En Hamborger Veermaster seh’n, aber nicht im Schlafzimmer

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Tag 251 von 366 – die Peking kommt nach Hamburg. Ich fahre extra nach Hause an die Elbe und denke die ganze Zeit darüber nach, was es ist, das „Schiffe gucken“ so spannend macht. Besonders „richtige Schiffe“, nicht diese öden Containerriesen oder Kreuzfahrpötte. Und warum man sich das unbedingt geben muss, die auf der Elbe fahren zu sehen, statt gemütlich zu warten, bis sie im Hafen liegen und dann Open Ship Tage zu nutzen, wo man wenigstens was sieht. Aber ein Schiff im Hafen ist halt langweilig. So bald wird die Peking nicht mehr fahren, sie wird jetzt erst einmal barrierefrei umgebaut, damit sie künftig von den Touristenhorden an ihrem letzten Ankerplatz im Hafen besichtigt werden kann, ähnlich der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und anderen Museumsschiffen. Dann wird sie vielleicht einmal im Jahr zum Hafengeburtstag auslaufen und das war’s. Und so wie sich COVID-19 gestaltet, dürften die nächsten Hafengeburtstage wenn nicht unbedingt ausfallen, so doch deutlich anders verlaufen, als bislang. Ich rechne nicht damit, dass der nächste im Mai stattfindet. Aber ich hätte auch nicht damit gerechnet, dass die Schule wieder anläuft als hätten wir keine Pandemie. Ich naives Dummerchen.

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Ich möchte gern das Smartphone aus dem Schlafzimmer verbannen, da das ja alles nicht gesund ist und so weiter, aber dem stehen aktuell zwei Hürden im Weg: Zum einen schicke ich den Bären an die WhatsApp AbonnentInnen in aller Regel morgens sehr früh raus, manche Leute würden sagen: Nachts. Das geschieht entweder, wenn ich nachts wach werde, dran denke, kurz die vorbereitete Folge losschicke und mich wieder umdrehe. Oder morgens halt als Allererstes, noch vorm Aufstehen. So oder so gefällt mir das nicht länger; es beeinträchtigt meinen Schlaf und es macht mir schlechte Laune, dass ich frühmorgens als allererstes das Handy in der Hand halte. Es wird sicherlich keinen Menschen ernsthaft stören, wenn der Bär später am Morgen kommt; immerhin heißt es ‚eine Folge pro Tag‘ und der hat nun einmal 24 Stunden. Wer die neueste Bärenfolge unbedingt vorm Aufstehen haben will, kann ja auf E-Mail-Empfang umstellen, finde ich. Die kann ich so vorbereiten, dass sie selbsttätig früh um vier rausgehen, bei WhatsApp geht das leider nicht, das MUSS manuell passieren.

Das Bärenhandy ist jedoch außerdem mein Hörbuchabspielgerät (mein eigenes Handy bleibt natürlich nachts draußen). Ich stelle den Timer abends auf unerreichbare 15 Minuten, dann schaltet sich das Hörbuch automatisch aus, lange, nachdem ich eingeschlafen bin. Nun könnte man meinen, wenn ich sowieso umgehend einschlafe, dann brauche ich doch auch kein Hörbuch und damit auch kein Handy im Schlafzimmer, Problem gelöst. Aber das ist irgendwie auch doof, denn die paar Minuten Vorlesen sind erstens sehr schön und zweitens müsste ich ansonsten wieder selber lesen, und dann liege ich wieder auf meiner Brille und sie geht kaputt und das Licht brennt die halbe Nacht und das ist alles sehr teuer und unschön.

First World Problems, stimmt schon. Aber trotzdem doof.