Tweet der Woche 7/17

Einer reicht.

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Es gab einige gute Kandidaten diese Woche, witzige, nachdenklich machende und praktische. Ich weiß nicht, wie sich diese Rubrik künftig entwickeln wird, aktuell überlege ich einfach, welcher Tweet mir spontan aus dem letzten Woche im Gedächtnis geblieben ist und warum. Und dann nehme ich den.

In dieser Woche war das eine kleine Nebenbemerkung von @spreeblick (Johnny Haeusler), die meine eigenen Überlegungen so perfekt auf den Punkt bringt:

Ich weiß nicht, was bei Johnny der Anlass für diesen Tweet war, aber ich sah mich heftig nicken, als ich ihn las. Mit den Herzen, die einmal Sterne waren, ist das so eine Sache. Ganz früher hab‘ ich wirklich nur die Tweets damit markiert, die ich besonders toll fand. Das wurden immer mehr, je mehr Accounts ich folgte, klar. Aber unter meinen Favoriten waren nur „die Besten der Besten der Besten, SIR!“ – was es mir sehr erleichtert hat, monatlich (später 14-tägig) meine Lieblingstweets fürs Blog zu kuratieren. Twitter war immer das etwas andere Netzwerk und ein Stern/Herz hatte und hat für mich immer noch einen ungleich höheren Stellenwert als ein „gefällt mir“ auf dem von mir so ungeliebten Facebook. Ab und zu hab‘ ich auch mal einen Stern bzw. Herz an einen Tweet geklebt, den ich nicht toll oder witzig fand, aber der eine Info oder einen Link enthielt, auf den ich später zurückkommen wollte, quasi als digitales Eselsohr.

Je mehr Follower ich bekam, desto mehr Antworten bekam ich auf meine eigenen Tweets. Und wie das so ist mit gut gemeinten schlechten Angewohnheiten – sie schleichen sich ein und sind dann hartnäckiger als Löwenzahn auf dem Rasen, man wird sie nicht so bald wieder los. In diesem Fall bedeutet das: Ich habe angefangen, diese Antworten zu meinen Tweets mit einem Herz zu versehen, um den Antwortenden zu bedeuten: Danke, hab’s gelesen. Das Problem dabei ist: Es verwässert die Bedeutung des Herzchens und rein praktisch macht es mir unmöglich, in einer akzeptablen Zeit die echten Lieblingstweets zusammenzusuchen. Etwas, das früher™ zehn Minuten gedauert hat, nahm nun alle zwei Wochen über eine Stunde in Anspruch. Die hab‘ ich nicht dafür übrig.

Vor ein paar Wochen, etwa um den Amtsantritt des neuen US-Präsidenten herum, habe ich aus diversen Gründen an einem langweiligen, verregneten Sonntag meinen Twitteraccount gekärchert; die meisten meiner alten Tweets seit 2012 gelöscht (keine Angst, nicht manuell) und auch viele Herzen/Sterne wieder entfernt. Ich werde künftig auch wieder dahin zurückkehren, nur die echten Lieblingstweets zu markieren. Wer weiß, vielleicht ändert sich dann auch das Format dieser Rubrik wieder.

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