Mittwoch

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Tag 324 von 366 – Bärlender gepackt, wir biegen langsam in die Zielgerade. Rund 2/3 sind inzwischen in der Post, die ersten sind auch schon angekommen.

Weiter Kopfschmerzen aus der Hölle, nun schon den dritten Tag. Es nervt.

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Mittags kurz auf Twitter reingeschaut, in Berlin marschieren die Aluhutspinner mit den Nazis, ohne Masken, ohne Abstand, in der Schweiz sind die Intensivstationen voll und es beginnt die Triage, es ist ein einziges Trauerspiel. Wenn sich diese Irren wenigstens ausschließlich selbst schaden würden; leider sind solche Superspreaderevents dann tödlich für völlig Unbeteiligte. Man möchte schreien vor Wut und Fassungslosigkeit. Die Polizei mach Gruppenkuscheln mit ein bisschen Beregnung, kein Vergleich dazu, wie sie harmlose Baumschützer und Rentner z.B. in Stuttgart damals von der Straße gefegt haben, oder jede x-beliebige Demo der Linken auflösen, da gibt’s die volle Staatsgewalt. Hier geht’s offenbar gegen Seinesgleichen, da muss man ein wenig Show machen, klar, aber man will ja niemandem ernsthaft weh tun, dessen Meinung man grundsätzlich teilt. Versteht mich nicht falsch, ich finde Wasserwerfereinsätze gegen Aluhüte genauso verdammenswert wie gegen AntiFa, aber es tut weh, so ungeschönt vor Augen geführt zu bekommen, wie blind unser Staat auf dem rechten Auge ist.

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Und dann noch etwas The Crown weiter geguckt, Folgen 5+6. Wow. Ich bin immer noch sehr angetan von dieser Staffel, allerdings entgleitet sie manchmal in Richtung Soap Opera. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich an die 80er viele echte Erinnerungen habe, das waren prägende Jahre für mich. Und es waren Jahre, in denen Ereignisse aus der Populärkultur die Titelseiten und Nachrichten beherrschten. Was in den 50ern, 60ern und selbst noch größtenteils den 70ern unter „Vermischtes“ abgelegt worden wäre, hatte plötzlich Nachrichtenwert. Es gibt ein Überangebot an Ereignissen und Szenen, aus denen die Autoren hier wählen müssen, so wirkt es ein wenig, als hasteten sie durch die Greatest Hits des Hauses Windsor. Andererseits finde ich die Auswahl der Ereignisse nicht schlecht. Ich erinnere mich sehr gut an die Nachricht von dem Einbrecher, der am Bett der Queen saß und wie unglaublich es mir vorkam, dass ihn niemand bemerkt haben soll. Natürlich ist es reine Spekulation worüber die beiden sprachen, bis er nach zehn Minuten schließlich abgeführt wurde. Aber so weit hergeholt ist die fiktive Schilderung nicht.

Das Beste ist jedoch diese Parodie der amerikanischen (!) Autorin Liz Hynes, die auf Twitter ein Video über den Inhalt der Staffel veröffentlichte (wie schon im Vorjahr zu Staffel 3). Ich habe Tränen gelacht: