Schlumpfklamotten? Nein, danke.

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Tag 42 von 366. Der Sturm lässt nicht nach, aber alles noch im Rahmen eines völlig normalen Hamburger Januarsturms. Da ich bei dem Wetter ungern Äste um die Ohren kriege, hier ein Archivbild vom morgendlichen, nebligen Ausblick vom Murtensee gen Südwesten auf die Berge, deren Namen ich nicht weiß und die ich zu faul bin zu googeln, aber hinter denen ich irgendwann Montreux vermute. Aber nagelt mich nicht drauf fest, ich habe nur eine sehr vage Vorstellung von Erdkunde, ich weiß nur, dass hinter Wandsbek Polen anfängt, es hinter Altona dänisch wird, und südlich der Elbe der Kongo beginnt.

Ich arbeite weiter am #Bärenkochbuch. Dilemma: Ich (be)schreibe die leckersten Gerichte mit lauter genialen Zutaten und hab’ nur noch das Nötigste für Notfallnudeln im Haus. Ich könnte natürlich einkaufen gehen, aber bei dem Wetter hab’ ich einfach keine Lust, da esse ich einfach mal ein paar Tage lang die Vorräte auf. Die müssen ja auch ab und an mal weg.

Telefonat mit einer Freundin, sie sagt, sie sei aufgrund wetterbedingter Antriebslosigkeit den ganzen Tag nicht aus dem Bademantel und den Puschen gekommen. Denke noch eine Weile auf der – anscheinend – Absonderlichkeit herum, dass ich weder eine Jogginghose, noch einen Hausanzug, Bade- oder Morgenmantel besitze oder je besessen habe (okay, zu Schulzeiten natürlich eine Jogginghose für den Sportunterricht, klar).

Ich bin einfach kein Mensch für „zwischen den Zuständen“, für mich gibt es entweder schlafen oder wach sein, wenn ich wach bin, liege ich nicht im Bett sondern stehe auf und ziehe mich an, es sei denn, ich bin krank. Wenn ich krank bin, liege ich im Bett oder bin im Bad, für die fünf Meter Strecke brauche ich jedoch keinen Bade- oder Morgenmantel. Ich jogge nicht, was sollte ich da wohl mit einer Jogginghose? Auf dem Sofa kann ich doch auch in ganz normalen Klamotten sitzen, oder? Ich glaube, ich habe noch in keinem Hotel jemals den zur Verfügung gestellten Bademantel genutzt (geschweige denn, geklaut – angeblich ein beliebter Volkssport). In einem Bademantel durchs Hotel zu latschen ist für mich eine etwa so abwegige Vorstellung wie im Taucheranzug zum Galadiner zu erscheinen.

Das heißt nicht, dass ich jeden Tag in Haute Couture auftrete, au contraire, meine Standardklamotten sind Jeans, T-Shirt und Bluse, ggf. Pullover oder Strickjacke. Aber ob nun Reste einer gutbürgerlichen Erziehung oder einfach die Unfähigkeit, für mich irgend einen Sinn in solchen Zwischenaggregatsklamotten erkennen zu können – den ganzen Tag im Schlafanzug etc. rumlaufen? Undenkbar für mich.