Splitter KW 30

Was war und was schön war.

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Der Trainer, der auch der Inhaber des Fitnessstudios ist, kommt weiterhin regelmäßig zu spät, auch, wenn er seinen niedlichen Hund nicht mit dabei hat. Ich bin selbstredend fünf oder zehn Minuten vor Trainingsbeginn da, um um sieben mit dem Training beginnen zu können und stehe dann regelmäßig wie ein Idiot vor verschlossener Tür. So kommt er erst fünf nach sieben, weitere fünf Minuten später bin ich umgezogen, weitere fünf Minuten später hat er die Geräte und Gewichte auf meine Körpergröße und den aktuellen Status eingestellt und ich habe nunmehr 20 Minuten meiner Zeit sinnlos verplempert. Mich verärgert das sehr; wenn man weiß, dass man frühmorgens nicht gut aus dem Bett kommt, muss man entweder die Öffnungszeiten seines Studios so anpassen, dass man pünktlich da ist (also eine Viertelstunde vor dem ersten Kunden) oder aber die Frühschicht seinen Mitarbeitern aufs Auge drücken. Die schaffen das bislang problemlos, inklusive seiner Frau, die die letzte Male das Vergnügen – und den niedlichen Hund mit dabei – hatte.

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Beim umfangreichen Beleuchtungsset von E-Bay, das angeblich mit DHL und aus Deutschland verschickt wird und mit GLS aus Hong Kong kam, fehlen ein Mini-Zelt für Produktfotografie und ein 5-in-1 Reflektor; außerdem haben die vier Lampen alle UK-Netzstecker. Meine entsprechende Mail an den Verkäufer wird freundlich und prompt am selben Tag beantwortet, er bittet mich nur darum, die fehlenden Elemente zu fotografieren. Äh, was?
Ich maile ihm also sein Produktfoto aus der Auktion und kreise die fehlenden Teile darauf rot ein. Seither sind vier Wochen vergangen und still ruht der See. Vielleicht muss ich doch erstmals im Leben testen, ob PayPals Käuferschutz funktioniert. Zurückschicken will ich den Kram aber auch nicht; das Porto würde mich ein Vermögen kosten. Adapter für die Stecker sind bestellt und kosten zusammen keine 20 EUR; damit ist mein kleines Videostudio jetzt fast fertig. Fehlt nur noch eine Kamera, für den Start muss es allerdings das iPhone tun.

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Ein Kunde hat das dritte Jahr in Folge die Illustration und Gestaltung seiner Weihnachtskarte bei mir bestellt und das freut mich ganz außerordentlich, auch wenn es nur ein kleiner Auftrag ist. Und bei dem aktuellen Wetter fällt es mir nicht mal sonderlich schwer, mich in Weihnachtsstimmung zu versetzen.

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Ich habe eine tolle Idee für eine neue Bärenmotivserie, komme nur gerade nicht zum Umsetzen. Aber vielleicht schaffe ich es rechtzeitig vor Weihnachten.

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Beim Laufen höre ich jetzt mit grimmiger Entschlossenheit (und Kabelsalat) Neil Gaimans “Neverwhere”, von ihm selbst gelesen. Er hat eine angenehme Stimme und schreibt auch gut, aber inhaltlich lässt mich das Buch reichlich kalt. Ich werde es zu Ende hören (bin jetzt etwa bei der Hälfte, da ich es immer nur häppchenweise eine halbe Stunde am Stück hören kann), und mich dann vermutlich dem “Graveyard Book” zuwenden, dessen Inhaltsangabe mich zumindest halbwegs anspricht und ein wenig an einen der zauberhaftesten Comics der letzten Jahre erinnert, Au Pays des Ombres, von Jean-Marc Mathis.
Ich will versuchen, zumindest beim Malen künftig Hörbücher zu hören, da ich kaum noch zum Lesen komme bzw. abends einfach zu kaputt und nicht mehr aufnahmefähig bin. Andererseits finde ich kaum Hörbücher, die mich interessieren, oder aber sie werden von jemandem gelesen, dessen bzw. deren Stimme ich nicht ertrage. Ein Dilemma, wenn auch eines der Luxusklasse, schon klar.

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