Der Super GAU: Der Mac ist tot.

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Tag 89 von 366 – Mein Macbook (mid 2015) ist gestern Abend verstorben, es bleibt schwarz beim Einschalten und riecht verschmort. Und das ist nicht nur ärgerlich, das ist eine Katastrophe für mich. Denn mein Ersatzgerät, der Vorgänger, ist ein 12 Jahre altes Macbook, das natürlich keine Updates mehr bekommt, weder für die Systemsoftware, noch für die relevanten Programme, und mit dem ich wenig mehr machen kann, als E-Mails schreiben und lesen und teilweise im Internet surfen. Ich hoffe, ich kann die Festplatte noch retten, dafür habe ich mir nun Elektronikwerkzeug bei iFixit bestellt. Wie’s dann weitergeht, angefangen rein technisch bei „wie zur Hölle kann ich jetzt diese ausgebaute SSD an meinen Rechner hier anschließen und auslesen?!“ bis hin zu wirtschaftlich („wo um Himmels Willen nehme ich nur das Geld für ein neues Macbook her?!“), das wird sich dann zeigen. Die Frage, ob ich ein neues Macbook brauche, die stellt sich hingegen nicht. Ich brauche wahrlich nicht viel, um meinem Beruf und meinen Geschäften nachzugehen, weder Dienstwagen noch externe Räumlichkeiten, keinen Flipper oder Kickertisch und nicht einmal eine Kaffeemaschine, aber ein funktionierender, schneller Mac ist definitiv ein Muss.

Grundsätzlich habe ich von allen relevanten Dingen natürlich taufrische Backups (Sonntag ist Backuptag), allerdings nützen sie mir nicht besonders viel, so lange ich keinen neuen Mac habe: Auf diesem alten Möhrchen hier kann ich die neuesten Versionen der Programme nicht installieren, die die Backups öffnen bzw. lesen könnten.

Die Adobe Cloud läuft auch nicht auf dem Uraltding hier, so dass es vorerst wohl keine Videos geben wird, ich kann sie schlicht gerade nicht schneiden und bearbeiten, Premiere Pro hätte dann doch gern etwas mehr Wumms, als 4 GB RAM, ein 2,53 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor mit einer NVIDIA GeForce 9400M 256 MB Grafikkarte so zu bieten haben. Nun mag mancher einwerfen, auf meine dusseligen YouTube-Videos hat die Welt ja nun wirklich nicht gewartet und könnte damit durchaus richtig liegen. Allerdings mache ich Videos nicht nur zum Spaß sondern eben auch geschäftlich; sowohl für mein eigenes Geschäft (ich drehe und schneide gerade meinen Zeichenkurs, dessen Erlöse zu meinem Umsatz beitragen sollen um hier die Lichter anzulassen), als inzwischen auch im Kundenauftrag.

Und Photoshop CS 5 ist nun das Högschde der Gefühle, was Bildbearbeitung angeht. Alles sehr entschleunigt. Eigentlich wie Schreibmaschine schreiben. Total entspannend. (Ich möchte jetzt jemanden beißen.)

Unterhaltsam auch das Thema Passwortverwaltung: Hier ist noch 1Password 6 mit einer Einzeplatzlizenz im Einsatz, auf dem frisch verstorbenen Macbook war die neueste Version, mit neueren Passwörtern … immerhin synchronisiert mit der auf dem Handy, aber es ist wirklich zum Haare ausreißen und schreiend im Kreis laufen.

Das Bärenabo selbst ist immerhin nicht in Gefahr, da das Motiv ganz oldschool auf Papier entsteht, anschließend von mir fotografiert und bei Mailchimp (DE) und Gumroad (EN) hochgeladen wird für die MailabonnentInnen, bzw. ich es mir selbst per Mail auf das Bärenhandy schicke, von wo aus ich es in den WhatsApp-Verteiler packe und am nächsten Morgen manuell versende.

Mit der Verwaltung der AbonnentInnen sieht es hingegen ganz anders aus: Die Kundendatenbank habe ich natürlich aus Datenschutzgründen nur auf dem frisch verstorbenen Macbook installiert und nicht in der Cloud des Anbieters, Ninox. Natürlich habe ich die aktuellen AbonnentInnen des Bärenabos auf dem Bärenhandy bzw. in der Mailchimpliste, klar. Da geht alles weiter wie gehabt. Neue AbonnentInnen sind auch kein Problem (und extrem herzlich willkommen …) Aber ich kann aktuell leider nicht die Laufzeiten der aktuellen AbonnentInnen einsehen und überprüfen und auch keine Erinnerungen rausmailen, dass das Abo bald endet. Ich kann nur jedes Abo einfach kommentarlos weiterlaufen lassen, jedenfalls so lange, bis ich mir aus den Bestätigungsmails, Shop-Backend, Kontoauszügen etc. eine aktuelle Übersicht verschafft und, worst case, eine neue Datenbank gebaut habe, oder aber ein neues Macbook mit neuer Version der Software habe, in die ich das letzte Backup der Datenbank einspielen kann. Und das kann dauern; wenn ich sehr schnell bin, bis etwa Ostern.

Immerhin habe ich aber das Glück im Unglück, die allerbestesten der allerbestesten KundInnen zu haben, die die Situation nicht nur nicht ausnutzen würden, sondern im Gegenteil noch extra früh verlängern und extra lange Laufzeiten buchen und ihren gesamten Freundeskreis mit Bärenabos versorgen. Und damit sieht dieser rabenschwarze Tag doch schon wieder ein bisschen rosa aus.