Tag 14 von 366 – tschüs, Jan!

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Weiter an der Gespenstergeschichte geschrieben und gezeichnet und nebenbei die Trauerfeier für Jan Fedder im Livestream laufen gehabt. Cast & Crew von Großstadtrevier, Büttenwarder, Boot und 50+ Jahren Schauspielerlebens, Polizei und Kiezgrößen traut nebeneinander, Musiker, Politiker und Senatoren … hier wird ein Leben gefeiert und verabschiedet, das vielen Menschen Freude gemacht hat. Draußen vorm Michel stehen sie teils zehn Reihen tief im Nieselregen und gucken sich das Ganze vor Ort auf der Großleinwand an, public viewing im Wortlaut sozusagen. Bei „Geh’ aus mein Herz und suche Freud“ piepsen alle Kirchgänger drinnen  zaghaft und nicht sonderlich textsicher mit, ich höre geradezu Fedders Stentorstimme im Geiste rufen: „Nu ma ’n büschn lauter! Nich so schüchtern, Kinnings, pack ma ’n Hebel aufn Tisch! Das ist ein fröhliches Lied!“

Ich hab’ früher gern ab und an das Großstadtrevier gesehen, als noch Artur Brauss und Mareike Carrière die Hauptrollen spielten. Im Sommer 1992 fing ich im Studio Hamburg für SAT 1 als Videografikerin an. Das Studio Hamburg ist weit draußen, in Jenfeld, fernab vom Kiez, viele Produktionsbüros und Sender hatten und haben dort ihren Ableger. In der Kantine traf man mittags Kolleginnen und Kollegen vom NDR, von tele 5, Premiere und vielen anderen mehr, und der größte Tisch war meist vom NDR-Team des „Großstadtreviers“ belegt, wenn sie denn gerade auf dem Gelände drehten. Regisseur Jürgen Roland, Motorradpolizist Kai Sabban, Mareike Carrière, Edgar Hoppe, Peter Heinrich Brix, Beleuchter, Aufnahmeleiter, Maske, Kamera- und Tonleute, Grips und Gaffer, sie saßen und lachten und am lautesten und ansteckendsten lachte meist der Neue im Revier: Jan Fedder. Laut lachend, so hab’ ich ihn in Erinnerung, ich denke, so haben ihn viele in Erinnerung. Gibt schlechtere.

Nachmittags tuten die Hafenfähren, ihm zu Ehren. Zu hören bis zu mir am Stadtpark. Schön.