Ein etwas anderer Sonnabend

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Tag 320 von 366 – Normaler Sonnabend: frühmorgens malen, anschließend einkaufen mit Mama Bär, dann ab auf den Deich, an die Elbe, atmen, bewegen, Vögel, Schafe, Himmel gucken, träumen, fotografieren. Das Bild oben im Header ist von drei Wochen und zeigt den Weg zum Obstgarten alter Sorten, hinter dem Haseldorfer Hafen.

Heute das Alternativprogramm: frühmorgens im Bett liegen und überlegen, warum alles weh tut, dann daran erinnern, dass ja gestern die Bärlender kamen. Aus dem Bett „springen“, weiter Pakete packen, zwischendurch mal eben einkaufen. Irgendwann nachmittags eine angemessene Gewichtheberportion Penne alla Bolognese essen, mit der Bolo. die ich vorausschauender Weise dieser Tage vorgekocht und eingefroren hatte. Fresskoma. Weiter Pakete packen. Umplumpsen.

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Ich müsste mal wieder zum Friseur, der letzte Besuch ist inzwischen 5 Monate her und das sieht langsam echt nicht mehr feierlich aus. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass mich ja zuhause eh niemand sieht, ich draußen einen Hut aufhabe und es den meisten anderen Leuten auch nicht anders geht, zumindest den Vernünftigen unter ihnen. Heiligabend wird lustig, glaube ich. Wir werden wie die Hippies um die Gans sitzen. Aber deshalb macht man das ja letzten Endes: Damit wir eben alle um die Gans sitzen können, auch die Ü80-Familienmitglieder, die inzwischen rund 50% der Runde ausmachen. Und der Rest ist auch der 60 näher als der 50 … ich bin die Zweitjüngste und einzige, die nicht zu mindestens einer Risikogruppe gehört. ’nuff said.

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Irgendwo im Blog schrob ich neulich, ich sei ein “Serial Enthusiast”: Sobald ich ein Themengebiet erschöpfend durch habe, wende ich mich mit Verve dem nächsten zu und lasse das letzte fallen wie eine heiße Kartoffel. Dass da was dran ist, merkte ich heute, als ich zufällig mitbekam, dass das Masters Tournament gerade läuft. Das Masters, eines der vier wichtigsten Turniere im professionellen Golfjahr, vielleicht am ehesten mit Wimbledon im Tennis zu vergleichen, findet traditionell jedes Jahr im April, oft zu Ostern, auf demselben Platz statt: Dem Augusta National in Georgia, USA.

In diesem Jahr wurde es wohl coronabedingt verlegt. Und als ich selbst noch Golf gespielt habe, war das ein spannendes Wochenende, das man vor dem Fernseher verbracht hat. Dem eigenen, sofern man Premiere (wie Sky früher™ hieß) hatte, oder halt im Golfclub, was natürlich viel mehr Spaß gemacht hat, da man ein Publikum von Auskennern um sich herum wusste. Ein Jahr verbrachte ich mit einem Freund einen Mastersnachmittag in einer Kneipe, die Premiere hatte. Der Wirt wies uns jedoch warnend darauf hin, dass der Quatsch vorbei sei, sobald die Bundesligavorberichterstattung auf dem anderen Kanal begönne. Man hat es wirklich schwer als Golfer in Deutschland. Übrigens etwas, das ich Trump mit am übelsten nehme: Dass er nachhaltig den ohnehin angeschlagenen Ruf dieses wunderbaren Rasenschachspiels restlos in den Dreck gezogen hat. Ich denke, würde ich heute noch spielen, müsste ich es mehr oder wenig verheimlichen.

Jedenfalls: Das Turnier läuft seit Donnerstag und ich hab’s heute überhaupt erst mitbekommen. So ist das, wenn ich ein Thema fallen lasse und mich dem nächsten zuwende. Ich hab’s echt intensivst durchgespielt und kaum mehr Interesse. Im Falle Golf ist das Desinteresse jedoch aus reinem Selbstschutz geheuchelt – es tut einfach zu weh, dass ich nicht mehr spielen kann, denn es ist der großartigste Sport überhaupt und wie für mich maßgeschneidert. Vielleicht schalte ich Sonntag mal rein und gucke, wer gewinnt. Inzwischen braucht man dafür ja kein Sky mehr; ein VPN-Zugang und masters.com aufsuchen reicht.

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Lieblinks:

Why I Paid Tenfold To Buy Back The Rights For Two Of My Books

The Donald J. Trump Presidential Library

Lest we forget the Horrors: A (so far) complete catalog of Trump’s Worst Cruelties, Collusions, Corruptions and Crimes