Friday, I’m in Love

712 Aufrufe

Tag 143 von 366 –

Den schönsten Sonnenaufgang des Tages fotografiert, „voll faliept“, wie man auf Twitter so sagt.
Ansonsten gezeichnet, bisschen was gefilmt.

Mein Urbandoo könnte langsam mal kommen; das erste hat Mama Bär gekriegt. *knurr*

Die Köhlbrandbrücke wird abgerissen. Nicht einmal ihren 50. Geburtstag 2024 wird sie wohl noch erleben, angeblich soll sie durch eine Tunnellösung ersetzt werden, schreibt die MoPo. Es passt jetzt schon kaum noch ein Schiff untendurch.
Als ich nach Hamburg kam, war sie gerade mal fünf Jahre alt. Ein Mädchen in meiner damaligen Klasse erzählte stolz, ihr Vater (?) sei einer der am Bau beteiligten Ingenieure gewesen; lustig, was man sich so für Sachen merkt (insbesondere aus einer Zeit, die Massen an Alkohol und Drogen gebraucht ich lange zu verdrängen gebraucht habe.)
Ich fand die Brücke als Kind ungeheuer elegant, das hat sich mit den Jahren etwas gelegt. Ein paar Male bin ich drübergefahren, absichtlich, denn wirklich was zu tun hatte ich in der Industrielandschaft nie. Und einmal bin ich zu Fuß rüber, da war sie für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, anlässlich … hab’ ich vergessen. War das der 800. Hafengeburtstag? Egal. Ich glaube, die Cyclassics – das Radrennen durch die Stadt – führt oder führte ebenfalls über den Kölhbrand, aber das bin ich nie mitgefahren (bin ich bekloppt?!). Fünf Jahre lang habe ich in Ottensen Elbchaussee/Ecke Rainvilleterrassen gewohnt und täglich vom Balkon aus drauf geguckt. Und natürlich hab’ ich sie für meinen Hamburg Comic in die Stadtsilhouette der Hamburger Wahrzeichen aufgenommen. Der Hamburg Comic ist eingeschlafen, aber ich denke, ich gönne der schlanken Schönheit demnächst noch eine Abschiedsfolge.

(Beim Nachschauen ist mir aufgefallen, dass der Hamburg Comic, der einst seine eigene Website und Domain hatte, nicht komplett korrekt mit ins Blog umgezogen ist, das muss ich bei der Gelegenheit dann auch mal korrigieren. Die Domain habe ich vor Ewigkeiten auslaufen lassen, da kam eh nie einer drüber, sämtlicher Traffic kam über das Blog hier oder meine Tweets. Die hat sich inzwischen wohl jemand gekrallt, na, viel Freude damit. Ich werde beizeiten alle Links und Hinweise in den Comicfolgen auf die alte Domain tilgen.)

***
Lieblinks:

Der Haltungsturner findet klare Worte zum VW-Skandalvideo. Ich bin ja meist der Meinung, man sollte keine Bosheit vermuten, wo sehr wahrscheinlich schlichte Inkompetenz am Werk war. Aber wenn die internen Machtstrukturen sowohl bei den beteiligten „Kreativen“ als auch beim Kunden so aufgestellt sind, dass sie Kompetenzgewinn vermeiden, dann ist das boshaft.
Ein solcher Clip (ich verlinke ihn hier bewusst nicht) hätte in einer kompetenten Agentur niemals die Brainstormingphase überlebt, wäre niemals bis zum Storyboarding oder gar bis in die Produktionsphase gelangt, ganz zu schweigen bis zur Präsentation beim Kunden. Und aller-, aller-, allerspätestens beim Kunden hätte der Stecker gezogen werden und die Agentur sich den verdienten Einlauf abholen müssen. Hier haben alle tief und fest geschlafen, und die Krönung ist dann die Agentur, die das Communitymanagement auf Instagram betreut. Deren patzige Antwort zwar ins Gesamtbild passt, aber einfach unverzeihlich ist.
Der Fisch stinkt vom Kopf her. Aber der Kopf hat ja gerade erst wieder eindrucksvoll bewiesen, dass für ihn der Skandal im Erwischt werden liegt und nicht in der Tat. Eklig.

***

“Sales is a transfer of enthusiasm.” Wenn man mich fragte, welches der schwierigste Teil meiner Arbeit ist, würde ich umgehend „der Verkauf“ antworten. Ich habe Schwierigkeiten damit, meine Arbeit zu verkaufen, also emotionale Schwierigkeiten, der tatsächliche Verkauf läüft soweit recht zufriedenstellend. Ich habe Schwierigkeiten damit, mich selbst anzupreisen und meine Arbeit zu vermarkten, und ich weiß nicht, ob es an meiner natürlichen Zurückhaltung liegt oder ob es eine Generationenfrage ist oder ein Geschlechterklischee, diese FIGJAM schreienden Alphamännchen sind so weit weg von mir, wie es nur geht. Aber Verkaufen ist weder peinlich noch unsittlich noch undamenhaft noch sonst irgend etwas Negatives, sondern zum einen schlicht Bestandteil des Lebens und zum anderen tatsächlich ein Transfer von Begeisterung, jedenfalls, wenn man wirklich überzeugt ist von dem, was man so tut. Und das bin ich. (Kauft mehr Bärenabos!)

***

Ein schönes Portrait von Michael Jordan auf ESPN (lang, aber lesenswert).

***

Toni Visconti erklärt, wie Bowies “Heroes” produziert wurde. Wir hatten ja nix. Nur gute Musik. (Video)