Was schön war (KW1/17)

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Ich weiß nicht mehr, wer angefangen hat mit diesem positiven Rückblick auf den Tag, die Woche, den Monat. Herr Buddenbohm macht’s, Frau Donnerbella macht’s, ich probier’s jetzt auch mal. Den Fokus auf das zu legen, was gut war, ist immer besser als sich auf das ganze negative Zeug zu konzentrieren, nicht wahr.

Eine hartnäckige Bronchitis hat mich fest im Griff und ich huste bis zum Erbrechen, besonders nachts, wenn ich still liege, dann ist es am schlimmsten. Ich rechne dann eigentlich eigentlich jede Minute damit, dass meine Nachbarn die Tür eintreten, mich am Fuss die Treppen hinunterschleifen und in einen Krankenwagen werfen oder mich anderweitig verschwinden lassen. Danach wäre mir jedenfalls im umgekehrten Fall, wenn meine Nachbarn mich nachts von 21:30-22:00, von 23-01 und von 03-04 Uhr wachbellen würden. Immer dann, wenn ich gerade wieder eingeschlafen bin. Netterweise halten sie davon Abstand.

Hinzu kommt eine Bindehautentzündung, die erste seit der Kindheit. Ich sehe aus wie ein Vampir, die Augen tränen, schmerzen, sind knallrot.

Eine Einladung zum Kaffee, eine zum Abendessen, zwei Einladungen zum Umtrunk mit Freunden muss ich krankheitshalber absagen.

Den Tag als Dozentin des Marketingkurses, den ich netterweise um eine halbe Woche verschieben konnte, durfte ich auch genau vier Stunden lang arbeiten, bevor mich ein Hustenanfall der außerirdischen Art zum Abbruch zwang. Die TeilnehmerInnen des Seminars waren verständnisvoll, aber schauten mich an wie etwas aus einer TV-Mystery-Serie. Sehr ärgerlich, das alles.

Da ich unkontrolliert und unverhersehbar husten muss, kann ich nicht analog malen, also mit Stift, Farben und Papier, denn da gibt es kein schnelles undo wenn man’s versaut hat. Das heißt, ein, zwei Projekte bleiben zwangsweise noch etwas liegen.

Ein Neukunde, bei dem ich leichtsinnig auf Vorkasse verzichtet hatte, da es sich um eine renommierte Firma handelt, reagiert nicht auf meine freundliche Zahlungserinnerung. Ich schreibe hundert Mal an die Tafel „Je größer und rennommierter die Firma, desto sicherer, dass sie dich aufs Kreuz zu legen versuchen“. Never, ever again ohne Anzahlung/Vorkasse. Malen nach Zahlen, baby!

Komplimente zu meinem neuen Haarschnitt gekriegt.