Goodbye, Facebook.

Im Februar habe ich mein Facebookkonto gekärchert, wie ich hier schon beschrieb. Ein paar Wochen darauf explodierte der Cambridge Analytica Skandal, der wirklich der Facebook Skandal heißen müsste, denn CA haben FB nicht missbraucht sondern exakt dafür genutzt, wofür es gebaut wurde: Werbung und Manipulation der Nutzer.

Ich wollte mein Konto zunächst aus zwei Gründen nicht löschen. Zum einen wegen der Verbindung zu Instagram; man kann auf Instagram nur Werbung schalten, wenn man ein FB Konto hat, über das abgerechnet wird. Allerdings mag ich Instagram langsam nicht mehr sonderlich und suche nach Alternativen. Selbst Ello scheint plötzlich gar nicht mehr so lächerlich wie noch vor kurzer Zeit, auch wenn man da natürlich vergleichsweise wenig Reichweite hat. Ich werde da künftig wieder etwas aktiver sein. Andererseits bin ich ja nun nicht Banksy, ich veröffentliche nicht für ein Millionenpublikum sondern für rund 700 Follower, von denen meine Sachen vermutlich maximal 10% der Leute angezeigt werden – jedenfalls wenn ich meine eigenen Nutzererfahrungen mal als Grundlage nehme. Ich kriege dort immer dieselben zehn Accounts im Stream angezeigt. Nein, um organische Reichweite zu generieren ist Instagram inzwischen genauso wenig sinnvoll wie Facebook, der Zug ist abgefahren, so ca. 2012. Und da jetzt Werbegelder reinzupumpen, die ich nun auch nicht gerade so herumliegen habe … nein. Ich behalte mein Instagramkonto noch, aber nur als Ottilie Normalnutzerin, nicht als Werbetreibende.

Zum anderen habe ich zwei Seiten bei Facebook (gehabt, sollte ich wohl sagen …), eine für Hamburg unter sich mit rund 1400 Fans, eine für e13 mit rund 120 Fans … Ihr seht schon, ich habe das Thema Facebook nie mit großer Leidenschaft angefasst. Da ich gelegentlich als Dozentin zum Thema Online Marketing arbeite, habe ich dort einige Funktionalitäten getestet und man will ja auch wissen, worüber man schwafelt, nicht wahr. Aber auch dafür benötige ich kein eigenes Konto mehr; wie’s funktioniert weiß ich zur Genüge. („Hamburg unter sich“ wird demnächst offline gehen bzw. die Comics dort werden in e13 integriert, das macht weniger Arbeit, als zwei Blogs zu pflegen und für die Datenschutzgrundverordnung fit zu machen.) Es sollte mich auch nicht wundern, wenn das Thema Facebookmarketing künftig keine große Rolle mehr in den Planungen – zumindest denen seriöser Firmen – spielen sollte.

Als ich mich heute einloggte um den Stecker zu ziehen, wurde ich direkt mit dem Hinweis auf ein neues Gesichtserkennungsfeature begrüßt, dessen Anwendung ich doch bitte zustimmen sollte. Das UI (= User Interface, also die Benutzerführung) war wie inzwischen fast überall üblich, passiv-aggressiv formuliert und gestaltet und machte es dem Anwender so schwer wie eben noch legal, abzulehnen. Danach kam noch der Hinweis auf neue AGB, denen ich zustimmen müsse, wollte ich Facebook weiterhin nutzen. Praktischerweise mit einem Link zur direkten Kontolöschung bzw. -deaktivierung.

Goodbye, Facebook. Du wirst mir nicht fehlen. Meine echten Freunde sind eh offline, meine guten Bekannten haben meine Kontaktdaten und wer Google bedienen kann, findet mich auch hier.

2 Kommentare

  • Pressepfarrerin

    14. April 2018

    Na ja, und für den Fall, dass Sie doch wieder zurückmöchten, kann ich von meinem Ex-Mann berichten, der sich nach sechs, sieben Jahren Pause wieder einen FB-Account zugelegt hat. Simsalabim, es war alles noch da, inklusive sämtlicher Rp, meine eigenen eingeschlossen. Also seien Sie unbesorgt, Ihre Daten sind bei FB gut aufgehoben.

  • Kiki

    14. April 2018

    Zauberhaft!