Damals und heute

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Tag 213 von 366 – Gezeichnet.

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Über Herrn Buddenbohms morgendliche Linkliste stieß ich auf Jack Londons „Die Scharlachpest“. Diese Erzählung hat mich beim ersten Lesen als Kind sehr verstört und war meine erste Assoziation überhaupt, als COVID-19 Thema wurde. Ich hatte damals im Februar kurz überlegt, ob ich sie noch einmal lesen soll (und wo überhaupt meine Buchausgabe abgeblieben ist), aber entschied mich dann dagegen: Wozu noch im Horror suhlen?

Ich hatte übrigens vor einigen Jahren mal drei Buchcover für drei London-Geschichten gemalt und gestaltet. Rund vierzig Jahre, nachdem ich die Bücher bzw. Geschichten zuletzt gelesen habe. Solch einen Eindruck haben sie hinterlassen.

Damals und heute
Damals und heute
Damals und heute

Doch nun, da man Londons Geschichten inzwischen auch nicht mehr unbeschwert gut finden darf, will die Rebellin in mir seine Sachen natürlich doppelt so dringend wieder lesen bevor sie am Ende noch komplett verboten werden, aber ich denke, ich werde diese Novelle trotzdem außen vor lassen.

Da ich meine Ausgabe seiner Geschichten leider nicht wiederfinden kann, werde ich mir in einem Antiquariat eine gebrauchte Ausgabe zulegen müssen, keinesfalls online und nur nicht mit Karte zahlen, der Besitz politisch unkorrekter Literatur wird garantiert sehr bald wieder sehr gefährlich sein. (Notiz an mich: Auch schon mal die Harry Potter Bände und die Pippi Langstrumpf Ausgabe aus den 70ern (und mit persönlicher Widmung der Autorin) verstecken).

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Lieblinks:

Postcards of 1960s Resorts updated into their abandoned ruins Gruselige Ruinen verlassener Orte sind ja immer super und waren früher™ mal elementarer Bestandteil dieses Blogs. Was mir an diesen hier so gut gefällt oder warum ich den Artikel so ansprechend finde ist erstens, dass sie etwa um die Zeit meiner Geburt ihre beste Zeit hatten, ganz neu waren und sehr beliebt. Und dass ich doch eigentlich noch gar nicht so alt bin, oder? Außerdem mag ich die automatische Überblendung von damals auf heute. Und zu guter Letzt sind es meist Bilder aus Resorts in den Catskills, die Pablo Maurer hier geschossen hat, aus dem Borscht Belt, dessen Geschichte ich ja sehr faszinierend finde.