Oh, ein Flummi!

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Tag 284 von 366 – Gemalt. Gefilmt.

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Und gelaufen. Ich laufe wieder zu viel, also im Sinne von: zu häufig. Ich muss mich dazu zwingen, mal einen Tag Pause zwischendurch zu machen. Ich laufe nicht weit, das kann ich und will ich (noch) gar nicht, ich bin noch völlig im “Couch to 5K”-Modus, also vom Sofa zum 5.000 Meter Lauf.

Ich weiß gar nicht, wer mit diesem C25K (wie wir Insider das abkürzen) angefangen hat. Im Zweifel sind die 5K, also fünftausend, auch keine fünftausend Meter sonder Yards, also etwa 10% weniger in Metern. Aber das sehen wir nicht so eng. Es gibt eine Vielzahl von Apps dazu, und natürlich YouTube Videos, es gibt zu allem ein YouTube Video, eh klar. Wenn man sich ein paar davon ansieht, fühlt man sich schon gleich viel fitter. Aber gefühlt reicht halt nicht, also lädt man sich eine App runter und hat schon wieder das gute Gefühl, der Fitness einen großen Schritt näher gekommen zu sein und dann … ja, dann heißt es aber wirklich jetzt runter vom Sofa, rein in die Laufschuhe¹ und raus in den Park. Erst mal in den Park, um den Park kommt dann später. Viel später. So etwa sechs bis acht Wochen später, wenn man diszipliniert dranbleibt.

¹ Erinnert mich daran, hier demnächst einmal das Thema Laufschuhe aus Anfängeransicht zu beleuchten. Es ist erheiternd, sofern man nicht betroffen ist.

5.000 Meter, das ist einmal die große Runde um den Ostteil des Stadtparks, also nicht nur um die große Wiese, sondern einmal außen rum. Mehr als die Hälfte schaffe ich noch gar nicht. Aber ich habe großen Bewegungsdrang und großes Frischluftbedürfnis und das unbestimmte Gefühl, dass ich meine körperliche Fitness extrem steigern sollte für die Zeiten, die vor uns liegen. Jedenfalls, wenn ich gesund bleiben will. Leider habe ich ja kein Surfbrett und keine Wellen vor der Haustür, wie die Freundin am anderen Ende der Welt, die mir fröhlich Links zur Strandwebcam schickt.

Ich stelle allerdings fest, dass ich zum konzentrierten Laufen oft zu verträumt bin. „Oh, was für ein hübsches Blatt!“, „Oh, eine Kastanie!“, „Oh, wow, was für ein toller Ahorn!“ Ich lege zwischendurch immer Gehpausen ein oder bleibe stehen um ein Fotomotiv festzulegen, zu dem ich dann später am Tag mit der Kamera zurückkehren kann. Der Herbst ist wirklich die denkbar schlechteste Zeit für Leute wie mich, um konzentriert laufen „zu lernen“, es gibt viel zu viele Ablenkungen da draußen, die Welt ist einfach zu malerisch im Moment. Und ja, es ist ein Lernen, also, das mit dem Laufen. Wer hätte gedacht, dass zwei so selbstverständliche, natürliche Tätigkeiten wie Atmen und Laufen gelernt werden müssen, wenn man sie gewinnbringend synchronisieren will? Und ich habe ja nicht einmal Interesse daran, eine bestimmte Rundenzeit zu knacken, ich will einfach nur Bewegung haben und ein (ganz konkretes, örtliches) Ziel erreichen. Wenn da nicht die Ablenkungsmanöver der herbstlichen Fauna wären.

Und nein, das heutige Headerbild ist natürlich nicht heute geknipst, so golden sind wir hier noch nicht. Das ist vom letzten Jahr im November (und, wie ich finde, mein schönstes Foto 2019, es macht mich völlig besoffen, das anzuschauen). Aber es wurde immerhin im Stadtpark aufgenommen.

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Definiere 2010-2020 ff.:

Irgend ein Promi, den ich nicht kenne und der augenscheinlich für irgend etwas berühmt ist, was mich nicht interessiert, hat auf einem Fernsehkanal, den ich nicht gucke irgend etwas Dummes gesagt oder getan, was keinerlei Einfluss auf mein eigenes Leben und Wohlbefinden hat und jetzt reden im Internet alle darüber.

Nunja. Ich bin dann mal zurück am Zeichentisch.

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Lieblinks:

Auf der Suche nach dem Flummi-Tweet, der mir zwar noch im Gedächtnis war (es gibt so einige Tweets aus den ersten Twitterjahren, die man sich irgendwie gemerkt hat, auch wenn sie nicht „viral“ gingen, wir waren damals halt einfach noch zu wenige auf Twitter) schaue ich mir das Profil von @eigenart an und finde diesen dort verlinkten Text von ihm, der mich sehr berührt hat.

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Bei Herrn Buddenbohm drüben wird’s herbstlich-philosophisch, mit einem Schuss Vogelverzweiflung.

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Wer Alice in Chains auf Zimmerlautstärke spielt, wird mit Nachbarn bestraft, die in voller Lautstärke Helene Fischer hören (nicht unter drei Alben).

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