Nur ein Scherz, entspannt Euch

827 Aufrufe

Tag 148 von 366 – Endlich wieder bei Sonne auf dem Balkon frühstücken, das war ja wirklich trübsinnig die letzten drei Tage.

***

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PHA+PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNTAwIiBoZWlnaHQ9IjI4MSIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC81bFhicGdVOU9XayIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgZW5jcnlwdGVkLW1lZGlhOyBneXJvc2NvcGU7IHBpY3R1cmUtaW4tcGljdHVyZSIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPjwvaWZyYW1lPjwvcD4=

Hannah Gadsbys Show ‘Douglas’ hab’ ich dann glatt noch einmal geschaut und auch beim zweiten Mal verlor sie nichts von ihrer Kraft. Genauso wenig wie der berühmte Vorgänger ‘Nanette’ übrigens, nur konnte ich die nicht so locker-flockig zwei- oder mehrmals hintereinander schauen, diese Tour de Force braucht Zeit und Raum, und sie erneut anzusehen braucht sehr viel Kraft. ‘Douglas’ ist ein sehr gutes „zweites Album, das eigentlich das zehnte ist“. Es ist keine eigentliche Fortsetzung, es ist mehr ein Entwicklungssprung. Sozusagen die Stufe, auf der man landet, wenn man die zentrale Botschaft aus ‘Nanette’ verinnerlicht und umgesetzt hat: Seinen Hass und seine Wut loszulassen. Hannah Gadsby hat das gut hinbekommen, wie in den ersten Minuten klar wird, schon allein durch ihre Körpersprache – ich glaube, sie bewegt sich in den ersten fünf Minuten mehr als im gesamten Set von ‘Nanette’ – und natürlich besonders ihr furioses geistiges Tempo. Einige der besten Pointen passieren sozusagen im Vorübergehen, auf dem Weg zum eigentlichen Lacher (und einige dieser kleineren Pointen sind durchaus sehr viel witziger und stichelnder als die großen). Wenn mich eine Sache ein wenig gestört hat, dann die, dass sie für meinen Geschmack etwas zu häufig auf das Stilmittel der gebrüllten Auflösung zurückgreift, das fand ich ein wenig ermüdend anzusehen und zu -hören, aber ich kann verstehen, warum sie es anwendet. Andernfalls wären vermutlich die Pointen oftmals zu bitter zu schlucken. They’re just jokes, fellas, relax. Sind es natürlich nicht, und zur Entspannung gibt es überhaupt keinen Anlass, wirklich keinen.

Dass Hannah Gadsby on the spectrum ist, wundert wirklich niemanden, denke ich. Wenn ich es recht bedenke, war das für mich schon bei ‘Nanette’ so dermaßen offensichtlich, dass es gar keiner Erwähnung bedarf. Takes one to know one, I guess. Ihre Ausflüge in die Kunstgeschichte sind wieder ein Highlight, einfach zauberhaft, wie sie diesen ‚Elitesport‘  (Zitat aus ‘Nanette’) auseinandernimmt. THAT WAS A DECISION! Und es sind diese verblüffend offensichtlichen Fragen, die niemand je stellt, über die Watzefakigkeit der Motive, die einen am lautesten lachen lassen – auch weil die Alternative hieße, laut brüllend alles niederzubrennen. Mindestens einmal täglich schreie ich zu diesem oder jenem Thema laut WHAT WERE THEY THNKING?! obwohl mir doch inzwischen längst klar sein sollte, dass die meisten Menschen überhaupt nicht denken.

Beim Thema Golf hingegen kommen wir definitiv nicht zusammen, aber das ist schon okay. Ich bin nicht gemeint. Ich habe ein Leben lang jede Minute auf dem Golfplatz genossen, schon deshalb, weil ich mich dort mit niemandem unterhalten musste, ohne, dass es irgend jemand komisch gefunden hätte.

***

Mein großes Grafiktablett funktioniert seit dem Umstieg auf Mac OS Catalina nicht mehr; der Treiber wurde noch nicht aktualisiert. Ich hatte Anfang 2019 ein Parblo Mast 22 gekauft, weil der Goldstandard in Sachen Grafiktabletts, Wacoms Cintiq, etwa das Vier- bis Fünffache gekostet hätte. Da ich inzwischen etwa 80% meiner Arbeit traditionell mit Stift und Pinsel auf Papier erstelle und seltenst komplett digital arbeite, das Grafiktablett nur für Retuschearbeiten und Details nutze, fand ich rund 500 Euro mehr als ausreichend für so ein Gerät und die 2.000-2.500 Euro, die mich ein vergleichbarer Setup bei Wacom gekostet hätte, schlicht nicht gerechtfertigt. Und das chinesische Tablett ist auch wirklich sehr gut, der Stift ist auch super, kaum Parallax, ich habe ein halbes Jahr sehr gerne und ganz problemlos damit gearbeitet, keinerlei Beschwerden.

Dass der Treiber ab Herbst nicht mehr funktionieren würde, muss dem Hersteller jedoch spätestens im Frühjahr 2019 bekannt gewesen sein, ein Update ist jedoch bis heute nicht erfolgt. Der Support in China sagt “don’t call us, we’ll call you” und schlägt vor, doch meinen Mac einfach wieder auf die Vorversion des Betriebssystems, Mojave, downzugraden. I am not amused. Ich habe inzwischen ein gebrauchtes, kleineres Wacom Intuos gekauft und es macht, was es soll, aber es sparkt keinen wirklichen joy, also noch weniger, als das Malen an sich schon (jedenfalls für mich), denn es hat keinen integrierten Bildschirm sondern man muss wie ein Neanderthaler auf den Rechnermonitor schauen um zu sehen, was die Hand auf dem Tablett gerade so erledigt. Geht alles, ging ja früher auch alles, das Vorgängertablett – ein Intuos der allerersten Generation – hatte ich seit Anfang der 2000er in Gebrauch, aber herrje. Es ist, als führe man wieder ein Auto mit Choke und Zwischengas. Klar, geht alles, aber „inzwischen gibt’s Tonfilm“, wie ich immer sage.

Ich versuche nun also, einen Installer für Mac OS Mojave zu finden und damit eine externe, startfähige Platte zu erstellen, von der aus ich bei Bedarf starten und malen kann. Ich habe mich so lange nicht mehr mit so etwas beschäftigt, dass ich gar nicht weiß, ob das geht oder wenn ja, wie das geht und ich habe weder Zeit noch Lust, mich damit zu beschäftigen, aber here we are. Und das, liebe Kinder, ist der Grund, warum man keine chinesischen Billigtabletts kauft, auch wenn sie noch so super sind zum Zeitpunkt des Kaufs.