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