Kurze Unterbrechung

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Tag 192 von 366 – Zum Frühstück Tee und Porridge bei sommerlichen 14°C und Sprühregen. Auf den Hamburger Sommer ist Verlass. Die Wäsche braucht wieder drei Tage statt drei Stunden zum Trocknen. In meinem Balkonkasten hängt lustlos eine Erdbeere über Bord, eine Seite grün, eine leicht errötet, aber relativ unmotiviert. Meine bisherige Ernte der letzten Wochen beträgt 8 kleine Erdbeeren, keine davon schmeckte sonderlich süß, das kann man bei dem Wetter wohl auch nicht erwarten. Trotzdem freue ich mich diebisch, denn mein Balkon ist bekanntlich schwierig: Knallhart Nord-Nord-Ost, keine drei Stunden Sonne unter besten Bedingungen, sehr windig. Hier wächst zwar was, aber von Gedeihen kann nicht die Rede sein. Immerhin hält der Lavendel dieses Jahr durch.

Ich male die Folgen fürs #Bärenabo vor, denn ich fahre für ein paar Tage ans Meer und will den Kopf frei haben von dieser Verpflichtung und mich auf das Bärenkochbuch fokussieren können. Beim Malen höre ich einen Podcast, etwas, was ich eher selten tue, denn zum einen lenkt es mich zu sehr ab, und außerdem nervt mich bei den allermeisten Podcasts das selbstverliebte Gelaber. Da kommt nie einer zum Punkt, das zieht sich wie Kaugummi und am Ende hat man 45 oder gar 90 Minuten verplempert und nix gelernt oder Interessantes erfahren, was nicht auch in zehn Minuten gepasst hätte. Quasi wie meine vor sich hin mäandernden Blogeinträge hier, nur kann man langweilige oder nervige Blogs ja mit einem Klick schließen und würde sie wahrscheinlich eh nicht nebenbei lesen. Doch wenn ich den Pinsel in der Hand habe, kann ich nicht mal eben vorspulen oder ausmachen, ich muss warten, bis ich mit einem Bildabschnitt fertig bin, sonst trägt die Farbe ungleichmäßig auf und ich bin aus dem Flow. Es ist kompliziert.

Der Podcast, den ich höre, heißt “This Had Oscar Buzz” und da unterhalten sich Joe und Chris rund anderthalb Stunden lang über je Folge einen Film, der bei Erscheinen Anwärter auf Oscarwürden als Bester Film war, bzw. als solcher gehandelt wurde, es aber am Ende irgendwie doch nicht geschafft hat. Filme, die als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet sind. Die beiden Gastgeber beleuchten hier ein wenig, woran es gescheitert sein mag und zerpflücken, teils mit einem Gast dabei, herrlich boshaft die Besetzung. Natürlich haben die mindestens eine Dreiviertelstunde zu viel Sendezeit, die sie auch brauchen, um zu Potte zu kommen, aber bislang bin ich gerade noch amüsiert. (Ich habe aber erst drei Folgen gehört). Ich würde nicht sagen, dass ich den Podcast empfehle, aber wer sich für so etwas interessiert, kann ja mal reinhören. (Website)

Ich werde in den Ferien wie gesagt das #Bärenkochbuch hoffentlich soweit fertigstellen, dass ich anschließend – also ab etwa Mitte/Ende übernächster Woche – die Vorbestellung anleiern kann. Ich glaube, es wird richtig gut, ein etwas anderes Kochbuch, den Titel zumindest habe ich in den letzten Wochen festgelegt: „À la Bär.“  Sehr originell, ich weiß. Aber passend. Doch jetzt geht’s erst einmal an den Strand und hier wird auch nicht gebloggt, das ist einerseits ein bisschen schade, dass die Strähne abreißt, aber andererseits habe ich ja auch nicht von Tag 1 an in diesem Jahr gebloggt (sondern erst ab Tag 4). So oder so bin ich bekanntlich aktuell reichlich ausgelaugt und mit den Nerven par terre und brauche mal Abstand von Allem, auch diesem Blog.

Ab und an wirft jemand hier übrigens etwas in die Lachsbrötchenkasse des Bären, darüber freuen wir uns hier immer ganz besonders und sind sehr gerührt.  Der Inhalt der Lachsbrötchenkasse wird am Strand für ein, Sie ahnen es, Lachsbrötchen genutzt und auf dem Rückweg vom Strand natürlich für ein Eis. So wie das Wetter aussieht, wird’s dieses Jahr statt Eis eher ein Pharisäer, aber so oder so: Herzlichen Dank! Eins steht schon fest: Wir werden berichten.