Pfingstsonntag

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Tag 152 von 366 – Pfingstsonntag. Die USA implodieren, keine guten Zeiten. Ich meide Twitter und vergrabe mich am Zeichentisch bzw. meinem „Filmstudio“. Kreativ arbeiten ist meine Ablenkung vom Weltgeschehen. Das #Bärenkochbuch nimmt weiter Gestalt an.

Heute vor einem Jahr drohte meine Welt unterzugehen, alles ging gut aus, jedenfalls für mich und meine Familie. Heute vor einem Jahr schrieb das Fräulein seinen letzten Tweet. „Keine Kraft mehr übrig.“ Durch das eigene Drama abgelenkt, bekam ich erst einige Tage später das Drama, das sich um sie herum abspielte, so richtig mit. Zu spät. Ich habe sie nicht mehr erreichen können. Rund zwei Monate später, an einem strahlenden Sommertag, saß ich am Nordseestrand, schaute aufs Meer und war erfüllt von Dankbarkeit, dass bei mir und meinen Lieben alles so schnell so gut gegangen war, dass wir jetzt und hier die Sonne genießen, den Wind feiern, den Sand spüren durften. Ich öffnete das Handy, um ein Foto zu machen und sah eine Mitteilungsflut von Twitterdirektnachrichten. Das Fräulein war nicht mehr.

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Lieblinks:

Led Zeppelin haben 2007 ein Reunion Concert in London gegeben. Das ist noch bis zum 2. Juni kostenlos auf YouTube zu sehen. Lohnt sich. Mein liebstes Lied von ihnen ist ‘Kashmir’, dessen hypnotische, treibende Kraft ich einfach umwerfend finde. Ich entsinne mich dunkel, dass Sean Coombs, Puff Daddy, Diddy oder wie er sich auch immer diese Woche nennt, 1998 das Riff für seinen Titelsong zum Godzilla Film gemopst hat. Nicht mal sein langweiliges Gestöhne konnte den Song ruinieren, es hat ihn schlicht überrollt. Rock’n Roll at its finest. (Der Film war eh unter aller Kanone.) Über die Akkordfolge dieses legendären Riffs gibt Jimmy Page seinen Kollegen The Edge und Jack White im Dokumentarfilm ‘It Might Get Loud’ (ebenfalls sehr sehenswert) ein wenig Unterricht.

“I would never have started this trip if I had known how tough it was, but I couldn’t and wouldn’t quit.”― Emma Gatewood

Herr Buddenbohm, äh, bewegt sich.