Sommertag

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Tag 168 von 366 – Einkaufen mit Mama Bär. „Für“ Mama Bär wäre mir lieber, aber getreu des Uraltwitzes „Wohin setzt sich ein Bär? Wohin er will!“ bzw. dem Motto „Ich bin ein Bär, ich muss gar nichts“ musste „mit“ leider genügen. Fabelhaftes Sommerwetter, Spaziergang, Eis essen, ein Supertag.

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Mein gestriger, kleiner Rant hat viel Zustimmung, aber natürlich auch etwas Kritik erfahren. Und das ist auch gut so, ich habe natürlich teils etwas überzogen, das liegt in der Natur des Rants, ich möchte mich hiermit auch für meine exzessive Verwendung von Pfuiwörtern entschuldigen, langjähriger LeserInnen wissen, das ist ganz und gar nicht meine Sprache. Ich bin keine Journalistin, keine Mutter, keine Lehrerin, habe keine Ahnung vom Schulalltag, das stimmt alles weitgehend. Ich will auch keine LehrerInnen demotivieren, ich habe sehr viele in meiner Timeline, die ganz besonders in den letzten drei Monaten übermenschliches geleistet haben und ganz sicher nicht Dienst nach Vorschrift gemacht haben, die wahre Engel zu sein scheinen und das sage ich ganz ohne Zynismus. Wirklich. Ich glaube per se an das Gute im Menschen und dass die meisten Menschen nur die besten Absichten haben. Aber wir wissen alle: Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit besten Absichten.

Worauf ich jedoch leicht allergisch reagiere, das ist das Stichwort „anekdotische Evidenz“. Anders gefragt: Ab wann wird aus anekdotischer Evidenz ein glasklares, randscharfes Bild? Wir können nicht so tun, als gäbe es kein gravierendes Problem und als wären die unzähligen, täglichen Gruselbeispiele aus dem Schulalltag, erzählt von Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen, nur bedauerliche Einzelfälle – statt systematischer, geplanter, budgetierter Vernachlässigung der Zukunft unserer Kinder. Wer dieses Bild nicht sehen will, sondern sich beleidigt fühlt, weil jemand das Bild scharf stellt, ist Teil des Problems.

Ein paar wahllose Beispiele anekdotischer Evidenz, dass in diesem Land sehr viel schief läuft, was das Thema Schule betrifft. Alle von gestern, bzw. gestern kurz nacheinander in meine Timeline gespült. Und da wir ja alle keine Aufmerksamkeit mehr für längere Artikel haben, schön in Tweethäppchen verpackt (wobei die threads von Lena und Frau Monstermann sich wirklich lohnen):

https://twitter.com/MrsMonstermann/status/1271126618879262722

Ich könnte stundenlang weitermachen. Aber das alles geht mich ja nix an.

Ich hatte gestern auch gefragt, was ich denn als Nichtbetroffene tun kann, um zu helfen. Und da kam direkt ein Vorschlag, ich möge doch bitte diese Umfrage teilen, an die Hamburger Eltern, wie’s im neuen KiTa-/Schuljahr läuft. Das mach’ ich doch gerne.