The Horror … Vom Umgang mit Büchern

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Tag 43 von 366. Heute stolperte ich über diesen Tweet:

Und dann musste ich mich auch kurz setzen.

Und nachdenken.

Bücher sind Freunde. Damit bin ich aufgewachsen, das empfinde ich so, Bücher haben ein eigenes Leben. Ich habe mir als Kind schon vorgestellt, wie sich die Figuren in meinen Büchern nachts, wenn ich schlafe, vorsichtig aus den Seiten schälen, sich auf dem Regal treffen und ein Schwätzchen halten. Ich habe mich bei meinen Büchern entschuldigt, wenn ich sie anders sortiert habe oder mal länger eines auf dem Nachttisch lag. Ich höre mich immer noch flüstern: „Es tut mir leid, dass ihr heute Nacht nicht nebeneinander steht und mal eben rübergehen könnt sondern durchs halbe Zimmer müsst, aber es ist gerade so spannend und wenn ich morgen früh wach werde und erst aufstehen und zum Regal gehen muss, wecke ich Mama und Papa und dann kann ich nicht lesen, sondern muss aufräumen oder den Tisch decken oder sowas. Ich lese morgen schneller, okay?“ Und ich meinte, Chingachgook leise ‚Gut.’ seufzen zu hören und Huckleberry Finn sich wortlos umdrehen zu sehen und die heißen Maroni der Kleinen Hexe zu riechen und fühlte mich etwas besser.

[I kid you not. You probably had to be there.]

Natürlich gibt es Unmengen von Büchern, vornehmlich Sachbücher und Almanache (I put the Alman in Almanache, hihi!), die man zum Beispiel von der Steuer absetzt oder in denen man wild herummalt und unterstreicht, was das Zeug hält. Bücher, die keine echte Halbwertzeit haben (oder erst wieder in hundert Jahren interessant sind, wenn jemand auf ebay den Palandt in der Ausgabe von 1993 anbietet) und bei denen es nicht so wirklich wichtig ist, dass man sie pfleglichst behandelt. Bücher, die eigentlich auch reine ebooks sein dürfen. Da macht es nicht so viel, wenn sie ein Piercing ins Gesicht getackert kriegen.

Jedenfalls versuche ich mir das einzureden.